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Zookal startet weltweit ersten kommerziellen Drohnen-Liefer-Service

Zookal startet weltweit ersten kommerziellen Drohnen-Liefer-Service

Genervt von der unflexiblen Post-Zustellung? Das Zookal auch. Der Buch-Verleih liefert seine Bestellungen zukünftig automatisiert per aus. Doch damit ist es noch nicht getan: Das Startup will gleich eine ganze Logistik-Industrie gründen.

Zookal startet weltweit ersten kommerziellen Drohnen-Liefer-Service
(Screenshot: Zookal/Flirtey)
Unbemannte, automatisch gesteuerte Drohnen könnten eine Zukunftsvision für die Logistik-Branche sein. Bisher konzentrierte sich der Einsatz meist auf Marketing-Aktionen oder eher abstrakte Visionen, die noch einen weiten Entwicklungsweg vor sich haben. Zookal, ein australisches Startup, vermietet Fachliteratur an Studenten – die jeweiligen Bücher müssen in der Regel auf dem Postweg zu den Kunden, was rund drei Tage dauern kann. Dabei verursacht es durchaus Stress, wenn ein Student kurz vor der Prüfung noch Fachliteratur benötigt und noch drei Tage Wartezeit anstehen – deshalb geht Zookal in Sidney jetzt neue Wege mit Liefer-Drohnen. Im nächsten Schritt plant das Startup die Drohnen-Lieferdienste in einem separaten Startup als eigenständige Dienstleistung auszubauen.

Zookal vermietet Fach-Literatur. (Screenshot: Zookal)
Zookal vermietet Fach-Literatur. (Screenshot: Zookal)

So funktionieren die Liefer-Drohnen von Zookal

Die Liefer-Drohne oder auch Unmanned-Aerial-Vehicle (UAV) fliegt autonom, es ist also kein Pilot an Bord – pardon, am Steuer. Die Navigation erfolgt anhand von GPS-Koordinaten, um unterwegs den Standort zu prüfen, können Zookal-Kunden eine Smartphone-App nutzen. Die selbe App benachrichtigt den Kunden auch über die bevorstehende Lieferung – die Abstimmung ist notwendig, da die Lieferung nach der Bestellung im Optimal-Fall innerhalb von Minuten erfolgen könnte – je nach Flugzeit. Kameras sind keine an Bord, Kollisionen mit Bäumen, Vögeln und feststehenden Objekten sollen durch eine spezielle Kollisions-Vermeidungs-Technologie umgangen werden.

Um nicht an Bäumen zu zerschellen, nutzt die Drohne Flirtey Kollisions-Verhinderungstechnik.(Screenshot: Zookal/Flirtey)
Um nicht an Bäumen zu zerschellen, nutzt die Drohne Flirtey Kollisions-Verhinderungstechnik. (Screenshot: Zookal/Flirtey)

Als Liefer-Drohne kommt Flirtey zum Einsatz, eine Drohne, die an der Universität Sidney entwickelt wurde und nun von Zookal und einem Startup namens Vimbra im Gemeinschaftsunternehmen Flirtey vermarktet werden soll. Bei Flirtey spricht man gleich davon „nicht ein Unternehmen, sondern eine Industrie zu gründen“. Ein ambitionierter Satz für ein ambitioniertes Vorhaben. Nebenbei bemerkt: nicht nur aufgrund der Technik, sondern auch aufgrund der Rechtslage. In den USA soll die kommerzielle Nutzung von Drohnen erst 2015 ermöglicht werden, erste Versuche in Deutschland haben bislang keine Genehmigung für einen Regelbetrieb erhalten. Glück für das australische Startup Flirtey: Der kommerzielle Flugbetrieb ist dort erlaubt.

Die Liefer-Dronen von Flirtey existieren in unterschiedlichen Varianten, mit unterschiedlichen Liefer-Mechanismen.(Screenshot: Zookal/Flirtey)
Die Liefer-Drohnen von Flirtey existieren in unterschiedlichen Varianten, mit unterschiedlichen Liefer-Mechanismen.(Screenshot: Zookal/Flirtey)

Fazit: Zookal könnte den kommerziellen Durchbruch für die Drohnen-Logistik bringen

Bisher waren zwar schon viele Drohnen-Lieferungen im Gespräch, wurde tatsächlich eine umgesetzt, dann ist in der Regel eher eine Marketing-Aktion und keine dauerhafte Einrichtung dabei herausgekommen. Das könnte mit Flirtey nun anders werden. Dabei ist die Möglichkeit der Drohnen-Lieferung anscheinend weit vom angenommenen Habitus des „Marketing-Spielzeugs“ entfernt: Der Zookal-CEO Haider äußerte bei Techcrunch klare Worte zur Rentabilität: Zookal werde 2014 eine kostenfreie Lieferung mit den Drohnen anbieten und seine Lieferkosten dabei von 8,60 australischen Dollar auf nur 80 Cent senken – zuerst beschränkt auf Sindey, dann aber landesweit.

via pandodaily.com

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7 Antworten
  1. von Daniel am 15.10.2013 (17:10 Uhr)

    Wie nehme ich das Paket an? Lässt die Drohne es einfach vor der Tür fallen? Und was ist, wenn es stürmt?!

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  2. von Gute Frage am 15.10.2013 (17:34 Uhr)

    Die Lösung dieser Problematik würde mich auch mal interessiert.

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  3. von Copter für alle am 15.10.2013 (18:45 Uhr)

    In
    t3n.de/news/lieferservice-zukunft-unbemannte-424120/‎
    wird das ja schon beschrieben. Damals war es ein (April-?)Scherz.
    Das man die Australischen Gigaliner-LKW zum Transport mitbenutzt und seine Privat-Drohnen zum Briefkasten 10 Meilen weit weg an der Landstraße schickt und Einkäufe (siehe t3n-Bericht über Schweizer Supermärkte) holen schickt, ist ja wohl klar.

    Und auf seinem eigenen Grundstück braucht man sich in freien Ländern um Regularien weniger kümmern. Wenn die Nachbarn also Flugschneisen am Rand ihrer Grundstücke "zufällig" direkt neben der Landstraße organisieren, haben Australier bald eine bessere Infrastruktur als viele rückständige Diktaturen.

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  4. von ben_ am 15.10.2013 (21:42 Uhr)

    Ist in Australien der 15 Oktober der 1. April? Da ist ja auch Frühling gerade …

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  5. von Thomas Werner am 16.10.2013 (11:56 Uhr)

    Cool. Aber in Deutschland gibt es schon mehrere Anbieter für Drohnen.

    http://www.dronen-papst.de

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  6. von Franz am 16.10.2013 (23:23 Uhr)

    Wirklich ein interessanter Beitrag, obwohl oder weil ziemlich schräg auch... Kann mir kaum vorstellen, dass es dieses Unternehmen lange geben wird.. Habe die NAchricht mal als Beitrag auf dem Social News Portal http://www.newspit.de hochgeladen - ist eine nette, noch sehr junde Social Nes Plattform

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  7. von Christian am 18.10.2013 (18:31 Uhr)

    Abgedrehte Idee, aber ich denke hier in Deutschland wird es sowas in absehbarer Zeit nicht geben. Es wird an den rechtlichen Hürden scheitern. Hier ist alles reguliert und gerade der Luftverkehr.

    MfG.

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