Blog | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Blog 2015-08-31T08:16:52Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/blog Keine Geheimnisse mehr: Verkaufspreise, Release-Datum und Fotos von iPhone 6s geleakt http://t3n.de/news/verkaufspreise-release-iphone-6s-635247/ 2015-08-31T08:16:52Z
Wenn Apple am 9. September 2015 seine neue iPhone-Generation vorstellt, dann wird es kaum noch Geheimnisse geben. Ein niederländischer Blog will die Verkaufspreise und das Release-Datum von iPhone …

Wenn Apple am 9. September 2015 seine neue iPhone-Generation vorstellt, dann wird es kaum noch Geheimnisse geben. Ein niederländischer Blog will die Verkaufspreise und das Release-Datum von iPhone 6s und 6s Plus erfahren haben.

Bisher sind alles nur Gerüchte und von offizieller Seite unbestätigte Meldungen. Aber wenn alles stimmen sollte, was in den vergangenen Tagen und Wochen von unterschiedlicher Seite geleakt wurde, dann wissen wir schon ziemlich viel über die neue iPhone-Generation, die am 9. September 2015 offiziell vorgestellt werden soll. Nun sind auch die wahrscheinliche Preisgestaltung und das Release-Datum von iPhone 6s und iPhone 6s Plus ans Tageslicht gekommen.

iPhone 6s und 6s Plus: Ab 25. September in Europa

Der niederländische Blog TechTastic will in Erfahrung gebracht haben, dass iPhone 6s und 6s Plus in den Speichervarianten 16, 64 und 128 Gigabyte auf den Markt kommen soll. Das iPhone 6s soll dann in der günstigsten Variante 699 Euro kosten, das iPhone 6s Plus 799 Euro. Pro Speicherstufe geht es dann noch einmal um 100 Euro aufwärts. Damit würden die Preise an die der Vorgängerversion beim Launch vor knapp einem Jahr angelehnt sein. Als Starttermin für den Verkauf in Europa hat der Blog den 25. September 2015 ausgemacht, also gut zwei Wochen nach der Präsentation.

FaceTime-Kamera im iPhone 6s soll größer werden. (Foto: 9to5Mac)
FaceTime-Kamera im iPhone 6s soll größer werden. (Foto: 9to5Mac)

Einen genaueren Blick auf die technischen Details der neuen iPhones ermöglicht wiederum ein neuer Foto-Leak. 9to5Mac hat Fotos ins Netz gestellt, die das neue iPhone 6s und 6s Plus zeigen sollen. Demnach wird die FaceTime-Kamera für Videotelefonie und Selfies mit größeren Sensoren ausgestattet sein. Das deutet auf eine höhere Pixelanzahl (aktuell 1,2 Megapixel) und neue Funktionen hin.

iPhone-6s-Kamera soll 4K-Videos aufnehmen können

Die Hauptkamera soll auf zwölf Megapixel (aktuell acht Megapixel) verbessert werden und 4K-Videos aufnehmen können. Dafür dürfte dann aber das 16-Gigabyte-Modell aufgrund der geringen Speicherkapazität und fehlender Erweiterungsmöglichkeit via Micro-SD-Karte nicht besonders gut geeignet sein. Eventuell hat Apple doch noch ein paar Überraschungen im Ärmel, das werden wir dann am 9. September sehen.

Wie Force Touch am iPhone 6s funktionieren könnte, hat vor wenigen Tagen ein Konzeptvideo gezeigt.

via futurezone.at

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Jörn Brien
Es gibt nur 2 Sorten von Menschen auf der Welt – Welcher bist du? [Bildergalerie] http://t3n.de/news/tumblr-blog-2-kinds-of-people-633179/ 2015-08-21T09:12:29Z
Der Tumblr-Blog „2 Kinds of People“ teilt die Menschen in zwei Sorten ein – zu welcher Kategorie gehörst du?

Der Tumblr-Blog „2 Kinds of People“ teilt die Menschen in zwei Sorten ein – zu welcher Kategorie gehörst du?

Dass es nur zwei Sorten von Menschen auf der Welt gibt, ist eine altbekannte Phrase. Im Grunde wehren wir uns ja immer dagegen, die Welt nur in Gut und Böse oder in Schwarz und Weiß einzuteilen, aber in manchen Fällen stimmt es leider – wie der Illustrator João Rocha auf seinem Tumblr-Blog „2 Kinds of People“ zeigt. Denken wir beispielsweise daran, wie manche Leute morgens auf ihren Wecker reagieren.

Diesbezüglich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Der eine steht sofort auf, der andere drückt die „Snooze“-Taste – zwei-, drei- oder viermal. Gibt es noch was dazwischen, außer dass jemand vielleicht gar keinen Wecker braucht und von alleine wach wird?

Tumblr-Blog „2 Kinds of People“ teilt die Menschen in 2 Sorten ein

2 Kinds of People: Es gibt organisierte und unorganisierte Menschen. (Grafik: 2kindsofpeople.tumblr.com)
2 Kinds of People: Es gibt organisierte und unorganisierte Menschen. (Grafik: 2kindsofpeople.tumblr.com)

Rocha hat neben diesem Beispiel noch einige weitere illustriert, die auch und vor allem im Umgang mit technischem Schnick-Schnack überdeutlich werden. So gibt es Menschen, die ihre Apps auf dem Smartphone in Themenordnern anlegen und welche, die sie lose auf dem Startbildschirm verteilen. Auch in Sachen WLAN-Bezeichnungen kann man ein Phänomen beobachten. Welches? Das erfahrt ihr in der Galerie!

Und zu welchem Typ Mensch gehört ihr?

via theultralinx.com

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Andreas Weck
Facebook arbeitet an Blogging-Funktion à la Medium.com http://t3n.de/news/facebook-blogging-funktion-notizen-631739/ 2015-08-17T14:18:41Z
Bisher war Facebook für Blogger, die ihre Geschichten vorwiegend in Textform präsentieren, eher nur zur Distribution attraktiv. Jetzt testet das soziale Netzwerk offenbar eine Blogging-Funktion un …

Bisher war für Blogger, die ihre Geschichten vorwiegend in Textform präsentieren, eher nur zur Distribution attraktiv. Jetzt testet das soziale Netzwerk offenbar eine Blogging-Funktion und könnte damit so mancher Blogger-Plattform die Nutzer abluxen.

Feuer frei für lange Texte auf Facebook

Unlängst ist Facebook nicht mehr nur ein , in dem die User sich untereinander austauschen, chatten und Verbindungen knüpfen. Es hat sich zur auch zur Video-Plattform gemausert und tut sich mit großen Publishern zusammen, um den Newsmarkt zu erobern. Jetzt hat Facebook offenbar noch eine weitere Baustelle ins Auge gefasst: Ein neues Notizen-Template, das heute aufgetaucht ist, erinnert verdächtig an die erfolgreiche Blogging-Plattform Medium.com.

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So sieht das neue Blogging-Template auf Facebook aus. (Screenshot: Ole Reißmann / Facebook)

Martin Gießler, der für Spiegel Online schreibt, ist der ungewöhnliche Post des Facebook-Mitarbeiters John Biesnecker aufgefallen. Der neue Editor für Notizen hat vielfältige Funktionen bekommen und lässt den User jetzt wie bei einer Blogging-Plattformen Artikel gestalten und publizieren. Noch ist er nicht für alle freigeschaltet und auch der Funktionsumfang soll derzeit eingeschränkt sein. So ist die Einbindung von Youtube-Videos nicht möglich. Gut denkbar, dass Facebook diese Funktion auch in Zukunft nicht plant. Verlinkungen hingegen funktionieren.

Von Facebook gab es noch kein Statement zur neuen Blogging-Funktion. Und John Biesnecker beteuert, „auch nur ein Endnutzer“ zu sein und nicht mehr zu wissen als die anderen User. Wann das Feature für alle Nutzer freigeschaltet wird, ist nicht bekannt.

Könnt ihr die Funktion schon nutzen? Schreibt uns in den Kommentaren.

Beispiele für das neue Blogdesign seht ihr hier:

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Melanie Petersen
Wie ich von 0 auf einen Newsletter-Abonnenten kam – in 365 Tagen http://t3n.de/news/0-newsletter-abonnenten-kam-365-630290/ 2015-08-16T09:17:17Z
Als Marketer lese ich oft tiefschürfende Fallstudien darüber, wie man seinen Traffic verbessert, seine Abonnentenliste anwachsen lässt und wie man es mit Growth-Hacking auf Millionen von Lesern …

Als Marketer lese ich oft tiefschürfende Fallstudien darüber, wie man seinen Traffic verbessert, seine Abonnentenliste anwachsen lässt und wie man es mit auf Millionen von Lesern bringt. Während ich an enormen Kundenerfolgen meiner Agentur beteiligt war, hat mein eigenes in den letzten drei bis vier Jahren gelitten. Ich möchte das als etwas Positives interpretieren: Ich habe jetzt ein leeres Blatt, auf dem ich meine Zaubertricks anwenden kann.

Der erste Punkt auf meiner Liste ist, über meine Blog-Pause zu sprechen. Was passiert, wenn man einfach gar nichts richtig macht? Wie schlimm kann es werden? Im letzten Jahr habe ich nicht regelmäßig gebloggt. Ich habe nicht hart an meiner Liste gearbeitet, oder daran, meinen Traffic zu erhöhen. Ich habe (irgendwie) einen Abonnenten zu meiner Liste hinzugefügt.

Mit dieser Vorgeschichte ich im Hinterkopf zähle ich hier die Top 5 auf, wie ich meine Mailing-Liste von null auf einen  gesteigert habe.

Biete nur eine Möglichkeit, sich anzumelden

Ein sehr einfacher Weg, um deine Abonnentenzahl zu limitieren, ist es, nur einen obskuren Platz für die Anmeldung anzubieten. Verstecke sie in deinem Footer, wenn du die Anzahl wirklich niedrig halten willst. Bei mir gab es ein Suchfeld und gleich darunter ein ähnlich aussehendes, beinahe identisches Sign-up-Feld. Ich habe dieses Feld auch nicht besonders gut beschriftet. Das eine Feld hieß „Suche“, das andere „Sign-up“.

Wenn du mehr Methoden zum Anmelden hinzufügst, wie etwa Pop-ups, klar beschriftete Buttons und Opt-in-Formulare fürs Herunterladen von Content, dann bereitest du den Weg für viel mehr Abonnenten. Ich war besonders gut darin, die Anzahl der potentiellen Kontakte zu beschränken. Wer sollte dieses sonderbare Feld finden? Warum sollten sie abonnieren? Was hatte ich zu bieten? Absolut gar nichts. Ich versprach (und lieferte) absolut gar keinen Nutzen.

Eine gute Möglichkeit für den eigenen Newsletter: Eine auffällige Box, wie wir sie bei t3n.de unter Artikeln haben. (Screenshot: t3n)
Eine gute Möglichkeit für den eigenen Newsletter: Eine auffällige Box, wie wir sie bei t3n.de unter Artikeln haben. (Screenshot: t3n)

Meine Lektion daraus? Je mehr Methoden du für die Anmeldung anbietest, desto mehr Anmeldungen wirst du bekommen. Sag deutlich, was du zu bieten hast, biete einen Nutzen und setzt das Anmeldefeld nicht direkt unter das Suchfeld.

Bewirb dein Blog bloß nicht

Einfach gesagt, je mehr Traffic dein Blog generiert, desto einfacher ist es, neue Anmeldungen für deine Mailingliste zu erhalten. Denk dran, ich schaffte nur einen neuen Abonnenten in einem ganzen Kalenderjahr. Das wäre nicht möglich gewesen, wenn ich mehr als 15 bis 20 Besucher pro Tag bekommen hätte. Mein Traffic war offensichtlich sehr gering, weil ich nicht gebloggt oder keine Werbung für die Artikel gemacht habe, die ich bereits geschrieben hatte. Ich war nicht ausgelegt auf viel Traffic, warum sollte ich mehr wollen?

Wenn du dein Blog mittels Social Media, Anzeigen, gesponserter Artikel und guter Suchmaschinenoptimierung bewirbst, wird das deinen Traffic enorm in die Höhe treiben. Du wirst es sehr schwer haben, lediglich nur einen neuen Abonnenten dazuzubekommen, wenn du 100 bis 1.000 neue Besucher pro Tag hast.

Schreib keine Gastartikel, kommentiere nicht auf anderen Blogs oder mach irgendwelche andere Öffentlichkeitsarbeit

In den letzten zwei Jahren habe ich für eine große digitale Agentur gearbeitet, und mein gesamter Fokus lag auf ihrer Arbeit. Von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr abends konzentrierte ich mich jeden Tag darauf, wie ich unseren Kunden helfen konnte. Ich verlor auch total aus den Augen, wie ich mir selbst und meinen Lesern helfen konnte, den wenigen, die ich hatte.

Gastartikel schreiben für mehr Bekanntheit? Bloß nicht! (Foto: FXQuadro / Shutterstock)
Gastartikel schreiben für mehr Bekanntheit? Bloß nicht! (Foto: FXQuadro / Shutterstock)

Gastbloggen und Kommentieren in beliebten Blogs ist eine Garantie dafür, ein erhöhtes User-Engagement zu deinem eigenen Blog und deiner Marke zu schaffen. Wenn du aufschlussreiche Kommentare schreibst und gute Diskussionen anstößt, wirst du mit neuen Abonnenten belohnt werden. Da ich jedoch für jemand anderes arbeitete, verlinkte ich immer zu ihren Websites und Dingen. Meine eigenen haben gelitten und ja, ich habe es irgendwie geschafft, hundert Kommentare zu machen, ohne dabei irgendeine Auswirkung auf meine Liste zu erleben.

Gleichermaßen wurde ich darum gebeten und übernahm Öffentlichkeitsarbeit mit Dutzenden Erwähnungen in Tipps, Strategien und anderen Arten von zusammenfassenden Expertenartikeln. Keiner von ihnen verlinkte auf meine eigenen Arbeiten zurück, sie vergrößerten alle nur die Listen von jemand anderem. Wenn du deine eigene Liste vergrößern willst, musst du auf die Dinge verweisen, die du anpreisen möchtest. Ähnlich wie bei der vorherigen „Bloß-nicht-bewerben-“Liste werden, je mehr Leute deine Arbeiten sehen,  die Chancen höher, dass du neue Abonnenten hinzugewinnst.

Zieh mit deiner Liste um, aber mach kein Update der Anmeldeformulare

Du willst jegliche Möglichkeit für Neuanmeldungen eliminieren? Wechsle mit deiner Mailingliste von MadMimi zu MailChimp – aber pass das Formular auf deiner Website nicht an. Ich hab es so gemacht. In einem verzweifelten Versuch, meine Website zu renovieren, habe ich gedacht, dass ich MailChimp-Formularfelder hinzufügen würde.

Ich bin also mit meiner alten Liste zu MailChimp umgezogen, ich habe meinen MadMimi-Account gelöscht und nach den MailChimp-Formularfeldern gesucht. Ich habe mir unterschiedliche Wege zur Integration von Anmeldungen angesehen, inklusive Pop-ups, Fly-ins und Sidebar-Formularen. Ich habe alles über Content-Upgrades und Lead-Magnets gelesen. Und dann habe ich einfach mein Browserfenster geschlossen und etwas Anderes gemacht. Ich habe nie die Formularfelder auf meiner Site überarbeitet. Ich hatte niemals auch nur die entfernteste Chance für eine einzige Anmeldung in den letzten sieben Monaten.

Biete keinen Grund dafür, sich anzumelden

Ein Grund, warum Leser sich anmelden wollen, ist der, spezielle und Insider-Informationen zu erhalten. Leute werden sich vielleicht anmelden, um etwas herunterladen zu können. Andere werden sich anmelden, um dein Blog per Mail verfolgen zu können, sodass sie nichts verpassen.

(Grafik: Shutterstock)
Leser wollen Insider-Informationen über einen Newsletter bekommen. (Grafik: Shutterstock)

Weißt du, aus welchem Grund sich niemand für eine Mailingliste anmeldet? Weil du ein netter Typ mit einem Blog bist. Nein, niemand. Du wirst nie eine Anmeldung erhalten, weil jemand dich bemitleidet, weil du versprichst, nicht zu spammen oder weil er hofft, dass du ihm Geld schickst.

Leute melden sich an, weil sie bereit sind, ihre E-Mail-Adresse im Tausch gegen einen Mehrwert preiszugeben, den du ihnen versprichst. Das ist der einzige Grund. Blog-Content, E-Books, Webinare, die sie verfolgen möchten – welcher Grund auch immer, du versprichst ihnen einen Mehrwert im Tausch gegen die Information, die du von ihnen willst. Mein Formular war wie gesagt nur beschriftet mit „Sign-up!“. Es gab kein „Warum“. „Melde dich an, um Artikel per Mail zu erhalten.“. „Melde dich an, um mein neues E-Book herunterzuladen.“ Nein, gar nichts.

Fazit

Mein Ziel beim Start meiner Mailing-Liste war nicht, nur einen einzigen Abonnenten in einem ganzen Jahr hinzuzufügen. Das ist ein furchtbares Ergebnis, weit unter den schlimmsten Erwartungen. Mein einer Abonnent war jemand, für den ich vorher gearbeitet hatte. Die haben sich angemeldet, aufgrund des Mehrwerts, den ich ihnen bereits geliefert hatte, in der Hoffnung, dass ich mehr davon lieferte. Sie fühlten sich verloren in den Weiten der digitalen Informationen und suchten nach einem vertrauten Gesicht, um sich und ihr Business zu begleiten.

Wenn ich einem Kunden einen Rat geben würde, wäre der einfach: Mach das exakte Gegenteil von allem, was ich in den letzten zwölf Monaten getan habe. Ich war zu sehr konzentriert auf andere Projekte und das hat sich gerächt. Wenn du nur nebenbei an deinem Blog arbeitest, dann werden deine Leser dich auch so behandeln. Nimm deine Leser ernst, dann werden sie dich auch belohnen. Und nun viel Spaß Aufbau deiner Mailingliste!

Was denkst du? Wie würdest du jetzt vorgehen, wenn du in meiner Lage wärst?

Dieser Artikel erschien zuerst in englischer Sprache auf dem Blog von Matt Antonio. Übersetzung: Anja Braun.

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Matt Antonino
„Manchmal muss es weh tun, bis Menschen dir erzählen, was ihnen weh tut“ – Video-Journalist Henrik Neumann im Interview http://t3n.de/news/zukunft-journalismus-henrik-629851/ 2015-08-11T13:37:07Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Henrik Neumann, …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Henrik Neumann, Video-Redakteur bei DIE WELT.

„Bespuckt, beschimpft, beleidigt“ – so beschreibt Henrik Neumann seine Erfahrungen, die er während seiner Arbeit für DIE WELT als Video-Journalist gesammelt hat. Oft sei er auf Widerstand gestoßen, von Menschen, denen seine hintergründige Berichterstattung nicht passte. Passiert ist das dem Redakteur seit seinem Start bei DIE WELT im Januar 2014 häufig genug. Doch gerade bei Geschichten, die sich wirklich lohnen, sei er bisher immer auf Gegenwehr gestoßen. Dies habe ihm gezeigt, dass er auf der richtigen Spur sei. „Manchmal muss es weh tun, bis Menschen dir erzählen, was ihnen weh tut“, so der Journalist.

Seit 2014 hat Neumann auch einen YouTube-Kanal, auf dem er seine Arbeit zeigt. An dieser Stelle lassen wir ihn sich daher erst mal selbst vorstellen:

Für „WELT-Video“ produzierte und moderierte Neumann in den vergangenen zwölf Monaten größtenteils Milieu-Reportagen, unter anderem in der Frankfurter Drogen-Szene, mit versteckter Kamera auf einem der sogenannten Asia-Märkte in Tschechien, wo er die Droge Crystal Meth kaufte, oder für Berichte über rechte Tendenzen und Neonazis in Deutschland. „Ich dachte, mehr Adrenalin als in meiner WELT-Webvideo-Serie „WELT am Limit“ geht nicht. Aber es geht doch“, so der 30-Jährige.

Mit Adrenalin hat seine journalistische Karriere auch angefangen, 2003 mit seiner ersten Veröffentlichung für BOARDSTEIN – nach dem Motto Skateboard-Magazin statt Schülerzeitung. „Das Gefühl, wenn der eigene Text eine andere Person bewegt, sie den Schmerz, die Beweggründe des Protagonisten nachempfinden, fühlen kann. Das waren die Gründe, warum ich Journalist werden wollte.“

Während Neumann für die BILD Ruhrgebiet arbeitete, studierte er nebenher Anglistik, Amerikanistik und Geschichte. „Jedoch nur als Alibi“, wie der Wahlberliner sagt. „Um einen Abschluss zu haben.“ Denn schon vor dem Start des Studiums sei ihm klar gewesen, dass sein eigentliches Ziel ein Volontariat war. 2012 kam die Zusage der Axel Springer Akademie, wo er seinen Fokus auf Bewegtbild legte. 2014 dann der Wechsel zur WELT. Mittlerweile arbeitet Neumann im Reporterteam von WELT und N24.

Im vergangenen Jahr wählte ihn das medium magazin unter die Top 30 bis 30, eine Auszeichnung für vielversprechende Nachwuchsjournalisten. Einen Axel Springer Preis und den European Newspaper Award gab es auch noch.

Warum viele Kolleginnen und Kollegen Online als Bedrohung sehen, habe er nie verstanden: „Sie erkennen nicht, welche neuen Möglichkeiten, welch spannende Erzählweisen hinter diesem Medium, das wir gerade erst anfangen zu entdecken, stecken.“ Im OSK-Interview erklärt Henrik Neumann, wie er sich als Video-Journalist an den technischen Fortschritt anpassen muss, und warum Redakteure einen engen Kontakt zu ihrem Smartphone aufbauen sollten.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Der User wird – bei einem möglichen Überangebot an Informationen online – Journalisten als Vertrauenspersonen und -institutionen wahrnehmen.

„Individualität und Persönlichkeit werden zu einem Qualitätsmerkmal.“

Dafür sind Qualität, gute Recherche, Genauigkeit und Faktenwissen in unseren Texten und Stücken wichtiger denn je. Das wird allerdings auch dazu führen, dass der Journalist hinter seinem Text oder seinem Stück hervortreten und sich selber als Macher, als Mensch zeigen muss. Journalisten müssen zur Marke werden, damit der User bei ihnen bleibt. Individualität und die Persönlichkeit des Journalisten werden zu einem zusätzlichen Qualitätsmerkmal werden.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Aus „Online First“ wurde „Mobile First“, und derzeit muss man sich schon fast Gedanken über „Social First“ machen. Auch wenn es viele Journalisten heute vielleicht immer noch nicht leben, ist dies wichtiger als je zuvor. Wir stellen fest, dass ein Großteil der Leser journalistischen Content heute schon mit dem Smartphone konsumiert – mehrmals täglich in kleinen Häppchen. Das verändert die Machart. Wir bei WELTN24 produzieren Videos, die mobile-optimiert sind, bauen Untertitel unter die Videos, damit der User sie auch ohne Sound in der Bahn oder der Bushaltestelle anschauen kann. Barrierefreiheit. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, die Mehrarbeit lohnt sich aber. Das Smartphone muss der beste Freund des Journalisten werden, denn es ist ein direkter Kontakt zum User. Doch eben ein ganz anderer als der Desktop.

Dabei wissen viele Journalisten heute noch nicht einmal, wie ihre eigene Seite mobil aussieht. Es klafft eine große Lücke zwischen der Art, wie die User Nachrichten konsumieren, und wie wir Redakteure es noch zum Teil machen. Das muss sich dringend ändern. Auch interessant für uns sind derzeit die vielen neuen Tools, die uns Journalisten innovative Erzählwege eröffnen. Das ist super spannend. Wir experimentieren mit 360-Grad-Videografie, mit Virtual Reality und Periscope. Wir erkennen gerade, dass wir jetzt erst ganz am Anfang einer neuen, zusätzlichen Art der Berichterstattung stehen. Sie ermöglicht uns zu den schon bestehenden Strukturen eine unglaubliche Vielfalt an neuen kreativen Erzählwegen.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Es ist ein Mix aus alt und neu. Ich bediene mich der Tools des Netzes, RSS-Feeds, Newsletter. Manchmal stolpere ich in den sozialen Netzwerken über Geschichten – das aber ehrlich gesagt seltener, als man denkt.

Ich schleiche viel kreuz und quer durchs Netz, über Blogs und auf Seiten der Regionalzeitungen.

„Die besten Geschichten stehen bei den Kuchenblättern in den Meldungsspalten.“

Und da bin ich auch irgendwie „alte Schule“. Die besten Geschichten stehen bei den Kuchenblättern in den Meldungsspalten. Und es ist wirklich so, dass ich täglich Zeitungen zur Hand nehme und in den Nebensätzen nach Geschichten suche. Und ich rede mit Menschen. Ich rede lieber, als Mails zu schreiben. Ich rufe auf Verdacht bei Organisationen an, die im Entferntesten mit einem Thema, das mich interessiert, zu tun haben. Dabei tun sich oft ganz neue Geschichten auf, die man beim Wählen der Nummer so noch gar nicht auf dem Schirm hatte.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Der Journalist muss viel mehr auf den Leser und Zuschauer eingehen als früher. Er muss zur Marke werden, zu einer Vertrauensperson. Dabei wird eine starke Meinung immer wichtiger. Das führt natürlich dazu, dass wir uns ändern müssen, zulassen müssen, dass wir uns auch als Person, als Urheber angreifbar machen. Journalisten müssen als starke Marke herausstechen. Das geht nur mit ganz individuellen Themen und eben der Kommunikation in die Community. Als Journalisten müssen wir immer wieder fragen: Was interessiert euch? Was wollt ihr sehen? Welche Geschichte soll ich machen, und wo kann ich was besser machen? Es reicht nicht mehr, nur eine Geschichte zu veröffentlichen, es muss ein Dialog entstehen.

Dieser Dialog zwischen Journalisten und Lesern wird den Journalismus verändern. Früher haben wir dem Kunden die Geschichten serviert oder sie mit einer Schlagzeile verkauft. Heute ist das Publikum viel mündiger, es entscheidet selbst, was es liest oder wo es liest. Gleichzeitig ist online das Nachrichten-Angebot viel größer. Man hat nicht mehr nur die eine Publikation zuhause, man hat plötzlich alle jederzeit digital dabei. Kommunikation ist in Zukunft der Weg, den User zu binden.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Besonders einschneidend sind die Veränderungen durch die neuen Technologien derzeit im Bewegtbildbereich. Bei den vielen verschiedenen Ausspielwegen zum User – Home, Mobile, Social, Facebook, Twitter, Periscope, YouTube, TV – wird immer deutlicher, dass es nicht reicht, einen Content für alles zu produzieren.

„Jede einzelne Plattform hat eine andere Art und Weise der Ansprache.“

 „One Fits All“ funktioniert online nicht – heute nicht und in Zukunft noch weniger, da sich auch die Profile der verschiedenen Plattformen immer weiter schärfen und bewusst voneinander abgrenzen werden. Jede einzelne Plattform, jeder Kanal hat eine andere Art und Weise der Ansprache, und die User haben unterschiedliche Interessen, andere kulturelle und soziale Hintergründe. Nur wer dem User auf der jeweiligen Plattform mit der jeweils richtigen Ansprache gegenübertritt, wird am Ende Erfolg haben. TV funktioniert anders als die Homepage. Die Homepage anders als YouTube. YouTube anders als Periscope. Das bedeutet einen Haufen an Mehrarbeit, doch es bedeutet vor allem viel mehr Chancen, viel mehr User mit unseren Geschichten zu erreichen und zu begeistern.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Ich gehe davon aus, dass es auch in Zukunft über Werbung und Verkaufserlöse laufen wird. Wie genau, das ist schwierig zu sagen. Darüber müssen sich andere den Kopf zerbrechen. Und da bin ich, ehrlich gesagt, auch ganz froh drüber.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Das wird ein interessanter Mix aus dem schnellen Nachrichtengeschäft, den harten News, die einfach auf dem Markt sind, die einfach konsumierbar hingelegt werden müssen, und längeren, ausgewogenen Stücken, die dem User zeigen, warum er bei diesem und keinem anderen Medium bleiben soll. Ich denke auch, dass in Zukunft wieder längere Beiträge, Erzählstücke und Hintergrundgeschichten den User fesseln werden. Sie werden den Unterschied auf den Homepages ausmachen. Die Stücke werden verspielter, unterhaltender, viel erzählerischer sein.

Doch auch die Erzählformen ändern sich. Text, Grafiken, starke Bilder und noch stärkere Videos werden in Zukunft viel mehr verschmelzen. Bewegtbild wird dabei immer mehr in den Vordergrund rücken, mehr noch als jetzt.

„Bewegtbild wird immer mehr in den Vordergrund rücken.“

Text wird aber nie aussterben. Im Gegenteil. Aber Journalisten werden ein größeres Gefühl dafür entwickeln, welche Erzählweise zu genau welchem Aspekt der Geschichte gerade am besten passt. Es wird interaktiver, der User wird in den Geschichten selber viel mehr Entscheidungen treffen können: Wo er hingeht, welchen Teil er wann wie liest, schaut, wo er mitkommentiert, vielleicht sogar selber Probleme in der Geschichte mitlösen kann.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Ich denke, es geht derzeit nicht so sehr um die Frage nach neuen Medien, sondern eher um die Frage nach neuen Tools. Nach Tools, die uns als Medienmachern wirklich helfen – und damit auch den Usern helfen. Wir Journalisten wollen mit unseren Geschichten gesehen werden. Der User will in den Tiefen des Netzes Themen finden, die ihn interessieren. Filtertools, die mir zeigen, was genau gerade im Netz zu meinem Interessensgebiet läuft. Tools, die mir meine Lieblingsseiten aus den verschiedenen Zeitungen zusammenstellen. Ich denke aber auch, dass das TV in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Auch hier wird erkannt, dass es neue Anforderungen gibt. Das bedeutet Veränderung. Da wird in Zukunft noch viel kommen.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

via www.osk.de

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Carsten Christian
„Ich halte Native Advertising nicht grundsätzlich für Teufelszeug“ – Daniel Bröckerhoff von heute+ über den Journalismus der Zukunft http://t3n.de/news/zukunft-journalismus-broeckerhoff-626682/ 2015-08-02T14:49:41Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Daniel Bröckerhoff, …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Daniel Bröckerhoff, Moderator der interaktiven Nachrichtensendung „heute+“.

Diesen Rat gibt Daniel Bröckerhoff jungen Kollegen, die im Journalismus Fuß fassen wollen. Denn Erfolg sei auch eine Frage von Engagement, von „Bock“, sagt der freie Journalist, Autor und Blogger. Seit April 2015 moderiert Bröckerhoff die interaktive Nachrichtensendung heute+. Studiert hat der Journalist in Hamburg Volkskunde. Danach gings an die RTL Journalistenschule. Seit seinem Abschluss 2009 arbeitet er als Freiberufler, war unter anderem als Autor für das Medien-Magazin „ZAPP“, als Reporter für die Sendung „Klub Konkret“ und als Regisseur bei „ZDF.reporter unterwegs“ tätig. Dabei gab es eine Zeit lang noch eine Alternative zum Journalismus: Musiker und Schauspieler. Doch der Wunsch, in die Medien zu gehen, war stärker. Schließlich nahm Bröckerhoff bereits als kleines Kind seine erste „Radiosendung“ auf seinem Kassettenrekorder auf.

Daniel Bröckerhoff zur Zukunft des Journalismus
Daniel Bröckerhoff zur Zukunft des Journalismus

Ganz aufgegeben hat er die Musik aber nicht. In seiner Freizeit spielt der Wahlhamburger Samba-Percussion in einer Sambaschule.

Soziale Netzwerke sind für Daniel Bröckerhoff eine ideale Möglichkeit, um in der Masse des Angebots sichtbar zu werden, aber vor allem, um sich mit seinem Publikum auszutauschen. Diese Lust, sich mit den Nutzern auseinanderzusetzen, fehle ihm aber bei vielen Journalisten noch.

Doch genau aus dieser Richtung kämen starke Impulse für Geschichten, sagt Bröckerhoff im OSK-Interview. Außerdem erklärt er, was Medienunternehmen von Google und Apple lernen können und wie wichtig es für Journalisten ist, zur Marke zu werden.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Ich mag den Begriff Qualitätsjournalismus nicht. Qualität ist ein völlig subjektiver Begriff, der von jedem so definiert werden kann, wie er es gerne möchte. Deswegen halte ich ihn eigentlich für eine Diskussion nur dann für sinnvoll, wenn man sich vorher darüber einigt, was Qualität ist. Das ist aber in der ganzen Debatte nicht der Fall. Deswegen ignoriere ich den so gut es geht. Aber Journalismus braucht einen USP, wie es heißt, einen Unique Selling Point. Etwas, was ihn einzigartig macht.

Das große Problem, das Journalismus derzeit hat, ist, dass viele Journalisten einfach nur abschreiben, Agenturmeldungen weiterverbreiten, ein „Me too“-Produkt anbieten. Aber kein Mensch braucht zwanzigmal dasselbe Produkt.

„Viele Journalisten schreiben einfach nur ab“

Das wird durch das Netz total sichtbar. Denn der Zuschauer, Leser, Konsument merkt das und sucht sich dann nur noch die eine Marke aus, die ihm gefällt. Am Ende werden wahrscheinlich nur wenige Marken übrig bleiben, die sich dann den Kuchen teilen. Und da müssen wir uns als Gesellschaft fragen, ob das für den Meinungspluralismus der richtige Weg ist.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Der eine Trend, der jetzt vonseiten der Konsumenten kommt, ist Mobile. Das ist aber kein Geheimnis. Wir alle benutzen diese kleinen Geräte die ganze Zeit und immer mehr. Als Journalist muss man sich darauf vorbereiten. Es muss einem klar sein, wie man Nachrichten so verarbeiten kann, dass sie gut auf dieses kleine Display passen. Da werden wir neue Wege des Storytellings brauchen, des Aufteilens der Nachrichten in kleine Häppchen. Das ist eine Sache, die ich derzeit beobachte und die auch Richard Gutjahr schon beobachtet hat, er nennt das Snackifizierung. Dieser Trend wird meiner Meinung nach immer stärker.

Auf der anderen Seite gibt es den Trend zu mehr Tiefe, zu sehr hintergründigen, grundsätzlichen Stücken. Ich glaube, das ist eine ganz gute Entwicklung. Durch die beiden Trends haben Nutzer zum einen das Kleine für zwischendurch, das sie auf dem Laufenden hält. Über Push-Nachrichten, über verschiedene Wege, mit denen gerade experimentiert wird, etwa WhatsApp-Nachrichten oder kleine Snippets im Feed. Für komplexe Zusammenhänge gibt es dann große Hintergrundstücke. Für diese Inhalte nimmt man sich dann Zeit. Man setzt sich hin, liest wirklich mal eine Stunde oder guckt sich neunzig Minuten einen Beitrag zu einem Thema an, über das man wirklich etwas wissen möchte. Alles dazwischen wird es eher schwierig haben.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Ich hab eine Vielzahl von Werkzeugen, um zu gucken, was ein mögliches Thema sein könnte. Das sind zum Beispiel klassische RSS-Feeds. Oder ein sehr gut kuratierter Twitter-Stream. Dort lasse ich mir aktuelle Themen von Werkzeugen wie tame.it zusammenfassen, wenn ich nicht dazu gekommen bin, sie mir durchzulesen. Ich bin aber auch nach wie vor ein Tageszeitungsleser und arbeite natürlich ganz klassisch journalistisch, indem ich mich mit Experten austausche, Hintergrundgespräche führe und mich so auf dem Laufenden halte.

Und dann ist es auch ganz einfach viel Community-Arbeit. Da lege ich großen Wert drauf, auf Community-Pflege, auf Austausch mit dem Leser oder mit den Zuschauern. Aus dieser Richtung kommen immer wieder neue Impulse, immer wieder Anregungen, von denen ich denke: „Das ist jetzt interessant, das ist lohnenswert.“. Da kommen Stücke, auf die ich so selber nicht gekommen wäre, Interviews, die ich sonst selber nicht gefunden hätte. Das sind meine drei Wege: Feed, der herkömmliche Journalismus und die enge Zusammenarbeit mit einer Community.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Essenziell ist, dass der Journalist hinter seinem Produkt sichtbar wird. Dabei ist von vielen Journalistenschulen jahrzehntelang eine ganz andere Ansicht nach vorne getrieben worden: Der Journalist ist nicht so wichtig wie die Meldung, der Journalist darf nicht so eitel sein, der Journalist muss sich zurücknehmen. Nun ist es aber so, dass Journalisten meistens relativ eitel sind.

„Der Journalist ist nicht so wichtig wie die Meldung“

Das sind Menschen, die eine Meinung haben und die auch mit gutem Grund diesen Beruf gewählt haben, in dem sie gehört werden. Zudem ist es wichtig, dass der Konsument merkt, was das für ein Mensch ist, der mit ihm spricht, der zu ihm spricht, der diese Nachricht, diese Reportage für ihn aufbereitet hat. Denn nur dann wird sichtbar, aus was für einer Sprecherposition, aus was für einer Weltsicht dieser Mensch argumentiert. Warum er bestimmte Fakten stärker gewichtet als andere und manche Fakten vielleicht weglässt.

Dann fängt man an, eine Beziehung zu diesem Menschen zu haben. Das ist im Grunde ein sehr altes Phänomen, denn große Nachrichtensprecher in den USA waren immer eine Bezugsgröße für ihre Zuschauer. Auch Deutsche waren das. Hanns Joachim Friedrichs war das, Claus Kleber ist es für viele auch. Das sind Menschen, denen man ein gewisses Maß an Vertrauen schenkt, denen man eine Kompetenz zuschreibt. Durch jahrelanges Begegnen auf dem Bildschirm, auf dem Tablet oder in der Zeitung entsteht das Gefühl, diesen Menschen nahezukommen. Als Jugendlicher hatte ich selbst so eine Begegnung. Das war ein Lokalreporter in der NRZ, der viele Reportagen aus dem Ruhrgebiet geschrieben hat. Den kannte ich irgendwann und ich habe mich diesem Menschen nahe gefühlt, weil er sehr persönlich geschrieben hat. Dann hat man jemanden, von dem man weiß, wo seine Texte herkommen. Man freut sich, wenn derjenige einen Link teilt, eine neue Reportage veröffentlicht hat. Doch man freut sich nicht nur auf die Nachricht, sondern eben auf das Produkt, weil man sehen möchte, was genau dieser Mensch herausgebracht hat.

Ich denke, das hat jeder Journalist irgendwo in sich. Aber nicht jeder traut sich, diese Seite zu zeigen, weil ihm so oft gesagt wurde: „Du darfst dich nicht so wichtig nehmen.“ Das stimmt natürlich, wir sind nicht wichtiger als die Nachricht, aber es ist wichtig klarzumachen, wer derjenige ist, der das vermittelt.

„Der einzelne Journalist muss sich von der Konkurrenz abheben“

Es ist ja auch nicht unwichtig, wenn man in ein gutes Restaurant geht, zu wissen, wer da gekocht hat. Köche verstecken sich heute immer noch häufig in den Küchen. Aber es gibt den neuen Trend, die Küchen zu öffnen. Das ist eine Metapher, die ich sehr gut finde. Wir müssen die Küchen sichtbar machen. Es muss klar sein, wer da eigentlich für mich kocht und welche Zutaten er benutzt hat. Denn dann komm ich auch gerne wieder, weil ich weiß, dass dieser Mensch so kocht, wie es mir schmeckt.

Der einzelne Journalist muss sich von der Konkurrenz abheben, durch einen eigenen Schreibstil, eine eigene Handschrift bei einem TV-Beitrag. Das sieht man bei großen Journalisten der letzten Jahrzehnte. Die hatten alle ihren ganz eigenen Stil. Das muss jeder für sich selbst entdecken. Man muss viel an sich arbeiten, experimentieren und sich trauen. Dafür sind Förderer nötig, die sagen: „Mach mal.“ Es braucht mutige Redaktionen, die Redakteuren mit einem eigenen Blick den Raum bieten, sich auszuprobieren, und das fehlt mir derzeit immer noch an vielen Stellen. Aber natürlich muss auch der Journalist einen gewissen Mut mitbringen, um rauszugehen und zu sagen: „Hier bin ich.“

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Der Journalismus muss mehr experimentieren und sich weiterentwickeln. Das ist wie in jeder Branche. Das ist nur jahrzehntelang vernachlässigt worden, weil Verleger und Verlage mal ein Produkt hatten, das von selber lief. Sie mussten es nur minimal an die Leserbedürfnisse anpassen. Hier am Design schrauben, dort am Schreibstil, aber großartig hat sich nichts verändert.

„Ohne Entwicklungsabteilungen wären Google und Apple heute nichts“

Es existiert nun eine Branche, in der Entwicklungsabteilungen quasi nicht vorhanden sind. In der Automobilindustrie, in der gesamten Technikindustrie ist die Entwicklungsabteilung das wichtigste Kernelement jeder Firma. Ohne Entwicklungsabteilungen wären Google und Apple heute nichts. Deren komplette Unternehmensphilosophie müssen wir ein Stück weit übernehmen.

Das heißt nicht, dass wir jedes Jahr das Magazin oder die Sendung umschmeißen müssen, aber wir müssen uns überlegen, wie wir uns weiterentwickeln können. Manchmal ist es eine Sackgasse, da braucht es Mut zum Scheitern. Das ist schon fast eine Binsenweisheit geworden. Aber natürlich muss man überlegen, wo sich Investitionen lohnen. Dass man investieren muss, zeigt sich bei Axel Springer. Das ist in meinen Augen bis jetzt der einzige Verlag in Deutschland, der erkannt hat, wie viel Gewicht man dareinschmeißen sollte, um in dieser neuen digitalen Welt einen Fuß in die Tür zu kriegen. Wir befinden uns derzeit wie in einem Goldrausch. Jetzt geht es darum, die Grenzen abzustecken. Axel Springer ist für mich dabei weit vorne. Bei allen anderen frage ich mich, wo sie bleiben.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Das ist eine ganz schwierige Frage. Ich denke, weiterhin mit Werbung. Da gibt es jetzt die große Diskussion um Native Advertising und Sponsoring. Diesbezüglich brauchen wir innerhalb der Branche ethische Standards, um die rote Linie abzustecken, die wir nicht überschreiten. Das wird vor allem im Abgleich mit den Konsumenten passieren.

Wenn die sich über den Tisch gezogen fühlen und merken, dass jemand nicht mit offenen Karten spielt, ist es mittlerweile sehr einfach, ein Produkt oder Abo abzubestellen – vor allem, wenn es kein Bezahl-Abo ist.

„Ich halte Native Advertising nicht grundsätzlich für Teufelszeug“

Ein kurzer Klick und der YouTuber oder der Verlag hat einen Abonnenten, ein Like weniger. Ich halte Native Advertising nicht grundsätzlich für Teufelszeug, auch wenn ich die Entwicklung an sich nicht besonders begrüße. Es ist eine Frage der Transparenz und danach, wie gut das beworbene Produkt zum Medium passt.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Ich möchte mich an Spekulationen ehrlich gesagt nicht beteiligen. Es ist so schwierig zu sagen, wohin es geht, grade was den Verdienst angeht. Dabei kann man sich nur in die Nesseln setzen. Was ich mir wünsche, ist, dass Journalisten für gute Arbeit wieder anständig bezahlt werden. Das ist derzeit ganz eindeutig nicht der Fall. Um sein Leben zu finanzieren, müsste ein freiberuflicher Journalist 500 bis 600 Euro am Tag verdienen. Das tun die allerwenigsten.

Das liegt zum einen daran, dass die Arbeit von vielen vielleicht doch zu austauschbar ist. Das heißt, es braucht mehr USP. Dann kann man mehr Geld für sein Angebot verlangen. Oder eben mit einem anderen Medium zusammenarbeiten beziehungsweise seine Produkte selbst verkaufen. Das Problem vieler Journalisten ist, dass sie sich noch zu wenig als Unternehmer verstehen. Auch mir fällt das manchmal noch schwer. Dafür braucht es mehr Ausbildung an den Journalistenschulen, mehr Hintergrundwissen. Und vor allem mehr Solidarität zwischen den freiberuflichen Journalisten.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Mir fehlt kein Medium, mir fehlt ein Dienst. Und zwar einer, der ähnlich funktioniert, wie es tame.it oder der Facebook-Feed versuchen. So ein Dienst, der lernt, was für mich relevante Themen sind, was relevante Quellen sein könnten.

„Mir fehlt kein Medium, mir fehlt ein Dienst.“

Der Service kuratiert, sortiert vor, bietet an. Für mich als Nutzer muss aber dabei jederzeit transparent sein, wie so ein Dienst funktioniert, sodass ich eingreifen kann. Er sollte mir aber auch Sachen vorschlagen, die mir sonst vielleicht nicht begegnet wären. Diesen Dienst gibt es immer noch nicht. Dabei wäre das ein großes Ding.

Wir haben viel, viel, viel Content da draußen, viele Informationen, viele Artikel, viele gute Sachen. Manchmal findet man sie durch Zufall, manchmal findet man sie eben nicht. Ein Dienst für alles – Kuratieren, Sortieren, Filtern –, das ist noch ein Problem. Es wird nach Lösungen gesucht, aber das ist momentan immer noch in den Kinderschuhen, obwohl Big Data ja das große neue Ding sein soll.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

via www.osk.de

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Carsten Christian
„Der Journalismus in 5 Jahren? Ich habe überhaupt keine Ahnung!“ Der Digital-Chef der Ruhr Nachrichten im Interview http://t3n.de/news/zukunft-journalismus-ostrop-626700/ 2015-07-30T06:30:09Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Philipp Ostrop, Leiter …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Philipp Ostrop, Leiter digitale Inhalte und Mitglied der Chefredaktion der Ruhr Nachrichten.

„Es gab nie spannendere Zeiten im Journalismus als jetzt“, behauptet Philipp Ostrop (35), seit Sommer 2014 Leiter digitale Inhalte und Mitglied der Chefredaktion der Ruhr Nachrichten. Zuvor führte er bei der Tageszeitung für das Ruhrgebiet drei Jahre die Stadtredaktion Dortmund, ab 2007 hatte er einen regionalen Newsdesk aufgebaut und geleitet. Eingestiegen war Ostrop bei den Ruhr Nachrichten im Frühjahr 2003 als Redakteur in der Mantelredaktion. Erste journalistische Gehversuche unternahm er bereits während seiner Abiturzeit bei einer Lokalzeitung. Weil ihm Arbeit und Atmosphäre gut gefielen, entschied er sich nach dem Abi gegen ein Studium. zukunft-des-journalismus-p_ostrop Stattdessen machte er ein Praktikum bei einer TV-Produktionsfirma in Köln, für die er dann auch auf freier Basis arbeitete, bis er sein Volontariat bei den Ruhr Nachrichten antreten konnte – mit viel Glück, wie er sagt.

Im betont Philipp Ostrop, dass Qualitätsjournalismus vor allem einzigartig sein müsse, um künftig zu bestehen. Er könne sich vorstellen, dass softwaregestützter „Roboterjournalismus“ zum Einsatz kommen werde, um – speziell für sehr kleine Zielgruppen – die Relevanz zu erhöhen sowie Inhalte stärker zu personalisieren. Überhaupt gelte es, schnell zu sein, viel auszuprobieren, aber auch erfolglose Ansätze wieder zügig zu beenden.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Für den Qualitätsjournalismus der Zukunft gilt das, was auch für den Qualitätsjournalismus der Vergangenheit und der Gegenwart gilt/galt: Er muss hochgradig relevant sein und die Leser weiterbringen. Er darf nicht langweilen und die Lebenszeit der Leser nicht verschwenden. Er muss unique sein, also einzigartig. Mee-too-Inhalte funktionieren vielleicht im Pharma-Bereich, aber nicht im Journalismus.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Alles wird mobil, aber das ist ja sowieso klar. Um die Relevanz zu erhöhen und Inhalte stärker zu personalisieren, wird man sicherlich auf technische Helferlein zurückgreifen – Stichwort Roboterjournalismus. Die Software wird Inhalte für viel kleinere Zielgruppen produzieren, die innerhalb der Zielgruppen eine viel höhere Relevanz haben. Vieles wird personalisiert und geolokalisiert sein.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Überall. Ich lese Zeitungen auf Papier und digital, im Social Web, in Newslettern, überall.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Wir erleben eine rasante Entbündelung des Medienmarkts. Wenn man in dem neuen Ökosystem erfolgreich sein will, muss man einzigartig sein, muss eine Marke sein. Das birgt beispielsweise für freie Journalisten große Chancen. Sie können ebenbürtig neben den großen Nachrichten-Unternehmen auftauchen. Denn wer sagt denn, dass Facebook die Instant Articles nicht auch irgendwann für freie Journalisten öffnet? Vielleicht können freie Autoren ihre Texte bald auch über Blendle verkaufen. So jemand wie Richard Gutjahr fällt mir da ein – der ist eine Marke.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Schnell sein. Viel ausprobieren. Was nicht wirklich erfolgreich ist, zügig wieder beenden.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Reichweite, Einzelverkauf, Abo-Modelle, Mitglieder-Clubs, Veranstaltungen – und eine Kombination aus alledem. Es wird nicht das eine Modell geben. Stattdessen bilden sich ja derzeit viele sehr differenzierte Ansätze aus. Jedes Medium muss das Modell wählen, das am besten passt. Womöglich passt aber ein Modell auch nur für einen Teil des Angebots – und für einen anderen Teil der Inhalte muss es ein anderes Modell geben.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Ich habe überhaupt keine Ahnung.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Unsere neue App. Aber die kommt in ein paar Wochen… ;)

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

via www.osk.de

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Carsten Christian
Lernen vom Design-Urgestein: Warum die 10 Prinzipien des Dieter Rams auch für Apps gelten http://t3n.de/news/dieter-rams-design-625582/ 2015-07-25T07:03:44Z
Die Design-Prinzipien von Dieter Rams gelten in der Industrie als Leitsätze für die Gestaltung von Produkten. Warum sie auch für App-Designer von Bedeutung sind, hat ein Designer jetzt in seinem …

Die Design-Prinzipien von Dieter Rams gelten in der Industrie als Leitsätze für die Gestaltung von Produkten. Warum sie auch für App-Designer von Bedeutung sind, hat ein Designer jetzt in seinem aufgeschrieben.

Dieter Rams: Der Mann, der Apple inspirierte

Wenn so etwas wie eine deutsche Design-Ikone gibt, ist es wohl Dieter Rams. 1932 in Wiesbaden geboren, zählt der heute 82-Jährige zu den wohl einflussreichsten Industriedesignern der Welt. Auf ihn gehen die Mitte bis Ende der 90er-Jahre sehr populären Produkte des Elektronikherstellers Braun zurück, dessen Designabteilung er von 1965 bis 1991 leitete. Dazu gehörten unter anderem Plattenspieler, später aber auch Rasierapparate und Möbel.

Es ist belegt, dass sowohl Apple-Gründer Steve Jobs als auch Jony Ive die Designs von Dieter Rams für ihre Produkte adaptiert haben. (Foto: Apple)
Es ist belegt, dass sowohl Apple-Gründer Steve Jobs als auch Jony Ive die Designs von Dieter Rams für ihre Produkte adaptiert haben. (Foto: Apple)

Vor allem Apple, der Firma, über die Rams einmal sagte, sie gehöre zu denen, deren Ernsthaftigkeit für gutes Design man an zehn Fingern abzählen könne, wird eine große Vorliebe für die Designformen des Deutschen nachgesagt. So ist belegt, dass sich Apples Design-Chef Jony Ive bei der Gestaltung des iPhones maßgeblich von Rams hat inspirieren lassen. Aus den Kriterien wie der Klarheit der Form, Materialgerechtigkeit und einfacher Bedienbarkeit leiten sich die zehn Design-Prinzipien von Dieter Rams ab.

Was Rams' Design-Prinzipien für Apps bedeuten

Wie aber lassen sich diese zehn Gebote auch auf Webdesign und die Gestaltung von übertragen? Antworten darauf hat der Design-Berater Jeremy Santy parat. Er hat schon Apps im Auftrag von Apple und Microsoft entwickelt und auf seinem Blog jetzt erklärt, warum Rams' Prinzipien auch für App-Designer gelten.

„Gutes Design für Apps …“

… ist innovativ

Für Santy bedeutet das stellvertretend für alle Webdesigner: Das einer App sollte immer einzigartig sein, aber niemals dem Selbstzweck dienen. Es gehe immer einher mit der Optimierung mobiler Technologien und Kapazitäten.

… macht ein Produkt brauchbar

Eine App gut zu gestalten, bedeutet für Santy, sie „unter Berücksichtigung funktionaler, psychologischer und ästhetischer Kriterien für den Nutzer brauchbar“ zu machen. Weil es nach Rams' Philosophie vor allem um die Klarheit von Formen geht, sollen alle Elemente, die nichts zum Nutzen eines Produkts beitragen, weggelassen werden.

… ist ästhetisch

Im Unterschied zu einer Bohrmaschine (Es sei denn, ihr seid Handwerker) nutzen wir Apps jeden Tag. Entsprechend hoch sind auch die gestalterischen Ansprüche von Nutzern an eine App. Nach Meinung von Santy ist die Ästhetik einer App ein integraler Bestandteil, um sie überhaupt brauchbar zu machen. Gutes Design wirkt sich Santy zufolge äußerst positiv auf das Wohlbefinden der Nutzer aus.

… macht ein Produkt verständlich

Was für die von Rams gestalteten Rasierapparate gilt, gilt laut Santy auch für Apps: Sie sollten selbsterklärend sein – und zwar in ihrer Funktion genauso wie hinsichtlich der Struktur. Das heißt konkret: Wer Nutzer für das Onboarding nach der Installation einer App zunächst mit vorgeschalteten Infoscreens konfrontieren muss, sollte besser noch mal über das Design nachdenken.

… wirkt nicht aufdringlich

Apps, die ihren Zweck erfüllen, sind nach Ansicht von Santy wie „schöne Werkzeuge“. Sie sehen gut aus und haben eine klare Funktion, ohne jedoch zu viel Aufmerksamkeit zu erregen.

… ist ehrlich

Eine gut designte App steht einerseits zu der Funktion, die sie hat, andererseits aber auch zu dem Versprechen, das sie einem Nutzer gegenüber abgibt. Santy sagt: Gestaltet eure Apps nicht so, dass sie innovativer, stärker oder wertvoller aussieht, als sie es unter der Haube wirklich ist.

… ist langlebig

Ja, auch das müssen sich Webdesigner getreu dem Mantra von Dieter Rams hinter die Ohren schreiben: Design ist nur dann wirklich gut, wenn es langlebig ist. Im Klartext: Wer auf jeden neuen Design-Trend aufspringt, muss seine App ständigen Veränderungen unterwerfen. Santy sagt deshalb: Fokussiert euch auf ein zeitloses Design vor allem hinsichtlich Typographie und Farbgebung.

… versprüht Liebe zum Detail

Das heißt: Man merkt der gesamten Benutzeroberfläche an, dass sie von vorne bis hinten echte Handarbeit ist. Es reicht nicht, nur einen Teil einer App – beispielsweise für die Bewerbung im App-Store – auf schön zu trimmen. Sowohl Design als auch Funktion müssen in jeder Hinsicht aufeinander abgestimmt sein. Das Ergebnis ist Santy zufolge eine „angenehme und intuitive User-Experience“.

… schont die (visuelle) Umwelt

Nach Meinung von Santy kann auch App-Design eine „umweltschonende“ Wirkung haben – dann nämlich, wenn Designer Wert darauf legen, die Anwendung möglichst schlank und unter dem Einsatz möglichst weniger Ressourcen zu entwickeln. „Design to conserve resources and minimize visual pollution throughout the lifecycle of the app“, schreibt Santy. Darüber hinaus sollten Designer bei der Gestaltung von Apps immer auch den Kontext berücksichtigen, in dem sie später eingesetzt werden.

… ist so wenig Design wie möglich

Weniger ist mehr, das gilt auch für die Gestaltung von Apps. Warum? Weil sich extrem gutes Design auf das Wesentliche konzentriert und auf unnötigen Ballast verzichtet. Der Appell von Santy: „Back to purity, back to simplicity.“

Und welche Prinzipien verfolgt ihr beim Gestalten von Apps?

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Daniel Hüfner
Blogger aufgepasst: 7 kostenlose WordPress-Plugins für mehr Traffic http://t3n.de/news/traffic-wordpress-plugins-623035/ 2015-07-13T13:32:09Z
Traffic ist die wichtigste Ressource, um mit einem Blog Geld zu verdienen. Mit diesen WordPress-Plugins schaffst du die richtigen Voraussetzungen.

Traffic ist die wichtigste Ressource, um mit einem Geld zu verdienen. Mit diesen WordPress-Plugins schaffst du die richtigen Voraussetzungen.

Traffic: Die wichtigste Währung für Blogger

Wer einen WordPress-Blog betreibt und damit Geld verdienen will, braucht Traffic. Das Besucheraufkommen ist die wichtigste Währung im Netz und bietet – die richtigen Stellschrauben vorausgesetzt – sogar „Low Budget“-Websites und semiprofessionellen Shops eine Chance auf ordentliche Umsätze.

Traffic ist die wichtigste Währung, um einen Blog zu monetarisieren. Zum Glück helfen WordPress-Plugins. (Foto: Metalpotato)
Traffic ist die wichtigste Währung, um einen Blog zu monetarisieren. Zum Glück helfen WordPress-Plugins. (Foto: Metalpotato)

Aber nur noch wenige Besucher steigen heute direkt über die Adresszeile des Browsers auf eine Website ein. Eine Umfrage unter 500 deutschen Webmastern im Jahr 2013 hat zum Beispiel ergeben, dass über 80 Prozent des Traffics von Google und Sozialen Netzwerken ausgeht. Gerade einmal ein Drittel (35 Prozent) des Traffics geht auf den direkten Seitenaufruf zurück. Damit Besucher also den Weg auf deine Website finden, kommst du nicht drumherum, Maßnahmen zur Steigerung der Reichweite zu ergreifen. Zum Glück gibt es für das inzwischen auf mehr als 75 Millionen Websites zum Einsatz kommt – zahlreiche WordPress-Plugins, die dabei helfen, neue Traffic-Quellen zu erschließen.

7 kostenlose WordPress-Plugins für mehr Reichweite

1. All in One SEO Pack

Die große Mehrheit deiner Besucher wird mit Google über deine Website stolpern. Damit das möglichst oft passiert, ist es aber unerlässlich, die eigenen Inhalte mithilfe von Suchmaschinenoptimierung prominent in den Suchergebnissen zu platzieren. Hier kommt es unter anderem auf das richtige Linkbuilding sowie die Verwendung von Keywords und Tags innerhalb deines Blogs an. Bei alldem hilft das kostenlose „All in One SEO Pack“, das eine automatische Optimierung für WordPress-Seiten vornimmt. Beliebt ist übrigens auch die Alternative Yoast.

2. Facebook Comment Plugin

Wie viel Traffic eine Website generiert, hängt auch davon ab, wie stark Besucher mit den Inhalten interagieren – zum Beispiel durch eine lebendige Kommentarkultur. Die Hürde zum Kommentieren ist aber hoch, wenn Nutzer sich erst einen neuen Account auf der Website registrieren müssen. Leichter fällt das mit dem „Facebook Comment Plugin“: Damit können sich Besucher einfach mit ihrem bestehenden Facebook-Account einloggen und kommentieren.

3. Add to Any

Nix geht mehr ohne Social Media. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter bergen inzwischen das größte Traffic-Potenzial, vorausgesetzt, man hat die richtigen Bedingungen dafür geschaffen. So sollten beispielsweise deine Blogartikel in Sekunden über einen prominent platzierten Button in Sozialen Netzwerken geteilt werden können. Ein Rundumsorglos-Paket bietet das Plugin AddToAny, das deiner Website entsprechende Buttons für nahezu alle erdenklichen Netzwerke verpasst. Sogar WhatsApp ist mit an Bord.

4. Related Posts for WordPress

Um Besucher möglichst lange auf deiner Website zu halten, solltest du immer wieder auch auf Inhalte verweisen, die zum aktuellen Thema passen und Leser nach dem „Das könnte Sie auch interessieren!“-Prinzip zum Klick auf ältere Inhalte animiert. Das funktioniert zum Beispiel mit „Related Posts for WordPress“-Plugin, das neue Blogposts auf Basis von Keywords automatisch um Artikelempfehlungen aus deinem Fundus ergänzt. Auf Wunsch können die angezeigten Inhalte auch manuell ergänzt, geändert oder entfernt werden.

5. Broken Link Checker

Defekte Links treten vor allem bei Websites auf, die über Jahre gewachsen sind. Je mehr Inhalte, Kommentare und Unterseiten dein Blog also hat, desto größer ist die Gefahr, dass Links früher oder später nicht mehr richtig funktionieren. Das Problem: Suchmaschinen wie Google mögen diese „Broken Links“ überhaupt nicht. Das hat Einfluss auf deine Platzierung in den Suchergebnissen. Mit dem „Broken Link Checker“ kann man das vermeiden. Das Plugin überprüft die gesamte WordPress-Installation auf defekte Links und zeigt dir an, welche du schnellstmöglich aktualisieren musst.

6. Google Sitemap Generator

Zur effektiven Indexierung deiner Website durch Google solltest du die Installation des „Google Sitemap Generators“ in Erwägung ziehen. Das kostenlose Plugin erstellt eine vollwertige XML-Sitemap und erleichtert so das Auslesen deiner Inhalte. Aber Achtung: Da auch WordPress-Plugins wie Yoast oder das All in One SEO Pack entsprechende Funktionen bieten, kann es unter Umständen zu Problem kommen. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du die Plugins getrennt von einander nutzen oder die Funktion bei den Rundumlösungen deaktivieren.

7. Revive Old Post

Nur weil einige Inhalte schon älter sind, sind sie noch lange nicht obsolet. Vor allem bei aufwändigen Blogposts mit Langzeit-Nutzen lohnt das erneute Verteilen in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder LinkedIn. Wie der Name schon andeutet, lassen sich mit „Revive Old Post“ ältere Artikel erneut im Netz verteilen – und zwar automatisiert nach Terminierung. Du kannst selbst festlegen, welche Artikel du erneut sharen möchtest und in welchen Zeiträumen das geschehen soll.

Habt ihr weitere Tipps und Tricks für mehr Traffic? Welche Plugins nutzt ihr auf euren Blog? Teilt es uns in den Kommentaren mit!

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Daniel Hüfner
Diese 15 Web-Templates musst du gesehen haben [Teil 4] http://t3n.de/news/diese-15-web-templates-gesehen-4-608389/ 2015-07-09T14:00:55Z
Eine weitere feine Sammlung kostenloser Web-Templates im PSD-Format, präsentieren wir euch in diesem Artikel. Die Vorlagen eignen sich teils für Blogs oder News-Websites, aber auch für Shops und …

Eine weitere feine Sammlung kostenloser Web-Templates im PSD-Format, präsentieren wir euch in diesem Artikel. Die Vorlagen eignen sich teils für oder News-Websites, aber auch für Shops und Business-Auftritte sind passende Designs dabei.

Web-Templates für verschiedene Anwendungsbereiche und Geschmäcker

Je nach Zweck einer Website stehen bestimmte Features mehr oder weniger im Vordergrund, manche Elemente sind typisch für Blogs, andere sind unerlässlich für die Unternehmensseite. Struktur und Raumaufteilung, die Festlegung der Spaltenanzahl, Umgang mit Weißraum, Farben, Schatten und Schriftsätze sollten beim Gestalten einer Website wohlüberlegt sein, wenn das Design stimmig und attraktiv beim Betrachter ankommen soll.

Wir haben ein paar sehr gelungene zusammengetragen, die sich teils geradezu für einen bestimmten Zweck aufdrängen, sich teilweise aber auch recht variabel einsetzen lassen. Die Templates sind allesamt kostenlos und liegen im PSD-Format vor, sodass sie sich an eigene Bedürfnisse anpassen und weiterverarbeiten lassen. Aber auch als Inspiration für eigene Design-Ideen bieten die folgenden Projekte reichlich Sehenswertes. Die Links zu den Templates, findet ihr jeweils in der Bildunterschrift oder in der Bildbeschreibung in der Galerie.

Creative Agency

Creative Agency Web-Templates
„Creative Agency“ Homepage für Unternehmen (Screenshot: dribbble.com).

Das Machwerk „Creative Agency“ von

Free business website PSD

Free business website PSD
„Free business website PSD“ (Screenshot: webcodebuilder.com).

Von der Wahl der Farben über die Platzierung der einzelnen Design-Elemente bis hin zum Layout der Texte – hier findet ihr ein stimmiges und sehr stilsicher wirkendes Web-Template von Webcodebuilder. Die Nutzung ist frei, sowohl für private als auch für kommerzielle Projekte.

Corporate Landingpage

Business Landingpage Web-Template
Business Landingpage Web-Template (Screenshot: dribbble.com).

Von Punna Jagadeesh stammt dieses professionell gestaltete Web-Template mit dem Fokus auf geschäftliche Anwendungsfälle. Das Design wirkt nicht übermäßig, gewollt stylish oder künstlich aufpoliert. Vielmehr liegt hier ein sehr ausgeglichenes, gleichzeitig aber modernes und in jeglicher Hinsicht in sich stimmiges Layout vor, das keine Wünsche offen lässt.

Zonya Free Homepage PSD

Zonya Free Homepage PSD Web-Template
„Zonya Free Homepage PSD“ Multipurpose Web-Template (Screenshot: elemisfreebies.com).

Das hier dargestellte PSD-Design des „Zonya“ Web-Templates lebt durch seine vielen kleinen Gimmicks – wie die im Flat-Design gestalteten Icons. Ergänzend zur kostenlosen PSD-Datei, allerdings gegen Aufpreis, kann der passende HTML-Code hinzugefügt werden. Ebenso erhältlich ist ein WordPress-Theme.

Blue Landing Page

Blue Landing Page Single-Page Web-Template
„Blue Landing Page“ Single-Page Web-Template (Screenshot: dropbox.com).

Hannah Milan stellt mit ihrer „Blue Landing Page“ ein einfaches, überwiegend durch Flat-Design geprägtes Web-Template vor. Das Design wirkt gleichermaßen frisch und aufgeräumt. Der Anwendungszweck ist weitestgehend offen gelassen, so dass sich Anpassungen an eigene Bedürfnisse leicht vornehmen lassen.

Weitere Web-Templates aus der Serie

Weitere Artikel aus unserer Serie über gelungene Web-Templates findet ihr hier:

via downloadpsd.com

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Marcel Seer