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YouTube TV: Eigene Themenkanäle und Produktionen machen aus YouTube TV-Sender

plant mit TV ein neues Angebot, mit der die führende Video-Plattform auch zur Konkurrenz für TV-Sender werden könnte. Künftig sollen professionell produzierte Inhalte neu geschaffene Kanäle befüllen, die den YouTube-Nutzern zwischen fünf bis zehn Stunden Unterhaltung pro Woche bieten sollen. Für diese Neuausrichtung scheint sich Google einiges vorgenommen zu haben, denn es wurden scheinbar schon die ersten Gespräche mit Produzenten aus Hollywood geführt.

YouTube TV: Eigene Themenkanäle und Produktionen machen aus YouTube TV-Sender

YouTube TV Angebot soll 100 Millionen US-Dollar kosten

Seit Jahren hat Google bereits den TV-Markt im Auge. Nachdem Google TV sich nicht so entwickelte, wie man es sich in Mountain View vorstellte, soll nun eine Neuausrichtung der YouTube-Plattform einen erneuten Anlauf wagen. Dass dieser Versuch nicht ganz ohne Risiko ist, zeigt schon die veranschlagte Investitionssumme: Laut einem Bericht im Wall Street Journal will sich Google das YouTube-TV-Experiment rund 100 Millionen US-Dollar kosten lassen.

YouTube TV will mit Eigenproduktionen und eingekauften Blockbustern den etablierten TV-Sendern und Internet-TV-Anbietern wie Netflix und Hulu Konkurrenz machen. (Foto: trebomb / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Anders als beim Projekt Google TV, bei dem TV-Inhalte einfach von den Sendern übernommen und über das Internet zur Verfügung gestellt werden sollten, sollen die Inhalte für YouTube TV selbst produziert oder eingekauft werden. Erste Anfragen an die Agenturen namhaften Produzenten aus Hollywood soll Google bereits gestartet haben. Somit sind die 100 Millionen Startkapital auch schnell erklärt.

YouTube TV wird sich über Werbung refinanzieren

Auch wenn 100 Millionen für ein neues Projekt für Google kein existenzbedrohendes Problem darstellen würden, wenn das Projekt scheitern würde, für diese Größenordnung braucht auch Google ein vernünftiges Refinanzierungskonzept mit Aussicht auf Erfolg. Ironischerweise dürfte das Refinanzierungskonzept sogar aussichtsreicher sein, als das eigentliche Projekt, denn es basiert auf einem Kernelement des Google-Geschäfts: Werbung.

Da passt es natürlich sehr gut ins Konzept von Google, dass TV-Zuschauer seit langen Jahren bestens auf die Gegenwart von Werbung konditioniert sind. Mit Ausnahme der Pay-TV-Sender setzen alle TV-Sender auf verschiedene Werbeformate zur Finanzierung ihrer Programme. Das wäre auch bei YouTube TV so und würde die Zuschauer nicht vor eine neue Belästigung stellen. Viel wichtiger für einen Erfolg sind da wohl die Inhalte selbst. Bereits etablierte Konkurrenz gibt es reichlich und um eine genügend große Zuschauerzahl zu bekommen, müsste YouTube TV schon einige Dinge besser oder zumindest anders machen. Wie genau das aussehen könnte, ist bislang unklar.

20 Kanäle sollen YouTube TV attraktiv machen

Laut Walt Street Journal plant Google zunächst 20 Kanäle ein, die beispielsweise Sport und Kultur zeigen sollen. Das alleine wird aber wohl nicht reichen, um sich gegen die Konkurrenz von Netflix, Hulu, Apple und Amazon durchzusetzen. Möglich sind deshalb auch von Google eigens für YouTube TV produzierte Blockbuster, für die bekannte Hollywood-Produzenten verpflichtet werden könnten.

Ziel des Projekts ist nicht nur der erfolgreiche Eintritt in den werberelevanten TV-Markt, sondern auch der Ausbau der schon sehr erfolgreichen Videoplattform YouTube. 2010 konnte YouTube bereits einen Umsatz von 544 Millionen US-Dollar erzielen und für das laufende Jahr ist nochmals mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen. Dem gegenüber stehen allerdings auch große Ausgaben für die umfangreiche Infrastruktur der Plattform.

Um YouTube langfristig zu einer profitablen Plattform zu machen, muss die Verweildauer der Nutzer gesteigert werden. Sie liegt derzeit im Durchschnitt bei 15 Minuten täglich und könnte natürlich durch längere TV-Sendungen schnell gesteigert werden. Und eine längere Verweildauer bedeutet gleichzeitig auf ein Mehr an Einnahmen durch mehr gezeigte Werbung. Die 24 Millionen Nutzer von Netflix waren in den USA im Februar 9:16 Stunden auf der Seite aktiv. Die 111 Millionen YouTube-Nutzer kamen im gleichen Zeitraum aber nur auf 2:14 Stunden. Das Potenzial von YouTube TV ist also riesengroß.

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