Besonders beeindruckend ist der wirtschaftliche Wachstum des Hamburger Unternehmens: Eigenen Angaben zufolge steigerte Xing seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 95 Prozent. Während im ersten Halbjahr 2010 noch 2,6 Millionen Euro in die Kassen flossen, sind es im ersten Halbjahr 2011 5,1 Millionen Euro. Vor allem der Bereich E-Recruiting ist eine wichtige Einnahmequelle und scheint nach wie vor rege genutzt zu werden. Das Wachstum von 85 Prozent auf 5,5 Millionen Euro Umsatz ist in diesem Bereich jedenfalls beachtlich. Auch der Ausbau des „Events“-Segments, u.a. mit dem Kauf des Ticketdienstes amiando, war offenbar ein guter Schachzug. Laut Xing machen die vertikalen Geschäftsbereiche E-Recruiting, Advertising und Events mittlerweile ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.

Auch in puncto Mitgliederzahlen konnte Xing zulegen. Weltweit seien im ersten Halbjahr 640.000 neue Mitglieder dazugekommen, 412.000 davon aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Zahl der beitragszahlenden Mitglieder sei von 745.000 auf 769.000 gewachsen. Auch wenn Xing gefühlt schrumpft, belegen die Zahlen stattdessen Wachstum. Interessant wäre natürlich noch, wie viele Menschen sich im letzten Jahr abgemeldet haben bzw. zu anderen Netzwerken gewechselt sind. Aber dazu gibt es keine Zahlen.
Wie schätzt ihr die Zukunft von Xing ein: Ist das Businessnetzwerk auf dem absteigenden Ast oder behält es seinen Rang als wichtiges, deutschsprachiges Business-Netzwerk?





19 Answers
von Nanni Kebschull-Schmidt via facebook 10.08.2011 (21:30Uhr) 1.
Wie Xing selbst schreibt, generieren sie ihre Gewinne nicht mit der Premium-Mitgliedschaft, sondern durch Events, Advertising etc. Durch den "Relaunch" haben sie viele zahlende Mitglieder verloren und viele User verärgert. Ist ja auch kaum noch was los, schade eigentlich :-(
von stefan 10.08.2011 (21:31Uhr) 2.
wer ist denn der optimistisch dreinblickende herr auf dem bild? ist leider nirgends erwähnt ;-)
von Nicole Buchmann via facebook 10.08.2011 (21:45Uhr) 3.
Was um so erstaunlicher ist, weil die App mal gar nichts taugt. Das Essenzielle, Kontakte knüpfen, also Leute adden, geht nich mal.
von Frank 10.08.2011 (21:51Uhr) 4.
Ich habe in Xing meine Email-Benachrichtigung fast ganz abgeschaltet um nicht ständig von Eventnachrichten und Recruitern belästigt zu werden.
Manche geben ihre Gruppen ab oder schließen sie, weil kaum einer mehr schreibt.
Viele sind in andere Plattformen abgewandert.
Wie passt das also zum obigen Artikel?
Wenn der Umsatz sowieso weniger von zahlenden Mitgliedern gemacht wird, macht sich Mitgliederschwund der Frustrierten kaum bemerkbar.
Der Umsatzschub kommt demnach von den Recruitern und den Eventmanagern.
Xing hat sich weg von einer Diskussions-Plattform hin zu einer JobBörse und Meeting-Plattform verwandelt. Das hat durchaus seine Berechtigung.
Nur wie lange geht das gut, wenn gewisse Leute fehlen oder nicht mehr ansprechbar sind?
Die Sache ist zeitlich verschoben wie eine nachlaufende Welle und erst in einiger Zeit wird man sehen, ob Xing das Ruder herum gerissen hat oder quasi der "Pillenknick" noch folgt.
von Christian Fu Mueller via facebook 10.08.2011 (22:08Uhr) 5.
Hab mich da vor kurzem erfolgreich abgemeldet. Eine der besten Dinge die ich in letzter Zeit gemacht habe.
von Sascha Klein via facebook 10.08.2011 (22:29Uhr) 6.
Ich habe mich da auch abgemeldet. Ich denke Xing hat seine besten Zeiten hinter sich. Auf Google+ fanden auch schon regelrechte Orgien zum Thema ich hab mich bei Xing abgemeldet statt. ;-)
von Dirk Stuwe via facebook 10.08.2011 (23:30Uhr) 7.
In der Tat: überraschend! Leider hat sich bei Xing viel geändert, wenig davon positiv. Verstummte oder halbtote, einst interessante Gruppen, spam-artige Eventbenachrichtigungen und das gewöhnungsbedürftige neue Design sind nur einige der Punkte, die mir zunehmend die Lust an meiner kostenpflichtigen Mitgliedschaft nehmen.M.E. hat sich Xing von einem Ort des sinnvollen unternehmerischen Austauschs zu einer Kommunikationsplattform nach dem Basar-Prinzip gewandelt: Wer seine (Werbe)Botschaften nur oft und laut genug hinausbläst, kann vielleicht auf den ein oder anderen Kunden hoffen.Ich find's schade und ob dieses Prinzip funktioniert, wird die Zukunft zeigen. Xing sollte sich m.E. anhand der Zahlen Gedanken machen, mit wem sie in Zukunft ihr Geld verdienen wollen, denn: Stell' Dir vor jemand macht Werbung und keiner hört zu / sieht hin.
von Yvonne Ortmann 11.08.2011 (07:18Uhr) 8.
@ Stefan: Der nette Herr ist Xing-CEO Stefan Groß-Selbeck.
von Christian Matzat via facebook 11.08.2011 (09:14Uhr) 9.
Die Zahlen sind ja zum größten Teil aus der Zeit vor dem Relaunch, denn der war ja erst im Juni. Interessant wird es wenn die Zahlen vom zweiten Halbjahr vorliegen.
von s. 11.08.2011 (11:09Uhr) 10.
Nachdem Recruiter mich mittlerweile schon am Arbeitsplatz per Telefon belästigen, wird es Zeit, sich dort abzumelden. "Können Sie frei sprechen?" - So fing das Telefonat an.
von Heiko 11.08.2011 (11:25Uhr) 11.
Mein Premium ist auch Geschichte und die Zahlen überraschen mich tatsächlich auch. Bisher sehe ich auch keinen Grund mehr zu Xing zurückzukehren.
von Hobel 11.08.2011 (11:34Uhr) 12.
Auch wenn die Xingforen für mich stark verloren haben, wundere ich mich doch, dass hier alle so vermeintlich schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Bei mir trudeln via Xing trotz Grundrauschens immer noch interessante Projekte ein. Zumindest als Freelancer kann ich von meiner Xing-Mitgliedschaft also nach wie vor profitieren.
Der Hinweis, dass Xing sich offensichtlich von einem social network zu einer reinen Projekt-/Recruiting-Plattform entwickelt, ist sicher richtig, aber das dürfte doch v.a. für die hier lesende Klientel trotzdem nicht uninteressant sein.
BTW, wer permanent von Recruitern angerufen wird, hat ein Problem in den Sichtbarkeitseinstellungen seines Profils oder eine seltsame Kommunikationsrichtlinie bei seinem Arbeitgeber.
Abgesehen davon können auch Headhunter vernünftige Angebote machen.
Heutzutage muss man sich ja fast Gedanken machen, wenn man gar keine Anfragen bekommt.
von tschi 11.08.2011 (12:12Uhr) 13.
google + und geschäftszahlen des vorjahres.passt nicht so recht zusammen
von Jürgen Auer 11.08.2011 (14:56Uhr) 14.
Das meiste an Umsatz wird weiterhin über die Premiummitglieder gemacht. 769.000 Premiummitglieder produzieren etwa 46 Millionen Euro Jahresumsatz, das sind etwa 70 % des Gesamtumsatzes. Es sind eben nicht mehr 80 % bzw. 90 % wie in früheren Jahren.
Die Zahl der Premiummitglieder ist im ersten Quartal um 14.000, im zweiten Quartal um 10.000 gestiegen. Das hat sich zwar verlangsamt, ist aber weit weg von jenem Rückgang, den einige prognostiziert hatten.
von s. 11.08.2011 (15:18Uhr) 15.
@Hobel Ich beziehe das jetzt mal auf mich. Der Firmenname ist bei mir im Profil sichtbar und die Telefonnummer im Impressum der Firmenseite sich rauszusuchen ist ja nun auch keine Schwierigkeit. Aber vielleicht hast du ja einen besseren Vorschlag.
von Hobel 11.08.2011 (15:43Uhr) 16.
@s.:
Niemand wird gezwungen, den aktuellen Firmennamen im öffentlichen Profil anzugeben.
Der Vorteil bei Xing ist ja gerade noch der, dass ich sehen kann, wer mein Profil aufgerufen hat, was die Latte für solche Leute zumindest insofern hoch legt, dass man ihren (Fake?)-Account sehen kann.
Abgesehen davon haben Headhunter schon immer bei der Arbeit angerufen, wenn sie an die Nummer gekommen sind.
Wenn du die einzige Durchwahl deines Unternehmens bist, ist das natürlich unglücklich, ansonsten müssen sie ja immer noch an der Zentrale oder wem auch immer vorbei.
Ansonsten dürfte die reine Firmenzugehörigkeit kaum reichen, um dich zu identifizieren, es sei denn, du arbeitest in einer sehr herausgehobenen Position oder dein Unternehmen ist extrem klein.
von s. 11.08.2011 (16:07Uhr) 17.
@Hobel Danke für die Ausführungen. Und "extrem klein" trifft es. Ich bin der einzige Angestellte ;-)
von Hobel 11.08.2011 (16:22Uhr) 18.
@s.:
Dann hast du vermutlich auch noch diverse andere unverlangte Anrufe. :)
von stefan 12.08.2011 (08:57Uhr) 19.
@yvonne: danke für die auflösung ;-) der ist schon ne ganze weile am steuerrad oder? kommt mir zumindest gefühlt so vor.