"Heute gilt es, Probleme von heute zu lösen."
12 Fragen an Simon Stücher, CTO von Billomat, einer Online-Rechungsverwaltung. Mit Billomat kann man Rechnungen schreiben, generieren, sortieren oder drucken. Das Unternehmen aus Herdorf zeigt überfällige Rechnungen an, stellt die Umsatzentwicklung dar und bietet außerdem eine einfache Kundenverwaltung an.
1) Wie kam es dazu, dass Du heute CTO eines Web-2.0-Startups bist?
Als selbstständiger Webentwickler war ich auf der Suche nach einer einfachen Lösung, Rechnungen webbasiert zu verwalten. Als ich nicht fündig wurde, habe ich mich eben hingesetzt und zusammen mit Steve Mattuschka Billomat konzipiert.
Da ich der Technikmensch in unserem Team bin, blieb mir also gar nichts anderes übrig, als die Stelle des CTO auszufüllen. Obwohl ich solche Bezeichnungen eigentlich nicht so mag. Außerdem ist man als Gründer sowieso Mädchen für alles, auch wenn es natürlich Schwerpunkte gibt.
Vielleicht liegt es aber auch an meiner Faulheit: Anstatt jedes Mal das Rad neu zu erfinden, setzte ich mich lieber hin und versuche, Probleme zu abstrahieren und somit wiederverwertbare Lösungen zu schaffen.
2) Welche Technologien und Software-Lösungen sind für den Betrieb von
Billomat entscheidend?
Billomat setzt wo immer es geht auf Open Source. Das ist nicht nur eine philosophische Frage, sondern hat auch enorme betriebswirtschaftliche Vorteile. Wir setzen z.B. auf PHP, Apache, MySQL und die üblichen Verdächtigen. Aktuell sind wir dabei, auf das ZEND Framework zu migrieren.
3) Welche Hardware und welches Betriebssystem setzt ihr ein?
Die Frage nach der Hardware wird in Zeiten von Virtualisierung und Cloud Computing immer uninteressanter, vor allem im Web. Zuverlässig soll sie sein, ansonsten habe ich da keine Präferenzen. Als Server-Betriebssystem kommt bei uns allerdings ausschließlich Linux in Frage.
4) Dein aktuell liebstes Tool?
Das iPhone. Auf so ein Gerät habe ich schon vor Jahren gewartet.
5) Was war technologisch gesehen bisher Dein schlimmster Albtraum?
Ich hatte bisher das Glück, noch keinen Alptraum erleben zu müssen. Einen Fehler, den ich aber immer wieder mache, ist zu lange auf Feature X oder Y zu warten, bis ich mich für ein Tool entscheide. Das ist Quatsch. Wichtig ist, sich überhaupt zu entscheiden und dann sein Ziel zu verfolgen. Man darf sich nicht zu viele Gedanken um Probleme machen, die irgendwann in der Zukunft auftreten könnten. Heute gilt es, Probleme von heute zu lösen.
6) Deine größte Baustelle im Moment?
Das ist im Moment noch streng geheim...
7) Welches Feature würdest Du gerne mal implementieren?
Flux-Kompensator oder Fliwatüüt. Nein, im Ernst: Die eierlegende Wollmilchsau wird es nie geben. Spezialisierten Nischenprogrammen wird die Zukunft gehören. Für alles andere gibt's SAP. Für mich sind die Soft-Skills einer Anwendung meistens mehr wert, als eine Fülle von nicht benutzbaren Funktionen.
8) Das schlimmste als CTO ist...?
Das Schwierigste ist, alle Wünsche unter einen Hut zu bringen. Bei vielen Anforderungen fehlt es am nötigen Weit- und Überblick für das große Ganze, den man als Entwickler aber immer im Hinterkopf haben muss.
9) Was machst Du, wenn Du mal nicht vorm Rechner sitzt?
Biken und Würfel stapeln (aka Dice Stacking). Letzteres mündet aber regelmäßig in Würfelgeschossen...
10) Mac or PC?
Definitiv Mac.
11) Was wird der nächste große Hype im Web?
Mobile Dienste und Anwendungen. Das iPhone zeigt dabei, was heute schon möglich ist. Was noch fehlt, sind einfache und bezahlbare Datentarife für die Masse.
12) Wie heißt deine Lieblingswebsite zum Thema Web 2.0 und Webentwicklung?
SVN von 37signals (http://www.37signals.com/svn/)
Wer Simon bei seiner Arbeit über die Schultern schauen möchte, kann ihm
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