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Apple iPad
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Apple Tablet „iPad“

10.02.2010 | Kommentar schreiben »

Die Zeit des Rätselratens ist vorbei: Apple-Chef Steve Jobs hat das Apple iPad vorgestellt - das langerwartete Apple Tablet. Anhand der bislang bekannten Fakten haben wir hier einmal die wichtigsten Fragen und Antworten zum iPad versammelt. Außerdem wollen wir Eure Meinung hören: Ist es gelungen oder wird es ein schlimmer Rohrkrepierer?

Apple iPad Produktfoto

Was kostet das Apple iPad?

  • 499 US-Dollar ist der Einstiegspreis für 16 GB
  • 599 US-Dollar mit 32 GB
  • 699 US-Dollar mit 64 GB

Wenn man zusätzlich zum WLAN auf 3G-Mobilfunk zurückgreifen möchte, kostet das Gerät jeweils 130 US-Dollar mehr.

Wann kommt das Tablet auf den Markt?

In 60 Tagen ohne 3G. In 90 Tagen mit 3G.

Wann kommt das Apple iPad Tablet nach Deutschland?

Die WLAN-Modelle sollen in 60 Tagen ebenfalls „weltweit“ erscheinen. Was mit den 3G-Modellen ist, ist gerade noch nicht klar.

Welche Features hebt Apple besonders hervor?

Steve Jobs positionierte es in seiner Keynote als Alternative zu Netbooks, als Bindeglied zwischen iPhone und Macbook. Gedacht ist es fürs Webbrowsing, Musik, Games, E-Books, Fotos, Videos - und was sich die App-Entwickler noch alles einfallen lassen. Die Benutzeroberfläche ist ebenfalls ein Mittelding zwischen iPhone und Mac. Gezeigt wurden darauf Features wie Browser, E-Mail, Adressbuch, Kalender, Fotoverwaltung und Diashow sowie die Musikverwaltung auf dem Gerät samt iTunes Store. Das Apple iPad kann wie von vielen vermutet tatsächlich iPhone-Applikationen laufen lassen - laut Apple alle bereits vorhandenen 140.000. Im Zweifel werden sie hochskaliert. Gezeigt wurden unter anderem Spiele, die Facebook-App und andere Beispiele. Natürlich können die Entwickler ihre Programme auch anpassen, dafür gibt es ein neues SDK. Einige Developer hatten diese Gelegenheit bereits im Vorfeld bekommen. Gezeigt wurde u.a. Spiele, ein interessantes Malprogramm und die App der New York Times, die in der Optik an eine klassische Zeitung erinnerte, aber ergänzt eben um Features, die auf einem Gerät wie dem Apple iPad zur Verfügung stehen - Fotogalerien, Videos etc. Dem Thema E-Books widmete Steve Jobs einen eigenen Abschnitt und es gibt eine passende App dafür: iBooks. Zudem gibt es einen eigenen „iBook Store“ nur für Bücher. Ganz klar ein Angriff auf den erfolgreichen Kindle von Amazon. Vermutlich wird das Angebot hier zunächst auf US-Verlage beschränkt sein. Als Format wird ePub genutzt. Über den Kopierschutz liegen noch keine Informationen vor. Die Gerüchte um eine Multitouch-Version der Produktivitätssuite von Apple namens iWork haben sich bestätigt. Die drei enthaltenen Programme haben für das iPad eine eigene Oberfläche bekommen und umfassen wie auf dem Desktop Präsentationen („Keynote“), Textverarbeitung und Layout („Pages“) sowie Tabellenkalkulation („Numbers“). Sie sind nicht im Lieferumfang des iPad enthalten, sondern kosten 9,99 US-Dollar je Applikation. Apple iPad

Wie sind die technischen Daten?

Der Bildschirm hat eine Diagonale von 9,7 Zoll, Auflösung 1.024 x 768 Pixel. Angetrieben wird das Tablet interessanterweise wohl von einem Apple-eigenen Chip, dem Apple A4 Chip mit 1 GHz. 16, 32 und 64 GB Flash Speicher sind wie oben bei den Preisen bereits erwähnt möglich. 10 Stunden Akkulaufzeit und „einen Monat Standby“ verspricht Apple. WLAN nach 802.11n sowie Bluetooth 2.1+ EDR sind ebenfalls enthalten. Zudem gibt es wie oben erwähnt Modelle mit 3G-Mobilfunk, die dann außerdem einen GPS-Chip eingebaut haben. Hier alle technischen Daten auf der Apple-Website... In den USA gibt es für die Modelle mit Mobilfunk zwei spezielle Verträge: 14,99 US-Dollar/Monat für bis zu 250 MB Datentraffic und 29,99 US-Dollar/Monat für eine Daten-Flatrate. Diese Verträge können direkt über das iPad geschlossen werden und sind jederzeit wieder kündbar. Internationale Verträge sind vage für den Sommer angekündigt und dürften je nach Markt entsprechend unterschiedlich ausfallen. Gute Nachricht: Die Geräte sind unlocked, man kann also bei Bedarf offenbar auch eine eigene SIM-Karte hineinstecken. Schlechte Nachricht: Es muss sich wohl um eine neuartige „micro SIM“ handeln, die es bislang kaum gibt. Interessant ist ein Zubehör von Apple: ein Dock mit Tastatur. Wer also einmal längere Texte schreiben will, muss dann nicht auf die Bildschirmtastatur zurückgreifen.

Ist es nun die erwartete Revolution?

Vergleiche ich das nun vorgestellte Produkt mit den wahrscheinlichsten Gerüchten, die ich vorhin nochmal zusammengefasst hatte, ist das Apple iPad auf jeden Fall keine Überraschung. Der Preis war neben dem Namen noch das größte Rätsel und 499 Euro für den Einstieg geben einem das typische Apple-Gefühl: Ja, für das Produkt gut, an sich aber ganz schön viel und etwas mehr, als man selbst eigentlich ausgeben wollen würde... Zudem werden 16 GB sicher sehr bald knapp, angesichts der Möglichkeiten des Geräts. Also greift man doch lieber zu 32 GB. Oder 64 GB? Und dann sieht die Rechnung wieder anders aus. Das Gehäusedesign ist gelungen und schlicht, aber sicher ebenfalls keine Überraschung. Gleiches gilt für die Benutzeroberfläche. Das ganz große „Wow“-Gefühl wie nach der iPhone-Präsentation stellt sich nicht unbedingt ein. Keine Spur bislang von den angeblich so komplizierten Multitouch-Gesten, die das Tablet laut mancher Gerüchte mitbringen sollte. An der Stelle kann ich nur sagen: Gut so. „75 Millionen Menschen wissen bereits, wie man das iPad bedient“, stand auf einem Slide der Präsentation und abgebildet waren iPhone und iPod touch. Apple geht hier auf Nummer sicher. Es ist das Produkt, das man als Beobachter von Apple erwarten konnte. Es baut auf dem Erfolg von iPhone und iPod touch auf und versucht uns dazu zu verführen, für die heimische Couch etwas Neues anzuschaffen. Spiele sollen wir spielen, im Internet surfen, Mails schreiben, Fotos und Videos anschauen, Zeitung lesen. Und auch wenn es das alles gut kann und sicher die Zahl der speziell fürs iPad entwickelten Apps und Inhalte noch deutlich steigen wird: Reicht das für einen Erfolg aus? Apple iPad von vorn, hinten und von der Seite

Für wen ist das iPad überhaupt interessant?

Im Promofilm zum iPad wurde es ausschließlich im privaten Bereich gezeigt. Sicher ließen sich gerade im Business-Bereich auch viele Anwendungsfälle denken. Aber Apple sieht hier offenbar keinen Markt - oder jedenfalls keine Chance, mit seinem abgeschlossenen Ökosystem und den bisherigen Features des Tablets in diesem Markt Fuß zu fassen. Insofern ist es für den Privatanwender gedacht, der es statt seines Laptops im Sessel oder auf der Couch nutzt. Für unterwegs dürfte es nur bedingt geeignet sein. Denn das Display ist offenbar ein handelsübliches LCD und wie es scheint auch noch sehr spiegelnd. Ich selbst nutze mein Laptop bereits so, wie es für das iPad gezeigt wurde. Natürlich ist das manchmal etwas sperrig und das Apple Tablet sah hier schon deutlich eleganter und leichter aus. Aber dafür ist mein Laptop natürlich auch leistungsfähiger und noch flexibler einsetzbar. Inwiefern die Zielgruppe für die Geräteklasse Tablet überhaupt vorhanden ist, bleibt aus meiner Sicht noch immer das größte Rätsel. Wir werden es in einem Jahr wissen. Rein technisch gesehen hat Apple sicher ein gutes Produkt abgeliefert. Aber das allein reicht natürlich nicht.

Welche Alternativen zum Apple Tablet gibt es?

Sehr, sehr viele. Wie Steve Jobs schon selbst gesagt hat, ist der Markt zwischen Handy und Laptop vor einiger Zeit das erste Mal überhaupt nennenswert erobert worden: von Netbooks. Dieser Markt aber war für Apple nie interessant, denn hier entscheidet sich der Erfolg hauptsächlich über den Preis. Zudem werden interessante Betriebssysteme für Netbooks entwickelt, die zumindest auf den ersten Blick ebenfalls einen simpleren Zugang zum Gerät und seinen Funktionen bieten, wie es das OS auf dem iPad kann. Daneben wurden gerade in den letzten Wochen sehr viele Tablets anderer Hersteller angekündigt. Das geht bis hin zu den 200-Dollar-Laptops, die wiederum vor allem durch den sehr günstigen Preis interessant werden. Schaut man nur auf den Preis, konkurriert das Apple iPad natürlich auch mit ausgewachsenen Laptops. Allerdings dürfte sich diese Frage für die potenziellen Kunden gar nicht stellen, denn das iPad ist nicht als Hauptcomputer gedacht. Das sieht man schon allein daran, dass die Inhalte wie bei iPod und iPhone von einem Computer auf das Gerät gesynct werden. Also: Alternativen gibt es jede Menge. Keine von ihnen kann das nahtlose Nutzungserlebnis bieten, das Apple schaffen kann, da es Betriebssystem, Software und Hardware selbst entwickelt. Keine von ihnen hat den AppStore mit seinen zahlreichen Anwendungen und den iTunes Store mit seinen Medieninhalten. Die Frage bleibt: Interessiert das die potenziellen Käufer?Steve Jobs zeigt das Apple iPad

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