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Android 6.0 Marshmallow: Download, Release, Features

Am 5. Oktober 2015 hat Google Android 6.0 Marshmallow in der finalen Version für seine Nexus-Geräte offiziell freigegeben. Damit fiel der Startschuss für die neueste Software-Süßspeise aus Mountain View. Was das mobile OS an Neuerungen mit sich bringt, fassen wir an dieser Stelle zusammen.

Android 6.0 Marshmallow: Fast wie Lollipop, nur besser

Mit Android 6.0 Marshmallow hat Google eine von Grund auf überarbeitete Version seines 2014 veröffentlichten mobilen Betriebssystems Androd 5.0 Lollipop im Köcher. Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete es im Zuge der Vorstellung auf der Google I/O 2015 als ein „Politur-Update“, mit dem die vielen Bugs behoben werden, die in Lollipop vergessen wurden. Marshmallow solle aber nicht nur bugfrei sein, sondern das OS wieder auf ein neues Qualitäts-Niveau heben – Android 5.0 konnte diesbezüglich nicht überzeugen.

Mit dem Marshmallow-Update erhält überdies Googles Designsprache Material Design eine weitere Verfeinerung und neue Animationen. Laut Dave Burke, VP of Engineering bei Google, wurde das Marshmallow-Update auf insgesamt sechs Pfeiler gestellt.

Android 6.0 Marshmallow bringt granulares Rechtemanagement für Apps

android-6-0-marshmallow-app-rechteAndroid 6.0 Marshmallow bringt endlich die Verwaltung von App-Berechtigungen. (Screenshot: Google)

Unter Android funktionerte das Rechtemanagement von Apps bisher nach dem Motto „Friss oder stirb.“ – Entweder man installiert sich eine App und nimmt alle von der Anwendung gefordertern Rechte billigend in Kauf, oder man installierte die App einfach nicht. Android 6.0 bringt endlich die Lösung, denn Google hat seinem neuesten OS eine umfangreiche Zugriffsregelung verabreicht, mit der der User vor dem ersten Start der App einstellen kann, auf welche Systemfunktionen und Daten die jeweilige Anwendung zugreifen kann und auf welche nicht. So muss beispielsweise eine Taschenlampen-App keinen Internetzugriff besitzen, oder SMS senden können. Auf die Kamera muss die App aber schon zugreifen können, da das LED-Licht der Kamera benötigt wird. Folgende Berechtigungsarten können unter Android Marshmallow geregelt werden:

  • Telefonfunktion
  • SMS
  • Kalender
  • Kamera
  • Mikrofon
  • Kontakte
  • Standort
  • Sensoren

Falls eine Berechtigung versehentlich zu setzen vergessen wurde, kein Problem, denn unter den App-Einstellungen ist eine nachträgliche Korrektur möglich.

Android 6.0 Marshmallow: Das Web und native Apps wachsen enger zusammen

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Die Chrome-Custom-Tabs lassen Web und Apps unter Android 6.0 Marshmallow enger zusammenwachsen. (Screenshot: Google)

Was schon unter Android 5.0 Lollipop mit der App-Indexing-Funktion anfing, wird mit Marshmallow weitergeführt. Denn die sogenannten „Chrome-Custom-Tabs“ lassen einen Tab im Chrome-Browser so aussehen als sei er eine App. Der Tab ist dabei ein Overlay über der eigentlichen App. Mithilfe dieser Funktion ist es unter anderem möglich, ohne Umwege auf Log-In-Daten zuzugreifen, die im eigenen Google-Konto abgelegt sind. Außerdem kann man sich so die Autovervollständigungs-Funktion des Browsers zunutze machen. Eine weitere Verschmelzung von Web und Apps liefern die „App-Links“. Diese Funktion beschleunigt den Wechsel zwischen verschiedenen Apps. Ein Beispiel: Klickt ein User in einer Anwendung oder im Browser auf einen Link zu Twitter, wird er aktuell gefragt, ob er den Link im Browser oder in einer installierten Twitter-App angezeigt bekommen will. Integriert ein Entwickler das App-Link-Feature in seine App, wird dieser Schritt übersprungen, sodass die Anwendung – in diesem Fall Twitter - automatisch geöffnet wird.

Android 6.0 mit nativer Unterstützung für Fingerabdrucksensoren

Fingerabdrucksensoren werden unter Android 6.0 Marshmallow nativ unterstützt (Screenshot: Google)Fingerabdrucksensoren werden unter Android 6.0 Marshmallow nativ unterstützt (Screenshot: Google)

Android 6.0 hat nicht nur Software-Features im Schlepptau, sondern auch auf der Hardwareseite gibt es Neuerungen: Die neueste OS-Iteration bringt native Unterstützung für Fingerabdruckleser. Mit der Veröffentlichung einer einheitlichen Programmierschnittstelle (API) beabsichtigt Google dem Wildwuchs der vielen Fingerabruckscanner-Lösungen Herr zu werden. Jeder Hersteller, der Smartphones mit entsprechender Hardware anbietet, hat eigene proprietäre APIs parat. Durch die neuen APIs könnten diese Einzellösungen der Hersteller bald der Vergangenheit angehören. Die ersten Geräte, die auf die neuen Marshmallow-APIs zugreifen, sind das Nexus 6P und das Nexus 5X. Mithilfe der rückseitig angebrachten Fingerabdruckleser kann einerseits das Smartphone entriegelt werden. Anderererseits ist es auch möglich per Android Pay – Googles eigener Bezahldienst – zu bezahlen. Auch der Kauf von Apps im Play Store kann per Fingerzeig vonstatten gehen. Android Pay zählt im Grunde auch zu den sechs Eckpfeilern von Android 6.0 Marshmallow. Allerdings steht der Dienst auch auf Smarthones mit älteren Android-Versionen zur Verfügung. Aktuell ist dieser jedoch nur in den USA verfügbar.

Android 6.0 Marshmallow: Doze verbessert Akku-Standby

android-6-0-marshmallow-dozeDoze soll eine längere Standby-Zeit unter Marshmallow liefern (Screenshot: Google)

Mit Lollipop hatte Google sein Energiemanagement-Tool „Project Volta“ eingeführt, der leider keine merkliche Verbesserungen in puncto Akkulaufzeit mit sich brachte. Das neue Marshmallow-Feature „Doze“ hingegen soll Besserung bringen, allerdings nur bei der Standby-Zeit – aber immerhin. Befindet sich ein Smartphone im Ruhemodus, so werden viele Apps kurzerhand „schlafen“ gelegt, lediglich die wichtigsten Anwendungen können noch Daten empfangen. In den Akku-Einstellungen habt ihr die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Anwendungen von Doze schlafen gelegt werden. Im ersten Test mit Android 6.0 auf dem Nexus 5 liefert das neue Feature ordentliche Ergebnisse – die Standby-Zeit wurde auf ein Vielfaches angehoben.

Android 6.0 Marshmallow bringt USB-Typ C und mehr

android-6-0-marshmallow-usb-typ-cBeidseitig einstöpselbar: Android 6.0 versteht sich mit USB Typ C. (Bild Google)

Mit Android 6.0 hält der neue Standard USB 3.1 Typ C Einzug. Im Unterschied zum microUSB-Port, ist der neue Anschluss bidirektional einsteckbar, sodass der Stecker nicht falsch herum eingestöpselt werde kann. Abgesehen von diesem positiven Effekt, wird der USB-Standard langfristig microUSB-Ports ersetzen und in vielen weitere Geräten zum Einsatz kommen. Darüber hinaus können Smartphones, Tablets, oder Chromebooks mit USB Typ C andere Geräte mit Strom versorgen und so praktisch als Akkupack fungieren. Weiter hervorzuheben ist die neue Lautstärkeregelung, mit der die Lautstärkestufen von Medien, Rufton und Wecker wieder leichter separat geregelt werden können. Des Weiteren hat Google sein Textauswahl-Werkzeug unter Android verbessert: Der App-Drawer des Google Now-Launchers scrollt neuerdings vertikal und nicht mehr horizontal. Auch die Schnelleinstellungen lassen sich nun per System UI-Tuner nach eingenen Vorstellungen anpassen. Das neu eingeführte Feature Google-Now-on-Tap bietet zudem per Knopfdruck kontextsensitive Informationen und vieles mehr – leider nur in englischer Sprache.

Android 6.0 Marshmallow: Download und Updates

Seit dem 5. Oktober stehen Systemabbilder (Factory Images) für einige Nexus-Modelle auf Googles Servern zum Download bereit. Smartphones und Tablets anderer Hersteller werden nach und nach mit Marshmallow ausgestattet. Eine Übersicht der Geräte, die ein Update auf Android 6.0 erhalten werden, haben wir in einem separaten Artikel zusammengestellt.

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