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"Die nächste Veränderung im Web wird die Emanzipation der Nutzer(innen) sein"

14.04.2009 | Kommentar schreiben »

12 Fragen an Nico Lange, CTO von Backpacking.de, einer Wissensdatenbank von Backpackern für Backpacker. Die Plattform bietet unter anderem aktuelle Reiseinfos, Bilder und persönliche Berichte. Außerdem können Backpacker Bewertung von Unterkünften einstellen und ein persönliches Reisetagebuch führen.

Wie kam es dazu, dass Du heute CTO eines Web-2.0-Startups bist?

Ich bin studierter Medieninformatiker und arbeite bereits seit mehreren Jahren in der Webentwicklung. Am Ende meines Studiums entstand Backpacking.de in meinem Kopf aufgrund des konkreten Bedürfnisses nach "Rundum-Informationen" von anderen Travellern aus aller Welt. Was mir gefehlt hat, ist ein zentrales Internetportal für Backpacker wie mich, die auf der Suche nach wirklichen Geheimtipps sind und sich dabei nicht auf veraltete Reiseführer verlassen wollen. Mit der Hilfe vieler Personen wurde diese Idee weiterentwickelt und steht nun auf festen Beinen.

 

 

Welche Technologien und Software-Lösungen sind für den Betrieb von Backpacking.de entscheidend?

Im ersten Schritt hatten wir das komplette Portal auf Java-Basis aufgebaut. Dabei kamen Spring, Tapestry und Hibernate zum Einsatz. Leider ist die Entwicklung auf dieser Basis sehr zeitaufwändig. Aus diesem Grund sind wir auf Ruby on Rails umgestiegen. Mittlerweile nutzen wir für den Aufbau und die Gestaltung des Backpacking.de Portales ausschließlich Open-Source Software. Backpacking.de wird jetzt mit der Programmiersprache Ruby und dem Framework Ruby on Rails entwickelt. Einige Module sind in Java geschrieben und über RJB ans Ruby Backend gekoppelt. Allerdings sind diese aber eher im Backend-System vorzufinden.

 

Welche Hardware und welches Betriebssystem setzt ihr ein?

Unsere Server und Entwicklungsrechner laufen unter Debian und Ubuntu Linux. Als Datenbank wird PostgreSQL genutzt und für die indizierte Volltextsuche nutzen wir Sphinx. Als Webserver nutzen wir nginx und mongrel. Das gesamte Paket läuft auf einem Server mit einer Ahtlon64 3500+ CPU und 2 GB RAM.

 

Dein aktuell liebstes Tool?

Der Browser, um unsere Ergebnisse zu betrachten. ;)

 

Was war technologisch gesehen bisher Dein schlimmster Albtraum?

Wir haben eine ganze Weile vor dem Umstieg auf Rails gezögert. Es war uns allen klar, dass dieser Umstieg nicht nur einen Mehraufwand bedeutet, sondern auch eine Verzögerung des Starts um ca. ein halbes Jahr nach sich ziehen würde. Aber nachdem wir eine Stunde am Tag für das Kompilieren des Quellcodes brauchten, war die Entscheidung unumgänglich. Heute sind wir mit dieser Entscheidung sehr zufrieden.

 

Deine größte Baustelle im Moment?

Unser Portal ist eine ständige Baustelle. Wir haben immer neue Ideen und auch von unserer Community bekommen wir regelmäßig Feedback, was in die Entwicklung mit einfließt. Ein großer Schritt wird die Umstellung auf Rails 2.2 sein. Dies wird daher wohl eher erst Mitte des Jahres vollzogen sein.

 

Welches Feature würdest Du gerne mal implementieren?

Ich persönlich würde gerne die Möglichkeit implementieren, Fotos zu den Länder- und Städteinformationen hochzuladen. Klingt einfach, aber damit es wirklich schick zu bedienen ist und gut funktioniert, ist eine Menge Arbeit notwendig.

 

Das Schlimmste als CTO ist...?

... der Nachwuchs. RoR-Entwickler sind immer noch sehr rar und das ist für mich das größte Problem an Rails. Allerdings kann ich mich auch noch an Zeiten erinnern, als mir ähnliche Situationen im PHP-Umfeld das Leben schwer machten. Ich habe also Hoffnungen, dass sich hier in den nächsten Jahren etwas tut.

 

Was machst Du, wenn Du mal nicht vorm Rechner sitzt?

Backpacken natürlich. Leider ist die Zeit für längere Reisen mittlerweile etwas knapp, daher trifft man mich zur Zeit eher bei einem Kurztrip in verschiedenen Städten Europas. Weiterhin laufe ich, tauche und spiele Gitarre, ...

 

Mac or PC?

Ich bin Befürworter einer heterogenen IT-Landschaft. Persönlich arbeite ich mit einem Mac. Ein Teil in unserem Team nutzt den PC unter Windows, ein Teil den PC unter Linux. Der Rechner ist für mich nur das Werkzeug, um eigene Kreativität beim Programmieren zu unterstützen.

 

Was wird der nächste große Hype im Web?

Die nächste Veränderung im Web wird die Emanzipation der Nutzer(innen) sein. Zur Zeit scheint es, dass trotz der gegebenen Möglichkeiten oft nur konsumiert wird. Die Besucher werden in den nächsten Jahren lernen müssen, zwischen guten und schlechten Informationen zu unterscheiden. Es wird daher wahrscheinlich nicht mehr reichen, nur eine schicke Seite mit ein paar Community-Funktionalitäten ins Netz zu stellen.

 

Wie heißt deine Lieblingswebsite zum Thema Web 2.0 und Webentwicklung?

Ich haben keine Lieblingsseite im Netz. Ich abonniere verschiedenste Blogs und lösche diese auch wieder, wenn die Inhalte nicht mehr meinem aktuellen thematischen Fokus entsprechen.

 

Wer Nico bei seiner Arbeit über die Schultern schauen möchte, kann den Backpacking-Blog per RSS abonnieren.

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