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Marketing

Ist das die Zukunft? „Sprechende“ Bahnfenster übertragen Ads direkt in deinen Kopf

    Ist das die Zukunft? „Sprechende“ Bahnfenster übertragen Ads direkt in deinen Kopf
Durch die „Bone-Conduction-Technologie” können Fahrgäste Audio-Werbung direkt über das Zugfenster bekommen. (Screenshot: YouTube)

Für Sky Deutschland hat die Agentur BBDO eine einzigartige, neue Werbeform entwickelt. Durch „Bone Conduction” kann den Fahrgästen im Zug Audio-Werbung direkt über das Fenster in den Kopf übertragen werden. Es gab bereits erste Experimente damit in deutschen Zügen.

Agenturen werden immer kreativer, wenn es darum geht, mit Werbung die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden ihrer Auftraggeber zu bekommen. Die Agentur BBDO hat nun für Sky Deutschland eine Werbeform entwickelt, die mit dem sogenannten „Bone Conduction” arbeitet. Dadurch kann einem Fahrgast im Zug durch sein Anlehnen an die Scheibe ein Audio-Werbespot vorgespielt werden.

Andere Fahrgäste werden nicht gestört – Einsatz von „Bone Conduction” auch bei Hörgeräten

Nichts wäre nerviger, als wenn auch andere Fahrgäste jedes Mal, wenn sich jemand gegen eine Zugscheibe lehnt, den Werbespot zu Gehör bekommen. Darum nutzt die Agentur die sogenannte „Bone Conduction”. Dadurch wird das für den Fahrgast zu Hörende nicht durch einen Lautsprecher wiedergegeben – sondern kommt direkt durch Vibrationen ohne Umweg über das Ohr durch die Schädeldecke in den Kopf des Fahrgastes. Die Technik dahinter ist allerdings nicht neu, sie wird beispielsweise schon in Hörgeräten verwendet.

Lehnt sich ein Reisender also an die Fensterscheibe, bekommt er im Beispiel von Sky Deutschland den Satz „Ist dir langweilig? Hol' dir Sky Go für dein Handy” zu hören. Das System wurde auch in deutschen Zügen in Aachen und München bereits getestet und stieß auf gemischtes Feedback. Auch Artikel vieler Tech-Medien urteilen durchwachsen. Losgehen soll es mit der Werbeform laut der BBDO so bald wie möglich.

Durch die „Bone-Conduction-Technologie” können Fahrgäste Audio-Werbung direkt über das Zugfenster bekommen. (Screenshot: YouTube)
Durch die „Bone-Conduction-Technologie” können Fahrgäste Audio-Werbung direkt über das Zugfenster bekommen. (Screenshot: YouTube)

Nervfaktor für Fahrgäste oder doch ein Nutzwert möglich?

Im Video wird gezeigt, wie Szenarien beim Einsatz der Werbeform häufig aussehen. Ein möglicherweise erschöpfter Fahrgast möchte sich nach einem anstrengenden Arbeitstag im Zug entspannen. Er lehnt sich an die Scheibe – und hört Werbung. Was für den Werbenden lukrativ klingt, klingt für mich als Pendler eher nach einem großen Nervfaktor auf dem täglichen Weg mit dem Zug.

Als Pendler dient zumindest der tägliche Heimweg auch oft zum Ausruhen. Aus dem Schlaf oder der Erholung geholt zu werden, nur weil man kurz gegen die Scheibe kommt? Es gibt wohl wahrlich schönere Wecker als Werbung. Persönlich sehe ich das eher als Belästigung an, gerade da man als Fahrgast schon einiges an Geld bezahlt, um von Punkt A zu Punkt B zu kommen. Klar muss auch ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn ihr Geld verdienen – aber dann doch lieber mit aufgehängten Plakaten im Zug.

Die Technologie „Bone Conduction” an sich jedoch könnte auch für Fahrgäste im Zug einen praktischen Nutzen haben. Wer kennt das nicht, dass die Kopfhörer gerade in der Jacke sind, die zu Hause an der Garderobe hängt? Da wäre es im Zug sehr praktisch, wenn der Fahrgast sein Smartphone per Bluetooth „mit der Scheibe verbinden” und durch Anlehnen seine Musik hören könnte. Na, wie wäre das, Deutsche Bahn?

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4 Reaktionen
Koskesh
Koskesh

Andersrum wäre es besser:

Permanent Werbung ausstrahlen... Sobald der Fahrgast aber seinen Kopf ans Fenster klebt, hört er nichts mehr und kann in Ruhe schlafen. :D

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Gudrun
Gudrun

Einfach nen Schal, Jacke oder sonstwas als Kopfkissen zwischen sich und die Scheibe. ist auch hygienischer.

Schade wenn die Deutsche Bahn das Geld pro Werbefenster nicht doch lieber in die allgemeine Servicequalität stecken würde ("Klimaanlagen").

Übrigens Schwarzfahren: wenn ich Werbung anhöre muss ich dann noch fahrkarte zahlen. Im Internet gilt doch auch entweder oder...

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Matthias
Matthias

Yay noch mehr Werbung. Vom Ekelfaktor mal abgesehen (ich fasst nicht mal mehr Haltestangen in der Bahn an und den Türöffner nur noch mit dem Handrücken), nerviger gehts kaum.

Die meiste Werbung will den Leuten ja nur Sachen verkaufen, die sie nicht brauchen. Gibts eigentlich irgendwo Studien über die Effektivität von Werbung? Also wie viele Leute ein Produkt kaufen, nachdem sie von Plakaten, Fernsehwerbung oder Internetbannern beeinflusst wurden.

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AdMan
AdMan

Ich glaube es hackt! Ich arbeite seit vielen Jahren in der Werbebranche aber damit richtet man mehr Schaden an als etwas zu promoten.

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