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Marketing

80 Prozent Aufschlag bei Xing Premium: Schweizer protestieren gegen neue Preise

    80 Prozent Aufschlag bei Xing Premium: Schweizer protestieren gegen neue Preise

XingFail. (Grafik: David Blum)

Die Schweizer Premium-Kunden von Xing sehen sich mit massiven Preiserhöhungen konfrontiert. Unter dem Namen XingFail regt sich jetzt öffentlicher Protest gegen das Karrierenetzwerk.

XingFail: Schweizer werfen dem sozialen Netzwerk intransparente Kommunikation vor. (Grafik:  David Blum)
XingFail: Schweizer werfen dem sozialen Netzwerk intransparente Kommunikation vor. (Grafik: David Blum)

XingFail: Nutzer kritisieren intransparente Kommunikation

Letzte Woche hat Xing seinen Premium-Kunden in der Schweiz via Mail mitgeteilt, dass sie ihre Mitgliedsbeiträge zukünftig in Schweizer Franken statt in Euro entrichten sollen. Was zunächst harmlos klingt, bringt für die Schweizer Kunden des Karrierenetzwerks deutliche finanzielle Nachteile. Mit der Einführung der Schweizer Währung soll ein Zwei-Jahres-Abo jetzt um mehr als 80 Prozent teurer sein. Bei einer einjährigen Mitgliedschaft beträgt die Preissteigerung immerhin noch über 60 Prozent.

Dagegen regt sich jetzt Widerstand. Eine Gruppe von Xing-Premium-Kunden hat sich unter dem Namen XingFail zusammenschlossen. In einem öffentlichen Dokument prangern sie die Preissteigerung an und werfen dem sozialen Netzwerk eine intransparente Kommunikation vor. Neben Schönfärberei kritisieren sie außerdem, dass Xing seine schweizerischen im Vergleich zu den deutschen Nutzern diskriminieren würde.

Xing erklärt neue Preise durch höheres Kostenniveau in der Schweiz

Wir konnten kurzfristig keine Stellungnahme zu dem Thema von dem Netzwerk erhalten. Gegenüber der Schweizer Zeitung „20 Minuten“ verteidigte der Xing-Schweiz-Manager Robert Beer die Preiserhöhung jedoch mit Hinweis auf die höheren Kosten in der Alpenrepublik. Außerdem habe man die Preise in den letzten Jahren nie erhöht, obwohl immer mehr Dienstleistungen für die Kunden dazu gekommen seien. Auch sei es nie Absicht des Unternehmens gewesen, die neue Preisstruktur zu verheimlichen.

Ob sich die Wogen damit glätten lassen, bleibt fraglich. Glaubt man den Nachrichten der Schweizer Kunden auf Twitter, dann gibt es bereits eine kleine Kündigungswelle. Auch die Initiatoren von XingFail weisen darauf hin, dass durch die Preiserhöhungen für die Kunden ein Sonderkündigungsrecht entsteht. Wie viele Schweizer Premium-Kunden tatsächlich davon Gebrauch machen werden, bleibt abzuwarten.

XingFail: In Deutschland vorerst kein Grund zur Sorge

Die deutschen Kunden sind vorerst nicht von der Preissteigerung für die Premium-Mitgliedschaft betroffen. Glaubt man den Argumenten Robert Beers, wird dies aufgrund der unterschiedlichen Strategien für Deutschland und die Schweiz auch so bleiben. Doch letztlich könnte auch Xing Deutschland auf die Idee kommen, Service-Erweiterungen preislich an die Premium-Nutzer weiterzugeben. Immerhin die Kommunikation dürfte nach dem schweizerischen #XingFail allerdings transparenter werden.

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11 Reaktionen
Xing-User
Xing-User

Xing hat seit nicht so lange eine neue Eigentümerstruktur. Seit dem Wechsel scheint mir, kriege ich mehr Emails von Xing.
Laut Erfahrungsberichten kann man auch mit Free-Accounts in den Gruppen Auftraggeber finden. Headhunter und Vermittler gibts bei bestimmten Auftraggebern und sind dank Arbeitsrecht vielleicht notwendiger Teil der Branche wenn man keine Direkt-Beauftragung will. Bei Fußballern gibts ja auch Spielerberater und Künstler möchten künstlerisch tätig sein und haben z.B. ein Management und beauftragen vielleicht noch Juristen für Abmahnungen oder z.b. Social-Network-Teams um sich nicht selber damit zu befassen.

Samwer-Projekte legen viel Wert auf viele Kunden und wenige Verluste. Die neue Eigentümer-Struktur von Zalando haben jetzt aber möglicherweise Profite oder Weiterverkauf oder Börsengang im Sinn so das man sich auf dieses Ziel umstrukturiert. Denn das Ziel bestimmt den Weg.
Und das ist nicht immer hohe Rendite sondern manchmal nur Kundenwachstum oder Umsätze oder Provisionen usw.

Die Veränderungen haben also m.E. mit der neuen Eigentümer-Struktur zu tun.
An Amazon kann jede Manager-Hausfrau lernen wie man positiv mit Kunden umgeht. Top-Boni-Manager haben das aber anscheinend nicht so sehr selber drauf oder lesen ihre eigenen Emails und Newsletter vielleicht gar nicht.

Wie man an Ricardo in der Schweiz oder auch Österreich oder Yahoo in Japan sieht, ist Ebay nicht überall Marktführer. Lokale Job-Märkte wie Xing sind durchaus möglich und nützlich.
Die Firmen suchen Mitarbeiter was vor 2-3 Jahren noch nicht so der Fall war und man oft genug mit Praktikanten über die Runden kam. Da sind internationale Job-Börsen nicht unbedingt notwendig. Wer in London oder USA arbeiten will, muss natürlich zu Linked-In gehen. Die meisten Jobs werden aber wohl eher lokal an Inländer und Leute ohne Studium vergeben weshalb lokale Job-Börsen nicht sinnlos sind.

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Danny
Danny

Ich habe ehrlich gesagt bisher nie den wirklichen Nutzen der Premium Mitgliedschaft gesehen bei Xing. Habe meinen Account auch seit 3-4 Jahren und vermisse dort nichts. Auch wenn die Nutzung eher spärlich ist und nur wenn Mails kommen. Bekomme zwar ständig Mails, von wegen Premium jetzt günstiger bekommen etc, aber Xing hat einfach keine Priorität und auch kein Mehrgewinn, wenn ich dafür zahle. Denke sie können über kurz oder lang an LinkedIn abdanken.

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hp jaeger

Eine Arroganz und Ignoranz, die seinesgleichen sucht.
Zuerst die Preiserhöhung mittels eines Währungswechsels zu verschleiern versucht.
Gegenüber Linkedin im den letzten 5 Jahren laufend weiter ins Hintertreffen geraten - und dann auf widerholtes Nachhaken argumentiert, man habe SOVIEL added value generiert in den letzten Jahren, dass sich dieser Preisaufschlag rechtfertige.
Habe meine 10-jährige Premium Membership sofort gekündigt. 

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Peter Hadorn

Ich bin Schweizer, zu OpenBC Zeiten war ich gerne Premium Member und habe an lokalen Events teilgenommen. Seit dem Namenswechsel hatte ich jedoch den Eindruck, dass es mit Xing langsam aber stetig bergab ging, weshalb ich meine Premium Mitgliedschaft schon vor Jahren gekündet habe. Der ganze Headhunter-Spam stand in keinem Verhältnis mehr zum effektiven Nutzen.

LinkedIn hat Xing schon lange in jeder Hinsicht überholt. Zumindest in der Schweiz hat sich Xing wohl den Todesstoss versetzt. Zu viele Meinungsführer wenden sich nach der drastischen Preiserhöhung entsetzt ab, wer mag da noch auf Xing "netzwerken"?

Bleibt abzuwarten, ob Xing in Deutschland langfristig überlebt - wenn nicht bald ein Management- und Richtungswechsel erfolgt ist es wohl nur eine Frage der Zeit...

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kahner
kahner

Zusatz...
Mir ist aufgefallen, dass XING kein Business-Netzwerk mehr ist, sondern ein Karriere-Netzwerk!

Das war nicht immer so. Und treffender hätte ich meinen Eindruck nicht schildern können. Nur habe ich nicht vor, Karriere zu machen, sondern ich brauche/bräuchte eine Unterstützung im Business.

Ich erachte allerdings *netzwerken* mit mir Unbekannten für genauso sinnvoll, wie ein Mindmap, das man nicht selbst gemalt, sondern sich von einem Programm hat erstellen lassen.

Und wenn XING sich selbst als Karriere-Netzwerk sieht, dann wäre es ehrlicher die Kauf- & Verschenk-Möglichkeit als Bribe-Shop zu bezeichnen.

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Sebastian Sachs

Ich bin schon länger nicht mehr mit der "Preispolitik" von Xing einverstanden.

Auch wie Kahner schon sagte, der effektive Nutzen von Xing hält sich extrem in Grenzen und dann dafür noch mehr Geld zahlen ?

Ich denke da gibt es weit sinnvollere Dinge für Neukundengewinnung

Viele Grüße

Sebastian Sachs

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kahner
kahner

Ich bin seit 2004 als Premium-Kunde bei XING.
Die reine Bequemlichkeit und nicht etwa effektiver Nutzen hat mich bisher dabei bleiben lassen

XING ist voll von Beratern, die Kunden suchen, aber kein Kunde ist so dämlich, dies über XING zu posten. Zur Akquise eignet es sich nicht. Wenn man fest in Lohn und Brot will, dann mag es interessant sein, weil viele deutsche Headhunter hier auch Accounts haben. Aber auch hier empfehle ich bereits LinkedIn. Denn Headhunter sind da auch.
Ca. 30% meiner Freunde und Bekannte haben ihr Profil bereits gelöscht oder verwenden es zumindest nicht mehr. Meine Klienten, die bei XING sind, verwenden es praktisch genauso wenig wie ich selbst.

Man sollte sich einfach auch mal vor Augen halten, wer dort ist.
Aus meiner ganz persönlichen Sicht besteht XING aus Freiberuflern der verschiedensten Couleur, viel Multi-Level-Marketing (trotz Verbot) und vor allem kleine bis mittlere Firmen (<50Mio€ p.a.).
Große Firmen haben zwar Präsenzen und auf den ersten Blick reichlich aktive Mitarbeiter, aber schaut man sich deren Anzahl im Verhältnis zur Firmengröße an, dann merkt man, dass das nicht passt.
Und die interessanten Personen mit P&L-Verantwortung, also Senior-Management VP, sVP und C-Level, findet man bei XING praktisch garnicht. Aber genau da spielt die Musik - zumindest meine.

Ich brauche den ganzen "Gratuliere Deinem Kontakt und schenke ihm gleich was aus unserem Shop" einfach nicht.

Ich verwende XING noch nicht einmal zur Pflege meines Netzwerks - das mache ich sehr Old-School mit persönlichem Kontakten - und werde sicherlich gehen, wenn XING seine Preise erhöht, zumal ich diesen Schritt in meinem Netz bestens verargumentieren kann.

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Roman

Wozu eine kostenpflichtige Mitgliedschaft? Die Namen der Profilbesucher stehen im Alt-Attribut der Thumbnails.

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Christian Gera

Oha, das ist die erste "Nicht-so-schön-Meldung",die ich vin Xing erhalte, weiss jemand wie es mit dem deutschen Markt und Preiserhöhungen aussieht? Ich finde es schon teuer genug...lg aus Bochum

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Marcel Schindler

Heul, heul. Gott sei dank ist xing ja nicht das einzige Socialnetwork für Business.

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Patrick Stähler

Mir hat XING indirekt geschrieben, dass die Preise in Deutschland ja auch nicht für immer gelten würden. Meiner Meinung ist die Schweiz ein Testfeld, wie weit man gehen kann, bevor die Kunden wirklich anfangen sich zu wehren. Bei 80% Erhöhung kann man sehr viele Kunden verlieren, bevor es sich kurzfristig finanziell nicht lohnt. Aber was sie vergessen, ist, dass die am besten vernetzten Kunden kündigen und damit der Wert des Netzwerkes sinkt. Und es gibt ja Konkurrenz.

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