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Die Zukunft des Online-Marketings: „Dreckig funktioniert nicht mehr“

Die Zukunft des Online-Marketings: „Dreckig funktioniert nicht mehr“

Er hat mit aufgebaut und gilt in Szenekreisen als deutscher Online-Marketing-Papst: Florian Heinemann hat in Hamburg über die Zukunft von und gesprochen. Vor unseriösen Tricks warnt er. Auch sollten Marketer besonders zwei neue Plattformen im Auge behalten.

Die Zukunft des Online-Marketings: „Dreckig funktioniert nicht mehr“

(Foto: Project A)

Florian Heinemann ist ein gern gesehener Gast auf der Online-Marketing-Rockstars-Konferenz in Hamburg. Der 40-Jährige ist nicht nur Chef des Company-Builders Project A, er hat in Szenekreisen auch den Ruf als deutscher „Online-Marketing-Papst“, wie es Moderator Roland Eisenbrand während des Panels „State of the Industry“ formulierte. Heinemann gewährte in den 30 Minuten einen Blick die Zukunft des Online-Marketings. Wir fassen die wichtigsten Aussagen für euch zusammen.

Storytelling im Online-Marketing auf dem Vormarsch

Gefragt nach aktuellen Trends im , stellte Heinemann insbesondere das Storytelling in den Vordergrund. Immer mehr Anbieter hätten es verstanden, dass sich Neukunden mit guten Geschichten besser konvertieren lassen als mit aggressivem Retargeting. „Ich war lange Zeit selbst ein Verfechter der klassischen Landingpage“, so Heinemann. Es sei jedoch nicht mehr sinnvoll, Nutzer über diesen Weg praktisch zur Registrierung zu zwingen und bei Ungehorsam „mit mindestens 20 Retargeting-Bannern“ zu befeuern.

Auf der Online-Marketing-Rockstars-Konferenz trifft sich die Szene zum Austausch. (Foto: OMR/Facebook)
Auf der Online-Marketing-Rockstars-Konferenz trifft sich die Szene. (Foto: OMR/Facebook)

Stattdessen holten Anbieter ihre Nutzer zunehmend über einen Newsletter ab und bestückten ihn mit qualitativ hochwertigem Content. „Aus Sicht eines Marketers ist das ist natürlich anstrengend, aber sehr wahrscheinlich die Zukunft“, so Heinemann. Als Vorzeige-Beispiele stellte er unter anderem den Online-Shop „Wine in Black“ heraus, in den er mit Project A übrigens auch investiert hat. Großen Handlungsbedarf sieht der 40-Jährige vor diesem Hintergrund in der Systematisierung von Content-Marketing. „Es fehlt an Lösungen, die den qualitativen Fit einer Story messbar machen“, so Heinemann.

SEO: „Dreckig funktioniert nicht mehr“

„Irgendwelchen Content auf ein Keyword optimiert ins Netz zu stellen, ist nicht mehr zeitgemäß.“

Qualität und Nachhaltigkeit wird auch für den Erfolg in der Suchmaschinenoptimierung immer wichtiger. Schon vor einiger Zeit stellte Heinemann die These auf, klassische SEO-Methoden hätten an Bedeutung verloren. Zwar sei SEO nach wie vor alles andere als irrelevant, allerdings: „Irgendwelchen Content auf ein Keyword optimiert ins Netz zu stellen, in der Hoffnung, dass das bei Google gut rankt, ist nicht mehr zeitgemäß“, so Heinemann.

Das gelte auch für unkonventionelles Linkbuildung, wie es einst beispielsweise Unister praktiziert habe. Wie Heinemann berichtet, soll der E-Commerce-Riese einst den Bibliothekar der Stanford-Universität bestochen haben, um mit einem Link im Online-Buchverzeichnis der renommierten Hochschule aufzutauchen. „Es geht halt nicht mehr dreckig, man muss qualitativ arbeiten“, fasst Heinemann seine Einschätzung zur Zukunft der Suchmaschinen-Optimierung zusammen. Ohnehin erwarte Google von Online-Marketern im Tausch gegen prominente Platzierungen zunehmend „Content mit Publisher-Qualität“.

Neue Formate, neue Plattformen

Auch äußerte sich Heinemann zu aktuellen Formaten im Bereich Content-Marketing. Marketern rät er, sich nicht ausschließlich auf das Medienformat Text zu konzentrieren. Insbesondere Videos und Podcasts würden inzwischen immer besser auf Google gefunden. Hier schlummere großes Werbepotenzial. In diesem Kontext sieht Heinemann auch den Markt auf Facebook noch lange nicht gesättigt. „Facebook ist bei der Entwicklung neuer Werbeformate besonders innovativ“, so Heinemann. Erst gestern hat das soziale Netzwerk mit den „Canvas-Ads“ ein schnellladendes Anzeigenformat im Stile der Instant Articles global aus gerollt.

Auf dem Zettel haben sollten Marketer aber auch vergleichsweise neue Plattformen. Eine große Zukunft bescheinigt Heinemann hier Snapchat und Pinterest. Pinterest etwa eigne sich besonders für Marketer aus dem E-Commerce, da die Plattform durch seine visuellen Darstellungsformen zu guten Konversionsraten führe. Das Werbepotenzial bei Snapchat und Pinterest ergibt sich Heinemann zufolge aus einem noch sehr geringen Wettbewerb. „Viele wissen noch nicht, wie man auf diesen Plattformen richtig wirbt“. Wer sich das Wissen jetzt aneigne, könne langfristig profitieren.

Virtual Reality? „Gigantische Möglichkeiten“

Zu guter Letzt kam Heinemann auch auf das Hype-Thema schlecht hin zu sprechen: Virtual Reality. Er müsse zugeben, dass er sich selbst noch richtig damit beschäftigt habe. „Aber wenn das, man so hört, alles so eintritt, sind die sich daraus ergebenden Möglichkeiten gigantisch.“ Heinemann betont, dass es bei Virtual Reality  um mehr als nur Computerspiele oder Pornos gehen werde.

Einen wegweisenden Use-Case sieht er zum Beispiel bei Videokonferenzen. Meetings würden dann nicht mehr wie üblich über Monitore, sondern mithilfe von VR-Brillen abgehalten. „Die soziale Vernetzung in der virtuellen Realität steht im Fokus“, sagt Heinemann. Und da finde dann, logisch, auch Werbung statt.

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5 Antworten
  1. von Jörg am 26.02.2016 (17:19 Uhr)

    Danke für den Interessanten Artikel. Ich habe einiges beim lesen mitgenommen.

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  2. von jochenabitz am 27.02.2016 (10:24 Uhr)

    Eigentlich nichts neues. Content ist King. Das war schon immer so.

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  3. von Kristian Widmer am 27.02.2016 (12:38 Uhr)

    Die Hürden um mit VR-Applikationen breite Anwendermärkte zu erobern sind noch längst nicht gefallen. Bis es soweit ist, dürfte das Mooresche Gesetzt nicht nur wie aktuell angesagt von der Industrie außer Kraft, sondern erneut, aber dann mit ungeahnter Sprengkraft, auf dem Radar von Marketing und Kommunikation sein.

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  4. von Sascha Mühlen am 27.02.2016 (17:22 Uhr)

    Alle reden immer davon was nicht mehr geht. Ich habe beim online marketing immer sauber und ohne faule tricks gearbeitet. Von daher auch nie probleme gehabt und wenn man mal ganz genau hinschaut hat sich nicht viel geändert...außer das wir künftig 4 mal adwords über den SERPS haben + local einträge für top 10 seos ist das mehr als ungünstig...

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  5. von contentrocks am 01.03.2016 (09:53 Uhr)

    Wine in Black als hervorzuhebendes Beispiel? Dort bin ich grad auf das da gestoßen:
    http://www.wine-in-black.at/magazin/
    Opsa ;)

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