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Yahoo bastelt YouTube-Konkurrenten: Kommt jetzt die Vimeo-Übernahme?

Yahoo bastelt YouTube-Konkurrenten: Kommt jetzt die Vimeo-Übernahme?

will künftig verstärkt im Webvideo-Bereich aktiv werden. Dafür schreckt der US-Internetkonzern auch nicht davor zurück, YouTube-Stars mit lukrativen Werbegeldern abzuwerben. Sogar eine Übernahme des bekannten Vimeo-Portals steht im Raum.

Yahoo bastelt YouTube-Konkurrenten: Kommt jetzt die Vimeo-Übernahme?

Yahoo plant YouTube-Konkurrenz. (Foto: Yahoo)

Yahoo plant YouTube-Konkurrenz und wirbt Stars ab

Yahoo baut an einem YouTube-Konkurrenten: Dafür lockt der Internetkonzern zahlreiche Video-Stars mit lukrativen Geld- und Werbeversprechen. (Foto: Rego Korosi / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Yahoo baut an einem YouTube-Konkurrenten: Dafür lockt der Internetkonzern zahlreiche Video-Stars mit lukrativen Geld- und Werbeversprechen. (Foto: Rego Korosi / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Eine Milliarde Nutzer pro Monat, sechs Milliarden Stunden Videomaterial, Millionen von Kanälen und Künstlern– es ist ein schier übermächtiger Gegner, den Marissa Mayer, CEO von Yahoo, jetzt angreifen will. Der US-amerikanische Internetkonzern möchte der nahezu konkurrenzlosen Google-Tochter die Stirn bieten und künftig verstärkt im Bereich Webvideos aktiv werden. Dafür plant Yahoo einem Bericht von Re/code zufolge den Aufbau eines hauseigenen, konkurrenzfähigen Videoportals.

Als erste Maßnahme hat Yahoo demnach bereits Versuche unternommen, populäre YouTube-Stars von seinem Konzept zu überzeugen und sie mit höheren Werbegeldern und einem erweiterten Marketing-Versprechen zu locken. Damit trifft Yahoo-Chefin Marissa Mayer womöglich einen wunden Punkt im Hause Google: Seit geraumer Zeit beklagen zahlreiche bekannte YouTube-Künstler die sinkenden Werbeeinnahmen, die sie durch Klicks seitens der Zuschauer erhalten. Laut Re/code soll Yahoo einige Künstler bereits überzeugt haben, konkrete Namen nennt man aber nicht.

Yahoo liebäugelt mit Vimeo-Übernahme

Dass man mit Abwerbungen allein wohl keinen Stich gegen YouTube setzen wird, weiß man aber offenbar auch bei Yahoo. Deswegen sehen die strategischen Überlegungen ein Konkurrenzangebot vor, das – anders als YouTube – zu Beginn vor allem mit hochwertigen Inhalten bei Fans und Kunden punkten soll. Um das zu gewährleisten, will Yahoo offenbar vorerst nur kommerziellen Produzenten die Möglichkeit bieten, Videos hochzuladen. Später dann sollen auch Normalnutzer zum Zug kommen.

Für seinen YouTube-Angriff könnte Yahoo sogar Vimeo übernehmen. Das Portal ist der ärgste YouTube-Konkurrent. (Screenshot: Vimeo)
Für seinen YouTube-Angriff könnte Yahoo sogar Vimeo übernehmen. Das Portal ist der ärgste YouTube-Konkurrent. (Screenshot: Vimeo)

Derzeit bereite Yahoo diesen Schritt laut Re/code vor, allerdings scheint die bekanntermaßen einkaufsfreudige Marissa Mayer auch vor einer nächsten Mammut-Übernahme nicht zurückzuschrecken. Sie soll angeblich das bekannte Videoportal ins Auge gefasst haben. Vimeo ist gerade für den von Yahoo gewünschten, „hochwertigen“ Content bekannt und noch einer der ärgsten YouTube-Konkurrenten. Dieser Schritt könnte für Yahoo auch einer Genugtuung gleichkommen: Im Vorjahr hatte Yahoo den französischen Videodienst Dailymotion für 200 Millionen US-Dollar übernehmen wollen. Der Deal scheiterte jedoch an rechtlichen Bedenken der französischen Regierung.

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2 Antworten
  1. von Mal sehen was das gibt am 31.03.2014 (12:20 Uhr)

    Man sollte erkennen das Google an vielen Projekten vermutlich nicht wirklich relevant interessiert ist.
    Diese Youtube-Channels (oder wie die heissen) waren doch vielleicht nur eine Option für Künstler bzw. Doku-Filmer damit sie von den Mainstream-Labels abwandern wenn sie was neues machen wollen. Google hat vielleicht nichts dagegen wenn diese Anbieter (und der durch ihre Videos produzierte Traffic) woanders hin abwandern. Amazon und Netflix haben ja eigene Serien produziert und Kickstarter gibts ja auch noch. Google war nur einer der ersten verfügbareren alternativen Anbieter für Film-Macher.

    Ähnliches gilt z.B. für Googles Nexus-Pads und Phones oder Chromecast(?). Die sind oft sehr günstig bepreist. Oft haben sie aber Nachteile wie z.B. keine SD-Karten-Anschlüsse bei den günstigen Modellen. D.h. die Hardware-hersteller können für ein paar Euros mehr was besseres bieten. Sie können aber eher schlecht abzocken weil die Nexus bzw. Chromecast immer den Preis für eine bestimmte vernünftige Mindest-Ausstattung unten festhalten. Ansonsten würden viele Hersteller Mondpreise nehmen. Es gibt ja auch viele Geräte (Laptops, Phones, Tabletts, Mini-PCs) die sich im Apple-Preisbereich befinden. Da bevorzuge ich wegen Updates und weniger Streß oft aber die Apple-Produkte aber bei Zubehör dann doch lieber Marken-Drittanbieter. Im bezahlbareren Niedrigpreisbereich gibt hingegen Google dankenswerterweise die Preise für akzeptable Ausstattung vor. Ohne Nexus-Tabletts gäbe es vielleicht keine günstigen 199-Euro-Tabletts und somit gäbe es für Apple keinen Grund für das MiniPad um nicht ganz so schnell Marktanteile zu verlieren. Angeblich sind aktuell Android-Programmierer gesuchter als iOS-App-Programmierer.

    Wenn sich Unzufriedene zusammentun gibt es oft genug kein vernünftiges Ergebnis. Bei politische Parteien funktioniert das oft genug weil das Volk unzufrieden ist. Aber bei Yahoo ?
    Im Gegensatz zu Dragonfly oder OpenBSD denen die Userzahl nicht ganz so wichtig ist, geht es hier um Mainstream oder zumindest um Einnahmen. Kaufkräftige Werbekunden oder halt ein paar wenige Bezahler (Wartezimmer-TV, Abonnenten,... u.ä.) sind vielleicht profitabler als Zillionen Kostenlos-Gucker. Exclusive Inhalte müssen sich aber auch bücken und kleinere Preise verlangen weil es genug Kostenlos-Anbieter bei Youtube gibt denen das Geld egal ist. Auch wird die Produktion und z.B. auch Quad-HD-Kameras immer günstiger so das klassische Preise nicht mehr gut finanzierbar sind. Das merken vielleicht auch die TV-Sender in 1-5 Jahren. Bei den Zeitungen sieht man ja immer öfter das die Abonnenten/Käufer-Erosion die Profitabilität dahinschwinden lassen.

    Google macht eigentlich seine Gewinne doch mit Werbung an den Suchergebnissen. Es ist bedauerlich, das sie es nicht schaffen, vernünftig hohe Auszahlungen für die Werbung bei Videos hinzubekommen.

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  2. von Michael Rutsch am 01.04.2014 (13:05 Uhr)

    Langer Text - aber zu deinem Abschluss:
    Bedenke sowohl Google, als auch Yahoo sind Firmen. Keine Wohltätigkeitsorganisationen. Und der Sinn ist es nun mal Gewinn zu machen.

    Immo macht Google noch kräftig Verlust mit YouTube. Trotz des irren Kaufpreises. Ich denke, Google würde davon profitieren, eben nicht mehr jeden Schrott zuzulassen & die Auswahl etwas zu beschränken. Im Sinne von Qualität.

    Denn wer will schon kichernde Weibsbilder sehen? Eben. Keiner.

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