Mit der „Knowledge-Engine“ WolframAlpha steht eine vieldiskutierte Suchmaschine unmittelbar in den Startlöchern. Doch bis es irgendwann im Mai soweit ist, gibt es noch Zeit für allerlei Spekulationen. Wird es der von vielen ersehnte große Konkurrent für Google? Ein Google-Killer gar? Das nächste große Ding? Das Technology-News-Portal ReadWriteWeb hatte vorab schon einmal die Gelegenheit sich die neue Suchmaschine anzusehen. Ihr Fazit: „Das nächste große Ding: Ja. Google-Killer: Nein!”.
Der Ansatz von WolframAlpha und Google sei zu verschieden, als dass sie in direkte Konkurrenz zueinander treten würden. Während der arrivierte Platzhirsch Google große Teile des World Wide Webs in seinen Suchindex aufnimmt und die Suchanfragen der Nutzer aus diesem Datenpool gespeist werden, geht WolframAlpha einen anderen Weg. Statt mit eigenen Crawlern das Netz nach neuen Informationen zu durchsuchen, um sich einen allumfassenden Index aufzubauen, setzt man bei WolframAlpha auf einen sehr umfangreichen Datenpool aus öffentlichen und lizensierten Quellen.
Die Techniken hinter den Suchmaschinen
Der Erfolg von Google basiert zu einem großen Teil auf den Algorithmen, mit deren Hilfe Google aus den einzelnen Webseiten und deren Inhalte ein kompliziertes Beziehungskonstrukt erstellen. Idealisiert dargestellt erscheinen so die Seiten mit den besten Informationen zu einem Suchbegriff ganz oben in den Suchergebnislisten.
WolframAlpha nutzt zwar auch Algorithmen, doch auf eine vollkommen andere Art und Weise. Die Informationen die sich im Datenpool sammeln, werden durch die Hilfe von „Natural-Language-Algorithmen“ organisiert und quasi als verfügbares Wissen erschlossen. Durch diesen Prozess ist es möglich, Fragen direkt mit Wissen zu beantworten, statt lediglich auf bezugnehmende Quellen zu verweisen.
Beispiele aus der Praxis
In der einstündigen Demo-Session mit Stephen Wolfram wurden mehrere Beispiele für ganz alltägliche Suchanfragen durchgespielt. Ein Beispiel war dabei die Frage „internet users in europe“. WolframAlpha listet bei dieser Suchanfrage nicht einfach alle Seiten auf, in denen sich diese Wörter finden, sondern beantwortet die Anfrage mit einer konkreten Zahl. Quasi als Bonus werden dann noch verschiedene Zahlen aus einzelnen europäischen Ländern dazu genannt.
Eine weitere Suchanfrage der Demo-Session lautete: „uncle's uncle's brother's son”. Während Google hier wenig hilfreich ist, liefert WolframAlpha einen interaktiven Abstammungsbaum mit zusätzlichen Informationen, beispielsweise zur Blutsverwandtschaft.
Das Geschäftsmodell von WolframAlpha
WolframAlpha wird für jeden kostenlos nutzbar sein. Doch auch eine kostenpflichtige Pro-Version ist nach Informationen von ReadWriteWeb geplant. Das verwundert auch nicht weiter, denn WolframAlpha basiert zu einem großen Teil auf der proprietären wissenschaftlichen Anwendung „Mathematica”. In der Pro-Version könnten die Nutzer dann nicht nur Wissen abfragen, sondern auch dessen Grundlage herunterladen, um weitere Anwendungen wie beispielsweise auch Mathematica damit zu füttern. Genaue Details und Preise sind bisher nicht bekannt.
Auch Werbung wird eine Rolle spielen. Geplant sind Anzeigen in der Sidebar und vermutlich wird es zudem Kooperationen mit anderen Unternehmen geben, vielleicht sogar mit anderen Suchmaschinenanbietern.
Fazit
Allein vom Ansatz her wird WolframAlpha kein „Google-Killer“. Google wird voraussichtlich seine herausragende Stellung im Suchmaschinenmarkt behaupten können, während WolframAlpha sich einen neuen Markt erschließen könnte. Dabei geht es dann weniger um das Auffinden von Informationen zu einem Keyword, sondern eher um einen Zugang zum Wissen.
So schön der Gedanke auch ist, sich von einer Suchmaschine jegliche Fragen beantworten zu lassen, so schwer ist auch die Umsetzung, wie die vielen semantischen Ansätze zeigen. Gelingt diese trotzdem, dürfte WolframAlpha einer blendenden Zukunft entgegensehen. Zumindest im englischen Sprachraum, denn eine Portierung der „Natural-Language-Algorithmen“ auf andere Sprachen ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Die Algorithmen müssten für jede Sprache größenteils neu entwickelt werden. Eine Herkulesaufgabe, die viel Zeit und Geld kosten wird, wenn sie denn überhaupt in Angriff genommen wird.

















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[...] damit sofort Kritik laut, dass es so ja nichts wird damit, Google abzulösen. Nun, wie auch das t3n-Magazin bin auch ich nicht der Meinung, dass es darum geht. Ja, beides sind Suchmaschinen, aber meist zu [...]
[...] gleich am Anfang mit einem vielgeschriebenen Missverständnis aufzuräumen: Wolfram Alpha ist kein Google-Killer. Hartnäckig wird immer wieder von einem [...]