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Windows 8 – erste Eindrücke und Screenshots

hat gestern eine Vorab-Version von für alle interessierten Nutzer veröffentlicht. Mit der neuen Version des Betriebssystems geht der Redmonder Riese einen mutigen Schritt, denn Windows 8 bringt die Metro-Oberfläche von Windows Phone auf den Desktop und Tablets. Der erste Eindruck ist durchaus positiv.

Windows 8 – erste Eindrücke und Screenshots

Windows 8 - übersichtlich und frisch

windows 8 consumer preview screenshot
Die neue Startseite von Windows 8 – überall Kacheln

Windows 8 kann im weitesten Sinne als Verschmelzung der besten Teile von Windows 7 und Windows Phone betrachtet werden. Startet man das Betriebssystem, wird als Startseite eine Oberfläche mit den aus Windows Phone bekannten Kacheln angezeigt. Hier hat der Nutzer Zugriff auf die wichtigsten Programme. Die Kacheln lassen sich nach Belieben ordnen und auch in der Größe ändern, wobei lediglich kleine Quadrate oder etwas größere Rechtecke zur Auswahl stehen.

Wer die übliche Desktopansicht vermissen sollte, kann diese über eine Kachel (links unten auf dem Homescreen) rasch aufrufen. Vielen mag diese altbekannte Oberfläche zur produktiven Nutzung im Office lieber sein, wobei sich auch alle Programme, sofern sie zurzeit vorhanden und kompatibel sind, als Kachel ablegen lassen. Auf dem Desktop fehlt übrigens der seit 15 Jahren zentrale Start-Button, über den man auf alle Programme und weitere Funktionen zugreifen konnte. Auf Programme und Einstellungen gelangt man nun über einen sogenannten Hotspot, der auf der rechten Displayseite jeweils oben und unten zu finden ist. Zwei weitere dieser Hotspots findet man links oben und unten. Über den oberen gelangt der Nutzer auf die zuletzt genutzte Anwendung zurück, der untere Hotspot führt standardmäßig zur Kachelstartseite.

Eine Übersicht aller installierten Apps, die nicht auf der Startseite angepinnt sind, lässt sich per Rechtsklick auf die Maus aufrufen – unterhalb der Kacheln erscheint eine Leiste mit dem Titel „Alle Apps“. Im Grunde muss diese Seite höchstens aufgerufen werden, um eine App zu löschen oder auf den Homescreen zu ziehen, denn in ähnlicher Manier wie bei Apple mit Spotlight, verfügt Windows 8 über eine globale Suche, die durch einfaches Drauflostippen auf dem Homescreen gestartet werden kann. Alle Ergebnisse, inklusive Dateien lassen sich auf diese Weise rasch finden.

Bedienung und Übersichtlichkeit sind auf den ersten Eindruck sehr gut, auch wenn alte Windows-Nutzer sich ein wenig zurechtfinden und mit der Bedienung vertraut machen müssen. Dies ist aber kein großer Aufwand und schnell erlernt. Obwohl Windows 8 eine Vorab-Version ist, läuft alles weitestgehend sehr stabil und „zuppig". Startet man eine Anwendung, öffnet sich diese in einer fließenden Animation.

Die neue Metro-UI ist zwar ungewohnt, doch auf den ersten Blick ist sie für die meisten Nutzer durchaus als Standard-Oberfläche eine sehr gute Alternative zum altbacken wirkenden klassischen Desktop. In den Systemeinstellungen findet sich der Metro-Look ebenso wieder – zum Aktivieren und Deaktivieren von Funktionen gibt es nun Schieberegler, wie sie auch bei Windows Phone zur Verwendung kommen. Auch die Ladeanzeige in Form von wandernden Punkten dürfte Windows Phone-Nutzern vertraut sein.

windows 8 focus media
Vollbildmodus: Die Media-Applikationen von Windows 8 sind an die Metro-UI von Windows Phone angelehnt

Die vorinstallierten Apps wie Mail, Maps, SkyDrive und Musik machen eine sehr aufgeräumte Figur mit viel Fläche. Sie werden allesamt im Vollbildmodus gestartet, was bei meinem 27 Zoll-Display schon recht überwältigend wirkt. Eine Möglichkeit zum Verkleinern der Fenster konnte ich nicht entdecken. Obwohl nahezu alles recht stabil funktioniert, merkte man an manchen Stellen dennoch, dass es sich noch nicht um eine finale Version handelt, denn die Kontakte-Applikation ließ sich nicht öffnen.

Nach den ersten paar Stunden testweiser Nutzung lässt sich feststellen, dass Microsoft viel Arbeit und Überlegung in Windows 8 investiert hat, um die Oberfläche wie auch Usability in dieser Form umzusetzen. An vielen Ecken ist zwar noch einiges zu werkeln, doch der Gesamteindruck ist überraschend gut. Microsoft hat noch einige Monate Zeit, um die finale Version fertigzustellen - es wird vermutet, dass im Spätsommer dieses Jahres das Endprodukt in den Verkauf gehen wird und in diesem Zuge auch die ersten Tablets mit Windows 8 kommen. Es ist nicht auszuschließen, dass in Kooperation mit Nokia das erste Windows 8-Tablet entwickelt wird.

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11 Antworten
  1. von Ben23 am 01.03.2012 (18:30 Uhr)

    Der Developer Preview hatte mich noch nicht wirklich überzeigt, aber der Consumer Preview ist schon wesentlich besser und gefällt mir richtig gut. Sogar auf meinem derzetigem Desktop PC. Auf einem Tablet muss das wirklich fantastisch sein.

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  2. von Niklas H. am 01.03.2012 (18:58 Uhr)

    Windows 8 gefällt mir ehrlich gesagt nicht wirklich - sieht zu sehr nach Retro aus.

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  3. von samuel.klyk am 01.03.2012 (18:59 Uhr)

    OMFG. In diesem Fall war der Schritt in eine andere Richtung definitiv der falsche... Naja, Apple wird es freuen. In Zukunft dann halt noch mehr Mac User :)

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  4. von nbbsn am 01.03.2012 (19:13 Uhr)

    Mein bisheriger Eindruck von der Consumer Preview ist recht kurz mit "nix halbes und nix ganzes" zusammenzufassen.

    Microsoft versucht eine Gratwanderung zwischen PC und Tablet Betriebssystem, am Ende ist es aber weder noch. Die Metro Oberfläche ist bestimmt super für Tablets, für eine Bedienung mit der Maus meiner Meinung nach aber noch nicht ganz ausgereift und alles irgendwie auch alles andere als intuitiv.
    Ich musste zum Beispiel nach dem ersten Neustart erstmal stutzen weil ich kein Loginfenster angezeigt bekam. Die Lösung: Maus gedrückt halten und das angezeigte Zeugs (Photo mit Uhrzeit und so weiter) nach oben wegschieben. Wie gesagt nicht intuitiv und für einen PC auch völlig überflüssig.

    Ich bin nachdem was ich bisher gesehen habe eher kritisch gegenüber Windows8 (zumindest als PC OS) eingestellt und werde wohl so lange wie möglich bei Windows7 bleiben.

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  5. von Phicsa am 02.03.2012 (10:50 Uhr)

    Die grundsätzliche Idee hinter Metro halte ich für gut, zumindest für Smartphone und Tablet, aber ob es am Desktop wirklich was bringt?

    Ich meine, das man schnell zu seinen Apps kommt ist schön und gut...aber als Macuser kann ich da nur lächeln...dank Spotlight und den ersten 3 Buchstaben der jeweiligen App ist diese, egal wo sofort gestartet...vlt. ist da ja inzwischen bei MS auch möglich? Dazu kann ich nix sagen ^^

    ...und da sehr viele (ich genau so) den Desktop als Ablage für div. Dokumente verwende die erst noch "sortiert" werden müssen bin ich mir nicht sicher ob Metro gut ankommen wird.

    Kann man die Funktion der Hotspots eig. ändern?

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  6. von Andreas Floemer am 02.03.2012 (10:55 Uhr)

    @phicsa: Im Augenblick ist es noch nicht möglich die hotspots anzupassen. die option halte ich aber auch für sehr sinnvoll, zumal die Größe der Spots für meinen Geschmack etwas zu klein ist.

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  7. von Andreas Moser am 02.03.2012 (11:45 Uhr)

    Ich verstehe den ganzen Rummel nicht. Ich bin schon viel weiter als Windows 8: http://andreasmoser.wordpress.com/2012/03/02/windows-8/

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  8. von slevin am 02.03.2012 (17:37 Uhr)

    Bin mir noch nicht so einig, was ich davon so halte. Ist ja wohl doch schon sehr für Tablets konzipiert. Aber auf meinem Desktop Rechner brauche ich es wohl nicht.

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  9. von Hase am 03.03.2012 (18:41 Uhr)

    Einige verstehen das wohl noch nicht. Dieses ist ja ein Betriebssystem welches zwei
    Optionen inne hällt. Eine UI für "Touch-screens" a Tablets und eine UI für das
    Desktop System. Und zudem ist dies eine Beta.

    Und das Argument: Wie soll ich denn auf METRO arbeiten können ?... ist extrem
    kurz gedacht. Diese Frage heißt eigentlich: Wie soll ich den auf einem "Tablet" bzw.
    einem "nur touchscreen system" arbeiten. So muss man die Frage stellen. Das
    muss sich jeder selbst beantworten, ob er besser auf einem Desktop arbeitet oder
    auf einem Tablet. Sprich welchen Job er denn erledigen muss usw.

    Über Geschmack lässt sich streiten. Ich finde das Metro weniger bunt, als das iOS.
    Oder das Mac OS. Von daher...Also ran an den Speck !

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  10. von Icke am 05.03.2012 (13:15 Uhr)

    Ist wie ein Tetris Betriebssystem. Wenn man eine Reihe gleichfarbiger Kacheln baut, ist die dann weg? OW-OW.

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  11. von Kurt L. am 06.03.2012 (10:47 Uhr)

    ... und machen wir dann in Zukunft die Rechnungen auch aus one-Click Kacheln, und müssen vielleicht Briefe durch rhythmisches an-tippen von Kacheln schreiben (Morse schau runter)?

    Wir verbrauchen heute die Leistung einer Großrechenzentrums der 1970er um einen einzigen Buchstaben einzugeben. Mag Künstler ja entzücken, aber effektiv geschweige denn effizient erscheint mir das nicht mehr.

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