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Zukunftspläne: Arbeitet Apple am iRobot?

Jede große Personalentscheidung bei wird kritisch beäugt und heizt Spekulationen über die Zukunft des Technologiekonzerns an. Wird vom neuen Chefdesigner Jony Ive mindestens eine Runderneuerung der meisten Produkte erwartet, geht die Diskussion um den neuen Ingenieur John Morrell in eine ganz andere Richtung: Seine Einstellung wirft die Frage auf, ob Apple seine Forschung im Bereich Mensch-Maschine ausweitet.

Zukunftspläne: Arbeitet Apple am iRobot?
Sollte Apple wirklich an einem Roboter-Projekt arbeiten? ©iStockphoto.com/Ociacia

Als John Morrell im vergangenen Jahr seinen Posten an der Universität von Yale aufgab, um zu Apple zu wechseln, sorgte das in Forschungskreisen für mehr als nur Erstaunen. Morrell, einer der führenden Köpfe hinter der Entwicklung des Segway und ein Genie in Sachen Robotik, wechselte zu einem Konzern, der sein Geld mit Computern, Unterhaltungselektronik und Software verdient. Gerade aufgrund der Tatsache, dass Apple kaum etwas über zukünftige Projekte verrät, heizt diese Personalie die Gerüchteküche seitdem mächtig an. „My roboticist friends think he must be working on something pretty fantastic to have quit the Yale post“, schrieb Ashlee Vance kürzlich in der Business Week. Doch was könnte das sein?

Apple muss wieder ein großer Wurf gelingen

Sollte Apple wirklich an einem Roboter-Projekt arbeiten? ©iStockphoto.com/Ociacia

Zwar hofft Vance, Morrell arbeite an etwas wirklich Wegweisendem – etwa einem Roboter für den Gesundheitsbereich oder der Weiterentwicklung des 3D-Drucks. Möglich aber sei eben auch, dass Apple es schlicht geschafft hat, einen weiteren brillanten Wissenschaftler durch Geld und Prestige an sich zu binden. Und: Wie Vance schreibt, arbeitet Morrell bei Apple unter anderem mit Doug Field zusammen, Segways ehemaligem Cheftechnologen und Apples Vize-Produktdesigner. Es gibt dort also so etwas wie ein Segway-Klassentreffen. Eine Anekdote am Rand: Apples Mitgründer Steve Wozniak ist Mitglied des Segway Polo-Teams. Nicht für alle ist das reiner Zufall.

Erstaunlich an den Berichten rund um Morrell ist die Aussage eines Insiders, der berichtet, Morrell arbeite bei Apple in der Software-Abteilung – auch das heizt die Spekulationen um neue, fantastische Produkte nur weiter an, vor allem, da Apple lange schon keinen wirklich großen Coup mehr gelandet hat. „A new TV could be a big win“ schreibt Vance weiter. „So could a wristwatch. And since Apple is so darn secretive, it may once again surprise us all. It’s certainly possible that Apple has some top-secret skunkworks cooking up amazing things.“

Der Blogger Christian Zibreg glaubt, hinter der Verpflichtung Morrells stecke mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen sei. Er bezweifelt, dass Apple hoch qualifizierte Fachleute wie Morrell für Projekte wie eine Smartwatch oder einen Apple-TV an Bord holt. Vielmehr vermutet er, Apple brauche Weltklasse-Robotiker wie ihn, um die immer stärker automatisierten Produktionsprozesse bei Foxconn, Apples Hauptzulieferer, zu optimieren. Oder Apple arbeite – um wieder in eine etwas weniger pragmatische Richtung zu denken – an etwas, das im Silicon Valley landläufig „Moonshot-Projects“ genannt wird, einem wirklich großen, überwältigenden Produkt wie Google es mit seinen selbst fahrenden Autos verfolge. „If you ask me, a gadget maker just doesn’t hire one of the most reputable robotics experts in the world to work on the Mac software“, so Zibreg. Schließlich habe Steve Jobs selbst ein Projekt namens iCar ins Gespräch gebracht, und nicht zuletzt sei Apple im Besitz so fantastischer Technologien wie LiquidMetal:

Eines zumindest ist sicher: Mit Personalien wie der Verpflichtung John Morrells bleibt Apple in den Schlagzeilen. Und wer weiß, vielleicht gelingt ihnen ja wirklich bald wieder ein großer Coup, der uns alle staunen lässt, was technisch möglich ist. Oder, wie Ashlee Vance schreibt: „Steve Jobs used to describe computers as bicycles for the mind—these appendages that pushed our thoughts further. It would be a shame if a company with hundreds of all-stars, such as Morrell, isn’t working on something more daring than the next gadget. Apple has so much cash on hand and imagination at the ready that it ought to be able to think up a truly bold idea worth its effort.“

In einem Interview mit den Yale Daily News hatte Morrell vor einem Jahr eine interessante Aussage gemacht, die rückblickend seine Motivation erklären könnte, zu Apple zu wechseln und die zeigt, über welchen Ehrgeiz der Wissenschaftler verfügt: „When you talk about manipulation, there still isn’t a robot that can pick fruit off a plant. There still isn’t a robot that can put a spoon to someone’s mouth and feed an elderly person. Manipulation is a really hard problem and we’re a long way from that. So computer devices can exert a lot of control and a computer network that’s run amok could take down the power grid and cause all kinds of problems, but we can still unplug them. They’re so far from being able to do basic manipulation tasks, which is why it’s an important research area.“

Und was glaubt ihr? Was wird Apples nächstes Großprojekt sein? Und: Wofür haben sie John Morrell wirklich eingestellt? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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7 Antworten
  1. von Benny Lava am 04.04.2013 (12:05 Uhr)

    Wenn ich mir das Video so ansehe, dann sollte Wozniak lieber öfters mal laufen, als mit dem Segway zu fahren.

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  2. von P am 04.04.2013 (12:11 Uhr)

    Mich interessiert sehr was und ob Apple LiquidMetal verwenden wird...
    Ich glaube an Apple und vielleicht hilft Apple LiquidMetal zum Durchbruch...

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  3. von Christian am 04.04.2013 (15:14 Uhr)

    Roboter, 3D-Druck, TV, automatisierte Produktionsprozesse, selbst fahrendes Auto, LiquidMetal... UFOs, Zeitmaschinen, Beamer... oder... vielleicht... könnte... sollte... und am Ende wirds das iPhone 6 ^^

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  4. von P am 04.04.2013 (15:31 Uhr)

    iPhone 6 aus liquidMetal?
    Mhmmmm ein völlig neues Produkt aus dem Meterial wäre mir lieber...

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  5. von Tim am 04.04.2013 (17:40 Uhr)

    Woher kommt der Glaube das Apple früher alle 2 Jahre mit einem revolutionären Produkt einen Markt umgekrempelt hat? Irgendwie ist die Erwartungshaltung zu hoch und der Grund Tenor in den Medien immer der selbe. Vor etwa 8 Jahren als der iPod etwas älter war gab es die selben Berichte wie jetzt.

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  6. von jan semler am 04.04.2013 (21:43 Uhr)

    Ne noch nicht Robotik, wir brauchen erst eine Basis, das Kognitive. Es ist einfach, Apple wagt sich an den heiligen Gral der Software Entwicklung: AI an eine künstliche Intelligenz. Das erkärt auch Siri.

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  7. von Marcel am 11.04.2013 (11:49 Uhr)

    In 10 oder auch erst in 20 Jahren werden wir evtl wissen woran Sie heute arbeiten und das koennen wir uns heute kaum vorstellen

    Evtl kommt ja irgendwann der I-pjet das erste selbst fliegende personal Auto

    Oder oder

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