Facebook | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Facebook 2015-03-28T09:53:31Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/facebook Die 10 beliebtesten Artikel der Woche: Das blaue Wunder, der beste Monitor und falsche Mitarbeiter http://t3n.de/news/beliebtesten-artikel-woche-67-602734/ 2015-03-28T09:53:31Z
Facebook hat die F8 Konferenz veranstaltet, während hierzulande die Internet World und die WorldHostingDays liefen. Was die letzten Tage darüber hinaus passiert ist, erfahrt ihr im …

Facebook hat die F8 Konferenz veranstaltet, während hierzulande die Internet World und die WorldHostingDays liefen. Was die letzten Tage darüber hinaus passiert ist, erfahrt ihr im t3n-Wochenrückblick.

1. Das kannst du zwar so machen, aber dann isses halt scheiße: Warum Usability bestimmte Regeln braucht

„Aber das sieht doch geil aus!“ Wie oft hört man diesen Satz, wenn jemand ein absolut unnötiges UI/UX-„Feature“ in einem Webprojekt verteidigen will. Oder noch schlimmer: Das „Feature“ widerspricht der Usability und jeder Heuristik oder ist sogar ein Anti- oder Dark Pattern. In diesem Artikel zeigen wir euch, was hinter diesen Usability-Buzzwords steckt – und warum Designer so viel Verantwortung tragen.



Unser Artikel: Das kannst du zwar so machen, aber dann isses halt scheiße: Warum Usability bestimmte Regeln braucht

2. Facebook, das blaue Wunder: Mark Zuckerberg läutet das Ende seines Social Networks ein

Auf der Entwicklerkonferenz f8 hat Mark Zuckerberg zugleich Ende und Zukunft des weltweit größten sozialen Netzwerks eingeläutet. Insbesondere mit dem Facebook-Messenger hat er Großes vor.



Unser Artikel: Facebook, das blaue Wunder: Mark Zuckerberg läutet das Ende seines Social Networks ein

3. Technik-Lifehacks: 12 Tipps, die Nerven und Geldbeutel schonen

Es gibt dutzende Technik-Lifehacks, die Nerven und Geldbeutel schonen. Wir haben euch zwölf clevere Tipps zusammengetragen und festgestellt, nicht alles muss neu gekauft werden.

Unser Artikel: Technik-Lifehacks: 12 Tipps, die Nerven und Geldbeutel schonen

4. Für jeden Nutzer das passende Bild: So integriert ihr Responsive Images in WordPress

Bilder für 27-Zoll-Bildschirme auf einem auszugeben ist nicht unbedingt die beste Lösung. Mit Responsive Images könnt ihr unter anderem die optimale Größe der verfügbaren Bildgrößen für den Nutzer ausgeben. Wie ihr das für eine WordPress-Site einrichten könnt, zeigen wir euch hier.

Unser Artikel: Für jeden Nutzer das passende Bild: So integriert ihr Responsive Images in WordPress

5. Der beste Monitor für Webdesign? So findest du ihn

Der beste Monitor für – gibt es den überhaupt? Unser Ratgeber zeigt, worauf ihr beim Kauf achten solltet.

Unser Artikel: Der beste Monitor für Webdesign? So findest du ihn

6. Android-Smartphones im Vergleich: Aktuelle Geräte von Einsteiger bis Highend

Der Smartphone-Markt ist nahezu unüberschaubar, beinah monatlich überraschen uns Hersteller mit neuen Produkten. Wer soll da noch den Überblick behalten? Wir haben uns im Smartphone-Wust umgeguckt und stellen euch eine Reihe an aus verschiedenen Preisklassen vor.

Unser Artikel: Android-Smartphones im Vergleich: Aktuelle Geräte von Einsteiger bis Highend

7. Abmahnfalle „Share“-Button: Facebook-Nutzerin soll 1.000 Euro für geteiltes Foto zahlen

Blogger, Online-Medien und Netznutzer aufgepasst: Erstmalig ist jemand für das Teilen eines Beitrags über den „Share“-Button von abgemahnt worden. Anwalt Christian Solmecke warnt vor einer neuen Abwahnwelle.

Unser Artikel: Abmahnfalle „Share“-Button: Facebook-Nutzerin soll 1.000 Euro für geteiltes Foto zahlen

8. Eine Busfahrt, die ist lustig: Leap bringt die Zukunft des Massentransports

Busfahren? Wie ungeil. Bis jetzt. In San Francisco schickt sich ein neues Startup an, den Nahverkehr mit einem primär auf Komfort zugeschnittenem Konzept aufzumischen. Eine Probefahrt zeigt: eine geniale Umsetzung. Die Erfolgsaussichten des Geschäftsmodells aber sind fraglich.

Unser Artikel: Eine Busfahrt, die ist lustig: Leap bringt die Zukunft des Massentransports

10. Schön veräppelt: Falsche Apple-Store-Mitarbeiter empfehlen Microsoft-Produkte [Video]

Ein YouTube-Hit zeigt falsche Apple-Mitarbeiter wie sie Kunden zu Microsoft-Produkten raten. Mutig, mutig!

Unser Artikel: Schön veräppelt: Falsche Apple-Store-Mitarbeiter empfehlen Microsoft-Produkte [Video]

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Lars Budde
Eine freundliche Kriegserklärung an das Internet: Warum Facebooks f8 so wichtig wie Apples WWDC ist http://t3n.de/news/facebook-f8-602439/ 2015-03-27T08:40:29Z
Jahrelang stand die Facebook-Entwicklerkonferenz im Schatten von Apple und Google. Streckenweise fiel sie sogar komplett aus. Nach der One-Man-Show von Mark Zuckerberg in dieser Woche wird das nicht …

Jahrelang stand die Facebook-Entwicklerkonferenz im Schatten von Apple und Google. Streckenweise fiel sie sogar komplett aus. Nach der One-Man-Show von Mark Zuckerberg in dieser Woche wird das nicht mehr passieren – denn das Internet hat bei ihm ein neues Zuhause gefunden.

Die Konferenz, die Facebook neu erfunden hat

Nach diesem „Neuland“ sehen die Lagerhallen am Ufer von San Francisco ja auf den ersten Blick echt nicht aus. Die langgezogenen Depots mit ihren roten Dachziegeln sind stellenweise schon länger nicht mehr gestrichen worden, oben am Schornstein klebt der Ruß, und auch die vielen Fensterfugen könnten angesichts vereinzelter Rostspuren mal wieder etwas Liebe vertragen. Das Areal des Fort-Mason-Centers, wo diese Woche die Facebook-Konferenz f8 stattgefunden hat, aber hat historischen Wert: Es ist ein alter militärischer Umschlagplatz aus dem zweiten Weltkrieg – ein Relikt der Vergangenheit, an das man sich bis heute erinnert.

Vielleicht hat sich Facebook diesen Ort gerade deshalb für die geladenen Entwickler ausgesucht – um unmissverständlich klar zu machen, worum es dem einst als studentischer Dating-Dienst gestarteten Netzgiganten auf der zweitägigen Party zwischen rollenden Pizza-Buffets, hippen Zeltgarnituren und bunten Snackbars eigentlich geht: um eine freundliche Kriegserklärung an das Internet.

Euer Spielplatz, das Internet, gehört jetzt mir

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)

Viel nämlich ist vom ursprünglichen Internet – dem virtuellen Abenteuerspielplatz für Jedermann – nicht mehr übrig, glaubt man dem Zahlenfeuerwerk, das Mark Zuckerberg da vor den Augen der 2.000 Entwickler abgebrannt hat: Nicht weniger als 1,4 Milliarden Menschen nutzen sein Netzwerk in diesem Moment. Und wenn sie gerade keine Freundschaftsanfragen verschicken oder Katzenvideos liken, halten sie sich wenigstens auf einem seiner zahlreichen Nebenschauplätze auf: 700 Millionen Menschen etwa sind es auf WhatsApp, 300 Millionen nebenan bei Instagram – und dann wäre da ja noch der hauseigene Messenger: 600 Millionen.

Das alles mag noch nicht überraschen. Dass bedingt durch diese enorme, mit nur wenigen Klicks zu erreichende Masse aber schon über 90 Prozent der 100 meistverkauften, für iOS und Android erhältlichen Apps unmittelbar mit Facebook verzahnt sind, das hingegen verblüfft schon. Ein Smartphone ganz ohne Facebook? Bald unvorstellbar. Es ist ein von Zuckerberg statuiertes Exempel an seinem mobilen Eroberungsfeldzug, zu dem ihn seine Aktionäre noch vor Jahren gedrängt hatten. „Danke“, ruft er während seiner Keynote der Menge zu, „dass ihr mit uns zusammenarbeitet“. Ehrlicher wäre eigentlich diese Botschaft gewesen: Euer Spielplatz, das Internet, das gehört jetzt mir.

So wichtig wie Apples WWDC

Es sind Momente wie diese, die eine Entwicklerkonferenz braucht, um nicht länger nur eine Randnotiz zu sein. Die f8 hat jahrelang im Schatten jener Konferenzen gestanden, wie sie insbesondere von Apple und Google unter großem medialen Tohuwabohu in aller Regelmäßigkeit abgehalten werden. Wer mit iOS oder Android nichts am Hut haben und lieber Spiele für Facebook programmieren wollte, der ging zur f8. Große Massen aber konnte man damit nicht mobilisieren.

In den Jahren 2009, 2012 und 2013 fiel die f8 streckenweise sogar komplett aus. Das war einmal: Was für Apple-Jünger die WWDC ist, wird die f8 in Zukunft für das gesamte Internet sein.

f8: Das Schaufenster für das Web von Morgen

Die f8 wird für das Internet in Zukunft so wichtig sein wie die WWDC für Apple-Jünger. (Foto: t3n)
Die f8 wird für das Internet sein, was die WWDC für Apple-Jünger schon lange ist. (Foto: t3n)

Im Fort-Mason-Center von San Francisco lässt sich das gut beobachten. Bis unter die Decke hat Facebook eine der Lagerhallen mit dem Web von Morgen geschmückt. Zu sehen gibt es unter anderem den neuen App-Store im Messenger, eine Teleporting-Station von Virtual-Reality-Pionier Oculus, die Weltrettungs-Initiative Internet.org und natürlich: das Internet of Things.

Mit der f8 demonstriert Facebook unterm Strich also auch seine inzwischen unumkehrbare Marktmacht. Nie war es für Mark Zuckerberg leichter, die Kontrolle über viele Bereiche des Internets zu bekommen. Als nächstes könnten Publisher an der Reihe sein. Newsseiten wie Buzzfeed, National Geographic oder die New York Times sollen ihre Inhalte künftig direkt bei Facebook veröffentlichen. Facebook weiß um seinen Wert: Statistiken zufolge lag sein Anteil an der Verbreitung von Nachrichten in sozialen Netzwerken 2014 bei 91 Prozent. Sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das Internet ohne Facebook? Unvorstellbar.

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Daniel Hüfner
Facebook, das blaue Wunder: Mark Zuckerberg läutet das Ende seines Social Networks ein http://t3n.de/news/facebook-f8-konferenz-602165/ 2015-03-26T06:00:33Z
Auf der Entwicklerkonferenz f8 hat Mark Zuckerberg zugleich Ende und Zukunft des weltweit größten sozialen Netzwerks eingeläutet. Insbesondere mit dem Facebook-Messenger hat er Großes vor.

Auf der Entwicklerkonferenz f8 hat Mark Zuckerberg zugleich Ende und Zukunft des weltweit größten sozialen Netzwerks eingeläutet. Insbesondere mit dem Facebook-Messenger hat er Großes vor.

Vom Social Network zum Mädchen für alles

Facebook hat auf seiner Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco neue Funktionen rund um das von inzwischen 1,4 Milliarden Menschen genutzte, weltweit größte soziale Netzwerk vorgestellt. Wobei: soziales Netzwerk? Nein, das war einmal.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)
Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)

Denn spätestens seit heute ist damit Schluss. Längst hat sich Facebook gemausert zu einem multidisziplinären Online-Konzern, der dank strategisch smarter Übernahmen eine Reihe miteinander in Konkurrenz stehender, erfolgreicher und zunehmend gleichgewichtiger Marken betreibt. Bei seiner Keynote gab sich CEO Mark Zuckerberg alle Mühe, das zu unterstreichen: „Der Sprung von einer einzelnen App zu einer Familie von Apps war unsere wichtigste strategische Weichenstellung überhaupt“, sagte er. Konkret: Dienste wie WhatsApp, Instagram und der hauseigene Facebook-Messenger sind nicht länger nur Nischenprodukte.

Sie sind das Produkt.

Facebook-Messenger bekommt eigenen App Store

Der Facebook-Messenger soll zur universellen Kommunikationsplattform werden. (Screenshot: Facebook)
Der Facebook-Messenger soll zur universellen Kommunikationsplattform werden. Unter anderem mit einem eigenen App Store. (Screenshot: Facebook)

Insbesondere der Facebook-Messenger spielt in den strategischen Überlegungen von Zuckerberg eine zentrale Rolle. Dieser wird von rund 600 Millionen Menschen genutzt und soll in Zukunft mehr als nur eine WhatsApp-Alternative sein.

Deshalb hat Facebook dem Messenger einen eigenen App Store spendiert. Mit ihm können Nutzer den Messenger ab sofort um Funktionen wie animierte GIFs, interaktive Videos oder Minispiele erweitern. Zum Start sind bereits einige Partner mit entsprechenden Apps an Bord, etwa das beliebte GIF-Portal Giphy. Das alles mag albern und angesichts der Konkurrenz aus Asien auch nicht revolutionär klingen, für Zuckerbergs Vision einer umfassenden Kommunikationsplattform aber ist das ein wichtiger Baustein. So dürfte es ihm gelingen, seine Nutzer noch enger an das blaue Ökosystem zu binden und die Werbeerlöse anzukurbeln.

Shoppen per Messenger

Facebook öffnet den Messenger für E-Commerce. (Screenshot: Facebook)
Facebook öffnet den Messenger für E-Commerce. (Screenshot: Facebook)

Zudem will Facebook den Messenger künftig auch für den E-Commerce attraktiv machen. Weder der klassische Support per Telefon noch ellenlange E-Mail-Verläufe seien im Sinne der Nutzer, erklärte Zuckerberg. Auch Händler und Kunden sollen daher den Messenger für ihre Kommunikation nutzen, beispielsweise für Tischreservierungen, Bestellungen in einem Online-Shop oder gar die Sendungsverfolgung. Erste Partner sind die Online-Shops Everlane und Zulily. Passend dazu hatte Facebook letzte Woche schon eine Bezahlfunktion integriert. Die unter der Schnittstelle „Businesses on Messenger“ gebündelten Funktionen will Facebook in den nächsten Monaten veröffentlichen.

Was die Zukunft von Facebook sonst noch bringt

Das alles passt wunderbar zum Claim von Zuckerberg, den er an diesem Mittwoch fast schon gebetsmühlenartig proklamiert: „Build, Grow, Monetize“ – mit diesem Rezept und vielen neuen Zutaten will er Entwickler und Geschäftstreibende in sein Ökosystem locken. Das mobile Werbenetzwerk etwa wird ausgebaut und es gibt jetzt auch eine Schnittstelle für das Internet of Things. Bald soll man Garagentore per Facebook steuern können.

Es ist ein Tanz auf allen Hochzeiten, in dessen Ergebnis Facebook seine Nutzer schrittweise mit allem in Berührung bringt, was für Werbe- und Geschäftstreibende auch nur annähernd von Interesse sein könnte. Vom sozialen Netzwerk, das Facebook einst groß gemacht hat, ist jedenfalls immer weniger übrig. Nur kurz kommt Zuckerberg drauf zu sprechen, als er die Fortschritte in der Virtual Reality anpreist: Nutzer sollen künftig auch 360-Grad-Videos in ihren Newsfeed einbinden können. Das aber, so Zuckerberg, sei noch „a bit futuristic“.

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Daniel Hüfner
Smartphone heißt Freiheit: Wie in Burma Technologien das ganze Land verändern http://t3n.de/magazin/burma-smartphones-freiheit-238213/ 2015-03-25T08:32:51Z
Jahrzehnte lebten die Menschen in einer isolierten Militärdiktatur, nun öffnet sich Burma für Demokratie – und für Smartphones. An jeder Ecke der Hafenstadt Yangon spielen die Menschen Candy …

Jahrzehnte lebten die Menschen in einer isolierten Militärdiktatur, nun öffnet sich Burma für Demokratie – und für Smartphones. An jeder Ecke der Hafenstadt Yangon spielen die Menschen Candy Crush oder checken . Eine Geschichte über ein Land, das mitten in der Post-PC-Ära erwacht.

Der alte Mann hat den Telefonhörer sorgsam in Plastikfolie eingewickelt. Sie soll den weißen Apparat gegen den Schmutz der Hauptstraße Yangons, Burmas Hafenstadt, schützen. Am Rande des Gehsteigs wartet er auf Kundschaft, die Telefone neben sich auf einen Tisch gestellt. Er ist eine lebendige Telefonzelle, wer ihm umgerechnet ein paar Cent gibt, kann mit seinen Telefonen ins ganze Land telefonieren. Vor ihm schieben sich die Passanten auf dem engen Fußweg entlang, zwischen Töpfen voller Suppe, Gürteln und Melonen. Von dem alten Mann mit seinen Telefonen nimmt niemand Notiz.

„Das fühlt sich wie Freiheit an“

Die Konkurrenz des alten Mannes ist nur wenige Meter entfernt. Über dem Laden prangt das Schild „Lucky Mobile Corner“, billige Smartphones verkaufen sie dort. Neben dem Telefon des alten Mannes haben die Verkäufer ein Werbeplakat von Huawei aufgestellt. Ein höhnischer Gruß der neuen Zeit. Früher kamen junge Menschen zu dem alten Mann und beteuerten ihre Liebe über das weiße Telefon, heute kommen sie nur noch, wenn der Akku ihres Handys aufgebraucht ist.

Die Geschichte des alten Mannes könnte stellvertretend stehen für das Sterben der unzähligen Telefonstände an den Straßen Yangons. Doch in dem südostasiatischen Land Burma, das sich heute Myanmar nennt, steckt dahinter viel mehr. Es ist die Geschichte einer Befreiung. Etwa ein halbes Jahrhundert lebten die Menschen in einer Diktatur, isoliert von der restlichen Welt, ferngehalten von der Technik. Vor drei Jahren öffnete sich das Land für demokratische Reformen – und erlaubte Smartphones. Für die Bevölkerung eine erste spürbare Veränderung.

Als eine junge Nonne kürzlich das erste Mal ein Handy mit Sim-Karte in ihren Händen hielt, sagte sie: „Das fühlt sich wie Freiheit an.“ Über Nacht kam ein Teil der Menschen plötzlich zum . Fast wie in einem Labor lässt sich nun beobachten, wie eine Technik Gesellschaft, Wirtschaft und Politik schon nach wenigen Monaten durcheinander wirbelt.

Vor wenigen Jahren war das Wort „Internet“ in Burma noch zensiert

In dem Land mit 53 Millionen Einwohnern, das zwischen Bangladesch und Thailand liegt, war dieser Wandel vor Kurzem noch undenkbar. Der Unternehmer Thaung Su Nyein kennt die alte Zeit noch gut. Er hat vor mehr als zehn Jahren seinen Job in New York hingeschmissen und ist in sein Heimatland zurückgekehrt, um sich als Internet-Pionier zu versuchen. „Selbst das Wort ‚Internet’ war zu der Zeit in Burma zensiert, man durfte nicht darüber schreiben oder sprechen“, erzählt der 39-Jährige.

Eine freie Presse existierte nicht, das Militärregime blockierte die BBC-Homepage, Demonstrationen schlug die Polizei nieder. Noch 2007 gingen Tausende Mönche gegen das Regime auf die Straße und es antwortete wieder mit Gewalt. Doch langsam begannen die Militärs umzudenken: 2010 wählten die Menschen, zwei Jahre später ließ die Regierung bei einer Nachwahl die Partei der Nobelpreisträgerin und Freiheitsikone Aung San Suu Kyi zu. Auch kamen einige tausend politische Gefangene frei.

Der Unternehmer Thaung Su Nyein hat in diesen Jahren durchgehalten. Mittlerweile gehören seinem Unternehmen etwa die Zeitung 7 Days News, die auch eine Website besitzt. „Und ich habe mein Ziel, eines Tages ein Internet-Unternehmer zu sein, doch noch erreicht“, sagt er heute mit einem Lächeln.

Sim-Karten: Vom Luxusgut zur Massenware

Nicht nur das Internet ist zugänglich, seit ungefähr zwei Jahren gibt es Läden, die Smartphones verkaufen. Erst im Sommer 2014 kamen dann auch günstige Sim-Karten auf den Markt. Die Regierung hatte zwei ausländischen Telekommunikationsunternehmen, Telenor und Ooredoo, Lizenzen für den Mobilfunkmarkt verkauft – eine Revolution. Noch vor wenigen Jahren kostete eine Sim-Karte des staatlichen Anbieters weit mehr als 1000 Dollar, für reiche Burmesen galten die Sim-Karten gar als Geldanlage. Heute muss man dafür umgerechnet etwa 1 Dollar und 50 Cent zahlen.

Nach ihrer jahrelangen mobilen Enthaltsamkeit warteten die Burmesen ungeduldig auf die Sim-Karten. In langen Schlangen standen sie im August und September vor den Mobilfunkläden, als wollten sie ein neues iPhone kaufen. Telenor meldete eine Million verkaufte Sim-Karten. An einem Tag. Das Potenzial ist riesig: Noch immer besitzen laut Schätzungen erst etwa zehn Prozent der Bevölkerung ein Handy. Bislang haben vor allem die Bewohner der drei größeren Städte überhaupt Zugang zu den begehrten günstigen Sim-Karten und damit zum mobilen Internet.

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Die beliebten Mobile-Shops prägen schon nach kurzer Zeit das Straßenbild von Yangon. (Foto: Lisa Hegemann)

Burma muss Jahre des digitalen Konsums nachholen

Überall in Yangon leben die Menschen ihre gewonnene Freiheit aus. So holen die vier Jungs erst einmal ihr Handy raus, als sie sich im Restaurant hinsetzen. Einer checkt die Nachrichten, die er von seinen Freunden über die Chat- und Telefonie-App Viber empfangen hat. Der andere telefoniert. Es ist für sie ein völlig neues Gefühl, verbunden zu sein. Früher mussten sie an einen der Telefonstände gehen, um sich mit den Freunden zu verabreden. Heute reichen ein paar Klicks.

Und wer auf Facebook etwas Politisches schreibt, muss keine Angst mehr haben, direkt verhaftet zu werden. Die Aktivisten teilen etwa die Bilder, wie sie mit Bannern und roten Flaggen durch die Straßen ziehen. Auch das war vor wenigen Jahren sehr gefährlich.

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Mit seiner Suchmaschinen-App will das Startup Bindez zum Google von Myanmar werden. Die Potenziale für digitale Geschäftsmodelle sind groß. (Foto: Lisa Hegemann)

Es ist aber auch einfach die Freiheit, schnell an Informationen und Unterhaltung zu kommen, die sie ausleben. Wie ein Mönch in einem orangen Gewand. Er sitzt in einem Café, vor sich einen Schokokaffee mit Sahne, und informiert sich per Smartphone über die Einkaufsmöglichkeiten in Yangon.

Oder ein Junge, der an der Straße auf einem kleinen Plastikstuhl sitzt und sich beim Essen ein Musikvideo auf Youtube anschaut.

Als müssten sie Jahre des digitalen Konsums nachholen, daddeln junge und alte Menschen, Mädchen und Jungen, Händler und Geschäftsleute. Sie spielen Candy Crush, checken Facebook, lesen Horoskope oder lauschen der Musik, die aus den Lautsprechern des Smartphones plärrt.

In Yangon haben die Startups Blut geleckt

Der Wandel macht auch vor der Wirtschaft des Landes nicht halt. Noch findet er etwas versteckt statt. Zum Beispiel in zwei kleinen Zimmern im 6. Stock eines gelben Hauses, in einer Seitenstraße der Hafenstadt Yangon. Dort arbeitet Myo Myint Kyaw. Mit seinem Startup Revo Tech will der 30-jährige Burmese das Land erobern, Revo steht für Revolution.

Der Start war nicht einfach. Nach dem Studium in London hatte Myo Myint Kyaw zunächst in Singapur gearbeitet. Die politischen Veränderungen in seinem Heimatland hatte er dort aufmerksam verfolgt: „Wenn ich im Büro die BBC-Homepage gecheckt habe, war Myanmar immer in den Nachrichten“, erzählt der Unternehmer. 2012 entschied er sich schließlich, in sein Heimatland zurückzukehren. Doch sein Geschäftspartner sprang ab und Myo zog frustriert durch Yangon. Die Bedingungen für Startups waren schlecht: Das Internet lief katastrophal langsam, es gab andauernd Stromausfälle und es fehlte an Gleichgesinnten.

Wie sein Vorbild Steve Jobs hat er nicht aufgegeben. Jobs Foto steht heute hinter seinem Arbeitsplatz, wie die kleinen buddhistischen Figuren sonst überall im Land. Er fand schließlich den richtigen Geschäftspartner, nun ist er der Chef von 14 Mitarbeitern. Gemeinsam entwickeln sie Smartphone-Apps.

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Caspar Tobias Schlenk
Die Mär von der deutschen Technophobie – und was uns wirklich vom Silicon Valley unterscheidet [Kolumne] http://t3n.de/news/deutschland-technophobie-innovationsfeindlichkeit-601779/ 2015-03-25T08:11:15Z
Dass die Technophobie der Deutschen der Grund ist, warum es kein deutsches Google oder Facebook gibt, hört man oft. Andreas Weck ist da gelassener und meint in seiner Aufgeweckt-Kolumne: Das stimmt …

Dass die Technophobie der Deutschen der Grund ist, warum es kein deutsches Google oder gibt, hört man oft. Andreas Weck ist da gelassener und meint in seiner Aufgeweckt-Kolumne: Das stimmt so nicht! Und: Die digitale Revolution bedeutet mehr als nur eine oder ein zu etablieren. 

„Deutsche sind Fortschrittsverweigerer“, heißt es oft in den Kommentaren sozialer Medien und unzähliger Nachrichtenseiten. Die Deutschen hätten Angst vor der Zukunft, seien paranoid, wenn es um Datenschutz und Privatsphäre im Netz geht und überhaupt liege der einzige Grund, warum es nie ein deutsches Google oder Facebook gegeben hat – und jemals geben wird – allein in der gelebten Technophobie von Manfred Mustermann und seinesgleichen. Ja, wir Deutschen müssen uns momentan wieder häufiger die ein oder andere Standpauke anhören, wenn zudem erfolgreiche US-Amerikaner wie Investor Peter Thiel oder Journalist Jeff Jarvis medienwirksam über die „German Angst“ sprechen – und nicht zuletzt ihre zerstörerische Kraft für das Allgemeinwohl der Menschheit beschwören. Fahrdienste wie Uber? In Deutschland verboten! Google Street Views? Ja, aber mit dem Recht, die eigene Hauswand zu verpixeln! Recht auf Vergessen? WTF!

„Fahrdienste wie Uber? In Deutschland verboten! Google Maps? Ja, aber mit dem Recht die eigene Hauswand zu verpixeln!“

Natürlich läuft in Deutschland und auch Europa einiges anders als in Übersee. Und nicht alles, was sich deutsche Politiker einfallen lassen, ist aus US-amerikanischer Sicht nachvollziehbar. Fair enough: Was sich der ein oder andere Datenschützer hierzulande im Umgang mit sozialen Netzwerken wünscht, liegt bisweilen auch fern jeglicher Realität.

Aber sind die Menschen hierzulande deshalb gleich pauschal gegen jede Form von Fortschritt, sind sie Innovationsfeinde – gar technophob? Ich meine: Das ist eine Betrachtungsweise, die bisweilen an Respektlosigkeit und Überheblichkeit grenzt. Denn vieles von dem, was wir in der Vergangenheit als fortschrittlich bezeichnet haben und einiges von dem, was wir aktuell als wegweisend bezeichnen, wurde und wird maßgeblich in Deutschland entwickelt – allen voran so gut wie jede Innovation aus dem 3D-Druck- und dem Energiebereich. Tatsächlich übernimmt Deutschland eine nicht zu verachtende Rolle in der dritten industriellen Revolution, die landläufig auch gerne als digitale Revolution bezeichnet wird.

Die digitale Revolution besteht aus weit mehr als nur Google und Facebook

Jeremy Rifkin, stellt auf der diesjährigen CeBIT fest, dass die Deutschen vor allem bei Technologien im Energiebereich dominieren. (Bild: CeBIT)
Technophobie Fehlanzeige! Jeremy Rifkin stellt auf der diesjährigen CeBIT fest, dass die Deutschen vor allem bei Technologien im Energiebereich dominieren. (Foto: CeBIT)

Wer das nicht glaubt, sollte genauer hinschauen und sich fragen, was eine industrielle Revolution eigentlich ausmacht. Jeremy Rifkin, US-amerikanischer Ökonom, Politik-Berater und Gründungs-Vorsitzender der „Foundation on Economic Trends“, hat gerade erst auf der CeBit darauf hingewiesen, dass sich grundsätzlich während einer industriellen Revolution drei Technologien verändern: Es würden neue Kommunikationswege, neue Energiequellen und neue Transportmöglichkeiten etabliert – in der digitalen Revolution in Form gegossen durch die Kommunikation über das Internet, den Gebrauch erneuerbarer Energien und die Entwicklung selbstfahrender Autos. Glaubt man Rifkins Worten, sind die Deutschen an der Forschung mindestens zwei der genannten Technologien erheblich beteiligt. Und bei genauerer Betrachtungsweise stimmt das auch.

So sorgt die politisch anvisierte Energiewende hierzulande seit Jahren für frische Forschungsgelder und neue Innovationen in Sachen alternativer Energien, um sich vom risikoreichen Atomstrom und umweltschädlichen fossilen Energiequellen abwenden zu können. Hier übernimmt Deutschland mit großem Abstand sogar die Vorreiterrolle – weltweit. Zudem sind die deutschen Autohersteller, allen voran Daimler, seit Jahren mit viel Innovationseifer dabei, das selbstfahrende Auto zu realisieren und serientauglich zu machen – noch in diesem Jahr sollen Autos auf einer Teststrecke im Autobahnverkehr der A9 mitfahren. Nein, es sind nicht nur Google und Tesla auf dem Gebiet unterwegs, auch wenn man das annehmen könnte, da zumindest Google es besser versteht, seine Ambitionen laut in der Presse zu kommunizieren.

Es ist nicht die Technophobie, die die Deutschen vom Amerikaner unterscheidet

Alternative Energiequellen, die die Menschen unabhängig von Konzernen machen, bilden einen Teil der Veränderungen in der dritten industriellen Revolution. (Bild: Klaus Eppele - Fotolia.com)
Alternative Energiequellen, die die Menschen unabhängig von Konzernen machen, bilden einen Teil der Veränderungen in der dritten industriellen Revolution. (Bild: Klaus Eppele - Fotolia.com)

Dass die Deutschen sich nicht verstecken müssen, was ihren Anteil am Fortschritt und der digitalen Revolution angeht, muss nicht nur erwähnt, es muss meines Erachtens auch unterstrichen werden. Worüber sich meiner Meinung nach viel eher diskutieren lässt, sind die kulturellen Unterschiede, wenn es darum geht, wie sich Technologien und Unternehmen im gesellschaftlichen Alltag zu integrieren haben. Und worüber vor allem diskutiert werden kann, ist die Frage, welche Rolle der Mensch als Faktor im Marktgeschehen spielt. Hier findet sich nämlich der eigentliche Unterschiede zwischen den USA und Deutschland – und der hat mit Technophobie so gar nichts zu tun.

„Auf das ‚Free-Enterprise‘- und das ‚American-Dream‘-Versprechen fußt so gut wie alles in den Vereinigten Staaten.“

Während meiner Zeit in den Vereinigten Staaten habe ich vor allem eins mitbekommen: Das oberste Gebot für die Politik dort ist es, die unternehmerische Freiheit sicherzustellen. Auf das „Free-Enterprise“- und das „American-Dream“-Versprechen der Landesväter fußt so gut wie alles in den Vereinigten Staaten. Darauf wurde der Staat aufgebaut.

Es wird nur ungern über Risiken und Gefahren geredet, wenn es um die Aktivitäten von Unternehmen geht. Und sogar Steuern, die dem Allgemeinwohl zukommen, sind verpönt – sie bremsen halt den Fortschritt, da die Gelder nicht neu investiert werden können. Autobahnen, Nahverkehr, Krankenhäuser und Schulen sind zu einem gehörigen Teil privatisiert – auch das ein Zugeständnis an die unzähligen Unternehmen, die aus der Versorgung der Bürger Profit schlagen wollen. So gut wie alle möglichen Hürden, die das Geschäft beeinträchtigen könnten, werden so klein wie möglich gehalten und bisweilen sogar ganz abgebaut. Und das wirkt sich vor allem auf Bereiche des Verbraucher-, aber auch des Arbeitsschutzes aus, der in den USA verglichen zu Deutschland an vielen Stellen geradezu katastrophal ist.

Verbraucherrechte werden der unternehmerischen Freiheit in den USA untergeordnet

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Das oberste Gebot für die Politik in den USA ist es, die unternehmerische Freiheit sicherzustellen – oft zu Lasten des Verbraucher- und Arbeitsschutzes. (Bild: Andrea Izzotti - Fotolia.com)

Was all das mit dem eigentlichen Thema zu tun hat? Eine Menge, denn dass es Unternehmen wie Google und Facebook – die es laut Kritikern nie in Deutschland geben wird – in den USA gibt, hängt stark damit zusammen, dass sie sich dort kaum um derartige Themen kümmern müssen. Datenschutz bedeutet nun mal Verbraucherschutz – und dass der vor Snowden sogar bei den ganz Großen nur stiefmütterlich behandelt wurde, erkennt man dieser Tage auch daran, wie sie auf einmal alle versuchen, ansatzweise ihre Dienste, Server und Datenleitungen auf den neuesten Stand zu bringen und zu verschlüsseln.

Es hat sie vorher keiner dazu angehalten. Und genau das würde es in Deutschland nie geben – denn hier spielt der Mensch, spielen der Kunde und seine Rechte, eine viel größere Rolle. Es liegt mir fern zu entscheiden welches System das bessere ist. Aber wenn wir darüber reden, warum es große Internetkonzerne fast ausschließlich in den USA gibt und dass das auf die Technologiefeindlichkeit der Deutschen zurückzuführen sei, kann ich dem einfach nicht zustimmen.

„Wir wären nie so erfolgreich gewesen, wenn wir lieber in der Lehmhütte leben und ins Erdloch scheißen würden.“

Ich glaube nicht dass deutsche Ingenieursarbeit so einen guten Ruf gehabt und die letzten 100 Jahre bestimmt hätte, wenn wir dazu tendieren würden, lieber in der Lehmhütte zu leben und ins Erdloch zu scheißen.

Wir haben uns eben als Gesellschaft dazu entschieden, dass der Mensch eine starke Rolle in der Marktwirtschaft einnehmen soll und das führt dazu, dass Unternehmen nicht ungebremst nach vorne gehen können. In den USA spielt der Mensch zwar auch eine Rolle, sie bekommt jedoch nicht ansatzweise so eine Bedeutung zugeschrieben, wie die unternehmerische Freiheit. Das und die Vorsicht der deutschen Investoren sind die Gründe, warum bisher kein Google oder Facebook in diesem phänomenalen Tempo in Deutschland wachsen konnte.

Ich persönlich mag zwar die „Lass-das-mal-anpacken“-Mentalität in Übersee, aber ich bin auch ganz froh, wenn das im Einklang mit gewissen sozialen Regeln geschieht. Und nicht zuletzt bedeutet die digitale Revolution auch wesentlich mehr als nur eine Suchmaschine oder ein soziales Netzwerk zu etablieren. Wir tragen unseren Teil an anderer Stelle bei.

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier.

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Andreas Weck
Facebook will mit großen Publishern verschmelzen – ob BuzzFeed, National Geografic und die New York Times da mitspielen? http://t3n.de/news/facebook-grossen-publishern-601707/ 2015-03-24T10:45:23Z
Facebook befindet sich mit großen Newsseiten wie BuzzFeed, National Geografic und der New York Times in Gesprächen darüber, ob diese zukünftig Inhalte direkt für Facebook bereitstellen.

Facebook befindet sich mit großen Newsseiten wie BuzzFeed, National Geografic und der New York Times in Gesprächen darüber, ob diese zukünftig Inhalte direkt für Facebook bereitstellen. Für Facebooknutzer verringert sich damit nervige Ladezeit, die Publisher gäben jedoch ein großes Stück Kontrolle ab. 

Eigene Inhalte in die Hände von Facebook legen?

Facebook hat eine Idee. Was wäre, wenn die Inhalte großer Newsseiten, statt nur als Link, einfach direkt auf Facebook veröffentlicht würden? Wenn es keine nervige Weiterleitung mehr gäbe? Mit mindestens sechs großen Medienunternehmen soll Facebook derzeit sprechen, ob und wie das möglich ist, so die New York Times, die ebenfalls an den Gesprächen teilnimmt.

Der Social-Media-Riese hat derzeit 1,4 Milliarden Nutzer und ist einer der wichtigsten Traffic-Lieferanten für Newsseiten geworden – vor allem in Bezug auf Nutzer, die über das Smartphone kommen. Für die Publisher würde sich dadurch wohl auch ein neuer Leserkreis erschließen lassen. Immerhin loggen sich die meisten User mehrmals täglich auf Facebook ein. Jedoch wäre auch der Kontrollverlust für die Publisher enorm. Jede Werbeeinnahme müsste mit Facebook geteilt werden, zudem ließen sich viel weniger Daten der Leser sammeln und verarbeiten.

Für Publisher bietet sich auch eine Chance

Will Hayward, Vice President Of Advertising für BuzzFeed Europa, sieht durchaus auch Vorteile für die Newsseiten-Betreiber. Denn auf Publisherseite läuft nicht alles rosig. „Der Traffic der New-York-Times-Homepage hat sich in zwei Jahren halbiert. Menschen besuchen Webseiten nicht mehr, wie sie es früher getan haben. Es ist eine Angriff-ist-die-beste-Verteidigung-Strategie“, so Hayward.

Will Hayward sieht eine Chance darin, direkt auf Facebook zu veröffentlichen. (Screenshot: Twitter)
Will Hayward sieht eine Chance darin, direkt auf Facebook zu veröffentlichen. (Screenshot: Twitter)

Für die Medienunternehmen kommt es nun vor allem darauf an, wie das Ganze konkret aussehen soll. „Für die Publisher kann das große Auswirkungen haben. Es kommt wirklich darauf an, wie Facebook es strukturiert und ob sie dafür Sorge tragen, dass beide Parteien daran gewinnen“, so Edward Kim, Chief Executive des Analyse- und Distributions-Unternehmens SimpleReach.

Facebook muss das Vertrauen der Publisher gewinnen

„Auf lange Sicht, müssen vermutlich alle Verlage ihren Inhalten erlauben, sich mehr außerhalb der eigenen Seite zu bewegen.“

Die Gespräche mit den Publishern dauern schon einige Monate an. Schon im Oktober berichtete die New York Times über die Pläne. Facebook muss jetzt das Vertrauen der Publisher gewinnen. Nachdem 2012 eine erste Version dieser Idee – der Social Reader – wieder eingestellt worden war, weil er nicht funktioniert hatte, muss Facebook mit einem guten Konzept aufwarten. Wie das genau aussehen soll, wurde bisher noch nicht bekannt.

In einer Zwickmühle stecken die Publisher insofern, dass es sicher welche gibt, die bei Facebooks Plänen mitmachen werden. Und wenn deren Content wesentlich schneller von Facebook ausgespielt wird, könnte der Traffic der nicht teilnehmenden Seiten erheblich darunter leiden. Facebook dagegen ist ein Vorteil sicher.

Auf lange Sicht müssen vermutlich alle Verlage ihren Inhalten erlauben, sich mehr außerhalb der eigenen Seite zu bewegen, so Alan D. Mutter, ein Zeitungsberater, der den Blog „Reflections of a Newsosaur“ betreibt. „Aber auf kurze Sicht“, sagte er „ist es eine beängstigende Angelegenheit, weil Verlage ihre Marke und ihr Publikum und ihre Werbegelder kontrollieren wollen.“

Was haltet ihr von den Plänen? Würdet ihr noch die Newsseiten direkt besuchen, wenn ihr einen Großteil der News über Facebook konsumieren könntet?

via uk.businessinsider.com

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Melanie Petersen
Abmahnfalle „Share“-Button: Facebook-Nutzerin soll 1.000 Euro für geteiltes Foto zahlen http://t3n.de/news/facebook-abmahnung-share-button-601573/ 2015-03-23T18:30:41Z
Blogger, Online-Medien und Netznutzer aufgepasst: Erstmalig ist jemand für das Teilen eines Beitrags über den „Share“-Button von Facebook abgemahnt worden. Anwalt Christian Solmecke warnt vor …

Blogger, Online-Medien und Netznutzer aufgepasst: Erstmalig ist jemand für das Teilen eines Beitrags über den „Share“-Button von abgemahnt worden. Anwalt Christian Solmecke warnt vor einer neuen Abwahnwelle.

1.000 Euro für geteiltes Marco-Reus-Foto auf Facebook

Wer bedenkenlos einen Beitrag auf Facebook mit Freunden teilt, kann künftig abgemahnt werden. Das zeigt ein aktueller Fall um die Inhaberin einer Fahrschule: Diese soll jetzt über 1.000 Euro zahlen, weil sie einen Bericht der Bild-Zeitung geteilt hatte, ohne den Urheber des eingebetteten Vorschaubilds zu nennen.

Wie Meedia berichtet, handelte es sich laut Medienrechtsanwalt Christian Solmecke um einen Bericht über Marco Reus und seine Fahrt mit gefälschtem Führerschein. Der Fotograf, der den Fußballspieler beim Aussteigen aus seinem Aston Martin fotografiert hatte, erwirkte eine Abmahnung, weil sein Bild ohne Verweis auf seine Urheberschaft auf Facebook verbreitet wurde.

Blogbetreiber und Online-Medien in der Pflicht

Der „Share“-Button Facebook erfreut sich großer Beliebtheit. Unter Umständen kann die Nutzung aber teuer werden. (Foto: © Hadrian / Shutterstock.com)
Der „Share“-Button Facebook erfreut sich großer Beliebtheit. Unter Umständen kann die Nutzung aber teuer werden. (Foto: © Hadrian / Shutterstock.com)

Diese Abmahnung ist für den Nutzer besonders überraschend“, schreibt Solmecke auf seinem Portal. Beim Teilen eines Beitrags über den „Share“-Button werde nämlich immer automatisch ein verkleinertes Vorschaubild generiert, auf das der Nutzer keinen Einfluss habe. Und weiter: „Er kann weder verhindern, dass das Bild gezeigt wird, noch kann er die Größe des Bildes so variieren, dass eventuell noch der Name des Urhebers sichtbar wird“. Das sei ein entscheidender Unterschied zum Teilen eines Links bei Facebook, so Solmecke. „Beim Setzen eines Links kann das Vorschaubild entfernt oder bearbeitet werden.“

Besonders Blogbetreiber und Online-Medien müssten, so Solmecke, darauf achten, dass alle Bilder, die sie auf ihrer Website posten, auch über soziale Netzwerke geteilt werden dürfen. Ist das nicht der Fall, kann es schnell teuer werden. Betreibern drohen dann Regressansprüche von Seiten der abgemahnten Nutzer, heißt es. Rechtlich ist diese Praxis bereits seit letztem Jahr legitimiert, als das Landgericht Frankfurt bei einen Streit um den „Share“-Button bei Facebook entschied, dass man als Seitenbetreiber immer eine entsprechende Lizenz an den geteilten Inhalten vergebe, solange die Teilen-Funktion genutzt werde.

Weitere Abmahnungen wahrscheinlich

Was aber bedeutet der Fall für die Zukunft?

Solmecke glaubt: „Es wird mit Sicherheit nicht bei dieser einen Abmahnung bleiben.“ Zwar gab es in der Vergangenheit bereits Abmahnungen für Nutzer, die einen einfachen Link mit Vorschaubild in ihrem Facebook-Profil gepostet hatten. Dass ein Nutzer jetzt aber auch für das Teilen eines Bildes über den „Share“-Button zur Kasse gebeten wurde, ist neu.

Solmecke rät deshalb zu Vorsicht: Während Seitenbetreiber sich die Rechte von Fotografen zum Verbreiten der Bilder in sozialen Netzwerken vorher einräumen lassen sollten, wird Internetnutzern empfohlen, nur Inhalte bekannter Websites über Facebook zu teilen. „Hier besteht am ehesten die Wahrscheinlichkeit, dass die Rechte ordentlich eingeholt worden sind.“ Eine dauerhafte Lösung ist das freilich nicht. Solmecke hält eine wegweisende Gerichtsentscheidung daher für „unabdingbar“. Bis dahin besteht die Gefahr einer Abmahnung.

Übrigens: Auch in Sachen Leistungsschutzrecht erreicht uns heute ein bemerkenswerter Fall. Mehr dazu in unserem Artikel „Erstes Leistungsschutzrecht-Exempel: Verlag rächt sich mit Abmahnung an Medienagentur“.

via meedia.de

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Daniel Hüfner
Facebook Messenger: Kostenlose Online-Payment-Funktion freigeschaltet http://t3n.de/news/facebook-messenger-online-payment-600457/ 2015-03-18T05:22:14Z
Im Herbst 2014 wurde sie entdeckt, nun wird sie freigeschaltet: die kostenlose Online-Payment-Funktion im Facebook-Messenger. Freunde können damit untereinander einfach Geld transferieren – …

Im Herbst 2014 wurde sie entdeckt, nun wird sie freigeschaltet: die kostenlose Online-Payment-Funktion im Facebook-Messenger. Freunde können damit untereinander einfach Geld transferieren – vorerst aber nur in den USA.

Facebook hat wie erwartet ein neues Online-Payment-Feature für seinen Messenger angekündigt. Hinweise auf einen solchen Bezahlservice hatte ein Hacker im Oktober des vergangenen Jahres erstmals im Facebook Messenger entdeckt.

Bezahldienst im Facebook Messenger: Einfach und kostenlos

„Es ist einfach und kostenlos“, betont Facebook in einer Aussendung anlässlich der Ankündigung des neuen Dienstes. Das Feature soll es Freunden künftig ermöglichen, bequem und sicher Geld zu senden und zu empfangen. Voraussetzung dafür ist das Hinterlegen einer Kreditkarte (Visa oder MasterCard).

Der kostenlose Online-Payment-Service im Facebook Messenger soll einfach zu bedienen sein. (Foto: Facebook)
Der kostenlose Online-Payment-Service im Facebook Messenger soll einfach zu bedienen sein. (Foto: Facebook)

Um Geld zu senden, muss beim Chatten mit einem Freund das Dollar-Zeichen angeklickt und der zu zahlende Betrag eingegeben werden. Anschließend wird auf „Pay“ gedrückt und die Kreditkartennummer angegeben, so sie nicht ohnehin bereits hinterlegt ist. Anschließend kann ein PIN angelegt werden. Um Geld zu empfangen, muss über „Add Card“ in einer Chat-Konversation eine Kreditkarte hinterlegt werden.

Facebook Messenger: Sicherheitsprofis überwachen Transaktionen

Um die Sicherheit zu gewährleisten, setzt auf die Verschlüsselung der Verbindungen zwischen den Nutzern und Facebook. Auch die Zahlungsdaten würden verschlüsselt hinterlegt, versichert Facebook. Die Bezahlsysteme befänden sich zudem in einer eigenen, sicheren Umgebung und würden gesondert überwacht, etwa von einem Team von Spezialisten, die verdächtige Aktivitäten aufdecken könnten.

Die Online-Payment-Funktion im Facebook Messenger für PC und Mac sowie iOS und Android soll über die nächsten Wochen hinweg ausgerollt werden – zuerst einmal in den USA. Ob sich der Bezahldienst durchsetzen kann, muss sich noch weisen. Schließlich existiert bereits zahlreiche Konkurrenz wie und andere Peer-to-peer-Geldtransfer-Apps. Zudem müssen sich Nutzer auch bei Facebooks Payment-Service auf Wartezeiten zwischen ein und drei Werktagen einrichten, bis das Geld auf dem eigenen Konto ankommt.

via venturebeat.com

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Jörn Brien
Was Facebook löscht und was nicht: Das soziale Netzwerk schafft Klarheit http://t3n.de/news/facebook-inhalte-loeschen-599870/ 2015-03-16T11:15:47Z
Facebook hat sich zur Praxis gelöschter Inhalte geäußert. So sind Beiträge, die gewaltbereites, kriminelles oder hasserfülltes Verhalten propagieren, verboten. Zur gängigen Zensur wird sich …

Facebook hat sich zur Praxis gelöschter Inhalte geäußert. So sind Beiträge, die gewaltbereites, kriminelles oder hasserfülltes Verhalten propagieren, verboten. Zur gängigen Zensur wird sich jedoch kaum geäußert.

Facebook stand in den letzten Monaten immer wieder stark in der Kritik, wenn es darum geht, dass Inhalte auf der Plattform gelöscht werden – beispielsweise Mohammed-Karikaturen, Facebook-Seiten von russischen Oppositionellen oder persönliche Profile von Drag-Queens, die öffentlich mit ihrem Künstler- statt ihrem Klarnamen auftreten wollten.

Während einige Löschungen ziemlich eindeutig mit der Unvereinbarkeit der allgemeinen Geschäftsbedingungen zu erklären sind, wird es vor allem bei politischen Inhalten häufig schwierig, wird doch einiges von Regierungen veranlasst, die Kritiker ganz einfach mundtot machen wollen. Das passt wenig zu dem in den Grundsätzen des Unternehmens formulierten Credo, dass „Nutzer die Freiheit besitzen sollen, alle Informationen, die sie teilen möchten, in jedem Medium oder Format mit anderen teilen zu können“.

Community-Regeln auf Facebook: Gelöscht werden gewaltverherrlichende Inhalte

Immer schön fröhlich bleiben: Inhalte die gewaltbereites, kriminelles oder hasserfülltes Verhalten propagieren, sind verboten. (Screenshot: Facebook)
Immer schön fröhlich bleiben: Inhalte die gewaltbereites, kriminelles oder hasserfülltes Verhalten propagieren, sind verboten. (Screenshot: Facebook)

Um bei dem Thema für etwas mehr Klarheit zu sorgen, hat sich Facebook jetzt entschlossen, einige Umstände, die zu Löschungen beitragen, konkret zu machen. So sagt Monika Bickert, die bei Facebook den Titel „Head of Global Policy Management“ trägt, dass schon seit langem Inhalte der Terrorgruppe Islamischer Staat verbannt würden. Zudem würden auch Inhalte von befreundeten oder unterstützenden Gruppen, die gewaltbereites, kriminelles oder hasserfülltes Verhalten propagieren, gelöscht. Auch Personen und Gruppen, die anderen Menschen körperlichen, psychischen oder finanziellen Schaden durch veröffentlichte Inhalte zufügen, sind auf Facebook nicht erlaubt. Unter ersteres fallen vor allem Beiträge, die Selbstmord oder Essstörungen fördern.

„Fotografien von entblößten Genitalien, Brüsten und Hintern werden entfernt.“

Ein heikles Thema ist und bleibt auch Nacktheit. In der Vergangenheit wurden etliche Titelblätter von Zeitungen und Zeitschriften auf Facebook zensiert, die entkleidete Menschen zeigen. Monika Bickert erklärt, dass Fotografien von entblößten Genitalien, Brüsten und Hintern entfernt werden. Jedoch habe man sich intern auch auf Ausnahmen verständigt: Abbildungen von stillenden Müttern oder Patienten, die eine Mastektomie hinter sich haben, seien erlaubt. Auch Fotografien von Skulpturen, Gemälden und anderen Kunstobjekten, die nackte Körper zeigen, ebenfalls.

Ein Thema, das im Netz immer wieder für Aufregung sorgt, sind zudem „Revenge-Porn“-Inhalte. Darunter zählen Fotografien oder Videos, die nackte Personen zeigen und die ohne ihre Einverständniserklärung veröffentlicht wurden. In besonders harten Fällen zeigen sie die Opfer auch beim Geschlechtsverkehr. Für Facebook sei klar, dass derartige Inhalte, die sexuelle Gewalt und Ausbeutung von Menschen fördern und deswegen keinen Platz auf der Plattform bekommen dürfen.

Dass Inhalte nicht durch automatisierte Verfahren gesperrt würden, werde sich auch in Zukunft nicht ändern, betonte Monika Bickert ausdrücklich. Facebook halte an dem Meldesystem durch Nutzer fest, ein weltweit verteiltes Team sichte alle gemeldeten Inhalte persönlich, bewerte den Kontext und treffe erst daraufhin eine Entscheidung. Der Prozess könne insofern bis zu 48 Stunden dauern, was einige Nutzer eventuell stören dürfte, insofern ein Inhalt stark viral verbreitet wird. Damit müssten die Nutzer jedoch vorerst leben, so Bickert.

Politische Einflussnahme auf Facebook: Nur wenige Informationen zu zensierten Inhalten

Zensur auf Facebook: Meinungsfreiheit hört da auf, wo das Geschäft bedroht wird. (Grafik: IsaacMao / flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0)
Zensur auf Facebook: Meinungsfreiheit hört da auf, wo das Geschäft bedroht wird. (Grafik: IsaacMao / flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0)

Facebook hat mit seinem Vorstoß vor allem die geltenden Community-Regeln wiederholt und konkretisiert. Damit möchten die Verantwortlichen die 1,3 Milliarden Nutzer des Netzwerks über eventuelle Fehltritte aufklären. Weiterführende Informationen zu gelöschten Inhalten mit politischem Kontext, die nicht gegen die hauseigenen Richtlinien verstoßen, wurden jedoch nicht näher erläutert. Die Verantwortlichen verweisen lediglich auf den „Global Government Requests Report“ und liefern Zahlen zum Umfang derartiger Löschungen.

Gründe, warum politische oder religiöse Inhalte zensiert werden, sind vor allem, dass Regierungen dem sozialen Netzwerk mit der Sperrung im jeweiligen Land drohen. Ein Dilemma, das wir erst kürzlich im Rahmen des Beitrages „Zensur auf Facebook: Meinungsfreiheit hört da auf, wo das Geschäft bedroht wird“ beleuchtet haben.

via bits.blogs.nytimes.com

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Andreas Weck
Wedge: Facebook veröffentlicht quelloffenen Netzwerk-Switch http://t3n.de/news/wedge-facebook-open-source-switch-599058/ 2015-03-13T08:02:12Z
Facebook hat die Spezifikationen seines offenen Top-of-the-Rack-Switches Wedge und den Quellcode der dazugehörigen Software veröffentlicht. Ein Hersteller aus Taiwan will mit dem offenen Gerät in …

Facebook hat die Spezifikationen seines offenen Top-of-the-Rack-Switches Wedge und den Quellcode der dazugehörigen Software veröffentlicht. Ein Hersteller aus Taiwan will mit dem offenen Gerät in Produktion gehen.

Wedge: Facebook hat die Pläne ihres Open-Source-Switches vorgestellt. (Foto: Facebook)
Wedge: Facebook hat die Pläne seines Open-Source-Switches vorgestellt. (Foto: Facebook)

Open-Compute: Facebook veröffentlicht Wedge-Pläne

Im April 2011 hat Facebook das „Open Compute Project“ gestartet. Ziel des Ganzen: Das soziale Netzwerk will die Bausteine der eigenen Datenzentren öffentlich machen und unter einer freien Lizenz mit anderen Unternehmen teilen. Jetzt hat das Unternehmen die Spezifikationen des Top-of-the-Rack-Switches Wedge veröffentlicht. Interessierte Hersteller können den Switch damit nachbauen. Das taiwanische Unternehmen Edge-Core will als Erstes Wedge-Switches bauen und vermarkten. Die ersten Geräte sollen im zweiten Quartal des Jahres 2015 verfügbar sein.

Facebook verfolgt beim Wedge die Idee, dass sich ein Switch so sehr wie ein Server verhalten soll wie möglich. Das soll das Management und die Softwareentwicklung vereinfachen. Im Inneren des Wedge werkelt ein austauschbarer Microserver. Laut den aktuellen Spezifikationen wird er von einem Atom-Prozessor mit bis zu acht Kernen angetrieben. Der Server kann auf bis zu 32 Gigabyte DDR3-RAM und eine SSD mit bis zu 256 Gigabyte Speicherplatz zugreifen.

Facebook Wedge: Die FBOSS-Software steht auf GitHub bereit. (Foto: Facebook)
Facebook Wedge: Die FBOSS-Software steht auf GitHub bereit. (Foto: Facebook)

Facebook Wedge: Quellcode und Spezifikationen stehen zum Download bereit

Die eigentliche Arbeit übernimmt Broadcoms BCM56850-Chip. Statt den maximal 32 möglichen Verbindungen nutzt Wedge allerdings nur die Hälfte. Die Wedge-Spezifikationen können sich interessierte Parteien kostenfrei herunterladen. Die dazugehörige FBOSS-Software hat Facebook außerdem auf GitHub veröffentlicht. Dabei handelt es sich nicht um ein eigenes Betriebssystem, sondern um eine Reihe von User-Space-Applikationen, die auf einem beliebigen Linux-System laufen sollen. Die Software dient zum Management und zur Überwachung.

Es wird interessant sein zu sehen, wie Facebooks offener Netzwerk-Switch am Markt ankommt. Langfristig bietet das „Open Compute Project“ einiges an Potenzial. Freie Hard- und Software könnten die Einrichtung und den Betrieb von Datenzentren deutlich günstiger machen.

via www.golem.de

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Kim Rixecker