Das könnte dich auch interessieren

Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

E-Commerce

Yapital: Das Schweizer Taschenmesser unter den Payment-Diensten

    Yapital: Das Schweizer Taschenmesser unter den Payment-Diensten
(Screenshot: Yapital)

Paypal, nimm dich in Acht: Jetzt kommt Yapital. Die Allzweck-Bezahllösung der Otto Group will das Bezahlen in der On- und Offlinewelt vereinfachen. Motto: Ein Dienst für alle Kanäle in ganz Europa. 

„Noch'n Mobile-Payment-Provider“ könnte man denken - frei nach Heinz Erhardt - und herzhaft gähnen. Der Müdigkeitsausbruch könnte mehr als gerechtfertigt sein, betrachtet man die große Anzahl der Mobile-Payment-Provider, die sich momentan am Markt tummeln. Allerdings gibt es Faktoren, die den Wallet-basierten Zahlungsdienst Yapital durchaus zu einer interessanten Größe in der umkämpften Payment-Welt machen könnte. Zum einen die Otto Group als prominente Muttergesellschaft im Hintergrund und zum anderen der konzeptionellen Ansatz des Zahlungsanbieters. Möglichst jeder Verkaufskanal, eine möglichst große Vielfalt bei den Einzahlungsmöglichkeiten in die elektronische Brieftasche, eine möglichst weite Verbreitung in der On- und Offline-Welt. Dieser breite Ansatz ist mit Sicherheit ein erfolgversprechenderer Ansatz als der vieler bereits existierender frakturierter Angebote, die sich nur auf einen Kanal konzentrieren. Vorausgesetzt, die Yapital-Praxis wird der Yapital-Theorie gerecht.

Die Multichannel-Payment-Lösung Yapital startet durch. (Screenshot: Yapital)
Die Multichannel-Payment-Lösung Yapital startet durch. (Screenshot: Yapital)

Yapital - Payment Dienst im Überblick

Yapital legt in seiner Selbstdarstellung viel Wert darauf, nicht mit den anderen E-Wallets in einen Topf geworfen zu werden. Eine Erwartung, die ich an dieser Stelle nicht erfüllen kann: Yapital ist in meinen Augen nichts anderes als eine Wallet-basierte Lösung. Was an und für sich ja nichts Negatives sein muss. Mittlerweile gewinnt man nur den Eindruck, dass die Verantwortlichen der Payment-Anbieter ihren Dienst ungern mit dem Wort „Wallet“ titulieren lassen. Der Begriff scheint eher mit Mißerfolg gleichgesetzt zu werden, da ja selbst das mit starkem Aufwand initiierte Google Wallet eher vor sich hin dümpelt. Wichtiger als begriffliche Befindlichkeiten sind eindeutig harte Fakten: Was kann ich mit dem Payment-Dienst machen und wo kann ich ihn nutzen. Das wollen wir nachfolgend aufzeigen.

Überblick über die Yapital Funktionen und ihre Verfügbarkeit

Online und offline Bezahlen

  • Rechnungen in Papierform über einen eingedruckten QR-Code begleichen
  • Bezahlen in Onlineshops mit dem Yapital-Login oder einem QR-Code
  • Kostenfreie Yapital Mastercard in klassischer Kartenform

Verfügbarkeit im Handel

  • Otto.de, Baur, Sport-Scheck
  • Görtz 17
  • Arqueonautas
  • Novum Hotels
  • Rakuten

Kanäle: Mobil, Online, an der Kasse und auf Papier-Rechnungen.

Länder: Deutschland und Luxemburg; langfristig der gesamte europäische SEPA-Zahlungsraum.

Yapital: In allen Kanälen bezahlen. (Screenshot: Yapital)
Yapital: In allen Kanälen bezahlen. (Screenshot: Yapital)

Yapital für Händler

Konkrete Angaben zu den Kosten für interessierte Händler sind nicht öffentlich zugänglich. CEO Nils Winkler hat im Gespräch mit DerHandel.de darauf verwiesen, dass man sich um eine Gebührenstruktur bemühe, die sich an den Bedürfnissen des Einzelhandel ausrichte. Man wolle durch die individuelle Berechnung verhindern, dass Gebühren die Margen des Handels überschreiten beziehungsweise gefährden.

Kleiner t3n-Praxistest - So funktioniert das Bezahlen mit Yapital

Direkt nach der Anmeldung funktioniert das Yapital-Konto. Sobald die erste Aufladung erfolgt, wird auch die Yapital-Mastercard automatisch bestellt. In Deutschland kann das Yapital-Konto momentan nur per Lastschrift vom Bankkonto aufgeladen werden, die Aufladung per Kreditkarte soll noch folgen. Ich persönlich würde bei der Aufladung per Lastschrift bleiben, denn für die anderen Zahlungsmöglichkeiten werden dem Kunden wohl zukünftig Gebühren in Rechnung gestellt. Im Gegensatz zu anderen Lösungen steht bei Yapital nach einer Aufladung per Lastschrift der aufgeladene Betrag sofort zur Verfügung. Yapital selbst wird dem Endkunden kostenfrei zur Nutzung angeboten, selbst die Kreditkarte auf Prepaid-Basis wird kostenfrei angeboten und verursacht weder Jahres- noch Transaktionsgebühren.

Das Yapital-Benutzerkonto (Screenshot: Kapital)
Das Yapital-Benutzerkonto (Screenshot: Kapital)

Die Yapital-App

Auch wenn Yapital kein reiner Mobile-Payment-Provider wie mpass oder Girogo ist, steht ein mobiler Account und eine App zur Verfügung. Wurden die Zahlungsmöglichkeiten vom Nutzer am Rechner bereits hinterlegt, lässt sich das Konto nahezu mit einem Handgriff aufladen. Die Bedienung erfolgt ziemlich intuitiv, die App ist simpel und logisch aufgebaut - das beginnt schon bei der Erst-Anmeldung per QR-Code aus dem Yapital-Account am heimischen Rechner. Der Zugang zur Yapital-App ist pin-geschützt, um einem Missbrauch vorzubeugen.

Funktionen

  • Bezahlen mit dem integrierten QR-Code-Scanner
  • Geld senden an andere Nutzer
  • Geld von anderen Nutzern anfordern (in Kürze)
  • Aufladen
  • Transaktionsübersicht
  • Support

Bildergalerie „Yapital-App“

(Screenshot: Yapital)
(Screenshot: Yapital)

1 von 6

(Screenshot: Yapital)
(Screenshot: Yapital)

2 von 6

(Screenshot: Yapital)
(Screenshot: Yapital)

3 von 6

Yapital: Die angedachte Vielfalt könnte den Unterschied machen

Die Zahlung mit dem Handy leidet vor allem an mangelnden Akzeptanzstellen, NFC ist nach wie vor wenig verbreitet und bisher noch nicht einmal direkt als Zahlungsfunktion in einem Handy integriert, bestehende Dienste wie mpass setzen deshalb auf einen NFC-Aufkleber. Betrachtet man strategische Partnerschaften von Yapital, wie die mit dem Terminal-Hersteller Ingenico oder dem EC-Cash Netzbetreiber easycash lässt sich aber vermuten, dass der Payment-Sprössling die Zahlung per QR-Code auf möglichst vielen Terminals verfügbar machen möchte. Im Gegensatz zur NFC-Technik dürfte das ohne ein neues Terminal für den Händler möglich sein, was die Verbreitungschancen erheblich steigert.

Betrachtet man darüber hinaus die Tatsache, dass sich Yapital nicht wie Paypal nur auf Online-Zahlungen konzentriert, sondern auch mobile Zahlungen und Zahlungen in Papierform anbietet, finden sich über kurz oder lang vermutlich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Dies beseitigt leider jedoch nicht ein generelles Logik-Problem bei proprietären Zahlungssystemen: die Frakturierung in viele verschiedene Systeme behindert das Fortkommen der Technologie. Das behebt leider auch kein durchdachter Dienst wie Yapital. Da wäre ein übergreifender Standard notwendig.

Nicht zuletzt sollte man bei der Bewertung des Anbieters nicht außer Acht lassen, wer Yapital den Rücken stärkt. Die Muttergesellschaft Otto Group ist der größte Versandhändler in Europa und folgt weltweit direkt auf Amazon. Allein die Mitgliedsunternehmen der Gruppe dürften dem Payment-Dienst eine breite Aufstellung ermöglichen.

Finde einen Job, den du liebst zum Thema Yapital, PayPal

Alle Jobs zum Thema Yapital, PayPal
10 Reaktionen
fyodor.schegol
fyodor.schegol

Einfach Bastards.
Leute, die frech lügen, dass sie Beträge den Geschäften überweisen und buchen unser Geld von dem Accout ab.. für nichts! Plus technische Probleme. Na, super. Ich empfehle alle Yapital nie zu benutzen. Ich werde einklagen.
Ich wünsche den Yapital Mitbeteiligten das schlimmste.

Antworten

carsten
carsten

Gut: kostenlose (PrePaid-) Masterkarte
Weniger gut: der Kunde muss die App haben u. bei dem Dienst angemeldet sein um bezahlen zu können. Nicht so bei iZettle.com oder SumUp.de. Hier genügt die Kreditkarte zum bezahlen.
Keine Anmeldung, keine Registration bei dem Dienst (dafür aber höhere Gebühren für den Händler).
Das wirklich neue ist die Mastercard. Alles andere gibt es bereits; so z.B. auch bei PayPal.
Der einzige Vorteil gegenüber anderen gleich gelagerten Diensten, wird wohl die Verbreitung des Dienstes durch bundesweite Partner u. Dienstleister der OTTO Group sein.
Ob das alles wirklich so `deutsch´ ist wie beschrieben, wird sich wohl noch herausstellen müssen.

Antworten

Jochen G. Fuchs

@Dokuu
Ich schätze dass dort ein Verifikationsprozess gegriffen hat, der deine Identität nicht bestätigen konnte. Deshalb wohl die Anforderung einer Ausweiskopie. Aber genau kann ich dir dass auch nicht sagen, da müsstest du bei Yapital nachfragen.

Das Ausfallrisiko? Laut FAQ trägt das Yapital. Da aber Chargeback-Gebühren ausgewiesen werden, wäre noch zu ermitteln in welchen Fällen dann eben doch ein Chargeback beim Händler entsteht.

Abschliessend: Ob sich Yapital durchsetzt? Das kann ich dir auch nicht sagen, wie ich im Fazit am Ende schon schrieb: Die Frakturierung des Marktes in Dutzende Payment-Dienste verhilft der ganzen Sache im generellen nicht wirklich vorwärts. Wir haben hier nebenbei bemerkt einen ganz unterhaltsamen Artikel über einen Selbstversuch im Bereich Mobile-Payment, der gut zeigt dass im Moment eigentlich eher Payment-Wüste angesagt ist: http://t3n.de/news/mobile-payment-deutschland-gibt-490483/

@Jochen
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was du genau mitteilen möchtest. Könntest du das bitte erläutern? Was genau hätte man da zusätzlich recherchieren sollen? Technologiepartner? Da gibt es noch wesentlich mehr davon, inwiefern ist das wirklich spannend?

Und der Hinweis mit Ciklum? Das ist ein dänischer Anbieter mit einem Entwicklungsbüro in der Ukraine, das anscheinend für Yapital Auftragsentwicklungen durchführt. Was jetzt wo, in welchem Zusammenhang, genau welche Bedeutung hat?

Vielleicht stehe ich ja nur auf dem Schlauch. :-)

Antworten

Dooku
Dooku

Hmm, komisch bei mir sollte ein ausweiskopie per Mail zugeschickt werden. Na ja vielleicht war ihnen klar, dass nicht jeder so positiv schreibt wie der Autor hier. Aber mal ganz im ernst, man registriert sich irgendwo, gibt seine kontodaten an - die nicht mal verifiziert werden - und beglückt die Welt dann mit Lastschriften ... Wie naiv ist das? Wer trägt das ausfallrisiko? Also für mich entsteht der Eindruck, dass hier mal so ganz nebenbei "Payment" gemacht werden soll. Vielleicht ist die Otto Group so großzügig und steckt viel Kohle in den Betreiber aber durchsetzen wird sich das nie!

Antworten

Jochen
Jochen

Etwas mehr Recherche hätte vielleicht nicht geschadet. Wenn man nach Yapital bei Google sucht, findet man z.B. diese Seite:
http://www.neofonie.de/grenzenlos-bezahlen-neofonie-ist-technologiepartner-fuer-yapital
Dabei handelt es sich wohl um den implementierenden Dienstleister.

Außerdem findet man folgenden Eintrag, dessen Zielseite leider einen 404 gibt:

SCRUM Master for Yapital | Join Ciklum
http://www.ciklum.com/join/.../SCRUM-Master-for-Yapita...‎Diese Seite übersetzen
02.07.2013 - On behalf of Yapital company (www.yapital.com) Ciklum is looking for SCRUM Master to join the team on full-time basis in Kiev office.

Eine Firma in der Ukraine, die ebenfalls Entwicklung anbietet.

Antworten

Jochen G. Fuchs

@Dooku
Wieso sollte eine Reisepass-Kopie verlangt werden? Bei der Eröffnung eines E-Wallets habe ich bisher noch nie erlebt, dass ein Identitätsnachweis erbracht werden musste. Das Kreditwesengesetz schreibt dies E-Geld-Instituten imho auch nicht explizit vor - bis auf manche Sonderfälle die durch Einschränkungen in Bezug auf das Geldwäschegesetz entstehen.

Ein vorkonfiguriertes Konto stand mir nicht zur Verfügung, die Anmeldung erfolgte unangekündigt als Privatperson.

@IH
Aua, das tut wirklich weh. Ich lasse mir irgendwann nochmal ein „als“ auf's Handgelenk tätowieren. Danke für deinen Hinweis, habe es korrigiert.

Antworten

IH
IH

Interessanter Artikel, aber eins tut weh:
"Wichtiger wie begriffliche Befindlichkeiten sind eindeutig harte Fakten: ..."
Bis zur Rechtschreibreform war das "wie" schlicht grammatikalisch falsch, ich denke das gilt auch noch nach der "Reform"....

Antworten

Dooku
Dooku

interessant ist die Aussage im Artikel "Direkt nach der Anmeldung funktioniert das Yapital-Konto". Aha, d.h. bei dir wurde auf die Zusendung der Reisepasskopie verzichtet? Oder hat der Anbieter dir einen vorkonfigurierten Account erstellt. Das wäre dann nachvollziehbar.

Ansonsten kommt mir beim Anblick der Webseite und der App folgendes in den Sinn: Hier haben sich (talentierte) Entwickler/Designer am Zahlungsverkehr versucht. Diesen sollten man aber besser denjenigen überlassen, die etwas davon verstehen. Yapital scheint nicht dazu zu gehören, sonst würde man nicht so naiv an das Thema gehen.

Beachtlich ist, dass Otto (nicht der aus Ostfriesland) so viel Kohle in 80 Mitarbeiter und eine Lösung steckt, die derart unausgegoren ist. Schade, vielleicht hätte man mit dem notwendigen Banking Know How und der ansprechenden technischen Umsetzung etwas brauchbares daraus machen können.

Antworten

Andreas
Andreas

Hier stehen auch Händlerkonditionen für den Zahlungsempfang von Kunden
https://beta.yapital.com/de/business/footer/costandfees.html

1,8% zzgl. 0,30 € (vermutlich netto??) bei Beträgen über 5 EUR - das wäre dann etwas billiger als Paypal.

Antworten

Peter
Peter

Danke für den Interessanten Artikel, habe mich gleich mal die App runtergeladen :-) Bisher habe ich mobile Payment Anbieter eher gemieden, weil man nicht weiß, wer dahinter steht. Aber mit OTTO im Rücken kann ich mir gut vorstellen, dass Yapital zu einem relevanten Player im Markt aufsteigt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen