Facebook | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Facebook 2015-05-28T04:00:02Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/facebook Teures Vergnügen: Oculus Rift mit Rechner und Zubehör kostet 1.500 Dollar http://t3n.de/news/teures-vergnuegen-oculus-rift-612995/ 2015-05-28T04:00:02Z
Facebooks Virtual Reality-Brille kommt Anfang 2016 in den Handel. Wer das virtuelle Erlebnis von Oculus Rift bei sich zu Hause haben will, braucht dafür eine kostspielige Ausstattung.

Facebooks Virtual Reality-Brille kommt Anfang 2016 in den Handel. Wer das virtuelle Erlebnis von Oculus Rift bei sich zu Hause haben will, braucht dafür eine kostspielige Ausstattung.

Eigener PC für Oculus Rift

Die Konsumentenversion der Virtual Reality-Brille Oculus Rift will Facebook im ersten Quartal 2016 in den Handel bringen. Ein Kassenschlager dürfte die erste offizielle Version des Headsets aber nicht werden. Wie Brendan Iribe, CEO der Entwickler Oculus VR im Rahmen der Code-Conference verrät, ist für die Verwendung auch ein kompatibler Rechner notwendig.

Das vollständige Paket für das Gadget, den Rechner und Zubehör kostet laut Iribe rund 1.500 US-Dollar. Zudem soll es auch eine erweiterte Version geben, die für einen höheren Preis ein besseres Virtual Reality-Erlebnis liefert. Die empfohlenen PC-Spezifikationen hat das Unternehmen schon in seinem Blog beschrieben.

Wer die Oculus Rift im Heimbetrieb haben will, muss dafür rund 1.500 US-Dollar investieren. (Bild: Oculus VR)
Wer die Oculus Rift im Heimbetrieb haben will, muss dafür rund 1.500 US-Dollar investieren. (Bild: Oculus VR)

Vorbestellungen noch in diesem Jahr

Wie viel die Brille allein kosten würde, hat die Facebook-Tochter noch nicht angekündigt. Der Geschäftsführer hofft jedenfalls, den Preis in absehbarer Zeit auf 1.000 US-Dollar reduzieren zu können. Das Development-Kit, das Oculus VR vergangenes Jahr veröffentlicht hat, kostete 350 US-Dollar.

Die erste offizielle Oculus Rift kann voraussichtlich noch dieses Jahr vorbestellt werden. Ob das auch für den deutschen Markt gilt, ist unklar. Denn hier darf der Hersteller aufgrund eines Rechtsstreits den Namen Oculus nicht verwenden.

via recode.net

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Elisabeth Oberndorfer
Facebooks „Little Red Book“: Dieses Heft vermittelt neuen Mitarbeitern die Unternehmenswerte http://t3n.de/news/facebook-little-red-book-unternehmenswerte-612865/ 2015-05-27T13:58:56Z
Facebook hat eine internes „Little Red Book“ konzipiert, das neuen Mitarbeitern die Unternehmenswerte näher bringen soll. Das Vorbild stammt aus China und ist ein Zitatebuch des Mao Zedong.

Facebook hat eine internes „Little Red Book“ konzipiert, das neuen Mitarbeitern die Unternehmenswerte näher bringen soll. Das Vorbild stammt aus China und ist ein Zitatebuch des Mao Zedong. Im Rahmen unserer Themenwoche Wachstum mit Werten sagen wir euch, was drinsteht.

Vor allem wachsende Unternehmen kennen das. Mit den Neueinstellungen von Mitarbeitern kommt auch die große Aufgabe auf Gründer und Führungskräfte zu, ihnen die Unternehmenswerte näher zu bringen. Dass alle die gleiche Vision teilen und an einem Strang ziehen, ist enorm wichtig, wenn es darum geht ein Team zu formen und ein nachhaltiges Wachstum zu garantieren. Wo kommt man her? Wo will man hin? Was waren die großen Meilenseine? Wie hat man sie erreicht? Das sind nur einige Fragen, die im Laufe der Firmengeschichte geklärt wurden und deren ergründete Antworten das Gesicht des Unternehmens bilden – quasi die Marke nach Innen und Außen widerspiegeln.

In der Regel gibt es überall Aufzeichnungen dazu: Im Intranet, im Mailverkehr, in Sitzungsprotokollen. Doch ganz ehrlich? Wer liest sich das durch, beziehungsweise, wer findet denn alle Informationen auf Anhieb, insofern die Person sich wirklich tiefergehend dafür interessiert?

Facebooks „Little Red Book“ bringt neuen Mitarbeitern die Unternehmenswerte näher

Das „Little Red Book“ von Facebook vermittelt neuen Mitarbeiter die Unternehmenswerte. (Foto: Ben Barry)
Das „Little Red Book“ von Facebook vermittelt neuen Mitarbeiter die Unternehmenswerte. (Foto: Ben Barry)

Um neuen Mitarbeitern die Informationen zu bieten, die nötig sind um das Unternehmen zu verstehen, hat sich Facebook vor drei Jahren daran gemacht das sogenannte „Little Red Book“ zu produzieren. Federführend war der Designer Ben Barry, der das „Willkomen an Bord“-Büchlein konzipierte und entwarf. Auf seiner Portfolio-Webseite hat er es kürzlich veröffentlicht.

„Diejenigen die schnell abliefern, können schneller verbessern!“

Barry schreibt über genau die oben beschriebene Problematik: „Als Facebook wuchs, waren wir mit etlichen Herausforderungen konfrontiert. Eine davon war es, neuen Mitarbeitern unsere Mission, Geschichte und Kultur zu vermitteln.“ Der Designer lässt wissen, dass es auch bei dem Unternehmen aus Menlo Park immer wichtiger wurde, für eine adäquate Informationsquelle zu sorgen: „Diejenigen, die die Entwicklungen mitgemacht haben, hatten genug Kontext. Doch für neue Mitarbeiter war es schwer tieferes Wissen zu erhalten – selbst wenn sie danach gesucht haben.“

Das „Little Red Book“-Projekt wurde 2012 im Unternehmen an den Start gebracht. Betrachter bekommen viele wichtige Grundsätze zu lesen. So liest man unter anderem Formulierungen wie „Schnell ist besser als langsam!“ oder „Diejenigen die schnell abliefern, können schneller verbessern!“

„Little Red Book“-Projekt nach Vorbild Mao Zedongs und der Kommunistische Partei Chinas

Propaganda-Poster der KP in China: Das „Little Red Book“ nach Maos Vorbild. (Bild: Wikipedia)
Propaganda-Poster der KP in China: Das „Little Red Book“ nach Maos Vorbild. (Bild: Wikipedia)

Seinen Namen verdankt das Buch übrigens Mao Zedong. In einem kleinen roten Handbuch hat die Kommunistische Partei Chinas ebenfalls einige Zitate des Revolutionärs gesammelt und für Parteigenossen abgedruckt. Es ist schon fast ein wenig ironisch, dass sich ausgerechnet ein US-Unternehmen die Teambuilding-Maßnahme einer kommunistischen Partei abguckt. Andererseits gilt überall: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!

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via theultralinx.com

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Andreas Weck
Facebook-Alternative Sociax: Wie drei deutsche Schüler dem etablierten Netzwerk den Kampf ansagen http://t3n.de/news/facebook-alternative-sociax-drei-612664/ 2015-05-26T14:09:46Z
Drei deutsche Schüler haben ein soziales Netzwerk namens Sociax entwickelt, bei dem vor allem Datenschutz im Vordergrund stehen soll. Wir haben uns die Beta-Version der Facebook-Alternative für …

Drei deutsche Schüler haben ein soziales Netzwerk namens Sociax entwickelt, bei dem vor allem Datenschutz im Vordergrund stehen soll. Wir haben uns die Beta-Version der Facebook-Alternative für euch angeschaut.

Sociax: Schüler entwickeln Facebook-Alternative

Schon 2014 kam eine Studie zu dem Schluss, dass Facebook in den Altersgruppen 13 bis 17 und 18 bis 24 massiv an Nutzern verliert. Während sich die meisten dieser Nutzer mit Messengern begnügen oder sich Diensten wie Tumblr zuwenden, ließen sich drei Schüler aus Großburgwedel in der Nähe von Hannover nicht so einfach zufriedenstellen. Die Gymnasiasten im Alter zwischen 17 und 18 Jahren haben mit Sociax gleich ein eigenes soziales Netzwerk auf die Beine gestellt.

Sociax: Drei deutsche Schüler haben eine Alternative zu Facebook entwickelt. (Screenshot: Sociax)
Sociax: Drei deutsche Schüler haben eine Alternative zu Facebook entwickelt. (Screenshot: Sociax)

Wie viele andere Menschen hat sie vor allem der Datenschutz-Aspekt an Facebook abgeschreckt. Daher soll Sociax auch beim Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer punkten. Das soll durch sehr einfache Datenschutzeinstellungen ermöglicht werden. Außerdem stehen die Server in Deutschland und die Informationen der Nutzer sollen nach den EU-Datenschutzrichtlinien gespeichert werden.

Darüber hinaus verzichtet Sociax auf personenbezogene Werbung. Tatsächlich ist die Beta-Version des Netzwerks bis auf die Anmeldeseite sogar vollständig werbefrei. Finanziert werden soll das Projekt später durch ein Freemium-Modell, zu dessen Ausgestaltung es aber noch keine konkreten Informationen gibt.

Sociax: Soziales Netzwerk ist deutlich weniger kontaktfreudig als Facebook

Eine Suchfunktion wie bei Facebook gibt es bei Sociax nicht. Das ist aber auch gewollt, denn über das Netzwerk sollen Nutzer wirklich nur mit Menschen kommunizieren, die sie auch wirklich kennen. Um eure Freunde auf dem Netzwerk zu finden, müsst ihr entweder die eindeutige Sociax-ID des gesuchten Nutzers kennen oder ihn anhand seines selbstgewählten Pseudonyms aufspüern. So oder so ist die Barriere, mit fremden Nutzern in Kontakt zu treten, damit aber deutlich höher als bei Facebook.

Wer das soziale Netzwerk der drei Jungunternehmer ausprobieren will, kann das entweder über die Website oder die dazugehörige iOS-App tun. Inwieweit das Ganze allerdings an den Marktanteilen von Facebook knabbern kann, bleibt abzuwarten. Immerhin könnten die Schüler aber wieder etwas Bewegung in den Social-Media-Markt bringen.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „Facebook-Alternativen: Social Networks für jeden Geschmack“.

Sociax
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App Store
Entwickler: Carsten Knisch
Preis: Kostenlos

via www.golem.de

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Kim Rixecker
Dein Facebook-Newsfeed ist Mist? Tech-Blogger Robert Scoble erklärt dir, woran das liegt http://t3n.de/news/facebook-newsfeed-optimieren-robert-scoble-612487/ 2015-05-26T09:39:47Z
Tech-Blogger Robert Scoble hat seinen Fans erklärt, wie sie das Beste aus ihren Facebook-Accounts rausholen können. 22 Tipps für einen hochwertigeren Newsfeed und mehr Sichtbarkeit der eigenen …

Tech-Blogger Robert Scoble hat seinen Fans erklärt, wie sie das Beste aus ihren Facebook-Accounts rausholen können. 22 Tipps für einen hochwertigeren Newsfeed und mehr Sichtbarkeit der eigenen Inhalte.

Tech-Blogger Robert Scoble kennt sich aus – wie ihr mehr aus eurem Newsfeed herausholen könnt, er #FLICKR#
Tech-Blogger Robert Scoble kennt sich aus – wie ihr mehr aus eurem Facebook-Newsfeed herausholen könnt, erklärt er auf seinem Account. (Foto: Joi / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Es lässt sich leicht auf Facebook schimpfen: Die Inhalte im Newsfeed sind irrelevant – zu viele Baby-Fotos und kaum noch interessante Artikel. Und ja, selbst die eigenen Freunde und Follower interagieren überhaupt nicht mehr mit den spannenden Beiträgen, die tagtäglich von einem selbst gepostet werden. Geistige Verblödung auf Facebook. Alles ist schlecht. Auf zu Twitter!

Tech-Blogger Robert Scoble kennt Kritik wie diese. Für ihn hat das jedoch weniger mit Facebook selbt zu tun, als viel mehr damit, wie Nutzer sich in dem sozialem Netzwerk bewegen. Alles beruht auf Auswertungen des Nutzerverhaltens und vor allem auch auf Einstellungen, die Anwender vorgenommen haben – oder eben nicht. Auf Facebook hat er jetzt 22 Tipps veröffentlicht, die in genau diese Kerbe schlagen. Wie er seinen Facebook-Account organisiert und seinen Newsfeed optimiert, lässt sich jetzt für jeden nachlesen.

Mehr sehen im Facebook-Newsfeed: Nutze Listen und interagiere mit Inhalten

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Kontrolliert euren Facebook-Newsfeed durch Einstellungen und Interaktionen. (Foto: Facebook)

In seiner Empfehlungsliste finden sich Ratschläge, die mehr als sinnvoll sind. So lässt der Tech-Blogger wissen, welchen enormen Wert die Listenfunktion hat: „Steckt jede Person entweder in die ‚Nahe Freunde‘- oder ‚Bekanntschaften‘-Liste. Allein das wird euren Newsfeed deutlich verbessern“, schreibt er unter Punkt 5. Zudem ergänzt er in Punkt 17: „In den Listen seht ihr alle Inhalte!“ Wichtig sei das vor allem, da Facebook nicht jeden Post im Hauptfeed anzeigen könne. Und tatsächlich wählt der Algorithmus etwa 300 Inhalte aus, die euch am Tag präsentiert werden. Dort herrscht also immer nur ein Mix an einigen wenigen Beiträgen – von Freunden, gefolgten Personen und mit „Gefällt mir“ markierten Seiten. Feintuning ist somit angebracht.

„In den Listen seht ihr alle Inhalte!“

Nicht weniger bekannt, aber dennoch wichtig: Wenn ihr das Gefühl habt, dass Inhalte bestimmter Leute nicht mehr an oberster Stelle im Newsfeed erscheinen, solltet ihr auf die Profile gehen und mit den Postings dieser Menschen interagieren, rät Scoble: „Facebook wird die Inhalte von Menschen bevorzugt ausgeben, mit denen ihr öfter in Verbindung steht.“

Der Facebook-Newsfeed zeigt Themen an, die du selber häufig veröffentlichst

So optimierst du deinen Facebook-Newsfeed: Auszug aus der Empfehlungsliste von Robert Scoble. (Screenshot: Facebook)
So optimierst du deinen Facebook-Newsfeed: Auszug aus der Empfehlungsliste von Robert Scoble. (Screenshot: Facebook)

Auch dieser Tipp ist Gold wert: Wer Inhalte zu bestimmten Themen sehen will, tut gut daran, eigene Inhalte dazu zu verfassen. Unter Punkt 2 heißt es: „Als ich über das Erdbeben in Napa schrieb, zeigte mein Newsfeed innerhalb von nur 30 Sekunden fast ausschließlich solche Nachrichten an. Am meisten schreibe ich jedoch über Tech-News und poste Videos mit Unternehmern, insofern spiegelt sich das auch in meinem Newsfeed wieder.“ Alles beruht auf dem Nutzerverhalten, wie oben schon erwähnt – hier zeigt sich das ganz besonders.

„Entfreundet inaktive Nutzer – sie schaden euch!“

Etwas rabiat mag indes Punkt 6 erscheinen. „Entfreunde Menschen, die nichts auf Facebook veröffentlichen oder mit anderen Inhalten interagieren. Ihr werdet feststellen, dass eure Beiträge anfangen, mehr Menschen zu erreichen als je zuvor.“ Laut Scoble präsentiert Facebook eure Inhalte zuerst einer kleinen Nutzergruppe und vergrößert die Sichtbarkeit je nach Interaktionen dieser Nutzer. Scoble hat eine klare Meinung zu weniger aktiven Anwendern: „Sie schaden euch!“

22 Tipps für deinen Facebook-Account – hier geht's lang!

Die oben aufgeführten Tipps sind nur ein keiner Teil der veröffentlichten Ratschläge. Wer sie nachlesen will, wird auf dem Facebook-Account von Robert Scoble fündig. Hier erklärt er außerdem, warum weniger Privatsphäre deutlich mehr Vielfalt im Newsfeed bedeutet und warum die Posting-Funktion auf der eigenen Timeline für Freunde und Follower besser gesperrt bleiben sollte.

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Andreas Weck
Aufgekauft: Wie ein Kölner Student zum Valley-Millionär wurde http://t3n.de/news/aufgekauft-koelner-student-611047/ 2015-05-20T14:25:18Z
Mit Leidenschaft, Perfektionismus und passionierten Co-Foundern hat Jan Senderek innerhalb von vier Jahren den Weg aus dem Hörsaal ins Silicon Valley gefunden. Heute ist er IT-Millionär und hat mit …
Aufgekauft: Wie ein Kölner Student zum Valley-Millionär wurde | t3n

Aufgekauft: Wie ein Kölner Student zum Valley-Millionär wurde

Mit Leidenschaft, Perfektionismus und passionierten Co-Foundern hat Jan Senderek innerhalb von vier Jahren den Weg aus dem Hörsaal ins Silicon Valley gefunden. Heute ist er IT-Millionär und hat mit seiner Firma „Loom“ das geschafft, wovon Startups weltweit träumen. Wie man als deutsches Team die Eintrittskarte zum Elite-Accelerator Y Combinator löst – und wieso er am Ende seine Firma an Dropbox verkauft hat.

Text, Videos und Fotos: Moritz Stückler

Einen Käufer für seine Firma zu finden, ist oft der ultimative Indikator für den Erfolg der eigenen Geschäftsidee. Aber nur wenige Startups gehen diesen Weg – manche lehnen ihn sogar ab. Die Gefahren einer Akquisition sind groß: Überlebt das Produkt? Überlebt das Team? Stimmt der Preis? Wie ist der neue Arbeitgeber? Nur ein mikroskopisch kleiner Teil der Startup-Szene schafft einen der berühmten Bilderbuch-Exits, bei denen Tech-Medien und Blogs am nächsten Tag Rekordsummen vermelden. Mit der deutschen Gründerszene hat das augenscheinlich nicht viel zu tun. Im internationalen Vergleich schaffen es Firmen hierzulande nur selten, ihre Unternehmen für viel Geld zu verkaufen. Der Kölner Jan Senderek und sein Team aber haben vor einigen Monaten genau diesen Schritt gewagt – und ihn bis heute nicht bereut.

Erster Kontakt mit der Startup-Szene: Von Köln nach London

Die Grundlage für den späteren Erfolg seines Vorzeige-Startups „Loom“ legt Senderek während seines Studiums an der Kölner Hochschule Fresenius. Schon damals beginnt der heute 30-Jährige, sich für Startups zu interessieren und sich durch Praktika und Nebenjobs in Medien- und Marketing-Firmen zum ersten Mal mit der Szene vertraut zu machen. Interessiert verfolgt er auch die amerikanische Startup-Szene und lernt Investment-Konzepte und Business-Accelerator-Programme kennen – etwa den prestigeträchtigen, amerikanischen „Y Combinator“. Doch nach dem Bachelor entscheidet sich Senderek erst mal für ein Master-Studium im Ausland. Seine Wahl fällt auf die University of London.

„Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, da waren VWL und Unternehmensgründung eigentlich gar kein Thema.“ Jan Senderek

An der Hochschule, die einen exzellenten, aber auf elitären Ruf genießt, festigt er seinen Wunsch nach dem Gründerdasein endgültig und schreibt sich für das Master-Studium „Technology Entrepreneurship“ ein. Gleich zu Beginn steckt er sich ein ehrgeiziges Ziel: Nach dem Master will er endlich eine Geschäftsidee haben – eine Idee, die ihn weit genug trägt, um nicht gezwungen zu sein, sich einen „ganz normalen“ Job suchen zu müssen.

Die Chance, diesen Plan in die Tat umzusetzen, ergibt sich erstmals bei einem Startup-Wettbewerb im Rahmen des Studiums. Die Teilnehmer seines Studiengangs sollen jeweils eine Idee für die „London Entrepreneurs Challenge“ einreichen – einen klassischen Gründer-Wettbewerb, bei dem Geschäftsideen von einer Jury bewertet werden. Er muss also unter Zeitdruck eine tragfähige Geschäftsidee entwickeln. Viele empfinden eine Deadline bei kreativen Prozessen als hinderlich, aber Senderek ist heute sogar dankbar dafür: „Ohne Deadline hätte ich da nie was abgegeben.“ So aber fühlt er sich gezwungen und reicht schließlich eine Idee ein – auch wenn er sie für alles andere als perfekt hält. Eigentlich untypisch für Senderek, der selbst von sich sagt, er sei stellenweise zwanghaft perfektionistisch.

Während des Studiums pitcht Jan Senderek seine erste App „eeve“ bei einem Gründer-Wettbewerb.

Die erste Idee: Die Foto-App „eeve“

Für den Wettbewerb holt sich Senderek Unterstützung: Philipp Wein, ein ehemaliger Arbeitskollege, den er während des Bachelor-Studiums in Deutschland kennengelernt hatte, und ein zweiter deutscher Kommilitone aus dem Master-Kurs im London stoßen dazu. Den beiden geht es ähnlich wie ihm: Interesse und Leidenschaft für Startups und das Gründen sind vorhanden, aber es fehlt die passende Idee. Also pitchen sie im Dezember 2010 gemeinsam ihre erste App: „eeve“. Sie soll Nutzern primär helfen, interessante Veranstaltungen in der Nähe zu entdecken und Bilder von diesen Events zu aggregieren. Fotos von allen Nutzern, die auf der selben Veranstaltung sind, werden automatisch in einem Fotoalbum gesammelt. Die Idee wird von der Jury mit einem Preis ausgezeichnet und das kleine Team bekommt zum ersten Mal Geld: 3.000 Britische Pfund, um die App zu entwickeln. Schon kurz danach stößt mit Daniel Wagner ein weiterer Freund aus Deutschland dazu – und das vierköpfige Gründungsteam ist vollständig.

Durch die Auszeichnung bei der Startup-Challenge werden zum ersten Mal Medien auf die jungen Deutschen aufmerksam. Schon in diesem frühen Stadium schaffen sie es in einen Artikel bei TechCrunch – für viele Startups, damals wie heute, so etwas wie ein Ritterschlag – und die ideale Möglichkeit, große Investoren und Partner auf sich aufmerksam zu machen. Senderek und seine drei Mitgründer surfen zum ersten Mal auf einer kleinen Welle des Erfolgs – ein Gefühl, das viele andere Dinge in den Hintergrund drängt und dafür sorgt, dass Senderek sich kaum noch um sein Studium kümmert.

„Das Studium war mir zu diesem Zeitpunkt ziemlich egal. Ich hätte es fast abgebrochen und hatte eigentlich keinen Bock mehr die Thesis zu schreiben.“ Jan Senderek

Mit ihrer App „eeve“ gewinnen Jan Senderek und Philipp Wein bei der „London Entrepreneur's Challenge“. Die App kann Bilder, die von mehreren Personen auf einer gemeinsamen Veranstaltung aufgenommen werden, aggregieren.

Ende 2011 wechselt das vierköpfige Team zum ersten Mal den Kurs. Die Idee, Inhalte an Veranstaltungen festzumachen, wird begraben – und damit auch der Name „eeve“. „Das war ein FNAC, ein ‚Feature, not a company‘. Das ist zwar nett, aber das Problem ist nicht groß genug, als dass sich jeder eine eigene App dafür installieren würde“, blickt Senderek heute zurück. Durch Nutzerbefragungen findet das Team raus, dass es sich eher auf die reinen Foto-Funktionen in Kombination mit sozialen Features beschränken sollte. Mit dieser Neuausrichtung gibt sich das Team auch einen neuen Namen: „Popset“.

„Popset“ wird also eine App zum Aufnehmen und kollaborativen Teilen von Fotos in mehreren Fotoalben – ohne Veranstaltungsbezug. Eine Funktion, die heute bei den meisten Cloud-Diensten wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox zum Standard-Funktionsumfang gehört. 2011 aber gibt es noch nicht viele Lösungen wie diese. Als eine der ersten großen Firmen versucht Apple 2011 mit iCloud und dem Fotostream, etwas ähnliches anzubieten – zunächst erfolglos.

„Als Steve Jobs den Fotostream vorgestellt hat, dachte ich mir: ‚Geil, endlich!‘ Aber dann hat das Produkt total enttäuscht.“ Jan Senderek

Ein langer Weg liegt hinter dem deutschen Team: Bis zum großen Erfolg korrigiert das Team zwei Mal seinen Kurs und launcht zwei neue Apps. (Grafik: Jan Senderek)

Heimlich – und anfangs, ohne seinen Mitgündern Bescheid zu geben – bewirbt sich Jan im Sog des Zuspruchs bei Y Combinator – zunächst auch ohne viel Aufwand und Vorbereitung. Er bekommt eine Absage. Ein halbes Jahr später versucht es das Team noch mal – dieses Mal gemeinsam und mit deutlich mehr Energie. Und tatsächlich werden sie zu einem Interview nach San Francisco eingeladen. Senderek übernimmt den Vortrag vor den Y-Combinator-Partnern und schafft es, die Juroren zu überzeugen. Das Team wird in die Winterklasse 2011 aufgenommen. Damit sind sie das erste deutsche Startup-Team in der Geschichte von Y Combinator – eine große Auszeichnung in Anbetracht der elitären Situation. Etwa 2.000 Startups bewerben sich zwei Mal im Jahr bei der Kaderschmiede im Valley – akzeptiert werden nur zwei bis drei Prozent davon.

Die berühmten „Office Hours“ bei Y Combinator. Startups der aktuellen Klassen können online Termine mit den Y-Combinator-Mitarbeitern machen, sich von ihnen beraten lassen oder neue Ideen pitchen. Die Gesprächspartner sind extrem erfahrene Investoren und Gründer (im Bild: Paul Graham, Investor und Gründer von Y Combinator).

Mit der Aufnahme bei Y Combinator erhält das „Popset“-Team um Jan Senderek zum ersten Mal eine nennenswerte Kapitalspritze: rund 170.000 US-Dollar – und noch deutlich mehr Geld von externen Investoren, die während dieser Phase auf das Projekt aufmerksam werden. Darunter sind auch Promis, zum Beispiel der Hollywood-Schauspieler Will Smith (in Form seiner Produktionsfirma Overbrook Entertainment). Am Ende der Winterklasse verfügt „Popset“ über 1,5 Millionen US-Dollar Kapital.

„Wir sind da angekommen und haben erst mal eine richtige Gehirnwäsche bekommen. Die denken da anders über Produkte, Marketing und PR. Eigentlich sehr anti-amerikanisch: kein Bullshitting und kein Sugar-Coating.“ Jan Senderek

Mit „Popset“ kann das Team erstmals große Investoren gewinnen – zum Beispiel den Schauspieler Will Smith. (Screenshot: Jan Senderek)

Y Combinator

ycombinator-logo
  • Eines der bekanntesten und erfolgreichen Startup-Accelerator-Programme der USA.
  • Zwei Mal pro Jahr können sich Startups mit ihren Ideen hier bewerben-
  • Von rund 2.000 Bewerbern werden nur 20 angenommen.
  • Nach der Aufnahme durchlaufen die jungen Firmen ein sechsmonatiges Coaching-Programm, kriegen 50.000 US-Dollar und Arbeitsplätze.
  • Als Gegenleistung verlangt Y Combinator etwa sechs Prozent der Firmenanteile.

Umzug ins Silicon Valley: Living The Startup Dream

Die Aufnahme bei Y Combinator bedeutet für alle Team-Mitglieder auch einen Umzug ins Silicon Valley, um in der Nähe des Y-Combinator-Büros in Mountain View sein zu können. Innerhalb von einem Monat packen Jan Senderek und seine Kollegen die Koffer und ziehen aus Deutschland und Großbritannien an die amerikanische Westküste. Zu viert kommen die Gründer in San Francisco an und beziehen eine kleine Wohnung am Fuß der Twin Peaks, in der sie gemeinsam arbeiten und wohnen.

Schon zu Beginn der Y-Combinator-Phase merken Jan, Daniel und Philipp, dass die Chemie zwischen ihnen und dem vierten Co-Founder Nicolas nicht mehr stimmt – er verlässt das Unternehmen. Die verbliebenen drei Gründer aber ergänzen sich bis heute perfekt: „Wir haben alle komplementäre Skills und das ist verdammt wichtig: Daniel kümmert sich um Technik und Backend, Philipp und ich um das Design und ich übernehme zusätzlich die wirtschaftlichen Aspekte.“

„Popset war nett, aber kein Riesending. Es war zu stark auf Social Features fokussiert.“ Jan Senderek

Die Mentoren bei Y Combinator verpassen dem etwas naiven, deutschen Team innerhalb von kürzester Zeit eine Gehirnwäsche, und auch die Idee von „Popset“ beginnt schnell zu bröckeln. Schon während der Entwicklung erkennt das Team, dass alle von ihnen ein Problem mit ihrem privaten Foto-Bestand haben. Keine existierende Lösung – ob online oder offline – erfüllt alle Kriterien. Die Gründer wittern ihre Chance.

Das technische Know-how im Umgang mit Fotos hat das „Popset“-Team schon, und mit einer geringen Kurskorrektur kann es eine viel größere Zielgruppe ansprechen: jeden, der sich schon mal über die schlechten existierenden Archivierungs- und Synchronisierungs-Möglichkeiten für Fotos geärgert hat. Nutzer, die bisher akribisch Ordner auf ihrer Festplatte angelegt, spezielle Foto-Datenbanken befüllt oder existierende Dienste wie Flickr oder Picasa verwendet haben. Denn alle diese Verfahren haben große Nachteile: mangelnde Verfügbarkeit auf mobilen Geräten, mangelnder Speicherplatz oder mangelnder Datenschutz. Während also „Popset“ weiterhin am Leben gehalten wird, um die bestehenden Nutzer nicht zu vergraulen, entwickelt das Team im Hintergrund über einen Zeitraum von etwa einem Jahr schon einen Prototypen für eine neue App: „Loom“.

Der Traum geht in Erfüllung: Nach der Aufnahme bei Y Combinator zieht das Team aus Europa ins Silicon Valley und arbeitet dort zusammen in einer Mischung aus WG und Büro in San Francisco – nicht weit weg vom Y-Combinator-Hauptquartier. (Foto: Jan Senderek)

Auch in den USA kommen Startups mit kleinem Geldbeutel nicht an schwedischen Möbelhäusern vorbei. (Foto: Jan Senderek)

Auch die zweite App von Senderek und seinen Kollegen namens „Popset“ sorgt für Aufmerksamkeit in der Presse. Vom Konzept sind die Macher aber nicht lange überzeugt – und entwickeln im Hintergrund schon „Loom“. (Foto: Jan Senderek)

„Unsere User haben gesagt: ‚Wir hätten gerne sowas wie Dropbox für Fotos!‘“ Jan Senderek

Im März 2013 erscheint die erste Version von „Loom“ für eine kleine, ausgewählte Nutzergruppe. „Loom“ ist geradliniger und schlanker als „Popset“, es gibt weniger Features und das Design ist deutlich ruhiger, fast schon minimalistisch. Im Juli öffnet sich „Loom“ für eine öffentliche Beta-Phase und ist ab dem ersten Tag ein voller Erfolg. Ein Grund für diesen guten Start: eine kluge Markting-Strategie.

Einige Monate vor dem Start macht Senderek durch provokante und interessante Blog-Einträge über das generelle Konzept von Dateien, Ordnern, Dateisystemen und Fotos auf sich aufmerksam. Die Beiträge verbreitet er über technik-affine Kanäle wie „Hacker News“ und Twitter. Zusammen mit einem abstrakten Produktvideo, das noch nichts von der fertigen App zeigt, sondern nur das Problem der Foto-Archivierung aufgreift, tragen sich schon vor dem Start Zehntausende bereitwillig für die Warteliste ein. Und auch die internationale Presse berichtet sofort zum Start über die neue App. Im Oktober 2013 öffnet „Loom“ sich endlich für jedermann und schon zum Jahresende heimst die App namhafte Auszeichnungen ein und schafft sich eine beachtliche Fangemeinde. Dank regelmäßiger Updates wird „Loom“ schnell zum Publikumsliebling und kann bald auch mit Videos und RAW-Files umgehen.

Loom soll eine universelle Möglichkeit zur Synchronisierung und Archivierung von Fotos werden, ohne Social Features oder ortsbasierte Funktionen. Außerdem wird die App im Gegensatz zu ihren Vorgängern optisch deutlich reduziert. (Bild: Jan Senderek)

Die Entwicklung der App im Lauf von etwa zweieinhalb Jahren: Bei einem Gründerwettbewerb wird „eeve“ geboren. Später fokussiert sich das Team stärker auf den Austausch und das Teilen von Fotos unter dem Namen „Popset“. Und schließlich werden die Social Features größtenteils verworfen und „Loom“ konzentriert sich auf die Archivierung und Synchronisierung zwischen allen Geräten.

Erster Kontakt mit Dropbox: Eine E-Mail und ein Mittagessen

Irgendwann im November 2013 bekommt Senderek dann unerwartet eine E-Mail. Die Absender: Drew Houston und Gentry Underwood. Houston ist einer der beiden Gründer von Dropbox, Underwood der CEO von Mailbox, einem E-Mail-Client, der damals gerade frisch von Dropbox gekauft worden ist. Schon kurz nach der Akquisition hat sich Underwood zu einer Führungspersönlichkeit bei Dropbox hochgearbeitet. Er lädt Senderek zum Mittagessen in die Dropbox-Zentrale in San Francisco ein, und Senderek nimmt an. Gespräche wie dieses sind nicht ungewöhnlich – gerade im Silicon Valley wird der Austausch zwischen Konkurrenten groß geschrieben und stärker zelebriert als in Deutschland.

„Na klar wollten die mal auschecken, was wir machen. Aber du machst dir bei sowas keine Hoffnungen auf eine Akquisition. Der Weg ist noch viel zu weit.“ Jan Senderek

„Beim Mittagessen haben wir noch über Gott und die Welt geredet. Und dann kam sofort am gleichen Abend eine E-Mail: ‚Du musst dich auch unbedingt noch mit Drew zum Abendessen treffen.‘“ Bei diesem Dinner zeigen die beiden Senderek auch zum ersten Mal ihr neues Dropbox-Produkt namens „Carousel“: eine App, die ganz ähnlich wie „Loom“ funktioniert und alle Bilder von Smartphone und Dekstop-Rechner synchronisieren soll. „Carousel“ ist zu diesem Zeitpunkt jedoch in der Entwicklung noch lange nicht so weit wie „Loom“ und kann auch beim Funktionsumfang nicht mithalten. Bei diesem Gespräch lassen Underwood und Houston dann auch die Katze aus dem Sack und äußern ihre Kaufabsichten: „Ihr müsst das für uns machen! Das Gleiche, was ihr jetzt macht, müsst ihr für uns machen. Wir können das zusammen tun und müssen nicht gegeneinander arbeiten“, kommentieren sie ihren Vorschlag. Das „Loom“-Team soll mit dem „Carousel“-Team fusionieren und zusammen an einer optimalen Lösung für die Foto-Synchronisierung arbeiten.

Am nächsten Tag macht der Dropbox-Chef Senderek und Sara Adler miteinander bekannt. Adler kümmert sich bei Dropbox um den Aufgabenbereich „Corp Dev“ – also auch um Akquisitionen. Sie drängt Senderek zu einem möglichst schnellen Treffen und nur drei Stunden später werden beim Kaffee weitere Details besprochen. Adler fragt Senderek vor allem nach den Kennzahlen seines Unternehmens: Anzahl der Mitarbeiter, Kapitalanteile, allgemeine finanzielle Situation. Umgekehrt beginnt auch Senderek, den potenziellen Käufer immer genauer zu analysieren. Sein Studium und sein tiefgreifendes Interesse für den wirtschaftlichen Aspekt von Startups helfen ihm, die Kaufmotivation von Dropbox zu verstehen und einzuschätzen, wie gesund Dropbox wirtschaftlich ist – für ihn vor allem interessant, weil üblicherweise ein Teil der Kaufsumme von Akquisitionen in Aktien ausbezahlt wird.

„Carousel“ ist der Nachfolger von „Loom“ unter dem Dach von Dropbox. Seit der Akquisition arbeitet das gesamte Team von „Loom“ an „Carousel“ mit und hat inzwischen viele ursprüngliche „Loom“-Funktionen auch in „Carousel“ integriert.

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Moritz Stückler
Warum die Medien Portale wie Snapchat und Facebook retten – und nicht umgekehrt [Kommentar] http://t3n.de/news/medien-portale-snapchat-facebook-610560/ 2015-05-17T06:59:36Z
Das Ende naht: Journalisten lassen sich von Startups und Tech-Konzernen abwerben, Verlage verkaufen ihre Seele an Facebook und das Publikum gibt sich in Zukunft mit Nachrichten in der Länge eines …

Das Ende naht: Journalisten lassen sich von Startups und Tech-Konzernen abwerben, Verlage verkaufen ihre Seele an Facebook und das Publikum gibt sich in Zukunft mit Nachrichten in der Länge eines Satzes auf der Smartwatch zufrieden. Wer das Sterben der Medien schon in den 90er-Jahren prognostiziert hat, kriegt jetzt endlich die Bestätigung. Oder doch nicht?

Was die Medien verschlafen haben

Die Massenmedien haben seit dem Einzug der Digitalisierung vor zwei Jahrzehnten tatsächlich viel verschlafen: Vom Anzeigenmarkt, den in den USA früh das beinahe antikapitalistische Portal Craigslist abgegriffen hat, über das Streaming von Bewegtbild, das wegen vieler Beschränkungen oft illegal passiert, bis zum Schaffen von Communities, was zuerst MySpace und dann Facebook gemeistert haben. Deshalb zieht heute die Technologiebranche wie keine andere die Fäden der traditionellen Publishing-Industrie. Doch die Retter der Medienwelt sind die Startups und Software-Konzerne noch lange nicht, auch wenn sie das Auffangbecken vieler Talente und Inhalte der alten Welt sind. Ohne die Medien wären weder reichweitenstarke Social Media-Plattformen, noch gehypte Startups da, wo sie heute sind.

Product Hunt etwa war bis vor kurzem das Portal, wo Startups sich für ihre Produkte auf die Schulter klopften, der neue Liebling des Silicon Valley – und dem Massenmarkt unbekannt. Diese Woche schaffte es erstmals ein nicht-technisches Produkt auf die Website: Snoop Dogg promotete über Product Hunt sein neues Album und stellte sich bei einer Ask-Me-Anything-Session den Fragen der Nutzer. „Tech ist nicht der einzige Platz, an dem täglich neue Dinge kreiert werden“, gibt sich Gründer Ryan Hoover selbstreflexiv. Für das Startup ist es der erste Schritt in die Welt jenseits des Silicon Valley.

Snoop Dogg verfolgt die gleiche Mission wie Verleger: Tech-Startups in den Massenmarkt einzuführen. (Bild: Columbia Records)
Snoop Dogg verfolgt die gleiche Mission wie Verleger: Tech-Startups in den Massenmarkt einzuführen. (Foto: Columbia Records)

Medienmenschen für Snapchat und Meerkat

Ein bisschen geschluckt hat die internationale Journalistenelite, als CNN-Reporter Peter Hamby im April zu Snapchat gewechselt ist. Was macht ein Journalist bei einer Messaging-App für Jugendliche? Er baut dort die Nachrichtenredaktion auf. Seit Anfang des Jahres testet das Startup aus Los Angeles mit ausgewählten Medien neue Formate zur Aufbereitung journalistischer Inhalte. Auch das Teilen von News wollen die Entwickler ermöglichen. Jetzt holt sich Snapchat sogar TV-Star Sofia Vergara, um mit ihr eine Reality-Show für die App zu produzieren.

„So gesehen ist die Tech-Industrie nicht der Retter der Medienwelt – sondern eher umgekehrt.“

Die Livestreaming-App Meerkat, derzeit von Twitter unter Druck gesetzt, kämpft um ihre Daseinsberechtigung und hat sich diese Woche zwei Medien-Managerinnen an Bord geholt: Sima Sistani hat bei Tumblr die Medienpartnerschaften aufgebaut, Chloe Sladden bei Twitter. Die beiden wollen Meerkat von Konkurrent Periscope abheben und in den Mainstream bringen. Und das Diskussionsforum Reddit engagiert Videoproduzenten von Vox Media, um seine eigene Videoredaktion aufzubauen.

Die ehemalige Wall-Street-Journal-Redakteurin Liz Heron verantwortet bei Facebook die Beziehungen zu Nachrichtenproduzenten, mit den Instant Articles ist am Mittwoch die Integration der journalistischen Beiträge auf der Plattform gestartet. Doch auch bei Instagram experimentiert man nebenbei mit einer Zukunft abseits der Bilder und Videos: Mit @music baut die App ein Vertical für Musikempfehlungen auf.

Social Media ohne News? Langweilig!

Es ist wahr: Wir verschwenden alle viel zu viel Zeit auf Social-Media-Portalen und in Apps, anstatt uns über die Welt zu informieren. Würden Medienhäuser allerdings nicht qualitative oder zumindest unterhaltsame Inhalte darauf liefern, uns würde wahrscheinlich irgendwann langweilig werden. Und dann wären Apps wie Snapchat und Meerkat und Tech-Portale wie Product Hunt für immer Nischenprodukte. So gesehen ist die Tech-Industrie nicht der Retter der Medienwelt – sondern eher umgekehrt.

Die Köpfe hinter den Startups und Technologieanbietern haben oft zu wenig Ahnung vom Massenmarkt und den Konsumenten. Diese Lücke können die traditionellen Nachrichtenproduzenten füllen und gemeinsam neue Formate schaffen. Panikmache, wenn Verlagshäuser ihre Inhalte für Facebook und Apps hergeben, ist unangebracht. Genau so wie Tech-Unternehmen sich davon verabschieden müssen, dass sie für immer Tech-Unternehmen bleiben, nehmen auch die Medien neue Rollen an. Was zählt ist, dass die Inhalte beim Publikum ankommen. Wie, das werden die Marktteilnehmer ständig weiterentwickeln.

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Elisabeth Oberndorfer
FbStart: Facebook legt bei seiner Startup-Förderung noch mal nach http://t3n.de/news/fbstart-facebook-startups-610648/ 2015-05-15T04:00:38Z
Vergangenes Jahr führte das Social Network kostenlose Services für Gründer ein. 3.800 Startups haben die Leistungen von FbStart in Anspruch genommen. Jetzt setzt Facebook das Programm mit einer …

Vergangenes Jahr führte das Social Network kostenlose Services für Gründer ein. 3.800 Startups haben die Leistungen von FbStart in Anspruch genommen. Jetzt setzt Facebook das Programm mit einer internationalen Tour fort.

Facebook versorgt Startups mit Software

Um Mobile-Startups und App-Entwickler bei ihrer Idee unterstützen, hat Facebook vor einem Jahr die FbStart-Initiative ins Leben gerufen. Dazu stellt das Unternehmen zwar kein Geld zur Verfügung, dafür aber den kostenlosen Zugang zu Software wie Salesforce, ZenDesk und Mailchimp sowie Mentoring. Im ersten Jahr nahmen offiziellen Angaben zufolge 3.800 Startups an FbStart teil und Facebook verschenkte so Dienstleistungen im Wert von 100 Millionen US-Dollar.

Jetzt hat das Social Media-Portal die Fortsetzung des Projekts angekündigt. Die Mobile-Entwickler können sich für drei verschiedene Pakete bewerben: Pre-Launch, Bootstrap und Accelerate. Letzteres Package ist das umfassendste, der Wert beträgt laut Facebook 80.000 US-Dollar. Im ersten Jahr war der Accelerate-Track nur 30.000 Dollar wert.

Wer die Startup-Leistungen von Facebook in Anspruch nehmen will, kann sich bei FbStart bewerben. (Bild: Screenshot)
Wer die Startup-Leistungen von Facebook in Anspruch nehmen will, kann sich bei FbStart bewerben. (Bild: Screenshot)

FbStart-Welttour

Neben den drei allgemeinen Kategorien wurden dieses Jahr ein Paket für Games-Entwickler und das Social Goods-Paket für die Internet.org-Initiative ins Leben gerufen. Mittlerweile hat das Unternehmen für das Programm 20 Partner gewonnen, die ihre Produkte den Startups zur Verfügung stellen.

Facebook will sich den Startups auch persönlich annähern und macht deshalb eine FbStart-Welttour. In 20 Städten lädt der Konzern die Teilnehmer des Programms zu Events ein, die erste Station ist London am 1. Juni.

via developers.facebook.com

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Elisabeth Oberndorfer
Die besten Mac-Apps für den Facebook-Messenger http://t3n.de/news/facebook-messenger-mac-apps-os-x-610579/ 2015-05-13T14:18:12Z
Wir zeigen euch, welche Apps den Facebook-Messenger auf den Desktop eures Macs bringen und was sie leisten.

Wir zeigen euch, welche Apps den Facebook-Messenger auf den Desktop eures Macs bringen und was sie leisten.

Facebook-Messenger auf dem Mac-Desktop

Seit April 2015 steht euch der Facebook-Messenger nicht nur über die Facebook-Website und die entsprechenden Mobile-Apps des sozialen Netzwerks zur Verfügung, sondern es existiert auch eine eigenständige Web-App. Darüber könnt ihr ohne Ablenkung durch euren Newsfeed ungestört mit euren Freunden und Kollegen chatten.

Viele Nutzer wünschen sich hingegen eine eigenständige Desktop-App. Da Facebook selbst eine solche nicht anbietet, haben sich verschiedene Entwickler dazu entschlossen, diese Lücke selbst zu stopfen. Wir haben uns fünf solcher Apps für OS X angeschaut, und verraten euch, welche Funktionen sie bieten.

Diese 5 Mac-Apps bringen den Facebook-Messenger auf euren Desktop

Chatty

Facebook-Messenger auf dem Mac-Desktop: Chatty bietet viele Funktionen ist aber nicht kostenlos. (Screenshot: Chatty)
Facebook-Messenger auf dem Mac-Desktop: Chatty bietet viele Funktionen ist aber nicht kostenlos. (Screenshot: Chatty)

Chatty ist ein schicker Messenger-Client für den ihr OS X Yosemite benötigt. Das Programm könnt ihr direkt aus dem App-Store beziehen und es kostet 1,99 Euro. Das Interface könnt ihr euch in einem dunklen und einem hellen Theme anzeigen lassen. Benachrichtigungen für eingehende Nachrichten oder Freundschaftsanfragen könnt ihr direkt beantworten. Sie findet ihr auch in der Menüleiste.

Goofy

Open-Source: Goofy ist ein quelloffener Messenger-Client für OS X. (Screenshot: Goofy)
Open-Source: Goofy ist ein quelloffener Messenger-Client für OS X. (Screenshot: Goofy)

Goofy ist ein Open-Source-Projekt. Im Gegensatz zu Chatty fehlt hier jedoch die Möglichkeit, Benachrichtigungen über die Menüleiste von OS X einzusehen. Ansonsten bietet die App aber im Grunde alles, was ihr zum Chatten über Facebook benötigt. Den Quellcode der Messenger-App findet ihr auf GitHub.

Messenger for Desktop

Messenger for Desktop bringt den Facebook-Messenger auf verschiedene Plattformen. (Screenshot: Messenger for Desktop)
Messenger for Desktop bringt den Facebook-Messenger auf verschiedene Plattformen. (Screenshot: Messenger for Desktop)

Auch Messenger for Desktop ist ein Open-Source-Projekt. Sie gibt es auch in Versionen für Linux und Windows. Es gibt Benachrichtigungen im Dock und alle Funktionen, die ihr zum Chatten benötigt. Den Quellcode findet ihr hier.

Messenger for Mac

Messenger for Mac ist weiterer quelloffener Messenger-Client für OS X. (Messenger for Mac)
Messenger for Mac ist weiterer quelloffener Messenger-Client für OS X. (Messenger for Mac)

Messenger for Mac ist ebenfalls ein quelloffener Messenger-Client für OS X. Wie bei den beiden Erstgenannten liegt der Quellcode auf GitHub und ihr könnt euch über die Plattform auch aktiv an der Weiterentwicklung der Software beteiligen.

Chat for Mac

Facebook-Messenger für OS X: Chat for Mac bietet im Grunde keine Alleinstellungsmerkmale. (Screenshot: Chat for Mac)
Facebook-Messenger für OS X: Chat for Mac bietet im Grunde keine Alleinstellungsmerkmale. (Screenshot: Chat for Mac)

Chat for Mac bietet derzeit nur die grundlegenden Funktionen. Allerdings sollen Benachrichtigungen demnächst ebenfalls verfügbar sein. Bis dahin gibt es aber vermutlich keinen echten Grund, warum jemand das Closed-Source-Tool verwenden sollte.

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Kim Rixecker
Facebook startet „Instant Articles“ – auf dem Weg zum Medienunternehmen der Zukunft [Kolumne] http://t3n.de/news/facebook-startet-instant-articles-610289/ 2015-05-13T04:55:37Z
Facebook rollt die „Instant Articles“ aus. Medien sollen künftig ihre Artikel direkt auf Facebook und nicht mehr auf der Webseite veröffentlichen. Unser „Aufgeweckt“-Kolumnist Andreas Weck …

rollt die „Instant Articles“ aus. Medien sollen künftig ihre Artikel direkt auf Facebook und nicht mehr auf der Webseite veröffentlichen. Unser „Aufgeweckt“-Kolumnist Andreas Weck fragt: Was bedeutet das für die Protagonisten – und nicht zuletzt für das Netz an sich?

Facebook-Fakten: Mark Zuckerbergs Plattform, ist die am zweithäufigsten besuchte Webseite der Welt. (Bild: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com)
Facebook-Fakten: Mark Zuckerbergs Plattform, ist die am zweithäufigsten besuchte Webseite der Welt. (Bild: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com)

Das Wall Street Journal hat es Anfang Mai bereits in einem Report angekündigt: Facebook wird Medienunternehmen einen „Instant Articles“-Bereich bieten, der es ermöglicht, Artikel und Videos auf dem Sozialen Netzwerk zu veröffentlichen, um sie dort direkt mit interessierten Nutzern zu teilen. Bislang hielt Facebook sich dazu bedeckt und gab keine offiziellen Informationen heraus, doch das ändert sich jetzt: Der Start des „Instant Articles“-Projekts wird derzeit von den USA aus eingeleitet.

Mit an Board sind unter anderem die New York Times, National Geographic und The Atlantic. Das „Instant Articles“-Projekt wird in den kommenden Wochen aber auch Stück für Stück in Europa ausgerollt. Medienpartner sind unter anderem der Guardian und die BBC. Auch deutsche Medienhäuser wie Bild.de und Spiegel Online werden mitmischen. Zunächst wird der Bereich auf Nutzerseite aber lediglich den iOS-Anwendern zur Verfügung stehen.

Mit Instant-Articles wird Facebook zur Medienplattform

Oberflächlich betrachtet handelt es sich bei „Instant Articles“ um eine vorwiegend technische Veränderung. Bislang konnten Medienunternehmen die Links zu den Inhalten ihrer Websites in Facebook teilen und das Soziale Netzwerk somit als reinen Distributionskanal ihrer Angebote nutzen. Der Traffic, der dadurch generiert wird, ist von großer Bedeutung für den Gesamterfolg digitaler Nachrichtenportale. das verdeutlicht auch der im vergangenen Jahr von Journalist Holger Schmidt veröffentlichte Report über Traffic-Quellen verschiedener Online-Publikationen.

Traffic-Quellen der Nachrichten- und Click-Baiting-Seiten aus dem April 2014. (Quelle: SimiliarWeb)
Traffic-Quellen der Nachrichten- und Click-Baiting-Seiten aus dem April 2014. (Quelle: SimiliarWeb)

Etablierte deutsche Medienunternehmen wie Spiegel Online oder Focus.de erhielten demnach knapp fünf bis 15 Prozent des Traffics über Facebook. Ähnlich sah das bei englischsprachigen Medien wie dem Guardian und der New York Times aus. Medien, die häufig mit Clickbait-Methoden arbeiten, verzeichneten sogar einen Traffic-Anteil von bis zu 85 Prozent durch Facebook. Die Zeiten des reinen Distributionskanals will Facebook jetzt hinter sich lassen und zur Ausgangsplattform für Inhalte jeglicher Art werden.

Viele Vorteile für Medienseiten: Geringere Ladezeiten und eigene Vermarktung

Angesichts der Tatsache, dass Medienunternehmen derzeit auch ohne „Instant Articles“ von dem Besucherstrom profitieren, fragen sich Beobachter bereits seit Bekanntwerden der ersten Gerüchte, warum diese ihre Inhalte fortan direkt auf Facebook veröffentlichen sollten. Aus Sicht des Sozialen Netzwerks sollen vor allem zwei Umstände motivieren: Zuallererst geht es um den Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer. Vom Klick auf einen Link bis hin zum bloßen Lesen sollen durchschnittlich acht Sekunden vergehen, die viele kaum noch bereit sind abzuwarten. Das volle Potential diese Nutzer zu erreichen, wird demnach nicht ausgeschöpft.

Problematisch ist das vor allem angesichts der vielen mobilen Nutzer, die mit Smartphones und Tablets sowohl in Bus und Bahnen als auch auf dem heimischen Sofa ihre Newsfeeds lesen. Schlechte Mobilfunk- und Wlan-Verbindungen sowie lange Ladezeiten der Websites können zu hohen Absprungraten führen. Die eingesparten Ladezeiten sollen auf ein nie dagewesenes Minimum reduziert werden, argumentiert zumindest Facebook.

„Instant Articles“-Feature soll Ladezeiten verringern und Medien die Möglichkeit geben ihre Inhalte auf Facebook selber zu vermarkten. (Foto: Facebook)
„Instant Articles“-Feature soll Ladezeiten verringern und Medien die Möglichkeit geben ihre Inhalte auf Facebook selber zu vermarkten. (Foto: Facebook)

Doch Schnelligkeit ist das eine, viel wichtiger sind die generierten Umsätze – und genau damit will Facebook ebenso punkten. Das Soziale Netzwerk bietet den teilnehmenden Medien die Möglichkeit, ihre Inhalte eigenständig auf der Plattform zu vermarkten. Sie können begleitende Werbung entlang ihrer Inhalte selbst verkaufen und die Einnahmen ohne Provision einbehalten. Wer das nicht möchte, nutzt Facebook als Vermarkter und gibt 30 Prozent ab.

Aufmerksamkeit verschafft Werbegelder – doch zu welchem Preis?

Die Faustregel im Web ist ganz einfach: Aufmerksamkeit verschafft Werbegelder. Im besten Fall wird die schnellere Distribution und der direkte Zugang demnach für mehr Beachtung seitens der Rezipienten führen und mehr Umsätze einbringen. Und: Im besten Fall werden die Werbeeinnahmen, die auf der Website verloren gehen, nicht nur ersetzt, sondern signifikant erhöht.

Tatsächlich entstände eine Win-Win-Situation, die lediglich durch einen einzigen Schatten getrübt werden könnte: Der daraus resultierenden und wesentlich stärkeren Abhängigkeit der Medienunternehmen von den strategischen Entscheidungen der Kalifornier. Schon jetzt verbindet Facebook und viele Medienunternehmen eine Hassliebe, die bislang nur die Beziehung zu Google übertrifft.

„Die Faustregel im Web ist ganz einfach: Aufmerksamkeit verschafft Werbegelder!“

Der Suchmaschinenriese sorgt ähnlich wie Facebook für enormen Traffic, lässt Seitenbetreiber aber bei jedem Update seines Algorithmus zittern. Auch in Bezug auf Facebook ist nicht garantiert, dass die Provisionsfreiheit oder die 30-Prozent-Klausel bis ans Ende aller Tage garantiert bleibt. Ferner stellt sich die Frage, welchen Einfluss die ausgelagerten Inhalte auf den Traffic von Suchmaschinen haben, wenn die Artikel nicht sowohl auf der eigenen Website als auch Facebook veröffentlicht werden.

Facebook will das Medienhaus der Zukunft werden

Das neue Facebook-Hauptquartier. Sitzt hier das Medienunternehmen der Zukunft? (Foto: Facebook)
Das neue Facebook-Hauptquartier. Sitzt hier das Medienunternehmen der Zukunft? (Foto: Facebook)

„Facebook hat seinen Kurs eingeschlagen und das Ziel fest im Visier!“

Facebook unternimmt mit dem heute veröffentlichten Angebot einen weiteren Versuch, sich als erste Anlaufstelle für digitalen Nachrichtenkonsum zu positionieren. Bereits vor drei Jahren hat das Unternehmen eine „Social Reader“-Funktion an den Start gebracht. Nach ersten Erfolgen – der Guardian und die Washington Post testeten das Feature und verzeichneten zunächst hohe Zugriffsraten auf ihre Websites – floppte der Vorstoß jedoch. Nur ein halbes Jahr später hat Facebook das Projekt eingestampft. Ähnlich auch bei der Reader-Applikation „Paper“. Das Projekt ist noch immer am Leben, es gibt jedoch kaum Hinweise auf großen Erfolg.

Weitere Ansätze in diese Richtung finden sich zudem in den jüngsten Änderungen am Newsfeed – etwa die „Related“-Boxen, die themenrelevante Artikel anzeigen. Oder die Bevorzugung auf Facebook hochgeladener Videos gegenüber geteilter YouTube-Clips. Zudem gab es einige Anpassungen im Algorithmus, die seriöse Nachrichten gegenüber unterhaltsamen Meme- und Bilder-Postings priorisieren sollen.

Facebook hat seinen Kurs eingeschlagen und das Ziel fest im Visier. Ob „Instant Articles“ den gewünschten Erfolg auf beiden Seiten bringt, zeigen die kommenden Monate. Sollte das Projekt ein Erfolg werden, beobachten wir ganz nebenbei jedoch auch eines der schwersten Kapitel in der jungen Geschichte des Internets – das fortschreitende Sterben des Hyperlinks durch Walled-Gardens. Eine der ursprünglichsten Funktionen des freien und offenen Webs.

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier.

via meshedsociety.com

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Andreas Weck
Nie wieder googeln: Facebook testet Link-Suche http://t3n.de/news/facebook-link-suche-609747/ 2015-05-11T07:45:37Z
Facebook testet derzeit einen „Add A Link“-Button. Das Feature soll Nutzer dazu verleiten, mehr News-Content zu posten und die Allmacht von Google gefährden.

Facebook testet derzeit einen „Add A Link“-Button. Das Feature soll Nutzer dazu verleiten, mehr News-Content zu posten und die Allmacht von Google gefährden.

Facebook: Test einer Plattform-internen Link-Suche

Um mehr exklusiven Content auf seine Plattform zu bringen, soll Facebook derzeit mit renommierten Newsproduzenten wie der New York Times darüber verhandeln, dass diese Artikel, Fotos und Videos direkt auf Facebook posten, statt die Inhalte nur zu verlinken. Dafür soll den Content-Anbietern ein größerer Teil vom Werbekuchen winken. In diese Strategie passt auch der aktuelle Test einer Plattform-internen Link-Suche mit dem sogenannten „Add A Link“-Button.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)

Bisher hat offenbar nur eine kleine Gruppe von iOS-Nutzern in den USA Zugriff auf das neue Feature. Soweit bekannt, durchforstet Facebook – ähnlich wie bisher Personen oder Fanpages – bei einer Suchanfrage nun auch Links, die auf in dem Social Network geteilt wurden. Die Links können dann auf der eigenen Facebook-Präsenz weitergeteilt werden. Angezeigt werden sie wohl danach, wie beliebt sie sind (Likes, Shares).

Facebook hat eigenen Angaben zufolge über eine Billion Posts von Nutzern nach Links durchsucht und verfügt damit über eine riesige Masse an Daten, auf die Google keinen Zugriff hat. Das Feature würde – soweit es gelauncht wird – Facebook künftig natürlich weiteren Aufschluss darüber geben, welche Links bei seinen Nutzern und deren Freunden besonders angesagt sind. Dementsprechend kann dann wieder zielgerichtet Werbung geschaltet werden.

Nach YouTube nimmt Facebook nun Google ins Visier

Beim Angriff auf YouTube ist Facebook schon erfolgreich. Mittlerweile soll das Social Network vier Milliarden Videos pro Tag ausliefern. Nun könnte die Suchmaschine Google im Visier der Facebook-Bemühungen stehen, den Web-Thron zu erobern.

via techcrunch.com

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Jörn Brien