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E-Commerce

Yapital: Karten alleine machen Nutzer nicht glücklich [Interview]

    Yapital: Karten alleine machen Nutzer nicht glücklich [Interview]

Im Gespräch mit t3n erörtert Nils Winkler, Chairman of the Board  des Payment-Dienstleisters Yapital, den Sinn von Bezahl-Apps – und erklärt auch, warum sich die App seines Unternehmens durchsetzen könnte.

Immer mehr Einzelhändler springen auf den Mobile-Payment-Zug auf und bieten ihren Kunden alternative Bezahlverfahren in Form von Smartphone-Apps an. Während Netto und Edeka auf die Lösungen von Valuephone setzen, arbeitet REWE mit der Otto Tochter Yapital. Wir haben mit Nils Winkler über Sinn und Unsinn einer weiteren Bezahl-App gesprochen.

Mit Yapital im Laden bezahlen ( Images by Placeit)

t3n.de: Yapital bietet mit Rewe bald die Möglichkeit, Einkäufe mit einer App zu bezahlen. Warum?

Nils Winkler: Egal, über welchen Verkaufskanal wir reden: Es geht uns immer darum, unseren Kunden den Bezahlvorgang so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten. Das gilt natürlich auch und ganz besonders für den Einkauf im Ladengeschäft.

Mit der Yapital-App schaffen wir genau das: der Kunde hat quasi den Geldautomaten in der Tasche, das Bezahlen ist schnell und flexibel - und das bei voller Kostenkontrolle. Bald werden wir auch den digitalen Kassenbon speichern können, für das Haushaltsbuch oder die Steuererklärung. Und weitere Services, die das Einkaufen bequemer machen, sind in Planung.

Nils Winkler von Yapital im Interview
Nils Winkler von Yapital im Interview

t3n.de: Den Geldautomat in der Tasche zu haben hört sich ja nett an. Aber dieser Geldautomat muss erst vom Anwender gefüllt werden, sprich, Yapital ist ein Prepaid-System. Ist das nicht, verglichen mit etablierten Lösungen, ein Nachteil?

Nils Winkler: Nein, es ist kein Nachteil – und ich kann es durch die Autofunding-Funktion extrem flexibel machen. Aber letztlich muss auch eine Geldbörse mit Bargeld –  wie ihr zu Recht sagt – zunächst mit Geld befüllt werden. Das geht mit Yapital nachweislich schneller und bequemer, denn ich muss nicht zum Geldautomaten. Selbst ohne Autofunding kann ich jederzeit online oder aus der App heraus Guthaben auch manuell aufladen und sofort einsetzen.

t3n.de: Die Deutschen zahlen heute noch immer zu fast 60 Prozent bar, der Rest wird mit EC- oder Kreditkarte bezahlt. Worin liegt der Vorteil beim Bezahlen mit der Yapital-App?

Nils Winkler: Mit Yapital kann man über alle Kanäle hinweg einfach, schnell und sicher bezahlen. Hier liegt der entscheidende Vorteil. Ich kann Yapital dort einsetzen, wo ich mit Bargeld nicht weiter komme – und dann deutlich bequemer als mit Kartenprodukten. Die Vielfalt der Möglichkeiten, ohne den Benutzer mit zu vielen Features zu überfrachten, ist unserer Meinung nach ein wesentlicher Grund.

Außerdem zeigen Befragungen, dass viele Menschen grade Karten nicht trauen, weil sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Das ist mit Yapital anders. Man sieht immer sein aktuelles Guthaben und hat sein Geld unter Kontrolle. Dies ergänzen wir durch innovative Features wie die Belegspeicherung – zukünftig landet der, Finanzamt-konform, in der Transaktionsübersicht.

t3n.de: Vertrauen ist eine wichtiges Stichwort. Laut einer Studie der deutschen Bundesbank vom Ende letzten Jahres sind die Nutzer nicht sonderlich wechselfreudig, was die Wahl des Bezahlverfahren betrifft. Dazu gesellen sich Sicherheitsbedenken bei neuen Bezahlverfahren und die Angst vor Komplexität. Wie löst Yapital diesen Knoten?

Nils Winkler: Sicherheit wird als Basis unterstellt und spielt bei uns natürlich eine ganz andere Rolle, als beispielsweise bei Venture-Capital finanzierten Startups. Komplexität ist für Konsumenten weit kritischer – und die nehmen wir aus dem System mit einer sehr einfachen Nutzerführung und klaren Funktionen.

Nils Winkler „Wem würden die Menschen eher ihr Geld anvertrauen wollen?“

Spannend ist es, die Betrachtung umzudrehen: Wem würden die Menschen eher ihr Geld anvertrauen wollen – bei der Antwort stehen Händler oben auf der Liste, Banken ziemlich weit unten. Yapital kommt aus dem Handel.

t3n.de: Große Discounter sind auf schnellen Durchsatz optimiert. Der Kunde soll möglichst kurz an der Kasse stehen, ist da eine Bezahl-App keine Hürde?

Nils Winkler: Bei den reinen Prozess-Zeiten sind wir schon heute deutlich und messbar schneller als Karten, insbesondere Kreditkarten, die online verifiziert werden. Beim QR-Scanning haben wir mit einigen Devices noch Probleme gehabt, die seit dem letzten Release behoben sind und wir arbeiten mit Hochdruck an Verbesserungen. Hier sind wir auch sehr dankbar für das Feedback unserer Kunden.

Am Ende kommt es auf die Frage an, von wo man misst. Unser Ziel ist es, zu den schnellsten Verfahren zu gehören. Handy-affine Benutzer, die in der Schlange ihren Facebook-Status updaten, sind sicher schneller als solche, die das Handy aus der Handtasche kramen. Aber ähnliche Bilder gibt es auch beim Bargeld.

t3n.de: Das einscannen eines QR-Codes hängt von vielen technischen Faktoren ab. Qualität der Smartphone-Kamera, Lichtverhältnisse und letztendlich eine stabile Datenverbindung. Allesamt Faktoren die nicht in jedem Laden gegeben sind. Wie stellt Yapital den Quality of Service sicher?

Nils Winkler: Es ist in der breiten Anwendung nach wie vor ein junges Thema – ebenso wie andere Verfahren. Hier gibt es viele Optimierungsmöglichkeiten und wir sind da sicher nicht am Ende. Wir haben beispielsweise bei bestimmten Android-Geräten Probleme mit dem Scanner festgestellt und diese Probleme in einem Update abgestellt.

Was wir feststellen ist, dass die Scanner-Software im Markt immer besser wird, beispielsweise mit dem Autofokus besser umgeht und sogar aus der Bewegung heraus QR-Codes erkennt oder bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Lampe zu aktivieren ist eine neue Option in unserer App und hilft auch in extremen Fällen schlechter Beleuchtung. Ständige Optimierung ist sicher der richtige Weg.

t3n.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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4 Reaktionen
Bruno Missoni
Bruno Missoni

Dass bei Payment mit NFC kein Netzempfang benötigt wird ist schon richtig & durchaus ein Vorteil.
Aber im Hinblick auf andere Mobile Services im Store ist dies natürlich keine Lösung und ganz speziell beim Mobile Shopping nicht. Deshalb ist "Free WLAN im Store" im Store ein echter Kundenservice. Auch bei NFC.

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Olaf Taupitz

Mit NFC gibt es diese Probleme mit Netzempfang nicht, es sei denn, die Kassen oder Terminals sind ohne Leitung!

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Bruno Missoni
Bruno Missoni

Der Netzempfang ist nicht nur für Mobile Payment ein Problem, sondern generell für alle Mobile Services im Store, so zum Beispiel auch für Mobile Shopping, also wenn der Kunde im Store Produkte für den späteren Check-Out scannt . Das Problem mit dem Netzempfang stellt sich ja grade in grossen Filialen (zum Beispiel untergeschossigen und in solchen in denen Umgebung viel Beton & Stahl etc. verbaut ist).

Es wäre ganz sicher ein toller Kundenservice wenn der Handel hier mittels "Free WLAN im Store" seinen Kunden ein besseres Einkaufs- und Check-Out Erlebnis bieten würde.

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Sascha
Sascha

Die größte Hürde wird wohl wirklich der Netzempfang sein. Ich freue mich darauf in Zukunft bei REWE mit Yapital zu bezahlen. Alles ist vorbereitet. ABER: In den beiden Filialen, die mir am nächsten sind, habe ich mit zwei Mobilfunknetzen fast keine Empfang. Das liegt sicherlich an der Lage im ländlichen Raum (auf der grünen Wiese) und auch am Gebäude selbst.

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