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Zerstört Google das Internet? [Kolumne]

Zerstört Google das Internet? [Kolumne]

Wohin geht die Reise?

Google testet derzeit, wie weit es gehen kann. Man darf nicht vergessen, dass es für die weltweit größte Suchmaschine derzeit an vielen Fronten nicht gut läuft. Konnte man sich in den USA mit der FTC noch einigen, wird das in Europa vermutlich nicht so einfach. Und auch Dauerstreitigkeiten wie mit der deutschen Gema über die Tochter YouTube zehren an den Kräften. Dennoch: In all seinen Kanälen hat eine so große Macht entwickelt, dass man sich in der Tat fragen muss, ob Google das Internet zu sehr beeinflusst.

Obwohl Alternativen rar sind, ist die Lage nicht aussichtslos. Das aktuelle Verhalten von Google wird sehr wahrscheinlich dazu führen, dass neue Begehrlichkeiten geweckt werden, die es sonst nicht gegeben hätte. In den 1990ern und 2000ern ließ sich beobachten, wie Microsoft mit immer neuen Strafzahlungen von der EU überzogen wurde. Ein Ergebnis davon sehen wir heute, denn der Internet Explorer war eigentlich schon tot. Ganz langsam erholt er sich ein bisschen, kann sich aber gegen Browser wie Chrome (aus dem Hause Google) nicht mehr wirklich zur Wehr setzen.

Hält Google seine Monopolstellung?

Der Internet Explorer ist ein Beispiel dafür, dass es Dinge gibt, die zwar auf den ersten Blick unbesiegbar erscheinen, es aber mittelfristig nicht sind. Genau wie der Internet Explorer eine gewisse Zeit ein Monopol im Bereich der Webbrowser hatte, hat Google heute ein Monopol in der Websuche. Das muss aber nicht so bleiben. Allein schon deswegen wäre Google vielleicht besser beraten, die eigene Macht nicht auszunutzen.

Die kommenden Monate und Jahre werden auf jeden Fall nicht langweilig und es wird sich zeigen, ob Google mit dem jetzigen Kurs langfristig erfolgreich ist. Möglicherweise versucht man aber auch wirklich nur, die eigenen Grenzen auszureizen. Nur so kann man entdecken, wie weit man wirklich gehen kann. Zerstört Google das Internet? Nein, Google verändert das Internet nur zu seinen Gunsten. Aus Sicht eines börsenorientierten Unternehmens legitim.

Einfluss und Macht sind wichtige Faktoren, die es zu erkämpfen und zu verteidigen gilt. Google baut diese Faktoren derzeit aus und auch wenn es aktuell danach aussieht, dass man damit eine bestimmte Zeit durchkommen könnte - langfristig lassen sich die User nicht bevormunden. Egal, wie außergewöhnlich die User Experience ist. Die Netzgemeinde hat es in der Hand.

Über den Autor

lebt in Hamburg und ist seit Ende der 1990er Jahre im Online Marketing aktiv. Er ist Spezialist für Suchmaschinenoptimierung, Social Media Marketing und Linkaufbau, bloggt auf seiner Website über aktuelle Online Marketing Themen und hat ein Buch über Google+ geschrieben. Seit 2012 ist er Head of Social Media bei TRG - The Reach Group GmbH in Hamburg und veranstaltet Social Media Seminare, Trainings und Workshops.

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8 Antworten
  1. von Sven am 30.01.2013 (15:22Uhr)

    Und was will mir der Artikel jetzt sagen?

    Viel heißer Brei um nix?
    Neue Informationen gibt es in dem Artikel auch nicht ...

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  2. von Julian am 30.01.2013 (15:39Uhr)

    Man muss auch dazu sagen, dass Vergleichsportale vielleicht durch Services wie Google pleite gehen, nicht aber die eigentlichen Fluggesellschaften, die ja nach wie vor fliegen.

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  3. von Daniel Gremm am 30.01.2013 (18:12Uhr)

    Oder kurz gesagt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

    Wenn sich Unternehmen jahrelang auf einem unveränderten Geschäftsmodell ausruhen wollen, ist das zwar legitim, aber nicht zeitgemäß und geschäftssichernd. Das gilt für Vergleichsportale genauso wie für Google selbst.

    Ich finde, der Artikel hat gut auf den Punkt gebracht, dass heute und in Zukunft der Wandel das einzig stetige ist. Und Google hat das mit seinem Google Lab, seinem Glases Projekt etc. verstanden. Ob Google sich damit schnell genug an die relevanten Trends anpassen kann und will? Das steht in den Sternen.

    Man schaue sich nur beispielsweise Nokia an: Anfangs haben die ihr Geschäft mit Papier, dann mit Gummistiefeln und am Ende mit Handys & Co. gemacht. Und auch hier muss ein ehemals marktbeherrschendes Unternehmen jeden Tag aufs Neue seine Existenzberechtigung unter Beweis stellen. Der Börsenkurs spricht Bände.

    Früher hat der Große den Kleinen besiegt. Heute besiegt der Schnelle den Langsamen!

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  4. von lineman am 30.01.2013 (18:32Uhr)

    Und trotzdem ist es doch ziemlich arrogant von Google mit den Inhalten anderer sein Geld zu verdienen, oder besser Gesagt, nicht gerecht zu teilen. Sicher, das ist bei der schieren Menge an Inhalten nicht leicht. Aber durch diese Situation wird es immer weniger freie Journalisten, Künstler, Musiker, Schauspieler geben. Da sie einfach nicht mehr genug Geld verdienen können mit Ihrer Profession. Das wird über kurz oder lang dazu führen, dass unsere Kreativen (und vor allem die Unabhängigen) mehr und mehr verschwidnen werden und wir mehr und mehr Mainstream betrachten dürfen. Denn wenn man normal arbeitet hat man wohl kaum mehr die Zeit größere andere Projekte zu stemmen. Davon ab hätte man wenn man nur an den eigenen Projekten arbeitet kein Geld, davon zu leben.

    Letztlich kann es zu einer Gleichschaltung der Meinungen und einer Abflachung der Themenbereiche und Meinungsvielfalt kommen.

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  5. von Saarpirat am 30.01.2013 (18:33Uhr)

    Das Beispiel mit dem IE am Schluss fand ich sehr an den Haaren herbeigezogen. Der IE ist und war NIE tot. Es ist nur der Schlampigkeit der Microsoft-Entwickler (Sicherheitslücken, ignorieren von Webstandards) und den guten Marketingaktionen anderer Browser, insbesondere Firefox, zu verdanken, dass die Zahl der IE Nutzer abgenommen hat. Daran hat das Kartellverfahren aber so gut wie nichts geändert.

    Und zum Artikel allgemein: Klingt für mich sehr nach Leistungsschutzrechts-Propaganda!

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  6. von cephei am 31.01.2013 (04:51Uhr)

    Google hat mir und unzähligen Anderen tausende Stunden Recherchen erspart. Ob ich eine Lösung für ein IT Problem brauche oder den Weg zum nächsten Bahnhof. Google tut das für mich.
    Google hat das Internet soweit revolutioniert, dass Menschenmassen ins Netz strömten und meinen und deinen Job erst möglich gemacht haben. t3n würde ohne Google nicht existieren, weil es 1. nichts zu berichten gäbe und 2. niemand was davon wissen will.
    Wir verdienen Geld indem mit SEO. Google Analytics hilft uns dabei. Mein Unternehmen wird via Google gefunden, wenn jemand nach einem Produkt sucht, dass ich anbiete. Wenn ich was nicht weiss, finde ich ein passendes Snippet oder ein Tutorial per Google Search. Der Wissenstand vieler Webworker wäre deutlich geringer ohne G.

    Ich vermute mal, die Kollumne bezieht sich auf die Änderungen der Bildersuche. Ich bin nicht sicher ob das in DE schon ausgerollt wurde, aber ich habe das hier und muss sagen; Für mich als Anwender ändert sich nichts. Wenn jemand ein Bild will geht er nicht auf die Webseite, er klickt auf "Bild in Originalgrösse anzeigen". So oder so ändert sich nichts für denjenigen der das Bild online gestellt hat. Und wenn man etwas im internet veröffentlicht, muss man damit rechnet, dass es jemand weiterverwendet. Das ist ein Geben und Nehmen. Man kann nicht ins Internet gehen und sagen das ist Meins. Wo wären die ganzen Unternehmen ohne Google? Lieber einmal Danke sagen, als immer nur das Schlechte zu sehen.

    Sicher wäre, wenn es Google nie gegeben hätte, ein anderes Unternehmen an dessen Stelle getreten, jedoch würde dann einfach ein anderes Unternehmen beschuldigt, "böses" zu tun.

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  7. von Andree am 02.02.2013 (06:37Uhr)

    Die spannende Frage für mich ist vielmehr ob und wie das Internet ohne Google funktionieren würde. Man mag zu Google stehen wie man will - es gibt schlicht und ergreifend keinen besseren Dienstleister, der eine effiziente Suche mit gutem Ergebnisresultat anbietet und somit eine schnelle und zeitsparende Recherche ermöglicht. Es fehlen einfach echte Alternativen, um diese Monopolstellung zu knacken und dadurch ein Umdenken zu erreichen - beim User und bei Google selbst.

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