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Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck: „Xing ist weit mehr als nur eine Online-Plattform“

Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck: „Xing ist weit mehr als nur eine Online-Plattform“

Die AG betreibt das größte deutschsprachige Business-Netzwerk und verzeichnete in der Vergangenheit ein beachtliches Wachstum, sowohl bei der Mitgliederanzahl als auch bei den Umsätzen. Ein mit Xing-CEO Dr. Stefan Groß-Selbeck thematisiert Xings aktuelle Unternehmens-Entwicklung, erfolgte Übernahmen, die mögliche Konkurrenz anderer Business-Netzwerke und die zukünftigen Möglichkeiten für seine Nutzer. Nachdem Groß-Selbeck vier Jahre lang die Position des Deutschland-Chefs für einnahm, ist er seit über zwei Jahren Chef des Hamburger Unternehmens. Fünf Fragen an Dr. Stefan Groß-Selbeck:

Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck: „Xing ist weit mehr als nur eine Online-Plattform“

Wie sehen Sie die aktuelle von Xing als Netzwerk für berufliche Kontakte? Erst kürzlich haben sie ja offizielle Zahlen vorgelegt.

2010 war ein prächtiges Jahr für uns. Mittlerweile netzwerken über Xing bereits über zehn Millionen Mitglieder. Im vierten Quartal haben wir sogar mehr Mitglieder gewonnen als jeweils in den drei Vorquartalen. Und zum Ende des Jahres haben wir mit amiando ein Unternehmen übernommen, das einen neuen Markt für uns erschließt. Es freut mich zudem, dass sich unsere Investitionen in die neuen Erlösquellen E-Recruiting und Advertising bezahlt gemacht haben. Wir haben im dritten Quartal letzten Jahres mit 4,4 Millionen Euro das höchste operative Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens erzielt. In allen unseren Geschäftsbereichen konnten wir im zweistelligen Prozentbereich zulegen. Und wir werden auch in 2011 weiter Gas geben. Wir sind auf Wachstumskurs und haben unser Potenzial definitiv noch nicht ausgeschöpft.

Was wird den Xing-Nutzer in Zukunft erwarten? Welche Rolle werden zukünftige Funktionen wie z.B. ein integriertes CRM (Customer-Relationship-Management) spielen?

Xing-CEO Dr. Stefan Groß-Selbeck.

Einzelheiten kann ich noch nicht bekanntgeben. Ich kann Ihnen jedoch bereits verraten, dass sich unsere Nutzer in diesem Jahr auf viele neue Features freuen können. So werden wir unser mobiles Angebot um zusätzliche Features ausweiten. In dem Zusammenhang spielen die Möglichkeiten der Standortbestimmung (sogenannte Geo-Located-Services, Anm. d. Red.) eine wichtige Rolle. Unser „Mobile Handshake“ basiert ja bereits auf dieser Technologie. Zudem werden wir unsere Produktoffensive, die wir im Herbst gestartet haben, fortsetzen und eine Reihe neuer Features auf die Plattform bringen.

Sind nach dem Kauf und der Integration von amiando weitere Übernahmen geplant?

Mit der Übernahme von amiando sind wir sind jetzt in der Lage, unseren Mitgliedern auf Xing einen integrierten, umfassenden Service für die Abwicklung von Events zu bieten. Die Implementierung dieser Funktionen steht jetzt unmittelbar an. Grundsätzlich schließen wir weitere Akquisitionen nicht aus – vorausgesetzt sie tragen maßgeblich zur Entwicklung der Plattform bei und bringen unseren Mitgliedern echten Mehrwert.

Xing konnte sich als Netzwerk auch in einigen europäischen Nachbarländen etablieren. In anderen schien eine Positionierung am Markt schwieriger. Welche Richtung wird mit Xing im europäischen Ausland verfolgt – besonders mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen der Dependancen in Spanien und der Türkei?

Türkei und Spanien bleiben wichtige Kernmärkte von Xing. Wir haben in beiden Ländern über Jahre hinweg lokal an der Gewinnung von Mitgliedern gearbeitet. Die kritische Masse von jeweils über einer Million Mitgliedern haben wir im vergangenen Jahr erreicht. Unser Schwerpunkt ist nun, die Aktivität in den Ländern zu erhöhen; mit Features, die auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt sind. Interessant in dem Zusammenhang ist übrigens die Tatsache, dass in Ländern wie England und den Niederlanden bis zu zehn Prozent der Bevölkerung Business-Netzwerke nutzen. In Deutschland – unserem Heimatland – sind es bis dato lediglich fünf Prozent. Das Verständnis des geschäftlichen Netzwerkens ist einfach ein anderes. Es gibt Branchen, da ist berufliches Networking eine Selbstverständlichkeit, in vielen eher traditionellen Branchen dagegen noch nicht. Wie Sie sehen, haben wir auch noch in unserem eigenen Heimatland eine Menge Potenzial.

Abschließend: Sehen sie LinkedIn – oder ein anderes Netzwerk mit ähnlichen Geschäftsfeldern – langfristig als ernsthaften Konkurrenten auf dem europäischen Markt?

Bei Xing fokussieren wir uns auf die deutschsprachigen Länder und die Kernmärkte Türkei sowie Spanien. Natürlich verfolgen wir die Marktentwicklung in diesen Regionen. Aber Fakt ist, dass wir in unserem deutschsprachigen Heimatmarkt schneller als jedes andere beruflich genutzte Netzwerk wachsen. Für jedes Mitglied, das unser nächster Wettbewerber in Deutschland gewinnt, gewinnen wir beispielsweise drei. Zudem zeichnet sich Xing durch die hohe Aktivität seiner Mitglieder aus. Über 90 Prozent aller Seitenaufrufe der relevanten beruflichen Netzwerke entfallen auf unsere Plattform. Für viele Mitglieder ist Xing weit mehr als nur eine Online-Plattform. Allein im letzten Jahr fanden rund 170.000 Events vor Ort statt, die über Xing organisiert wurden. Die hohe Aktivität unserer Mitglieder ist der Treiber unserer Plattform und diese werden wir auch künftig durch neue Features und ständigen Verbesserungen fördern.

Weiterführende Links

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4 Antworten
  1. von Mark am 08.02.2011 (10:38 Uhr)

    xing sollte mal vorwärts machen mit der entwicklung. es hinkt linkedIN weit hinterher.....

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  2. von Terrance am 08.02.2011 (16:00 Uhr)

    Ähm, was denn nun? Im letzten Absatz wird von den Kernmärkten Spanien und Türkei gesprochen, in den weiterführenden Links geht's dann zu einem Artikel vom 23.12.10 - "Xing: Rückzug aus Spanien und Schließung in der Türkei"... Hat sich der Markt in den letzten 6 Wochen dort wieder beruhigt?

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  3. von Chr. Buchmüller am 04.03.2011 (12:06 Uhr)

    Mit der Livestellung neuer Xing-Funktionen und der gleichzeitigen Abschaltung hoch frequentierter Apps am 02.03.2011 hat sich Xing keinen Gefallen getan. Die Kommunikationsmöglichkeiten wurden rigoros durch die Xing-Verantwortlichen beschränkt, ohne auf die wütende Proteste der zahlenden Mitglieder Rücksicht zu nehmen.

    Die hoch frequentierte Applikation „Xing Mitglieder Fragen“ wurde ohne „Vorwarnung“ bei Nacht und Nebel aus dem Betrieb genommen, weil die Moderatoren offenbar nicht mehr Herr der Lage wurden. Dass es geht, zeigen andere Plattformen seit Jahren und kommen mit dem unvermeidbaren Spam und einigen „Trollen“ offenbar besser zurecht. Xing bring seine Mitglieder damit zur Raison, dass es Ihnen die Kommunikationsmöglichkeiten schlicht abwürgt. Kein guter Stil für eine „social network“ Plattform!

    Zum Feedback geht es hier lang ...
    http://feedback.xing.com/forums/17901-applikationen-de-/suggestions/1548081-die-applikation-xing-mitglieder-fragen-wieder-an

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  4. von openmind82 am 15.11.2012 (10:34 Uhr)

    das Networking ist auf jeden Fall top!

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