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Porträt

Zeitgold: Dieses Startup will Selbstständigen über 10 Stunden Arbeit ersparen

    Zeitgold: Dieses Startup will Selbstständigen über 10 Stunden Arbeit ersparen

Die Zeitgold-Gründer Stefan Jeschonnek, Kobi Eldar und Jan Deepen. (Foto: Zeitgold)

Mehr als zehn Wochenstunden verschwenden Selbstständige mit Papierkram. Die automatisierte Software von Zeitgold verspricht Abhilfe. Wir haben das Berliner Startup besucht.

Wer Michael Endes Roman „Momo“ gelesen hat, kennt vielleicht die Grauen Herren von der Zeitsparkasse: Mit cleverer Argumentation und netten Anreizen bringen sie die Dorfbewohner dazu, ihre freie Zeit „anzulegen“ und den Ort in eine Effizienzmaschinerie zu verwandeln. Ähnliche Ambitionen kann man wohl auch Jan Deepen und Stefan Jeschonnek nachsagen – wenngleich die beiden Gründer von Zeitgold anders als die Grauen Herren nichts Böses im Schilde führen und statt biederer Anzüge lieber lässige Hemden tragen. „Wir geben unseren Kunden ihren Feierabend zurück“, sagt Deepen im Gespräch mit t3n.de.

Zeitgold automatisiert die Buchhaltung

Zu den Kunden von Zeitgold gehören vor allem Kleinunternehmer, die keine Lust auf die klassische Finanzbuchhaltung haben. Monatsabschlüsse vorbereiten, ein Kassenbuch führen, Rechnungen schreiben oder Mahnungen verschicken – das macht viel Arbeit. „Im Schnitt verbringen Kleinunternehmer pro Woche zwischen zehn und 15 Stunden mit Buchhaltung“, sagt Deepen. Genau das will Zeitgold ändern.

Das Startup hat eine Software entwickelt, mit der die laufende Buchführung einfach digitalisiert und automatisiert werden kann. „Wir übernehmen alle administrativen Aufgaben und ermöglichen dem Kunden, die komplette Finanzbuchhaltung auf dem Smartphone zu erledigen“, sagt Deepen und nimmt eine graue Papierbox in die Hand. Sie ist mit dem Logo des Startups verziert. „Damit fängt alles an“, sagt Deepen.

Alles beginnt mit einer physischen Box

Tatsächlich schickt Zeitgold seinen Kunden zunächst eine physische Box ins Büro. Die Erklärung ist einfach: „So müssen unsere Kunden ihren Papierkram nicht erst selbst scannen“, erklärt Deepen das Konzept. Die für die Buchhaltung relevanten Papierbelege werden stattdessen einfach in der Box gesammelt und einmal pro Woche von einem Kurier abgeholt, bis sie schließlich auf dem Schreibtisch eines Zeitgold-Mitarbeiters landen. Dort werden sie maschinell gescannt und anschließend von einer Software ausgelesen und kontiert.

Kleinunternehmer legen ihre Dokumente einfach in die Zeitgold-Box. Das Startup kümmert sich anschließend um die Digitalisierung und schickt nur noch Aufgaben aufs Smartphone. (Bild: Zeitgold)

Die Besonderheit: Eine künstliche Intelligenz, die aus den Papierbelegen mit Hilfe von Textanalyse- und Klassifizierungs-Technologie ein digitales Datenset erstellt. Die Daten wandern anschließend sowohl auf den Schreibtisch des Steuerberaters als auch auf das Smartphone des Kleinunternehmers: „Anhand einer To-Do-Liste können von uns ausgelesene Lieferantenrechnungen dann mit nur einem Klick bezahlt werden“, sagt Mitgründer Jeschonnek. Der Automatisierungsgrad soll dank schlauer Selbstlern-Mechanismen kontinuierlich steigen. Bislang sei die Software in der Lage, rund 98 Prozent der Buchhaltungsprozesse zu automatisieren, sagt Jeschonnek.

„Unsere Kunden sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.“

Das Zeitgold-System wurde über die vergangenen 18 Monate in enger Zusammenarbeit mit einer zweistelligen Zahl an Pilotkunden entwickelt, darunter Einzelhändler, Gastronomie- und Handwerksbetriebe. Das ist noch überschaubar, Mitgründer Deepen verweist jedoch auf mehrere Hundert Interessenten auf der Warteliste. Er geht davon aus, dass es allein in Deutschland rund eine Million Unternehmen gibt, die weniger als 20 Mitarbeiter und Bedarf für eine automatisierte Buchhaltungslösung haben. „Das ist am Ende des Tages das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“, sagt Deepen. Grundsätzlich käme aber jedes Unternehmen als Kunde infrage, bei dem sich der Chef noch selbst um die Buchhaltung kümmere.

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Eine Reaktion
MarcHe
MarcHe

warum kann nicht aus Bausteinen ausgewählt werden, bspw. würde ich kein Scan-Service benötigen. Technik bzw. Smartphone mit Apps vorhanden.
Transparenz in Sachen Preise sollte auch vorhanden sein, aktuell nur auf Anfrage.
Die Differenzierung zu den bisherigen Services bspw. auch selbst zu DATEV UO sehe ich zu wenig.
... und weil ich gerade DATEV angesprochen habe, gibt es hierin nur ein Export oder die Schnittstellenanbindung DATEVconnect online

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