t3n News Hardware

Wowereit will Gratis-WLAN für Berlin

Wowereit will Gratis-WLAN für Berlin

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit will im Zuge der Richtlinien seiner Regierungspolitik einen weiteren Versuch starten, die Bundeshauptstadt mit WLAN zu versorgen - ganz kostenfrei für alle!

Wowereit will Gratis-WLAN für Berlin

Bekannte Plätze sollen die ersten freien WLAN-Slots anbieten

Es ist nicht der erste Anlauf, den Klaus Wowereit mit seiner Regierung unternimmt, ein „landesweites gebührenfreies WLAN“ einzuführen. In der vorherigen Legislaturperiode versuchte man bereits vergebens, ein öffentlich zugängliches Netz für die Einwohner der Bundeshauptstadt zu errichten.

Im zweiten Anlauf soll das Projekt nun endlich in die Tat umgesetzt werden. Der für das Projekt zuständige Senatskanzleichef für Netzpolitik, Björn Böhning, möchte das „Netz an zentralen Orten innerhalb des S-Bahn-Ringes etablieren“. Doch anders als beim ersten Anlauf sollen sich die Maßnahmen zunächst auf Touristenschauplätze oder geeignete Orte für Startups und Unternehmen im Internetsektor beschränken. Wie groß das Netz dann in Zukunft werden soll, hängt auch vom Erfolg der Startphase und vom Interesse der jeweiligen Bezirke ab, die sich nachfolgend am Projekt beteiligen sollen.

Belebte und gut besuchte Orte wie hier das Sony Center am Potsdamer Platz sollen zu Beginn für das kostenlose WLAN zur Verfügung stehen. (Foto: David Maciejewski)

Europas größtes freies WLAN als Vorbild für Berlin

Wowereit soll sich im vergangenen Jahr beim Mobilfunkkonzern Motorola über die technische Umsetzung informiert haben. Die Idee ist auch nicht neu, denn der Netzbetreiber O2 kündigte an, zu den olympischen Spielen in London 2012 das größte freie WLAN Europas zur Verfügung zu stellen - ein Beispiel, an dem sich Berlin einiges abschauen könnte.

In der Frage der Finanzierung soll auf private Investoren zurückgegriffen werden, die sich damit einverstanden erklären, den Ausbau des Netzes auf eigene Kosten zu übernehmen, ebenso wie die laufenden Netzwerkkosten. Das ganze Projekt soll sich demnach im Idealfall über Werbeeinnahmen gegenfinanzieren.

Es gibt aber weiterhin auch negative Stimmen. Im Rahmen des Hauptausschusses des Abgeordnetenhauses bewertete der einstige Wirtschaftssenator Harald Wolf das Vorhaben äußerst kritisch, denn Berlin könne privaten Betreibern eines WLAN „kein attraktives Angebot unterbreiten, um unter Nutzung von öffentlicher Infrastruktur ein homogenes und flächendeckendes Netz im Berliner Zentrum aufzubauen“.

Freies WLAN stärkt Image der fortschrittlichen High-Tech-Hauptstadt

Auch wenn kostenloses WLAN für Unternehmen und Startups kein Kriterium sein wird, sich einen Ort für den Unternehmensmittelpunkt auszusuchen, so trägt die Initiative von Klaus Wowereit doch zum Image der Hauptstadt bei. Das Rennen um das „europäische Silicon Valley“ ist im vollen Gang und neben London präsentiert sich die Bundeshauptstadt mehr und mehr als gutes Pflaster für Startups der Szene.

Hier erfahrt ihr mehr über das Rennen um das europäische Silicon Valley.

Bildnachweis für die Newsübersicht: Rob Pearce / flickr.com, Lizenz: CC-BY

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
4 Antworten
  1. von Vincent am 13.01.2012 (15:54 Uhr)

    Wäre ganz schick. Sollte aber auch Speed haben, was nicht der Fall wäre. :D

    Antworten Teilen
  2. von W Lan am 13.01.2012 (19:05 Uhr)

    Für Touristen, Messebesucher, Leute die nur durchfahren oder dort geschäftlich aufhalten, sind freie WLANs ohne Terrabit-Speed für Emails, Termine, ... abklären locker genug. Jede Messe sollte standartisierte Connectivity-Systeme haben wo z.b. Bewerber und Firmen per Wifi Termine aushandeln und Skills und Angebote automatisiert Cross-Checken.

    Sowas hätte man schon viel früher haben können. Selbstfinanzierung ist kein Problem.
    Straßen sind Schneisen durch den Häuserwald. Da baut man Wifi-Antennen oben auf ner Ampel auf, unten ist der Router drin und man hat den Backbone wo Glasfaser zu teuer ist.
    IEEE-Standards für sichere Router-Mash-Xtensions gibts seit einem halben Jahr wohl auch.
    Der Trick ist ja, das Knöllchen usw. per Wifi-Phone erfasst werden und Firmen und Handwerker, Stadt-Verwaltungen, Grünflächen-Amt, Müll-Abfuhr, Schnee-Räum-Kontrolle, ... darüber kommunizieren und gigantische Phonie-Kosten einsparen. Jedes Taxi meldet per Android-Berlin-WiFree-Wifi die aktuelle Geschwindigkeit und Realtime sieht man den Verkehrsfluss und fährt um die Staus und Blockierungen herum. Die Copter zur Überwachung des Drogenhandels brauchen sowieso eine WiFi-Infrastruktur oder viele auffällige Autos. Man mischt also die englischen Überwachungs-Kameras mit dem kostenlosen Olympia-O2-WiFree-Netz und erhält das Berlin-WiFree-WiFi.

    Freie Radiosender helfen wenig, wenn man dort nur Superstar-Gedudel hört.
    Freies Internet ist genau so unbrauchbar wenn die passenden (lokalen) Dienstleistungen fehlen. Gigalocal ist ja in Berlin. Wenn man also einen Messestand aufbauen oder eine Präsentation oder sowas machen will, findet man darüber problemlos dann Mitarbeiter. Zalando muss dann Mofa-Scouts einführen um die Schuhe per Mofa-Bringdienst direkt nach Bestellung innerhalb Berlins auszuliefern bzw. abzuholen. Man braucht im Prinzip auch ein gigantisches Super-Foursquare für Berlin um alles zu finden was man braucht und sucht statt die üblichen Bundes/Weltweiten Dienstleister die auf Post und langes Warten ausgelegt sind. Alles Ideen die man 1999 schon hätte haben müssen und hätte haben können.
    "Instant-Dienstleistungen&Waren" ist der Unterschied vom normalen Internet zum lokalen City-WiFi (WiFree). Wenn ich in Berlin bin, will ich sofort, jetzt und hier was haben und nicht erst 4 Tage später per Amazon-Marketplace-Schnecken. Das ist eine deutliche Weiter-Entwicklung des aktuellen Bestell&Bezahl&HolsBeiDerPostAb-Internets.

    Und nicht jeder braucht Terrabits an Traffic.
    Und Transaktions-Abzocke will ich auch nicht bezahlen, wenn es ohne Zwischenhändler viel besser und rentabler ginge. Wichtig wären Pay-Systeme z.b. Rubbel-Karten oder NFC o.ä. wo man Kino/Theater/...-Karten im Voraus bezahlen oder anzahlen kann ohne jedem seine Kreditkarten-Nummer verraten zu müssen und ohne physisch vor Ort zu sein. Sparkassen sind leider wenig progressiv.

    Antworten Teilen
  3. von Frank am 15.01.2012 (16:14 Uhr)

    Und ich dachte, Berlin sei pleite.

    Antworten Teilen
  4. von mCRUMBS am 21.01.2012 (14:23 Uhr)

    Vielleicht ist Barcelona auch ein gutes Beispiel. Dort gibt es ein kostenloses WLAN, aber nur für bestimmte Inhalte, wie z.B. öffentliche und touristische Informationen.
    Dann ist zwar das Abrufen von Emails oder Social Media Konten nicht möglich, aber das ist meiner Meinung nach auch nicht notwendig.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema
„godspot“: Kirche errichtet kostenloses WLAN-Netz in Deutschland
„godspot“: Kirche errichtet kostenloses WLAN-Netz in Deutschland

Die Evangelische Kirche will in den kommenden Monaten in 3.000 Kirchen und kirchlichen Gebäuden in Deutschland kostenloses WLAN bieten. Das freie WLAN-Netz wird über einen „godspot“ zugänglich sein. » weiterlesen

WLAN-Revolution in Deutschland: Bundesregierung schafft Störerhaftung ab
WLAN-Revolution in Deutschland: Bundesregierung schafft Störerhaftung ab

Union und SPD haben sich am frühen Mittwochmorgen darauf geeinigt, die umstrittene Störerhaftung abzuschaffen. Der Weg für ein offenes und flächendeckendes WLAN in Deutschland ist damit … » weiterlesen

Externe Festplatte für unterwegs bietet Kartenleser, Wlan und lädt dein Smartphone
Externe Festplatte für unterwegs bietet Kartenleser, Wlan und lädt dein Smartphone

Western Digital hat mit der My Passport Wireless Pro eine Wlan-Festplatte mit vielen Features vorgestellt. Das Gerät kann unterwegs sogar das Smartphone laden. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?