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YouTube: Zwischen „Cat-Content“ und „Original Channels“ [#rp13]

Auf der 2013 sprachen Bertram Gugel und Markus Hündgen über „YouTube – zwischen Wildwest und Goldgrube“. In ihrem Vortrag beleuchteten sie die bisherige der Videoplattfurm, erläuterten das Konzept der „Original Channels“ und die Monetarisierung von YouTube-Kanälen.

YouTube: Zwischen „Cat-Content“ und „Original Channels“ [#rp13]

Videoformate spielen im Netz eine immer größer werdende Bedeutung, auch abseits des „Cat-Content“. Auf der re:publica 2013 sprachen Bertram Gugel und Markus Hündgen deshalb über das Vorreiter-Netzwerk , dessen aktuellen Entwicklungsstand und die großen Neuerungen. Während sich Gugel vor Ort um die Präsentation kümmerte, wurde Hündgen in regelmäßigen Abständen per Hangout zugeschaltet, um Fragen der Zuschauer zu beantworten.

YouTube: Katzen-Community mit großem Wachstum

Für viele Nutzer ist YouTube eine Zusammenstellung jeder Menge Cat-Content. Laut Google ist YouTube aber eine Plattform, dessen Community ganz eigene und neuartige Inhalten und Formate braucht. Schon jetzt ist sie die zweitgrößte Suchmaschine der Welt und das größte soziale Netzwerk Deutschlands – noch vor dem eigentlichen Netzwerkriesen Facebook. Hinzukommt: Youtube dient vielen Websites als Infrastruktur. Player des Videoportals sind auf 30 Prozent der ein Millionen größten Websites vertreten.

YouTube: Ein Netzwerk zwischen Cat-Content und „Original Channels“.
YouTube: Ein Netzwerk zwischen Cat-Content und „Original Channels“.

Die Plattform funktioniert ganz anders als klassische Videoinhalte, betonte Gugel. Dennoch erzielen erfolgreiche Inhalte die Besucherzahlen klassischer Fernsehformate. Über eine längere Zeitspanne hinweg addieren sich die Zuschauerzahlen auch hierzulande in Millionenhöhen. Ein direkter Vergleich zeigt: Die beliebtesten YouTube-Videos des vergangenen Jahres erzielten ähnlich hohe Besucherzahlen wie die erfolgreichsten Fernsehformate.

Der Erfolg von YouTube-Kanäle braucht allerdings Zeit. Die bekanntesten und größten Kanäle sind in der Regel mehrere Jahre alt. Derzeit gibt es laut Gugel nur einen Top-Kanal, der nach 2008 startete. Und erst wer den Sprung in die erste YouTube-Liga geschafft hat, profitiert von großen Fanmengen und Werbeeinnahmen. Die Monetarisierung von YouTube-Videos sei nämlich noch immer eines der größten Probleme der Videoplattform. Es bedarf hier „Millionen von Aufrufen, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten“.

YouTube: Das Konzept der „Original Channels“

YouTube ist voll von Kinofilmen, die illegal von Nutzern hochgeladen und über Werbung monetarisiert werden. Parallel dazu generieren klassische Streaming-Portale wie Netzflix oder Hulu deutlich längere Besucherzeiten und höhere Werbeeinnahmen als Googles Videoplattform. Aus diesen Gründen entwickelte YouTube das Konzept der „Original Channels“. Sie werden durch das Videoportal finanziert – zum Teil durch direkte Zahlungen, zum Teil durch Werbeeinnahmen – und stellen dafür hochwertige Videoformate bereit, die sich kaum noch von klassischen Fernsehinhalten unterscheiden. Dies resultiert auch in Aufmerksamkeit vonseiten klassischer Medienfirmen: Erst vor rund einer Woche wurde einer dieser Kanäle für mehr als 30 Millionen US-Dollar gekauft.

Gute Inhalte und Formate werden schnell kopiert. Auf YouTube fällt es schwer, Originale zu identifizieren.
Gute Inhalte und Formate werden schnell kopiert. Auf YouTube fällt es schwer, Originale zu identifizieren.

„Original Channels“ haben mehrere Anforderungen: Sie müssen auf der einen Seite originäre und hochwertige Inhalte generieren und auf der anderen Seite die passende Zielgruppe definieren und ansprechen. Das gelingt nicht immer: Die Erfoglsquote der US-amerikanischen Vorreiter liegt zwischen 30 bis 40 Prozent. Wer überlebt, könne allerdings zum nächsten großen Fernsehsender werden. Vorausgesetzt er werde stetig weiterentwickelt und angepasst, denn erfolgreiche Formate werden schnell adaptiert, betont Gugel.

Was sind YouTube-Netzwerke?

Youtube-Netzwerke sind vergleichbar mit Plattenfirmen, die junge Talente fördern und professionalisieren. Sie stellen zum Teil Produktionsmittel und zum Teil Geld zur Verfügung. Durch ihre Reichweite können sie darüber hinaus zusätzliche Erlöse durch externe Werbeträger erzielen. Cross-Promotion hilft außerdem, die Reichweite die Abonnement-Zahlen der Kanäle zu steigern.

Die Reichweite des YouTube-Netzwerks Mediakraft.
Die Reichweite des YouTube-Netzwerks Mediakraft.

Netzwerke erzielen zum Teil gigantische Reichweiten: Allein von Anfang 2011 bis Anfang 2013 verdreifachten die großen amerikanischen Netzwerke ihrer Besucherzahlen. Ein Reichweitenvergleich der hierzulande größten Netzwerke mit den Webformaten klassischer Fernsehsender zeigt, dass erstgenannte immer stärker aufholen. Das YouTube-Netzwerk Mediakraft sei im Web bereits größer als das RTL-Netzwerk – trotz wesentlich geringerer Produktionskosten.

Offen blieb derweil die Frage nach der Zukunft: Wohin wird es gehen? In welche Richtung entwickeln sich YouTube-Formate, -Channels und -Netzwerke? Wir würden uns freuen, wenn ihr eure Einschätzung der „Zukunft von YouTube“ in den Kommentaren mit uns teilt.

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Eine Antwort
  1. von Philipp am 06.05.2013 (19:44Uhr)

    Das Problem ist, dass die großen Youtube-Channels alle eine unglaublich junge Zielgruppe haben. Die Zielgruppe ist langfristig sehr wichtig. Da Werbung aber kurzfristig agiert und einen sofortigen Effekt erzielen soll, ist die Zielgruppe sehr oft uninteressant. Nur sehr große Unternehmen wie Coca Cola oder McDonalds können von der Werbeplattform Youtube profitieren. Für andere Unternehmen, die eher ein älteres Publikum ansprechen, macht Youtube oft keinen Sinn. Außerdem haben die Unternehmen noch keine Erfahrungen mit der Plattform und investieren daher nur recht wenig ihres Budgets in Youtube-Werbung.

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