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Schleichwerbung und Lizenzfragen: Behörden nehmen Youtube-Stars ins Visier

    Schleichwerbung und Lizenzfragen: Behörden nehmen Youtube-Stars ins Visier

Youtube: Einigen deutschen Stars der Szene weht der Wind ins Gesicht. (Foto: Shutterstock)

Viele Youtube-Stars blieben bisher unter dem Radar der deutschen Behörden – das könnte sich nun ändern. Die Landesmedienanstalten schießen sich offenbar gerade auf einige Youtube-Stars ein.

Gleich zwei Nachrichten sind es in dieser Woche, die den Schluss zulassen, dass Youtuber inzwischen eine ausreichende Flughöhe im Hinblick auf ihre Reichweite erreicht haben, um ins Visier der deutschen Medienaufsicht zu geraten. Da wäre Piet Smiet, ein Gamer, der zusammen mit ein paar Freunden einen der angesagtesten Let’s-Play-Kanäle bei Twitch betreibt und immerhin 2,1 Millionen Abonnenten bei Youtube hat. Die Landesmedienanstalten, die für die Vergabe privater Rundfunklizenzen zuständig sind, würden den Kanal gern als vollwertigen Sender sehen – und ein Exempel statuieren.

Ist Youtube Rundfunk?

Denn vom Umfang her ist Piet Smiet tatsächlich so etwas wie ein Sender – mit täglich hochgeladenen stundenlangen Videos und 1,75 Millionen Abrufen im letzten Monat hat Piet Smiet durchaus eine Reichweite, die mit einem Spartenkanal vergleichbar ist. Und somit, so die Argumentation der Medienwächter, sei für jeden der Twitch-Kanäle eine Lizenz erforderlich nebst Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen.

Dass unter das Landesmediengesetz eben nicht nur klassische Sender, sondern auch Telemedienangebote fallen, steht bereits im ersten Paragraphen des Landesmediengesetzes von NRW, auf das man sich hier beruft. Die audiovisuellen Medien seien gleich zu behandeln, sagt der neue Direktor der Landesanstalt für Medien in NRW Tobias Schmid. Ihm schreibt die FAZ das Zitat „Was aussieht wie Rundfunk und sich bewegt wie Rundfunk, ist Rundfunk“ zu, das nur beim ersten Hören logisch und einfach klingt. Denn im Detail könnte es zu einer Rechtsunsicherheit im deutschen Internet kommen, wie wir sie noch nicht erlebt haben.

Dennoch werden sich die „fünf spieleverrückten Teilzeit-Bekloppten“ (so steht es in der Beschreibung des Youtube-Kanals) schon fragen lassen müssen, ob das, was hier veranstaltet wird, „einfach so“ im Netz stattfinden darf. Spartenkanäle, die über den antiquierten Weg der Antenne auf den Bildschirm kommen, stehen dagegen in allen möglichen Bereichen von Jugend- und Nutzerschutz bis hin zur Einhaltung der Menschenrechte unter regelmäßiger Beobachtung der Politik.

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„Schleiching Uwe“ im Visier wegen Werbung für Fitnesspräparate

Und noch auf ein anderes Thema haben sich die Landesmedienanstalten eingeschossen: Schleichwerbung. In diesem Fall ist es die Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein, die unter anderem den Youtuber Flying Uwe im Visier hat. Der soll zum Beispiel von ihm vertriebene Fitnesspräparate wie Proteinpulver immer wieder in seinen Streams präsentieren. Dem Hamburger drohe – offenbar nach einer Ermahnung vor einigen Monaten – ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro wegen teilweise nicht ausreichender Kennzeichnung von Werbeinhalten. Doch Flying Uwe ist nicht der Einzige, der einen Brief bekam. Insgesamt sollen rund 30 Streamer aus den beiden Bundesländern Post von der Behörde erhalten haben.

Flying Uwe, der mit seinen zwei Kanälen auf Youtube Computerspiele spielt und sich beim Sport und im Alltag zeigt (insgesamt über 1,3 Mio. Abonnenten), verteidigt sich in einem seiner Videos mit dem in Youtuber-Kreisen beliebten Argument, er, „Schleiching Uwe“, promote hier ja nur Produkte, die er auch selbst gut finde.

Wenn sich die Rechtsauffassung der Landesmedienanstalten hier durchsetzt, könnte das Auswirkungen auf eine Vielzahl von vor allem jungen Youtubern haben, die ihr tägliches Leben zeigen und dabei immer wieder Produkte in die Kamera halten, die sie gut finden und nach eigener Aussage selbst nutzen. Was in sozialen Netzen in Sachen Werbung erlaubt ist und was nicht, haben die Landesmedienanstalten bereits im vergangenen Jahr in einem Papier (PDF-Download) zusammengefasst.

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7 Reaktionen
Lars

Irgendwie wird meiner Meinung nach die Argumentation von Flying Uwe hier falsch dargestellt. Natürlich gibt es eine Sparte in der gezeigt wird, wie er ein paar Gegenstände in die Kamera hält, weil er sie gut findet. Im Bezug auf die Fitness-Präparate erzählt er allerdings mehrmals, dass er Teilhaber der Firma ist, die diese Produkte vertreibt. Das ist irgendwie doch noch etwas anderes, oder?
Ansonsten bin ich natürlich auch dafür Schleichwerbung als diese zu kennzeichnen. Das ein Twitch-Kanal allerdings als "Sender" bezeichnet wird, empfinde ich doch als arg übertrieben. Lasst uns doch stattdessen die Kohleindustrie wieder fördern und aufleben. Das erscheint mir mindestens genauso zukunftsträchtig wie diese "non-sense" Regulierung..

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Lars
Lars

Im wesentlichen ist das was Uwe macht eine Dauerwerbesendung, weil viele Kriterien die an journalistische Beiträge als Maßstab angelegt werden nicht einmal im Ansatz zum tragen kommen.

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Markus
Markus

Diese Regularien mögen vielleicht viele nicht für sinnvoll erachten und auch ich gehöre tendentiell dazu, aber man darf nicht vergessen, dass eben diese Regularien wichtig sind. Nur wird hier ein gewaltiger Posten Komfort angegriffen und das stößt immer auf Unverständnis. Aber das Recht bestand immer .. nur kümmert sich keiner drum. Das gilt übrigens für ganz viele Bereiche im Internet, weswegen das Medium Internet überhaupt so groß werden konnte. Es wird aber Erwachsen und da gehört es dazu, dass man ein paar Regeln die schon da sind und für alle anderen bereits gelten auch in diesem Medium befolgt. Das Internet ist nur ein Medium und kein eigener Rechtsraum.

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peter
peter

Also bezüglich Werbung war es überfällig, dass da mal jemand durchgreift. Was auf Youtube abgeht, darf so nicht abgehen. Die Youtuber glauben sie befänden sich im rechtsfreien Raum und machen da was ihnen gefällt und das geht so nicht und sollte so auch nicht gehen.

Bezüglich dem anderen Mist. Sorry Leute, aber Zeitalter Internet. Wenn man hier jetzt wieder alles verbietet oder besteuert, hängen wir bald noch mehr zurück.

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Lars
Lars

Die Damen und Herren glauben nicht sie befänden sich im rechtsfreien Raum, sondern sie wissen nichts von Regulierung, weil es ihnen niemand sagt. Wer auch? Eltern und Leher sind bezgl. Medien die völlige Inkompetenz. Und die andere Gruppe die es weiß, scheißt drauf, weil der Kontrolldruck fehlt.

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dennis
dennis

Wieder so ein völliger Non-Sense unserer Regierung, die wirklich aber auch wirklich nicht im heute und jetzt angekommen ist. Ich muss hier an das Urteil denken (aus Hamburg, wo auch sonst), wo es um die Verlinkung von Website ging. Armes, armes Deutschland, das es niemals schaffen wird die Digitalisierung zu vollenden.

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Lars
Lars

Quatsch. Das hat nichts mit unserer Regierung zu tun, sondern ist einfach Recht was so schon immer bestand und einfach nicht angepasst wurde. Wozu auch? BTW: Medienregulierung ist LÄNDERSACHE!

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