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Vergiss alles, was du über Yo gehört hast – die App ist keine Spielerei mehr [Kolumne]

Vergiss alles, was du über Yo gehört hast – die App ist keine Spielerei mehr [Kolumne]

„The stupidest, most addictive ever!", beschrieb einst Robert Scoble die Yo-App. Seitdem hat sich aber einiges getan, meint Aufgeweckt-Kolumnist Andreas Weck. Yo ist raus aus den Kinderschuhen!

Vergiss alles, was du über Yo gehört hast – die App ist keine Spielerei mehr [Kolumne]

Yo ist raus aus den Kinderschuhen!

Als die Smartphone-App Yo vor knapp einem Jahr das Licht der Welt erblickte, schieden sich die Geister: Die einen lobten den abgespeckten Funktionsumfang. Die anderen erkannten genau darin einen viel zu irrelevanten Nutzwert. Yo-Nutzer konnten sich zum Start lediglich ein simples „Yo“ schicken: Beispielsweise als Antwort auf eine Frage, die sie über einen anderen Kanal erhalten haben oder als Signal, wenn etwas passiert ist, worüber einer den anderen informieren möchte – ein gefallenes Tor im Stadion der Lieblingsmannschaft etwa.

Yo-App startete als Spielerei

Yo war in seinen Anfangstagen einfach nur eine Spielerei – wer da gegenteiliges behauptet, muss entweder ziemlich bekloppt oder in die Pläne der Macher eingeweiht gewesen sein. Der Tech-Blogger Robert Scoble, der – wenn man es so will – für den Yo-Buzz verantwortlich gewesen ist, erklärte medienwirksam: „This is the stupidest, most addictive app I've ever seen in my life.“ Den Entwicklern der Yo-App war die Idee sogar so peinlich, dass sie beim Marktstart darauf verzichteten die eigenen Namen zu veröffentlichen. Im Grund spricht das Bände.

Es gibt eine Menge spannender Nachrichten-Kanäle in der Yo-App... (Screenshot: Andreas Weck)
Es gibt eine Menge spannender Nachrichten-Kanäle in der Yo-App... (Screenshot: Andreas Weck)

Doch rückblickend betrachtet, bedeutet das alles gar nichts. Denn Fakt ist, dass die Applikation schneller als du „Yo“ sagen kannst, zum Liebling der Nutzer und somit auch zum Liebling der Investoren wurde. Zweimal eine Million markierten einen beispiellosen Erfolg, der zum einen die Nutzermarke und zum anderen die Summe der ersten Finanzierungsrunde widerspiegelte.

Und, anders als viele Beobachter es vielleicht vermutet hätten, haben die Entwickler Moshe Hogeg und Or Arbel das Geld nicht versiebt und Yo nicht zum „One Hit Wonder“ verkommen lassen, sondern den Funktionsumfang stark erweitert und somit namhafte, ernstzunehmende Unternehmen für die Anwendung begeistern können – vor allem aus dem Medienbereich. Denn Yo eignet sich inzwischen hervorragend um diverse Presseinhalte zu übermitteln – Artikel, Bilder, Links und komplette Videos können vom Nutzer inzwischen mit einem einfachen Yo angefordert werden. Auf einmal hält die Applikation auch für den größten Kritiker einen sinnvollen Anwendungsfall parat.

Medienunternehmen entdecken Yo: Von BBC über Comedy Central bis Lonely Planet

Nehmen wir den Channel von BBCTRENDING. Angemeldete Nutzer brauchen lediglich ein Yo an den Auftritt der britischen Rundfunkanstalt schicken und bekommen aktuelle Artikel zu aktuellen Ereignissen des Weltgeschehens serviert. Das kann per App und inzwischen auch per Chrome-Plugin passieren. Wer COMEDYCENTRAL folgt, bekommt unter anderem die beliebten Sendungen des US-amerikanischen Komikers Steve Colbert zu sehen. Wer LONELYPLANET oder LPLOCAL anyo’d bekommt zum einen die meistgeklickten Artikel der Woche oder aber konkrete Artikel – wenn vorhanden – zum eigenen Standort präsentiert. Somit kann zumindest letzterer Channel auch ein alternativer Reiseführer sein.

Zwar gibt es auch nach wie vor diese eher unsinnigen Yo-Channels wie BOREDELONMUSK, der Interessierten einen Hinweis schickt, sobald ein Tweet mit dem gleichnamigen Hashtag 100 Mal auf Twitter retweetet wurde, jedoch bilden sie nur noch einen Teil der gesamten Angebotspalette an Möglichkeiten ab. Und das macht einen solchen Dienst dann eben wieder für ein breites Publikum interessant – für diejenigen Anwender, die absurde Inhalte und diejenigen Anwender, die relevante Inhalte abrufen wollen. Und wer an gar nichts von beidem interessiert ist, dem bleibt zumindest die Möglichkeit sich wie gehabt einfach einsilbig mit guten Freunden zu unterhalten.

Der freie Journalist Marcus Bösch bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: „Letztlich ist Yo eine sehr einfache und sinnvoll reduzierte Kommunikationsplattform für Menschen, Websites, Firmen und letztlich alles was irgendwie mit dem Internet verbunden ist.“ Auch wenn Yo noch nicht als „erwachsen“ bezeichnet werden kann – dafür fehlt es dann doch noch etwas an Angeboten und Nutzern – so kann man definitiv von „jugendlich“ sprechen. Aus den Kinderschuhen ist der Dienst jedenfalls raus.

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier.

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3 Antworten
  1. von Tanja am 25.01.2015 (11:06 Uhr)

    Das mit den Artikeln zum Standort finde ich als Reisesüchtige total super. Bisher kannte ich Yo nicht, werde es aber auf meiner nächsten Reise unbedingt ausprobieren. Danke für den Tipp!

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  2. von Markus am 26.01.2015 (10:53 Uhr)

    Ich glaube, dass man die Yo-App von Anfang hinsichtlich ihres Potenzials unterschätzt hat. Dazu zeigt die App in ihrer aktuellen Entwicklung eindrucksvoll, was im Prinzip für jedes Publisher-Modell gilt: Sobald ein Projekt genug Traffic / Nutzung aufweist, lässt es sich auch immer in irgendeiner Form monetarisieren.
    Viele Grüße

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  3. von HePeKei am 26.01.2015 (15:51 Uhr)

    Ich will's mal ausprobieren.
    Mfg
    HePeKei.

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