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Zerstört Google das Internet? [Kolumne]

Zerstört Google das Internet? [Kolumne]

Gewinnmaximierung als oberste Direktive

Aktuell ändert Dinge, die früher "unantastbar" waren. Erste kleine Schritte, wie zum Beispiel die Anzeige von Feiertagen wie Ostern direkt in den Suchergebnissen, ohne dafür eine Ergebnisseite öffnen zu müssen, waren der relativ simple Anfang. Aus Nutzersicht sinnvoll, schließlich bekommt man so schneller die gewünschte Information. Dass auch damals schon bestimmte Seitenbetreiber das Nachsehen hatten, weil ihr Traffic schlicht und ergreifend ohne Chance auf Gegenwehr dezimiert wurde, ging größtenteils unter.

Danach kamen weitere Bereiche wie Wetter, Sportergebnisse oder auch der Knowledge Graph. Alles neue Elemente in der Google Suche die nur einen Zweck haben: den Nutzer länger auf der Seite zu halten, damit die Chance größer ist, dass dieser auf Werbeanzeigen klickt. Ein sehr großer Teil vom Google-Umsatz stammt aus AdWords. Ohne dieses Geschäftsgebiet wäre Google niemals derartig schnell aufgestiegen.

Unschön: Mittlerweile ist man bei Google soweit, dass man auch komplette Geschäftsmodelle anderer "übernimmt". Die Flugsuche ist ein solches Beispiel. Gleiches gilt für Autos oder Immobilien, auch wenn es bei letztgenanntem Beispiel nicht so gut funktioniert hat. Man muss aber gar nicht weit in die Vergangenheit schauen, um ein aufsehenerregendes Beispiel zu finden. Es ist noch keine Woche her, da hat Google den Start einer neuen Bildersuche angekündigt.

In den USA kann man diese neue Bildersuche schon "bewundern". Und ganz unabhängig davon, dass das jetzt angewendete Verfahren auf den ersten Blick zweifelhaft ist und möglicherweise sogar gegen das Urheberrecht verstößt, sorgt es erneut dafür, dass vielen Kreativen im Netz teilweise übel mitgespielt wird. Zwar muss man als Webmaster, der bisher viel Traffic über die Bildersuche generiert hat, jetzt nicht sofort die Segel streichen - Reichweitenverlust von mehr als 50% treffen aber jeden hart und sorgen nicht für Verständnis.

Alles für die User Experience

Bei Google steht immer der User im Mittelpunkt. Nachvollziehbar, schließlich will man (wie viele andere Kreative im Internet auch), seinen Nutzern ein möglichst sinnvolles, unterhaltsames und informatives Produkt bieten. Dass man für aktuelle "Innovationen" wie die Bildersuche oder die zahlreichen Verticals allerdings jahrelang den Content anderer mitgenommen hat, um daraus quasi durch die Hintertür neue Produkte zu basteln, bei denen man genau weiß, dass die Contentlieferanten jetzt nicht mehr so einfach den Hahn zudrehen, ist schon bedenklich.

Viele sagen sich vermutlich: Bevor ich 100% Traffic verliere (weil ich Google den Zugang zum Content schlicht und ergreifend sperre) nehme ich das doch lieber in Kauf und habe immerhin noch 50% übrig. Ein schwacher Trost, denn in vielen Fällen sitzen speziell beim Thema Bilder Menschen hinter den Projekten, die dort mit Leidenschaft dabei sind und oft auch davon leben. Spätestens dann wird die aktuelle Taktik von Google zum Problem.

Bei vielen Medienschaffenden entwickelt sich langsam aber sicher Frust. Das sollte Google nicht kalt lassen. Auch für die derzeit größte Suchmaschine weltweit gilt: die Konkurrenz ist nur einen Klick weit entfernt. Zugegeben, die Konkurrenz ist aktuell alles andere als gut aufgestellt und die Bildersuche bei Bing ist sogar die Vorlage für das, was Google jetzt ausrollen will. Dennoch haben prominente Beispiele in der Vergangenheit gezeigt, dass es grundsätzlich kein "too big to fail" gibt. Das gilt für Konzerne aller Branchen.

Google kann das passieren, auch wenn es derzeit sehr unwahrscheinlich ist. Dennoch ist es gefährlich, den Bogen zu überspannen. Und auch wenn es darum geht, die User Experience auf den eigenen Seiten zu perfektionieren: Es ist nicht gut, wenn man das auf Kosten anderer tut, denn auf diese Weise verspielt man das Vertrauen der Nutzer. Problematisch, wenn man die Nutzer doch eigentlich um jeden Preis behalten und zufriedenstellen will.

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8 Antworten
  1. von Sven am 30.01.2013 (15:22 Uhr)

    Und was will mir der Artikel jetzt sagen?

    Viel heißer Brei um nix?
    Neue Informationen gibt es in dem Artikel auch nicht ...

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  2. von Julian am 30.01.2013 (15:39 Uhr)

    Man muss auch dazu sagen, dass Vergleichsportale vielleicht durch Services wie Google pleite gehen, nicht aber die eigentlichen Fluggesellschaften, die ja nach wie vor fliegen.

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  3. von Daniel Gremm am 30.01.2013 (18:12 Uhr)

    Oder kurz gesagt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

    Wenn sich Unternehmen jahrelang auf einem unveränderten Geschäftsmodell ausruhen wollen, ist das zwar legitim, aber nicht zeitgemäß und geschäftssichernd. Das gilt für Vergleichsportale genauso wie für Google selbst.

    Ich finde, der Artikel hat gut auf den Punkt gebracht, dass heute und in Zukunft der Wandel das einzig stetige ist. Und Google hat das mit seinem Google Lab, seinem Glases Projekt etc. verstanden. Ob Google sich damit schnell genug an die relevanten Trends anpassen kann und will? Das steht in den Sternen.

    Man schaue sich nur beispielsweise Nokia an: Anfangs haben die ihr Geschäft mit Papier, dann mit Gummistiefeln und am Ende mit Handys & Co. gemacht. Und auch hier muss ein ehemals marktbeherrschendes Unternehmen jeden Tag aufs Neue seine Existenzberechtigung unter Beweis stellen. Der Börsenkurs spricht Bände.

    Früher hat der Große den Kleinen besiegt. Heute besiegt der Schnelle den Langsamen!

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  4. von lineman am 30.01.2013 (18:32 Uhr)

    Und trotzdem ist es doch ziemlich arrogant von Google mit den Inhalten anderer sein Geld zu verdienen, oder besser Gesagt, nicht gerecht zu teilen. Sicher, das ist bei der schieren Menge an Inhalten nicht leicht. Aber durch diese Situation wird es immer weniger freie Journalisten, Künstler, Musiker, Schauspieler geben. Da sie einfach nicht mehr genug Geld verdienen können mit Ihrer Profession. Das wird über kurz oder lang dazu führen, dass unsere Kreativen (und vor allem die Unabhängigen) mehr und mehr verschwidnen werden und wir mehr und mehr Mainstream betrachten dürfen. Denn wenn man normal arbeitet hat man wohl kaum mehr die Zeit größere andere Projekte zu stemmen. Davon ab hätte man wenn man nur an den eigenen Projekten arbeitet kein Geld, davon zu leben.

    Letztlich kann es zu einer Gleichschaltung der Meinungen und einer Abflachung der Themenbereiche und Meinungsvielfalt kommen.

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  5. von Saarpirat am 30.01.2013 (18:33 Uhr)

    Das Beispiel mit dem IE am Schluss fand ich sehr an den Haaren herbeigezogen. Der IE ist und war NIE tot. Es ist nur der Schlampigkeit der Microsoft-Entwickler (Sicherheitslücken, ignorieren von Webstandards) und den guten Marketingaktionen anderer Browser, insbesondere Firefox, zu verdanken, dass die Zahl der IE Nutzer abgenommen hat. Daran hat das Kartellverfahren aber so gut wie nichts geändert.

    Und zum Artikel allgemein: Klingt für mich sehr nach Leistungsschutzrechts-Propaganda!

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  6. von cephei am 31.01.2013 (04:51 Uhr)

    Google hat mir und unzähligen Anderen tausende Stunden Recherchen erspart. Ob ich eine Lösung für ein IT Problem brauche oder den Weg zum nächsten Bahnhof. Google tut das für mich.
    Google hat das Internet soweit revolutioniert, dass Menschenmassen ins Netz strömten und meinen und deinen Job erst möglich gemacht haben. t3n würde ohne Google nicht existieren, weil es 1. nichts zu berichten gäbe und 2. niemand was davon wissen will.
    Wir verdienen Geld indem mit SEO. Google Analytics hilft uns dabei. Mein Unternehmen wird via Google gefunden, wenn jemand nach einem Produkt sucht, dass ich anbiete. Wenn ich was nicht weiss, finde ich ein passendes Snippet oder ein Tutorial per Google Search. Der Wissenstand vieler Webworker wäre deutlich geringer ohne G.

    Ich vermute mal, die Kollumne bezieht sich auf die Änderungen der Bildersuche. Ich bin nicht sicher ob das in DE schon ausgerollt wurde, aber ich habe das hier und muss sagen; Für mich als Anwender ändert sich nichts. Wenn jemand ein Bild will geht er nicht auf die Webseite, er klickt auf "Bild in Originalgrösse anzeigen". So oder so ändert sich nichts für denjenigen der das Bild online gestellt hat. Und wenn man etwas im internet veröffentlicht, muss man damit rechnet, dass es jemand weiterverwendet. Das ist ein Geben und Nehmen. Man kann nicht ins Internet gehen und sagen das ist Meins. Wo wären die ganzen Unternehmen ohne Google? Lieber einmal Danke sagen, als immer nur das Schlechte zu sehen.

    Sicher wäre, wenn es Google nie gegeben hätte, ein anderes Unternehmen an dessen Stelle getreten, jedoch würde dann einfach ein anderes Unternehmen beschuldigt, "böses" zu tun.

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  7. von Andree am 02.02.2013 (06:37 Uhr)

    Die spannende Frage für mich ist vielmehr ob und wie das Internet ohne Google funktionieren würde. Man mag zu Google stehen wie man will - es gibt schlicht und ergreifend keinen besseren Dienstleister, der eine effiziente Suche mit gutem Ergebnisresultat anbietet und somit eine schnelle und zeitsparende Recherche ermöglicht. Es fehlen einfach echte Alternativen, um diese Monopolstellung zu knacken und dadurch ein Umdenken zu erreichen - beim User und bei Google selbst.

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