Blog | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Blog 2015-05-28T06:31:08Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/blog „Wir werden eine lebendige Siri in der Hosentasche haben“ – 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 16] http://t3n.de/news/lebendige-siri-hosentasche-haben-612972/ 2015-05-28T06:31:08Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Peter Pauls, Chefredakteur …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Peter Pauls, Chefredakteur des Kölner Stadt-Anzeigers.

Angefangen hat für Peter Pauls alles in der Umbruchredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers, zu Zeiten des Bleisatzes. Dort hat er während seines Studiums gearbeitet. Heute ist Pauls Chefredakteur des Stadt-Anzeigers, wohl eine der wichtigsten Tageszeitungen im Großraum Köln. Prägend, so sagt er, sei vor allem seine Zeit als Lokalredakteur gewesen. „In jedem Bereich, in dem ich später gearbeitet habe, egal ob als Auslandskorrespondent, Politikchef oder Chefredakteur, ist mir meine Zeit als Lokalredakteur begegnet.“

Seine gesamte bisherige journalistische Laufbahn absolvierte der heute 62-Jährige beim Kölner Stadt-Anzeiger. „Ich hatte das Privileg, dass ich bei dieser Zeitung wirklich alles machen durfte.“ Sieben Jahre war Pauls die rechte Hand von Herausgeber Alfred Neven DuMont. Eine Zeit, in der er ungemein viel gelernt habe, auch über die wirtschaftliche Seite des Berufs. Schon in jungen Jahren engagierte er sich bei der Zeitung seiner Schule. „Ich war immer schon der Meinung, wenn ich etwas schreibe, sollten andere Menschen das auch ruhig lesen können.“ Studiert hat Pauls Germanistik und Sozialwissenschaften, ab 1980 volontierte er beim Stadt-Anzeiger. Im Anschluss war er Redakteur in Bergisch Gladbach, dann stellvertretender Lokalchef.

Peter Pauls zur Zukunft des Journalismus.
Peter Pauls zur Zukunft des Journalismus.

Später wechselte der Journalist ins Politikressort, das er ab 1993 leitete. Es folgte eine Zeit im Ausland – Pauls war drei Jahre lang Afrika-Korrespondent –, bevor er 1999 nach Köln zurückkehrte. Seit 2009 ist er Chefredakteur des Stadt-Anzeigers. Unter seiner Leitung führte das Haus 2013 einen neuen Newsdesk ein, für den die Redaktionsstruktur umgekrempelt wurde. Die Arbeit von Print und Online sollte enger miteinander vernetzt sein. Denn lange seien die Online-Angebote kein gleichberechtigter Bestandteil der täglichen redaktionellen Entscheidungen gewesen, wie Pauls in einem Interview mit dem Magazin „drehscheibe“ erklärt. Bei der Eröffnung machte sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ein Bild der neuen Nachrichtenzentrale, kurze Zeit später auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Interview erklärt Peter Pauls, warum Medienhäuser sich auf lange Sicht mit anderen zusammenschließen müssen und welche Vorteile lokale Nachrichtenanbieter in der Informationsflut haben.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Eigentlich gelten die klassischen Tugenden. Journalismus soll unabhängig sein, frei von Interessen Dritter. Er soll investigativ sein, mit dem Journalisten als Nachrichten-Makler. Das sind die Komponenten, die meiner Meinung nach unabdingbar sind. Es ist ein begrüßenswerter Trend, dass die Unabhängigkeit des Journalisten heute stärker betont wird als noch in meiner Jugend. Damals glaubte man, den eigenen Standpunkt immer einbringen zu müssen. Wir sollten heute schnell, sachgerecht und unabhängig informieren.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Es gibt viele Trends, das Feld ist fast unüberschaubar. Natürlich ist die mobile Ansprache im Augenblick der Haupttrend, den ich sehe. Ich werde informiert über mein mobiles Endgerät, mein Smartphone. Durchsetzen wird sich – ganz abstrakt gesprochen – eine wirtschaftlich darstellbare Lösung: Wie informiere ich Menschen schnell, sachgerecht und unabhängig? Und vor allem: Wie verdiene ich Geld damit?

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

„Ein Abend in der richtigen Kneipe kann mehr Erkenntnis und Rechercheanlass bieten als ein Tag am Schreibtisch.“

Wir recherchieren national, im Bundesland, in der Region und im Lokalen bis in die Stadtviertel hinein, die Sub-Lokalität. Ich bin gebürtig Lokalredakteur, war auch viele Jahre Auslandskorrespondent. Aber meine prägenden Jahre habe ich im Lokalen erlebt. Im Grunde schlägt nichts die Erkenntnis, dass ein Abend in der – natürlich richtigen – Kneipe mit einer Unterhaltung mehr Erkenntnis und Rechercheanlass bieten kann als ein ganzer Tag am Schreibtisch. Das heißt, es geht darum, die relevanten Themen für unsere Kunden, für unsere Leser im realen Leben zu finden. Dabei kann Social Media eine ganz enorme Hilfe sein, weil ich Gesprächspartner finden und schnell Rückmeldung bekommen kann. Letztlich ist Social Media aber auch nur ein Hilfsmittel, um sich der Wirklichkeit zu versichern.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Digital machen wir die Erfahrung, dass es den richtigen Inhalt eigentlich nur zum richtigen Zeitpunkt gibt. Anders gesagt: Ich will dann essen, wenn ich auch Hunger habe. Auf der einen Seite gibt es reine Aktualität – ein furchtbares Erdbeben in Nepal, der Absturz der Germanwings-Maschine –, die es schnell zu vermitteln gilt. Davon abgesehen wird die Kunst darin bestehen, bei anderen Inhalten stärker zu erkennen, wann die Mehrheit unserer Leser oder Nutzer diesen bestimmten Inhalt wünscht und wann nicht.

„Eine Zeitung zu machen ist im Grunde genommen eine Wette.“

Das ist faszinierend. Ein Beispiel: An einem Wochenende sind Informationen nach außen gedrungen, dass die wissenschaftliche Kommission, die die Arbeit des Bundesfinanzministeriums begleitet, sich der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten angenommen hat. Wir hatten für die Montagausgabe einen Agenturbericht im Blatt, den wir auch online gestellt haben. Wir hatten online enormen Erfolg mit diesem Bericht, weil das Thema viele Menschen interessierte – das kann man ja messen. Wir hatten dann nachfolgende, qualitativ hochwertige Berichterstattung, die wir selber gemacht haben. Und dennoch haben wir feststellen müssen, dass das Interesse nach diesem schnellen Aufflackern schon zurückging. Sie fragten, was man künftig tun muss: punktgenau die richtigen Inhalte liefern!

Eine Zeitung zu machen ist im Grunde genommen eine Wette, bei der es heißt: „Ich gehe mal davon aus, das wird die Mehrheit unserer Leser in dieser Form interessieren“. Digital arbeitet man anders. Sie finden ganz schnell heraus, ob das, was Sie servieren, Anklang findet. Das ist im Grunde, als ob Ihnen jemand sagt: „Schmeckt mir, schmeckt mir nicht.“ Und dann müssen Sie reagieren. Dann müssen Sie schauen, wie geht das weiter, wie behandeln wir das weiter?

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Weil bei technischen Lösungen ein hoher Aufwand erforderlich ist, werden wir uns in größeren Einheiten mit anderen zusammentun müssen, um sie umzusetzen. Wir stehen kurz davor, dass es automatische Übersetzungsprogramme gibt und man in internationale Nachrichtenströme einspeisen kann. Das ist nicht Jules Verne. Davon sind wir zwei, drei technologische Schritte entfernt. Um Teil davon zu werden, können wir nicht eine Vielzahl von insularen Lösungen allein in einem deutschen Markt haben. Wir brauchen Standardisierung, wo sie notwendig ist. Das Stoppschild ist beispielsweise international. Sie wissen – in welchem Land Sie auch immer sind – das ist ein Stoppschild. Das wussten Sie vor 40 Jahren nicht, da sah unser Stoppschild anders aus. Wir werden die Regeln international einheitlich definieren müssen.

Dort, wo es kulturelle Unterschiede in der Behandlung von Nachrichten und der Verbreitung von Inhalten geht, müssen wir die bleiben, die wir sind. Aber wir werden nur Teil einer auch technologischen, internationalen Community werden, wenn wir uns in der notwendigen Weise diesem System anpassen. Das wird nur gehen, indem wir eine nationale Lösung finden. Heute haben alle VHS-Videorekorder – und selbst VHS-Videorekorder sind Vergangenheit –, von Video 2000, der überlegenen Grundig-Lösung, spricht keiner mehr. Das ist eine Fußnote der technologischen Entwicklung.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Wenn ich es mir einfach mache, dann sage ich: nach dem klassischen Modell. Jemand bezahlt dafür, dass ich ihm eine Information gebe. Wir müssen feststellen: Das Zeitungsmodell ist analog. Sie haben eine Zeitung gekauft, weil Sie zum Beispiel eine Wohnung gesucht haben oder ein Auto kaufen wollten. Das ist weg. Sie müssen mit Ihrer Information heute überzeugen und zeigen: Was wir jetzt liefern, ist dem Nutzer, dem Kunden entweder ein Micro-Payment wert oder auch ein Abonnement. Darauf wird es so oder so hinauslaufen. In welcher Organisationsform das wirtschaftlich stattfindet, kann ich nicht sagen. Und als Journalist habe ich auch genug mit dem journalistischen Feld zu tun. Dort will ich erfolgreich sein.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Ich glaube, dass wir ein Mobilangebot erleben werden, das informiert, unterhält und uns in einem viel größeren Maße informiert, als wir uns das heute vorstellen können. Ich glaube, dass sich der Informationsbegriff fundamental verändern wird. Wir werden da eine Art Partner in der Tasche haben, eine gleichsam lebendige Siri, die stets zur Hand ist und uns von Nachrichten über das Weltgeschehen bis hin zu der Ansage, wann die nächste Straßenbahn kommt, Antworten geben wird.

„Auch bei lokalen Informationen ist immer das Entscheidende: Relevanz, Relevanz, Relevanz.“

Die Medienanbieter fungieren dabei als Zulieferer. Wir als Lokalzeitung haben wirklich exklusiven Inhalt – das ist unsere Lokalität. Ein Beispiel: Ein Flugzeug landet im Hudson River, der Pilot und die Insassen stehen auf der Tragfläche. Diese Nachricht verbreitet sich in etwa 60 Sekunden um die Welt. Jetzt ist die Nachricht nicht mehr exklusiv. Jeder hat sie. Jeder hat auch über Kurz oder Lang das Bild.

Ich wohne in Köln, und wenn Sie mir dort exklusive, lokale Informationen liefern, die für mich relevant sind, sehe ich nicht, dass die um die Welt gehen, einfach weil sie keinen anderen interessieren. Aber sie interessieren mich. Auch bei lokalen Informationen ist immer das Entscheidende: Relevanz, Relevanz, Relevanz. Der Lieferant, der mich kennt, liefert mir Informationen, die für mich von Bedeutung sind. Und das interessiert im Grunde keinen Dritten, in Düsseldorf etwa. Wir erbringen sozusagen strukturell exklusive Leistungen.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Im Grunde das Medium, das ich gerade beschrieben habe. Das ist dieser Begleiter, der mir die Informationen liefert, die ich haben will, und das in einer Form tut, die mir entspricht. Das kann eine Art elektronisches Papier sein – das ist für Menschen wie mich immer gut, weil sie es gewohnt sind, die Welt immer noch in Zeitungsform sortiert zu bekommen. Es bietet zudem vielfältige Interaktionsmöglichkeiten. Diese klassische mediale Teilung wird aufgelockert. Im Grunde genommen werden diese Medien zusammenkommen. Sie werden lesen, Sie werden bewegte Bilder sehen, Sie werden Fotos sehen, Sie werden eine Frage stellen und ein System, ausgestattet mit einem Algorithmus, wird Ihnen antworten. Wir erleben gerade, wie Wissen und technologisches Vermögen sich zum Quadrat vermehren und vergrößern. Das, was wir heute haben, war vor 20 Jahren, als ich Korrespondent in Afrika war, Zukunftsmusik. Heute stelle ich einem iPad eine Frage,und es gibt mir verblüffend genau Antworten.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

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Carsten Christian
Google bringt selbstfahrende Autos auf öffentliche Straßen http://t3n.de/news/google-selbstfahrende-autos-610880/ 2015-05-18T07:56:56Z
Von Sommer an rollen die ersten selbstfahrenden Autos von Google durch die Straßen des Silicon Valleys. Das teilt der Konzern auf seinem Blog mit.

Von Sommer an rollen die ersten selbstfahrenden Autos von Google durch die Straßen des Silicon Valleys. Das teilt der Konzern auf seinem Blog mit.

Selbstfahrende Google-Fahrzeuge in Mountain View

Im Sommer rollen diese selbstfahrenden Google-Fahrzeuge erstmals durch öffentliche Straßen im Silicon Valley. (Foto: Google)
Im Sommer rollen diese selbstfahrenden Google-Fahrzeuge erstmals durch öffentliche Straßen im Silicon Valley. (Foto: Google)

Wer in den nächsten Monaten einen Abstecher ins kalifornische Mountain View macht, kann sich mit etwas Glück fahrerlos und autonom durch die Stadt kutschieren lassen. Wie Google am Wochenende auf seinem Blog mitteilte, sollen ab Sommer die ersten selbstfahrenden Autos des Internetkonzerns durch das Silicon Valley rollen. Die in der Größe eines Smarts gefertigten Fahrzeuge werden dann unter Begleitung von Sicherheitsfahrern weiter getestet. Anwohner sollen zudem die Möglichkeit erhalten, an Probefahrten teilzunehmen. Der Ankündigung waren monatelange interne Testläufe vorausgegangen.

Die im Mai vergangenen Jahres erstmals vorgestellten Google-Fahrzeuge sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 Kilometer pro Stunde) begrenzt. Sie nicht für Autobahnen zugelassen. Wie Chris Urmson, Chef von Googles Auto-Sparte, klarstellt, liege das Ziel aber primär darin, Menschen auf Knopfdruck und autonom von A nach B zu bringen. Langfristig soll so auch die Zahl der von Menschen verursachten Unfälle um 94 Prozent sinken.

Google kämpft noch mit rechtlichen Hürden

Wie lange die öffentlichen Tests andauern sollen, ist unklar. Google erklärt aber, in den nächsten Jahren schrittweise kleinere Pilotprojekte in US-Städten auflegen zu wollen. Bis die Fahrzeuge endgültig das öffentliche Bild prägen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. So wird sich Google noch mit einigen rechtlichen Hürden auseinandersetzen müssen. Beispielsweise dürfen fahrerlose LKW von Daimler nicht die Staatsgrenze zu Kalifornien passieren, weil hier nur selbstfahrende PKWs eine Sondergenehmigung bekommen.

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Daniel Hüfner
WordPress, TYPO3, Drupal und Co.: Die wichtigsten Updates für die wichtigsten CMS http://t3n.de/news/wordpress-joomla-drupal-co-cms-updates-608682/ 2015-05-12T14:16:53Z
Abseits der großen Major-Releases gibt es bei den bekannten CMS (und einem Blog-System) natürlich auch regelmäßig kleinere Updates. Die aus dem Monat April stellen wir euch hier kurz vor.

Abseits der großen Major-Releases gibt es bei den bekannten (und einem Blog-System) natürlich auch regelmäßig kleinere Updates. Die aus dem Monat April stellen wir euch hier kurz vor.

WordPress

WordPress 4.2 „Powell“ ist da – das ist neu. (Grafik: WordPress.org)
Neben zwei Sicherheits-Updates ist in letzter Zeit auch der neue Major-Release WordPress 4.2 „Powell“ veröffentlicht worden. (Grafik: WordPress.org)

Beim CMS sind letzten Monat einige Updates zusammen gekommen. Angefangen am 21. April mit einem Sicherheits-Release WordPress 4.1.2. Zwei Tage später ist mit WordPress 4.2 „Powell“ der neuste Major-Release gefolgt, über den wir hier bei t3n genauer berichtet haben.

Wiederum nur zwei Tage später wurde am 27. April schon der nächste Sicherheits-Release mit der Versionsnummer 4.2.1 nachgeschoben, der eine Cross-Site-Skripting-Lücke schließt, durch die eine Website über das Kommentarfeld kompromittiert werden kann. Am 7. Mai ist dann der nächste Sicherheits-Release 4.2.2 erschienen, der wieder eine XSS-Lücke schließt.

4.1.2

  • Fixed: kritische XSS-Lücke – Update dringend empfohlen
  • Fixed: Dateien mit ungültigem Namen können dennoch hochgeladen werden
  • Fixed: In WordPress 3.9 und höher kann seltene XSS-Lücke für Social Engineering genutzt werden

4.2

  • Hintergrund-Updates und -Installation für Plugins (kein Verlassen der Plugin-Seite mehr notwendig)
  • Theme-Wechsel direkt im Customizer möglich
  • Einführung von Emoji

4.2.1

  • Fixed: XSS-Lücke ermöglicht Kompromittierung der Site über das Kommentar-Formular

4.2.2

  • Fixed: XSS-Lücke innerhalb einer HTML-Datei, die mit Icon-Packs geliefert wird (betrifft unter anderem Twenty Fifteen)
  • Fixed: Potenzielle XSS-Lücke im visuellen Editor

TYPO3 CMS

Ab TYPO3 CMS 7.2 könnt ihr Bilder direkt im TYPO3-Backend beschneiden. (Screenshot: TYPO3.org)
Ab TYPO3 CMS 7.2 könnt ihr Bilder direkt im TYPO3-Backend beschneiden. (Screenshot: TYPO3.org)

Am 16. April wurde mit TYPO3 CMS 6.2.12 ein planmäßiger Wartungs-Release veröffentlicht, der über 60 Bugfixes und Verbesserungen enthält. Darunter sind Fehlerbehebungen bei der „Indexed Search“ und im Editor. Die genauen Änderungen könnt ihr in dem Wiki-Artikel auf TYPO3.org nachlesen.

Am 28. April wurde dann CMS 7.2 veröffentlicht, der nächste Sprint-Release auf dem Weg zum Long-Term-Support-Release TYPO3 CMS 7.6. In unserem t3n-Artikel findet ihr genauere Informationen zu der neuen Version.

6.2.12

  • Fixed: Probleme mit „Indexed Search“
  • Fixed: Probleme im Editor

7.2

  • Bilder können direkt im Backend beschnitten werden
  • Verbesserungen bei Routing/RealURL
  • Flexible Vorschau-URLs

TYPO3 Neos

TYPO3 Neos hat am 17. und 18. April jeweils ein Update spendiert bekommen. Am 17. wurde die neue Version 1.2.4 veröffentlicht, die einiges an Bugfixes mitbringt. Unter anderem wurde der Fehler behoben, dass nach einem Update von TYPO3 Neos das Backend zerschossen wurde, da Backend-Ressourcen noch im Browser-Cache vorlagen.

Version 1.2.5 wurde am Tag darauf veröffentlicht und bringt nur zwei Bugfixes mit. Diese betreffen die Navigation auf Seiten die Kind-Elemente eines Shortcuts sind und Veränderungen im Cache-Bereich bei TypoScript.

1.2.4

  • Fixed: Backend wird nach Update zerschossen (Cache-Problem)
  • Fixed: Composer.json integriert Entwickler-Versionen in stabilen Releases
  • Fixed: Ein Knoten verschwindet, wenn er zu einem neuen Eltern-Knoten und wieder zurück bewegt wird

1.2.5

  • Fixed: Problem mit Shortcut

Contao

Contao hat in diesem Monat zwei neue Versionen veröffentlicht, die noch nicht produktiv eingesetzt werden sollten. Am 13. April wurde die erste Beta-Version für Contao 4.0 vorgestellt. Mit der neuen Version wird Contao unter anderem zu einem Symfony-Bundle und kann damit zu jeder Symfony-Applikation hinzugefügt werden. Außerdem entfällt die Unterstützung von XHTML – es können also nur noch HTML5-Seiten erstellt werden.

Am 30. April wurde der erste Release Candidate zur Version 3.5 veröffentlicht. Mit der neuen 3.5-Version wird beispielsweise ein Frontend-Modul zum Ändern eines Passwortes eingeführt (bei dem zuerst das alte Passwort abgefragt wird), ein Insert-Tag um responsive Bilder einzufügen und es werden Optimierungen an der Performance vorgenommen. Genauere Informationen zu den neuen Funktionen in Contao 3.5 erfahrt ihr in dem Beitrag zur ersten Beta-Version.

4.0 – Beta 1

  • Contao wird zu einem Symfony-Bundle
  • Unterstützung von XHTML wird eingestellt
  • Keine Unterstützung von .htaccess-Dateien mehr notwendig, damit auch keine Bindung an Apache mehr

3.5 – RC 1

  • Inserttag für responsive Bilder ({{picture}})
  • Newsletter-Empfänger können in anderen Channel verschoben werden
  • Modul zum Ändern des Passwortes im Frontend, bei dem zuerst das alte Passwort abgefragt wird

Drupal

Drupal hat am 2. April die Version 7.36 veröffentlicht. Dieser behebt einige Bugs und bringt kleinere neue Funktionen, so kann nun beispielsweise geprüft werden, ob ein Nutzer eine bestimmte Rolle hat. Des Weiteren kann bei einem Skript angegeben werden, ob es jQuery benötigt oder nicht. Auch das generelle Laden von jQuery auf jeder Seite kann nun verhindert werden. Alle Veränderungen im Detail könnt ihr im Changelog nachlesen.

Am 7. Mai wurde Drupal 7.37 veröffentlicht. Die neue Version entfernt unter anderem eine verwirrende Beschreibung bei der automatischen Erkennung der Zeitzone und erlaubt eigene HTML-Tags mit einem Strich im Namen.

7.36

  • user_has_role()-Funktion prüft, ob Nutzer bestimmte Rolle hat
  • javascript_always_use_jquery – Variable, die auf FALSE gesetzt werden kann, wenn nicht auf allen Seiten jQuery benötigt wird
  • Fixed: Falsche Fremdschlüssel in den Datenbank-Tabellen role_permission und users_roles

7.37

  • Erlaubt eigene HTML-Tags mit Strich im Namen
  • Verwirrende Beschreibung im Bezug auf automatische Erkennung der Zeitzone beim User-Formular entfernt

Ghost

Die Macher von Ghost haben im letzten Monat drei neue Versionen veröffentlicht. Am 13. April wurde Ghost 0.6.0 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die neue Version bringt unter anderem eine Rechtschreib-Korrektur für den Editor und Uploads im Editor von mobilen Endgeräten. Eine komplette Liste der Neuerungen findet ihr hier.

Am 22. April ist dann die Version 0.6.1 gefolgt, die ein paar Bugs behebt. Auch Version 0.6.2, die ebenfalls am 22. veröffentlicht wurde, bringt nur Bugfixes mit. Beide Updates bringen auch eine neue Version des Standard-Themes „Caspar“ mit.

0.6.0

  • Rechtschreibprüfung im Editor
  • Uploads von mobilen Geräten
  • Helper für vorherigen/nächsten Post

0.6.1

  • Neue Version des Caspar-Theme
  • Fixed: Autoren können ihr Profil im Backend nicht anschauen
  • Fixed: {{ghost_head}} gibt einen Fehler auf eigenen Fehler-Seiten

0.6.2

  • Fixed: Probleme beim Text-Styling von Caspar
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Florian Brinkmann
„Niemand hat gesagt, dass Journalismus kein anstrengender Beruf ist“: 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 15] http://t3n.de/news/zukunft-des-journalismus-havlat-608302/ 2015-05-05T11:43:06Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Oliver Havlat, Leiter …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Oliver Havlat, Leiter der Digitalredaktion der Rheinischen Post.

zukunft-des-journalismus-havlat

In der Welt des gedruckten Wortes fühle er sich genauso zu Hause wie im digitalen Netz, sagt Oliver Havlat über sich selbst. Was zähle, sei guter Journalismus, egal auf welchem Kanal und Medium dieser stattfinde. Seit 2012 leitet Havlat die Digitalredaktion der Rheinischen Post und ist damit verantwortlich für die Inhalte auf RP Online und in den Apps der RP. Journalismus sei sein absoluter Traumberuf, schon in der Grundschule habe er die erste Klassenzeitung mit Filzstiften selbst gemalt, „weil ich allen mitteilen wollte, was passiert“.

Nach Schule und Abi studierte Havlat bis 2006 Politische Wissenschaft, Neuere Geschichte und Öffentliches Recht in Bonn und Reykjavik. Zu der Zeit gründete er auch das Online-Feuilleton wortgestoeber.de. Zeitweise schrieben in der Redaktion 35 Autoren. Zu den journalistischen Stationen des 36-Jährigen zählen unter anderem der SWR, Phoenix und Wirtschaftswoche online.

Oliver Havlat zur Zukunft des Journalismus
Oliver Havlat zur Zukunft des Journalismus

2007 folgte dann ein Volontariat beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z). Bis einschließlich Juni 2012 leitete der Journalist die Redaktion von shz.de. Das medium magazin wählte Oliver Havlat unter „Die Top 30 bis 30 des Jahres 2009“, eine Kategorie, in der Hoffnungsträger des Journalismus geehrt werden. Denn Havlat denkt an die Zukunft der Branche, an die notwendige Verzahnung der verschiedenen Medien.

Spannend findet er die Schnittstelle zwischen Print, Online und Tablet. „Alle diese Medien haben Zukunft – wenn man sie klug miteinander kombiniert“, so der Redakteur. Doch er denkt auch ebenso an die Hürden, die es zu bewältigen gilt: „Die, die jetzt 13, 14 sind, werden wir für Textinhalte und Bilderstrecken kaum mehr begeistern können. Für sie ist erstens der Umgang mit digitalen Medien völlig selbstverständlich und zweitens informieren sie sich anders als wir.“ Wenn der RP-Mann nicht gerade in den digitalen Weiten unterwegs ist, erholt er sich am liebsten am, auf und im Wasser: beim Segeln, Kajakfahren und Tauchen. Im Interview erklärt Oliver Havlat, warum er nichts vom Begriff „Qualitätsjournalismus“ hält und wieso es nicht mehr reicht, gute Texte zu schreiben.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Ich denke, wir brauchen den Begriff „Qualitäts“-Journalismus nicht. Sprechen wir einfach von gutem Journalismus. Guter Journalismus informiert und analysiert, bewertet und kommentiert nachvollziehbar und transparent, unterhält auf niveauvolle Art und Weise. Das wird auch in Zukunft so sein. Schaden nimmt guter Journalismus da, wo er nicht ehrlich ist. Gekaufte Inhalte in Printmedien, Native Advertising und Content Marketing, die nicht als solche gekennzeichnet sind – mit solchen Dingen schadet man Journalismus, weil das Vertrauen, das die Menschen in Medienmarken setzen, erschüttert wird. Das ist sehr schwer zurückzugewinnen.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

SoMoLo und vor allem Mo. Social, Mobile und Local sind die Trends der kommenden Jahre. Das gilt seit einiger Zeit schon und jetzt umso mehr. Vor allem mobil wird sich viel Journalismus abspielen, denn das Smartphone wird immer mehr zum zentralen Kommunikationsinstrument für jeden von uns.

„Schaden nimmt guter Journalismus da, wo er nicht ehrlich ist“

Wir Journalisten, egal ob als Blogger oder in Verlagen und Sendern, müssen Wege finden, unsere Inhalte passgenau mobil an den Leser zu bringen, das können Apps und speziell für den mobilen Kanal angepasste Web-Angebote sein. Wobei „Leser“ vielleicht auch schon ein veralteter Begriff ist, denn unsere Inhalte dürfen wir nicht nur in Textform anbieten, sondern auch als Videos, Podcasts oder in Interaktionsformaten. Was funktioniert, müssen alle Anbieter dabei für ihre Angebote und ihre jeweiligen Zielgruppen herausfinden. Es wird bei jedem anders sein.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Vor allem im Netz und dort vor allem in den sozialen Netzwerken. Schneller kann man kaum an Themen kommen, die die Menschen gerade bewegen – oder beginnen zu bewegen. Wer schnell genug ist, kann sich an die Spitze der Bewegung setzen und das Thema zu seinem machen.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Man muss nicht nur gut schreiben können. Diese Zeiten sind vorbei. Erstens, weil es immer mehr darauf ankommt, nicht nur in Texten seine Inhalte zu vermitteln, sondern auf jeweils unterschiedliche Art und Weise, beispielsweise auch in Videos. Und zweitens, weil es immer mehr darauf ankommt, im Gewitter der News, Schlagzeilen, Inhalte, Mails, Tweets und Posts, das beständig auf die Menschen herniedergeht, hörbar zu werden und zu bleiben.

Journalismus wird also immer mehr auch zu der Kunst, sich selbst, sein Thema, sein Medium und seine Inhalte zu vermarkten. Da ist sehr viel Eigeninitiative vonnöten: Jeder Journalist sollte über seine Themen bloggen, sollte sich in den für ihn wichtigen sozialen Netzwerken auskennen und vernetzen, sollte aber auch schauen, im „wirklichen Leben“ präsent zu sein: Bei Veranstaltungen, auf Podien, mit Vorträgen. Nur so kann man zur Marke werden. Und das wird immer wichtiger, vor allem für freie Journalisten. Niemand hat gesagt, dass Journalismus kein anstrengender Beruf ist.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Wir buhlen derzeit um die Generation derjenigen, die jetzt 25 und älter sind. Wir versuchen, sie mit unseren Angeboten auf Smartphones und für Tablets an unsere journalistische Welt heranzuführen. Vielleicht gelingt uns das noch. Bisher denken wir aber viel zu wenig an die noch jüngere Generation: Die, die jetzt 13, 14 sind, werden wir für Textinhalte und Bilderstrecken kaum mehr begeistern können.

„Was würde ich selbst in sozialen Netzwerken mit meinen Freunden teilen?“

Für sie ist erstens der Umgang mit digitalen Medien völlig selbstverständlich und zweitens informieren sie sich anders als wir. Videos spielen da eine sehr große Rolle – aber keine Nachrichtenvideos à la Tagesschau, sondern einfachst hergestellte, selbstgemachte Videos auf YouTube.

Originelle, schnelle, authentische Beiträge. Wer sich mit den bekanntesten YouTubern in Deutschland beschäftigt, entdeckt eine Welt, in der wir als Vertreter traditioneller Medien uns bisher nicht auskennen. Das müssen wir ändern. Kernfrage muss sein: Was würde ich selbst in sozialen Netzwerken mit meinen Freunden teilen?

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Wer darauf die korrekte Antwort geben kann, wird sehr reich werden. Im Ernst: Wir sind dabei, uns mit dem Gedanken anzufreunden, dass es „das“ eine Geschäftsmodell für Medien nicht mehr gibt und sich Erlöse für Verlage und Sender aus mehreren Kanälen ergeben müssen. Klassische Vermarktung von Reichweite, bezahlte Inhalte, Native Advertising, Affiliate Marketing werden Themen sein. Jeder muss experimentieren, um herauszufinden, was für sein Angebot und sein Publikum am besten funktioniert.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Es wird weiterhin einige große Medienplayer geben, die eine große Rolle bei der Information der Menschen spielen – auf allen Kanälen. Aber daneben wird eine viel stärker fragmentierte Landschaft von kleinen, Digital-only-Anbietern stehen. Das werden Medien-Startups sein, aber ebenso auch erfolgreiche Blogger, die sich in Nischenthemen bewegen. Informations-Content wird eher vom Leser bezahlt werden müssen – dafür spricht, dass die Mehrzahl der Verlage Bezahlinhalte einführt. Unterhaltungsinhalte werden eher frei verfügbar bleiben und sich über Werbung finanzieren.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Da gibt‘s ein paar Ideen. Alles zu seiner Zeit.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

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Carsten Christian
„Die Homepage ist nicht tot“: 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 14] http://t3n.de/news/zukunft-des-journalismus-bartsch-606521/ 2015-04-25T13:30:12Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Michael Bartsch, …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Michael Bartsch, Redaktionsleiter von heute.de.

zukunft-des-journalismus-bartsch

Studiert hat er Geschichte, Geografie und Politologie in Erlangen, doch schon als Teenager stand für Michael Bartsch fest: Er will Journalist werden. „Einen anderen Wunsch gab es nie. Wäre ich als Historiker auf dem Markt gelandet, wäre ich wahrscheinlich schnell arbeitslos geworden“, erklärt der Redaktionsleiter von heute.de. Seine redaktionelle Laufbahn begann klassisch bei einer Lokalzeitung und auch beim ZDF, während einer Hospitanz in der Redaktion „Zeitgeschichte“ unter der Leitung von Guido Knopp. Es folgte eine freie Mitarbeit bei einem privaten Nürnberger Hörfunksender und beim Bayerischen Fernsehen sowie redaktionelle Stationen beim Südwestfunk und MDR. Für die ZDF-Sendungen „Abendmagazin“ und „hallo Deutschland“ arbeitete Bartsch ebenfalls.

Michael Bartsch zur Zukunft des Journalismus.
Michael Bartsch zur Zukunft des Journalismus.

„1998 habe ich gedacht, ich müsse reich und berühmt werden und bin zu „Focus TV – Die Reporter“ gegangen. Aber es hat mich dann doch wieder zum ZDF zurückgezogen.“ Dort war Bartsch unter anderem für die ZDF-Reihe „Was nun?“, das „ZDF-Morgenmagazin“ und das „heute-journal“ tätig. Seit Bartschs journalistischen Anfängen hat sich viel getan in der Branche, die Alleinherrschaft der Redaktionen über das Nachrichtengeschäft gibt es in Zeiten von Blogs und sozialen Netzwerken nicht mehr. „Das, was Journalisten früher aus der Gesellschaft herausgehoben hat, ihre besondere Rolle, gibt es heute so nicht mehr“, so Bartsch. Für heute.de ist Bartsch seit 2008 verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Team probiert er auch die Möglichkeiten aus, die im Zuge des Medienwandels zum klassischen Journalismus hinzugekommen sind. So testete heute.de zur Fußball-WM 2014 etwa, wie die Redaktion die Berichterstattung via Instagram ergänzen könnte. Im Interview erklärt Michael Bartsch, warum die besten Artikel seiner Meinung nach immer Autorengeschichten sind und wie wichtig es sei, die Veränderungen der Medienlandschaft zu beobachten.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Was Journalismus in Zukunft auszeichnet ist im Prinzip das, was Qualitätsjournalismus schon immer ausgezeichnet hat: eine gute Recherche, hohe Glaubwürdigkeit, die Einhaltung des Zwei-Quellen-Prinzips. Gerade bei manchen Wettbewerbern im Internet ist das nicht immer gegeben, wenn etwa Eilmeldungen gesetzt werden. Aber auch Nachhaltigkeit, das Erklären und das Aufklären waren Elemente, die Journalismus über die letzten Jahre und Jahrzehnte ausgezeichnet haben. Das Besinnen auf diese Werte wird auch künftig wichtig sein. Außerdem wird es immer stärker um eigene Themen, Ideen und Haltungen gehen, damit man sich aus der wachsenden Anzahl von Nachrichtenanbietern und der damit verbundenen Flut des immer Gleichen abhebt. Das heißt Qualitätsjournalismus zeichnet sich dadurch aus, dass man entweder eigene Geschichten hat oder Geschichten, die alle haben, mit einem eigenen Dreh versieht.

Wir müssen als Journalisten tiefer in die Geschichten einsteigen und dürfen uns nicht mehr nur auf die reine Darstellung beschränken, so wie das z.B. viele Fernsehnachrichten machen. Ich will aber noch anmerken, dass ich etwas damit hadere, so im Allgemeinen den Begriff „Qualitätsjournalismus“ zu definieren. Dazu ist unser Metier zu komplex geworden: Was bedeutet Qualitätsjournalismus bei WhatsApp? Wie definiere ich Qualität bei Facebook, genauso wie für eine Webseite, eine Zeitung oder eine Sendung? Kann ich also Qualitätsjournalismus auf allen Ausspielwegen gleich definieren oder sollte oder muss man hier Unterscheidungen vornehmen? Auf diese Fragen habe ich noch keine wirklichen Antworten, aber ich glaube, dass man die Frage nach Qualität nicht mehr so einfach beantworten kann, wie das noch vor zehn oder 20 Jahren ging.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Das Ganze ist natürlich ein bisschen ein Blick in die Glaskugel. Der Dreiklang „social, Video, mobile“, der die Medienunternehmen schon seit einiger Zeit beschäftigt, wird sich in Zukunft noch weiter verstärken. Darüber hinaus sind, wie bereits angesprochen, Eigenständigkeit, eigene Haltung und Nachhaltigkeit wichtige Themen der Branche. Im Marketing würde man das als Unique Selling Proposition bezeichnen. Hier gibt es natürlich ganz unterschiedliche Ausprägungen.

Ich hatte zuletzt Besuch von einem Online-Nachrichtenportal aus Ost-Hessen, das alleine durch seine regionale Verbundenheit einen USP hat, den aber besonders betont. Einen USP für einen nationalen Anbieter von Nachrichten umzusetzen ist schwieriger.

„Die Homepage ist überhaupt nicht tot“

Trotzdem müssen wir dorthin kommen, und das gilt für alle anderen Medien auch. Jeder sucht nach seiner Nische, und ich glaube, dieses Nischen- und USP-Suchen wird den Journalismus in den nächsten zehn Jahren prägen. Allen, denen das nicht gelingt, wird ein finanzielles Problem bevorstehen und den Öffentlich-Rechtlichen ein Rechtfertigungsproblem, das am Ende zu einem finanziellen Problem werden könnte.

Als wir vor Jahren unsere Seite bearbeitet haben, sagten unsere Entwickler, dass die Homepage tot sei – und das ist derzeit auch wieder zu lesen. Jetzt stellen wir fest: Die Homepage ist überhaupt nicht tot, vor allem nicht, wenn die Homepage für die Inhalte einer App sorgt. Eine App lebt immer von einer Startseite. Auf dem Smartphone wird relativ wenig gegoogelt. Da konsumieren viele Menschen Nachrichten via Apps. Gleichzeitig ist aber auch offensichtlich, dass die Nutzer nach ihren eigenen Themen suchen. Die Frage lautet nicht Homepage oder Suchmaschine. Es gilt: Homepage und Suchmaschine. Das zeigt, dass die Aussagen zur Zukunft des Journalismus ganz schwierig sind. Wird es in zehn Jahren noch das Unternehmen Facebook geben? Das weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, dass die Art der Kommunikation – die Verbindung von Privatem und Öffentlichem in sozialen Netzwerken – weiter existieren wird.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Im Idealfall über unsere Reporter und unsere freien Autoren. Das ist natürlich der Vorteil beim ZDF mit seinen Landes- und Auslandsstudios. Die guten Geschichten sind eigentlich immer Autorengeschichten. Das ist logisch, weil es hier das bereits angesprochene Alleinstellungsmerkmal gibt. Das gilt sowohl fürs Fernsehen als auch für die Website. Sobald man eine Autorengeschichte hat, wird diese automatisch mehr gelesen und geliked, weil dem Nutzer klar ist, dass es diesen Inhalt nur hier gibt. Gleichzeitig haben die Autoren und Reporter, die im „wahren“ Leben unterwegs sind, einen ganz anderen Blick auf die Themen.

Was wir im Moment beim ZDF noch zu wenig machen, ist das Suchen nach guten Geschichten in den sozialen Netzwerken. Hier sind wir personell noch nicht gut genug aufgestellt. Das ist aber etwas, was ich nicht nur für heute.de, sondern auch fürs Fernsehen gerne noch ausbauen würde. Zum Beispiel haben wir vor einigen Tagen über Facebook die Geschichte zugespielt bekommen, dass sich Pegida die Markenrechte in Europa sichern möchte. Das ist keine riesen Nummer, aber eine kleine, pikante Geschichte rund um Pegida. Insgesamt also überall dort, wo man Kontakte mit realen Menschen hat, sei es über Reporter und Autoren oder über soziale Netzwerke.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und konsumiert zu werden?

Der Journalist muss künftig auf vielen Hochzeiten tanzen können. Zunächst einmal erzählt, erklärt der Journalist, deckt in klassischer Weise auf. Gleichzeitig muss er aber auch wissen, wie der Vertrieb stattfindet, wie er für seinen Inhalt viele Nutzer erreicht. Früher ging es beispielsweise darum, in einer Fernsehsendung, ins Radio oder auf Seite eins in der Zeitung zu kommen. Heute sind die Ausspielwege dagegen vielfältiger.

„Journalisten dürfen nicht mehr von oben herab kommunizieren“

Der Journalist muss in seinen Workflows wissen, dass es eben nicht nur einen Andruck oder einen Sendetermin gibt. Es müssen also viele Ausspielwege bedient werden, um möglichst viele Kunden/Leser/Zuschauer zu erreichen. Insbesondere meine Generation hat noch nicht gelernt, dass man hier kleinteilig und vielfältig arbeiten muss. Ganz wichtig: Die Rolle hat sich verändert.

Journalisten dürfen nicht mehr von oben herab kommunizieren, nur weil man vermeintlich als einziger Zugang zu Pressemitteilungen und Pressesprechern hat. Das, was Journalisten früher in einer Form aus der Gesellschaft herausgehoben hat, gibt es heute so nicht mehr. Diese Arroganz der Macht, die wir Journalisten über viele Jahre gerne pflegten, muss weg. Inhaltlich muss man sehen, dass man den richtigen Punkt findet, der eine gute Geschichte erzählenswert macht. Man muss noch gründlicher recherchieren und kann nicht mehr nur oberflächlich über ein Thema „wischen“. Insgesamt wird es in allen Bereichen intensiver. Der Journalist wird in allen Bereichen viel mehr gefordert sein, als das noch bei meiner Generation der Fall war.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und deren Anbieter anpassen?

Sowohl Journalisten als auch Anbieter müssen genau wissen, was es am Markt gibt bzw. welche Trends sich abzeichnen. Sie sollten alles ausprobieren, aber dann ganz klar entscheiden, ob eine Entwicklung passt oder nicht. Wir haben alle nur begrenzte Budgets bzw. sind begrenzt personell aufgestellt und können deshalb nicht überall mitmachen. Ganz konkret haben wir das bei heute.de während der Fußball-WM mit Instagram versucht, und es war alleine technisch recht kompliziert, die Videos aus unserem TV-Produktionssystem für den Upload auf ein Smartphone zu bekommen. Aber selbst wenn uns das gelingt, muss man sich am Ende überlegen, ob das für Nachrichten ein Ausspielweg sein kann.

Wir werden das jetzt nochmal zum G7-Gipfel testen und dann entscheiden, ob und wenn ja, wie wir weiter machen. Vielleicht ist Instagram auch eher für „Leute heute“, also für die leichteren Themen geeignet, für People und Society. Außerdem muss man relativ genau beobachten, welche Kundschaft jeweils dahintersteckt und ob man diese auch wirklich erreicht. Beispielsweise haben wir auf Instagram etwa 3.300 Follower.

Wenn man Martin Giesler jede Woche in eine Schulklasse stecken würde, könnte man übers Jahr gerechnet wahrscheinlich mehr Leute in der Altersklasse erreichen. Gleichzeitig kommen aber plötzlich Beschreibungen wie: „Das ist ja cool!“. Wir erzielen als ZDFheute also durch Instagram einen Imagegewinn. Es gilt also: ausprobieren, entscheiden und es richtig machen, wenn man auf einem neuen Kanal aktiv werden möchte. Jeder Anbieter muss Entwickler und Scouts haben, die genau wissen, was sich auf dem Markt tut. Z.B. müssen wir uns als ZDF Gedanken machen, ob wir Push-Mitteilungen auf die Apple Watch schicken oder nicht, machen wir bei WhatsApp mit oder nicht?

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Die meisten Medien werden auf mehreren Standbeinen stehen. Es wird immer noch Zeitungen plus Online-Angebote bzw. Social Media und App geben, außerdem Privatsender, ob Hörfunk oder TV. Ich gehe davon aus, dass es am Ende eine Art Mischkalkulation aus den großen Einnahmequellen sein wird. Ansonsten ist alles denkbar. Vorstellbar ist Mäzenatentum. Es wird sicherlich immer Menschen geben, die finanziell gut ausgestattet und davon überzeugt sind, dass eine gute Presselandschaft zu einer funktionierenden Demokratie gehört. Das Krautreporter-Modell könnte funktionieren.

„Eine gute Presselandschaft gehört zu einer funktionierenden Demokratie“

Eine andere Idee, mit dem beispielsweise die ZEIT sehr erfolgreich ist, sind Vorträge und Akademien. Die Kollegen aus Ost-Hessen sind Partnerschaften mit verschiedenen Geschäften aus ihrer Region eingegangen und bilden ihre Website in einer Art Videotext ab. Die Geschäfte hängen dann einen Bildschirm auf und versorgen ihre Kunden auf diese Weise mit journalistischen Inhalten. In Zukunft werden wir hier noch eine Vielzahl an Ansätzen und Möglichkeiten sehen, die wir in den letzten Jahren aufgrund des Ertrags- und Erlös-Modells nicht brauchten. Natürlich muss man insbesondere bei Partnerschaften mit Unternehmen schauen, dass die journalistische Unabhängigkeit gewahrt bleibt.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Hier sind wir wieder beim bereits angesprochenen Blick in die Glaskugel. Ich glaube auf jeden Fall, dass es eine große Bereinigung in der Angebotslandschaft geben wird. Daneben werden die Marktführer im Bereich Print, TV und Online eher ihre Position festigen. Konkret gesprochen glaube ich nicht, dass im Online-Bereich der Spiegel, der Focus und Bild in absehbarer Zeit von der Süddeutschen, der FAZ oder der Welt überholt werden.

Im TV-Bereich sehe ich in den nächsten fünf Jahren noch keine großen Veränderungen, hier sind die verschiedenen Anbietergruppen mit all ihren Online-Angeboten recht etabliert. Social Media wird weiter ein großes, wenn nicht das beherrschende Thema in den kommenden fünf Jahren sein: Wie kann ich dort erfolgreich sein? Aber auch: In welche Abhängigkeit begebe ich mich?

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Keins! Das gilt aber nur für heute. Ich kann nicht ausschließen, dass in drei Wochen irgendetwas auf den Markt kommt, von dem ich sage: „Stimmt, ich habe nie darüber nachgedacht, aber das ist super smart, und das möchte ich jetzt haben“.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

via www.osk.de

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Carsten Christian
Mehr Besucher für euren Blog: Diese 9 Tipps müsst ihr beachten [Infografik] http://t3n.de/news/blog-marketing-infografik-605920/ 2015-04-20T14:51:04Z
Eine hübsch gestaltete Infografik versammelt Tipps von ausgewiesenen Marketing-Profis und zeigt euch, wie ihr mehr Leser für euren Blog gewinnt.

Eine hübsch gestaltete versammelt von ausgewiesenen Marketing-Profis und zeigt euch, wie ihr mehr Leser für euren gewinnt.

Marketing-Tipps für euren Blog

Egal ob es sich um einen Unternehmens-Blog oder um ein privates Projekt handelt, letztlich kommt es darauf an, dass auch jemand eure Texte liest. Allerdings gibt es nicht wirklich einen Mangel an mehr oder weniger interessanten Blog-Beiträgen im Internet. Um Leser anzulocken und sie auch zu halten müsst ihr ihnen daher auch etwas bieten.

Das fängt natürlich schon bei den eigentlichen Inhalten an. Als Blogger solltet ihr euch fragen, wer eure Zielgruppe ist. Wenn ihr das wisst, könnt ihr auch hilfreiche Beiträge für diese Personengruppe verfassen. Eure Artikel sollten euren Lesern einen Mehrwert bieten, damit sie auch Zukunft bereit sind, für das Lesen eurer Texte Zeit aufzubringen.

Infografik versammelt Blogging-Tipps von Marketing-Experten

Der Referral-Anbieter ReferralCandy hat hilfreiche Zitate von ausgewiesenen Online-Marketing-Experten gesammelt und in Form einer schicken Infografik aufbereitet. Aufgeteilt in neun Kategorien geben Marketers wie der Wordstream-Gründer Larry Kim oder Yoast-CEO Joost de Valk praktische Ratschläge, um die Leserschaft des eigenen zu erweitern. Ein Blick auf die Infografik lohnt sich daher.

Ein Klick auf den unten stehenden Ausschnitt öffnet die vollständige Infografik.

Marketing-Tipps für Blogger. (Grafik: ReferralCandy)
Marketing-Tipps für euren Blog. (Grafik: ReferralCandy)
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Kim Rixecker
„Journalisten hängen an Klickzahlen wie Junkies an der Nadel“: 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 13] http://t3n.de/news/zukunft-des-journalismus-wienand-604993/ 2015-04-14T08:54:50Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Lars Wienand, Mitglied der …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Lars Wienand, Mitglied der Redaktionsleitung bei der Rhein-Zeitung in Koblenz.

zukunft-des-journalismus-wienand

Lars Wienand ist mit ganzem Herzen Lokaljournalist und hat darüber hinaus ein tiefgreifendes Verständnis für das Social Web. Beide Welten verbindet er seit 2009 als Deutschlands erster Social-Media-Redakteur am Newsdesk einer Regionalzeitung – der Rhein-Zeitung (RZ) in Koblenz. Heute ist er dort Mitglied der Redaktionsleitung und noch immer Bindeglied zwischen Print, Online und Social Web.

Lars Wienand zur Zukunft des Journalismus
Lars Wienand zur Zukunft des Journalismus

Bereits seit der zwölften Klasse arbeitete Wienand als freier Journalist im Print-Bereich. Später brach der Westerwälder sein Studium für ein Volontariat bei der Rhein-Zeitung ab, um nach einem kurzen Abstecher zu „Boulevard Baden“, wo er als Redaktionsleiter arbeitete, schließlich zur RZ zurückzukehren. Wienand ist maßgeblich für den Auf- und Ausbau der redaktionellen Social-Media-Präsenzen verantwortlich – anfangs waren es Twitter und Facebook. Seitdem ist der 41-Jährige „Nachrichtenchef für Social Media“. Dabei steht er in engem Kontakt zu den RZ-Lesern und „seiner“ Community, die ihn oft auf aktuelle Themen aus der Region hinweist. Als Recherchewerkzeug wissen Wienand und seine Kollegen das soziale Netz ohnehin zu nutzen, wie beispielsweise Ende letzten Jahres ein Foto eines Lichtermeers auf Instagram bewies: Ein Heiratsantrag am Deutschen Eck in Koblenz, von einem Passanten zufällig fotografiert und hochgeladen, wurde von Wienand entdeckt und fürs Netz aufbereitet.

In seiner Funktion als Journalist setzt Wienand sich auch mit dem Thema „Zukunft des Journalismus“ auseinander. So arbeitete er bereits als Ideen- und Impulsgeber an der ersten Augmented Reality-Ausgabe einer Tageszeitung und experimentiert regelmäßig mit Datenjournalismus. Neben seinem Job bei der RZ referiert und schult Wienand gelegentlich zum Thema Social Media und dem Nutzen des Leserdialogs, der daraus resultiert. Im erklärt Lars Wienand, welche Medien es zukünftig schwer haben werden und warum er ein YouTube-Magazin spannend fände.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

In einem anderen Interview der Reihe war an dieser Stelle zu lesen, dass Journalismus immer eine Qualität hat, und zwar die fürs jeweilige Medium definierte. Das finde ich gut, und das schicke ich voraus. Der Begriff Qualitätsjournalismus taucht vor allem dann auf, wenn Leser etwas stört an „den Medien“, wenn die Erwartung und das Erleben nicht zusammenpassen. Und das kann für das jeweilige Medium jeweils viele Gründe haben. Für „die Medien“ generell lässt sich da nur wenig mitnehmen. Besonders fatal ist es in meinen Augen, in der kurzatmigen Hatz Kontexte zu vernachlässigen und aus Fehlern nicht zu lernen. Wenn der Paritätische Wohlfahrtsverband 2016 wieder seine Armutsstudie vorstellt, wird sich wohl wieder in vielen Redaktionen kaum jemand daran erinnern, dass und wieso die Auswertung 2015 zur „Unstatistik des Monats“ gekürt worden ist.

Die Leser, die das gerade gestört hat und die das der Redaktion ihres Vertrauens kundgetan haben, werden das aber sehr wohl noch im Kopf haben – und erleben immer wieder solche Beispiele. Das Medienbild von noch weit mehr Menschen prägt die breite Skandalisierung von Themen, bei denen sich absehbar in zwei Tagen niemand mehr an diesen vermeintlichen Skandal erinnern wird. Aufgebauschte Un-Skandale in einer an Informationen überbordenden Welt führen zum Empfinden, dass „die Medienmenschen“ in einer abgehobenen Welt leben. Ich spreche hier nicht einmal von unsauberem Journalismus, sondern von Prioritätensetzung bei knappen Ressourcen.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Es werden sich zwei Strömungen fortsetzen: Themen in Echtzeit oder echt Zeit für Themen, ganz nah am Geschehen oder das Geschehen mit einigem Abstand. Ich hoffe auf den Trend, die Finger stärker vom schnellen Nacherzählen der Inhalte anderer zu lassen. Gefühlt ist ein Drittel der News im Netz Zusammenfassung dessen, was im Netz passiert. Es ist wichtig und richtig, dass Journalisten als Lotsen durch die Info-Flut helfen. Aber es ist nicht unbedingt nötig, dass sie dabei vor allem darauf schielen, welche Signale die anderen Lotsen geben. Ganz viel von dem, was entsteht, ist völlig redundant, aber mit SEO-Optimierung im Fokus erfolgreich. Ich wünsche mir mehr Eigenständigkeit – und ich denke, dass es in Zeiten vermehrter Paywalls auch in manchen Medien dahin gehen wird. Klar ist auch, dass Nachrichten keinen Wert mehr haben, weil sie sich jeder sofort aneignen kann. Deshalb werden wir meinungsstärkere und bessere Inhalte erleben – oder auch besser aufbereitete.

„Gefühlt ist ein Drittel der News im Netz Zusammenfassung dessen, was im Netz passiert.“

Ich möchte zwar trotz meiner Nähe zu Mainz ein Fragezeichen hinter die Überschrift machen, habe aber „11 Dinge, die du über die «Stellwerkstörung» wissen musst“ trotzdem fasziniert gelesen – inhaltlich eigentlich nur ein Wikipedia-Beitrag. Ein kleiner Trend ist die „tl;dr“-Entwicklung, also die Entwicklung, am Textanfang oder – was ich allerdings weniger verstehe – am Textende die wichtigsten Punkte zu benennen. Ich denke, dass das ein Zeichen der Rücksicht gegenüber vor allem mobilen Lesern ist. Ich denke auch, dass wir noch manches erleben werden, was deren Bedürfnissen stärker Rechnung trägt. Ich habe noch Zweifel, ob Eil-Sätze auf einer Smart Watch zu den Bedürfnissen gehören. Aber das Beispiel zeigt, dass die Technik immer wieder und weiterhin Umwälzungen bringen könnte.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Ich vertraue da Listen auf Twitter und Facebook sowie meinen Followings. Und dazu bin ich – wir sind ja regional geprägt – noch in einigen WhatsApp-Gruppen und suche in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen nach regionalen Suchbegriffen auf YouTube und Instagram, bei besonderen Lagen gezielt. Nach dem „Boston Bombing“ habe ich mich auch vermehrt mit Reddit beschäftigt, was beeindruckend Input liefern kann – aber in der Regel in den Fällen, in denen wir aufgrund unseres Profils wenig davon hätten. Es hilft aber, damit ein wenig vertraut zu sein.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und konsumiert zu werden?

Fast so häufig wie Texte vom lebenden Gegenbeweis Richard Gutjahr lese ich, dass die Zeit der Generalisten unter den Journalisten vorbei ist. Demzufolge muss man als Spezialist gut sein – und es mit Kollegen zu tun haben, die in ihren Nischen ebenfalls richtig gut sind. Und wenn es ideal läuft, dann auch noch so, dass das Thema immer noch aktuell ist, bis es alle in den Händen hatten. In der Tat erlebe ich zunehmend, dass Kollegen darum bitten, ihren Artikel doch 1) auch online 2) prominent zu veröffentlichen, gerne 3) angereichert, und ihn mit reichweitenstarken Accounts 4) in Sozialen Medien zu verbreiten. Da könnten dann auch noch stärker Grafiker und Entwickler ins Spiel kommen.

In einer idealen Welt sind der begnadete Rechercheur und der begnadete Schreiber aber nicht nur in ihrem Kämmerlein, sondern auch selbst im Netz zu finden und ansprechbar. Dort zeigen sie, dass sie auch lesen (und beantworten) wollen, wie andere sich mit ihren Werken auseinandersetzen und warum ihre Werke konsumiert werden. Eine persönliche Verbindung zu Lesern aufzubauen hilft sehr bei der Verbreitung seiner Texte. Das Wort „Marke“ nehme ich da noch gar nicht in den Mund. Und um viel gelesen und konsumiert zu werden, hilft es natürlich ungemein, Texte vor einem Paygate zu veröffentlichen. Da wird sich stärker die Frage stellen, was jemand tun muss, um bei einer Paywall gelesen zu werden. Das ist ein schmerzvoller Prozess, weil Journalisten zum Teil an Klickzahlen wie Junkies an der Nadel hängen und weil es Beliebigkeit abstraft, auch wenn sie gut gemacht ist.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und deren Anbieter anpassen?

Ich fange da mit etwas an, was manche Kollegen mit technologischer Veränderung meinen: Manche Journalisten haben immer noch nicht verstanden, dass es eine Öffentlichkeit neben ihnen gibt. Wenn die regional verwurzelte Brauerei der Redaktion zur Insolvenz keine Stellungnahme abgibt, erklärt sie sich vielleicht trotzdem ihren Tausenden Facebook-Fans. Das dann nicht auf dem Radar zu haben ist nicht nur verpasste Chance, sondern offenkundige Ahnungslosigkeit, und das ist noch nicht einmal Dialog mit dem Leser. Diese Veränderung aufseiten der Journalisten ist noch längst nicht abgeschlossen, das Netz wird weithin immer noch nicht als Teil der Recherche und der Geschichte wahrgenommen. Für Anbieter kommt es darauf an, in einer Welt immer weiter zerfasernder Aufmerksamkeiten sichtbar zu bleiben.

„Manche Journalisten haben immer noch nicht verstanden, dass es eine Öffentlichkeit neben ihnen gibt.“

Die Entwicklung, per Messenger das Display der Nutzer zu erobern, ist da eine Antwort. Vermeintlich unverzichtbar zu erscheinen gelingt wohl am ehesten Medien mit stark fokussiertem Inhalt – lokal oder thematisch.

Dazu gehört auch eine lernende Fokussierung auf die Interessen und Lebensumstände des Nutzers. Es gibt bisher nur wenige Ansätze einer Personalisierung von News. Die Möglichkeiten sind bisher noch kaum genutzt, setzen aber auch Bereitschaft der Nutzer voraus. „Google Now“ warnt mich vor dem Stau auf meinem bevorstehenden Heimweg, aber noch liefert es mir nicht die Bilder des umgestürzten Lasters dazu. Verlage verwerten vielfach ihre oft mühsam zusammengetragenen und georeferenzierten Informationen in keiner Weise für mobile Nutzungen, wo es auch wirtschaftlich interessant sein könnte. Und bei Leseranalysen sind auch noch sehr viele Möglichkeiten ungenutzt. Journalisten und Entwickler im Zusammenspiel können sicher noch vieles bewegen.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Mein Verständnis ist zunächst, dass man Manager zu wenig ernst und zu wenig in die Pflicht nimmt, wenn man sich auf die Frage von Journalisten befriedigende Antworten erhofft. Journalisten sollten in erster Linie die Inhalte schaffen, mit denen Medienmanager Geld verdienen können. Trotzdem der Versuch einer Antwort: Wenn für die klassischen Medien keine Formate hochwertiger und hochpreisiger Online-Werbung vom Himmel fallen oder erdacht werden, verdient mit dem gängigen TKP-Ramsch nur ein kleiner Teil nachhaltig Geld auf diesem Weg: die mit geringer Kostenstruktur und Riesengießkanne und die mit starker Wurzel; die mit gigantischer überregionaler Reichweite oder die mit sehr starker Verknüpfung an ein kleinteiliges Thema. Für einen großen Teil der Medien wird das aber nicht der Fall sein.

Print und E-Paper-Äquivalent werden weiter funktionieren, allerdings für einen kleiner werdenden Teil der Nutzer, der auch einen höheren Preis zu tragen bereit ist. Bei Verlagen werden Bereitschaft und Fähigkeit nachlassen, in gleichem Umfang Inhalte zu erstellen und sie einem Teil der Leser kostenpflichtig und denen im Netz kostenlos zu präsentieren. Wir werden also fürs Netz mehr Abo-Modelle und Bezahlschranken erleben. Ich denke, dass es nach einer Lernphase unter den Nutzern auch einen selbstverständlicheren Umgang damit geben wird – wenn die Inhalte das rechtfertigen. Das heißt aber auch, dass es Medien geben wird, die damit keinen Erfolg haben werden. Was Community-finanzierten Journalismus angeht, bin ich leider skeptisch, wenn ich mir anschaue, welche Klimmzüge eine wichtige Seite wie netzpolitik.org machen muss. Welche Rollen Tierfutter und Onlinebörsen fürs Geldverdienen weiterhin spielen, fragst du dann aber wirklich lieber die Manager von Medienkonzernen.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Ich denke, dass es im Netz eine Konzentration auf Stärken geben wird. Und weil nicht jeder klar umrissene Stärken hat, wird das für manche zum Problem werden. Wie stark das innerhalb von fünf Jahren schon durchschlägt – keine Ahnung.

„Was Community-finanzierten Journalismus angeht, bin ich leider skeptisch.“

Aber wenn die bisherigen redaktionellen Strukturen aufrecht erhalten bleiben sollen, müssen neue Erlöswege her. Wenn es nicht nur nach meiner Ansicht, sondern auch um meine Hoffnung geht: Ich würde mir auch verlagsübergreifende Abonnements wünschen.

Ich bin seit grauer Vorzeit Abonnent einer privaten Mailingliste zur Eintracht Frankfurt, die mir jeden Artikel zur magischen SGE ins Postfach spült. Ich wäre aber auch bereit, für die Eintracht-Berichterstattung diverser Medien eine monatliche Pauschale zu zahlen. Für Verlage ein Riesensprung über einen gewaltigen Schatten, für Nutzer eigentlich ein folgerichtiger Schritt und nicht nachvollziehbar, dass es ein Spotify-Modell für Texte nicht gibt. Und umso nötiger, je mehr Paywalls im Netz errichtet werden.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Also, wenn ich das sicher wüsste, würde ich ins Grübeln kommen, ob ich es an dieser Stelle rausposaune. Mutmaßlich ist es aber etwas, wo dann doch der Experte gefragt ist, der zu diesem speziellen Thema eine große Affinität mitbringt. Ich kann mir vorstellen, dass vielleicht Medien entstehen könnten, die nichts anderes tun, als Überblick und detaillierten Einblick in Szenen wie YouTube oder Instagram zu verschaffen – mit geschriebenem Wort, auch wenn das fantastisch klingt. In dem Maße, in dem YouTube alle Generationen durchdringt, werden solche Formate interessanter. Vielleicht gibt‘s so was aber auch schon, und mich hat es nur noch nicht erreicht. Ich gehe mir jetzt mal tubertimes.de, tuberflash.de und instainsider.de sichern. Vielleicht fehlen aber auch perspektivisch regionale Medien, wenn Verlage unter Spardruck Regionen faktisch aufgeben.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

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Carsten Christian
„Ich befürchte, Qualität allein ist schon lange kein Erfolgskriterium mehr“: 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 12] http://t3n.de/news/zukunft-des-journalismus-geiger-603250/ 2015-03-31T12:15:29Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Thomas Geiger, freier …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Thomas Geiger, freier Journalist im Automobil-Bereich.

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Er gilt als einer der wichtigsten Multiplikatoren innerhalb der Automobilbranche: der freie Motor-Journalist Thomas Geiger. Beste Kontakte und die mit Abstand größte Reichweite innerhalb der deutschsprachigen Auto-Berichterstattung werden dem 44-Jährigen attestiert. Seit über 20 Jahren schreibt Geiger über alles, was mehr als zwei Räder hat: Neuwagen, Old- und Youngtimer, Rennwagen, Designstudien, Showcars, Technologieträger und die Unternehmen, Ingenieure, Entwickler und Designer, die dahinterstehen. So umreißt er selbst sein Tätigkeitsfeld auf seiner Redaktionsbüro-Website. Außerdem liefert der Vielschreiber und bestens vernetzte Selbstvermarktungsprofi nach eigener Aussage Messeberichte, Reportagen, wirtschaftliche Analysen und Einschätzungen zu allen Themen rund um Auto und Mobilität. Zu seinen Kunden zählen regionale und landesweite Tageszeitungen im In- und Ausland, Nachrichtenagenturen, Fachmagazine und Onlinemedien.

Die automobile Themenwelt beackert er von seinem Redaktionsbüro in Wetzlar aus. Dort ist er allerdings selten anzutreffen, denn zahlreiche Termine wollen wahrgenommen und in Texte gefasst werden. Thomas Geiger legt besonderen Wert darauf, vor Ort dabei zu sein, die Testobjekte selbst zu fahren, um authentische Eindrücke zu gewinnen und vor allem mit den Protagonisten persönlich zu sprechen. Drei bis vier Events pro Woche, oft im Ausland, sind dabei keine Seltenheit. Da ist Schnelligkeit gefragt – neben umfassenden Branchenkenntnissen und hohem Qualitätsbewusstsein ein besonderes Markenzeichen Thomas Geigers. Dem Wunsch vieler Medien nach Exklusivität kommt er mit unterschiedlichen, zielgruppengerechten Textversionen nach.

Thomas Geiger zur Zukunft des Journalismus
Thomas Geiger zur Zukunft des Journalismus

Seine journalistische Ausbildung erhielt Thomas Geiger, geboren 1970 in Radolfzell, bei der Gießener Allgemeinen Zeitung, bei der er volontierte und für einige Monate als fest angestellter Redakteur tätig war. Im Anschluss, ab Frühjahr 1992, widmete er sich dann ganz dem freien Motor-Journalismus. Nebenher studierte er – eher aus „Pflichtgefühl“, wie er sagt – Publizistik, Politikwissenschaft und VWL an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Geigers Credo: „Weg vom Schreibtisch, runter auf die Straße, raus auf die Messe – rein ins Leben.“ Denn das bietet seiner Ansicht nach immer noch die besten Geschichten. Internet-Recherche ist für ihn ein möglicher Ausgangspunkt, eine Fahrkarte zu den guten Inhalten, die man nur über persönliche Eindrücke gewinnt. Was Blogs anbelangt, schaut er sich fast ausschließlich bei amerikanischen Quellen wie jalopnik, motor authority, auto blog oder carscoops um. Mit Social Media beschäftigt er sich noch eher selten, aber mit zunehmendem Interesse. Wenn er sie nutzt, dann weniger zur Recherche oder als Vertriebskanal, sondern eher als Plattform zur Eigenvermarktung. Im Interview gibt Thomas Geiger Einblicke in seine Sicht zur Zukunft des Journalismus. Seine Prognose: „Online, online, online – und das auf allen Kanälen mit allen zur Verfügung stehenden Medien.“

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Qualitätsjournalismus funktioniert nur mit einer gewissen, auch finanziellen Unabhängigkeit, die darauf fußt, dass am Ende der Leser/User für die Inhalte bezahlt und nicht derjenige, über dessen Themen berichtet wird. Weitere Kriterien für Qualitätsjournalismus sind ein Mindestmaß an Textmenge, journalistischem Tiefgang und sprachlicher Sorgfalt. Auch wenn sich die Nachrichtenwelt ständig beschleunigt, muss Qualitätsjournalismus innehalten, durchatmen, sich rückversichern und gründlich sortieren. Und eine gewisse Einordnung kann auch nicht schaden.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Online, online, online – und das auf allen Kanälen mit allen zur Verfügung stehenden Medien: Bild, Ton, Film, Text. Durchsetzen wird sich am Ende das Medium, das auf dieser Klaviatur am besten spielt und alle Stilmittel am besten durchmischt. Die Multimedia-Reportage, die mehr bietet als eine Fotostrecke im Magazin, ein Filmbeitrag im TV, ein Feature im Radio und ein Nachrichtenstück im Netz.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Im echten Leben und nur da. Natürlich findet man spannende Themen beim täglichen Fischen im Netz. Aber das kann nur die Fahrkarte hinaus in die Welt sein. Einen Oldtimer beschreibt man nicht nach der Recherche bei Wikipedia und im Classic-Archiv des Herstellers, sondern man muss ihn fahren und fühlen.

Den schrägen Sammler ruft man nicht an, sondern man muss ihn besuchen. Und wer wissen will, was sich ein Entwickler bei einem Projekt gedacht hat, der soll doch bitte auch mit ihm reden, statt nur die Pressemappe zu lesen. Das Leben schreibt die besten Geschichten – das gilt auch in Zeiten des WWW. Also weg vom Schreibtisch, runter auf die Straße, raus auf die Messe – rein ins Leben.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und konsumiert zu werden?

Ich befürchte, Qualität allein ist schon lange kein Erfolgskriterium mehr. Niemand ist unter dem wachsenden finanziellen und organisatorischen Druck in den Redaktionen dazu bereit, alltägliche Rücksichten auf eine „Edelfeder“ zu nehmen. Sondern wer ein gewisses Schwellenniveau erreicht, ist „drin“ und qualifiziert sich darüber hinaus vor allem über Faktoren, die mit dem Journalismus im engeren Sinne nichts zu tun haben: Zuverlässigkeit, Effizienz und vor allem die eigene Vermarktung.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und deren Anbieter anpassen?

Er muss schneller werden, ohne die Qualität zu verlieren. Er muss sich die neuen Möglichkeiten bestmöglich zunutze machen (Beispiel Multimedia- oder Multichannel-Reportage). Er muss noch mehr die Rolle des Schleusenwärters und Leuchtturms in der Informationsflut übernehmen und er muss sich durch Qualität und Einordnung von all dem Möchtegern-Journalismus abgrenzen, der die Medienkanäle flutet.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Wenn es nicht gelingt, Zahlschranken im Internet zu errichten, vermutlich gar nicht mehr. Zumindest nicht, wenn man hehre journalistische Kriterien anlegt. Denn der Verkauf von Anzeigen, Werbebannern etc. wird auf Dauer womöglich nicht reichen und es wird immer öfter zu Advertorials, Produktionskostenzuschüssen oder Ähnlichem kommen.

Das funktioniert vielleicht bei der Produkt- oder Unternehmensberichterstattung, wird aber beim Nachrichtenjournalismus vergleichsweise schwierig. Die Lösung kann also nur sein, so gute Inhalte zu generieren, dass die Rezipienten bereit sind, dafür auch weiterhin zu bezahlen – weil sie kostenlos nirgends zu bekommen sind.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Das Medienangebot wird ähnlich sein. Allerdings wird es weniger Print-Titel und dafür mehr Online-Ausgaben geben, weil diese einfach billiger herzustellen sind und die Medienunternehmen auf diese Weise rationalisieren und die Kosten senken können. Die Zahl der unabhängigen Medien wird weiter sinken und es wird deutlich mehr Interessen-, Neigungs- oder Berufungsjournalismus geben.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Was fehlt? Ich fürchte, wir haben schon heute ein Überangebot.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

via www.osk.de

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Carsten Christian
„Ich bin fest davon überzeugt, dass die eigentliche Medienrevolution erst noch bevorsteht“: 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 11] http://t3n.de/news/zukunft-des-journalismus-matthes-601847/ 2015-03-24T13:51:12Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Sebastian Matthes, …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Sebastian Matthes, Chefredakteur der Deutschland.

zukunft-des-journalismus-matthes

Für den Job hätte er alles liegen gelassen, sagt Sebastian Matthes. Glücklicherweise habe es damals zeitlich gut gepasst: Nach fünf Jahren als Ressortleiter Technik+Wissen bei der WiWo sei es einfach mal Zeit für einen Wechsel gewesen. „Außerdem wollte ich nicht mehr länger nur über den Medienwandel schreiben. Ich wollte ihn mit einem der innovativsten Medien der Welt selbst gestalten.“ Und so nahm Matthes die neue Stelle an, als Chefredakteur der Huffington Post Deutschland. Am 10. Oktober 2013 ging die deutsche Version der Nachrichten-Seite online. Rund sechs Monate später erreichte das Portal insgesamt 9,5 Millionen Visits – ein gutes Drittel der Zugriffe erfolgte über mobile Endgeräte. Damit schaffte die Huffington Post den Sprung unter die 15 zugriffsstärksten deutschen Nachrichtenseiten.

Mobil ist für die „HuffPost“ ein wichtiger Kanal für die Reichweite. Von den 12,1 Millionen Visits im Februar 2015 kamen 5,7 Millionen von mobilen Geräten. Das Portal setzt auf einen Mix aus klassischen Nachrichten, bunten Themen und viel Meinung. Wegen des neuartigen Ansatzes von vielen zum Start mit Spannung beobachtet, gab es auf der anderen Seite Kritiker, die reißerische Überschriften und Klickanreize mit wenigen Inhalten bemängelten. Punkten kann die Huffington Post außerdem durch ihre hohe Reichweite in den sozialen Netzwerken.

Sebastian Matthes zur Zukunft des Journalismus
Sebastian Matthes zur Zukunft des Journalismus

Schon während seiner Zeit bei der WiWo beschäftigte sich Sebastian Matthes intensiv mit den Themen Internet und soziale Medien. Auf seinem Blog, der sich mit Wirtschaft, Medien, Technologie und Musik beschäftigt, schreibt der 37-Jährige, dass ihn besonders die Frage interessiere, wie neue Technologien unseren Alltag, die Wirtschaft und die Politik verändern. Er sei begeisterter Twitterer und freue sich über alles Neue in der Medienwelt. Die sozialen Netzwerke hat er dabei stets im Blick: „Twitter, Facebook und Instagram sind für mich Unterhaltung, Information – und ständige Begleiter.“

Nach dem Politik- und VWL-Studium an der Universität Hamburg und einem sechsmonatigen Forschungsaufenthalt in Indien studierte Matthes an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Während dieser Zeit arbeitete er für das Handelsblatt, den Spiegel und die WiWo. Weitere Redaktions-Stationen seiner Laufbahn: der Norddeutsche Rundfunk, Financial Times Deutschland und die Neue Zürcher Zeitung, jeweils für die Online- wie auch die Print-Ausgaben. Im spricht Sebastian Matthes darüber, warum eine technische Ausrichtung für Medien-Unternehmen unerlässlich wird. Außerdem geht er darauf ein, was Journalisten tun müssen, wenn sie eine große Karriere verfolgen.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Ich halte die Qualitätsdebatte für enorm wichtig, und wir müssen sie unbedingt jetzt führen. Allerdings bin ich der Meinung, dass wir sie bislang falsch geführt haben. Denn irgendwie schwebt ein abstrakter Qualitätsbegriff im Raum, der völlig ignoriert, dass es unterschiedlichste Qualitäten geben kann. Qualität kann sein, eine starke Bewegung am Aktienmarkt per Smartphone-Push-Nachricht am schnellsten zu verbreiten.

Qualität kann aber auch ein sechsseitiges Porträt im Focus oder im Stern sein, ein Leitartikel in der ZEIT, ein Brief an die Leser in der Titanic oder eine trocken aufgeschriebene, aber überraschende Analyse in der FAZ. Oder ein Video, in dem Experten Müttern Tipps für ihren Alltag geben. Wir müssen akzeptieren, dass Qualität für jeden Leser etwas anderes ist. Die größte Gefahr für Medien ist es, diese Tatsache zu ignorieren.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass die eigentliche Medienrevolution erst noch bevorsteht. Der Wandel hin zum mobilen sozialen Zeitalter wird noch viel dramatischer als der Wandel von Print zu Online. Denn in diesem neuen Zeitalter wird sich alles verändern: die journalistischen Darstellungsformen, das Verhältnis zu unseren Leserinnen und Lesern und die Art, wie wir Werbung machen.

Zugleich werden in dieser neuen Zeit diejenigen Medienunternehmen erfolgreich sein, die sich zu einem großen Teil auch als Technologieunternehmen verstehen. Schon heute werden die Inhalte über Technologie verbreitet und über Algorithmen so aufbereitet, dass Menschen vor allem die Dinge lesen können, die sie wirklich interessieren. Bei alldem steht der deutsche Medienmarkt noch ganz am Anfang.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Überall. In , in Archiven, in Gesprächen mit Experten – da hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Nach wie vor ist Twitter für mich persönlich das wichtigste News-Medium, um den Überblick zu behalten. Aber ich lese jeden Tag auch Tageszeitungen – allerdings als App auf dem iPhone.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Journalisten müssen in Zukunft nicht nur exzellent schreiben können. Sie müssen mehr denn je in der Lage sein, Leserinnen und Leser zu überraschen, zu bewegen und zu begeistern. Das sind ganz alte journalistische Fähigkeiten, die aber im Zeitalter der sozialen Netzwerke wichtiger sind denn je. Vor allem das Besondere, das Überraschende wird geteilt und weiterdiskutiert. Journalisten, die diese Mechanismen verstehen, haben in Zukunft die besten Chancen.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die eigentliche Medienrevolution erst noch bevorsteht“

Überraschung gelingt mit sehr gutem Journalismus und Geschichten, die wirklich relevant für die Menschen sind. Ich glaube aber auch, dass sich unser Blick auf die Welt verändern muss. Allzu lange haben wir nur die Problemen in den Mittelpunkt gestellt. Viel zu selten haben wir uns mit den Menschen beschäftigt, die an den Lösungen arbeiten.

Das wollen wir bei der Huffington Post ändern. Wir berichten zwar auch künftig über Katastrophen, Korruption und religiösen Fanatismus. Aber wir wollen künftig viel stärker die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die gegen diese Probleme kämpfen. Organisationen zum Beispiel, die radikalen Islamisten den Ausstieg erleichtern. Oder Menschen, die Techniken entwickeln, um die Meere von Plastikmüll zu befreien.

Darüber hinaus müssen Journalisten, die in Zukunft erfolgreich sein wollen, im Netz zu einer Marke werden. Sie müssen ihren Namen mit einem Thema verknüpfen – auch jenseits ihres eigenen Mediums. Das ist schon oft gesagt worden. Wirklich verstanden haben es aber die Wenigsten. Die größten Karrieren machen künftig agile, journalistische Einmannunternehmen, denen es gelingt, eine Community um sich und ihre Themen aufzubauen. Das ist über Blogs, Twitter und Facebook übrigens leichter denn je.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Es wird nicht den einen Weg geben, den alle einschlagen müssen. Allerdings werden sich nahezu alle mit den Mechanismen sozialer Netzwerke auseinandersetzen müssen. Denn der Zeitungsausträger der Zukunft ist unser Leser. Wir müssen verstehen, warum er bestimmte Inhalte verbreitet und andere nicht.

Ich glaube auch, dass Zahlen wesentlich wichtiger werden für Journalisten, denn die verraten viel über unsere Nutzer. Aber auch das ist eine gute Nachricht. Denn wir sehen jetzt schon, mit welchen unserer Inhalte sich die Menschen länger und mit welchen sie sich kürzer beschäftigen. Daraus lernen wir, wie wir Journalismus besser machen können.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Hier sehe ich nicht den einen Weg. Es wird – wie heute schon – die unterschiedlichsten Konzepte geben. Paid-Modelle, wie einige Regionalzeitungen es gerade testen, Hybrid-Modelle, wie Springer sie nutzt, und rein werbefinanzierte Modelle, wie wir sie verfolgen. Ein Großteil der Medien wird am Ende wahrscheinlich Hybrid-Modelle versuchen.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

In fünf Jahren werden diejenigen am größten sein, die am besten verstanden haben, welche Inhalte Menschen in sozialen Netzwerken teilen. Schon heute konsumiert etwa jeder dritte Amerikaner einen Großteil seiner Nachrichten über Facebook.

„In fünf Jahren werden diejenigen am größten sein, die am besten verstanden haben, welche Inhalte Menschen in sozialen Netzwerken teilen.“

Unter Jüngeren ist der Anteil schon wesentlich größer – auch in Deutschland. Ich bin sicher, dass dieser Wandel hin zum mobilen-sozialen Internet weit dramatischer wird als der Wandel von Print zu Online. Schon heute konsumieren viele Menschen einen großen Teil ihrer Nachrichten vor allem auf dem Smartphone. Doch auf den Geräten surfen sie nicht mehr wie auf dem Laptop – mit Browser und eingetippten Links. Sie bewegen sich via sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter oder WhatsApp durchs Netz. Sie lesen, was ihre Freunde lesen.

Ich bin davon überzeugt, dass die Huffington Post extrem gut auf diesen Wandel vorbereitet ist. Denn wir fragen uns bei allen Texten: Wie können wir sie so erzählen, dass Menschen sie an ihre Freunde weiterempfehlen? Mit einem Social-Media-Anteil unserer Reichweite von mehr als 30 Prozent zeigt sich, dass diese Strategie aufgeht. Und wenn Menschen unsere Texte weiterempfehlen, erinnern sie sich auch schneller an unsere Marke – und nutzen die HuffPost nächstes Mal über die App. Über all diese Themen tauschen wir uns übrigens mit den anderen HuffPost-Ausgaben aus, auch bei regelmäßigen Konferenzen, wie erst kürzlich wieder in London oder Anfang des Jahres in München.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Es fehlen ganz viele! Schauen Sie sich an, was in den USA passiert ist. Da ist die Revolution in vollem Gange. Die Zahl neuer Projekte, die ein nennenswertes Publikum erreichen, ist bei uns noch gering. In Deutschland fehlen Erklär-Portale wie Vox.com, Fachblogs über die Zukunft unserer Städte, wie das Magazin Atlantic sie bietet, Tech-Lifestyle-Portale wie The Verge, und schon immer bin ich ein großer Fan von Business Insider. Positiv finde ich in Deutschland alle, die etwas Neues versuchen, auch wenn es davon noch nicht viele gibt. Wir tun hier noch so, als würde das Internetzeitalter gerade erst beginnen. Aber das wird sich auch bei uns ändern. Warten Sie nur ab. Ich freue mich darauf.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

via www.osk.de

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Carsten Christian
Diese 15 Web-Templates musst du gesehen haben [Teil 3] http://t3n.de/news/diese-15-web-templates-gesehen-3-595922/ 2015-03-21T08:05:41Z
Eine weitere feine Sammlung kostenloser Web-Templates im PSD-Format präsentieren wir euch in diesem Artikel. Die Vorlagen eignen sich teils für Blogs oder News-Websites, aber auch für Shops und …

Eine weitere feine Sammlung kostenloser Web-Templates im PSD-Format präsentieren wir euch in diesem Artikel. Die Vorlagen eignen sich teils für oder News-Websites, aber auch für Shops und Business-Auftritte sind passende Designs dabei.

Web-Templates für verschiedene Anwendungsbereiche und Geschmäcker

Je nach Zweck einer Website stehen bestimmte Features mehr oder weniger im Vordergrund, manche Elemente sind Blog-typisch, andere sind unerlässlich für die Firmenseite. Struktur und Raumaufteilung, die Festlegung der Spaltenanzahl, Umgang mit Weißraum, Farben, Schatten und Schriftsätze sollten beim Gestalten einer Website wohlüberlegt sein, wenn das Design stimmig und attraktiv beim Betrachter ankommen soll.

Wir haben ein paar sehr gelungene Templates zusammengetragen, die sich teils geradezu für einen bestimmten Zeck aufdrängen, sich teilweise aber auch recht variabel einsetzen lassen. Die sind allesamt kostenlos und liegen im PSD-Format vor, sodass sie sich an eigene Bedürfnisse anpassen und weiterverarbeiten lassen. Aber auch als Inspiration für eigene Design-Ideen bieten die folgenden Projekte reichlich Sehenswertes. Die Links zu den Templates findet ihr jeweils in der Bildunterschrift oder in der Bildbeschreibung in der Galerie.

Single-Page-Template „Wooster“

Wooster - Vintage Single Page PSD Theme - Web-Templates
Schwarz-weißes Onepage-Web-Template „Wooster“. (Screenshot: graphberry.com)

Das vollständig in schwarz-weiß gehaltene Single-Page-Template „Wooster“ soll den Angaben der Macher zufolge als Web-Template für Agenturen oder zur Präsentation des Produktportfolios Anwendung finden. Die Kontraste werden in diesem Design geschickt dazu eingesetzt, die einzelnen Elemente der Website voneinander abzugrenzen. Als Schriften werden kostenlose Google-Fonts genutzt, die ebenso wie die verwendeten Bilder in der Hilfedatei des Pakets verlinkt werden.

Template für eine Movie-Website

Cinema 22 - Free PSD Movie - Web-Templates
Film-Website im Flat Design. (Screenshot: sukafreebies.com)

Weniger häufig zu finden und deshalb Teil dieser Sammlung von Web-Templates sind solche Design-Vorlagen, die sich mal mit etwas anderem befassen als mit Layouts für Blogs, Unternehmens-Websites oder Shops. Ein gelungenes Beispiel ist das von Bagus Fikri kreierte Template für eine Movie-Website – ohne viel Schnickschnack in funktionalem Flat Design.

Fashionpress-Template

FashionPress_Free_Psd_V2 - Web-Templates
Eine der beiden Varianten des Fashionpress-Web-Templates. (Screenshot: dribbble.com)

Das „Fashionpress Free PSD“ von Shakil Ali beinhaltet zwei Variationen eines Web-Templates für Onlineshops, die beide gleichermaßen prädestiniert sind, Produkte innerhalb eines nicht zu aufdringlichen, aber dennoch augenfälligen Designs zu präsentieren.

„Charity Website Template“

Free Charity Website Template PSD - Web-Templates
Web-Template im gekachelten „Sharp Design“. (Screenshot: cssauthor.com)

Das von Krishnan Unni entworfene „Charity Website Template“ wird beschrieben als einzigartiges „Sharp Design“. Wenngleich „einzigartig“ hier leicht überhöhenden Charakter hat, bietet das Template doch eine sehr ansehnliche, vielseitig einsetzbare gestalterische Grundlage in einem nicht alltäglichen gekachelten Design.

Web-Template „Skokov Profit“

SKOKOV Profit — Free Business PSD Template - Web-Templates
Modernes Business Website-Template (Screenshot: skokov.cc).

Das Web-Template „Skokov Profit“ ist farblich in einen modern anmutenden Dreiklang aus Schwarz, Weiß und Rot getaucht. Das Onepage-Layout ist durch ansehnliche halbtransparente Flächen und angenehm proportionierten Weißraum klar strukturiert, was das Gesamtpaket sehr professionell wirken lässt. Dem Einsatz als Unternehmens-Website steht bei diesem Template nichts im Weg.

Weitere Web-Templates aus der Serie

Weitere Artikel aus unserer Serie über gelungene Web-Templates findet ihr hier:

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Marcel Seer