Mega | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Mega 2015-05-20T14:25:18Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/mega Aufgekauft: Vom Kölner Hörsaal zum Mega-Exit im Valley http://t3n.de/news/aufgekauft-koelner-student-611047/ 2015-05-20T14:25:18Z
Mit Leidenschaft, Perfektionismus und passionierten Co-Foundern hat Jan Senderek innerhalb von vier Jahren den Weg aus dem Hörsaal ins Silicon Valley gefunden. Heute ist er IT-Millionär und hat mit …
Aufgekauft: Vom Kölner Hörsaal zum Mega-Exit im Valley | t3n

Aufgekauft: Vom Kölner Hörsaal zum Millionen-Exit im Valley

Mit Leidenschaft, Perfektionismus und passionierten Co-Foundern hat Jan Senderek innerhalb von vier Jahren den Weg aus dem Hörsaal ins gefunden. Heute ist er IT-Millionär und hat mit seiner Firma „Loom“ das geschafft, wovon Startups weltweit träumen. Wie man als deutsches Team die Eintrittskarte zum Elite-Accelerator Y Combinator löst – und wieso er am Ende seine Firma an verkauft hat.

Text, Videos und Fotos: Moritz Stückler

Einen Käufer für seine Firma zu finden, ist oft der ultimative Indikator für den Erfolg der eigenen Geschäftsidee. Aber nur wenige Startups gehen diesen Weg – manche lehnen ihn sogar ab. Die Gefahren einer Akquisition sind groß: Überlebt das Produkt? Überlebt das Team? Stimmt der Preis? Wie ist der neue Arbeitgeber? Nur ein mikroskopisch kleiner Teil der Startup-Szene schafft einen der berühmten Bilderbuch-Exits, bei denen Tech-Medien und Blogs am nächsten Tag Rekordsummen vermelden. Mit der deutschen Gründerszene hat das augenscheinlich nicht viel zu tun. Im internationalen Vergleich schaffen es Firmen hierzulande nur selten, ihre Unternehmen für viel Geld zu verkaufen. Der Kölner Jan Senderek und sein Team aber haben vor einigen Monaten genau diesen Schritt gewagt – und ihn bis heute nicht bereut.

Erster Kontakt mit der Startup-Szene: Von Köln nach London

Die Grundlage für den späteren Erfolg seines Vorzeige-Startups „Loom“ legt Senderek während seines Studiums an der Kölner Hochschule Fresenius. Schon damals beginnt der heute 30-Jährige, sich für Startups zu interessieren und sich durch Praktika und Nebenjobs in Medien- und Marketing-Firmen zum ersten Mal mit der Szene vertraut zu machen. Interessiert verfolgt er auch die amerikanische Startup-Szene und lernt Investment-Konzepte und Business-Accelerator-Programme kennen – etwa den prestigeträchtigen, amerikanischen „Y Combinator“. Doch nach dem Bachelor entscheidet sich Senderek erst mal für ein Master-Studium im Ausland. Seine Wahl fällt auf die University of London.

„Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, da waren VWL und Unternehmensgründung eigentlich gar kein Thema.“ Jan Senderek

An der Hochschule, die einen exzellenten, aber auch elitären Ruf genießt, festigt er seinen Wunsch nach dem Gründerdasein endgültig und schreibt sich für das Master-Studium „Technology Entrepreneurship“ ein. Gleich zu Beginn steckt er sich ein ehrgeiziges Ziel: Nach dem Master will er endlich eine Geschäftsidee haben – eine Idee, die ihn weit genug trägt, um nicht gezwungen zu sein, sich einen „ganz normalen“ Job suchen zu müssen.

Die Chance, diesen Plan in die Tat umzusetzen, ergibt sich erstmals bei einem Startup-Wettbewerb im Rahmen des Studiums. Die Teilnehmer seines Studiengangs sollen jeweils eine Idee für die „London Entrepreneurs Challenge“ einreichen – einen klassischen Gründer-Wettbewerb, bei dem Geschäftsideen von einer Jury bewertet werden. Er muss also unter Zeitdruck eine tragfähige Geschäftsidee entwickeln. Viele empfinden eine Deadline bei kreativen Prozessen als hinderlich, aber Senderek ist heute sogar dankbar dafür: „Ohne Deadline hätte ich da nie was abgegeben.“ So aber fühlt er sich gezwungen und reicht schließlich eine Idee ein – auch wenn er sie für alles andere als perfekt hält. Eigentlich untypisch für Senderek, der selbst von sich sagt, er sei stellenweise zwanghaft perfektionistisch.

Während des Studiums pitcht Jan Senderek seine erste App „eeve“ bei einem Gründer-Wettbewerb.

Die erste Idee: Die Foto-App „eeve“

Für den Wettbewerb holt sich Senderek Unterstützung: Philipp Wein, ein ehemaliger Arbeitskollege, den er während des Bachelor-Studiums in Deutschland kennengelernt hatte, und ein zweiter deutscher Kommilitone aus dem Master-Kurs im London stoßen dazu. Den beiden geht es ähnlich wie ihm: Interesse und Leidenschaft für Startups und das Gründen sind vorhanden, aber es fehlt die passende Idee. Also pitchen sie im Dezember 2010 gemeinsam ihre erste App: „eeve“. Sie soll Nutzern primär helfen, interessante Veranstaltungen in der Nähe zu entdecken und Bilder von diesen Events zu aggregieren. Fotos von allen Nutzern, die auf der selben Veranstaltung sind, werden automatisch in einem Fotoalbum gesammelt. Die Idee wird von der Jury mit einem Preis ausgezeichnet und das kleine Team bekommt zum ersten Mal Geld: 3.000 Britische Pfund, um die App zu entwickeln. Schon kurz danach stößt mit Daniel Wagner ein weiterer Freund aus Deutschland dazu – und das vierköpfige Gründungsteam ist vollständig.

Durch die Auszeichnung bei der Startup-Challenge werden zum ersten Mal Medien auf die jungen Deutschen aufmerksam. Schon in diesem frühen Stadium schaffen sie es in einen Artikel bei TechCrunch – für viele Startups, damals wie heute, so etwas wie ein Ritterschlag – und die ideale Möglichkeit, große Investoren und Partner auf sich aufmerksam zu machen. Senderek und seine drei Mitgründer surfen zum ersten Mal auf einer kleinen Welle des Erfolgs – ein Gefühl, das viele andere Dinge in den Hintergrund drängt und dafür sorgt, dass Senderek sich kaum noch um sein Studium kümmert.

„Das Studium war mir zu diesem Zeitpunkt ziemlich egal. Ich hätte es fast abgebrochen und hatte eigentlich keinen Bock mehr die Thesis zu schreiben.“ Jan Senderek

Mit ihrer App „eeve“ gewinnen Jan Senderek und Philipp Wein bei der „London Entrepreneur's Challenge“. Die App kann Bilder, die von mehreren Personen auf einer gemeinsamen Veranstaltung aufgenommen werden, aggregieren.

Ende 2011 wechselt das vierköpfige Team zum ersten Mal den Kurs. Die Idee, Inhalte an Veranstaltungen festzumachen, wird begraben – und damit auch der Name „eeve“. „Das war ein FNAC, ein ‚Feature, not a company‘. Das ist zwar nett, aber das Problem ist nicht groß genug, als dass sich jeder eine eigene App dafür installieren würde“, blickt Senderek heute zurück. Durch Nutzerbefragungen findet das Team raus, dass es sich eher auf die reinen Foto-Funktionen in Kombination mit sozialen Features beschränken sollte. Mit dieser Neuausrichtung gibt sich das Team auch einen neuen Namen: „Popset“.

„Popset“ wird also eine App zum Aufnehmen und kollaborativen Teilen von Fotos in mehreren Fotoalben – ohne Veranstaltungsbezug. Eine Funktion, die heute bei den meisten Cloud-Diensten wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox zum Standard-Funktionsumfang gehört. 2011 aber gibt es noch nicht viele Lösungen wie diese. Als eine der ersten großen Firmen versucht Apple 2011 mit iCloud und dem Fotostream, etwas ähnliches anzubieten – zunächst erfolglos.

„Als Steve Jobs den Fotostream vorgestellt hat, dachte ich mir: ‚Geil, endlich!‘ Aber dann hat das Produkt total enttäuscht.“ Jan Senderek

Ein langer Weg liegt hinter dem deutschen Team: Bis zum großen Erfolg korrigiert das Team zwei Mal seinen Kurs und launcht zwei neue Apps. (Grafik: Jan Senderek)

Heimlich – und anfangs, ohne seinen Mitgündern Bescheid zu geben – bewirbt sich Jan im Sog des Zuspruchs bei Y Combinator – zunächst auch ohne viel Aufwand und Vorbereitung. Er bekommt eine Absage. Ein halbes Jahr später versucht es das Team noch mal – dieses Mal gemeinsam und mit deutlich mehr Energie. Und tatsächlich werden sie zu einem Interview nach San Francisco eingeladen. Senderek übernimmt den Vortrag vor den Y-Combinator-Partnern und schafft es, die Juroren zu überzeugen. Das Team wird in die Winterklasse 2011 aufgenommen. Damit sind sie das erste deutsche Startup-Team in der Geschichte von Y Combinator – eine große Auszeichnung in Anbetracht der elitären Situation. Etwa 2.000 Startups bewerben sich zwei Mal im Jahr bei der Kaderschmiede im Valley – akzeptiert werden nur zwei bis drei Prozent davon.

Die berühmten „Office Hours“ bei Y Combinator. Startups der aktuellen Klassen können online Termine mit den Y-Combinator-Mitarbeitern machen, sich von ihnen beraten lassen oder neue Ideen pitchen. Die Gesprächspartner sind extrem erfahrene Investoren und Gründer (im Bild: Paul Graham, Investor und Gründer von Y Combinator).

Mit der Aufnahme bei Y Combinator erhält das „Popset“-Team um Jan Senderek zum ersten Mal eine nennenswerte Kapitalspritze: rund 170.000 US-Dollar – und noch deutlich mehr Geld von externen Investoren, die während dieser Phase auf das Projekt aufmerksam werden. Darunter sind auch Promis, zum Beispiel der Hollywood-Schauspieler Will Smith (in Form seiner Produktionsfirma Overbrook Entertainment). Am Ende der Winterklasse verfügt „Popset“ über 1,5 Millionen US-Dollar Kapital.

„Wir sind da angekommen und haben erst mal eine richtige Gehirnwäsche bekommen. Die denken da anders über Produkte, Marketing und PR. Eigentlich sehr anti-amerikanisch: kein Bullshitting und kein Sugar-Coating.“ Jan Senderek

Mit „Popset“ kann das Team erstmals große Investoren gewinnen – zum Beispiel den Schauspieler Will Smith. (Screenshot: Jan Senderek)

Y Combinator

ycombinator-logo
  • Eines der bekanntesten und erfolgreichen Startup-Accelerator-Programme der USA.
  • Zwei Mal pro Jahr können sich Startups mit ihren Ideen hier bewerben-
  • Von rund 2.000 Bewerbern werden nur 20 angenommen.
  • Nach der Aufnahme durchlaufen die jungen Firmen ein sechsmonatiges Coaching-Programm, kriegen 50.000 US-Dollar und Arbeitsplätze.
  • Als Gegenleistung verlangt Y Combinator etwa sechs Prozent der Firmenanteile.

Umzug ins Silicon Valley: Living The Startup Dream

Die Aufnahme bei Y Combinator bedeutet für alle Team-Mitglieder auch einen Umzug ins Silicon Valley, um in der Nähe des Y-Combinator-Büros in Mountain View sein zu können. Innerhalb von einem Monat packen Jan Senderek und seine Kollegen die Koffer und ziehen aus Deutschland und Großbritannien an die amerikanische Westküste. Zu viert kommen die Gründer in San Francisco an und beziehen eine kleine Wohnung am Fuß der Twin Peaks, in der sie gemeinsam arbeiten und wohnen.

Schon zu Beginn der Y-Combinator-Phase merken Jan, Daniel und Philipp, dass die Chemie zwischen ihnen und dem vierten Co-Founder Nicolas nicht mehr stimmt – er verlässt das Unternehmen. Die verbliebenen drei Gründer aber ergänzen sich bis heute perfekt: „Wir haben alle komplementäre Skills und das ist verdammt wichtig: Daniel kümmert sich um Technik und Backend, Philipp und ich um das Design und ich übernehme zusätzlich die wirtschaftlichen Aspekte.“

„Popset war nett, aber kein Riesending. Es war zu stark auf Social Features fokussiert.“ Jan Senderek

Die Mentoren bei Y Combinator verpassen dem etwas naiven, deutschen Team innerhalb von kürzester Zeit eine Gehirnwäsche, und auch die Idee von „Popset“ beginnt schnell zu bröckeln. Schon während der Entwicklung erkennt das Team, dass alle von ihnen ein Problem mit ihrem privaten Foto-Bestand haben. Keine existierende Lösung – ob online oder offline – erfüllt alle Kriterien. Die Gründer wittern ihre Chance.

Das technische Know-how im Umgang mit Fotos hat das „Popset“-Team schon, und mit einer geringen Kurskorrektur kann es eine viel größere Zielgruppe ansprechen: jeden, der sich schon mal über die schlechten existierenden Archivierungs- und Synchronisierungs-Möglichkeiten für Fotos geärgert hat. Nutzer, die bisher akribisch Ordner auf ihrer Festplatte angelegt, spezielle Foto-Datenbanken befüllt oder existierende Dienste wie Flickr oder Picasa verwendet haben. Denn alle diese Verfahren haben große Nachteile: mangelnde Verfügbarkeit auf mobilen Geräten, mangelnder Speicherplatz oder mangelnder Datenschutz. Während also „Popset“ weiterhin am Leben gehalten wird, um die bestehenden Nutzer nicht zu vergraulen, entwickelt das Team im Hintergrund über einen Zeitraum von etwa einem Jahr schon einen Prototypen für eine neue App: „Loom“.

Der Traum geht in Erfüllung: Nach der Aufnahme bei Y Combinator zieht das Team aus Europa ins Silicon Valley und arbeitet dort zusammen in einer Mischung aus WG und Büro in San Francisco – nicht weit weg vom Y-Combinator-Hauptquartier. (Foto: Jan Senderek)

Auch in den USA kommen Startups mit kleinem Geldbeutel nicht an schwedischen Möbelhäusern vorbei. (Foto: Jan Senderek)

Auch die zweite App von Senderek und seinen Kollegen namens „Popset“ sorgt für Aufmerksamkeit in der Presse. Vom Konzept sind die Macher aber nicht lange überzeugt – und entwickeln im Hintergrund schon „Loom“. (Foto: Jan Senderek)

„Unsere User haben gesagt: ‚Wir hätten gerne sowas wie Dropbox für Fotos!‘“ Jan Senderek

Im März 2013 erscheint die erste Version von „Loom“ für eine kleine, ausgewählte Nutzergruppe. „Loom“ ist geradliniger und schlanker als „Popset“, es gibt weniger Features und das Design ist deutlich ruhiger, fast schon minimalistisch. Im Juli öffnet sich „Loom“ für eine öffentliche Beta-Phase und ist ab dem ersten Tag ein voller Erfolg. Ein Grund für diesen guten Start: eine kluge Markting-Strategie.

Einige Monate vor dem Start macht Senderek durch provokante und interessante Blog-Einträge über das generelle Konzept von Dateien, Ordnern, Dateisystemen und Fotos auf sich aufmerksam. Die Beiträge verbreitet er über technik-affine Kanäle wie „Hacker News“ und Twitter. Zusammen mit einem abstrakten Produktvideo, das noch nichts von der fertigen App zeigt, sondern nur das Problem der Foto-Archivierung aufgreift, tragen sich schon vor dem Start Zehntausende bereitwillig für die Warteliste ein. Und auch die internationale Presse berichtet sofort zum Start über die neue App. Im Oktober 2013 öffnet „Loom“ sich endlich für jedermann und schon zum Jahresende heimst die App namhafte Auszeichnungen ein und schafft sich eine beachtliche Fangemeinde. Dank regelmäßiger Updates wird „Loom“ schnell zum Publikumsliebling und kann bald auch mit Videos und RAW-Files umgehen.

Loom soll eine universelle Möglichkeit zur Synchronisierung und Archivierung von Fotos werden, ohne Social Features oder ortsbasierte Funktionen. Außerdem wird die App im Gegensatz zu ihren Vorgängern optisch deutlich reduziert. (Bild: Jan Senderek)

Die Entwicklung der App im Lauf von etwa zweieinhalb Jahren: Bei einem Gründerwettbewerb wird „eeve“ geboren. Später fokussiert sich das Team stärker auf den Austausch und das Teilen von Fotos unter dem Namen „Popset“. Und schließlich werden die Social Features größtenteils verworfen und „Loom“ konzentriert sich auf die Archivierung und Synchronisierung zwischen allen Geräten.

Erster Kontakt mit Dropbox: Eine E-Mail und ein Mittagessen

Irgendwann im November 2013 bekommt Senderek dann unerwartet eine E-Mail. Die Absender: Drew Houston und Gentry Underwood. Houston ist einer der beiden Gründer von Dropbox, Underwood der CEO von Mailbox, einem E-Mail-Client, der damals gerade frisch von Dropbox gekauft worden ist. Schon kurz nach der Akquisition hat sich Underwood zu einer Führungspersönlichkeit bei Dropbox hochgearbeitet. Er lädt Senderek zum Mittagessen in die Dropbox-Zentrale in San Francisco ein, und Senderek nimmt an. Gespräche wie dieses sind nicht ungewöhnlich – gerade im Silicon Valley wird der Austausch zwischen Konkurrenten groß geschrieben und stärker zelebriert als in Deutschland.

„Na klar wollten die mal auschecken, was wir machen. Aber du machst dir bei sowas keine Hoffnungen auf eine Akquisition. Der Weg ist noch viel zu weit.“ Jan Senderek

„Beim Mittagessen haben wir noch über Gott und die Welt geredet. Und dann kam sofort am gleichen Abend eine E-Mail: ‚Du musst dich auch unbedingt noch mit Drew zum Abendessen treffen.‘“ Bei diesem Dinner zeigen die beiden Senderek auch zum ersten Mal ihr neues Dropbox-Produkt namens „Carousel“: eine App, die ganz ähnlich wie „Loom“ funktioniert und alle Bilder von Smartphone und Desktop-Rechner synchronisieren soll. „Carousel“ ist zu diesem Zeitpunkt jedoch in der Entwicklung noch lange nicht so weit wie „Loom“ und kann auch beim Funktionsumfang nicht mithalten. Bei diesem Gespräch lassen Underwood und Houston dann auch die Katze aus dem Sack und äußern ihre Kaufabsichten: „Ihr müsst das für uns machen! Das Gleiche, was ihr jetzt macht, müsst ihr für uns machen. Wir können das zusammen tun und müssen nicht gegeneinander arbeiten“, kommentieren sie ihren Vorschlag. Das „Loom“-Team soll mit dem „Carousel“-Team fusionieren und zusammen an einer optimalen Lösung für die Foto-Synchronisierung arbeiten.

Am nächsten Tag macht der Dropbox-Chef Senderek und Sara Adler miteinander bekannt. Adler kümmert sich bei Dropbox um den Aufgabenbereich „Corp Dev“ – also auch um Akquisitionen. Sie drängt Senderek zu einem möglichst schnellen Treffen und nur drei Stunden später werden beim Kaffee weitere Details besprochen. Adler fragt Senderek vor allem nach den Kennzahlen seines Unternehmens: Anzahl der Mitarbeiter, Kapitalanteile, allgemeine finanzielle Situation. Umgekehrt beginnt auch Senderek, den potenziellen Käufer immer genauer zu analysieren. Sein Studium und sein tiefgreifendes Interesse für den wirtschaftlichen Aspekt von Startups helfen ihm, die Kaufmotivation von Dropbox zu verstehen und einzuschätzen, wie gesund Dropbox wirtschaftlich ist – für ihn vor allem interessant, weil üblicherweise ein Teil der Kaufsumme von Akquisitionen in Aktien ausbezahlt wird.

„Carousel“ ist der Nachfolger von „Loom“ unter dem Dach von Dropbox. Seit der Akquisition arbeitet das gesamte Team von „Loom“ an „Carousel“ mit und hat inzwischen viele ursprüngliche „Loom“-Funktionen auch in „Carousel“ integriert.

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Moritz Stückler
E-Commerce für B2B: Das nächste große Ding im Online-Handel http://t3n.de/magazin/e-commerce-fuer-b2b-237228/ 2015-03-06T08:15:29Z
Der Mega-Börsengang der chinesischen B2B-Plattform Alibaba hat gezeigt, dass E-Commerce von Business für Business mittlerweile hohe Erwartungen weckt. Wir zeigen, warum Software-Hersteller und …

Der Mega-Börsengang der chinesischen B2B-Plattform hat gezeigt, dass von Business für Business mittlerweile hohe Erwartungen weckt. Wir zeigen, warum Software-Hersteller und Agenturen den B2B-Bereich für sich entdecken und was sie dabei beachten sollten.

Streng genommen ist der elektronische Handel zwischen Unternehmen ja ein alter Hut. Hersteller und Großhändler vernetzen bereits seit den Neunzigern ihre EDV-Systeme, um die automatische Bestellung von bestimmten Produkten zu vorher ausgehandelten Bedingungen auszulösen. Dieses so genannte E-Procurement (elektronische Beschaffung) ist zum Beispiel sinnvoll, damit Industrie-Unternehmen bei Erreichen eines Mindestbestands Vorprodukte ihrer Produktion automatisch nachbestellen können. Große Konzerne bestellen auf diese Weise außerdem in der Regel Alltagsprodukte wie Papier, Toner oder Büromaterialien.

Mitarbeiter können so über interne Systeme Ware einfach kaufen. Diese einzelnen Bestellungen werden dann abhängig von Beschaffungswert, notwendigen Freigaben und Berechtigungen automatisch an den festgelegten Lieferanten per Schnittstelle weitergereicht. E-Procurement lohnt sich allerdings nur bei sehr großen Unternehmen. Die deutsche Wirtschaft ist jedoch zu 99 Prozent von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt, die oft zu klein für solche Lösungen sind – der Aufwand, individuelle Schnittstellen anzubinden und Lieferbedingungen zu verhandeln, ist einfach zu groß. Stattdessen wird meist noch klassisch per Katalog, Telefon und Fax bestellt.

Amazon setzt auf Consumerization

Nicht nur für Vertreter der Generation Y klingt das anachronistisch. Auch langjährige Mitarbeiter in kleinen und mittelständischen Unternehmen wünschen sich einfachere Bestellmöglichkeiten. Einige B2B-Anbieter haben diese Lücke bereits erkannt und stellen Onlineshops für ihre Kunden zur Verfügung. So reduzieren sie die Transaktionskosten in der Abwicklung der Bestellungen und erhöhen gleichzeitig ihre Kundenbindung. Der Innendienst muss nicht mehr jede einzelne Bestellung in das interne System eintippen. Stattdessen erfasst der Kunde seine Bestellung selbst. Die Auftragsabwicklung lässt sich dann schnell und direkt durchreichen.

Auch Amazon hält das Online-Geschäft mit Unternehmen für attraktiv und hat in den USA bereits 2012 AmazonSupply gestartet. Mit einem reichhaltigen Sortiment für Labore, Handwerk, Büro und Gastronomie deckt AmazonSupply fast alle Verbrauchsmaterialien eines typischen Unternehmens ab.

Amazon greift damit den Trend der Consumerization im B2B-Business auf: B2B-Kunden, die heute Bürobedarf einkaufen, haben gestern noch bei Zalando und Amazon bestellt. Und sie erwarten den gleichen Service – warum sollte das Einkaufen im beruflichen Kontext anders und umständlicher ablaufen als gewohnt? Amazon kann hier seine Erfahrung sowie Bekanntheit ausspielen und mit Hilfe von Services wie Lieferantenkrediten seine B2C- zu treuen B2B-Kunden machen.

So wundert es nicht, dass im B2B-Bereich seit einigen Jahren genau die Prinzipien der Kundenansprache zum Einsatz kommen, die die B2C-Kommunikation etabliert hat. Hilti ist ein typisches Beispiel dafür: Der Anbieter professioneller Akkuschrauber, Schlagbohrer oder Trennschleifer setzt sein Produktfeld „Bau und Handwerk“ mit starken Bildern und einem aggressiven Einsatz von Farbflächen um. Ein Unterschied zu einer B2C-Baumarkt-Werbung lässt sich hier kaum noch festzustellen.

AmazonSupply rollt in den USA das B2B-Geschäft auf und bietet die Amazon-Service-Qualität auch für Business-Kunden an. (Screenshot: amazonsupply.com)
AmazonSupply rollt in den USA das B2B-Geschäft auf und bietet die Amazon-Service-Qualität auch für Business-Kunden an. (Screenshot: amazonsupply.com)

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Matthias Thürling
Mega-Trends 2015 – 18 Experten und ihre Prognosen fürs neue Jahr http://t3n.de/news/mega-trends-2015-585671/ 2015-01-03T08:08:18Z
Ganz frisch im neuen Jahr werfen wir einen Blick auf die größten Trends der kommenden zwölf Monate. 18 Experten präsentieren bei uns ihre Prognose für 2015. Das Ergebnis: die Mega-Trends 2015.

Ganz frisch im neuen Jahr werfen wir einen Blick auf die größten der kommenden zwölf Monate. 18 Experten präsentieren bei uns ihre Prognose für 2015. Das Ergebnis: die Mega-Trends 2015.

Gunter Dueck

(Foto: Axel Schmidt)
(Foto: Axel Schmidt)

Gunter Dueck ist Mathematiker, Philosoph und Schriftsteller. 24 Jahre lang arbeitete er bei IBM, die meiste Zeit davon als CTO, verantwortlich für „Cultural Change“. Heute beschäftigt er sich in seinen Publikationen mit der digitalen Revolution und damit, was die Technik mit den Menschen macht. Er bloggt auf Omnisophie.com.

Mentale Akzeptanz, dass das Internet tatsächlich Umwälzungen erzeugt

Unternehmensführungen erkennen nun klarer, dass evolutionärer Schritt-für-Schritt-Wandel nicht hilft, auch keine weiteren Überstunden und grundlose Begeisterung. Alte Businessmodelle werden obsolet, ja – und das wird nicht mehr schwarmdumm verleugnet. Frust setzt ein. Was tun? Erste Handlungsenergien sammeln sich schon. Bald geht es los, auch in Deutschland. Wer es akademisch erklärt haben mag, google unter Elisabeth Kübler-Ross' „Grieving Process = Denial-Anger-Bargaining-Depression-Acceptance“ (Ein Schwerkranker akzeptiert nach langem Ignorieren und Zetern seine Diagnose und auch, dass er jetzt etwas tun muss).

Stefan Ploechinger

Stefan-Ploechinger
(Foto: Stefan Plöchinger)

Als Chefredakteur von Süddeutsche.de steht Stefan Ploechinger für modernen Online-Journalismus. Er lehrt an der Henri-Nannen-Schule und der Deutschen Journalistenschule in München. Zuvor war er unter anderem für „Spiegel Online“, „Financial Times Deutschland“ und „Abendzeitung“ tätig.

„Scrum als Businessprinzip“

Als ich vor vier Jahren als Chefredakteur von SZ.de anfing, funktionierte der digitale Markt vergleichsweise eindimensional: Mach ein gutes Angebot für Desktop-Rechner, ein recht ähnliches für Mobile, und fertig.

Wie anders stellt sich die Welt 2015 dar!

Nutzer erwarten im Zweifelsfall eine digitale Produktlinie von der Uhr bis zum Fernseher, und zwar nicht „One Size Fits All“, sondern angepasst auf die Möglichkeiten jedes Geräts. Eine Nachrichten-App, die bloß „Klick“ durch „Touch“ ersetzt und sich ansonsten vom Angebot auf dem Bürocomputer kaum unterscheidet, hat keine große Zukunft mehr. Mit jeder neuen Device-Größe und -Funktion wächst angesichts der umfassenden Digitalisierung unseres Alltags zum einen die Erwartung der Nutzer, dass jede Chance ausgenutzt wird, die praktisch sein könnte, zum anderen die Komplexität der Programmierung und der Produktkonzepte. Beispiel: Was erwarten Leser auf einer Smartwatch von Journalisten wie uns? Wirklich ganz viele Eilmeldungen? Komplette Texte im Wort-Stakkato? Oder am Ende doch gar nichts Großes, weil sie fürs Informiertwerden lieber das Smartphone nutzen? 2015 wird wichtiger denn je: sich auf die neue Plattformvielfalt einlassen, damit experimentieren, die eigenen Angebote raffinieren, recht agil neue Produkt- und Geschäftsmodelle ausprobieren. Programmierer würden wohl sagen: Scrum als Businessprinzip. Das wird so anstrengend wie spannend.

Frank Thelen

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(Foto: Frank Thelen)

Frank Thelen hat sich als Gründer und Investor einen Namen gemacht, zuletzt in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“. In seiner Rolle als CEO von e42 fördert er junge Unternehmen in ihrer Frühphase. Aktuell ist er darüber hinaus als Gründer von Scanbot aktiv, einer App zum Scannen von Dokumenten und QR-Codes.

Startups werden an den Marmorgebäuden der Finanzindustrie rütteln

In 2015 werden erste Startups die Finanzindustrie spürbar verändern. Die alten Strukturen mit abgekapselten Vorständen und teuren Mamorgebäuden in London und Frankfurt werden zum ersten Mal wirklich herausgefordert. Wir werden alle von niedrigeren Kosten, einfacheren Produkten, die Spaß machen, und neuen Ansätzen bei Kontoführung und Geldanlage profitieren.

Darüber hinaus wird Apple die „Smart Watch” zum ersten Mal erfolgreich im Markt platzieren. Es wird wenige Apps geben, die im Vergleich zum Smartphone auf der Armbanduhr wirklich besser sind. Dennoch werden wir aus meiner Sicht drei bis vier Beispiele sehen, ohne die wir Ende 2015 nicht mehr leben wollen.

Im B2B-Bereich werden die Unternehmen endlich begreifen, dass die Cloud und SaaS-Modelle Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneinsparung ermöglichen. Es ist verrückt, wie viele Unternehmen noch in der alten Client-Server-Welt leben.

Und dann hoffe ich natürlich auf einen „Black-Swan” – also ein Produkt, an das keiner gedacht hat und das unser Leben verändern wird.

Sina Gritzuhn

(Foto: Sina Gritzuhn)
(Foto: Sina Gritzuhn)

Die Mitgründerin und Geschäftsführerin von Hamburg Startups leitet das „Hamburg Startup Monitor“-Projekt federführend. Bis Ende des Jahres 2013 war Sina Gritzuhn als freie Social-Media-Redakteurin für die beebop media AG und als rasende Reporterin für die Initiative Hamburg@work unterwegs. Sie bloggt seit drei Jahren auf sinaswelt.com über Themen rund um Hamburg, Social Media und Startups. Als bekennender Social-Media-Addict und Startup-Evangelist ist sie ein aktiver Bestandteil der Hamburger Startup-Szene und das Netz ist ihr zu Hause.

2015 wird das Jahr der Startups

Mein Mega-Trend 2015? Startups und deren Wahrnehmung und Akzeptanz in einer breiteren Öffentlichkeit. 2014 hat den Weg bereits vorgezeichnet: Das Thema Entrepreneurship und seine Hauptakteure, die Gründer, haben über TV-Formate wie die „Die Höhle der Löwen“ oder das Gründerspecial „Kampf der Startups“ im ZDF, aber auch durch intensive Coverage der schreibenden Zunft, mehr Öffentlichkeit erhalten. Endlich mal Einblicke in die Startup-Welt ohne entrückt nerdigen Beigeschmack.

Junge Unternehmer und Unternehmerinnen werden nicht länger als Spinner belächelt, sondern als mutige Visionäre und Arbeitgeber von zahlreichen Mitarbeitern portraitiert. Das ist unter anderem nötig, um den speziellen Bedürfnissen der Jungunternehmer gerecht zu werden. Nur wer gesehen und gehört wird, kann von seinen Problemen, wie zum Beispiel Venture Capital, Fachkräftemangel und Steuerhindernissen, berichten und genügend politisches und gesellschaftsrelevantes Gewicht ausüben, um die Situation für alle zu verbessern.

2015 wird das Jahr der Startups und ich bin stolz, mit Hamburg Startups die Sichtbarkeit zumindest in Hamburg weiter zu steigern.

Miriam Rupp

(Foto: Miriam Rupp)
(Foto: Miriam Rupp)

Miriam Rupp ist Gründerin und Geschäftsführerin von Mashup Communications, der Berliner Agentur für PR und digitales Storytelling. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“ fokussiert sich die Agentur vor allem auf Zukunftsthemen aus der digitalen Welt.

Weg vom Produkt hin zur Sehnsucht: „Stories“

Wer seine Botschaften mit Bildern oder Videos untermauern will, muss sich trauen, vom Produkt weg zu kommen. Wie Andres Davis, Autor von Brandscaping, sagt: „Think less like a beat reporter and more like a television network executive“. Es geht nicht nur darum, das Produkt zu bewerben und einfach nur die nächste spannende Story zu finden oder zu schreiben.

Man muss sich überlegen, nach was sich die Zielgruppe sehnt, langfristig das Verlangen dieser Zielgruppe mit den richtigen Inhalten füttern und jede Story in einen größeren Kontext packen. Ein „to be continued“ sollte immer machbar sein. Dabei sollte man sich fragen: Welchen visuellen Content erstellen meine Nutzer selbst gerne? Lieben die User Sonnenuntergänge, kann auch ein IT-Unternehmen ein Foto von seinem Hauptsitz mit Sonnenuntergang im Hintergrund zeigen. Ist das Verlangen der Zielgruppe nach Zahlen und Fakten groß, lassen sich diese wunderbar in visuelle Stories verpacken. Shutterstock hat mit seinem Projekt „Stories“ zum Beispiel sehr gut verstanden und umgesetzt, womit sich deren Nutzer am meisten identifizieren und auseinandersetzen. Mit eigenen Inhalten über die Macher der tausenden Stock-Fotos und -Videos erzählt das Video genau von der Leidenschaft, die die Community ausmacht.

Lukas Kahwe Smith

lukas-kahwe-smithLukas Kahwe Smith entwickelt seit Jahren mit PHP, war Co-Release-Manager von PHP 5.3 und Symfony-Evangelist 2013. Er ist Partner der Liip AG, ein Spezialist für agile Webprojekte, und arbeitet unter anderem als Co-Lead an PHPCR und dem Symfony CMF.

Angular.js gewinnt die Javascript-Framework-Wars

Der Kampf  der Javascript-Frameworks wird weitergehen, aber insbesondere Angular.js wird sich zunehmend als „Enterprise“-Standard etablieren. Weniger weil es der Weisheit letzter Schluss ist, sondern weil der Markt nach einem verlässlichen Standard dürstet und es Angular.js geschafft hat, sich bei Entscheidern auf den Radar zu bringen.

Kixka Nebraska

(Foto: Rieka Anscheit)
(Foto: Rieka Anscheit)

Kixka Nebraska ist seit Ende 2010 als Profilagentin im Netz aktiv und hilft, die digitale Sichtbarkeit ihrer Auftraggeber zu erhöhen. Nicht nur bei der individuellen digitalen Markenbildung sondern auch bei Fragen zu Tools und Networks im Internet wird sie von Freiberuflern, Journalistenschulen, Firmen, Stiftungen und Agenturen für Vorträge, Einzel-Coachings und Workshops gebucht. Kixka Nebraska ist Mitgründerin der Digital Media Women und ist mehrfach auf der re:publica als Referentin aufgetreten.

Digitale Szenografie

Das Digitale hat sich als Aufenthaltsort etabliert, sowohl für den Einzelnen als auch für Institutionen. 2015 wird es darum gehen, diesen Raum zu gestalten: Szenografie wird nach Storytelling das nächste Themenfeld sein, auf dem sich Social-Media-Manager, aber auch digital aktive Freiberufler, bewähren müssen. Die Kunst der Inszenierung auf der digitalen Bühne, gerahmt vom Bildschirm, findet nicht nur auf den Profilen sondern in der Gesamtpräsenz der Aktivitäten statt: Die 2014 noch viel beschworene Content-Strategie ist nicht mehr ausreichend. Es geht um kreative, die Sinne ansprechende Umsetzungen – der visuelle Auftritt vom Profilbild über die Header-Grafik bis zur Background-Gestaltung, die bewegten Bilder eines Video-Clips sind wie das Klangerlebnis im Podcast szenografisch einsetzbare Mittel. Dank Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift stehen demnächst auch weitere sensorische Gestaltungsmöglichkeiten offen. Gewinnen wird, wer dabei visuell und emotional überzeugt, punktuell verstört und je nach Zielgruppe gehobene Unterhaltung bietet. Die Szenografie des digitalen Auftritts ist dann gelungen, wenn sie Neugier weckt und dazu verlockt, in einem bisher unbekannten Umfeld auf Entdeckungsreise zu gehen: Wibke Ladwig und Marcus John Henry Brown sind gelungene Beispiele dafür.

Joachim Diercks

(Foto: Joachim Dierks)
(Foto: Joachim Diercks)

Joachim Diercks ist Geschäftsführer der CYQUEST GmbH mit Sitz in Hamburg. CYQUEST ist unter dem Oberbegriff Recrutainment für die Erstellung von Lösungen aus den Bereichen Eignungsdiagnostik (Online-Assessment) sowie Berufs- und Studienorientierung für Unternehmen und Hochschulen bekannt. Diercks ist Herausgeber des Buchs „Recrutainment“, Autor einer Reihe von Fachartikeln zu verschiedenen E-Recruiting- und Employer-Branding-Themen sowie regelmäßiger Referent bei HR-Fachkongressen. Mit dem Recrutainment-Blog zeichnet er für einen der meistgelesenen deutschsprachigen HR-Blogs verantwortlich.

„Matching“ wird das zentrale Thema der HR-Branche

In der Personalgewinnung ist das zentrale Thema für 2015: „Matching“. Wie kommen die richtigen Personen in die richtigen Jobs bei den passenden Firmen?

Klar, diese Frage hat uns schon immer beschäftigt, aber es kommen zwei Dinge zusammen, die diesem Thema eine größere Bedeutung verleihen: Erstens wird es schlicht schwieriger, passendes Personal zu finden, was mit der Demografie, aber auch den immer stärker ausdifferenzierten Anforderungen zu tun hat. Zweitens stehen wir am Beginn eines Zeitalters, in dem Technologie unheimlich wertvolle Dienste beim Matching leisten kann.

Algorithmen werden sukzessive einen großen Teil der gegenseitigen Suche unterstützen, vielleicht irgendwann ganz übernehmen. Nicht, dass ich missverstanden werde; ich meine auf beiden Seiten – sowohl beim rekrutierenden Unternehmen als auch beim Kandidaten. Unternehmen werden selbstverständlich Online-Assessments, Big Data und Matching-Technologien einsetzen, um Kandidaten zu finden und vorzuselektieren. Aber auch Bewerber werden Plattformen und Tools nutzen, auf denen sie ihre Daten gezielt für sich arbeiten lassen.

Wir werden in gar nicht allzu ferner Zukunft (wenngleich noch nicht 2015) eine Welt erleben, in der Bots einen beträchtlichen Teil des „Zueinanderfindens“ von Unternehmen und Mitarbeiter autonom untereinander aushandeln. Das Lesen hunderter Stellenanzeigen und Schreiben dutzender Bewerbungen wird dann genauso der Vergangenheit angehören wie das Sichten tausender Bewerbungen oder das Führen hunderter Job-Interviews.

Benjamin Uebel

(Foto: Benjamin Uebel)
(Foto: Benjamin Uebel)

Benjamin Uebel ist UX-Experte und Psychologe. Als Gründer und Geschäftsführer von RapidUsertests.com gehört er zu den Pionieren des Crowd-Testings in Deutschland. Seine Erfahrungen als Geschäftsführer der Usability-Agentur Userlutions teilt er als Fachautor und Speaker.

Smartwatch, Smartphone, smarte Experience – Nahtlose Customer-Experience über alle Kanäle hinweg

Smartwatches, Smartphones, Tablets, Desktop-Rechner – 2015 stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihren Kunden eine einheitliche und nahtlose Customer-Experience über alle Geräteklassen hinweg zu bieten. Ich erhalte eine Produktempfehlung auf meiner Smartwatch, recherchiere ein paar Details unterwegs in der U-Bahn mit dem Smartphone und kaufe das Produkt schließlich abends im Bett am Tablet.

Der Medienbruch geht aber nicht nur über die Devices – auch Online- und Offline-Erfahrungen verschränken sich zunehmend. Ich kann meine online gekauften Brillen beim Optiker um die Ecke anpassen lassen, meine neue Kommode zuerst im Showroom begutachten oder mir mein im Netz gekauftes Paket im Baumarkt abholen. Volvo experimentiert in Schweden mit einem Service, Online-Lieferungen per GPS ins Auto zu liefern – ein Bote deponiert die Lieferung einfach im Kofferraum. Apple war mit seiner einheitlichen Customer-Experience von der Produktverpackung über die verschiedenen Devices bis zu den Apple-Stores früh Vorreiter dieser Bewegung.

Die Kunden denken dabei nicht in Kanälen, so wie es das Marketing tut. Sie wollen einfach nur eine einheitliche und gute Erfahrung machen. Digitale Unternehmen stehen vor der zunehmenden Herausforderung, diese einheitliche „Cross-Channel-Experience“ zu designen, zu tracken, zu testen und zu optimieren. User-Experience- und Service-Designer werden weiteren Aufwind bekommen und Multi-Channel-Testing- und Analyse-Tools, wie Crowdtests, werden intensiver genutzt werden.

Kerstin Hoffmann

(Foto: Susanne Fern)
(Foto: Susanne Fern)

Dr. Kerstin Hoffmann berät Unternehmen in Public Relations und Digitalstrategien. Sie hält Vorträge, schreibt Bücher und bloggt als „PR-Doktor“. Außerdem ist sie in den gängigen Netzwerken präsent, unter anderem auf Facebook und Twitter.

Weniger Werbemüll, sondern hochwertige Inhalte

Hochwertige Inhalte werden zum (fast) alles entscheidenden Faktor. Vorausgesetzt natürlich, die Strategie und der ganze Rest stimmen. Google und Facebook sind mit ihren geänderten Algorithmen nur die (Mit-)Wegbereiter einer Entwicklung, die immer mehr dahin geht, dass Werbemüll und vermeintlich Suchmaschinen-Optimiertes bei den Empfängern nicht mehr ankommen. „Hochwertig“ heißt dabei nicht zwangsläufig anspruchsvoll oder komplex. Entscheidend ist der Wert des Contents für den spezifischen Empfänger – vom Informationsvorsprung über reine Unterhaltung bis zum Einkaufsvorteil. Dabei müssen Unternehmen zukünftig viel mehr noch als bisher multimedial denken. Investitionen in eigene Plattformen („owned media“) sind dafür unabdingbar!

Marcus Tandler

In der weiteren Verbreitung mobiler Endgeräte und der darauf abzielenden Optimierung sieht Marcus Tandler „eine große Chance für ambitionierte Marketer“.
(Foto: Marcus Tandler)

Marcus Tandler, auch bekannt als „Mediadonis“, ist Partner bei Tandler.Doerje.Partner und Mitgründer von OnPage.org. Er gilt als einer der großen deutschen Experten zum Thema Suchmaschinenoptimierung. Als Redner sprach er auf zahlreichen Events, unter anderem der TEDx und LeWeb.

„Eine große Chance für Mobile-Marketer“

Der größte Online-Marketing-Trend im nächsten Jahr wird meiner Meinung nach Mobile Optimization. Google ist 2014 zu einem waschechten „Mobile First“-Unternehmen geworden, so besuchen mittlerweile mehr Leute Google mit mobilen Endgeräten als mittels stationärer Desktop-PCs. Die „Mobile-Friendliness“ von Webseiten wird daher immer wichtiger für Seitenbetreiber.

Google hat unlängst die Google-Webmaster-Zentrale mit einem neuen Report in diese Richtung aufgebohrt („Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“/ „Mobile Usability“). Auch wird neuerdings ein „mobile friendly“-Label direkt in den Suchergebnissen angezeigt, wenn eine Seite auch auf mobilen Endgeräten gut les- und nutzbar ist. Mit Hilfe dieser Maßnahmen versucht Google Webmaster dafür zu sensibilisieren, ihre Websites auch für mobile Endgeräte zu optimieren. Über die Hälfte aller Tablet- und Smartphone-Nutzer haben bereits mindestens einmal mobil in einem Online-Shop eingekauft – es ist davon auszugehen, dass diese Zahl 2015 noch weiter steigen wird. Hier besteht eine große Chance für ambitionierte Mobile-Marketer, denn „mobile friendliness“ wird sicherlich, neben einer besseren Konversionsrate, auch ein bedeutsamer Rankingfaktor innerhalb der Suchergebnisseiten werden, der es gut optimierten Websites ermöglicht, an weniger gut optimierten Mitbewerbern vorbeizuschießen.

Heike Scholz

(Foto: Heike Scholz)
(Foto: Heike Scholz)

Heike Scholz beschäftigt sich mit Innovationen und Entwicklungen rund um tragbare Endgeräte und Wearables und bezeichnet sich selbst als „bekennende Überzeugungstäterin in Sachen Mobile“. Sie startete mit mobile zeitgeist schon 2006 einen Weblog über Mobile Marketing, ist darüber hinaus als Speakerin auf Bühnen, als Trainerin in Workshops und als Consultant in Unternehmen aktiv.

Innovationsdruck im stationären Einzelhandel

Mobile verändert alle Branchen und Lebensbereiche und so werden wir 2015 an vielen verschiedenen Stellen „Mega-Trends“ beobachten können. Von der zunehmenden Verbreitung von Wearables, die weitere Funktionen übernehmen und Prozesse vereinfachen werden, über bemerkenswerte Veränderungen im Gesundheitswesen (mHealth), der Finanzbranche (Fintech) und den vielen Prozessen in und zwischen Unternehmen (B2B) bis hin zu den großen Themen wie zum Beispiel dem „Internet of Things“.

In Deutschland werden wir viel über eine Branche reden: den stationären Einzelhandel. Hier wuchs der Leidensdruck in den vergangenen Monaten nicht zuletzt durch den zunehmenden Online-Handel so stark, dass nun massiv neue Konzepte und Ideen ausprobiert werden.

Veränderte Ladenkonzepte – inspiriert von Events – bei denen das Einkaufserlebnis wieder an erster Stelle stehen soll, werden auch mobile Endgeräte in den Kaufprozess einbinden. Schlagworte wie „Omnichannel”, „Proximity oder Location Based Marketing”, „Inhouse Navigation” und natürlich „Mobile Payment” werden uns durch das Jahr begleiten.

Durch neue Player, die die Logistik-Märkte betreten, kann der Einzelhandel seine Services intelligent erweitern und Kunden an sich binden, sodass wir hier Angebote wie „Same Day Delivery” erwarten können. Am Ende des Jahres werden wir an so mancher Stelle vor veränderten Einkaufswelten stehen, die weitaus digitaler sein werden, als sie sich heute so mancher vorstellen kann.

Alexander Graf

(Foto: Alexander Graf)
(Foto: Alexander Graf)

Der E-Commerce-Experte Alexander Graf ist Herausgeber des Blogs Kassenzone und Gründer des Beratungsunternehmens eTribes sowie Gründer und Geschäftsführer von Spryker Systems.

Härterer Wettbewerb durch zunehmende Konsolidierung

Der Konsolidierungstrend wird 2015 den Wettbewerb weiter verschärfen und verändern. Eine deutlich gewachsene Zahl von Akteuren im Markt trifft auf die weniger stark gewachsene Aufmerksamkeit von Endkunden. Durchschnittliche Geschäftsmodelle und Apps hatten es schon 2014 schwer, Neukunden zu gewinnen. Der Wettbewerb entscheidet sich im kommenden Jahr noch weniger über bestehende Features als über die Fähigkeit, aus dem eigenen Geschäftsmodell heraus schnell neue Ideen an den Markt zu bringen. Das wird auch das Thema Mobile bestimmen. Keine noch so gute mobile Seite kann ein erstarrtes Geschäftsmodell dynamischer machen.

Constanze Buchheim

(Foto: Constanze Buchheim)
(Foto: Constanze Buchheim)

Constanze Buchheim ist Expertin für Recruiting und Führung im digitalen Zeitalter. Sie ist Autorin des Buches „HR Basics für Start-ups“. 2009 gründete sie die i-potentials GmbH, die sich zur führenden Personalberatung für Wachstumsunternehmen mit digitalem Fokus in Deutschland entwickelt hat. Das Unternehmen bietet in zwei voneinander getrennten Unternehmensbereichen Recruiting-Lösungen für die Besetzung von Fach- und Führungspositionen.

Der Wunsch nach Augenhöhe – die vollständige Demokratisierung der Gesellschaft

Jeder, der sich ein wenig mit Führung und menschlicher Interaktion auseinandersetzt, wird bemerkt haben, dass sich Ansprüche an Beziehungen jeder Form massiv verändert haben. Oft wurde das Phänomen als Motiv der Generation Y beschrieben, aber tatsächlich lässt sich das Bedürfnis als gleichberechtigter, mündiger Partner behandelt zu werden, quer durch alle Generationen beobachten: in der Arbeitswelt, in den Ansprüchen gegenüber Politikern und anderen öffentlichen Personen, gegenüber der Industrie. Der Ruf nach Gleichberechtigung und partnerschaftlicher, fairer Behandlung zieht überall ein und wird immer lauter. Er verändert Führungsbeziehungen und vor allem auch das Konzept privater Beziehungen und legt damit den Grundstein für eine massive gesellschaftliche Strukturveränderung. Dabei geht es vor allem um Macht beziehungsweie eine paritätische Machtverteilung in Beziehungen. Zu große Egos, Statusverhalten und Arroganz, aber auch fehlende Ehrlichkeit stoßen auf immer stärkere Ablehnung – die Medien sind voll davon: Debatten um schädliche und bisher verheimlichte Zusatzmittel in Produkten der Konsumgüterindustrie und das Aufdecken von Staatsgeheimnissen durch Edward Snowden sind nur zwei Beispiele, die 2014 deutlich erstarkte Frauenbewegung ein weiterer Beleg. Kernkompetenz im Zeitalter der Demokratisierung des Einzelnen wird es, dieses Bedürfnis zu erfassen und vor allem die Kommunikation darauf anzupassen. Das bedeutet vollständige Transparenz zu schaffen, rechtzeitig und vollständig zu informieren und sich öfter als bisher abzusprechen und die Meinung des Anderen einzuholen – denn jede Meinung zählt.

Thilo Specht

(Foto: Thilo Specht)
(Foto: Thilo Specht)

Thilo Specht entwickelt unter der Marke „cluetrain pr“ Strategien, Konzepte und Geschichten für die digitale Kommunikation. Er berät Unternehmen mit Fokus aufs Social Web. Den Grundstein hierfür legte 1999 der erste eigene Telefonanschluss mittels 56k-Modem.

Die Rückkehr der SoLoMo-Mantras

Aus Akquise-Gründen müsste ich jetzt schreiben, dass es im Online Marketing 2015 natürlich (!) vor allem (!!) um Inhalte (!!!) geht. Die Richtigen, versteht sich. Aber ganz ehrlich: Das sollte mittlerweile überall angekommen sein.

Was uns 2015 indessen sicher das ein oder andere Mal überraschen wird, ist ein alter Bekannter – das Mobile Marketing.

Rund 80 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Social-Media-Nutzer greifen mobil auf ihre Netzwerke zu. Vier von fünf Millenials shoppen über Smartphone und Tablet. Rund 80 Mal schauen wir täglich auf das Display unseres Smartphones.

Dazu kommen neue Technologien wie Apple Pay und iBeacons, die das Smartphone noch stärker in unseren Alltag einbinden werden. Ich behaupte: Interaktive Aktionen am Point-of-Sale treffen auf größere Akzeptanz, sobald das Smartphone ein hilfreiches Werkzeug beim Einkauf wird.

Für das Online-Marketing heißt es nun, das angestaubte SoLoMo-Mantra wieder rauszuholen.

Und bitte achtet auf eure Inhalte.

Jan Christe

Jan Christe, t3n-Chefredakteur.
(Foto: t3n)

Jan Christe ist Mitgründer und Chefredakteur von t3n. Ihn fasziniert  Technik in allen Facetten, sowohl Altes (VW T3 Atlantik), Neues (iPhone 6), Digitales (Spotify) als auch Analoges (Kopfhörer). Mehr von ihm gibt es unter anderem bei Twitter und Google+  .

Der große Bitcoin-Boom

Die Kryptowährung wird im nächsten Jahr salonfähig und einen großen Schritt in Richtung Mainstream machen. Nicht nur immer mehr Onlineshops akzeptieren die digitale Währung, vor allem im stationären Handel wird Bitcoin deutlich präsenter werden. Auf Händlerseite ist der Treiber dieser Entwicklung die hohe Transaktionsgebühr, die der Händler bei jeder herkömmlichen Kartenzahlung an das Karteninstitut abführen muss. Mit Bitcoin lassen sich diese hohen Gebühren umgehen. Auf Kundenseite sorgen Initiativen wie die von Ric Ferrer in Hannover für mehr Präsenz und Aufmerksamkeit. Und letztlich werden Tech-Giganten und Startups mit neuen Produkten und Angeboten dafür sorgen, dass Bitcoin der Weg in den Massenmarkt geebnet wird.

Andreas Lenz

(Foto: t3n)
(Foto: t3n)

Andreas Lenz ist Mitgründer und Geschäftsführer der yeebase media GmbH, dem Verlag hinter dem t3n Magazin sowie Co-Gründer der Hardwrk GmbH, einem Hersteller für Apple-Zubehör. Er ist bei t3n für die Bereiche Marketing und Kommunikation verantwortlich und beschäftigt sich tagtäglich mit Zukunftstrends im digitalen Business. Außerdem ist er auf Twitter aktiv.

 

Unternehmen brauchen Produktivitätszentralen

Das Rauschen und der kommunikative Druck in Unternehmen nimmt exponentiell zu. Verantwortlich sind Mails, Xing- und LinkedIn-Nachrichten, Chat-Dienste wie Hipchat und Slack, Social Intranets, Meetings sowie private Netzwerke wie Facebook und WhatsApp. Die Vielzahl der Kommunikationswege hält Mitarbeiter von ihren eigentlichen Zielen und Aufgaben ab oder lässt diese im Nebel von Pings untergehen.

In 2015 werden wir eine Vielzahl neuer Produktivitäts- und Konzentrations-Tools und -Strategien erleben, die darauf abzielen, die Prioritäten der Mitarbeiter konzentriert im Auge zu behalten. Es werden Produktivitätszentralen als neuartige Arbeitsumgebungen entstehen, die dem Management dabei helfen, Mitarbeiter vor dem „Rauschen“ zu schützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Prioritäten klar und fokussiert nachzugehen.

Martin Brüggemann

(Foto: t3n)
(Foto: t3n)

Martin Brüggemann ist Mitgründer und CTO der yeebase media GmbH, dem Herausgeber des t3n Magazins. Er leitet das sechsköpfige Technik-Team und verantwortet die Entwicklung neuer Projekte. Du erreichst ihn unter anderem auf Twitter und Google+.

Content-Commerce, Cloud-Hosting und „DevOps“

Ich sehe drei Trends, die parallel laufen.

Inhalte und Shops rücken näher zusammen, was zu extremen Verbesserungen bei der Shop-Qualität und Kundenzufriedenheit führt, aber auch viele Anbieter vor große Herausforderungen stellt. Stichwort: „Content Commerce“.

Cloudhosting-Lösungen und -Services werden auch in Deutschland zum Standard. Davon profitieren beispielsweise Amazon AWS Deutschland, Profitbricks und jiffybox, aber auch viele ähnlich gelagerte Anbieter. Probleme bekommen klassische Managed-Hosting und Webspace-Anbieter.

Die Rolle des „DevOps“-Mitarbeiters wird die HR-Szene aufmischen. Die bislang ungewöhnliche Mischung aus Entwickler und Administrator gewinnt an Bedeutung, kümmert sich im Unternehmen um die Automatisierung der Server-Konfiguration und optimiert dadurch den Live-Betrieb.

Was ist dein Mega-Trend 2015?

Hier findet ihr noch einmal die Ausgaben der letzten Jahre:

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Lars Budde
Verschlüsselter Video-Chat: Kim Dotcom kündigt Browser-basierte Skype-Alternative an http://t3n.de/news/kim-dotcom-video-chat-skype-alternative-586500/ 2014-12-29T10:33:17Z
Kim Dotcoms Firma Mega soll bald eine eigene Skype-Alternative vorstellen. Der Dienst soll verschlüsselte Videoanrufe und Chats direkt im Browser ermöglichen.

Kim Dotcoms Firma Mega soll bald eine eigene Skype-Alternative vorstellen. Der Dienst soll verschlüsselte Videoanrufe und Chats direkt im Browser ermöglichen.

Kim Dotcom: Die Firma des umstrittenen Unternehmers soll bald eine verschlüsselte Skype-Alternative vorstellen. (Foto: Sam Churchill / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Kim Dotcom: Die Firma des umstrittenen Unternehmers soll bald eine verschlüsselte Skype-Alternative vorstellen. (Foto: Sam Churchill / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Kim Dotcom: Mega soll bald eine verschlüsselte Skype-Alternative vorstellen

Der in Kiel als Kim Schmitz geborene Kim Dotcom hat in seinem Leben schon die verschiedensten Produkte angekündigt. Wirklich realisiert hat er indes nur einen Teil davon. Sein jüngstes Unternehmen ist der verschlüsselte Sharehoster Mega, den Dotcom 2013 nach dem Ende von Megaupload gegründet hatte. Unter dem Mega-Brand will der umstrittene Unternehmer bald auch eine verschlüsselte Skype-Alternative anbieten.

Der Service soll nach Angaben von Dotcom vollständig im Browser laufen und verschlüsselte Video-Anrufe und Chats ermöglichen. Außerdem soll „high speed“ Datentransfer möglich sein. Damit sieht Dotcom seinen neuen Dienst als perfekte Skype-Alternative für Nutzer, die sich eine Kommunikationsmöglichkeit wünschen, die nicht vom US-Geheimdienst NSA überwacht werden kann. Ob Mega eine solche Sicherheit tatsächlich garantieren kann, bleibt aufgrund mangelnder Details zur technischen Umsetzung des Dienstes allerdings unklar.

MegaChat: Neue Vaporware von Kim Dotcom?

Schon 2013 hatte Kim Dotcom angekündigt, verschlüsselte E-Mail- und Chat-Dienste anzubieten. Details gab es dazu bislang allerdings nicht. Im Verlauf seiner Karriere hatte Dotcom schon einige Projekte medienwirksam angekündigt, die nie umgesetzt wurden. Ob auch die angekündigte Skype-Alternative in diese Kategorie fällt, wird sich zeigen.

Sollte der Dienst tatsächlich bald vorgestellt werden, stellt sich für interessierte Nutzer auch eine ganz andere Frage: Ist der mehrfach vorbestrafte Kim Dotcom tatsächlich eine vertrauenswürdige Galionsfigur für einen Chat-Dienst, der auf umfangreichen Datenschutz setzt? Immerhin wurde Dotcom seit 1994 unter anderem wegen Betrug, Insiderhandel und gewerbsmäßiger Bandenhehlerei rechtskräftig verurteilt. Außerdem ermittelt das FBI noch immer wegen mutmaßlicher Copyright-Verletzungen gegen den Unternehmer und selbsternannten Hacker.

via venturebeat.com

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Kim Rixecker
Mega-Fail: Diese Projekte erzielten 0 US-Dollar auf Kickstarter http://t3n.de/news/kickended-578376/ 2014-11-13T10:14:34Z
Kickstarter bietet neben grandiosen Kassenschlagern auch allerlei Kuriositäten. Die größten Misserfolge der Plattform – Projekte, die mit 0 US-Dollar finanziert wurden – präsentiert die …

Kickstarter bietet neben grandiosen Kassenschlagern auch allerlei Kuriositäten. Die größten Misserfolge der Plattform – Projekte, die mit 0 US-Dollar finanziert wurden – präsentiert die Website Kickended.

Kickstarter bietet für Redakteure jede Menge Gesprächsstoff: neue Technologien ermöglichen schier unglaubliche Produkte, dessen Produktion tausende Unterstützer finanzieren. Neben einigen völlig bekloppten Ideen lesen wir deshalb vor allem über besonders erfolgreiche Projekte, darunter Pebble und Ouya.

Kickended: ein neuer Kickstarter-Friedhof

Eine andere Perspektive auf die Crowdfunding-Plattform nimmt Kickended ein. Die Website leitet Besucher zufällig auf eines von über 9.000 Projekten, das auf Kickstarter nicht einen einzelnen US-Dollar einsammelte. Dessen Macher Silvio Lorusso beschreibt die Website deshalb auch als „Platz, der Projekten ohne Unterstützer ein zweites Leben ermöglicht.“ „Frei vom Druck der Finanzierung werden die Projekte ganz auf ihre Ideen reduziert.“

Zu den auf Kickended gelisteten Projekten gehören unter anderem auch „Jongi Wear“, ein T-Shirt mit vorder- und rückseitig genähtem V-Ausschnitt (#wtf) sowie „Royal Crown Apparel“, eine neue Modemarke für deine „royale Seite“ (#omg). Kickended ist abseits dieser kuriosen Beispiele aber nicht nur Unterhaltung. So lang wie die Liste der gescheiterten Projekte, so zahlreich sind auch die dafür verantwortlichen Gründe.

Allerlei Gründe für fehlende Investitionen

Analysiert man die auf Kickended präsentierten Projekte, erkennt man schnell sich wiederholende Fehler: schlechte Fotos, fehlende Videos und ungenaue Beschreibungen. Abseits dieser offensichtlichen Fehler lässt sich zwischen all den Projekten aber noch ein zweiter Grund für das fehlende Interesse seitens der Community ausmachen: die ungenaue Zielgruppe. Immer wieder fragt man sich: Wer will oder braucht so etwas und ist auch noch bereit, zu investieren?

Gut, dass es zumindest dafür eine Antwort gibt: Niemand.

Planst du selbst eine Kampagne auf Kickstarter zu starten? Auf t3n.de findest du auch 10 Experten-Tipps zum erfolgreichen Start deiner ersten Crowdfunding-Kampagne.

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Lars Budde
Indoor-Navigation: Freiburger Startup fordert Google heraus http://t3n.de/news/indoor-navigation-telocate-576063/ 2014-11-03T09:48:18Z
Ob Flughafen, Mega-Mall oder Messegelände – auch Gebäude können unübersichtlich sein. Doch die herkömmliche GPS-Navigation funktioniert in geschlossenen Gebäuden eher schlecht. 

Ob Flughafen, Mega-Mall oder Messegelände – auch Gebäude können unübersichtlich sein. Doch die herkömmliche GPS-Navigation funktioniert in geschlossenen Gebäuden eher schlecht. 

Herkömmliche GPS-Navigation ist auf Signale von Satelliten angewiesen, die durch die Reflektionen innerhalb von Gebäuden ungenau werden. Damit Smartphone-Nutzer ihre Navigations-App wie Google Maps oder Apple Maps auch innerhalb von Gebäuden nutzen können, arbeiten große Unternehmen wie Google, Nokia und Broadcom an Lösungen für die Indoor-Navigation. Sie alle setzen auf die im Gebäude verteilte Empfangsgeräte, um mittels Funktechnologien wie Bluetooth, WLAN oder NFC das Smartphone des Nutzers zu orten.

Keine der Lösungen hat sich bislang auf breiter Front durchgesetzt – denn sie alle erfordern, dass die Gebäudebetreiber mitmachen und sich entsprechend ausrüsten. Das Freiburger Startup Telocate hat einen neuen technischen Ansatz entwickelt, der noch deutlich genauer sein soll. Statt mittels elektromagnetischer Wellen sendet das Smartphone mit der Telocate-Technik über den eingebauten Lautsprecher unhörbare akustische Signal aus, um die eigene Position zu bestimmen.

Von Brigitte Zypries, Staatsekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, wurde das Telocate-Team auf der IFA in Berlin mit dem IKT-Preis ausgezeichnet. (Foto: Wolfgang Borrs)
Von Brigitte Zypries, Staatsekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, wurde das Telocate-Team auf der IFA in Berlin mit dem IKT-Preis ausgezeichnet. (Foto: Wolfgang Borrs)

„Im Supermarkt sind zwei, drei Meter schlecht, denn dann können Sie nicht sagen, ob Sie sich auf der linken oder auf der rechten Seite des Supermarktregals befinden“, sagt Fabian Höflinger, einer der beiden Gründer und Co-Geschäftsführer des Vier-Mann-Startups. Allerdings muss auch bei der Technik aus Freiburg der Gebäudebesitzer mitspielen: Die akustischen Signale werden von kleinen an der Decke angebrachten Geräten empfangen, um den Ort des Smartphone-Nutzers zu bestimmen. Aus der Messung der Empfangszeitpunkte der Empfangsgeräte wird die Position des Smartphones berechnet. Statt einer Präzision von zwei bis drei Metern wie bei herkömmlichen Lösungen soll die Technologie daher eine Genauigkeit im Dezimeterbereich ermöglichen.

Das Startup ist noch ganz am Anfang

Die Kosten für den Gebäudebesitzer seien trotzdem in etwa gleich hoch wie bei bestehenden Lösungen mit WLAN oder Bluetooth, sagt Höflinger. Zudem sei die Telocate-Technik deutlich einfacher zu installieren – „Plug and Play“ nennt er das. Bei der neuen Indoor-Navigation sei es im Gegensatz zu anderen Lösungen nicht notwendig einzustellen, wo sich die Empfänger befinden.

Doch wie kommt die Navigation zum Nutzer? Neben einem normalen Smartphone benötigt er eine spezielle App – mit bestehenden Navigationslösungen funktioniert das System nicht ohne Anpassungen.

Das Startup ist noch ganz am Anfang – die Technologie ist entwickelt und patentiert, jetzt erst geht es darum, sie auf dem Markt zu bringen. Dazu setzen die Gründer auf Kooperationspartner, die die Navigationslösung zu den Kunden bringen sollen.

Messegesellschaft will Piloten testen

Mit einer deutschen Messegesellschaft ist ab Mitte bis Ende nächsten Jahres ein Pilotprojekt vereinbart – bisher nur mündlich. Ziel ist es, dass am Ende die App den Messekatalog ersetzt, also Informationen zu allen Ausstellern bietet, inklusive der Navigation dorthin. „Viele Messen haben ja schon Apps, aber mit Navigation ist da noch nichts – und das wäre dann ein Mehrwert für die Messe“, sagt Höflinger. Telocate soll das System in einer Halle als Pilotprojekt installieren, um nachzuweisen, dass es funktioniert. Geld fließt dabei noch nicht. Bisher haben die Gründer das System nur auf einem Gelände der Universität Freiburg getestet, das lange nicht die Ausmaße hat, für die es einmal eingesetzt werden soll.

Die Empfänger an der Decke orten das Smartphone anhand vom Lautsprecher ausgegebener unhörbarer Signale. (Foto: Telocate)
Die Empfänger an der Decke orten das Smartphone anhand vom Lautsprecher ausgegebener unhörbarer Signale. (Foto: Telocate)

Für das Kartenmaterial von Gebäuden sprechen die Freiburger derzeit mit bestehenden Anbietern. Möglich sei der Einsatz der Technologie beispielsweise auch in Museen, wobei dem Besucher Informationen zum jeweiligen Exponat angezeigt werden. Anders als bei herkömmlicher Technik mit NFC oder Bluetooth muss dabei nicht jedes Exponat mit einem Chip ausgestattet werden – was wo steht, wird einfach per Software aktualisiert.

Szenarien für den Einsatz der Technik fallen Höflinger viele ein. Doch warum sollten sich beispielsweise Verbraucher für den Einkauf im Supermarkt eine App herunterladen? Höflinger verweist auf die USA, wo App-Anbieter mit großem Erfolg Kunden zur virtuellen Schnitzeljagd auffordern –gegen Rabattpunkte. Das könne auch in Deutschland funktionieren.

„Von Google oder Apple gekauft werden - wer hofft das nicht ?“

Das größte Problem für das Startup ist aber die Überwindung des Henne-Ei-Problems: So lange den Nutzern derartige Technik nicht bekannt ist, wird sie auch nicht nachgefragt – und Gebäudebetreiber bieten sie nicht an. Zudem muss Telocate gegen Internet-Riesen wie Google antreten, die schon seit Jahren an dem Thema forschen. Höflinger, der zum Thema Indoor-Navigation promoviert hat, ist dennoch optimistisch: „Die Großen haben Interesse, man sieht die immer auf diesen Konferenzen – allerdings hat sich ihre Technologie noch nicht durchgesetzt.“ Und so lange die anderen auf Technologien mit elektromagnetischen Wellen setzten, sei es auch fraglich, ob sie jemals die Genauigkeit der Freiburger hinbekommen.

Hofft Telocate heimlich darauf, von Google oder Apple gekauft zu werden? „Wer hofft das nicht?“, sagt Höflinger fügt aber hinzu, dass es „auf das Angebot ankommt.“

Mehr Technologie-News auf wsj.de

Von Stephan Dörner

Ursprünglich publiziert bei wsj.de.

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WSJ Redaktion
Der Mega-Deal erklärt: Warum Microsoft Minecraft wirklich kauft [Kolumne] http://t3n.de/news/mega-deal-erklaert-microsoft-minecraft-567241/ 2014-09-16T08:55:41Z
Microsoft hat mit der spektakulären Übernahme der Minecraft-Erfinder für Aufsehen gesorgt. Doch warum blättert der Konzern für eine Spieleschmiede so viel Geld hin und wie passt das in die …

hat mit der spektakulären Übernahme der Minecraft-Erfinder für Aufsehen gesorgt. Doch warum blättert der Konzern für eine Spieleschmiede so viel Geld hin und wie passt das in die Strategie des Unternehmens? Die von Luca Caracciolo.Zugestanden: Als ich von der Übernahme von Mojang durch Microsoft gehört habe, musste ich mit dem Kopf schütteln. Mehrmals. Ich konnte einfach nicht begreifen, inwiefern Minecraft dem Redmonder Unternehmen in irgendeiner Art und Weise helfen könnte. Minecraft ist mit über 54 Millionen verkauften Exemplaren ein sehr erfolgreiches Spiel. Aber blättert Microsoft wirklich 2,5 Milliarden US-Dollar hin, um den Titel auch auf die Windows-Phone-Plattform zu bringen? Wohl kaum.

Das Minecraft-Phänomen verstehen

Um also zu begreifen, warum ein Unternehmen wie Microsoft so viel Geld für ein Spiel bzw. eine Spieleschmiede bezahlt, muss man das Minecraft-Phänomen verstehen. Minecraft ist kein klassisches Videospiel, es ist eine Art Baukasten. Oftmals fällt der Vergleich mit Lego, um die Tätigkeiten der Minecraft-Spieler zu beschreiben. Um ein Gespür für das Spiel zu bekommen, mag der Vergleich in Ordnung sein. Aber der Lego-Vergleich hinkt natürlich.

„Mojang hat den ureigenen menschlichen Spieltrieb in Perfektion ins Digitale übertragen.“

Zwar bauen in Minecraft die Spieler ähnlich wie bei Lego mit Bausteinen Gebäude und Gebilde, doch liegen diese nicht einfach gesammelt auf einem Haufen, sondern müssen abgebaut und zum Teil verarbeitet werden. Es gibt verschiedene Rohstoffe und Materialien. Und von Anfang an ist der Zugriff auf diese Rohstoffe nicht wie bei Lego begrenzt. Spieler in Minecraft bauen sich eine ganze Welt, die einzige Restriktion ist die Zeit.

Diesen jedem Menschen ureigensten Spieltrieb des Bauens und Erschaffens hat Mojang nahezu in Perfektion ins Digitale übertragen. Das ist auch der Grund für den unglaublichen Erfolg des Titels, der bessere Verkaufszahlen aufweist als die meisten Videospiel-Blockbuster der vergangenen Jahre. Ein Geniestreich sozusagen. Selbst auf mobilen Plattformen ist Minecraft extrem erfolgreich, obwohl man doch meinen möchte, dass auf einem kleinen Bildschirm das Spielerlebnis des Bauens und Erschaffens eher leidet. Und nicht zuletzt die extrem engagierte Minecraft-Community, mit über 100 Millionen registrierten Nutzern, spricht für sich.

Microsoft kauft den Geist von Minecraft

Microsoft: Satya Nadella wird neuer CEO. (Foto: Heisenberg Media / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Satya Nadella setzt voll auf eine Cross-Platform-Strategie. Der Minecraft-Deal bestätigt dies.  (Foto: Heisenberg Media via flickr, Lizenz CC BY 2.0)

Microsoft kauft also nicht etwa irgendein Spiel oder ein Entwickler-Studio, sondern eine Marke, ein nahezu universelles Spielerlebnis, eine Bewegung, hinter der eine Lebenseinstellung und ein Pioniergeist stehen. Menschen, die höchst kreativ digitale Welten von einzigartiger Schönheit bauen, bringen einen durch und durch positiven Geist auf Microsofts Plattformen bzw. in das Unternehmen ein. Das kann dem Konzern nur gut tun.

Insofern passt der Kauf der Minecraft-Macher perfekt zur Unternehmensstrategie, die CEO Satya Nadella erst kürzlich nochmals auf den Punkt gebracht hat:

(…) We are very grounded on this cross-platform world. One of the things that you’re find is Microsoft icons on any phone — irrespective of whether it’s a Windows Phone or not. That’s our core goal: Things like Office, things like Skype are broadly available. And Minecraft! On every 8-year-old’s phone, for sure.

Ein extrem positiv besetztes Cross-Platform-Erlebnis

Es geht also weder darum, Minecraft unbedingt auf Windows Phone zu bringen, noch um die 100 Millionen Minecraft-Community-Nutzer, die in Zukunft vielleicht einen Microsoft-Account benötigen. Das mögen nette Nebeneffekte sein. Im Mittelpunkt der Akquisition steht Minecraft als extrem positiv besetztes Cross-Platform-Erlebnis, das nicht nur Gamer, Geeks und Nerds über den ganzen Planeten vereint. Guter Deal, Microsoft.

Bleibt am Ende die Frage, wie sich diese Cross-Platform-Strategie mit dem schlecht laufenden Hardware-Geschäft des Unternehmens verträgt – vor allem in Bezug auf den Surface- und den Windows-Phone-Absatz. Beginnt Nadella – ganz in Minecraft-Manier – jetzt etwa mit dem Konzernumbau?

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Luca Caracciolo
Super Pi Boy 64 Mega: Raspberry Pi macht alten Game Boy zur Retro-Spielemaschine http://t3n.de/news/super-pi-boy-64-mega-raspberry-pi-559117/ 2014-07-24T06:30:09Z
Ein Bastler hat einen alten, klassischen Game Boy in einen universellen Retro-Handheld verwandelt. Dank Raspberry Pi kann das Gerät jetzt neben Game-Boy- auch tausende Game-Boy-Advance-, NES-, …

Ein Bastler hat einen alten, klassischen Game Boy in einen universellen Retro-Handheld verwandelt. Dank kann das Gerät jetzt neben Game-Boy- auch tausende Game-Boy-Advance-, NES-, SNES-, N64- und Sega-Titel spielen.

Es vergeht fast kein Tag ohne neue, beeindruckende Raspberry-Pi-Bastelprojekte. Ein besonderes spannendes Beispiel stammt von einem Bastler, der unter dem Nicknamen „microbyter“ aktiv ist. Er hat verschiedene, existierende Raspberry-Pi-Projekte kombiniert und sich damit eine beeindruckende, mobile Retro-Spielekonsole gebaut. In Anlehnung an alle Konsolensysteme die er mit seinem neuen Gerät emulieren kann, heißt seine Schöpfung „Super Pi Boy 64 Mega“.

Die Innereien des „Super Pi Boy 64 Mega“: Ein LCD-Display aus dem Auto-Bereich und ein Raspberry Pi (Modell B). (Quelle: superpiboy.wordpress.com)
Die Innereien des „Super Pi Boy 64 Mega“: Ein LCD-Display aus dem Auto-Bereich und ein Raspberry Pi (Modell B). (Quelle: superpiboy.wordpress.com)

Grundlage ist ein defekter Ur-Game-Boy

Die Grundlage des ganzen Projekts war ein alter, defekter Game Boy der ersten Generation. Dessen Innereien hat der Bastler entfernt und im Innenraum Platz gemacht für das neue Innenleben: Als Display kommt ein 3,5 Zoll großes Farbdisplay zum Einsatz, das für unter 20 Euro auf Amazon erworben werden kann. Ursprünglich diente es als Display für eine Nachrüst-Rückfahrkamera im Auto. Das Display wurde mit Dremel, Feile und Co. an das Game-Boy-Gehäuse eingepasst. Mit minimaler Lötarbeit wurde außerdem die Stromversorgung des Displays von 12-V-Bordspannung im Auto auf 5 Volt via USB-Anschluss modifiziert.

Der selbstgebaute „Super Pi Boy 64 Mega“ neben dem Ur-Game-Boy. (Quelle: superpiboy.wordpress.com)
Der selbstgebaute „Super Pi Boy 64 Mega“ neben dem Ur-Game-Boy. (Quelle: superpiboy.wordpress.com)

Herzstück ist ein Raspberry Pi, der mit den Original-Buttons verbunden ist

Herzstück der neuen Konsole ist ein herkömmlicher Raspberry Pi (Model B), der momentan für etwa 35 Euro gekauft werden kann. Das Display wurde mittels Composite-Kabel mit dem Raspberry Pi verbunden. Für die Steuerung mithilfe der originalen Game-Boy-Buttons hat sich „microbyter“ eine universelle Nachbau-Platine für den Original-Game-Boy gekauft. Diese verfügt über die gleichen Abmessungen wie das originale Bauteil, verzichtet jedoch auf alle elektrischen Komponenten, so dass die Kontakte der einzelnen Buttons sehr leicht abgegriffen und mit anderen Komponenten verbunden werden können. Die Platine kostete ihn etwa 10 Euro.

Die originalen Buttons wurden fest mit den universellen GPIO-Ports auf dem Raspberry Pi verlötet. Via Software kann den Buttons dann eine Taste auf einer virtuellen Tastatur zugewiesen werden, mit der dann die gesamte Emulations-Software bedient werden kann. Zwei zusätzliche Buttons wurden in das Batteriefach des Game Boy eingesetzt und dienen als Schulter-Buttons, die zum Beispiel für Game-Boy-Advance- und N64-Titel benötigt werden.

RetroPie: Linux-Distribution emuliert dutzende Spielekonsolen

Bei der Software können Retro-Fans zum Glück auf eine fertige, angepasste Linux-Distribution für den Raspberry Pi namens „RetroPie“ zurückgreifen. Damit lassen sich dutzende alte Spielekonsolen und Handheld-Geräte emulieren, darunter unter anderem: Game Boy, Game Boy Color, Game Boy Advance, C64, Atari, NeoGeo, NES, SNES, Playstation und N64. Damit können Nutzer Klassiker der Gaming-Geschichte wie Super Mario, Tetris, Zelda oder Street Fighter spielen. Details zu dem Projekt finden sich auf der zugehörigen Webseite.

via superpiboy.wordpress.com

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Moritz Stückler
I/O 2014: Diese Neuheiten stellt Google auf seiner Mega-Konferenz vor http://t3n.de/news/google-io-vorschau-mehr-google-553066/ 2014-06-24T10:35:39Z
Diese Woche findet zum achten Mal Googles Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco statt. Mehr denn je werden dieses Jahr spannende Vorstellungen erwartet – von neuen Google-Smartwatches über eine …

Diese Woche findet zum achten Mal Googles Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco statt. Mehr denn je werden dieses Jahr spannende Vorstellungen erwartet – von neuen Google-Smartwatches über eine neue Android-Version bis hin zu einer neuen TV-Plattform und vielem mehr.

Google I/O 2014: Am 25. und 26. Juni in San Francisco

Seit 2008 lädt die Entwicklergemeinde jährlich zu seiner größten Konferenz namens „I/O“ ein („I/O“ steht im IT-Bereich als Abkürzung für „Input / Output“). Das Mega-Ereignis wird jedes Jahr spannender, da Google nicht zuletzt durch prominente Akquisitionen immer mehr Firmen und Produkte in sein Portfolio aufnimmt und zukünftige Produkte auf der Konferenz vorstellt. Auch dieses Jahr erfreut sich die Konferenz schon im Vorfeld größter Beliebtheit, sodass Google die Tickets erstmalig nach dem Zufallsprinzip verlost hat.

Der Veranstaltungsort der Google I/O ist das „Moscone West“ in Downtown San Francisco. (Quelle: Zimbio.com)
Der Veranstaltungsort der Google I/O ist das „Moscone West“ in Downtown San Francisco. (Foto: Zimbio.com)

Auch dieses Jahr wird der Themenfokus einmal mehr erweitert und es wird viel Wert auf Smart-Home-Themen gelegt (nach Nest hat Google gerade auch die Überwachungskamera-Firma Dropcam gekauft). Die Konferenz findet am 25. und 26. Juni im Moscone Center in San Francisco statt, dem gleichen Ort, an dem auch Apple vor wenigen Wochen seine Entwicklerkonferenz WWDC abgehalten hat. Wer unter den glücklichen Ticket-Gewinnern ist, muss aber immer noch 900 Dollar hinblättern, um tatsächlich reinzukommen.

Android Wear: Termine, Preise und neue Uhren

Sicher ist, dass Googles Wearable-Devices-Betriebssystem Android Wear im Zentrum der Veranstaltung steht. In der Vergangenheit sind schon viele Details dazu veröffentlicht worden, und Entwickler können auch schon seit einigen Monaten ihre Apps für Android Wear optimieren. Die letzten Fragen sollten nun auf der I/O geklärt werden. Vor allem wird erwartet, dass OEM-Hersteller neue Geräte mit dem Betriebssystem vorstellen und demonstrieren. Die schon bekannten Smartwatches von LG und Motorola dürften auf der I/O endlich offiziell mit einem Release-Termin und einem Preis ausgezeichnet werden. Es wäre sogar denkbar, dass alle zahlenden I/O-Teilnehmer ein Exemplar einer Smartwatch geschenkt bekommen. Solche Hardware-Giveaways sind auf der Konferenz gute Tradition (im letzten Jahr gab es zum Beispiel ein Chromebook Pixel im Wert von rund 1.500 US-Dollar für die Teilnehmer).

Zur Google I/O 2014 werden eine Reihe neuer Smartwatches erwartet. (Quelle: plus.google.com/+Motorola)
Zur Google I/O 2014 werden eine Reihe neuer Smartwatches erwartet. (Bild: plus.google.com/+Motorola)

Aber auch neue Hersteller könnten auf den Android-Wear-Zug aufspringen und eine Vorschau auf ihre Produkte geben. Zum Start der Plattform im März haben neben LG und Motorola auch Asus, HTC, Samsung, Broadcom, Imagination, Intel, Mediatek und Qualcomm ihre Unterstützung angekündigt. Alle Hersteller in dieser Liste wären in der Lage, eigene Smartwatch-Hardware herzustellen und könnten diese auf der I/O vorstellen.

Android 4.5 oder Android 5.0: Mehr Business- und Enterprise-Funktionen

Sicherlich wird es auch Neuerungen im Android-Bereich geben. Es ist zwar möglich, dass Google nur ein kleineres Update (zum Beispiel auf Versionsnummer 4.5) vorstellt, aber auch nicht ausgeschlossen, dass es einen Ausblick auf die nächste große Major-Version Android 5.0 geben wird. Die Codenamen der neuen Versionen sind bisher unbekannt, angeblich soll der Beiname der nächsten Version aber mit „L“ beginnen. Weil alle Android-Versionen bisher nach Süßigkeiten benannt wurden, wäre „Lollipop“ eine denkbare Variante.

Google hat das Unternehmen „Divide“ gekauft und könnte Enterprise-Features in die kommende Android-Version einbauen. (Quelle: Divide.com)
Google hat das Unternehmen „Divide“ gekauft und könnte Enterprise-Features in die kommende Android-Version einbauen. (Quelle: Divide.com)

Zukünftige Android-Versionen sollen zudem deutlich mehr Business- und Enterprise-Features bekommen. Im Mai hat Google deswegen die Firma „Divide“ gekauft, die sich darum kümmert, Android-Geräte businesstauglich zu machen. Dazu erstellt die Anwendung einen verschlüsselten, zweiten Arbeitsbereich, in dem Mitarbeiter sensible Daten aufbewahren und Firmen-Aufgaben verwalten können – ein ähnlicher Ansatz, wie ihn Samsung mit seinem Produkt „Knox“ verfolgt. Viele dieser Funktionen könnten in kommenden Android-Versionen ein fester Teil des Betriebssystems werden – und damit Apps von Drittherstellern größtenteils überflüssig machen.

Android TV: Ein letzter Anlauf im TV-Markt

Im TV-Markt ist Google in der Vergangenheit mit seinem Software-Konzept „Google TV“ und seinem Hardware-Produkt „Nexus Q“ schon zwei Mal glorreich gescheitert. Nur der kleine Streaming-Stick Chromecast konnte sich aufgrund seines einfachen Konzept als reiner Empfänger für andere Geräte und des geringen Preises auf dem Markt halten. Aber Google scheint damit nicht zufrieden zu sein, nach wie vor will der Konzern Android auch auf Fernsehgeräte bringen.

Android TV: So soll die Oberfläche von Googles neuer TV-Oberfläche aussehen. (Bild: The Verge)
Android TV: So soll die Oberfläche von Googles neuer TV-Oberfläche aussehen. (Bild: The Verge)

Der neueste Anlauf soll Android TV heißen und auf der Google I/O vorgestellt werden. Dabei hat sich das grundlegende Konzept seit Google TV nicht wirklich geändert. Google hat die Oberfläche etwas vereinfacht und versucht, sich auf die essenziellen Funktionen, nämlich das Auffinden und Angucken von Inhalten, zu konzentrieren. Wieso das jetzt auf einmal funktionieren sollte, bleibt zwar weiter fraglich, aber vielleicht hat Google ja noch ein paar Überraschungen in Form von Content-Kooperationen im Ärmel.

Android kommt ins Auto

Neben der Armbanduhr und dem Fernseher soll Android zukünftig auch im Auto eine größere Rolle spielen. Auch Apple hat den Wert dieses Markts schon erkannt und vor kurzem „CarPlay“ veröffentlicht. Ganz ähnlich soll auch Googles neues Produkt funktionieren, das bisher unter dem Namen „Google Auto Link“ entwickelt wurde. Dabei handelt es sich nicht um ein eigenständiges Betriebssystem für das Auto, sondern um eine spezialisierte Benutzeroberfläche für Android-Smartphones, die mit dem Auto (mit und ohne Kabel) gekoppelt werden. Mit dieser Oberfläche soll sich Android wesentlich leichter und schneller bedienen und damit auch während der Fahrt komfortabel und sicher einsetzen lassen.

Neben Apple dürfte auch Google bald ein User-Interface für Smartphones im Auto anbieten. (Screenshot: Apple)
Neben Apple dürfte auch Google bald ein User-Interface für Smartphones im Auto anbieten. (Screenshot: Apple)

Project Tango, Project Ara, Fahrerloses Auto, Google Glass und vieles mehr

Natürlich wird Google in den zwei Konferenztagen noch deutlich mehr vorstellen. Im Gegensatz zum großen Konkurrenten Apple zeigt sich Google erfahrungsgemäß auch etwas offener und gibt Einblicke in Entwicklungen, die noch nicht marktreif sind, sodass man durchaus auch Vorstellungen von neuen und extravaganten Produkten und Diensten erwarten kann. Neuheiten und Informationen zum Projektstatus könnte es deswegen auch vom 3D-Tablet „Project Tango“, dem modularen Smartphone „Project Ara“ und Googles fahrerlosem Auto geben. In diesen Kategorien scheinen neue Produkte aber eher unwahrscheinlich, da bei allen genannten Produkten erst vor kurzer Zeit neue Entwicklungen vermeldet wurden. Denkbarer wären Neuvorstellungen in den folgenden Kategorien:

  • Neue Nexus-Geräte: Mit neuen Nexus-Geräten kann man vermutlich erst wieder Ende des Jahres rechnen. Dann müsste Google turnusgemäß wieder neue Tablets vorstellen. Gerade das Nexus 10 hat inzwischen schon eineinhalb Jahre auf dem Buckel und müsste abgelöst werden. Es gibt schon länger Gerüchte, dass HTC an einem neuen Nexus-Gerät mit 8,9-Zoll-Display arbeitet.
  • Updates für Google+: Googles Soziales Netzwerk fristet immer noch ein Nischendasein. Zwar gibt es eine loyale Nutzerschaft, viele Nutzer aber stehen nach wie vor auf Kriegsfuß mit Google +, gerade durch Vorstöße, das Netzwerk in alle anderen Google-Dienste zu integrieren. Aber auch durch das Ausscheiden des zuständigen Managers Vic Gundotra hängt Google+ momentan etwas in der Luft und könnte neuen Rückenwind in Form neuer Features gebrauchen.
  • Vorstellung von Android Silver: Langfristig will Google anscheinend das Nexus-Programm ausweiten und den Netzbetreibern und Herstellern in Bezug auf die Fragmentierung von Android-Versionen noch mehr Einhalt gebieten. Dazu soll die Marke Nexus langfristig in „Android Silver“ umbenannt werden. Dieser Schritt dürfte aber noch etwas Zeit brauchen und ist daher zur Google I/O eher unwahrscheinlich.
  • Neue Version von Google Glass: Google Glass wurde vor zwei Jahren auf der Google I/O vorgestellt. Allerdings ist das Produkt nach wie vor in einer Art Beta-Phase. Zunächst war die Brille nur für einen kleinen Personenkreis erhältlich, erst seit kurzer Zeit ist Google Glass für jedermann erhältlich (zumindest in einigen Ländern). Dabei handelt es sich aber vermutlich nur um eine Art Abverkauf der schon hergestellten Brillen. Es wird erwartet, dass Google in Zukunft ein neues Modell vorstellen wird, in das die Erfahrungen der ursprünglichen Explorer-Edition eingeflossen sind. Eine Vorstellung zur diesjährigen I/O wäre möglich, erscheint aber etwas zu schnell.

Live-Streaming: Keynote und viele Sessions von Zuhause aus verfolgen

Eine gute Nachricht für alle Daheimgebliebenen: Sowohl die Eröffnungs-Keynote als auch viele der einzelnen Sessions können live gestreamt werden. Einen Überblick über die Themen-Vielfalt der I/O sowie die verfügbaren Livestreams findet ihr im offiziellen Event-Kalender. Außerdem gibt es eine eigene Android-App, die sowohl für Zuschauer vor Ort als auch für Besucher aus dem Internet gemacht wurde.

Google I/O 2014
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Moritz Stückler
iPhone 6, iOS 8, OS X 10.10: Das erwartet uns auf Apples Mega-Konferenz WWDC 2014 http://t3n.de/news/wwdc-2014-iphone-6-ios-8-mac-osx-10-10-548489/ 2014-06-01T08:10:50Z
Apples Entwickler-Konferenz WWDC beginnt am Montag und die Erwartungen sind groß. Angeblich wird es ein ganzes Feuerwerk an Neuigkeiten geben. Die Gerüchte reichen von der neuen Max-OS-X-Version …

Apples Entwickler-Konferenz beginnt am Montag und die Erwartungen sind groß. Angeblich wird es ein ganzes Feuerwerk an Neuigkeiten geben. Die Gerüchte reichen von der neuen Max-OS-X-Version 10.10 über bis hin zu neuen iPhones und Smart-Home-Geräten. Wir schaffen Übersicht.

WWDC 2014: Apples Entwickler-Konferenz geht vom 2. bis zum 6. Juni

Apples jährliche Entwickler-Konferenz findet dieses Jahr vom 2 bis zum 6. Juni in San Francisco statt. Als Veranstaltungsgelände dient einmal mehr das berühmte Moscone Center im Stadtzentrum von San Francisco. Die begehrten Tickets wurden dieses Jahr erstmalig im Losverfahren vergeben. Ein Ticket kostet stolze 1599 US-Dollar. Dafür erwarten die rund 5000 glücklichen Entwickler aber auch extrem hochwertige Vorträge und exklusiver Kontakt zu rund 1000 Apple-Mitarbeitern. Im Gegensatz zu anderen Entwickler-Konferenzen gibt es auf der WWDC meistens keine besonders teuren Giveaways oder Gift-Bags.

Der Veranstaltungsort, dass Moscone-Center in Downtown San Francisco ist schon fertig dekoriert. (Quelle: theverge.com)
Der Veranstaltungsort, dass Moscone-Center in Downtown San Francisco ist schon fertig dekoriert. (Quelle: theverge.com)

Die WWDC markiert jährlich die größte Welle an Neuheiten und Ankündigungen für das Apple-Universum. Ein Großteil aller existierenden Produkte wird anlässlich der Veranstaltung aktualisiert und erfahrungsgemäß werden hier auch wichtige neue Produkte vorgestellt.

Der Elefant im Raum: Kommt das iPhone 6?

Traditionell wird das iPhone eigentlich jährlich im September auf einer eigenen Veranstaltung vorgestellt. Es gibt aber Gerüchte die dafür sprechen, dass es bereits nächste Woche auf dem WWDC vorgestellt werden könnte. Es wird erwartet, dass mindestens eins, wenn nicht sogar zwei neue iPhone-Modelle mit größerem Display vorstellen soll. Ein Video, welches angeblich im Rahmen der Aufbauarbeiten des WWDC geschossen wurde, soll das zeigen.

iOS 8 – Healthbook, „echtes“ Multitasking und Smart-Home-Plattform

Als sicher gilt, dass Apple auf dem WWDC einen ersten Einblick in die nächste iOS-Version Nummer 8 gewähren wird. Zu den Features soll die „Healthbook“-App gehören, welche Bewegungs- und Gesundheitsdaten zentral sammeln soll, und sich mit Apps von Drittherstellern erweitern lässt. Außerdem gab es vor kurzem Gerüchte, dass Apple in iOS 8 auch eine Smart-Home-Plattform integrieren könnte. Damit ließen sich Smart-Home-Komponenten, zum Beispiel Glühlampen, Schlösser oder Thermostate einfacher mithilfe von iOS-Geräten steuern. Das Programm soll ähnlich aufgebaut werden, wie das bisherige „Made for iPhone“-Zubehörprogramm.

Apple wird iOS 8 auf der WWDC vorstellen. Ein Highlight soll die zentrale Gesundheits-App „Healthbook“ sein. (Quelle: 9to5mac.com)
Apple wird iOS 8 auf der WWDC vorstellen. Ein Highlight soll die zentrale Gesundheits-App „Healthbook“ sein. (Quelle: 9to5mac.com)

Deutliche Verbesserungen soll es außerdem in Apples eigener Karten-App geben – sie soll bald öffentliche Verkehrsmittel berücksichtigen können. Das bisherige „Game Center“ als eigenständige App auf jedem iOS-Gerät könnte verschwinden, die Funktionen und der Name sollen aber erhalten bleiben und einfach in die betreffenden Spiele integriert werden. Auch Siri bekommt garantiert neue Funktionen und soll zukünftig Musik identifizieren können, genau wie die beliebte App „Shazam“.

iOS 8: Zukunftssicher dank VoLTE?

Ein Feature, welches auf den ersten Blick relativ unspektakulär klingt, aber für viel Aufruhr im Mobilfunkmarkt sorgen wird ist Voice-over-LTE (kurz: VoLTE): Anstatt wie bisher Telefongespräche über das GSM-Netz und die sogenannte „Leitungsvermittlung“, wie bei einem Festnetz-Telefon, aufzubauen, soll iOS 8 Gespräche über das IP-Protokoll abwickeln können. Die Vorteile dafür liegen vor allem in der besseren Sprachqualität. Dieses Feature muss zwar vom Netzbetreiber aktiviert werden, könnte sich aber in der Zukunft schnell verbreiten und macht iOS damit zukunftssicher.

Das „Notification Center“ könnte weiter vereinfacht werden und die Voice-Memo-App erhält angeblich einen neuen Look. Auch mobile Varianten der OS-X-Anwendungen „Vorschau“ und „TextEdit“ sind angeblich geplant. Eine Möglichkeit zum parallelen Ausführen von zwei Apps auf dem iPad im Splitscreen-Modus wird es anscheinend pünktlich zur WWDC noch nicht geben.

OS X 10.10 Yosemite – Optisch komplett überarbeitet

Die neue Mac-OS-Version soll sich vor allem optisch vom Vorgänger unterscheiden. 10.10 soll sich deutlich näher am flachen Look von iOS 7 orientieren. Zwar hat man mit OS X 10.9 Mavericks schon einen Großteil der sogenannten skeuomorphischen Optik (Oberflächen, die so aussehen wie reale Materialien, zum Beispiel Leder oder Gras) wieder entfernt, aber OS X 10.10 soll auch den letzten Überbleibseln (zum Beispiel die Photo-Booth-App) den Garaus machen. Der gesamte Look könnte flacher und großflächiger werden. iOS und OS X sollen sich optisch weiter aneinander annnähern.

So könnte OS X 10.10 Yosemite aussehen. Jedenfalls soll es deutlich flacher und iOS-ähnlicher werden. (Quelle: giga.de)
So könnte OS X 10.10 Yosemite aussehen. Jedenfalls soll es deutlich flacher und iOS-ähnlicher werden. (Quelle: giga.de)

Zu neuen Funktionen von OS X 10.10 ist noch nicht viel bekannt. Es wäre möglich, dass Apple eine Art „Control Center“ für OS X (mittels Fremdsoftware bereits erhältlich) einführt, also ein kompaktes Zusatzmenü, in welchem die wichtigsten Systemfunktionen schnell und einfach verändert werden können (zum Beispiel Bildschirmhelligkeit, Lautstärke, WLAN und Bluetooth). Die entsprechenden Icons in der Menübar könnten dann an einen anderen Ort wandern, so dass dort mehr Platz für Applikationen von Drittherstellern frei wird. Denkbar wäre auch, dass Apple endlich ermöglicht, Dateien via AirDrop zwischen iOS und OS X auszutauschen.

Die ersten Banner im Konferenzzentrum sprechen dafür, dass Mac OS X 10.10 den Beinamen „ Yosemite“ oder „El Cap“ tragen wird. (Quelle: theverge.com)
Die ersten Banner im Konferenzzentrum sprechen dafür, dass Mac OS X 10.10 den Beinamen „ Yosemite“ oder „El Cap“ tragen wird. (Quelle: theverge.com)

Erste Banner, die bereits vergangene Woche im Moscone Center aufgehängt wurden, zeigen den OS-X-Schriftzug vor dem berühmten „El Capitan“-Felsen im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Demnach wird vermutet, dass OS X 10.10 wieder den Beinamen einer kalifornischen Sehenswürdigkeit tragen wird, so wie die aktuelle Version „Mavericks“ einen beliebten Surfspot an der kalifornischen Küste bezeichnet. Wirft man einen Blick auf die Liste an Produktnamen, die sich Apple in der Vergangenheit sichern ließ, dann gibt es darunter zwei sehr wahrscheinliche Kandidaten: Yosemite oder „El Cap“.

Neue Produktkategorien: Keine iWatch, iTV und Co. in Sicht

Schon seit Jahren gibt es Gerüchte, dass Apple in den Wearable- und Fernsehmarkt einsteigen möchte. Und eine potenzielle iWatch wäre sicherlich ein passendes Accessoire, besonders für die Healthbook-App von iOS 8. Es gibt aber im Vorfeld der Konferenz keinerlei konkrete und aktuelle Hinweise, dass eine iWatch oder ein iTV bald vorgestellt werden könnten. Anscheinend wird sich Apple weiterhin Zeit lassen mit diesen neuen Produktkategorien.

Sonstige Hardware: Größeres iPad, neues MacBook Air und Brückengerät zwischen MacBook und iPad

Zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen: Es könnte zur WWDC auch Zuwachs in der bisherigen MacBook- oder iPad-Produktfamilie geben. Gerade nach der Vorstellung des Surface Pro 3 von Microsoft mit seinem größeren 12-Zoll-Display könnte es auch sein, dass Apple ein größeres iPad vorstellen wird. Bei einem solchen Gerät könnte es sich außerdem um ein Brückengerät zwischen iOS und OS X bzw. iPad und MacBook geben. Es gibt Gerüchte, dass Apple bereits lüfterlose ARM-Prozessoren einsetzt, damit ließe sich ein solches Gerät realisieren, dass sowohl mit iOS oder OS X ausgestattet sein könnte.

Auch eine neue MacBook-Air-Variante mit einer Display-Größe von 12 Zoll wird schon seit vielen Monaten diskutiert und könnte auf der WWDC vorgestellt werden. Die lang erwartete Einführung eines MacBook Air mit Retina-Display muss hingegen wohl noch warten. Vermutlich wird ein solcher Schritt zusammen mit Intels zukünftiger Prozessorgeneration „Broadwell“ erfolgen, die mit einigen Monaten Verspätung, zum Ende des Jahres auf den Markt kommen soll.

WWDC 2014: Keynote im Livestream verfolgen

Apple wird dieses Jahr die Eröffnungs-Keynote von der WWDC2014 live im Internet streamen. Ab 19 Uhr deutscher Zeit (10 Uhr Ortszeit in San Francisco) findet man die Übertragung auf der dazugehörigen Eventseite bei Apple. Die wichtigsten Neuigkeiten finden sich natürlich danach auch auf unserer Startseite.

via 9to5mac.com

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Moritz Stückler