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Zalando auf der DevOps Conference 2015: „Autonomie hilft uns dabei innovativ zu sein!“

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Im Juni startet die DevOps Conference zum ersten Mal in Berlin. Jan Löffler, Head of Platform bei Zalando und Henning Jacobs, Softwarearchitekt im Cloud-Team bei Zalando werden als Sprecher vor Ort sein. Im Interview mit dem Journalist Hartmut Schlosser geben sie spannende Einblicke in die Entwicklungsprozesse bei Zalando, die Arbeit mit Microservices und Cloud-Technologien.

DevOps Conference erstmalig in Berlin

Jan-Loeffler-Zalando auf der DevOps Conference 2015
Jan Löffler, Zalando

Die DevOps Conference 2015 wird in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin stattfinden. Mit zwei der Speaker, Jan Löffler und Henning Jacobs von Zalando, hat sich Journalist Hartmut Schlosser im Vorfeld unterhalten: Jan Löffler ist Head of Platform bei Zalando und verantwortet seit Juni 2014 die Plattform-Teams bei Zalando. Darunter fallen unter anderem auch Teams wie System-Engineering, Identity and Access-Management und Continuous-Delivery. Er hat aktiv am neuen Leadership-Modell, den Architekturrichtlinien und der neuen Infrastruktur mitgewirkt.

Henning-Jacobs- Zalando auf der DevOps Conference 2015
Henning Jacobs, Zalando

Henning Jacobs ist Architect im Cloud-Team bei Zalando und seit Anfang 2010 bei Zalando. Er kümmert sich nach mehreren Stationen in Shop- und Backend-Teams um die Cloud-Infrastruktur, sowie einige Tools für Cloud-Applikationen. Dabei kommt vornehmlich Python, Clojure und Java zum Einsatz. Eines der von Jacobs entwickelten Tools ist AWS Minion mit dem Entwickler ihre Applikationen auf Docker-Basis innerhalb von wenigen Minuten auf AWS deployen können.

Hartmut Schlosser: Auf der DevOps Conference gewährt ihr einen Blick unter die Motorhaube von Zalando. In eurer Session-Beschreibung sagt ihr dazu, dass bei euch autonome Teams „First Class Entities“ sind. Wie genau funktioniert das?

Das bedeutet, dass unsere Delivery-Teams die Ende-zu-Ende-Verantwortung für die Lieferung ihrer Produkte haben und dabei autonom agieren. Konkret heißt das, dass die Teams selbst bestimmen, wie ihre Produkte entwickelt werden und wer wann was macht. First-Class-Entity bedeutet, dass wir die Hierarchie umgedreht haben und Teams sowohl Verantwortung als auch Entscheidungskompetenz bekommen. Delivery-Leads unterstützen die Teams dabei als Mentoren.

Schlosser: Autonomie wird also groß geschrieben. Wo liegen eurer Erfahrung nach die Vorteile eines solchen Ansatzes im Vergleich zu klassischen, hierarchischen Team-Strukturen?

Autonomie hilft uns dabei innovativ zu sein! Um Innovationen zu liefern, muss man viele Ideen ausprobieren und in kürzester Zeit testen, ob diese erfolgversprechend sind oder nicht. Unsere Mitarbeiter haben sehr viele gute Ideen und benötigen eine Plattform, auf der sie ihre Prototypen gegebenenfalls mit echten Kunden ausprobieren können, ohne lange auf Entscheidungen zu warten. Wir geben den Teams zum einen Entscheidungskompetenz und zum anderen eine Infrastruktur, die es ihnen erlaubt ihre verwendeten Technologien möglichst frei zu wählen und innerhalb von Minuten neue Anwendungen online zu stellen.

Schlosser: Ihr erwähnt ja Microservices und Cloud-Technologien. Könnt ihr uns ein wenig über eure IT-Architektur erzählen? 

Bisher haben wir die über 200 Applikationen unserer Entwicklungsteams mit Hilfe von Container-Virtualisierung in unseren zwei Rechenzentren betrieben. Ein Nachteil war jedoch, dass wir immer noch manuell entschieden haben, welche Applikation auf welchen Server kommt und das Einführen von neuen Applikationen in unserem Deployment-System zu lange gedauert hat. Das hat dazu geführt, dass Entwickler Erweiterungen an bestehenden Applikationen schneller online bringen konnten, als eine ganz neue Applikation zu erstellen. Das war einer der Gründe, warum wir auf Immutable-Infrastructure und Cloud-Services setzen. Mit unserer neuen Infrastruktur können Entwickler Microservices entwickeln und jede App innerhalb von Minuten hochverfügbar instanziieren – auf Hardware warten gehört der Vergangenheit an.

Schlosser: Microservices liegen im Trend. Worin besteht aus eurer Sicht der Vorteil von Microservices im Vergleich zu monolithischen Architekturen?

Das hängt immer vom Anwendungsfall und der Organisationsgröße ab. Uns ist es wichtig, dass eine Applikation immer nur von einem Team verantwortet wird und jeder im Team den Code kennt. Ein Team ist bei uns so groß, dass es von 2 amerikanischen Pizzen satt wird - das heißt, es hat mindestens zwei und maximal zwölf Mitglieder. Bei größeren Teams wird der Abstimmungsaufwand zu groß. Zudem möchten wir Apps möglichst zielgerichtet für einen speziellen Zweck entwickeln und anschließend gegebenenfalls miteinander kombinieren. Das alles führt automatisch zu Microservices. Wichtig ist hierbei allerdings eine Infrastruktur, die es erlaubt, einzelne Services separat online zu stellen und je nach Last horizontal zu skalieren. In Summe erlaubt uns erst die Verwendung von Microservices in Verbindung mit Cloud-Services Autonomie für unsere Teams.

Schlosser: Kritiker des Microservices-Konzeptes warnen davor, dass zu kleinteilige Services die Komplexität einer Architektur drastisch erhöhen kann. Schließlich müssen alle Bestandteile eines Projektes auch irgendwie zusammengehalten werden. Wie begegnet ihr bei Zalando dieser Gefahr?

Wir haben uns dafür Architektur-Richtlinien erstellt, die den Teams helfen, Komplexität zu beherrschen. Dazu gehört zum Beispiel die Verwendung von REST/ JSON und OAuth2 für APIs, um problemlos zusätzliche Funktionalität einführen zu können, ohne alle Clients austauschen zu müssen. Die API Gilde definiert Standards, damit sich alle APIs gleich verhalten und anfühlen. Desweiteren helfen uns ein einheitliches Monitoring und Logging, sowie zentrale Audit-Services und eine Application-Registry, in der alle Services mit ihren Endpunkten und ihrer Dokumentation gelistet sind. Docker ist dabei unser Paketisierungsformat.

Schlosser: Radikal agil - nennt ihr eure Prozesse. Glaubt ihr, dass jedes Unternehmen dieses Konzept umsetzen kann, oder ist das eher etwas für die Startup-Szene? Vielfach ist ja zu beobachten, dass Startups weniger Probleme mit agilen Vorgehensweisen haben als größere Unternehmen.

Ich bin davon überzeugt, dass es keine "One-fits-all"-Lösung gibt, die in allen Unternehmen funktioniert. Jedes Unternehmen muss für sich seinen eigenen Weg finden – angepasst an seine jeweilige Phase, Strategie und Ziele, Vorkenntnisse der Mitarbeiter, finanzielle Situation, et cetera. Wir haben uns bei unserer Vision von anderen Unternehmen inspirieren lassen, aber immer auch unsere eigenen Werte und unsere Kultur im Blick gehabt.

Schlosser: Auf eurem TechBlog schreibt ihr immer wieder mal über eure Projekte - zum Beispiel auch im Bereich Open Source. Was habt ihr da momentan am Start?

Wir lieben Open Source. Und deshalb versuchen wir viele spannende Projekte wiederum als Open Source auf github.com/zalando bereitzustellen. Besonders spannend finde ich aktuell unsere Cloud-Tools, die unter anderem eine Docker-Registry, Application-Registry, ein AWS-Deployment-Tool, einen SSH-Granting-Service und vieles mehr beinhalten. Allerdings ist vieles davon noch sehr neu und wird gerade erst entwickelt. Deutlich reifer und seit langem produktiv im Einsatz ist dagegen unser PostgreSQL-Performance-Monitor PGObserver.

Hast du auch Fragen an Jan Löffler, Henning Jacobs oder einen der anderen Speaker? Infos und Tickets für die DevOps Conference 2015 in Berlin

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