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WordCamp Köln 2011: Ein subjektiver Rückblick

    WordCamp Köln 2011: Ein subjektiver Rückblick

Nach Hamburg, Jena und Berlin kam das WordCamp am Wochenende nun nach Köln. Auf Twitter und in Blogs liest man sehr unterschiedliche Meinungen dazu. Negativ fiel vor allem auf, dass das „WordPress-BarCamp“ weniger BarCamp war, als sich manche wünschen würden. Alles in allem ziehe ich persönlich aber eine positive Bilanz.

An den Inhalten und ihrer Qualität kann man bei BarCamps prinzipbedingt nicht meckern: Welche Themen bei einem BarCamp stattfinden, bestimmt schließlich das Publikum selbst. Und bei einer in der Regel kostenlosen Veranstaltung, auf die Beine gestellt von Freiwilligen, sollte man auch keine feingeschliffenen Präsentationskünste erwarten. Viel wichtiger ist der Austausch. Neben Spontaneität ist das aus meiner Sicht einer der Stärken eines BarCamps im Vergleich zu einer klassischen Konferenz. Und am Ende erfährt man so mehr als durch einen glatten Vortrag mit 32 perfekten Slides.

Was dem WordCamp gefehlt hat

Über zu wenig Andrang konnten sich viele Session-Macher jedenfalls nicht beklagen...

Zwei Dinge hatte das WordCamp in Köln allerdings weggelassen, die ganz wesentlich diesen Charakter unterstützen:

  1. Die Vorstellungsrunde. Natürlich kann man sich nicht jeden Namen, jedes Gesicht, jede Firma, jede Vorstellung merken. Aber man bekommt zum einen ein Gefühl dafür, wer mit einem auf dem BarCamp ist. Und nicht selten habe ich erlebt, dass auch dadurch Themenideen entstanden sind, dass jemand bestimmte Tools oder Techniken nannte, mit denen er oder sie sich beschäftigt. Und nicht zuletzt finde ich, dass so eine Vorstellungsrunde eine Initialzündung für das Gruppengefühl auf einem BarCamp ist. Bei Großveranstaltungen mit deutlich mehr als 200 Teilnehmern funktioniert das nicht mehr so besonders. Aber beim WordCamp hätte es sich gut gemacht.
  2. Die Vorstellung und Abstimmung der Themen. Normalerweise stellen alle, die eine Session anbieten wollen, ihre Idee kurz vor. Man bekommt dadurch schon einen ganz guten Eindruck vom Thema und demjenigen, der es aufbereiten will. Zudem sind Rückfragen möglich, man kann gar Wünsche zur Ausrichtung der Session äußern und Teilnehmer mit ähnlichen Ideen können sich zusammentun oder ihre Sessions miteinander abstimmen. Zudem habe ich es oft erlebt, dass aus der ersten Vorstellung der Themenideen dann eine zweite Welle von weiteren entstanden ist. Dieser wirklich grundlegende Punkt eines BarCamps wird selbst bei sehr großen Veranstaltungen nie weggelassen.

Beim WordCamp hatten die Macher mit Blick auf die begrenzte Zeit bei der eintägigen Veranstaltung lieber darauf verzichtet. Das ist zwar nachvollziehbar, aber ich würde die eine Stunde opfern, die das eventuell kostet. Die Lösung, die Sessions im Vorfeld online zu planen und dort auch schon festzulegen, hat sich dabei als nur teilweise gut erwiesen. So fielen allein drei eingeplante Sessions aus, weil die Vortragenden gar nicht da waren. Und so mancher Zuhörer war unzufrieden, weil die Session anders war, als die knappe Beschreibung geklungen hatte. Auch das wird durch die Vorstellung der Themen oft vermieden.

Was das WordCamp alles gut gemacht hat

Wurde auch auf dem WordCamp ausgefochten: der Kampf Mensch gegen Computer und Beamer.

Die Sessions, die ich besucht hatte, waren von der Qualität her sehr unterschiedlich. Aber wie oben erwähnt: Ich finde es schwierig, das zu kritisieren. Bei einem BarCamp besteht jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder Vorschläge zu machen. Die Distanz zwischen Vortragenden und Publikum ist minimal. Wenn, dann kann man denen, die erst hinterher meckern, eventuell vorwerfen, sich nicht in der Session selbst zu Wort gemeldet zu haben. Das gilt zum Beispiel auch für Sessions, die bei manchen als Werbeveranstaltung ankamen. Da die Abstimmung und Vorstellung der Sessions allerdings schon vor dem WordCamp abgeschlossen war, müssen sich hier dann auch die Veranstalter den Schuh anziehen, den Vortragenden nicht entsprechende Vorgaben mitgegeben zu haben.

Besonders begeistert hat viele die Rechts-Session für Blogger (die ich selbst nicht gesehen habe), ich fand zudem den Vortrag interessant, wie man BuddyPress ganz anders verwenden kann, habe aus der Vorstellung von Shoplösungen mit WordPress einige neue Anregungen und Erkenntnisse mitgenommen und fand es aufschlussreich, einmal ein kommerzielles Template-Framework vorgeführt zu bekommen. Bei anderen Themen habe ich jetzt nur zum Teil etwas gelernt, aber das laste ich mir wie eben schon erwähnt selbst an: Ich hätte ja auf die Session Einfluss nehmen und fragen können.

Fazit

Von der sonstigen Organisation her fand ich das WordCamp absolut gelungen. Der Ort, die Humanwissenschaftliche Fakultät, hatte zwar diesen etwas rustikalen 60er-Jahre-Uni-Charme, aber erfüllte seinen Zweck. Der Ablauf klappte prima und auch eine Kölsch-Runde am Vorabend sowie eine „After-Camp-Party“ waren dabei. Ich habe viele Leute getroffen, nicht wenige zum ersten Mal, und mich gut unterhalten. Für mich besteht jedes BarCamp neben den eigentlichen Inhalten auch ganz wesentlich aus diesem Part. Man sollte nicht mit dem Gedanken zum WordCamp kommen, hier eine Art Seminartag für kleines Geld zu bekommen. Es ist ein Treffen, ein Austausch und eine gute Gelegenheit, neue Kontakte, Informationen und Meinungen mitzunehmen.

Und das hat das WordCamp 2011 in Köln für mich voll erfüllt.

Links zum WordCamp 2011:

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5 Reaktionen
Jan Tißler

@Droid Boy: Verstehe ich nicht. Steht doch im Artikel?! :-s

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alex76
alex76

Hey Jan, schön, dass dir die Session von Xtreme Theme gefallen hat. Sehr guter Beitrag und auch mal konstruktive Kritik und Lob, das war bei einigen Berichterstattern leider nicht immer der Fall. Hoffentlich sehen wir uns beim nächsten WordCamp!

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Frank
Frank

Vielen Dank für das Feedback, den Schuh zum Thema BarCamp ziehen wir uns an; das gehört dazu und die Idee und Umsetzung ging in die Hose; da halten wir es wie Google und geben gern zu: dies war blöd, für die Gäste und uns. Wir werden es beherzigen und zurück zu den Wurzeln gehen, wenn wir die Organisation auch weiterhin übernehmen sollten.

Danke auch für die Meinung zu der Gestaltung eines BarCamp, zu den Inhalten und dem Rahmen kann gern jeder beitragen. Mit und für die Community um WordPress ist der Kern des Camps.

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Droid Boy
Droid Boy

Danke für deine Meinung. Was mich nicht so sehr überzeugt hat ist, das du sagst es wäre ein BarCamp, aber nichts daran auszusetzen hast, das die Sessions feplant waren und die dem Vortragenden einfach nicht erschienen. Da hätte ein bisschen Übersicht und Kritik an den Betreibern des Barcamps dem Artikel gut getan.

Wer sich von dreien der sessions ein eigenes Bild machen möchte, darf gerne auf mein Blog. Da gibts die nochmal zum nachhören.

Gruß Droid Boy

Antworten

Michael Firnkes
Michael Firnkes

Weiß jemand zufällig den Link zu den Rechtssession-Folien, sollte es solche geben? Ich wäre auch gerne hingegangen (und habe hinterher gehört dass es wohl sehr informativ war), steckte aber in einem anderen Workshop..

Danke für die Verlinkung übrigens!

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