12 Fragen an Paul E. Sevinç, CTO von Doodle. Mit Doodle findet man einfach Termine für jegliche Gruppenanlässe. Doodle ist ein kostenloser Web-Dienst, der weder eine Registrierung noch eine Softwareinstallation erfordert.
Wie kam es dazu, dass Du heute CTO eines Web-2.0-Startups bist?
Als Michael Näf, der Doodle-Erfinder und heutige CEO von Doodle, und ich Ende 2006 beschlossen, aus seinem Freizeit-Projekt Doodle eine Firma zu machen, hatte ich mehr Industrie-Erfahrung in der Software-Entwicklung als Michael. Da war es naheliegend, dass ich die Entwicklung von Doodle verantworte und wurde deshalb CTO.
Welche Technologien und Software-Lösungen sind für den Betrieb von Doodle entscheidend?
Doodle ist in Java programmiert und läuft innerhalb von Tomcat. Als DBMS verwenden wir MySQL, wobei wir für das O/R-Mapping Hibernate einsetzen. Für die Generierung der Web-Seiten stützen wir uns auf JSF (und zwar auf MyFaces) mit Facelets. Für unsere RESTful API haben wir ein einfaches Servlet implementiert (wobei ich heute eher Jersey, Suns Referenzimplementierung von JAX-RS, bevorzugen würde). Seit wir ein Outlook-Plugin anbieten, entwickeln wir übrigens auch auf Basis der .NET-Plattform.
Welche Hardware und welches Betriebssystem setzt ihr ein?
Die Server und ihre Anbindung ans Internet mieten wir bei einem Schweizer Provider und betreiben sie unter Debian Linux.
Dein aktuell liebstes Tool?
Ein Lieblingstool im engeren Sinn habe ich nicht. Aber das Werkzeug oder in dem Fall eher die Werkzeugplattform, die ich am intensivsten einsetze, ist sicher Eclipse.
Was war technologisch gesehen bisher Dein schlimmster Albtraum?
Bisher ist der Gott sei Dank ausgeblieben! Wir haben nicht einmal ein Bugtracking-System, da sich sein Einsatz nicht lohnen würde. Nach unseren monatlichen Releases tauchen zwar manchmal schon ein, zwei Problemchen auf, aber die beheben wir dann einfach sofort.
Deine größte Baustelle im Moment?
In den letzten zwei Jahren ist die Code-Basis von Doodle immer komplexer geworden, so dass wir sie kürzlich explizit modularisiert haben. Jetzt gilt es, einen Teil des Codes einem Refactoring zu unterziehen, so dass die Modulgrenzen respektiert und die Modulabhängigkeiten minimiert werden.
Welches Feature würdest Du gerne mal implementieren?
Ich persönlich wäre mit Doodle in seiner heutigen Form wunschlos glücklich. Netterweise lassen uns unsere Benutzer aber wissen, was sie sich wünschen und bestimmen damit maßgeblich unseren Entwicklungsplan. Dieses Jahr steht zum Beispiel im Zeichen der Kalenderintegration, wie man schon anhand unseres bereits erwähnten Outlook-Plugins und unseres ICS-Feeds sehen kann.
Das Schlimmste als CTO ist ...?
... dass man technologisch so breit informiert sein muss, dass man nicht mehr bei allen Technologien so tief eintauchen kann, wie man gerne würde.
Was machst Du, wenn Du mal nicht vorm Rechner sitzt?
Ich treibe etwas Sport, lese sehr viel (Trivialliteratur) und gehe ab und zu ins Kino.
Mac or PC?
Privat verwende ich einen Mac (auf dem ich zu Hause auch für Doodle entwickle) und im Büro einen PC.
Was wird der nächste große Hype im Web?
Hoffentlich endlich Micropayment, da es immer mehr tolle Web-Dienste gibt, für die die Finanzierung über Werbung nicht nachhaltig ist, aber für die man gerne einen Kleinstbetrag aufwenden würde. Und sehr viele Cents ergeben bei sehr vielen Benutzern dann halt auch viele Euros.
Wie heißt deine Lieblingswebsite zum Thema Web 2.0 und Webentwicklung?
Eigentlich habe ich keine. Wir haben uns innerhalb von Doodle so abgesprochen, dass Reto, unser VP of Product Management, u.a. regelmäßig TechCrunch liest, Michael ReadWriteWeb und ich heise online und wir uns auf interessante Artikel hinweisen.
Weitere Informationen zu Doodle gibt es unter http://www.doodle.com/blog/
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