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Zynga: Social-Games-Schmiede mit 9 Milliarden Dollar bewertet

Zynga: Social-Games-Schmiede mit 9 Milliarden Dollar bewertet

Analysten schätzen Zynga in einer aktuellen Kapitalerhöhungsrunde auf bis zu 9 Milliarden US-Dollar. Der Entwickler und Betreiber der weltweit meistgespielten , wie etwa FarmVille, Mafia Wars und CityVille, reiht sich mit dieser Bewertung nahtlos in die zuletzt erfolgten Schätzung von Social-Media-Unternehmen ein. Nun sind durchaus weitere Übernahmen und Zukäufe von kleinen Social-Games-Plattformen und Entwicklern durch Zynga zu erwarten.

Zynga: Social-Games-Schmiede mit 9 Milliarden Dollar bewertet

Zynga liegt mit den Zahlen im Trend

Die jüngsten veröffentlichten Schätzungen von Unternehmenswerten zeigen dubiose Parallelen zu längst vergangen geglaubten Entwicklungen des ersten „Internet Hypes“: Facebook wird auf mindestens 50 Milliarden US-Dollar geschätzt, Groupon auf 15 Milliarden US-Dollar und Twitter auf 8-10 Milliarden US-Dollar. Jetzt werden die Social-Games-Betreiber von Zynga ebenfalls in diesen Dimensionen gehandelt. Schließlich handelt es sich bei den drei genannten um die Top Player der Social-Media-Unternehmen – mit dem Angebot des „Social Gaming“ schließt sich dieser Reigen in aller Konsequenz.

Wie das Wall Street Journal jetzt bekannt gab, wurde das Unternehmen von Analysten in einer Finazierungsrunde auf bis zu 9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Durch diese Kapitalerhöhung sollen potenzielle Investoren, vermutet werden unter anderem Fidelity Investments und T.Rowe Price, Zynga-Anteile in Höhe von rund 250 Millionen US-Dollar erhalten. Bislang steckten Investoren rund 360 Millionen US-Dollar in die Social-Games-Schmiede, darunter auch Google.

Zynga erzielt mit seinen Social Games erstaunliche Renditen und ist längst nicht mehr nur im Internet aktiv. (Foto: JoopDorresteijn / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Noch im April 2010, als die letzte Kapitalerhöhung Zyngas erfolgte, betrug der von Analysten geschätzte Unternehmenswert 4 Milliarden US-Dollar. Bei einer gleichbleibenden erwarten eben jene Spezialisten Zyngas Börsengang innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Zynga so wertvoll wie Electronic Arts?

Die folgenden Zahlen sind durchaus beeindruckend: Zynga beschäftigt derzeit weltweit rund 1500 Mitarbeiter, von denen die Hälfte erst im letzten Jahr eingestellt wurde. Im Geschäftsjahr 2010 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 850 Millionen US-Dollar und machte dabei rund 400 Millionen US-Dollar Gewinn. Alle Achtung! Der Grund für diese Rendite ist schnell gefunden: Das Geschäftsmodell verlangt vergleichsweise geringe Investitionen und wirft durch mittlerweile 275 Millionen Spieler schnell derartige Summen ab. In den Spielen, wie zum Beispiel FarmVille, werden virtuelle Güter gegen echtes Geld getauscht und erst im letzten Jahr stellte Facebook ein eigenes „Credits“ getauftes Payment-System vor, das ein einfaches Bezahlen von netzwerkseitigen – also virtuellen – Dienstleistungen und Gütern ermöglicht; Zynga entwickelt seine Spiele mit Blick auf diesen großen und umsatzstarken Markt.

Zynga wird von Anaylsten mit bis zu 9 Milliarden US-Dollar bewertet.
Zynga ist der weltweit größte Betreiber von sogenannten Social Games auf Facebook. (Bild: appdata.com)

Zynga hat zur Zeit über 275 Millionen sogenannte „Monthly Active User“, wovon sich allein über 96 Millionen für CityVille registriert haben. FarmVille, ebenfalls von Zynga und ebenfalls erfolgreich, verfügt mit 51 Millionen aktiven Spielern nur noch über knapp die Hälfte des aktuell beliebtesten Spiels. Insgesamt ist Zynga mit CityVille das erfolgreichste Social Game auf gelungen: Der große Wurf.

Mit diesen Zahlen sehen einige Experten Zynga bereits auf einer Stufe mit Electronic Arts, das als unangefochtener Marktführer im Gaming-Sektor gilt. Für den Publisher (und Entwickler) der umsatzstärksten Konsolen- und PC-Spiele werden – zumindest für den Aktienmarkt – knapp 6,2 Milliarden US-Dollar (NASDAQ) ermittelt. Zynga wäre dort mit geschätzten 6,2 Milliarden US-Dollar (SharePost Inc.) auf Augenhöhe. Die fehlt jedoch weiterhin bei der Umsatzstärke: Electronic Arts setzte im vergangenen Jahr mit rund 3 Milliarden US-Dollar noch mehr als das Dreifache der Social-Gamer um – das wird 2011 in Anbetracht der jüngsten Entwicklung freilich nicht so bleiben.

Kurios: Noch vor kurzem erwog der Spiele-Gigant eine Übernahme von Zynga. Das dürfte wohl in diesem Jahr kein Thema mehr sein.

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Eine Antwort
  1. von Karaokephobiker am 19.02.2011 (19:33 Uhr)

    Zynga hat's echt geschafft, genau wie all die anderen großen Facebook-Game-Entwickler, die rechtzeitig angefangen haben.
    Entwicklung der Spiele kostet fast nix (weder Zeit, noch Geld - man braucht ja sichtlich nicht mal ne richtige oder neue Idee), die Server muss man nicht mal bezahlen und als Gegenleistung gibt's massig Spieler, Werbung und Werbeeinnahmen.
    Dazu kommt sicher auch noch ein schönes Sümmchen in Form von paysafecard und Co, die die Spieler in Special Items und so weiter stecken und obendrein vermarktet man dann noch Merchandise zum Easy-Game.

    Ich frag mich allerdings wirklich, ob es Gamer gibt, die diesen Games echt auf Dauer treu bleiben, weil mich persönlich hat bislang noch jedes nach spätestens ein paar Wochen gelangweilt und wurde seitdem nie wieder gestartet, und ich hab schon einige ausprobiert aus allen möglichen "Genres" ...

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