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Digitale Gesellschaft

ZEITmagazin-Chef Christoph Amend: „Man muss sich durch Geschichten von der Konkurrenz unterscheiden“

    ZEITmagazin-Chef Christoph Amend: „Man muss sich durch Geschichten von der Konkurrenz unterscheiden“

Christoph Amend (Screenshot: reporter-forum.de)

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Christoph Amend, Chefredakteur des ZEITmagazins.

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Christoph Amend, Chefredakteur des ZEITmagazins

Christoph Amend zur Zukunft des Journalismus
Christoph Amend zur Zukunft des Journalismus

Sein Medienverhalten hat er immer wieder komplett geändert. Bis vor ein paar Jahren noch als regelmäßiger Blog-Surfer unterwegs, liest Christoph Amend (41), Chefredakteur des ZEITmagazins, Beiträge auf Blogs mittlerweile vor allem, wenn er über Posts oder Tweets auf sie aufmerksam gemacht wird. Seine Erfahrung: Die Leute, mit denen er befreundet ist oder denen er folgt, sind recht gut darin, Beiträge oder Links zu posten, die ihn interessieren.

Zur Zukunft des Journalismus befragt, äußert sich Amend differenziert, es gebe eben nicht DEN Digital-, DEN Print- oder DEN Social-Media-Journalismus. Ein besonderes Faible hat er für ausführliche, gut recherchierte und geschriebene Geschichten. Das ist es, was die Leserinnen und Leser seiner Erfahrung nach sehen wollen – anstelle der immer gleichen Bilder oder austauschbaren Beiträge. Und dass die Geschichten aus dem ZEITmagazin auch international gut ankommen, zeigt der Erfolg der englischsprachigen Ausgabe, die eine „Best of“-Sammlung darstellt und einer experimentellen Idee entsprang. Ende März kommt die nächste Ausgabe auf den globalen Markt. Mit enthalten: ein Interview, das auf einem ZEITmagazin-Live-Talk mit Lena Dunham basiert, der US-amerikanischen Schauspielerin, Filmproduzentin, Filmregisseurin und Drehbuchautorin, bekannt vor allem durch ihre Fernsehserie Girls.

Christoph Amend, 1974 in Gießen geboren, machte 1993 in Butzbach sein Abitur und startete danach ein Studium der Anglistik und Politikwissenschaften. Nebenher begann er als freier Journalist zu arbeiten, unter anderem für das damals frisch gegründete jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung. Mit 21 erhielt er dann ein Jobangebot in der Redaktion in München. Damit war die Uni passé. Stattdessen machte Amend seinen Weg im Journalismus. Ende der 90er-Jahre wurde er stellvertretender Redaktionsleiter des jetzt-Magazins. Als Giovanni di Lorenzo beim Tagesspiegel in Berlin anfing und den seinerzeit 24-Jährigen fragte, ob er ebenfalls dorthin wechseln wolle, folgte er dem Ruf – aus einer reinen Bauchentscheidung heraus, wie er sagt. Sein Job dort: zunächst Redakteur für besondere Aufgaben mit dem Auftrag, die „junge Perspektive“ mit ins Blatt zu bringen. 2001 folgte der Aufstieg zum Ressortleiter. 2004 stand wieder ein Wechsel an: zur ZEIT. Er übernahm die Leitung des Ressorts „Leben“ mit Sitz in Berlin, aus dem heraus 2007 das ZEITmagazin reanimiert wurde. Dieses verantwortet er seitdem. Neben seinem Posten als Chefredakteur des ZEITmagazins ist Christoph Amend auch Herausgeber der Zeitschriften Weltkunst sowie Kunst und Auktionen, die beide im ZEIT-Kunstverlag erscheinen.

Im Interview geht Christoph Amend darauf ein, wie wichtig lange Geschichten für die Leserschaft des Magazins sind, wie wichtig Veranstaltungen geworden sind, und er erklärt, welche Rolle die Sozialen Medien für Periodika wie das ZEITmagazin als aktuelle Kanäle und journalistische Experimentierfelder spielen können, nicht zuletzt, um weiter junge Leser zu gewinnen.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Da fällt mir eine Begegnung mit einer Leserin vor einigen Jahren ein. Wir veranstalten regelmäßig Abendessen, zu denen wir Leserinnen und Leser einladen, um mit ihnen in direkten Dialog zu treten – lockere Veranstaltungen von etwa zwei Stunden, bei denen zwölf bis 14 Leser und nicht mehr als drei, vier Redakteure zusammenkommen. So haben wir Zeit zuzuhören und Fragen zu stellen. Bei einem dieser Abendessen sagte eine Leserin auf die Frage, was sie vom ZEITmagazin erwarte: „Zeigen Sie mir Bilder und erzählen Sie mir Geschichten, die ich noch nicht kenne, denn wir werden jeden Tag von denselben Geschichten und immer selben Bildern überschüttet.“

„Zeigen Sie mir Bilder und erzählen Sie mir Geschichten“

Sie fügte hinzu, dass auch manche Geschichte, die sie zunächst irritiere, sie länger beschäftige, als sie eigentlich wahrhaben wolle, „das ist für mich am Ende oft ein Gewinn, mit dem ich nicht gerechnet habe.“ Ich muss oft an diese Leserin denken, denn insbesondere im Zeitalter der Digitalisierung ist das essentiell: sich durch Geschichten, durch Beiträge jedweder Art von der Konkurrenz zu unterscheiden – nur so kann man weiterhin erfolgreich sein, zumindest im Bereich der Qualitätsmedien. Die austauschbare News ist ja mittlerweile nur noch einen Klick entfernt.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Es gibt ja nicht DEN Journalismus, DEN Digital-, DEN Print- oder DEN Social-Media-Journalismus. Oft werden da Medien miteinander in einen Topf geworfen, die nichts miteinander zu tun haben: Eine Tageszeitung etwa steht in einem komplett anderen Wettbewerb als ein monatlich erscheinendes Kunstmagazin, obwohl beide auf Papier gedruckt werden. Das Medienverhalten von uns allen hat sich natürlich in den vergangenen Jahren extrem verändert, und interessanterweise haben wir in sämtlichen Untersuchungen unserer Leser in letzter Zeit immer wieder eines herausgefunden: dass insbesondere lange Geschichten – nicht nur langfristig recherchierte, sondern auch wirklich lange Beiträge – besonders gut ankommen. Mit der Einschränkung: Sie müssen gut geschrieben sein und gleich in den ersten Absätzen einen Sog entwickeln.

Es war natürlich immer schon so, dass exzellente Reportagen, Porträts, Dokumentationen oder investigative Recherchen gerne gelesen wurden. Aber ich denke, dass sich durch die Digitalisierung etwas verschoben hat. Die meisten von uns sind ja den ganzen Tag mehr oder weniger online und konsumieren Schlagzeilen und kurze Ausschnitte mal schnell auf dem Smartphone. Bei einer bestimmten Leserschaft ist da offenbar eine umso größere Sehnsucht entstanden nach dem Gegenteil, also eine Lust, ein Bedürfnis, einzutauchen in ausführliche Geschichten, etwa ein Dossier in der ZEIT oder eine Reportage im ZEITmagazin.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

DIE ZEIT und ZEITmagazin sind immer Autorenblätter gewesen und werden es auch bleiben, denn durch besondere Autoren kommen die besonderen Geschichten, durch die wir uns unterscheiden können, einen Moritz von Uslar, eine Jana Simon, einen Wolfgang Bauer gibt es eben nur einmal! Im Magazin sind übrigens alle Redakteure auch Autoren, das heißt konkret: Einerseits schreiben etwa preisgekrönte Kolleginnen wie Heike Faller oder Elisabeth Raether ihre Geschichten, andererseits betreuen sie auch Texte von anderen Kollegen.

Wie wir auf unsere Themen kommen? Das ist ganz unterschiedlich. Einerseits über Ideen, die Autoren selbst vorschlagen, andererseits aus Ideen, die wir gemeinsam entwickeln und für die wir dann einen passenden Autoren suchen. Um immer wieder neu herauszufinden, welche Themen und welche Art von Geschichte unsere Leser besonders interessieren, helfen uns seit einiger Zeit unsere Social-Media-Aktivitäten und natürlich ZEITmagazin Online, das wir im Frühjahr 2014 neu gestartet haben, übrigens mittlerweile eines der erfolgreichsten Ressorts auf ZEIT Online. Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Im vergangenen Herbst hatten wir im ZEITmagazin eine Titelgeschichte, die von der jungen Fotografin Lina Scheynius geschrieben war, einem ehemaligen Model, die für uns ihre Geschichte, ihre Erlebnisse als Model, aufgeschrieben hatte. Das war ein sehr langer Text, einer von diesen ausführlichen Beiträgen, über die wir schon gesprochen haben, keineswegs reißerisch, eher reflektiert, genau beschreibend. Es gab viele positive Reaktionen auf die Geschichte, als sie im gedruckten Heft und in der ZEIT-App erschien, auch in den sozialen Medien. Auf Facebook wurde darüber gepostet, andere Leser twitterten Kommentare oder fotografierten das Cover ab und stellten es auf Instagram. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

Als die Geschichte dann aber einige Zeit später online ging, explodierte sie geradezu. Ich habe das selber miterlebt, als plötzlich in meiner Facebook-Timeline und bei Twitter nonstop der Link geteilt wurde – am Ende des Jahres war der Beitrag die zweitmeist gelesene Geschichte auf ZEIT ONLINE mit insgesamt über einer Millionen Visits, und das in einer Zeit von unzähligen internationalen Kriegen und Krisen, die uns alle ja sehr beschäftigt haben. Aber so eine Geschichte wie die von Lina Scheynius hatte es eben vorher in dieser Form noch nicht gegeben. In unserer nächsten internationalen Ausgabe Ende März wird sie erstmals auch auf Englisch erscheinen.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und tun können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Das Schöne an Social Media ist ja, dass ein guter Text – egal in welcher Form und egal, wo er veröffentlicht wird – für sich stehen und Aufmerksamkeit erreichen kann. Das ist für uns große, etablierte Medienhäuser natürlich auch anstrengend, weil die Konkurrenz größer ist, aber es ist eben auch eine Chance, Leser zu erreichen, die die eigene Zeitung vielleicht noch nie in der Hand hatten. Und als User erfahre ich plötzlich von Geschichten, die sonst an mir vorbeigegangen wären, einfach, weil ich zum Beispiel ein bestimmtes Indie-Magazin gar nicht kannte oder eine Lokalzeitung aus einer Stadt, in der ich nicht wohne, nicht abonniert habe. Ich komme dadurch übrigens mittlerweile auch oft auf Ideen für Geschichten im ZEITmagazin. Die andere Seite ist natürlich die Finanzierung des Journalismus und auch hier gibt es nicht den EINEN Weg, der für alle gilt, sondern viele verschiedene Modelle, die sich zudem ständig weiterentwickeln werden. Da gilt: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.

Das Wichtigste für den Journalismus wird sein, dass es auch in Zukunft immer noch genug Häuser gibt, die ihren Autoren und Redakteuren genug Zeit und genug Geld für ihre Recherchen und die Arbeit am Text geben und damit insgesamt auch weiterhin die Art von Journalismus, über den wir sprechen, ermöglichen. Selbst der beste Autor der Welt kann auf Dauer, wenn er keine Zeit mehr hat und nirgendwo mehr hinfahren kann, keine gute Geschichte schreiben. Es ist unsere Aufgabe als Redaktion, das zu ermöglichen. Nach den positiven Erfahrungen in unserem Haus, aber natürlich auch in anderen Redaktionen mit aufwändig recherchierten und groß angelegten Geschichten, werden wir zukünftig noch konsequenter erleben, dass es einerseits kurze und knappe Nachrichten, unterhaltsame Kolumnen und Rubriken und andererseits die langen Lesestücke von Analyse bis Reportage geben wird. Die mittellangen Berichte, die ja meistens auch nur mittelgut sind, werden verschwinden.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Technologie hat ja immer schon Inhalte verändert, nicht nur im Journalismus. Nehmen wir die Popmusik: Erst als die Technik in der Lage war, Langspielplatten herzustellen, ist das künstlerische Format „Album“ entstanden.

„Mit einem Wochenmagazin konnten wir früher nicht so schnell reagieren, mit den sozialen Medien geht das.“

Wir probieren ständige neue Geräte aus, neue Social-Media-Networks, und überlegen, was wir damit tun können. Seit ein paar Wochen experimentieren wir mit Snapchat, das noch in einer ganz frühen Phase ist und in Deutschland bei über 30-Jährigen noch vollkommen unbekannt ist. Aber unser Schülerpraktikant ist natürlich auf Snapchat und bringt uns gerade bei, wie man es nutzt. Die Frage für uns ist, ob wir da neue User erreichen und ob wir hier Geschichten erzählen können, die wir bisher noch nicht erzählt haben. Als Facebook groß wurde vor ein paar Jahren, haben wir uns auch gefragt, welche Art von Journalismus wir als ZEITmagazin in diesem Netzwerk machen können. Eine Erkenntnis war: Wir können hier schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren. Als öffentlich wurde, dass Bundespräsident Wulff dem Chefredakteur von BILD auf die Mailbox gebrüllt hatte, haben wir spontan auf Facebook gepostet, dass „wulffen“ ein neues Verb sei: jemandem wütend auf die Mailbox sprechen. Der Post war erfolgreich und landete später bei einer Liste der Wörter des Jahres ganz weit oben. Mit einem Wochenmagazin konnten wir früher nicht so schnell reagieren, mit den sozialen Medien geht das.

Wenn mir jemand vor zehn Jahren erzählt hätte, dass all das zur Arbeitsplatzbeschreibung des ZEITmagazins-Chefs gehören würde, hätte ich ihn wahrscheinlich mit großen Augen staunend angeschaut. Im Zentrum meiner Arbeit steht das wöchentlich erscheinende Magazin, aber wir produzieren zeitgleich die Version für die App und jeden Tag Beiträge für die Website, wir sind täglich auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv. Ich glaube, dass die Digitalisierung auch eine andere Entwicklung verstärkt hat: Je mehr Zeit wir alle im Netz verbringen, desto beliebter werden Veranstaltungen, die live und damit einmalig sind. Wir sind mit dem ZEITmagazin regelmäßig unterwegs, Moritz von Uslar beispielsweise mit der Liveversion seiner Interviewreihe 99 Fragen, unser Style Director Tillmann Prüfer mit seiner ZEITmagazin-Modekonferenz zum Auftakt der deutschen Modewoche und Elisabeth Raether mit ihrem Wochenmarkt-Buch. Als Hillary Clinton zuletzt in Deutschland war, haben wir ein Live-Gespräch mit ihr in einem Berliner Theater gemacht, das innerhalb weniger Tage ausverkauft war. Und im April führen wir erstmals den ZEIT Kochtag durch, mit mehreren Veranstaltungen in verschiedenen Städten.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Kluge Verlagsleiter sorgen dafür, dass ihre Häuser möglichst breit aufgestellt sind. Das Zentrum werden Vertrieb und Werbung bleiben, wobei das je nach Medium sehr unterschiedlich gewichtet sein kann. Von einer Zeitschrift, die ihr Geld vor allem über die hohe Auflage verdient und kaum Anzeigen hat, bis zu einem kleinen Magazin, das eine Nische besetzt und vor allem von Anzeigen lebt. In den USA boomt zurzeit das sogenannte Native Advertising, ich halte das für den falschen Weg. Die Grenzen zwischen Redaktion und Anzeigen müssen klar gezogen sein und auch bleiben. Alles andere führt zwangsläufig zum Verlust der Glaubwürdigkeit – und schwupps sind auch die Leser weg.

Wir können über Social Media unsere Bekanntheit erhöhen und neue Leser gewinnen. Anfang des Jahres hat mein Kollege Matthias Kalle in einer Titelgeschichte den Moderator Jan Böhmermann porträtiert, eine exklusive Geschichte im Vorfeld von Böhmermanns neuer Late-Night-Show. Da konnte man wunderbar auf Twitter lesen, wie viele seiner jungen Fans plötzlich auf der Suche nach der ZEIT-Ausgabe waren, sinngemäß: „Jetzt bin ich hier in meinem Dorf an zwei Kiosken gewesen, und diese ZEIT ist schon ausverkauft. Wo kann ich denn diese ZEIT noch kaufen?“ Das waren Teenager, die durch die Geschichte – von der sie wahrscheinlich über Freunde auf Twitter, Facebook oder Instagram erfahren haben – zum ersten Mal überhaupt in Kontakt mit der ZEIT gekommen sind.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Wenn Ihnen jemand auf diese Frage antwortet, er wisse, wie die Medienlandschaft dann aussieht, kann ich nur raten: Sei skeptisch. Kaum jemand in Deutschland hat Buzzfeed vorausgesehen, aber eben auch nicht Landlust oder Flow. Und ist das nicht herrlich? Man kann jeden Tag auf eine neue, zündende Idee kommen, die erfolgreich ist, ob digital oder gedruckt. Während der Berlinale vor anderthalb Jahren war ich mit der legendären französischen Fotografin Brigitte Lacombe Mittagessen, die in New York lebt, dort für Magazine wie Vanity Fair und New York arbeitet – und seit Kurzem ab und zu auch für uns. Brigitte sagte sehr freundliche Worte über unser Heft, über die Themen, das Design, die Fotografie, und dann sagte sie: „I wish I could read it.“ Ich dachte: Recht hat sie! Wir haben viele Interviews, Reportagen, Modestrecken im ZEITmagazin, die für ein internationales Publikum genauso interessant sind wie für Leser in Deutschland. Daraus ist die Idee für ein internationales Heft entstanden, mit den besten Geschichten der vergangenen Ausgaben, die wir ins Amerikanische übersetzen, neu zusammenstellen und veröffentlichen.

„Könnt ihr bitte aufhören, auf Facebook darüber zu schreiben? Wir sind ausverkauft.“

Stefanie Hauer, die Verlagsleiterin der ZEIT, hatte eine geniale Idee für den Untertitel des Magazins: „The Berlin State of Mind“. Im Ausland ist das Interesse an Berlin ja ungebrochen groß, auch wenn wir uns in Deutschland selbst manchmal darüber wundern. Knapp vier Wochen nach der Veröffentlichung der ersten Ausgabe meldete sich ein Kollege aus dem Vertrieb: „Könnt ihr bitte aufhören, auf Facebook darüber zu schreiben? Wir sind ausverkauft.“ Daraufhin haben wir beschlossen, das Magazin zweimal im Jahr zu machen, im Frühjahr und im Herbst. Ende März erscheint die nächste Ausgabe, erstmals auch mit Beiträgen, die exklusiv für diese Ausgabe geschrieben wurden, unter anderem ein Gespräch mit Lena Dunham, die wir zu einem Bühnentalk in Berlin zu Gast hatten. Da schließt sich der Kreis dann von einer Veranstaltung zurück ins Heft.

8. Welches Medium fehlt deiner Meinung nach noch auf dem heutigen Markt?

Ich habe da tatsächlich ein, zwei Ideen. Du musst mir aber verzeihen, dass ich sie dir hier nicht verrate.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

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