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Kein React mehr in WordPress: Automattic stört sich an Facebook-Lizenz

(Grafik: Shutterstock)

Die WordPress-Entwickler haben sich dafür entschieden, zukünftig auf Facebooks React zu verzichten. Wir werfen einen Blick auf die Hintergründe.

Warum WordPress zukünftig kein React mehr einsetzen wird

2015 hat die WordPress-Foundation das Calypso-Projekt vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine vollständige Neuentwicklung des Admin-Interface des beliebten Content-Management-Systems (CMS). Damals hat das Team sich unter anderem für den Einsatz von Facebooks Javascript-Bibliothek React entschieden. Dieser Entscheidung folgte dann auch die WordPress-Community bei der Entwicklung des neuen Editors Gutenberg. Damit ist jetzt allerdings Schluss. Wie Automattic-Chef Matt Mullenweg in einem Blogbeitrag erklärt, werden beide Projekte auf React verzichten und entsprechend umgeschrieben.

Der Grund: Die Lizenz der Open-Source-Bibliothek enthält eine brisante Klausel. Nach dieser Klausel dürfen Unternehmen die Software und den Quellcode zwar frei verwenden, aber nur, solange sie keinen Patentstreit gegen Facebook anstreben. Tun sie das doch, verlieren sie automatisch das Recht, die von Facebook patentierten Bestandteile von React zu verwenden. Facebook argumentiert, dass diese Lizenz letztlich dazu führen würde, dass juristische Auseinandersetzungen um Software-Patente seltener werden. In der Open-Source-Community ist diese Ansicht aber durchaus umstritten. So hat die Apache Software Foundation kürzlich entschieden, dass Lizenzen wie die von React nicht länger in Apache.org-Projekten erlaubt sind.

React: WordPress verzichtet aus Lizenzgründen auf den Einsatz der Library. (Grafik: Facebook)
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„Das ist ihr Kampf“: Wordpress-Entwickler sehen sich nicht in der Pflicht, die Welt von der Facebook-Lizenz zu überzeugen

Mullenweg, der Automattic-Chef und einer der ursprünglichen Wordpress-Entwickler, ging von Anfang an davon aus, dass es nie zu einem Patentstreit mit Facebook kommen würde. Laut ihm hat sich daran auch nichts geändert. Allerdings fühlt er sich nach eigenen Angaben nicht wohl damit, dass eine solche Lizenz auch den WordPress-Kern betrifft. Immerhin treibt das CMS mehr als ein Viertel aller Websites an. Daher wird sich das Gutenberg-Projekt jetzt nach einer Alternative zu React umschauen. Wenn sich das Team für eine andere Javascript-Bibliothek entschieden hat, soll die auch im Calypso-Projekt eingesetzt werden.

Die dann anfallenden Änderungen am Code des Gutenberg-Editors dürften das Projekt laut Mullenweg um einige Wochen zurückwerfen. Im Fall von Calypso soll der Umstellungsprozess deutlich länger dauern. Mullenweg stellt in seinem Blogbeitrag klar, dass er und Automattic nach wie vor keine Probleme mit der Facebook-Lizenz haben. Allerdings sei es auch nicht die Aufgabe der WordPress-Entwickler, die Welt von ihr zu überzeugen – sondern die von Facebook. „Das ist ihr Kampf“, erklärt er.

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2 Reaktionen
Sören Wrede
Sören Wrede

Es sind ein paar Fehler / Ungenauigkeiten im Text:
- Automattic ist die Firma hinter wordpress.com, nicht hinter dem WordPress Projekt.
- Hinter dem WordPress Projekt steht die WordPress Foundation, keine Firma.
- Calypso ist nur eine Neuentwicklung des Admin Interfaces, nicht der Software.

Kim Rixecker

Stimmt. Die Formulierung waren in der Tat etwas schlampig gewählt. Ich habe den Text mal angepasst. Danke für den Hinweis.

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