Spannendes neues Web-Startup?

Trage das Unternehmen hier ein!
« vorheriger Beitrag nächster Beitrag »

"Das Radio der Zukunft wird interaktiv, sozial und nicht-linear"

17.12.2008 | Kommentar schreiben »

13 Fragen an Frank Felix Debatin, Geschäftsführer von 1000MIKES. Auf 1000MIKES können die User ihren eigenen interaktiven Live-Radiokanal aufmachen - für die eigene Talk Show, Sportübertragung, Lesung, oder auch ganz traditionell Musik mit Moderation.

1) Wie kam es dazu, dass Du heute Geschäftsführer eines Web-2.0-Startups bist?

Als der Distefora-Konzern von Alexander Falk 2002 in die Insolvenz gerauscht ist, haben mein Co-Gründer Peter und ich und weitere Kollegen die Mobile-Sparte des Konzerns sehr günstig herauskaufen können und anschließend erfolgreich saniert, so dass wir die Firma (unter dem neuen Namen Minick) später mit ordentlichem Gewinn verkaufen konnten.

 

Als ich dann Peter im Sommer 2007 von meinen Plänen für ein "Radio 2.0"-Startup erzählt habe, war er gleich Feuer und Flamme, und mit den Erlösen aus dem Minick-Verkauf konnten wir 1000MIKES finanzieren.

 

2) Welche Technologien und Software-Lösungen sind für den Betrieb von
1000MIKES entscheidend?

Wir bauen unsere Kernkomponenten, wie zum Beispiel den Streaming Server, komplett selbst, auf der Basis von Java und diversen Open-Source-Toolkits (komplette Liste im Impressum unserer Website!). Der Grund ist folgender: Wir glauben fest daran, dass die Radio-Welt grundlegend durch das Internet transformiert wird, genau wie das andere Mediensektoren schon jetzt erleben. Das Radio der Zukunft wird interaktiv, sozial und nicht-linear (in der Programmfolge). Das kriegt man mit bestehenden Komponenten nicht rund und aus einem Guß hin.

 

3) Welche Hardware und welches Betriebssystem setzt ihr ein?

Unsere Linux-Rechner haben wir noch nie gesehen, sie werden von unserem großartigen Hoster Corpex betreut. Daher kann ich nichts über die Hardware sagen.

 

4) Dein aktuell liebstes Tool?

Das Cloud Computing ist eine außerordentlich spannende Entwicklung. Das Paradigma, dass die  Datenhaltung über zwei Jahrzehnte geprägt hat - relationale Datenbanken und Normalisierung - wird abgelöst. Ein historischer Zeitpunkt!

 

Sehr spannend auch ist die Entwicklung auf dem Client. Flash, Silverlight & Co gegen das Open Web vertreten durch JavaScript und die großen JS-Bibliotheken. Wir selbst setzen sowohl Flex (Flash für echte Männer) und Dojo als JS-Bibliothek ein (wenn auch JQuery rückblickend vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre). Java auf dem Client habe ich - schweren Herzens - abgeschrieben.

 

5) Was war technologisch gesehen bisher Dein schlimmster Albtraum?

Das 5-Millionen-Euro Outsourcing Projekt nach Indien. Die Inder hatten die Spezifikation selbst geschrieben, da die deutschen Projektleiter während ihres Aufenthalts in Indien das Hotelbadezimmer nicht verlassen konnten. Als die Software nach drei Jahren abgeliefert wurde, hat sie weder das getan was es sollte, und selbst das was sie nicht tun sollte aber tat, war völlig fehlerhaft und um Größenordnungen zu langsam. Ich wurde als Berater gerufen, um das Projekt zu retten, aber es war aussichtslos.

 

6) Deine größte Baustelle im Moment?

Wir bräuchten mehr Presse. Es ist sehr schwierig, in die Presse zu kommen.

 

7) Welches Feature würdest Du gerne mal implementieren?

Ich würde gerne alle Inhalte des Archivs der Öffentlich-Rechtlichen per Dekret unter freie Lizenzen stellen und eine Schnittstelle dazu bauen.

 

8) Das schlimmste als Geschäftsführer ist...?

Ich freue mich immer über jeden, der mit offenen Augen durch die Welt geht, und es quält mich, wenn Menschen die Scheuklappen aufsetzen und hohle Argumente bemühen, um sich nicht bewegen zu müssen.

 

9) Was machst Du, wenn Du mal nicht vorm Rechner sitzt?

Meine Tochter Pia und mein Sohn Felix halten mich auf Trab.

 

10) Mac or PC?

PC.

 

11) Was wird der nächste große Hype im Web?

Eine Zeitlang war ich der Ansicht, daß jetzt die "Widget-Economy" kommt, und Websites sich immer mehr in Mashups transformieren. Ist aber immer noch nicht absehbar...

 

12) Wie heißt deine Lieblingswebsite zum Thema Web 2.0 und Webentwicklung?

Ich benutze Netvibes als Feed Reader, und habe mir dort verschiedene Seiten zu Themen wie "Marketing", "Technologie", "Startup-Szene", "Radio", "Hamburg" und so weiter eingerichtet, mit jeweils 10 bis 20 Feeds.

 

13) Vermisst du einen CTO?

Ein guter CTO schlägt die Brücke zwischen Markt und Technologie. Erfolgreiche Produkte im Internet müssen dem Nutzer einen Mehrwert bieten und sich an den jeweiligen technischen Rahmenbedingungen ausrichten. Das erste Kriterium ist Gegenstand jeder Sonntagsrede, das zweite wird andauernd übersehen. Fast alle erfolgreichen IT- und Internetfirmen wurden von Gründern mit tiefgreifendem technischen Verständnis geprägt: SAP, Microsoft, Google, E-Bay, Amazon. Ohne das kommt man nicht weit.

 

Trotzdem vermisse ich einen guten Vertriebler.

 

Wer Frank Felix bei seiner Arbeit über die Schultern schauen möchte, kann ihm
bei friendfeed.com/ffd folgen oder den Live On Air-Blog per RSS abonnieren.

« zurück

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar schreiben

Eingefügte Links sind nach dem Absenden automatisch klickbar.

Sicherheitscode