Kindle

Der Kindle ist der eReader von Amazon. EReader sind tragbare, drahtlose Lesegeräte, sehr ähnlich einem Tablet.

Da die eReader ursprünglich nur zum Lesen gedacht waren, hatten sie in der ersten Generationen wenig Schnickschnack. Je nach Model sind Amazons eReader unterschiedlich ausgestattet, allen gemein ist das spezielle E Ink-Display, die Generation Touch ist zusätzlich mit einem optischen Touchscreen und virtueller Tastatur ausgestattet. 

E Ink-Display

Electronic Ink nutzt echte Tinte um einen gestochen scharfen Text wiederzugeben. 

Der Vorteil des E Ink-Displays der eReader: ohne Hintergrundbeleuchtung sind die elektronischen Dokumente wie auf echtem Papier, mit matten Seiten die Licht  kaum reflektieren, auch in Sonnenlicht ohne störenden Blendeeffekt gut zu lesen.

Die neueste Generation der E Ink Technologie ist E Ink Pearl.

Die Displays können 16 Graustufen darstellen. Die Schriftgröße ist in acht Stufen den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Der Kindle verfügt über drei verschiedene Schriftarten  und unterstützt die Anzeige von nicht lateinischen Buchstaben  wie z.B. griechische, kyrillische und chinesische Schrift.

Unterstützte Anzeigeformate

Man kann Dokumente an die spezielle Kindle-Email-Adresse senden und dann im Kindle-Format (.azw) bearbeiten. Der integrierte pdf-Reader kann passwortgeschützte PDF-Dateien lesen, es lassen sich auch Notizen und Markierungen hinzufügen.

Weitere Formate: Text (.txt), HTML (.html), Microsoft Word (.doc), Bild (.jpeg, .gif, .png, .bmp) und Mobipocket (.mobi, .prc).

Hilfreiche Funktionen

Stets wird die zuletzt gelesene Stelle angezeigt, des Weiteren kann man über das Amazon Whispernet Stellen markieren oder Lesezeichen setzen, diese werden automatisch synchronisiert oder man kann sie für die weitere Nutzung versenden und teilen.

Das integrierte Wörterbuch ermöglicht es Definitionen sofort nachzuschlagen, hierzu wählt man mit dem Cursor das Wort und die Definition erscheint im unteren Bereich des Bildschirms.

Um Karten, Grafiken oder Tabellen besser lesen zu können kann zwischen Hoch- und Querformat gewechselt werden. 

Die Systemsoftware des Kindle basiert auf GNU/Linux; der Quelltext ist von Amazon schon vor der Veröffentlichung des Produktes veröffentlicht worden.

Über Mobilfunk-Provider wie Vodafone kann „weltweit“ und jederzeit aus dem Kindle-Store, Amazons Webshop, in einer Auswahl von über 40.000 deutschen Büchern (800.000 englische) und einer Reihe von elektronischen Zeitungen (überwiegend in englischer Sprache) gesucht, gekauft und innerhalb von nur 60 Sekunden heruntergeladen werden, hierzu ist kein zusätzliches Gerät oder Computer notwendig. 

Da der Kindle weniger Strom verbraucht als ein Laptop oder Tablet-PC, heizt sich der Akku während des Betriebs nicht auf. 

Entwicklung

Seit dem ersten eReader, dem Kindle 1 (2007 vorgestellt, USA) hat Amazon sowohl die Akkulaufzeit als auch die Bildaufbau-Geschwindigkeit ständig verbessert und die Geräte schlanker, leichter und somit handlicher gemacht. Die Display-Größen wurden den Nutzerbedürfnissen angepasst, z.B. Kindle DX mit großem Display für das Lesen von Zeitungen.

Inzwischen gibt es die Kindles in der vierten Generation, bestehend aus dem Kindle, dem Kindle Touch und dem Kindle Fire, allesamt mit einem 6-Zoll-E-Ink-Display. Der Kindle Touch hat darüber hinaus einen optischen Touchscreen, der Kindle Fire einen farbigen 7-Zoll-LCD-Bildschirm mit Multi-Touchscreen. Alle werden ohne physische Tastatur auskommen, Texteingaben können über eine virtuelle Tastatur vorgenommen werden. Die Variante Kindle Touch 3G verfügt zusätzlich über eine Mobilfunk-Komponente. Die Kindle-Modelle mit dem Zusatz „3G“ haben eine Mobilfunk-Schnittstelle nach dem CDMA2000/EVDO-Standard. 

Mit dem Tablet-PC Kindle Fire und seiner Zusatzfunktion, der Wiedergabe von Multimediadateien (Musik, Film), hat Amazon ein Konkurrenzprodukt zum Apple iPad entwickelt, da Amazon über seine Internetplattform eine große Auswahl an Medien anbietet und das Gerät im Vergleich zum iPad deutlich günstiger ist. Dem Kindle Fire fehlen allerdings Kamera und Mikrofon, wodurch z.B. Videotelefonie unmöglich ist.

Außerdem führte Amazon mit dem Kindle Fire eine neue Web-Browser-Technologie ein: Amazon Silk. Um Geschwindigkeitssteigerungen zu realisieren werden mit „Split Browsing“ alle Browser-Funktionen in die Amazon-Cloud-Technologie EC2 ausgelagert.

Der Kindle Fire nutzt eine abgewandelte Version von Android als Betriebssystem. 

Durch die Installation einer Software als App ist es möglich, Kindle-Bücher auch auf anderen Plattformen zu lesen, jedoch gibt es in diesem Punkt immer wieder Streitigkeiten zwischen den Herstellern, dadurch ändert sich die Verfügbarkeit dieser Apps und die Geräte- und Plattformübergreifende Nutzbarkeit täglich.

Kindle-Bücher sind lesbar auf (November 2011): Mac-, Windows-Computern, Android-Mobiltelefonen, Apple iPhone und iPod touch, Blackberry-Mobiltelefonen, Windows Phone 7. 

Die gekauften Bücher, Zeitschriften und Zeitungen sind teilweise durch eine Digitale Rechteverwaltung (DRM) geschützt sein.

Mehr Informationen zum "Kindle Direct Publishing" - Amazons Plattform für Autoren und Verlage zur kostenlosen Veröffentlichung von E-Books - Kritik z.B. an der Einhaltung der DRM sowie des EPUB-Standards und Privatsphäre-Verletzungen findet ihr im entsprechenden Wikipedia-Artikel.

Es gibt keine offiziellen Angaben zur Anzahl der verkauften Kindle-Geräte, Schätzungen schwankten Anfang 2010 um 3.000.000, März 2010 veröffentlichte IDC in einer Studie 48% der weltweiten Verkäufe seien Amazon-Kindle-Modelle ≈ 6,1 Millionen.

Produkte anderer Hersteller: Sony Reader, iLiad.

Bildnachweis für Featuredimage: Amazon

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