Windows Phones künftig ohne Kameras? Microsoft lässt es zu

Es ist ein ungewöhnlicher Schachzug, den Microsoft still und leise bereits am 23. September 2011 vollzog. Der Redmonder Konzern änderte die Minimalkonfiguration der Hardware, die ein Smartphone integrieren muss, um als Windows Phone zugelassen zu werden. Änderungen der Minimalkonfiguration sind an sich nicht ungewöhnlich, bemerkenswert im hiesigen Falle ist jedoch, dass es sich um eine Reduzierung handelt.

Windows Phone: Fotos? Ach, macht doch eh keiner…

scheint es sich mit seinem Smartphone-Betriebssystem am unteren Ende des Marktes gemütlich einrichten zu wollen. Dafür spricht die Mindestspeicherausstattung von 256 MB Ram und vor allem der Verzicht auf jede Art von Onboard-Kamera. Nicht nur die Frontkamera bezeichnet Microsoft als “optionale Hardware”, vielmehr wird auch die primäre Bild- und Videoaufzeichnungseinheit als nicht unbedingt erforderlich deklariert.

Nokia Lumia 800
Nokia Lumia 800: Nokias erstes Windows Phone (Quelle: pocketnow.com)

Sollten sich Hersteller an diesen Minimalspezifikationen tatsächlich orientieren, so muss man sich die Frage stellen, was von den ohnehin schon nicht sehr zugkräftigen Kaufargumenten noch zum Kauf verleiten soll, wenn man noch nicht einmal mehr den bislang allgemein anerkannten Smartphone-Ausstattungsstandard befriedigen kann.

Denkbar ist natürlich, dass die “Korrektur” der Spezifikationen der Kooperation mit Nokia geschuldet ist. Nokia will bekanntlich auch Märkte in Entwicklungsländern erschließen und kann da möglicherweise jede Art von Produktionskostenersparnis dringend brauchen. Andererseits hat Nokia für sich entwickelnde Märkte, auf denen es auf jeden Cent ankommt, eine breite Palette an Featurephones zur Verfügung. Es wäre daher nicht nötig, die Windows Phone Plattform dermaßen zu schwächen.

Hersteller wie Huawei zeigen zudem, dass man auch Billig-Smartphones, etwa das Huawei Ideos, das bereits Kenia im Sturm erobert hat, mit Kameras ausstatten kann, ohne gleich konkurrenzunfähig zu werden.

huawei ideos product img
Huawei Ideos: Schickes, aber abgespecktes Androidphone

Eine weitere Erklärung mag es geben, die allerdings hatte ich längst in der Historie des Mobilfunkfortschritts verschwunden gesehen. Vor einigen Jahren war das Verbot von Mobiltelefonen mit Kameras auf den Industriegeländen dieser Welt im Gespräch. So würde Industriespionage auf ein völlig neues Level gehoben, hieß es seinerzeit. Viel geworden ist aus den Plänen, zumindest nach allem, was ich höre, nicht. Jedenfalls war Nokia damals weit vorn und hatte vollmundig angekündigt, seine auf Wunsch auch ohne Aufzeichnungsmöglichkeiten auszustatten.

Sollten sich diese Gedanken aus der Smartphone-Frühzeit jetzt tatsächlich in Produkte umsetzen?

Was haltet ihr davon? Würdet ihr ein Smartphone ohne jegliche Kamera kaufen?

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11 Answers

  1. von Kevin Claus via facebook 06.11.2011 (13:21Uhr) 1.

    ? Das ist doch..... Stuhl!

  2. von Martin 06.11.2011 (13:23Uhr) 2.

    Endlich kommen Handy ohne Kamera mit ein aktuellen Betriebssystem auf den Markt.
    Da ich bei einer Firma arbeitet, wo auf den Werksgelände Kamera streng verboten sind, kommt es mir Recht das Microsoft hier diesen Schritt macht.
    Dies kann auch ein Kaufargument für ein Windowsphone sein, da für die Firmen wo Kamera verbot gibt kein aktuelles Smartphone gibt(IPhone, Android) die ohne Kamera ausgeliefert wird.

  3. von Daniel Web via facebook 06.11.2011 (13:23Uhr) 3.

    Smartphones ohne Kameras oder mit Kameras, die man aufsteckt, machen durchaus Sinn. Ich hatte schon häufiger bei Seminaren bei größeren Firmen / Konzernen das Problem, dass dort Mobiltelefone mit Kamera am Besucherempfang abgegeben werden mußten wegen der Möglichkeit von Spionage. Es ist deshalb für den professionellen Einsatz nur sinnig, auch mindestens ein Modell anzubieten, das keine Kamera eingebaut hat oder diese nur zum Aufstecken anbietet. So bleibt zudem Platz für mehr Speicher oder andere die Leistung verbessernde Komponenten.

  4. von Christian März via facebook 06.11.2011 (13:24Uhr) 4.

    Naja der Schritt ist ziemlich leicht zu erklären. Microsoft will in Firmenhandysparte. Bei großen Konzernen (z.B. Audi) ist es verboten, dass man ein Fotohandy mitführt.

  5. von Fischmuetze 06.11.2011 (13:31Uhr) 5.

    Smartphones mit Microsoft Betriebssystem braucht kein Mensch ... bzw. nur die, die schon immer alles was aus Redmond kam besonders toll fanden ...

  6. von Windows Phones künftig ohne Kameras? Mi… 06.11.2011 (14:11Uhr) 6.

    [...] Weiterlesen bei t3n >> [...]

  7. von Heike Werneburg via facebook 06.11.2011 (20:40Uhr) 7.

    Das Verbot sollte man in Schulen auch einführen.

  8. von Daniel Web via facebook 07.11.2011 (15:47Uhr) 8.

    In der Tat. Dann hört das Mobbing dort auf, welches sich dann später noch in der Form fortsetzt, das Videos von Mobbing-Aktionen online als Foto / Video verbreitet werden.

  9. von Microsofts Ankunft in der Smartphone-Är… 08.11.2011 (12:47Uhr) 9.

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  11. von Michi 04.12.2011 (21:36Uhr) 11.

    Ich finde es sehr gut, da auch ich in einer Firma arbeite wo Kameras jeglicher Art und natürlich auch Handy´s mit Kameras strengstens verboten sind. Wäre für ne ganze Menge Leute sehr sinnvoll wenn es Smartphone´s ohne Kameras gibt. Aber natürlich auch für Schüler, denn da gebe ich den vorschreibern recht, dann hört das elendige Mobben und auch mogeln auf.

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