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Zahlen pro Blickkontakt: Patent für Google Glass läutet eine neue Ära der Werbung ein

Zahlen pro Blickkontakt: Patent für Google Glass läutet eine neue Ära der Werbung ein

Ein Google-Patent beschreibt ein Verfahren, bei dem Werbende dann zur Kasse gebeten werden, wenn sich jemand tatsächlich ihre anschaut. Eine solche Technik könnte eine neue Ära der Werbung einläuten.

Zahlen pro Blickkontakt: Patent für Google Glass läutet eine neue Ära der Werbung ein
XPRIZE Foundation / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0

Der Suchgigant nennt die Technik „pay per gaze“, also Bezahlung pro Blick. Eine dauerhaft aktive Bilderkennung wäre in der Lage festzustellen, ob beispielsweise ein Google-Glass-Nutzer gerade eine Werbung anschaut. Diese Information würde anschließend auf einem Server mit einer Liste von Werbekampagnen abgeglichen, um festzustellen, ob der Anbieter der Werbung an „pay per gaze“ teilnimmt.

Pay per Gaze: Google könnte auch den Erfolg von Offline-Kampagnen messen

Google-Patent würde der Werbeindustrie neue Möglichkeiten bieten. (Bild: Erica Joy / Flickr Lizenz: (CC BY-SA 2.0)
Das Google-Patent würde der Werbeindustrie neue Möglichkeiten bieten. (Foto: Erica Joy / Flickr Lizenz: (CC BY-SA 2.0)

Der Clou: Erstmals könnten auch traditionelle Werbeformate wie Plakate oder Anzeigen in Printmedien nach dem Vorbild von Online-Werbung erfasst und bezahlt werden. Abhängig von der notwendigen Google-Glass-Verbreitung hätte man zum ersten Mal auch in der Printwerbung genaue Zahlen darüber, wie oft die eigene Werbung angeschaut wird.

In dem Patent beschreibt auch die Möglichkeit, die Bezahlung beziehungsweise die Höhe der Bezahlung von verschiedenen Faktoren abhängig zu machen. So könnte es einen Einfluss auf den Preis haben, wie lange man sich eine Werbung anschaut. Außerdem soll auch der Gemütszustand des Nutzers an den Werbetreibenden übertragen werden, um den Erfolg der Kampagne besser messen zu können. Ob eine Kampagne wie geplant funktioniert, ließe sich anhand der Reaktion des Nutzers und der Dauer der Betrachtung feststellen.

Daten zu emotionalen Reaktionen auf Werbung könnte Google gegen Aufpreis verkaufen

Bild: US-Patentamt
Bild: US Patent Office

Werbende könnten laut Google alle relevanten Daten zur Nutzerreaktion auf ihre Anzeigen gegen ein zusätzliches Endgeld zur Auswertung bekommen. Der Datenschutz der Nutzer wiederum soll durch die Anonymisierung der übertragenen Daten erreicht werden. Außerdem könnten Nutzer die Möglichkeit erhalten zu bestimmen, welche Daten an Dritte weitergegeben werden und welche nicht.

Auf absehbare Zeit wird wohl vor allem die mangelnde Verbreitung der notwendigen Datenbrillen verhindern, dass ein solches System tatsächlich eingesetzt wird. Für die Werbeindustrie wäre es aber eine Revolution. Genaue Daten darüber, wie lange Menschen auf einzelne Plakatwände schauen, gibt es bisher einfach nicht.

Fraglich ist allerdings, wie viele Menschen ein Interesse daran haben, solche Informationen über sich preiszugeben. In Zeiten von PRISM könnten nicht wenige Menschen von der Idee abgeschreckt sein, dass die Brille permanent die Umgebung scannt, um etwaige Werbeplakate zu erkennen. Google wird den Nutzern vermutlich einige Features bieten müssen, damit sie diesen Umstand hinnehmen.

Weiterführende Links zum Thema „Google Glass“

Bildnachweis für die Newsübersicht: XPRIZE Foundation / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0

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5 Antworten
  1. von Christopher Peterka am 16.08.2013 (13:30 Uhr)

    Es scheint mir naiv und unglaubwürdig seitens des Redakteurs die Vermutung anzustellen, dass dieses System an mangelnder Verbreitung des Produktes scheitern werde. Die Begründung klingt wie aus dem Jahr 1993 zum Thema Einführung des Mobiltelefons. Solch kurzsichtige Meinung scheint mir für T3N nicht angemessen.

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  2. von Simon am 17.08.2013 (22:29 Uhr)

    Wenn sich Google Glass durchsetzt, verliere ich den Glauben an die Menscheit.

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  3. von Jann am 18.08.2013 (22:58 Uhr)

    "Pay per gaze" es gibt nichts, was es nicht gibt. Wo führt das hin?

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  4. von neue Techniken am 19.08.2013 (01:37 Uhr)

    Glass Up, Oculus Rift und die anderen normaleren Video-Brillen werden immer günstiger und sind dankenswerterweise oft auch von Anfang an günstig bepreist wenn auch leider oft noch nicht zu haben. Die Luft für Monitore wird dadurch hoffentlich bald dünner und Monitore gehen den Weg von Röhren-Fernsehern/Röhren-Monitoren welche 2006 (Fußball-WM in Deutschland) auch noch die Mehrheit der Geräte darstellten und ein paar Jahre später von Flachbildschirmen abgelöst wurden.

    Neue Techniken werden inzwischen immer schneller normal. CDs und DVDs brauchten ein paar Jahre um Schallplatten bzw. VHS abzulösen. BluRay ging schon schneller und sind oft noch günstiger als damals DVD-Filme. Die möglicherweise schnelle aktuelle Einführung von QuadHD-Bildschirmen ist vielleicht das letzte Zucken der Monitor-Industrie. Früher war 40" groß, jetzt sind 50" bezahlbar und bald optimiert man Kunden-Webseiten für Hausfrauen mit SmarTVs.

    Je größer die Ablehnung der Gegner ist, desdo schneller setzen sich die guten neuen Techniken oft durch.

    Sinnvolle Augmentation wäre beispielsweise auch, wenn man im Museum oder beim Fußballspiel Texte wie Spielernamen oder Informationen in eigener Sprache eingeblendet bekäme. QR-Codes machens möglich,

    Augentracking wird angeblich bei Automobil-Messen benutzt um zu sehen was optisch besonders gut beim Kunden ankommt.
    Auch bei Restaurant-Karten usw. wäre das mal spannend.

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  5. von Akimbo am 12.09.2013 (11:31 Uhr)

    klingt interessant.... allerdings muss sich das werbende Unternehmen darüber im Klaren sein, dass es seine Daten von einer äußerst selektiven Stichprobe (den Google Glass Usern) erhält...

    Wie sollen außerdem die Daten zur Nutzerreaktion aussehen? Was wird gemessen / festgehalten?

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