Facebook | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Facebook 2015-09-01T11:11:27Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/facebook Beleidigungen, Hetze, Verschwörungstheorien: Warum News-Seiten ihre Kommentarfunktion abschaffen sollten [Kolumne] http://t3n.de/news/beleidigungen-hetze-635626/ 2015-09-01T11:11:27Z
In Kommentaren bei Facebook und unterhalb von Artikeln führender Nachrichtenmedien geht es dieser Tage oft besonders wüst zu. Martin Weigert, einst ein Verteidiger der Kommentarsektionen, plädiert …

In Kommentaren bei Facebook und unterhalb von Artikeln führender Nachrichtenmedien geht es dieser Tage oft besonders wüst zu. Martin Weigert, einst ein Verteidiger der Kommentarsektionen, plädiert in seiner Kolumne Weigerts World dafür, diese zumindest bei reichweitenstarken Leitmedien abzuschaffen.

Fast zehn Jahre ist es her, dass Jean-Remy von Matt, Mitbegründer der bekannten Werbeagentur Jung von Matt, Blogs als „Klowände des Internets” bezeichnete. Die Aussage wirkte schon damals unpassend und brachte von Matt viel Kritik ein, woraufhin er sich zu einer öffentlichen Entschuldigung durchrang. Aus heutiger Sicht würde der Vergleich erst recht keinen Sinn mehr ergeben. Denn heute wissen wir, wo die echten Klowände des Internets zu finden sind: in den Kommentarspalten sozialer Netzwerke und unter Artikeln der großen Nachrichtenportale.

Die letzten Monate haben deutlich gemacht, was die Folge ist, wenn alle Teile und Schichten der Bevölkerung von ihrer Möglichkeit Gebrauch machen, spontan ihre Meinungen und Emotionen im Netz zu publizieren. Die Kommentare quillen über vor Hetze und Beleidigungen, impulsiv vorgetragenen Vorurteilen, Irrtümern, gezielter Desinformation und Verschwörungstheorien. Facebook spielt hier eine besondere, aber auch gesonderte Rolle. Eine simple Lösung für den Umgang mit problematischen Kommentaren dort existiert nicht. Anders jedoch sieht es bei den führenden Nachrichtenportalen aus. Diese sollten ihre Kommentarfunktionen meiner Ansicht nach abschaffen.

Wem nützen Hass-Kommentare?

Derartige Hetze überflutet derzeit Facebook. Der Verfasserin kostete der Kommentar jetzt ihren Job. (Screenshot: Facebook)
Hetze wie diese überflutet derzeit Facebook. Die Verfasserin kostete der Kommentar ihren Job. (Screenshot: Facebook)

Viele Jahre habe ich das Kommentar-Feature als elementaren Eckpfeiler des partizipatorischen Internets verteidigt. Und auch heute schätze ich als Autor den Austausch mit Leserinnen und Lesern sehr, sofern er gesittet und sachlich abläuft. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich gewöhnlich nicht über die politischen und gesellschaftlichen Themen schreibe, bei denen Kommentatoren reihenweise unter die Gürtellinie gehen.

Mir erschließt es sich nicht, wer aus den vielen hässlichen Kommentardebatten einen Nutzen ziehen soll. Ich kenne niemanden, der aus purem Bedürfnis nach ergänzenden Informationen die Kommentare unter Artikeln zu Feminismus, Flüchtlingskrise, Nahost- oder Russland-Ukraine-Konflikt liest. Wenn der eigene Blick doch mal in diese Sektion wandert, dann entweder, weil man es mag, wenn richtig und ungezügelt die Fetzen fliegen, oder aus dem selben Grund, warum man bei einem Unfall auf der Autobahn nicht weggucken kann.

Die meisten Newssites versuchen, durch eine stetige Kommentarmoderation die schlimmsten geistigen Ausfälle auszusortieren. Das wiederum wirft bei mir die Frage auf, ob man diese Ressourcen nicht besser investieren könnte.

Für eine Abschaffung von Kommentarspalten bei den reichweitenstarken Nachrichtenmedien zu plädieren, bedeutet nicht, Zensur zu befürworten oder die Augen vor Missständen verschließen zu wollen. Ihre einschlägigen „Alternativmedien“ haben die besorgten Bürger ja weiterhin. Zudem kann jeder Mensch ein Blog starten und sich in diesem oder eben bei Facebook und Twitter die Sorgen von der Seele schreiben oder Kritik zu gelesenen Artikeln äußern.

Verzerrte Wahrnehmung

Wie auch NRD-Journalistin Anja Reschke im Zusammenhang mit ihrem viel beachteten Appell gegen Netzhass anmerkte, ist es ein Problem, dass Hater sich mit ihren Online-Kommentaren gegenseitig in dem Irrtum bestätigen, eine mehrheitsfähige Meinung zu besitzen. Das erhöht ihr Selbstbewusstsein, sorgt für Gruppendynamik und verschärft den Tonfall.

Jüngst ergab eine von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Hohenheim durchgeführte Studie, dass sich Beleidigungen in den Leser-Kommentaren negativ darauf auswirken, wie Leser die Vermittlungsqualität eines Nachrichtenartikels wahrnehmen. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten, dass es sich positiv auf die journalistische Reputation von Medienmarken auswirkt, wenn die Kommentar-Sektionen abgeschafft werden.

Die Möglichkeit, direkt unterhalb journalistischer Artikel kommentieren zu können, war ein großer Schritt in der Evolution der Medien. Doch das gesellschaftliche Klima und die Diskussionskultur im Internet haben sich verändert. Wenn die Kommentare nur noch dazu dienen, eigene Vorurteile abzusondern und sich durch die selektive Wahrnehmung ähnlicher Aussagen bestätigen zu lassen, sehe ich angesichts der Vielzahl anderer Kanäle zur Äußerung von Meinungen und Kritik keinen Grund mehr, ihre Existenz unterhalb journalistischer Inhalte zu verteidigen.

Ihr wollt mehr Kolumnen von Martin Weigert lesen? Hier findet ihr sie.

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Martin Weigert
Die 10 beliebtesten Artikel der Woche: Kündigung wegen Facebook-Hetze und transparente Gehälter http://t3n.de/news/10-beliebtesten-artikel-woche-82-635170/ 2015-08-29T09:00:47Z
Pünktlich wie ein schweizer Uhrwerk – jeden Samstagmorgen zeigen wir euch die zehn beliebtesten Artikel der Woche. Heute mit dabei: Kündigung wegen Facebook-Hetze – „Das ist meine private …

Pünktlich wie ein schweizer Uhrwerk – jeden Samstagmorgen zeigen wir euch die zehn beliebtesten Artikel der Woche. Heute mit dabei: Kündigung wegen Facebook-Hetze – „Das ist meine private Meinung!" hat auch Grenzen.

1. Manchmal hilft nur ein Jobwechsel: 8 Anzeichen, dass du kündigen solltest

Es ist nicht immer alles nur Friede, Freude, Eierkuchen auf der Arbeit. Wenn das aber zum Dauerzustand wird, hilft nur eins: ein Jobwechsel. Welche Anzeichen dafür sprechen? Wir haben acht für euch gesammelt.

Unser Artikel: Manchmal hilft nur ein Jobwechsel: 8 Anzeichen, dass du kündigen solltest

2. Nach der Kündigung: 7 Fragen, die Arbeitgeber beim Abschlussgespräch stellen sollten

Wenn ein Mitarbeiter kündigt, ist es für den Arbeitgeber hilfreich, die wahren Gründe für den Ausstieg herauszufinden. Dafür bietet sich ein Abschlussgespräch an. Was es hier zu beachten gilt, liest du im Artikel.

Unser Artikel: Nach der Kündigung: 7 Fragen, die Arbeitgeber beim Abschlussgespräch stellen sollten

3. Kündigung wegen Facebook-Hetze: „Das ist meine private Meinung!" hat auch Grenzen

Facebook-Hetze kann für Nutzer nicht nur strafrechtliche Folgen haben – immer häufiger verlieren sie auch ihren Job.

Unser Artikel: Kündigung wegen Facebook-Hetze: „Das ist meine private Meinung!" hat auch Grenzen

4. Transparente Gehälter – das muss für Frust sorgen, oder doch nicht?

Warum transparente Gehälter zur Zukunft der Arbeit gehören, wie das gelingen kann und was es zu beachten gibt, zeigen wir euch am Beispiel von DieProduktMacher.

Unser Artikel: Transparente Gehälter – das muss für Frust sorgen, oder doch nicht?

5. Typethos-Projekt zeigt Typografie-Designern, worauf es wirklich ankommt [Bildergalerie]

Typethos von Bill Dawson will die Aufmerksamkeit von Typografie-Designern wieder auf das Wesentliche lenken. Diese 18 Zitate von Ikonen helfen dabei, glaubt er.

Unser Artikel: Typethos-Projekt zeigt Typografie-Designern, worauf es wirklich ankommt [Bildergalerie]

6. Wie mir ein Tag mit einer Smartwatch bewies, dass smarte Uhren eine große Zukunft haben [Kolumne]

Immer mehr Smartwatch-Hersteller buhlen um die Gunst der Kunden, selbst mischt in dem zukunftsträchtigen Markt mittlerweile mit. Zeit, meine generelle Abneigung gegen Smartwatches auf den Prüfstand zu stellen. Die von Luca Caracciolo.

Unser Artikel: Wie mir ein Tag mit einer Smartwatch bewies, dass smarte Uhren eine große Zukunft haben [Kolumne]

7. Wie erfolgreiche Konzernbosse mit Stress umgehen [Infografik]

Stress ist ein ständiger, aber ungewollter Begleiter in der modernen Arbeitswelt. Wie erfolgreiche CEOs wie Bill Gates, Elon Musk oder Jeff Bezos mit Stress umgehen, zeigt euch die folgende Infografik.

Unser Artikel: Wie erfolgreiche Konzernbosse mit Stress umgehen [Infografik]

8. Was der Ashley-Madison-Hack für die Zukunft des Internets bedeutet [Kolumne]

Der Hack des Seitensprungportals Ashley Madison und die darauf folgende Panik bei den Mitgliedern stellen ein Paradebeispiel für die Eigenheit des Internets dar, Merkwürdigkeiten und Widersprüche des menschlichen Zusammenlebens schonungslos bloßzustellen. Wie wir als Gesellschaft damit umgehen, entscheidet auch über die Zukunft des Netzes, analysiert Martin Weigert in seiner Kolumne Weigerts World.

Unser Artikel: Was der Ashley-Madison-Hack für die Zukunft des Internets bedeutet [Kolumne]

9. Der perfekte Arbeitsplatz: So schön könnte dein Schreibtisch aussehen

Ein guter Arbeitsplatz ist ergonomisch und im Idealfall auch noch schick. Auf Seiten wie Desk Hunt und Minimal Desk kann man sich inspirieren lassen, wenn man seinen Schreibtisch oder gleich das ganze Arbeitszimmer umgestalten will.

Unser Artikel: Der perfekte Arbeitsplatz: So schön könnte dein Schreibtisch aussehen

10. Haushaltsbuch 2.0: Diese 5 Apps helfen dir beim Sparen

Budget-Apps helfen dir nicht nur dabei, den Überblick über deine Finanzen zu bekommen, sondern eignen sich auch vorzüglich zum Sparen. Wir haben uns im Rahmen der „Themenwoche Zukunft des Geldes“ einige empfehlenswerte mobile Helfer angesehen, die das analoge Haushaltsbuch überflüssig machen.

Unser Artikel: Haushaltsbuch 2.0: Diese 5 Apps helfen dir beim Sparen

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Andreas Weck
Neue Rekordmarke: Eine Milliarde Nutzer pro Tag auf Facebook http://t3n.de/news/facebook-milliarde-nutzer-634953/ 2015-08-28T07:39:47Z
Facebook ist weiter auf Rekordkurs. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens haben sich eine Milliarde Nutzer an einem Tag angemeldet – also fast jeder siebte Weltbürger.

Facebook ist weiter auf Rekordkurs. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens haben sich eine Milliarde Nutzer an einem Tag angemeldet – also fast jeder siebte Weltbürger.

Bei Facebook haben die Korken geknallt, denn das soziale Netzwerk hat eine neue Rekordmarke geknackt. Innerhalb eines Tages haben sich eine Milliarde Nutzer auf der Plattform angemeldet. Der besagte Tag war der vergangene Montag – fast jeder siebte Mensch war somit Anfang der Woche auf Facebook. Auf der eigenen Facebook-Seite hat CEO Mark Zuckerberg gestern mitgeteilt, dass die Plattform „gerade einen Meilenstein passiert hat.“

Facebook weiter auf Wachstumskurs: Potential in Entwicklungsländern noch lange nicht ausgeschöpft

Ab 2015 testet Facebook die ersten Internet-Drohnen. (Bild: Internet.org)
Ab 2015 testet Facebook die ersten Internet-Drohnen. (Bild: Internet.org)

Erst im vergangenen Monat hat das soziale Netzwerk mitgeteilt, dass die Zahl der monatlich aktiven Nutzer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,49 Milliarden gewachsen sei. Mit damals 968 Millionen täglichen Nutzern war es vorauszusehen, dass die Rekordmarke bald geknackt wird. Die Zahl derjenigen, die Facebook mobil aufrufen, stieg den Angaben zufolge im Übrigen auf 1,31 Milliarden.

Facebook versucht einiges, um das Nutzerwachstum weiter voranzutreiben. In Entwicklungsländern will das soziale Netzwerk beispielsweise mit eigenen Drohnen für kostengünstige Internetverbindungen sorgen. Das ist sinnvoll, denn rund zwei Drittel der Weltbevölkerung ist noch offline – wie Zuckerberg in der Vergangenheit oft betonte. Signifikantes Wachstum ist für Facebook tatsächlich nur noch in Lateinamerika, Afrika und Asien möglich.

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Andreas Weck
Persönlicher Assistent im Messenger: Facebooks Antwort auf Siri wird von echten Menschen betrieben http://t3n.de/news/facebook-persoenlicher-assistent-634497/ 2015-08-27T04:36:27Z
„M“ nennt Facebook ein neues Feature in der Standalone-App, das Anfragen seiner Nutzer bearbeitet. Im Gegensatz zu Siri oder Cortana verlassen sich die Entwickler jedoch nicht nur auf die …

„M“ nennt ein neues Feature in der Standalone-App, das Anfragen seiner Nutzer bearbeitet. Im Gegensatz zu oder Cortana verlassen sich die jedoch nicht nur auf die künstliche Intelligenz.

Persönliche Anfragen im Facebook Messenger

Facebook setzt seine Mission, den zu einem umfangreichen Kommunikationsdienst zu etablieren, weiter fort. David Marcus, Vice President für Mobile Messaging Products, stellte am Mittwoch offiziell den ersten persönlichen Assistenten des Unternehmens vor: „M“ heißt die Antwort auf die Dienste der Konkurrenz, Apples Siri und Microsofts Cortana.

Die Software befindet sich noch in der Testphase und ist schon bei einigen Nutzern zu sehen. Der Assistent kann über eine Nachricht aktiviert werden und laut den Entwicklern eine Vielzahl von Aufgaben erledigen: Shopping, ein Uber rufen oder einen Tisch fürs Abendessen reservieren. Versteht „M“ eine Anfrage nicht, so reagiert das Tool mit einer Rückfrage.

„M“ nimmt Anfragen im Messenger entgegen. Ob diese von Mensch oder Maschine erledigt wird, sieht der User nicht. (Bild: Messenger)
„M“ nimmt Anfragen im Messenger entgegen. Ob diese von Mensch oder Maschine erledigt wird, sieht der User nicht. (Bild: Messenger)

Hybrid-Form: Mensch oder Maschine

Der große Unterschied zu Siri und Cortana ist allerdings, dass Facebook sich nicht gänzlich auf Technologie verlassen will. Hinter „M“ steht auch ein Team an Mitarbeitern, die sicher stellt, dass die Anfragen auch tatsächlich abgeschlossen werden. Ob ein Auftrag von einem sogenannten „M Trainer“ oder von einem Computer bearbeitet wurde, sehen die Nutzer nicht. Ist ein Task abgeschlossen, werden sie per Nachricht informiert.

Die Hybrid-Form des persönlichen Assistenten will der Messenger-Chef Marcus zur zentralen Anlaufstelle für alle Fragen der Nutzer etablieren. Das Unternehmen versucht, aus den Anfragen zu lernen und so alle Absichten der User abzubilden. „M“ wird laut den Betreibern kostenlos sein. Wann der Assistent für alle Messenger-Nutzer verfügbar sein wird, hat Facebook noch nicht bekannt gegeben.

via www.wired.com

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Elisabeth Oberndorfer
Kündigung wegen Facebook-Hetze: „Das ist meine private Meinung!" hat auch Grenzen http://t3n.de/news/kuendigung-facebook-hetze-634285/ 2015-08-26T16:30:26Z
Facebook-Hetze kann für Nutzer nicht nur strafrechtliche Folgen haben – immer häufiger verlieren sie auch ihren Job.

Facebook-Hetze kann für Nutzer nicht nur strafrechtliche Folgen haben – immer häufiger verlieren sie auch ihren Job.

Was eine Person in sozialen Netzwerken treibt, ist ihre Privatsache. Die im Grundgesetz festgehaltene Meinungsfreiheit schützt die Menschen, auch zulässige politische Ansichten kundzutun. Dennoch liest man derzeit an vielen Stellen, dass Angestellte von ihren Arbeitgebern gekündigt wurden, weil sie sich beispielsweise gegen Flüchtlinge ausgesprochen haben. Das sollte jedoch nicht wirklich verwundern, denn der Ausspruch „das ist meine private Meinung!“ hat auch Grenzen – vor allem dann, wenn offenkundig gegen Menschen gehetzt wird.

Facebook-Hetze kann Mitarbeitern den Job kosten

Kündigung wegen Social-Media-Kommentare: Diesem syrischen Mädchen wurde von einem ehemaligen Porsche-Lehrling der Flammenwerfer an den Hals gewünscht. (Freiwillige Feuerwehr Feldkirchen / Martin Peneder)
Kündigung wegen Facebook-Hetze: Diesem syrischen Mädchen wurde der Flammenwerfer an den Hals gewünscht. (Freiwillige Feuerwehr Feldkirchen / Martin Peneder)

Anfang der Woche wurde beispielsweise eine AWO-Mitarbeiterin entlassen. Die Frau postete am Wochenende: „Irgendwann wird es eh so kommen, dass man Hinz und Kunz aufnehmen muss. Dank meiner medizinischen Ausbildung wird bei mir keiner überleben.“ Ein anderer Fall, der kürzlich für Aufregung sorgte, war der um einen Porsche-Azubi. Unter einem Foto, das ein asylsuchendes Mädchen unter einer Sprühdusche zeigt, schrieb der 17-Jährige: „Flammenwerfer währe (sic!) da die bessere Lösung.“ Beide Fälle hatten schwerwiegende Konsequenzen für die Arbeitnehmer und kosteten ihnen den Job.

Man kann davon ausgehen, dass beide Formulierungen im Falle einer Strafanzeige auch juristische Folgen haben dürften. Doch davon abgesehen, hat auch der Arbeitgeber hier das Recht tätig zu werden. Sobald der nämlich durch die Äußerungen in ein schlechtes Licht gerückt wird, kann er eigene Schritte einleiten. Die Grundlage dafür findet sich in den bestehenden Nebenpflichten des Arbeitnehmers, genauer gesagt, in der vertraglich festgehaltenen Treuepflicht. Im § 241 II BGB wird unter anderem festgelegt, dass Arbeitnehmer ruf- und kreditschädigende Mitteilungen zu unterlassen haben.

Da beide Beschäftigten auf ihrem Facebook-Profil ihren Arbeitgeber angegeben haben, stellten die Äußerungen einen Bezug zum Unternehmen dar und das muss der Arbeitgeber keinesfalls hinnehmen – schon gar nicht, wenn die Inhalte strafrechtlich relevant sind.

Arbeitnehmer dürfen nicht gegen ihre Treuepflicht verstoßen

Derartige Hetze überflutet derzeit Facebook. Der Verfasserin kostete der Kommentar jetzt ihren Job. (Screenshot: Facebook)
Derartige Hetze überflutet derzeit Facebook. Der Verfasserin kostete der Kommentar jetzt ihren Job. (Screenshot: Facebook)

Dass die zitierte Treuepflicht in beiden Fällen verletzt wurde, haben auch die Sprecher der jeweiligen Unternehmen als Kündigungsgrund vorangestellt. So gab AWO-Sprecher Dirk Gersdorf öffentlich bekannt: „Das ist juristisch die Ankündigung einer Straftat und für uns und einer Mitarbeiterin in der Altenpflege nicht zu tolerieren.“ Der Arbeitgeber wirbt öffentlich damit, dass Solidarität und Toleranz die bestehenden Werte des Vereins bilden. Zudem werden in der Alten-, Jugend- und Sozialhilfe unter anderem mehr als 60 Kindergärten und 45 Alten- und Pflegeheime betrieben. Das öffentliche Vertrauen in die Hilfskräfte der Einrichtungen, kann durch derartige Aussagen schwer in Mitleidenschaft gezogen werden.

Auch der Porsche-Sprecher Richard Mieling reagierte ähnlich: „Wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung strikt ab. Dieser Vorfall hat uns daher zum Handeln gezwungen.“ Auch der Kommentar des 17-Jährigen dürfte klar gegen die Unternehmensphilosophie des internationalen Konzerns stehen und somit rufschädigend sein. Porsche ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland und beschäftigt auch Einwanderer aus verschiedenen Herkunftsländern.

Fristlose Kündigungen sind nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich

Auch wenn fristlose Kündigungen – wie in den beiden oberen Fällen – keineswegs normal sind, da bei rassistischen, sexistischen oder rufschädigenden Äußerungen in der Regel vorher abgemahnt wird, kann in bestimmten Fällen zu dieser drastischen Maßnahme gegriffen werden – beispielsweise wenn die Aussagen besonders heftig sind oder erkennbar ist, dass der Arbeitnehmer sich auch nach einer Abmahnung nicht bessern wird. Im Zweifel entscheidet das jedoch ein Gericht.

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Andreas Weck
Na endlich! Facebook-Seiten umbenennen geht jetzt kinderleicht - und ohne lange Wartezeit http://t3n.de/news/facebook-seiten-umbennen-634470/ 2015-08-26T16:22:45Z
Den Namen deiner Facebook-Seite zu ändern, war bislang nicht so leicht. Jetzt hat das soziale Netzwerk den Prozess erheblich vereinfacht. Wir sagen euch, was jetzt neu ist.

Den Namen deiner Facebook-Seite zu ändern, war bislang nicht so leicht. Jetzt hat das soziale Netzwerk den Prozess erheblich vereinfacht. Wir sagen euch, was jetzt neu ist.

Einigen Administratoren wird ein Stein vom Herzen fallen, denn wie Facebook jetzt mitgeteilt hat, werden Namensänderungen von Seiten künftig um einiges vereinfacht. Bislang war es nur Auftritten mit weniger als 200 Fans möglich, den Titel ohne lange Umschweife zu verändern. Wer jedoch mehr als 200 verdrahtete Fans hatte, musste sich einem oft langwierigen Prozess stellen und die Änderung manuell von Facebook durchführen lassen. Das Unternehmen schreibt dazu:

Wir haben von Unternehmen gehört, dass es oft zu lange dauert, den Namen der Seite zu ändern. Um den Prozess zu vereinfachen und schneller zu gestalten, erlauben wir Administratoren jetzt, den Namen ihrer Seiten selber im ‚About‘-Bereich zu editieren. Namensänderungen werden dann direkt übernommen, sofern möglich: Aktualisierungen, die stark vom Original abweichen, werden auf Einhaltung unserer Richtlinien überprüft.

Schnell und einfach: Den Namen der Facebook-Seite kann jetzt jeder selbst ändern

Facebook-Seiten: Namensänderung jetzt kinderleicht. (Screenshot: Facebook)
Facebook-Seiten: Namensänderung jetzt kinderleicht. (Screenshot: Facebook)

Wie bereits oben von Facebook formuliert, könnt ihr den Namen im Info-Bereich neu vergeben. Neben dem aktuellen Titel ist eine „Edit“- beziehungsweise „Ändern“-Funktion angelegt. Die besagten Richtlinien findet ihr in den Nutzungsbedingungen für Facebook-Seiten. Darin werden sämtliche Kriterien aufgeführt – so müsst ihr beispielsweise die Rechte am Namen besitzen.

Die Kollegen von allfacebook.de weisen zudem darauf hin, dass ihr euch bei der Auswahl des Namens sicher sein solltet. Phillip Roth schreibt: „Wir können uns gut vorstellen, dass Seiten die sich zu oft umbenennen die Funktion auch einfach abgeschaltet wird. Dieses Vorgehen kennen wir schon aus der Vergangenheit.“

Übrigens: Fünf versteckte Facebook-Funktionen, die Seitenbetreiber auch kennen sollten, haben wir erst vor wenigen Wochen thematisiert. Schaut auch da gerne rein!

via allfacebook.de

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Andreas Weck
Facebook führt Spenden-Button ein http://t3n.de/news/facebook-fuehrt-spenden-button-633884/ 2015-08-25T09:18:21Z
Er wurde schon vor zwei Wochen angekündigt – der Spenden-Button auf Facebook. Wie das soziale Netzwerk jetzt bekanntgegeben hat, ist der Roll-out in vollem Gange. Administratoren können ihn in …

Er wurde schon vor zwei Wochen angekündigt – der Spenden-Button auf Facebook. Wie das soziale Netzwerk jetzt bekanntgegeben hat, ist der Roll-out in vollem Gange. Administratoren können ihn in Facebook-Seiten und -Werbeanzeigen in Form eines „Call-to-Action“-Elementes einfügen.

Spenden-Button: Vor allem Werbeanzeigen könnten besser performen

Der Spenden-Button kann im „Sign-up“-Bereich auf der Facebook-Seite eingerichtet werden. (Screenshot: t3n.de)
Der Spenden-Button kann im „Sign-up“-Bereich auf der Facebook-Seite eingerichtet werden. (Screenshot: t3n.de)

Nutzer sollen unterstützt werden, an entsprechenden Spendenaktionen teilzunehmen. Der Klick in die jeweilige Projektseite zum Spendenaufruf wird durch den Button vereinfacht. Um den Spenden-Button einzurichten, braucht ihr bloß auf das „Sign-up“-Feld innerhalb des Titelbildes auf der Facebook-Seite zu klicken und den entsprechenden Menüpunkt auswählen. Falls das Feld noch nicht zu sehen ist, solltet ihr euch gedulden. Der Roll-out wird Stück für Stück umgesetzt und kann sich über ein paar Tage erstrecken.

Das volle Potential dürfte der Spenden-Button allerdings im Rahmen der Werbeanzeigen entfalten. Um sie bestmöglich zu gestalten, rät das soziale Netzwerk, die Textlänge auf maximal 90 Zeichen zu reduzieren. Der Link-Titel soll zudem nicht mehr als 25 Zeichen beinhalten. Für die Grafiken wird eine Bildgröße von 1.200 x 627 Pixel empfohlen. Auch hier gilt, dass nicht mehr als 20 Prozent Text in der Grafik enthalten sein darf. Eine allgemeine Beschreibung, wie ihr Call-to-Actions-Button einsetzen könnt, liefert Facebook auf der Business-Page.

via www.thomashutter.com

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Andreas Weck
Livestreaming im Unternehmenseinsatz: Artikel aus t3n 41 als kostenloser PDF-Download http://t3n.de/news/livestreaming-unternehmen-t3n-41-kostenloser-pdf-download-633648/ 2015-08-24T13:03:51Z
In Form einer „Pay with a tweet“-Aktion wollen wir unseren treuen Fans und Followern erneut einen Artikel aus unserer aktuellen Printausgabe exklusiv als PDF zum Download zur Verfügung stellen.

In Form einer „Pay with a tweet“-Aktion wollen wir unseren treuen Fans und erneut einen Artikel aus unserer aktuellen Printausgabe exklusiv als PDF zum Download zur Verfügung stellen. Heute lassen wir euch den Artikel „Live dabei!“, in dem es um die Streaming-Apps Periscope und Meerkat im Unternehmenseinsatz geht, kostenlos zur Verfügung. Im Tausch gegen einen Tweet oder gegen einen Eintrag auf eurer Facebook-Wall erhaltet ihr den Downloadlink zum Artikel.

Wie funktioniert das konkret?

Um den Artikel kostenlos als PDF zu bekommen, nutzt einfach diesen Link und befolgt die selbsterklärenden Anweisungen. Das geht alles ziemlich schnell und ihr werdet euch, egal ob über Facebook oder Twitter, zeitnah den Artikel herunterladen können.

Diesen Artikel aus t3n 41 könnt ihr euch als PDF herunterladen.
Diesen Artikel aus t3n 41 könnt ihr euch als PDF herunterladen.

Solltet ihr nach dem Lesen Lust auf mehr bekommen haben und euch gerne die ganze Ausgabe ansehen oder das Magazin abonnieren wollt, dann seid ihr hier richtig: t3n Nr. 41: Bargeld nervt.

Pay with a tweet

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t3n Redaktion
GIFs erobern Facebook-Pages: Erste Brands können die animierten Bildchen nutzen http://t3n.de/news/gifs-facebook-pages-gif-633194/ 2015-08-21T08:41:04Z
Erstmals können auch Unternehmen animierte GIFs über ihre Facebook-Pages mit ihren Fans teilen. Noch bleibt dieses Feature aber nur einigen wenigen Brands vorbehalten.

Erstmals können auch Unternehmen animierte GIFs über ihre Facebook-Pages mit ihren Fans teilen. Noch bleibt dieses Feature aber nur einigen wenigen Brands vorbehalten.

Die ersten Facebook-Pages können GIF-Animationen teilen

Animierte GIFs sind wie Image-Makros ein integraler Bestandteil der Internet-Kultur. Schon in der Frühzeit des Webs wurden sie als erste multimediale Inhalte eingesetzt, bevor sie in diesem Jahrzehnt ein Comeback dank Seiten wie Tumblr oder Reddit feiern konnten. Seit Ende Mai 2015 erlaubt auch Facebook seinen Nutzern das Einbinden animierter GIFs. Pages mussten darauf bislang aber verzichten.

Das scheint sich aber jetzt zu ändern: Eine kleine Anzahl an Firmen hat die Möglichkeit bekommen, GIFs über ihre Facebook-Pages mit ihren Fans zu teilen. Die ersten Unternehmen, die GIFs schon verwenden können, sind die US-amerikanische Fast-Food-Kette Wendy‘s und die brasilianische Coca-Cola-Marke Kuat. Ein Facebook-Sprecher hat gegenüber TechCrunch angegeben, das soziale Netzwerk wolle sehen, wie erfolgreich die Funktion ist, bevor auch andere Pages sie einsetzen können.

Die ersten Brands können GIF-Animationen wie diese auf ihren Facebook-Pages nutzen. (Grafik: Kuat)
Die ersten Brands können GIF-Animationen wie diese auf ihren Facebook-Pages nutzen. (Grafik: Kuat)

Animierte GIFs auf Facebook-Pages: Es gelten nach wie vor Einschränkungen

Wie bei eurem persönlichen Profil ist es nicht möglich, animierte GIFs direkt bei Facebook hochzuladen. Die Bilder müssen also auf einem externen Server gespeichert und per URL eingefügt werden. Auch lassen sie sich nicht für die kleinen Werbeanzeigen in der Facebook-Seitenleiste nutzen. In hervorgehobenen Beiträgen lassen sie sich aber sehr wohl für Werbung einsetzen.

Ob auch andere Pages die Möglichkeit bekommen, animierte GIFs mit ihren Fans zu teilen, hängt davon ab, wie sie bei den Nutzern ankommen. Sofern die Liebe der Web-Bevölkerung für GIFs nicht an den Toren Facebooks Halt macht, sollte das allerdings kein Problem darstellen.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist auch unser Artikel „Ist das Kunst oder kann ich das löschen? Ein GIF für 5.800 Dollar“.

via marketingland.com

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Kim Rixecker
„Brummifahrer haltet drauf!“ Facebook hat ein Hatespeech-Problem – und erkennt es nicht [Kolumne] http://t3n.de/news/facebook-hatespeech-rassismus-extremismus-632084/ 2015-08-20T07:00:41Z
Facebook wird zum Tummelplatz für Rassisten, Fanatiker und Extremisten jeglicher Couleur, schreibt „Aufgeweckt“-Kolumnist Andreas Weck. Doch das hauseigene Community-Management reagiert nicht …

Facebook wird zum Tummelplatz für Rassisten, Fanatiker und Extremisten jeglicher Couleur, schreibt „Aufgeweckt“-Kolumnist Andreas Weck. Doch das hauseigene Community-Management reagiert nicht angemessen darauf.

„Pack“, „Gesindel“ oder „.. ab ins Gas mit denen!“ – das sind Parolen, die man derzeit öfter liest auf Facebook, wenn Rassisten über Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, Afrika oder Osteuropa herziehen. Doch auch religiöse Fundamentalisten oder Putin-Fanboys nutzen das Netzwerk, um beispielsweise gegen Homosexuelle zu wettern: „Verbrennen müsste man die alle!“ Dass diese Hasstiraden nicht nur mit den Community-Regeln, sondern auch ziemlich hart mit der im Grundgesetz garantierten Meinungsfreiheit kollidieren, dürfte vielen Menschen bewusst sein. Man kommt nicht umhin zu denken, dass die Regeln der Zivilgesellschaft auf Facebook allem Anschein nach nicht gelten.

Hatespeech auf Facebook: Der Hass trägt einen Namen und hat ein Gesicht

Tatsächlich hat der blaue Riese seit einiger Zeit ein Hatespeech-Problem – und zwar ein extrem besorgniserregendes. Die Hassreden vergiften nicht nur Diskussionen unter geteilten Postings, mehr noch: sie rufen zu Gewalt gegen Menschen auf. Während diese Aufrufe früher noch überwiegend anonym mithilfe von Fake-Profilen ins Netz geschüttet wurden, tun viele Nutzer das heute sogar unter Klarnamen – mit dem selben Account, der unter anderem auch mit den Eltern, den Kindern und dem Arbeitgeber vernetzt ist. Eigentlich unvorstellbar.

Die Hemmschwelle wird also immer niedriger und die Postings immer aggressiver. Dass das so ist, liegt auch daran, dass die Personen nur wenig zu befürchten haben auf der Plattform. Während viele Seitenbetreiber selbstständig denunzierende Kommentare auf ihren Pages löschen und couragierte Nutzer sie zumindest formal über die Meldefunktion anprangern können, gibt sich der einflussreichste Protagonist in dieser Causa erstaunlich ignorant – und zwar Facebook selbst.

Hatespeech auf Facebook: Der Hass trägt einen Namen und hat ein Gesicht. (Screenshot: DWDL.de)
Hatespeech auf Facebook: Der Hass trägt einen Namen und hat ein Gesicht. (Screenshot: DWDL.de)

Wenn das nicht gegen die Community-Regeln verstößt, was dann?

Der Journalist Thomas Lückerath hat vor kurzem eindrucksvoll bewiesen, wie groß beispielsweise das Problem des offen ausgelebten Hasses gegenüber Migranten und Flüchtlingen auf Facebook ist. Er hat Beiträge wie „Ich sag nur verdammtes Packgesindel. Wir eröffnen wieder die Lager. Es wird Zeit!“, „Brummifahrer haltet drauf!" oder „Mit einem Loch im Hinterkopf wären manche Leute noch zumindest als Nistkasten zu gebrauchen“ unverzüglich gemeldet, um eine Löschung dieser gewaltverherrlichenden Tiraden einzuleiten.

„Ich sag nur verdammtes Packgesindel. Wir eröffnen wieder die Lager. Es wird Zeit!“

Das Netzwerk jedoch kam der Forderung nicht nach. Die Begründung, dass die Kommentatoren angeblich nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen hätten, erstaunt und lässt Lückeraths Leser irritiert zurück. Wenn das keine Hetze gegen Ethnien ist, was dann? Wenn die Verherrlichung von Gewalttaten an Personen nicht gegen die Community-Regeln verstößt, was dann?

Hier einzuschreiten wäre für Facebook vergleichsweise leicht gewesen: Zum einen ist der Verstoß offensichtlich und zum anderen wurden die hauseigenen Community-Manager sogar explizit von dem Journalisten darauf hingewiesen. Was man sich gar nicht vorstellen möchte, ist, was sonst noch unter der Oberfläche des sozialen Netzes brodelt. Sprich, welche Parolen auf den Facebook-Seiten der Hetzer geradezu wohlwollend willkommen geheißen werden, beziehungsweise, was vielleicht sogar in geschlossenen Gruppen vorgeht, wo couragierte Nutzer, die sonst fehlgeleitete Beiträge fleißig melden, erst gar keinen Einblick haben.

Demagogen und ihre Anhänger werden sich wohl kaum selber stoppen. Was tut Facebook eigentlich gegen diese digitalen Rückzugsorte der Fanatiker? Tut Facebook überhaupt etwas?

Wenn das nicht gegen die Community-Regeln verstößt, was dann? (Screenshot: DWDL.de)
Wenn das nicht gegen die Community-Regeln verstößt, was dann? (Screenshot: DWDL.de)

Gemeinschaftsstandards bringen nichts, wenn sie nicht durchgesetzt werden

Mark Zuckerberg und sein Team trifft sicher keine Schuld an der steigenden Bereitschaft zum offenkundigen Extremismus vieler deutscher und europäischer Mitbürger – das ist ein Problem, das vordergründig die Politik und die Zivilgesellschaft lösen muss. Auch liegt es mir fern, den Mitarbeitern fragwürdige Gesinnungen vorzuwerfen. Aber die Verantwortlichen hinter dem Community-Management des sozialen Netzwerks müssen allmählich verstehen, dass auch sie eine ganz eigene Verantwortung tragen, wenn es darum geht, extremistisches Gedankengut auf der Plattform zu unterbinden. Facebook stand immer für Offenheit und Diversität. Will man heute für Diskriminierung und Hetze gegen Minderheiten stehen?

Auch wenn die Gemeinschaftsstandards ehrenvoll formuliert sind, sie bringen rein gar nichts, wenn sie schon von Haus aus nicht durchgesetzt werden. Das Traurige daran: Langfristig wird diese Ignoranz nur die Verdrossenheit couragierter Nutzer befeuern, sobald sie das Gefühl haben, dass Facebook gar nicht willig ist, sich gegen diese schlimme Entwicklung zu stellen. Und ganz ehrlich, danach sieht es für mich momentan leider aus!

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier. Hier könnt ihr dem Autor zudem auf Facebook und Twitter folgen.

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Andreas Weck