Yahoo bringt BOSS und Searchmonkey zusammen: Bau Dir Deine eigene semantische Suchmaschine

Yahoo bringt zwei der interessantesten Projekte aus den letzten Monaten zusammen: Den Suchmaschinen-Selbstbau-Service BOSS und das offene Entwicklertool Searchmonkey, mit dem Anwender Suchergebnisse mit weiteren Informationen anreichern können. BOSS-Applikationen bekommen so über die strukturierten Daten von Searchmonkey einen semantischen Charakter.

Yahoo BOSS (Build your Own Search Service) bekommt durch ein Update neue Funktionen und soll schon bald Geld einspielen. Vor allem die Verbindung von BOSS mit dem offenen Entwicklertool Searchmonkey soll für einen Entwicklungsschub sorgen. Searchmonkey kann über den Yahoo Web Crawler eingebettete semantische Informationen wie Microformate oder RDF (Resource Description Framework) für den Aufbau von strukturierten Daten nutzen.

Weitere neue Funktionen von BOSS sind beispielsweise deutlich längere Beschreibungstexte bei Suchergebnissen und die Integration des Link-Checking-Tools Site Explorer, mit dem eingehende Links von Webseiten angezeigt werden können.

Öffnung der Monetarisierung und neues Preismodell

Ab sofort können BOSS-Entwickler auch Werbung von Drittanbietern einbauen und sind nicht mehr nur auf die Yahho Ads angewiesen. Man wolle den Entwicklern jede erdenkliche Möglichkeit geben über ihre BOSS-Anwendung auch Geld zu verdienen und habe sich daher zu diesem Schritt entschlossen, heißt es in einem Yahoo-Search-Blog-Artikel.

Gleichzeitig kündigt Yahoo ein neues Preismodell für die Nutzung von BOSS an. Demnach sollen Anwender im zweiten Quartal 2009 bis zu 10.000 Suchanfragen pro Tag kostenlos bekommen und erst alles was darüber hinaus an Suchanfragen aufläuft, in Rechnung gestellt bekommen. Das hört sich zunächst nach einer großen Menge an, die von vielen Anwendern nicht erreicht wird. Berücksichtigt man allerdings, dass es sehr unterschiedliche Arten von Aufrufen der BOSS-API gibt, die bis zu 1.000 Anfragen produzieren, relativiert sich die Zahl schnell. Dennoch kann man wohl davon ausgehen, dass die meisten BOSS-Anwendungen diese Grenze nicht überschreiten werden und Yahoo daher nur bei den großen Anwendungen Gelder erhält.

Hintergrund

Die BOSS-Plattform war im Juli 2008 mit großen Erwartungen gestartet (wir berichteten). Die radikale Öffnung der für Drittfirmen sollte letztlich die eigene Position gegenüber dem Marktführer Google stärken. Doch nach der Anfangseuphorie wurde es wieder ruhig um BOSS. Es fehlte einfach an zugkräftigen Partnern, die von der Technologie regen Gebrauch machen und damit auch die Weiterentwicklung vorantreiben.

Das Update erweitert die Möglichkeiten von BOSS nun deutlich und könnte neue Entwickler anziehen. Auch das angekündigte Preismodell scheint angesichts der geöffneten Werbeanbindung fair zu sein. Wer die Grenze von 10.000 Anfragen überschreitet, sollte die Ausgaben durch Werbeeinnahmen mehr als decken können.

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