Google | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Google 2014-07-23T09:45:34Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/google Content-Monetarisierung mit Runashop: Konversionswunder oder Affiliate-Schleuder? http://t3n.de/news/runashop-558901/ 2014-07-23T09:45:34Z
Blogger und Betreiber redaktioneller Webseiten stehen angesichts sinkender Werbeerlöse vor der Frage: Wie kann ich meinen Content und den damit verbundenen Traffic auch ohne Google AdSense …

Blogger und Betreiber redaktioneller Webseiten stehen angesichts sinkender Werbeerlöse vor der Frage: Wie kann ich meinen Content und den damit verbundenen Traffic auch ohne Google AdSense monetarisieren? Runashop bietet eine speziell für native Werbeformate ausgelegte API an, die auf das Potenzial von E-Commerce-Produkten als neue Umsatzquelle setzt.

Die Fakten, die das Berliner Startup Runashop für sein Produkt ausweist, fallen zunächst einmal auf: Runashop hat beim Umsatz innerhalb der vergangenen drei Jahre um 8.000 Prozent zugelegt, in 19 Länder expandiert und im April auch einen Preis als eines der am schnellsten wachsenden Startups in Europa erhalten.

Runashop monetarisiert Content mit E-Commerce

Runashop monetarisiert Webseiten von Publishern und macht sich dafür das Potenzial von E-Commerce zu Nutze. (Logo: Runashop)
Runashop monetarisiert Webseiten von Publishern und macht sich dafür das Potenzial von E-Commerce zu Nutze. (Logo: Runashop)

Hinter der Entwicklung steht kein erfolgreicher Onlineshop, sondern ein Angebot für die schon länger über Probleme klagenden Betreiber von Blogs und redaktionellen Webseiten. „Wir bieten digitalen Publishern die Möglichkeit, ihre Inhalte und ihre Reichweite mit E-Commerce zu monetarisieren“, sagt Friedrich Neuman. „Das gelingt uns durch das intuitive Integrieren nativer Werbeformate in bestehenden Content.“ Die Vision dahinter sei es, Shops und Online-Käufer gezielt entlang ihrer persönlichen Interessen zusammenzubringen, so Neumann, der Runashop mit Kompagnon Marius Schulze gegründet hat.

Publisher, Online-Käufer, Shops – alle sollen gewinnen

Mit einem Team aus rund 20 Mitarbeitern arbeitet Runashop daran, diese Kluft mit einer datengetriebenen Optimierung zu verringern. Ähnlich wie die Konkurrenz um Skimlinks oder Viglinks, sollen Shops so von einer erhöhten Konversionsrate, Publisher und Content-Anbieter von höherwertigeren Einnahmen und Konsumenten von passgenaueren Angeboten profitieren.

„Online-Käufer erhalten das gesuchte Produkt, Shops neue Kunden, Publisher eine Provision.“

In einem Beispiel verdeutlicht, könnte ein solches Szenario wie folgt aussehen: Ein reichweitenstarker Wohn-Blog nutzt Runashop, um seinen generierten Traffic in einem Artikel über Google AdSense hinaus mit E-Commerce zu monetarisieren. Mit der von Runashop entwickelten API steuert der Blogbetreiber also etwa gezielt native Anzeigen zu in Onlineshops erhältlichen Sitzsäcken aus. Leser beziehungsweise suchende Onlinekäufer werden über den Content als Brückenbauer mit den Partnershops von Runashop zusammengeführt.

So wie in diesem Beispiel könnte eine von Runashop ausgespielte native Werbeanzeige auf einer Webseite aussehen. (Screenshot: Runashop)
So wie in diesem Beispiel könnte eine von Runashop ausgespielte native Werbeanzeige auf einer Webseite aussehen. (Screenshot: Runashop)

Ziel dieser datengetriebenen Optimierung sei es auch, der von vielen Konsumenten immer wieder bemängelten, unzureichenden Passgenauigkeit ausgespielter Werbeanzeigen zu begegnen. „Im Prinzip geht es darum, aus dem User-Conversion-Funnel Produktbeziehungen und Vorlieben des Kunden besser zu verstehen, um zum richtigen Content, das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt empfehlen zu können“, sagt Neuman. Der Algorithmus stützt sich unter anderem auf im Content enthaltene Keywords sowie einzelne Nutzerdaten. Idealerweise erhalten Konsumenten also das gesuchte Produkt, Online-Shops einen neuen Kunden und Publisher eine Provision.

Wie weit darf Native-Advertising gehen?

Runashop selbst verdient je nach Vereinbarung mit dem Händler (im Sortiment sind unter anderem eBay, Amazon, billiger.de oder Kelkoo) pro Klick oder Bestellung. Teilnehmende Publisher werden mit 70 Prozent am generierten Umsatz beteiligt, vergütet wird auf Cost-Per-Click-Basis, wie man angibt.

Fraglich dürfte indes sein, ob Publisher diesen potenziell vielversprechenden Umsatzkanal auch nutzen werden. Bekanntermaßen sind bei Lesern von Blogs und redaktionell betriebenen Webseiten neben allumfassenden Bezahlschranken auch die den Lesefluss störenden Anzeigen umstritten. Neuman macht Publishern deshalb schon jetzt einen offeneren Zugang zu seiner API schmackhaft: „Dadurch werden Publisher den eingebundenen Commerce eigenständig an den Look-and-Feel ihrer Webseite anpassen können.“ Er verspricht, dass Faktoren wie SEO entsprechend optimiert, die Benutzerfreundlichkeit erhöht und die Verweildauer auf einer Webseite gesteigert werden kann.

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Daniel Hüfner
Google Drive, dein Freund und Verleger: Wie Liberio das E-Book vereinfacht http://t3n.de/news/liberio-google-drive-558587/ 2014-07-22T15:06:22Z
Das Berliner Startup Liberio schickt sich an, die Erstellung und Veröffentlichung von E-Books im Selbstverlag zu vereinfachen. Helfen soll dabei in erster Linie Google Drive als zentrale …

Das Berliner Startup Liberio schickt sich an, die Erstellung und Veröffentlichung von E-Books im Selbstverlag zu vereinfachen. Helfen soll dabei in erster Linie Google Drive als zentrale Schnittstelle – für die Zukunft haben die Macher auch Features für Profi-Autoren in der Hinterhand.

Liberio erstellt E-Books direkt aus Google Drive

Die Landingpage hatte schon verraten, wohin die Reise von Liberio einmal gehen soll: „Make eBooks. Really Simple. Right from Google Drive“, war über die letzten Monate hinweg auf der Webseite des Berliner Projekts zu lesen. Mehr als die eigene E-Mail-Adresse konnten Besucher bisher nicht hinterlassen, doch von heute an ändert sich das. Liberio – und damit eine neue wie einfache Art, E-Books zu erstellen, gestalten und publizieren – geht offiziell an den Start.

Liberio setzt auf in Google Drive beziehungsweise Docs abgelegte Dokumente, um aus ihnen vollwertige und publizierfähige E-Books zu generieren. (Screenshot: Liberio)
Liberio setzt auf in Google Drive beziehungsweise Docs abgelegte Dokumente, um aus ihnen vollwertige und publizierfähige E-Books zu generieren. (Screenshot: Liberio)

Liberio ist eine Plattform für die einfache Erstellung und Veröffentlichung von E-Books, ähnlich wie beispielsweise LeanPub oder Inkling. Die Besonderheit liegt in der Art der Umsetzung, da Liberio auf Google Drive als zentrale Schnittstelle setzt. Jedes textbasierte und nutzerseitig in Google Docs abgelegte Dokument, so die Idee, wird also automatisch in ein vollwertiges E-Book umgewandelt.

Liberio verspricht Self-Publishing ohne Kopfschmerzen

„Mit Liberio lassen sich E-Books in Minuten erstellen, gestalten und veröffentlichten.“

Bisher müssen Autoren, Journalisten und Hobbyschreiber oft einige Hindernisse überwinden, wenn sie den Weg in den digitalen Selbstverlag gehen wollen: Fehlende Kompatibilität der Dokumente, komplizierte Zusatzsoftware oder unschöne Formatierungsfehler bei der ePub-Konvertierung. „Mit der offenen und kostenlosen Plattform von Liberio fallen diese Hürden weg und ein E-Book kann innerhalb weniger Minuten erstellt werden“, erklärt Cat Noone, die das Projekt zusammen mit Mitbegründer Nikolas Zimmer auf die Beine gestellt hat. Beide versprechen einen nahtlosen Import bestehender Inhalte, Schriften und Bilder aus der Google-Cloud.

So funktioniert die neue Plattform aus Berlin

Und so funktioniert die Plattform: Der Nutzer importiert das gewünschte Dokument zunächst aus Google Drive (oder wahlweise von der eigenen Festplatte) und legt dabei unter anderem Exposé, Inhaltsverzeichnis, Seitenumbrüche, Sprache, Lizenz und Cover fest. Über den Button „Erstellen“ wird das Dokument anschließend in ein E-Book im ePub-Format umgewandelt und auf einer eigenen Autorenseite präsentiert. Der funktionelle Pfad von Liberio endet jedoch nicht bei der Konvertierung. Nutzer bekommen nach dem Import ihres E-Books auch die Möglichkeit, den fertigen Buchtitel im digitalen Selbstverlag zu veröffentlichen.

Angebunden sind derzeit die Stores von Amazon Kindle, Apple iBooks und Google Play Books. In der kostenlosen Version von Liberio ist eine Veröffentlichung jedoch vorerst ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken möglich. Entsprechend lassen sich E-Books nur auf dem eigenen Smartphone, Tablet und E-Book-Reader lesen beziehungsweise optional per E-Mail an Freunde und Bekannte verschicken. Damit das eigene E-Book zum Beispiel auf dem Kindle gelesen werden kann, muss das Gerät zunächst über Liberio registriert werden.

Bald auch Premium-Features für kommerzielle Autoren

„Liberio plant eine Funktion zum Kauf einer ISBN.“

Allerdings hat Liberio schon Features rund um das kommerzielle Self-Publishing in Planung. „Wir wollen langfristig zum One-Stop-Shop für Autoren werden", so Noone. Entsprechend kündigt sie gemeinsam mit Zimmer kostenpflichtige Premium-Features an, die das Projekt langfristig auch monetarisieren sollen. Darunter fallen zum Beispiel ein potenterer Gestaltungseditor und ein erweitertes, als digitales Schaufenster dienendes Autorenprofil. Professionelle Schreiber dürften sich vor allem für den In-App-basierten Kauf einer Internationalen Standard Buchnummer (ISBN) interessieren. Eine Funktion, die Liberio nach eigener Aussage schon in den nächsten Wochen nachreichen will.

Schon bald soll auch die kommerzielle Veröffentlichung von E-Books über Liberio möglich sein. Dazu sieht man unter anderem einen In-App-Kauf einer ISBN vor. (Screenshot: Liberio)
Schon bald soll auch die kommerzielle Veröffentlichung von E-Books über Liberio möglich sein. Dazu sieht man unter anderem einen In-App-Kauf einer ISBN vor. (Screenshot: Liberio)

Fragt man Liberio nach der weiteren Zukunft der Plattform, scheint man sich jedoch auch dem Bildungssektor verschreiben zu wollen. So habe man in den letzten Monaten ein starkes Interesse seitens Lehrkräften und Studenten beobachten können, die Liberio beispielsweise für die Erstellung von E-Books mit Lehrinhalten genutzt haben. „Darum wollen wir Liberio in Zusammenarbeit mit Lehrkräften auch im Klassenzimmer etablieren“, so Noone. Derzeit befindet sich Liberio nach eigener Aussage bereits in Gesprächen mit Investoren.

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Daniel Hüfner
Social-Media-Management mit JustGo: Das kann das schicke Tool aus England http://t3n.de/news/social-media-management-justgo-558722/ 2014-07-22T12:07:37Z
JustGo ist ein schickes Werkzeug für Socia-Media-Manager, das sich neben Facebook und Twitter auch auf YouTube, Instagram, Soundcloud und Mixcloud versteht und so besonders für Labels und Musiker …

JustGo ist ein schickes Werkzeug für Socia-Media-Manager, das sich neben Facebook und Twitter auch auf YouTube, Instagram, Soundcloud und Mixcloud versteht und so besonders für Labels und Musiker interessant ist. Zusätzlich zum Web-Interface gibt es auch Apps für iOS und Android.

JustGo: Ein Social-Media-Management-Tool mit Unterstützung für Soundcloud, Mixcloud und YouTube. (Bild: JustGo)
JustGo: Ein Social-Media-Management-Tool mit Unterstützung für Soundcloud, Mixcloud und YouTube. (Bild: JustGo)

JustGo: Das perfekte Social-Media-Management-Tool für Musiker und Labels?

JustGo ist ein Werkzeug für das Social-Media-Management und bietet primär zwei Funktionen: Zum einen lassen sich Beiträge für verschiedene soziale Netzwerke verfassen und im Voraus planen. Zum anderen bietet das Werkzeug übersichtliche Statistiken über die Fan- beziehungsweise Follower-Entwicklung sowie für das Engagement mit einzelnen Beiträgen an. Dadurch unterscheidet sich das Tool kaum von Platzhirschen wie Buffer. Spannend ist allerdings, welche Netzwerke JustGo unterstützt.

Die Anzahl „herkömmlicher“ sozialer Netzwerke ist mit Facebook und Twitter recht bescheiden. Seinen wahren Trumpf spielt JustGo bei der Unterstützung sozialer Musiknetzwerke wie Soundcloud und Mixcloud aus. Damit können Musiker oder Labels ihre Songs im MP3-Format über das Tool hochladen und zu einem selbstgewählten Zeitpunkt automatisch auf den Plattformen einstellen. Außerdem können Songs so auch gleich als YouTube- oder Instagram-Video veröffentlicht werden.

JustGo bietet auch Apps für iPhones und Android-Smartphones an. (Foto: JustGo)
JustGo bietet auch Apps für iPhones und Android-Smartphones an. (Foto: JustGo)

JustGo: Insights für alle unterstützen Plattformen

Wie Buffer oder ähnliche Tools zeigt auch JustGo Statistiken zur Anzahl von Fans und Followern auf den verschiedenen unterstützten Plattformen an. Auch Engagement-Statistiken für einzelne Beiträge zeigt JustGo an. Wer den kostenlose Account des Anbieters nutzt, bekommt diese Informationen allerdings nur für Inhalte angezeigt, die auch über JustGo geteilt wurden. Wer diese Angaben zu allen geteilten Inhalten wünscht, der muss sich mindestens den Bronze-Account für 4,17 US-Dollar im Monat leisten.

Auch die Anzahl der unterstützten Accounts ist je nach Paket beschränkt. Ab einem Silber-Account lassen sich zehn Profile mit JustGo managen. Außerdem lassen sich dann auch die Statistiken als CSV-Datei herunterladen. Die teuerste Variante ist das Gold-Paket, mit dem sich 20 Profile managen lassen. Neben dem übersichtlichen Web-Interface bietet JustGo auch Apps für iOS und Android an, um auch unterwegs die Kanäle mit Inhalten zu bestücken und aktuelle Statistiken einzusehen.

JustGo for Twitter & Facebook JustGo for Twitter & Facebook @ App Store
Preis: Kostenlos

JustGo for Twitter & Facebook JustGo for Twitter & Facebook @ Google Play
Preis: Kostenlos
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Kim Rixecker
Warum Google im Handumdrehen eine Billion Dollar wert sein könnte http://t3n.de/news/google-handumdrehen-billion-558166/ 2014-07-18T14:02:13Z
Google ist schon heute extrem erfolgreich. Doch aus Online-Marketing-Sicht schöpft das Unternehmen sein Potenzial noch nicht mal annähernd aus. Mit der Nutzung von bestehenden Daten aus der …

ist schon heute extrem erfolgreich. Doch aus Online-Marketing-Sicht schöpft das Unternehmen sein Potenzial noch nicht mal annähernd aus. Mit der Nutzung von bestehenden Daten aus der Vielzahl seiner Produkte kann Google die Marketing-Welt morgen revolutionieren und dabei seinen Firmenwert um ein Vielfaches steigern. Ein Gastbeitrag von Marius Luther.

Online-Unternehmen akquirieren sehenden Auges 95 Prozent wertlose Besucher

Wer an Marketing denkt, der denkt an die Erstellung von Plakaten und lauten Fernsehspots, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Der CEO von Google, Larry Page, beschrieb diese Art von Marketing einmal als „Fähigkeit, zu lügen“. Solche Beschreibungen treffen jedoch eher auf veraltete Formen des „Brand-Marketings“ zu. Heute tritt an deren Stelle immer mehr die Kundengewinnung: eine Wissenschaft (im Gegensatz zu der „Kunst“), Kunden zu einem niedrigeren Preis zu gewinnen, als ihr Kundenwert für das Unternehmen beträgt (niedrigere „Customer-Acquisition-Costs“ als „Customer-Lifetime-Value“). Das ist der Status Quo im , sei es im E-Commerce oder bei Abo-Services.

Ein einfaches Beispiel: Ein Online-Service (wie etwa die von uns betriebene Gehirntrainingsplattform Memorado) gibt 100 Euro aus, um 100 Besucher für seine Website zu generieren (zahlt also damit 1 Euro pro Besucher). Von diesen 100 Besuchern schließen 5 für jeweils 25 Euro ein Abonnement ab. Der Service setzt also 125 Euro um und macht 25 Euro Gewinn, die Kundengewinnungsmaßnahmen haben sich ausgezahlt.

(Grafik: onlinemarketingrockstars.de)
(Grafik: onlinemarketingrockstars.de)

Aber ist das wirklich so? Ist dieses Modell nicht furchtbar ineffizient? 95 Euro wurden für die Gewinnung von 95 Besuchern aufgewendet, die einen Wert von 0 Euro eingebracht haben, während fünf Euro für die Gewinnung von fünf Besuchern ausgegeben worden, die einen Wert von 125 Euro eingebracht haben. Das klingt nicht nach einer ansatzweise effizienten Verteilung von Marketingbudgets. Nichtsdestotrotz – so sah und sieht Marketing in 95 Prozent der Fälle aus. Große Marken wissen oft noch nicht mal, ob es überhaupt kaufende Kunden gibt, die über ihre TV- und Printwerbung gewonnen wurden. Online-Unternehmen akquirieren sehenden Auges 95 Prozent wertlose Besucher.

Dabei müsste das nicht so sein – wenn Unternehmen im Vorhinein wüssten, wer ihr Produkt mit hoher Wahrscheinlichkeit kauft und wer eben nicht. Sie könnten ihre Ausgaben entsprechend anpassen, das Geld für sinnlose Werbung einsparen und ihren Werbedruck bei denjenigen erhöhen, die höchstwahrscheinlich kaufen. Ein einfaches Prinzip – doch bisher kaum verstanden und nicht konsequent umgesetzt.

Ungezielte Werbeansprache mit Bannerwerbung (Screenshot: bild.de)
Ungezielte Werbeansprache mit Bannerwerbung (Screenshot: bild.de)

Momentan geschieht diese Anpassung auf einem relativ oberflächlichen Niveau. Offline-Unternehmen geben mehr Geld in Ländern aus, die eine höhere Kaufkraft besitzen oder allozieren weniger Budget für TV-Kanäle mit überwiegend männlichen Zuschauern, wenn ihr Produkt für Frauen bestimmt ist. Online-Unternehmen geben mehr Geld für Keywords mit einer höheren Marge aus („Hypothek“ statt „T-Shirt“) oder für Werbung auf Webseiten mit einer vermeintlich höheren Kaufkraft der dortigen Besucher („manager-magazin“ statt „bild.de“). Diese Anpassungen stecken jedoch noch am unteren Rand des Möglichen. Wie ist es sonst zu erklären, dass trotz aller Arbeit die durchschnittliche „Conversion-Rate“ (das Verhältnis von Käufern zu allen Besuchern) im Online-Handel zwischen einem und fünf Prozent schwankt und somit 95 Prozent aller akquirierten Besucher immer noch quasi wertlos sind?

Die Lösung? Google

Google ist in der Lage, die Kaufabsicht und die Kaufwahrscheinlichkeit eines jeden Kunden herauszufinden. Google kennt Besucher, die noch nie online eingekauft haben – Geld, das jeder Werbetreibende bedenkenlos einsparen könnte. Google kennt Besucher, bei denen eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie ein hochmargiges Produkt kaufen, die bis jetzt aber noch überhaupt nicht mit Werbung bespielt werden.

Ihnen ist möglicherweise nicht klar, was Google alles weiß. Die Tabelle unten zeigt, wie stark Googles Zugang zu Daten einzelner Nutzer ist, und wie diese verwendet werden können, um über jeden und überall ein detailliertes Profil über seine Kaufabsichten zu erstellen:

(Grafik: onlinemarketingrockstars.de)
(Grafik: onlinemarketingrockstars.de)

Durch die Anhäufung dieser Datenfülle und die Erstellung von Vorhersagen auf statistischer Basis wird Google Ihr Kaufinteresse und Ihre Kaufwahrscheinlichkeit kennen – und noch einiges mehr.

Wie genau also kann Google mit diesen Daten Geld verdienen und seinen Firmenwert auf über eine Billion US-Dollar steigern? Gegenwärtig monetarisiert Google eine Einzelinformation (Suchanfragen), indem es Werbetreibenden ermöglicht, Anzeigen auf der Google-Ergebnissuchseite den Personen zu zeigen, die nach den entsprechenden Marken oder Produkten gesucht haben („Google Adwords“). Dieser einfache Mechanismus sorgte im Jahr 2013 auf Seiten Googles für Werbeeinnahmen in Höhe von ungefähr 37 Milliarden US-Dollar.

Suchergebnisseite für einen kommerziellen Begriff mit Google-Adwords-Anzeigen. (Screenshot: Google)
Suchergebnisseite für einen kommerziellen Begriff mit Google-Adwords-Anzeigen. (Screenshot: Google)

Derzeit werden jedoch weltweit jährlich 200 Milliarden US-Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben, 125 Milliarden US-Dollar für Zeitungen und Zeitschriften und 63 Milliarden US-Dollar für Online-Display Werbung. Keiner dieser Marketingkanäle ist wirklich effizient. Google könnte all diese Werbekanäle durch die Verwendung der oben aufgeführten Daten im Handumdrehen revolutionieren.

Verteilung des globalen Marketingbudgets von circa 500 Milliarden US-Dollar. (Quelle: AdAge)
Verteilung des globalen Marketingbudgets von circa 500 Milliarden US-Dollar. (Quelle: AdAge)

Google könnte das einzige Unternehmen weltweit sein, dass die Kaufabsichten und Kaufwahrscheinlichkeiten für jeden und alles kennt, egal ob derjenige sie geäußert hat oder nicht (Fiktives Beispiel: „Anzeigen für Hochzeitskleider bei Android-Telefon 1, das jede Nacht neben Android-Telefon 2 schläft, das auch zufällig in den  letzten zwei Wochen fünfmal bei Tiffany angehalten hat“). Ob erwünscht oder unerwünscht. In jedem Land. Auf jedem Device. Für die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung.

Google könnte Werbetreibenden dabei helfen, effizienter Kunden zu gewinnen und Werbebotschaften auf einzelne Personen abzustimmen. Dies wäre das Ende des Fernseh- und Display-Marketing, wie wir es heute kennen und könnte Google zum wertvollsten Unternehmen der Welt machen. So bedeutsam und mächtig ist allein der Datenteil.

Es existiert jedoch noch eine weitere Ebene, denn um die Marketingwelt zu dominieren, braucht es zwei Dinge: das Wissen über Kaufabsichten und Kaufwahrscheinlichkeiten (wie zuvor beschrieben), sowie die Gelegenheit, so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

Larry Page erklärte, seine Vision sei es, „Produkte zu entwickeln, ohne die Menschen nicht leben können“. Welchen besseren Platz gäbe es, um personalisierte Werbung anzuzeigen als irgendwo in der Nähe von „Produkten, ohne die Menschen nicht leben können“?

Die Google-Suche ist ein solches Produkt: Als Google im September 2013 für einige Minuten ausfiel, sank die Besucheranzahl aller Websites um 40 Prozent. Gmail ist letzten Endes auch solch ein Produkt, so wie auch Android-Smartphones und YouTube. Google Glass könnte ein solches Produkt werden, wie auch selbstfahrende Autos und digitale Thermostate.

Daten und Reichweite

Es gibt kaum eine Akquisition oder ein Produkt von Google, die nicht eine dieser beiden Ebenen umfasst hätten: Daten und Reichweite. Die einzigen anderen Unternehmen, die über ein dominierendes „Produkt, ohne das Menschen nicht leben können“ verfügen, sind am ehesten Facebook und in einigen Bereichen vielleicht Apple. Die Fernseh- und Zeitungslandschaft mag derzeit noch groß sein, sie ist jedoch stark fragmentiert und um ehrlich zu sein: Wer wird in fünf Jahren wirklich noch Fernseher und Zeitungen verwenden? All dies versetzt Google in die einzigartige Lage, nicht von externen Anbietern abhängig zu sein, sondern im wesentlichen ein vollständiges Werbeangebot mit eigenen Produkten aufbauen zu können.

Google ist schon heute in der Lage, personalisierte Werbung auszuspielen, die Kaufabsichten und Kaufwahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Bei der Umsetzung würde die Marketingeffizienz dramatisch ansteigen, die Besucher würden relevante Anzeigen sehen, und die Unternehmen könnten mehr Gelder für Forschung und Entwicklung ausgeben, anstatt sie für Marketing zu verschwenden. Dies würde der weltweiten Wirtschaft zweifellos einen Wachstumsschub geben.

Google könnte damit das wertvollste Unternehmen der Welt werden, wenn es sich von der starken Abhängigkeit auf das Anzeigengeschäft löst und den gesamten Werbemarkt mit personalisierter Werbung revolutioniert. Der Google-Aktienkurs würde ansteigen.

Die Politik ist der Herausforderung nicht gewachsen

Es gäbe also stark positive Effekte für Google, die Anteilseigner und auch für Werbetreibende. Jedoch könnten die erwähnten Änderungen auch der Gesellschaft zeigen, wie viel Google bereits heute über jeden einzelnen weiß. Politikern ist das Ausmaß der Herausforderung, die sich unserer Gesellschaft stellt, nicht klar. Der Mehrheit der Öffentlichkeit fällt es schwer, zu verstehen, was Google tut. Für die Nutzer gibt es zu Google-Produkten keine Alternativen ähnlicher Qualität. Google verfügt durch die Kombination der Daten aus allen Produkten über das ultimative Datenmonopol. Niemals zuvor befand sich soviel Macht in der Hand von so wenigen.

Der Vorstandsvorsitzende von Google, Eric Schmidt, erklärte einmal: „Wir hatten mal eine Unterhaltung, in der wir überlegten, ob wir versuchen sollen, die Entwicklung des Aktienmarktes vorherzusagen. Und dann haben wir entschieden, dass dies illegal ist. Also haben wir damit aufgehört.“ Eine kürzlich publizierte Studie zeigte, dass Google den Ausgang demokratischer Wahlen beeinflussen kann, indem es die Reihenfolge der Suchergebnisse verändert.

Die Führungskräfte von Google werden sich immer wieder mit derartigen Herausforderungen konfrontiert sehen. Viele Anwendungen werden innerhalb unserer antiquierten „Offline“-Gesetze vollkommen legal sein. In den Händen der obersten Google-Manager wird künftig beträchtliche Macht liegen, darüber zu entscheiden, ob sie diese Gelegenheiten nutzen – und somit das tun, was aus der Sicht der Anteilseigner richtig ist –, oder ob sie sich an moralische Vorgaben halten und damit bereitwillig auf ein Billoinen-Geschäft verzichten. Es liegt in Ihren Händen.

Über den Autor:

c65807e14e8a87701f45b148e0b5ed10Marius Luther ist Gründer von Memorado – dem Online-Fitnessstudio für den Kopf. Davor war er Mitgründer und CMO von www.wimdu.de und Unternehmensberater bei McKinsey.

Dieser Artikel erschien auf Deutsch zuerst bei OnlineMarketingRockstars.de, den englischen Ursprungsversion findet ihr auf Medium.com.

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Online Marketing Rockstars
Offizielle Google-Analytics-App für iOS ab sofort kostenlos zum Download http://t3n.de/news/offizielle-google-analytics-ios-557883/ 2014-07-18T05:10:10Z
Endlich hat Google seine Analytics-App auch für iOS verfügbar gemacht. Die mobile Analytics-Software steht ab sofort kostenlos zum Download in Apples Appstore zur Verfügung.

Endlich hat seine Analytics-App auch für verfügbar gemacht. Die mobile Analytics-Software steht ab sofort kostenlos zum in Appstore zur Verfügung.

Google-Analytics-App für iOS - ab sofort kostenlos in Apples Appstore zum Download
Google-Analytics-App für iOS - ab sofort kostenlos in Apples Appstore zum Download

Eine offizielle Analytics-App von Google gab es bisher nur für Android-Smartphones. iPhone-Nutzer blieben außen vor, sie konnten immerhin auf eine der zahlreichen Analytics-Apps von Drittanbietern zurückgreifen, die allerdings nicht immer gut waren. Nun hat Google die Analytics-App offiziell auch für iOS veröffentlicht - ein Schritt, der lange überfällig war.

Google Analytics Google Analytics @ App Store
Preis: Kostenlos

Gewohnte Umgebung: Google Analytics für iOS

Website-Betreiber mit iPhone können sich nun auch von unterwegs in der gewohnten Google-Analytics-Umgebung über aktuelle Besucherzahlen, Conversions und Nutzerverhalten informieren. Die Analytics-App liefert darüber hinaus Echtzeitinformationen über Websitebesuche sowie eine Zielgruppenanalyse - alles übersichtlich aufbereitet.

Um die Google-Analytics-App nutzen zu können, wird iOS 6.0 oder höher benötigt. Die kann auf iPhone, iPod touch und iPad verwendet werden, optimiert ist sie laut Google für das iPhone 5.

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Jörn Brien
Ein Font für alle Sprachen: Mit Noto will Google die Welt erobern http://t3n.de/news/google-noto-font-fontfamilie-557834/ 2014-07-17T14:02:24Z
Das Ziel von Googles Open-Source-Fontfamilie Noto ist es, eine Schriftart anzubieten, die für alle Sprachen der Welt verwendet werden kann. Nachdem viele mehr oder weniger verbreitete Sprachen …

Das Ziel von Googles Open-Source-Fontfamilie Noto ist es, eine Schriftart anzubieten, die für alle Sprachen der Welt verwendet werden kann. Nachdem viele mehr oder weniger verbreitete Sprachen schon länger unterstützt werden, lässt sich Noto jetzt auch im chinesischen, japanischen und koreanischen Sprachraum einsetzen.

Noto: Die Fontfamilie unterstützt viele Sprachen der Welt. (Grafik: Google)
Noto: Die Fontfamilie unterstützt viele Sprachen der Welt. (Grafik: Google)

Noto: Google und Adobe arbeiten an Fonts für die Welt

Google strebt mit dem Noto-Projekt nach eigenen Angaben das Ziel an, visuelle Harmonie auf Seiten zu bringen, auf denen mit verschiedenen Sprachen gearbeitet wird. Die Fontfamilie steht unter der freien Apache-2.0-Lizenz und unterstützt dutzende unterschiedliche Schriftsprachen. Bisher wurden neben den weitverbreiteten europäischen Sprachen beispielsweise auch seltener verwendete indianische Schriftsprachen implementiert.

Gemeinsam mit Adobe wurde die Fontfamilie jetzt um vereinfachtes und traditionelles Chinesisch, Koreanisch und Japanisch erweitert. Während Google das Ergebnis der Kooperation als Teil der Noto-Fontfamilie unter der Bezeichnung Noto Sans CJK veröffentlicht, wird Adobe das Ganze unter dem Namen Source Han Sans als Teil ihrer Source-Familie veröffentlichen.

Google: Die Noto-Website macht die Auswahl der benötigten Sprachen einfach. (Screenshot: Google)
Google: Die Noto-Website macht die Auswahl der benötigten Sprachen einfach. (Screenshot: Google)

Googles Noto: Gesuchte Fonts lassen sich auf einer Weltkarte auswählen

Praktischerweise bietet Google für die Noto-Fontfamilie eine eigene Website an, über die ihr bequem die benötigten Fonts auswählen könnt. Hier findet sich auch eine Weltkarte, die euch beim Klick auf ausgewählte Länder eine Reihe von Sprachen zum Runterladen vorschlägt. So müssen interessierte Parteien nicht alle 96 Fonts runterladen. Übrigens befinden sich in der Fontfamilie auch historische Schriftsprachen wie germanische Runen.

Google und Adobe betreiben mit ihren freien Schriftarten einen bemerkenswerten Dienst. Wer mehrsprachige Projekte betreut, für die lateinische Schriftzeichen bei weitem nicht ausreichen, sollte einen Blick riskieren – immerhin sind die Fonts kostenfrei. Wenn unterschiedliche Sprachen keine Rolle spielen, könntet ihr stattdessen einen Blick auf unsere Artikel „15 kostenlose Fonts für Grafikdesigner“ und „Fonts: 10 unserer Lieblings-Schriftarten für dein nächstes Design-Projekt“ werfen.

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Kim Rixecker
Gründer-Garage: 100.000 Euro für die innovativsten Startup-Ideen http://t3n.de/news/gruender-garage-100000-euro-557626/ 2014-07-17T05:37:35Z
Der Förderwettbewerb für Startups, die Gründer-Garage, geht in die dritte Runde. Insgesamt 100.000 Euro werden für innovative Ideen ausgeschüttet. Zu den Unterstützern gehören Google und VW.

Der Förderwettbewerb für Startups, die Gründer-Garage, geht in die dritte Runde. Insgesamt 100.000 Euro werden für innovative Ideen ausgeschüttet. Zu den Unterstützern gehören Google und VW.

Ab sofort können sich Menschen mit kreativen Ideen für die Teilnahme an der dritten Auflage des Startup-Förderwettbewerbs Gründer-Garage bewerben. Gesucht werden „gute Ideen aus allen Bereichen der Gesellschaft – ob aus Wirtschaft, Kultur, Umwelt oder Soziales“, heißt es auf der Wettbewerbsseite. Wer bereits über ein fertiges Geschäftsmodell verfügt, ist bei der Gründer-Garage allerdings fehl am Platz. Hier geht es in erster Linie um den guten Einfall.

Gründer-Garage: Idee entwickeln und präsentieren

Nach einer Registrierung sollen die potenziellen Startup-Gründer mithilfe kostenlos angebotener Video-Trainings interaktive Live-Online-Webinare per Google-Hangout und kleineren Workshops ihre Geschäftsidee weiterentwickeln – Partner wie die Stiftung Entrepreneurship, VW und 3MIn wurden dafür ins Boot geholt. In der ab dem 25. August 2014 startenden Voting-Phase wird diese Idee dann öffentlich eingereicht und kann bis zum 26. September 2014 bewertet werden.

Gründer-Garage: Pressekonferenz zum Start des Start-up-Förderwettbewerbs
Gründer-Garage: Pressekonferenz zum Start des Start-up-Förderwettbewerbs

In dieser einmonatigen Phase wird aus der Nutzeraktivität in der Gründer-Garage, den Reaktionen im Netz sowie dem Feedback der Experten der persönliche „Garagen-Faktor“ errechnet, der zusammen mit den Stimmen der Jury die Rangfolge bestimmt. Die Gewinner erhalten Geld- und Sachpreise im Wert von zusammen über 100.000 Euro. Die Siegerehrung mit der Bekanntgabe der Gewinner erfolgt im Rahmen eines Abschluss-Events am 12. Oktober in Berlin. Hier kann man dann schon einmal kräftig die Werbetrommel für seine Geschäftsidee rühren.

Die Gründer-Garage wurde im Jahr 2012 in Kooperation mit der Crowdfunding-Plattform Indiegogo aus der Taufe gehoben. Bei der ersten Auflage des Förderwettbewerbs mussten die teilnehmenden Startup-Gründer einen Teil der Finanzierung über Indiegogo einsammeln - es kamen immerhin 400.000 Euro zusammen. Bei der aktuellen Auflage stemmen Partner wie VW, Google, 3M, die Stiftung Entrepreneurship und der Digital Accelerator der Allianz die Finanzierung für die Gründer-Garage.

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Jörn Brien
Klarnamenpflicht adé: Ab sofort erlaubt Google+ auch Pseudonyme http://t3n.de/news/google-plus-klarnamenpflicht-pseudonyme-557482/ 2014-07-16T09:42:52Z
Bisher war es Pflicht, sich bei Google+ mit seinem richtigen Namen anzumelden. Ab sofort verzichtet das Soziale Netzwerk allerdings auf diese Vorgabe.

Bisher war es Pflicht, sich bei mit seinem richtigen Namen anzumelden. Ab sofort verzichtet das Soziale Netzwerk allerdings auf diese Vorgabe.

Google+: Das Social-Network verzichtet ab sofort auf die Klarnamenpflicht. (Screenshot: t3n Magazin / Google+)
Google+: Das Social Network verzichtet ab sofort auf die Klarnamenpflicht. (Screenshot: t3n Magazin / Google+)

Google+: Aber jetzt sind auch Pseudonyme erlaubt

Als Google+ vor etwas mehr als drei Jahren vorgestellt wurde, galt eine Regel: Nutzer müssen sich mit ihrem echten Namen bei dem Netzwerk anmelden. Das sorgte vor allem für Kritik, nachdem das Kommentarsystem von YouTube auf Google+ umgestellt wurde. Eine entsprechende Petition gegen die Änderung wurde von mehr als 240.000 Menschen unterzeichnet.

Letztlich wurde diese Entscheidung aber immer weiter aufgeweicht. Page-Betreiber konnten ihren Namen frei wählen, und auch YouTube-Kanalbetreiber durften ihr Pseudonym mit in das Soziale Netzwerk nehmen. Jetzt geht Google sogar noch einen Schritt weiter erlaubt jedem die Nutzung eines selbstgewählten Pseudonyms auf der Plattform.

Google+: Warum die Abkehr von der Klarnamenpflicht?

Warum sich Google gerade jetzt zu dem Schritt entschlossen hat, bleibt unklar. Auf Google+ heißt es von offizieller Stelle nur, dass Nutzer schon länger auf die Abschaffung der Klarnamenpflicht gedrängt hätten. An dieser Stelle entschuldigt sich das Unternehmen auch für die späte Umsetzung. Es ist möglich, dass der Ausstieg des Google-Managers Vic Gundotra im April 2014 eine Rolle dabei gespielt hat.

Gundotra hatte, so Firmengründer Larry Page, das Soziale Netzwerk Google+ aus dem Nichts aufgebaut. Allem Anschein nach war er kein großer Freund von Pseudonymen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussionskultur auf Google+ durch die vollständige Abschaffung der Klarnamenpflicht verändern wird.

Was sagt ihr? Würde euch der Schritt eher dazu bewegen, mehr Zeit auf Google+ zu verbringen? Oder ist das Gegenteil der Fall?

via marketingland.com

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Kim Rixecker
„Project Zero“: Google engagiert Hacker für Sicherheitsoffensive http://t3n.de/news/project-zero-google-engagiert-557371/ 2014-07-16T05:28:18Z
Der Suchmaschinenkonzern will Bugs in Software aufdecken und damit vor Internetspionage und Zero-Day-Exploits schützen. Für die Initiative holt sich Google Security-Experten aus aller Welt.

Der Suchmaschinenkonzern will Bugs in Software aufdecken und damit vor Internetspionage und Zero-Day-Exploits schützen. Für die Initiative holt sich Security-Experten aus aller Welt.

Vollzeit-Hacker gegen Internetspionage

Mit einer neuen Abteilung will Google gegen Internetspionage schützen. Das „Project Zero“ ist ein Forschungsteam, das Sicherheitslücken in Software aufspüren soll - allerdings nicht nur in konzerneigenen Produkten, sondern allen Anwendungen. Als Fachkräfte holt sich das Unternehmen dafür bekannte aus Neuseeland, der Schweiz, England und der USA. Deren Vollzeitjob wird es sein, Bugs zu entdecken und Gefahren aufzuzeigen. Das von Sicherheitsexperte Chris Evans geleitete Projekt soll insgesamt zehn Forscher beschäftigen.

„Unsere Mission ist es, die Zahl der Personen, die Opfer von Hack-Attacken werden, zu schützen“, erklärt Google in einem offiziellen Statement. Menschen sollten ohne Angst vor kriminellen oder staatlichen Spionage-Tätigkeiten im Netz unterwegs sein. Mit der Initiative will der Konzern besonders Menschenrechtsaktivisten vor sogenannten Zero-Day-Exploits schützen.

Google arbeitet „uneigennützig“

„Project Zero“ arbeitet laut dem Unternehmen so transparent wie möglich. Jeder Bug, den die Hacker entdecken, wird in einer externen Datenbank gespeichert und der betroffene Software-Hersteller wird informiert. Sobald eine Sicherheitslücke öffentlich bekannt ist, kann die Dauer und die Dokumentation der Schließung verfolgt werden.

Projektleiter Evans betont, dass die neue Einrichtung „hauptsächlich uneigennützig“ sei und keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. Ein sicheres Internet gebe Menschen jedoch auch Vertrauen, die Services von Google zu nutzen. Der Konzern verstärkt sein einiger Zeit die Sicherheit seiner Dienste. Derzeit entwickelt Google ein Chrome-Plugin zur End-to-End-Verschlüsselung von Emails.

via www.wired.com

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Elisabeth Oberndorfer
Digitales Vergessen: HiddenFromGoogle.com archiviert gelöschte Artikel aus der Google-Suche http://t3n.de/news/digitales-vergessen-hiddenfromgoogle-suche-557315/ 2014-07-15T16:44:29Z
Google beginnt Links aus seinen Ergebnislisten aufgrund eines EuGH-Urteils zum Digitalen Vergessen zu löschen. Das Archiv HiddenFromGoogle.com zeigt euch, welche Verlinkungen verschwunden sind.

beginnt Links aus seinen Ergebnislisten aufgrund eines EuGH-Urteils zum Digitalen Vergessen zu löschen. Das Archiv HiddenFromGoogle.com zeigt euch, welche Verlinkungen verschwunden sind.

Die Debatte um das sogenannte „Digitale Vergessen“ hat in den letzten Monaten große Wellen geschlagen. In einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu personenbezogenen Daten und Suchmaschinen hat das Organ den Bürgern in der EU das Recht gegeben, den IT-Konzern unter bestimmten Umständen zur Löschung von Webseiten-Verlinkungen mit sensiblen persönlichen Daten aufzufordern.

Als erstes deutsches Medium hat es Spiegel Online getroffen. Der Beitrag „Wie tausend Metastasen“, der sich mit den Aktivitäten der Scientology-Sekte beschäftigt ist auf einen Antrag hin aus den Suchergebnissen verschwunden. Aktuell hat auch die taz mit dem Urteil zu kämpfen. Der Beitrag „Alte braune Herren“, der von den Verquickungen von NPD, Burschenschaften und der rechtsextremen Szene in Hamburg und Sachsen handelt, soll ebenfalls gelöscht worden sein.

HiddenFromGoogle.com archiviert unter anderem Links zu Spiegel Online, BBC und Guardian

Google hat aufgrund des EuGH-Urteils ein Formular ins Netz gestellt, mit dem Nutzer die Entfernung der Links veranlassen können. Bereits in den ersten Tagen sind laut dem Suchmaschienen-Anbieter europaweit mehr als 70.000 Anträge eingegangen, die insgesamt rund 267.000 einzelne Seiten betreffen. Aktuell können Interessierte auf hiddenfromgoogle.com nachlesen, welche Beiträge dem Urteil bisher zum Opfer gefallen sind.

Digitales Vergessen:  Archiv aller gelöschten Artikel aus der Google-Suche. (Screenshot: HiddenFromGoogle.com)
Digitales Vergessen: Archiv aller gelöschten Artikel aus der Google-Suche. (Screenshot: HiddenFromGoogle.com)

Recht auf „Digitales Vergessen“ braucht klare Regelungen

Die Debatte um das „Digitale Vergessen“ ist deshalb so kontrovers, weil es durchaus nachvollziehbar ist, dass Menschen persönliche Inhalte im Netz, mit denen sie nicht mehr in Verbindung gebracht werden möchten, irgendwann verjährt sehen wollen. Der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger hat auf der diesjährigen re:publica-Konferenz dazu sein persönliches Szenario gezeichnet und vor allem darauf hingewiesen, dass die ständige Auffindbarkeit von Informationen über Menschen zu einer Vorverurteilung führen kann. Auf der anderen Seite sind es aktuell vor allem zwielichtige Organisationen und Personen, die das Formular zur Imagepflege missbrauchen.

Unter welchen Kriterien Google der Löschung zustimmt, ist nicht bis ins Detail klar. Es fehlen vor allem klare Regelungen, die einen Missbrauch verhindern.

via netzpolitik.org

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Andreas Weck