Musik-Streaming | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Musik-Streaming 2014-07-16T07:10:47Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/musik-streaming Der Spotify-Effekt: Wieso ich meine 100 GB große MP3-Sammlung vermissen werde http://t3n.de/news/spotify-effekt-100-gb-grosse-mp3-sammlung-556511/ 2014-07-16T07:10:47Z
Lokale Musiksammlungen haben ausgedient. Spotify, Rdio, iTunes und Co. verdrängen hunderte Gigabyte große Musikarchive auf privaten Rechnern. Eine unaufhaltsame Entwicklung, die nostalgisch stimmt …

Lokale Musiksammlungen haben ausgedient. , , und Co. verdrängen hunderte Gigabyte große Musikarchive auf privaten Rechnern. Eine unaufhaltsame , die nostalgisch stimmt und unseren Autor zehn Jahre zurückblicken lässt.

„Are you sure you want to delete the selected Files?“ – Nein, sicher bin ich mir wahrlich nicht. Zu viele Erinnerungen hängen an diesen Dateien. Gleichzeitig sind sie eigentlich nicht wertvoll. Die gleichen Daten lagern auf tausenden anderen Rechnern. Im Gegensatz zu Fotos sind sie ersetzbar und nicht einzigartig. Es ist sinnlos, sie lokal auf meiner Festplatte zu behalten. Innerhalb der letzten vier Jahre habe ich nur eine Handvoll von Ihnen überhaupt geöffnet.

95,6 Gigabyte. Diese Zahl bescherte mir im Jahr 2004 anerkennende Blicke und Komplimente auf LAN-Parties oder dem Schulhof. Eine MP3-Sammlung dieser Größe war damals ein Statussymbol. So wie die Leistung des ersten Autos oder die Zahlen auf Magic-Sammelkarten, war damals auch die Größe der digitalen Musik-Kollektion ein soziales Kriterium.

Bye Bye Musiksammlung: Ich hab eine Neue – Sie heißt Spotify. (Screenshot: Moritz Stückler)
Bye Bye Musiksammlung: Ich hab eine Neue – Sie heißt Spotify. (Screenshot: Moritz Stückler)

100 Gigabyte waren vor 10 Jahren eine riesige Datenmenge

Natürlich hatten 95,6 Gigabyte vor zehn Jahren eine ganz andere Bedeutung. Festplatten gab es damals in Größen von 80, 120 oder 160 Gigabyte und es war ein Kraftakt, so große Datenmengen überhaupt auf den eigenen Rechner zu kriegen. Die ersten Songs für meine Sammlung habe ich noch selber von Audio-CDs gerippt, anschließend mal ein paar auserlesene Titel mit ISDN und Kanalbündelung in kriechender Geschwindigkeit runtergeladen, später dann mit revolutionärem Speed dank des ersten DSL-Anschlusses. Zuerst bei Napster, dann bei Audiogalaxy und KaZaA. Aufgrund der geringen Bandbreite musste man sich sehr gut überlegen, welchen Titel man herunterladen will – ganze Alben waren nicht drin. Nur auf LAN-Parties konnte man sich größere Datenmengen in der Spielpause saugen.

Audiogalaxy: Einer der ersten Filesharing-Dienste. (Quelle: homepage.ntlworld.com)
Audiogalaxy: Einer der ersten Filesharing-Dienste. (Screenshot: homepage.ntlworld.com)

Die Bandbreite der Anschlüsse wurde größer und so wuchs auch die Sammlung immer schneller. In Zeiten von eDonkey und BitTorrent gab es keine Limits mehr: Ganze Diskografien oder Chart-Compilations landeten über mehrere Nächte verteilt auf der Festplatte. Die Legalität dieses Verhaltens war mir damals als Teenager herzlich egal. Als Schüler mit 30 Euro Taschengeld und einem gleichzeitig unstillbaren Durst nach neuer Musik, hatte ich wenig Verständnis für das Urheberrecht und die Interessen von Künstlern. Dazu gesellte sich später auch Trotz und Frustration über mangelnde digitale Vertriebsmodelle der Musikindustrie. Inzwischen hat sich meine Meinung in diesem Bereich radikal geändert. Zwei Abmahnungen wegen Urheberrechtsverstößen haben ihren Teil dazu beigetragen. Und dank attraktiver, legaler Alternativen, die es inzwischen gibt, ist Filesharing für mich heute gar keine Option mehr.

Spotify: Ein zentrales Musikarchiv für 10 Euro pro Monat

2010 erzählte mir ein Freund von Spotify: Ein zentralisiertes Musikarchiv, auf das jeder Nutzer zugreifen kann. Ich habe schon früh verstanden, dass die lokale, dezentrale Speicherung von so massenhaft nachgefragten Dateien ökonomisch keinen Sinn macht. Umso mehr war ich von Spotify begeistert und seit 2010 zahle ich jeden Monat rund zehn Euro an die schwedische Firma.

Diese zehn Euro sind auf meinem monatlichen Kontoauszug der Posten, der mich am wenigsten ärgert. Ich zahle sie gerne und mit einem Lächeln auf dem Gesicht – ganz im Gegenteil: Zehn Euro kommen mir immer noch wie ein unglaubliches Schnäppchen vor. Dafür bekommt man im Laden nicht mal ein einziges Album – und damit kann ich jetzt so viel hören, wie ich will.

Spotify: Ein zentrales Musikarchiv für 10 Euro pro Monat. (Quelle: Bla)
Spotify: Ein zentrales Musikarchiv für 10 Euro pro Monat. (Screenshot: wearesuperfamous.com)

Das finde ich als Kunde zwar nett, weiß aber inzwischen auch, wie sehr die Künstler darunter leiden. Ich fände es gut, wenn Spotify seine Preise anheben würde, sodass am Ende auch mehr bei den Künstlern hängen bleibt. 15 oder 20 Euro würde ich immer noch für den Dienst bezahlen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Seitdem sind meine MP3-Dateien sinnbildlich etwas eingestaubt. Klar, einige Songs finde ich bei Spotify nicht, aber die Auswahl wird immer besser. Nur ein paar wenige und legal erworbene Alben werde ich zukünftig behalten – vielleicht 2,5 Gigabyte. Der Rest ist überflüssig geworden.

Schallplatten kann man fühlen und riechen – Dateien nicht

Mein Vater könnte vermutlich nicht verstehen, wieso ich dermaßen an diesen Daten hänge. Er sammelt Schallplatten. Einige tausend Exemplare hat er davon in seinem Wohnzimmer. Er kann ihre Booklets und Hüllen bestaunen, sie anfassen und riechen. Manchmal stöbert er durch seine Platten und fährt dabei langsam mit den Fingern an ihrem Rücken entlang. Zu vielen seiner Platten kann er eine Geschichte erzählen: Wo er sie oder wieso er sie gekauft hat – und wann und mit wem er sie gehört hat.

vinyl
Schallplatten kann man riechen und fühlen – aber auch an MP3s können Erinnerungen hängen. (Foto: © stevecoleimages – iStock.com)

So wie er über die Rückseiten seiner Platten streift, so bewege ich mein Scrollrad auf und ab und blättere durch Alben, Songs, Bootlegs oder Live-Mitschnitte und schwelge in Erinnerungen. „The Middle“ von Jimmy Eat World lief auf Klassenfahrt rauf und runter, bei Limp Bizkits „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ hatte ich den ersten Vollrausch und die Songtexte von Linkin Parks „Hybrid Theory“ habe ich fast alle auswendig gelernt und mit einem Wörterbuch übersetzt.

Also wieso löschen, wenn doch so viele Erinnerungen dran hängen? Die Antwort ist philosophischer Natur: Ich habe gerne wenig Ballast im Leben. Auch Daten können Ballast sein. Sie müssen gepflegt, sortiert und gesichert werden, wenn sie benutzt werden sollen. Genau wie ich es mag, mit relativ wenig materiellem Besitz zu leben, finde ich auch Gefallen daran möglichst wenig Daten zu besitzen und Redundanzen zu reduzieren, und genau das sind meine MP3s heute leider – redundant.

Ein Inhaltsverzeichnis werde ich behalten – wegen der Nostalgie

Aber das Gefühl, durch meine Sammlung zu scrollen, will ich auch in Zukunft nicht missen – auch wenn ich die Dateien nie mehr anklicke. Die Zusammenstellung meiner Sammlung ist für mich eine Inspirationsquelle. Es ist einfacher, aus meiner privaten Sammlung etwas auszuwählen, dass ich gerade hören will, als aus dem Nichts heraus etwas bei Spotify zu finden.

Deswegen generiere ich mir eine HTML-Datei mit der Ordner- und Dateistruktur meiner Sammlung – also ein Inhaltsverzeichnis für die Nostalgie. Und dann klicke ich auf „Yes“.

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Moritz Stückler
Dein NAS-Server als Private Cloud: So gehts http://t3n.de/magazin/nas-fileserver-post-prism-private-cloud-eigenbau-234614/ 2014-07-01T08:39:29Z
Google Drive, Dropbox, iCloud und Co. sind unglaublich praktisch. Doch viele Unternehmen und Privatpersonen sehen die Cloud mittlerweile skeptisch. Immerhin stand 2013 im Zeichen von …

, , und Co. sind unglaublich praktisch. Doch viele Unternehmen und Privatpersonen sehen die mittlerweile skeptisch. Immerhin stand 2013 im Zeichen von Datenschutzskandalen. PRISM, Tempora und XKeyscore haben gezeigt, dass unternehmensrelevante oder private Daten auf fremden Servern in den USA nicht unbedingt sicher aufgehoben sind. Eine selbst gehostete Lösung wie ein (Network Attached Storage) ist eine probate Alternative, die trotzdem viele Vorteile der Cloud bietet.

Die Cloud ist bequem und praktisch: Dateien stehen jederzeit und überall auf allen Geräten zur Verfügung. Gleiches gilt für E-Mails und andere Daten – selbst Software wie Photoshop lässt sich mittlerweile vollständig im Browser nutzen. Hört man sich in Deutschland bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) um, stellt man fest, dass viele Firmen auf Cloud-Dienste von Drittanbietern setzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kostenersparnis bei Hardware und Betrieb, hohe Verfügbarkeit, einfache Skalierbarkeit sowie Flexibilität beim Zugriff auf Daten und Anwendungen – um nur ein paar zu nennen. Viele Unternehmen und Nutzer beginnen jedoch, die Verheißungen der Cloud zu hinterfragen – zu Recht. Immerhin lagern die eigenen Daten auf den Servern fremder Unternehmen und es lässt sich nicht zu hundert Prozent nachvollziehen, wer Zugriff auf diese Daten hat.

Cloud-Anbieter mit schlechten Noten

Die Nachteile der Cloud wiegen schwer, wie spätestens die Berichterstattung über diverse Überwachungsprogramme gezeigt hat. Besonders Unternehmen sollten sich genau überlegen, welche Daten sie auf fremden Servern ablegen wollen. Viele KMU gehen mit dem Thema Wirtschaftsspionage zu fahrlässig um. Auch Privatpersonen sollten sich fragen, welche Daten sie der Cloud anvertrauen wollen. Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass zumindest US-Sicherheitsbehörden wie das FBI oder die NSA auch weiterhin Zugriff auf die Server von Unternehmen wie Apple, Google und Microsoft haben – und damit auch auf Unmengen von Daten, die der Nutzer sicher wähnt. Ganz zu schweigen von dem Fakt, dass so manche Sicherheitsbehörde wichtige Knotenpunkte anzapft und gleich den kompletten Datenverkehr abfängt.

Für Privatnutzer hat Stiftung Warentest in der Ausgabe 08/2013 13 Cloud-Speicher unter die Lupe genommen und kam zu einem vernichtenden Urteil. Keiner der getesten Dienste konnte die Note „sehr gut“ oder „gut“ erreichen. Zu den getesteten Cloud-Diensten gehörten: Telekom Medien-Center, Dropbox, LaCie Wuala, Trend Micro SafeSync, GMX MediaCenter, Strato hiDrive Free, Web.de Online-Speicher, Box, MozyHome, Google Drive, Pro Softnet IDrive, Sugarsync und Microsofts OneDrive (ehemals SkyDrive). Besonders zu beanstanden seien laut Stiftung Warentest der mangelhafte Datenschutz im Allgemeinen und der unbefriedigende Schutz der Nutzerdaten durch die Anbieter.

Online-Speicher selbst aufsetzen

KMU und Privatpersonen, die ihre Daten nicht in der Cloud und damit auf fremden Servern speichern wollen, können alternativ ihren eigenen Online-Speicher aufsetzen und hosten. Hierfür hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten: entweder kommt ein eigener Server (auch ausrangierte Rechner eignen sich) mit entsprechender Software oder aber ein NAS zum Einsatz. Der Begriff „Private Cloud“, der in diesem Zusammenhang oft verwendet wird, ist ein wenig irreführend. Ein waschechter Cloud-Anbieter zeichnet sich nämlich unter anderem durch folgende Merkmale aus, die nicht zu hundert Prozent auf ein NAS zutreffen:

  1. On Demand – Ressourcen werden genau dann bezogen, wenn sie benötigt werden
  2. Genaue Abrechnung – Bezahlt wird nur, was man tatsächlich nutzt (entweder pro Minute oder Stunde, pro Nutzer oder nach Datenvolumen)
  3. Automatische Skalierbarkeit – Ressourcen passen sich automatisch den Bedürfnissen des Nutzers an
  4. Geringer Administrationsaufwand – Die herkömmliche Cloud ist als Dienst zu verstehen, der ohne viel Administrationsaufwand nutzbar ist

Wer den Administrationsaufwand allerdings gering halten oder bei der Skalierbarkeit flexibel bleiben will, kommt um einen herkömmlichen Cloud-Anbieter vermutlich nur schwer herum. Alle anderen sollten ernsthaft in Erwägung ziehen, ihre Daten selbst zu hosten – vor allem dann, wenn es um sensible Daten geht.

Vor- und Nachteile von NAS

Bei einem NAS handelt es sich vereinfacht gesagt um ein Gerät, das in einem Gehäuse den Speicherplatz mehrerer Festplatten bündelt und diesen im heimischen- oder Firmen-Netzwerk verfügbar macht. Ein NAS verfügt über ein eigenes Betriebssystem (oftmals auf Linux basierend) und stellt auch weitere Funktionen bereit. Setzt man auf eine Plug&Play-Lösung in Form eines NAS, kann man mit überschaubarem Aufwand seine ganz private „Cloud“ aufsetzen, die sich nicht nur als Speicher- und Backup-Lösung eignet, sondern auch Dienste wie Kalender, Mail, Fernzugriff über das Internet oder Medienstreaming bereit stellt. Viele Hersteller spendieren ihren Geräten ein Web-Interface, mit dem der Administrator die unterschiedlichen Dienste und Zugriffsrechte bequem im Browser konfigurieren und verwalten kann. Apps für Smartphones und Tablets runden den Funktionsumfang ab.

Eine „Private Cloud“ bietet viele Vorteile der herkömmlichen Cloud – bei höherer Kontrolle über die eigenen Daten. Einer der gewichtigsten Nachteile der privaten Lösung ergibt sich aus oftmals geringen Upload-Geschwindigkeiten des eigenen Internetanschlusses. Die Upload-Geschwindigkeit ist nämlich gleich der Download-Geschwindigkeit, wenn man von außerhalb auf das NAS, das sich ja im internen Heim- oder Firmen-Netzwerk befindet, zugreifen möchte.

nas private cloud synology
Viele Webinterfaces von NAS wie das DMS der Diskstation von Synology bieten auch einen Wizard, der den Betreiber bei der Einrichtung unterstützt.

Bevor man sich für ein NAS entscheidet, sollte man sich darüber bewusst sein, dass man selbst dafür verantwortlich ist, seine Daten abzusichern und die Lösung regelmäßig zu pflegen. Diese wichtigen Aspekte übernimmt in diesem Fall kein Dienstleister und der Nutzer trägt selbst die volle Verantwortung.

NAS ist nicht gleich NAS

Anbieter von NAS-Hardware gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Zu den bekanntesten Anbietern gehören Synology, Bufallo, D-Link, Netgear, Western Digital, Zyxel und Qnap. In vielen Fällen kommen die kleinen Boxen in vielen Bereichen an einen ausgewachsenen Server heran. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf genaue Gedanken über die benötigte Ausstattung machen. Wenn möglich entscheidet man sich für ein Gerät, das den Betrieb mehrerer Festplatten in einem Raid (Organisation mehrerer Festplatten zu einem logischen Laufwerk, entweder um höhere Datensichereheit bei Ausfall einer Platte oder aber einen höheren Datendurchsatz zu erreichen) ermöglicht. Die Preise von NAS variieren je nach gebotenen Features und Anzahl der Steckplätze für Festplatten zwischen 50 und 2.000 Euro. KMU und Privatanwender können abhängig von den eigenen Ansprüchen bereits ab 300 Euro ein geeignetes Gerät finden.

Kaufen mit Köpfchen

Primär beeinflusst die Kompatibilität die Kaufentscheidung. Die meisten NAS verstehen sich allerdings sowohl mit Windows als auch mit Mac OS. Einige Geräte arbeiten auch mit Linux-Umgebungen oder beispielsweise der Time Machine von Apple. Wie auch bei Servern resultieren mehr Arbeitsspeicher und ein schnellerer Prozessor in mehr Performance. Das macht die Hardware aber auch entsprechend teurer und stromhungriger. Geräte mit einer Atom-CPU sind wesentlich flinker, aber sie treiben die Stromkosten auch in die Höhe. Es ist in jedem Fall sinnvoll, sich für ein Gerät zu entscheiden, das es ermöglicht, SSDs zu verbauen. Auch USB 3.0 ist keine schlechte Wahl – beispielsweise um eine externe Backup-Festplatte an das NAS anzuschließen und in den Genuss eines höheren Datendurchsatzes zu kommen.

nas private cloud qnap
Nicht nur Qnap bietet NAS mit unterschiedlicher Anzahl an Festplatten-Steckplätzen. Auch Geräte anderer Hersteller bieten diesen praktischen Komfort an.

Der Umfang an gebotenen Security-Features variiert erheblich. Die Hardware sollte in Bezug auf die Sicherheit mindestens die Möglichkeit bieten, Daten zu verschlüsseln. Auch die Integration einer Firewall sollte man in die Kaufentscheidung einfließen lassen. Im Bereich Datenrettung und Backup gibt es ebenso große Unterschiede zwischen den Geräten wie bei angebotenen Diensten und Funktionen. Einige NAS ermöglichen den Wechsel einer Festplatte im laufenden Betrieb und viele Anbieter bündeln ihre Hardware mit Software und Diensten wie einem anwenderfreundlichen Webserver oder iTunes-Server.

Neben den Unterschieden beim Stromverbrauch sollten Käufer auch die Geräuschentwicklung nicht unterschätzen. Viele NAS – besonders für Heimanwender – bringen einen Energiesparmodus mit. Der Umwelt und auch dem eigenen Geldbeutel zuliebe sollte man den Stromverbrauch der Hardware definitiv in die Kaufentscheidung einbeziehen.

Grundlagen der Einrichtung

Für die Einrichtung eines NAS ist ein Rechner im lokalen Netzwerk die Grundvoraussetzung. Egal für welchen Hersteller sich der Nutzer entschieden hat – alle halten entweder eine spezielle Website für die Einrichtung inklusive Anleitung bereit oder legen dem Gerät entsprechende Software bei. Die erste Installation gestaltet sich von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich umfangreich. Bei der Konfiguration gibt es allerdings ein paar Regeln, die man in jedem Fall beachten sollte. So sollte man bei der Einrichtung des externen Zugriffs auf das NAS ausschließlich https-Verbindungen zulassen. Von unverschlüsselten Verbindungen wird dringend abgeraten. Zudem sollte der Admin im Rahmen der nötigen Portweiterleitung ausschließlich die Ports am Router freigeben, die auch tatsächlich benötigt werden.

Portweiterleitung

In der Regel findet das NAS im privaten Umfeld und in KMU über einen Router Anschluss an das Internet. Wie jedes an den Router angeschlossene Gerät erhält auch das NAS eine eigene interne IP-Adresse. Will man auch außerhalb des eigenen Netzwerks auf Dienste und Daten zugreifen, kommt man um die Einrichtung einer Portweiterleitung auf dem Router nicht umhin. Bei der Konfiguration sollte man zuerst die Möglichkeiten des NAS ausschöpfen. Viele NAS, wie beispielsweise Geräte von Synology, bieten von Haus aus eine Routerkonfiguration an. Erkennt das NAS den Router nicht oder wird dieser nicht unterstützt, ist die Portweiterleitung manuell am Router vorzunehmen. Nach Einrichtung der Portweiterleitung kann der Nutzer auch aus dem eigenen Netzwerk prüfen, ob alles wie geplant funktioniert. Hierfür stehen Online-Tools wie canyouseeme.org zur Verfügung.

Dynamisches DNS

Möchte der Nutzer von außerhalb des Netzwerks auf das NAS zugreifen, empfiehlt es sich, einen Anbieter für dynamisches DNS zu bemühen. So bleibt der Router unter einem festen Namen erreichbar, selbst wenn man von seinem Internet-Provider regelmäßig eine neue IP zugewiesen bekommt. Einige Geräte-Anbieter wie Synology oder Qnap bieten entsprechende Dienste kostenlos an.

Dateifreigabe und Nutzer

Ein NAS wird, egal ob im privaten oder geschäftlichen Umfeld, meist von mehr als einem Anwender genutzt. Aus diesem Grund sollte sich der Betreiber Gedanken machen, wer auf welche Daten zugreifen darf. Weniger kritisch ist das bei Medieninhalten wie Musik oder Filmen, da diese automatisch vom Server bereitgestellt werden. Dateifreigaben für andere Inhalte lassen sich ebenso wie Nutzergruppen und einzelne Nutzer über das Webinterface des jeweiligen NAS einfach anlegen. Bei den Zugriffsrechten hat man die Wahl zwischen „kein Zugriff“, „nur lesen“ und „lesen und schreiben“. Möchte der Administrator den Zugang aus dem Internet erlauben, sollte er dringend starke Passwörter für jeden Nutzer vergeben und ausschließlich den Zugang über https erlauben.

nas private cloud freenas
Software-Lösungen wie FreeNAS stehen dedizierter Hardware bei der Funktionsvielfalt in nichts nach. Derartige Lösungen zum Aufsetzen eines eigenen Online-Speichers eignen sich besonders, wenn man noch einen ungenutzten Rechner hat, den man als Server umfunktionieren kann.

Backups

Da ein NAS mindestens über zwei Steckplätze für Festplatten verfügt, kann der Betreiber mit der richtigen Konfiguration für mehr Datensicherheit sorgen. Hierfür konfiguriert man das NAS als RAID 1, so dass die Daten einer Festplatte auf eine andere gespiegelt werden. Auf diese Weise gehen Daten nicht verloren, wenn eine Festplatte defekt ist. Selbst wenn das NAS selbst defekt sein sollte, lassen sich die Daten aus einem RAID 1 in der Regel mit einem Linux-Rechner auslesen.

Manche Hersteller bieten auch nützliche Funktionen zur Synchronisierung. So handelt es sich beispielsweise bei der Cloud-Station für NAS des Herstellers Synology um einen Dienst zur Dateifreigabe mit Schwerpunkt auf Synchronisierung zwischen NAS, Rechnern und mobilen Geräten. Die Anwendung kommt einer privaten Version von Dropbox sehr nah. Der Dienst stellt sicher, dass die Dateien in einem Ordner auf dem NAS stets synchron gehalten werden. Ein Bearbeiten einzelner Dateien ist auch offline am Rechner möglich – ist man wieder mit dem Netz verbunden, sorgt die Cloud-Station für die Synchronisierung. Es ist sogar möglich, bis zu 30 Vorversionen einer Datei zu speichern.

Viele Anbieter ermöglichen zudem Backups einzelner Rechner im Netzwerk. All diese Funktionen befreien den Anwender allerdings nicht davon, auch Offsite-Backups anzulegen. Denn im Falle eines Brandes oder anderer Katastrophen bringt auch das Spiegeln von Festplatten nichts.

nas private cloud protonet
Neben klassischen NAS-Geräten gibt es auch Cloud-Alternativen wie zum Beispiel Protonet aus Hamburg, die eine selbstentwickelte integrierte Hard- und Softwarelösung anbieten.

Monitoring

Es ist zu empfehlen, direkt beim Einrichten des NAS auch eine E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen anzugeben. Fast alle Geräte protokollieren nämlich fleißig und können entweder über Mail oder SNMP-Server vor Problemen warnen. So hat der Administrator beispielsweise die Möglichkeit, frühzeitig auf einen sich anbahnenden Festplattenausfall zu reagieren oder sich informieren zu lassen, wenn ein Nutzer mehrfach das falsche Passwort eingibt.

Weitere Dienste einrichten

Viele NAS ermöglichen auch das Aufsetzen eines eigenen Mail-, Web- oder FTP-Servers. Allerdings sollte man über gewisse Kenntnisse in dem jeweiligen Bereich verfügen. Etwas unkomplizierter sind das Aufsetzen und der Betrieb eines Medienservers um Filme, Fotos und Musik auf andere Geräte wie einen Fernseher zu streamen. Viele Anbieter halten in diesem Zusammenhang auch Softwarelösungen und Apps für die Wiedergabe unterschiedlicher Medieninhalte vor. Darüber hinaus kann der Nutzer über das Webinterface seines NAS in der Regel eine ganze Reihe an Anwendungen installieren, um den Funktionsumfang der Hardware zu erweitern.

Viele Anbieter setzen für die Firmware ihres NAS auf Linux, so dass der Anwender in manchen Fällen auch eigene Anwendungen entwickeln kann. Auch wenn ein NAS den Zugang über SSH erlaubt, heißt das allerdings noch lange nicht, dass die Entwicklung eigener Erweiterungen möglich ist. Positiv heben sich in diesem Zusammenhang beispielsweise Synology und Netgear hervor, die sogar von anderen Nutzern entwickelte Anwendungen in ihren App-Verwaltungen zur Installation anbieten.

Alternative Ansätze zu NAS

Neben NAS-Hardware unterschiedlicher Hersteller kann man alternativ auch auf andere Lösungen zurückgreifen, die ebenfalls oft als Lösung für die „Private Cloud“ bezeichnet werden. Eine derartige Hardware-Lösung ist beispielsweise Protonet aus Hamburg. Eine schicke Box, die sich mit eigens entwickelter Server-Software inklusive Kollaborations-Tool sowohl an KMU als auch an Privatanwender richtet. Der kleine, orangefarbene Server soll die Vorteile der Cloud bieten, ohne dass Nutzer das System selbst administrieren müssen. Dazu bietet Protonet Funktionen aus den Bereichen Backup, Datenschutz, Ausfallsicherheit und Virenschutz. Auch ein Zugriff über mobile Endgeräte ist möglich. Eine weitere Hardware-Alternative kommt von Drobo. Der Anbieter hat sowohl NAS als auch DAS (Direct Attached Storage) und SAN (Storage Area Network) im Portfolio.

Zu den wohl bekanntesten Software-Lösungen gehören FreeNAS und ownCloud. Bei FreeNAS handelt es sich um eine auf dem freien Betriebssystem FreeBSD basierende Lösung für Network Attached Storage. Besonders praktisch: das Betriebssystem ist nicht nur von einer Festplatte bootfähig, sondern auch von Compact-Flash-Karte oder USB-Stick. Die Verwaltung erfolgt über eine webbasierte Administrationsoberfläche. Auch die Software-Suite ownCloud ermöglicht es, einen privaten Server aufzusetzen, um sensible Daten selbst zu hosten. ownCloud setzt im Kern auf PHP sowie eine auf MySQL-, SQLite- oder PostgreSQL basierende Datenbank.

Fazit

NAS sind eine gute Alternative zu Cloud-Diensten wie Dropbox. Verfügt der Betreiber über einen Internetanschluss mit guten Upload-Geschwindigkeiten, ist auch der externe Zugriff auf die eigenen Daten ohne Einschränkungen möglich – ganz ohne die Notwendigkeit, seine Daten auf fremden Servern ablegen zu müssen.

Diese Geräte eignen sich nicht nur als Dateiserver, sondern bieten auch viele weitere Funktionen wie Datei-, Termin- und Kontakt-Synchronisierung. Auch der Betrieb als Medien-, E-Mail-, Web- oder FTP-Server ist möglich. Wer beim Hosten der eigenen Daten durch Verschlüsselung auf noch mehr Sicherheit setzten will, sollte sich für ein NAS mit Atom-CPU entscheiden. Zu den größten Nachteilen eines NAS im Vergleich zu herkömmlichen Cloud-Diensten gehört, dass der Betreiber selbst für Updates, Administration und Gewährleistung der eigenen Sicherheit verantwortlich ist.

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Sébastien Bonset
YouTube startet Musik-Streaming-Dienst – und entfernt dafür Indie-Labels http://t3n.de/news/youtube-startet-552003/ 2014-06-18T06:21:40Z
Alle Anbieter, mit denen sich YouTube für seinen neuen Bezahldienst nicht einigen konnte, verschwinden in den nächsten Tagen von der Video-Plattform.

Alle Anbieter, mit denen sich für seinen neuen Bezahldienst nicht einigen konnte, verschwinden in den nächsten Tagen von der Video-Plattform.

Nur mehr Videos von YouTube-Partnern

Googles Video-Tochter YouTube bestätigte am Dienstag die monatelangen Gerüchte, einen Musik-Streaming-Dienst aufzubauen. In den vergangenen Wochen war immer mehr über das Projekt zu erfahren, weil Musiklabels sich über die unfairen Verhandlungen mit dem Konzern beschwerten.

Mit den großen Musik-Labels hat YouTube bereits alle Verträge unter Dach und Fach. Die Anbieter, mit denen sich das im Silicon Valley beheimatete Unternehmen nicht einigen konnte, werden in den nächsten Tagen von der Video-Plattform entfernt. Das betrifft vor allem unabhängige Künstler und Indie-Labels.

Video und Musik ohne Werbeunterbrechung

Dieses Vorgehen bestätigte der YouTube-Head of Content and Business Operations Robert Kyncl. Mit den aktuellen Vertragspartnern decke das Portal 90 Prozent des Musikmarkts ab, beschwichtigt er. Vertreter der Indie-Labels behaupten jedoch, ihr Marktanteil sei weitaus höher. In den Verhandlungen mit der Google-Tochter sahen sie sich mit unfairen Vertragsbedingungen und niedrigen Lizenzzahlungen konfrontiert. Andere Streaming-Dienste wie Spotify, oder Pandora würden hingegen faire Deals anbieten.

YouTube will mit seinem neuen Produkt ein Stück vom Streaming-Markt, der derzeit von Spotify und Pandora belegt ist, abgreifen. Über den Bezahl-Dienst können Nutzer ohne Werbeunterbrechung Videos und Musikstücke konsumieren. Wie viel das Abo kosten wird, ist noch unbekannt. Der Dienst wird derzeit intern getestet, einen offiziellen Launch-Termin gibt es noch nicht. Das Paid Content-Angebot will YouTube jedenfalls noch dieses Jahr starten. Von weiteren Verhandlungen mit den Labels will sich das Unternehmen nicht aufhalten lassen. Die nötige Technologie für das neue Projekt kauft sich Google übrigens zu: YouTube soll Interesse an der Übernahme des Streaming-Startups Twitch haben.

via www.theguardian.com

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Elisabeth Oberndorfer
45 Millionen Songs – kostenlos: HipHop will das „Popcorn Time“ für Musik sein http://t3n.de/news/45-millionen-songs-kostenlos-musikstreaming-hiphop-549679/ 2014-06-05T11:50:58Z
HipHop soll Musikstreaming einfach und kostenlos machen. Die App für OS X, Windows und Linux greift dabei auf YouTube zurück. Neben teilweise schlechter Qualität gibt es noch einen weiteren …

HipHop soll Musikstreaming einfach und kostenlos machen. Die für , und greift dabei auf zurück. Neben teilweise schlechter Qualität gibt es noch einen weiteren Nachteil: Die Musiker gehen leer aus.

HipHop: Das Programm kombiniert Audio-Streams von YouTube mit Daten von iTunes und LastFM. (Screenshot: HipHop)
HipHop: Das Programm kombiniert Audio-Streams von YouTube mit Daten von iTunes und LastFM. (Screenshot: HipHop)

HipHop: Entwickler werben mit 45 Millionen Songs

Die Macher von HipHop versprechen nicht gerade wenig: Streaming von 45 Millionen Songs, 100 Prozent kostenfrei und ohne Werbung. Außerdem nennen sie ihr Programm vollmundig „Popcorn Time für Musik“. Allerdings hinkt der Vergleich. Zum einen ist der technische Hintergrund ein ganz anderer, zum anderen ließe sich Popcorn Time mit etwas gutem Willen nachsagen, das Tool schließe eine bestehende Marktlücke.

Im Filmbereich sorgt die starre Verwertungskette dafür, dass Filme nicht schon zum Kinostart auch bei Video-on-Demand-Diensten verfügbar sind. Im Musikbereich gibt es solche Beschränkungen nicht. Außerdem gibt es neben Spotify, Ampya oder Google play Music All Access schon zahlreiche andere Anbieter, die unlimitiertes Musikstreaming zu überschaubaren Preisen anbieten.

HipHop kombiniert Musik von YouTube mit Daten von iTunes und LastFM

Das Programm für OS X, Windows und Linux bietet eine einfache, aufgeräumte Oberfläche. Zentraler Bestandteil ist die Suche, über die sich nach Liedern und/oder Interpreten fahnden lässt. Darüber hinaus lassen sich eigene Playlisten speichern. Die eigentliche Musik kommt von YouTube, die Coverbilder wiederum stammen von iTunes und LastFM. Wer sich für die Vorgehensweise der App interessiert, findet den Quellcode auf der GitHub-Seite von HipHop.

Durch den Einsatz von YouTube als Musikquelle treten natürlich auch die von der Streaming-Seite bekannten Probleme auf. Viele Lieder sind in HipHop beispielsweise nur als Live-Version verfügbar. Da aber nur Interpret und Liedtitel in den Suchergebnissen auftauchen, merken das Hiphop-Nutzer zumeist erst beim Anhören des Titels. Darüber hinaus konnten wir in einem kurzen Test immerhin eine Fehlermeldung produzieren.

Außerdem bleibt die Frage nach der Legalität. Da YouTube aufgrund der mangelnden Werbeeinblendung nichts an den HipHop-Nutzer verdienen kann, wird auch bei den Musikern nichts hängen bleiben. Selbst bei legalen Angeboten wie Spotify liegen die Einnahmen der Künstler pro Stream bei nur etwa 0,00164 Euro. Das ergab eine Recherche des Hessischen Rundfunks von 2013.

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Kim Rixecker
iOS 8: Das kann Apples neues, mobiles Betriebssystem [WWDC 2014] http://t3n.de/news/ios-8-apples-neues-mobile-548796/ 2014-06-02T19:10:07Z
Wie erwartet hat Apple während der WWDC die neue Version von iOS 8 vorgestellt, die Highlights: nahtlosere Mac-iOS-Integration,  gemeinsame Nutzung von gekauften Inhalten, iCloud Drive, Mail mit …

Wie erwartet hat während der die neue Version von vorgestellt, die Highlights: nahtlosere Mac-iOS-Integration,  gemeinsame Nutzung von gekauften Inhalten, Drive, Mail mit Abwesenheitsmeldungen und einer Wiedervorlagefunktion.

Schon fast traditionell ermöglicht Apple während der 25. jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC einen ersten Blick auf das neue mobile Betriebssystem. Tim Cook stellte Eingangs die aktuellen Zahlen vor: rund 800 Million verkaufte iOS-Devices und rund 130 Millionen neue Apple-Kunden nur durch iOS.  Neben der Kundenzufriedenheit soll iOS im Vergleich zu Android eine extrem hohe Verbreitung der aktuellsten Version besitzen: rund 89 Prozent der Geräte sollen mit der aktuellsten iOS-Version ausgestattet sein – im Vergleich zu etwa 9 Prozent der Android-Geräte.

(Screenshot: Apple)
Auch die Foto-App ist einer General-Überholung unterzogen worden. Es stehen jetzt alle Fotos auf allen Geräten zur Verfügung, dank der iCloud-Fotobibliothek. (Screenshot: Apple)

Continuity: Nahtlose Zusammenarbeit zwischen iOS 8 und Mac OS Yosemite

Hier ist der Name Programm, Kontinuität über alle Geräte hinweg verspricht diese neue Strategie: die unterschiedlichen Geräte sollen nahtlos miteinander zusammenspielen. So lassen sich beispielsweise SMS und Telefonate an den übergeben und umgekehrt wird es möglich sein, vom Mac über das iPhone zu telefonieren oder SMS zu versenden.

Hand Off

Genauso ist eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen den Apps zukünftig möglich: Ein Pages-Dokument kann auf dem iPad erstellt werden und lässt sich über ein neben dem Dock eingeblendetes Symbol direkt zur weiteren Bearbeitung auf dem Mac in Pages übernehmen. Ein Öffnen über den Anwendungsdialog ist nicht mehr nötig.

Airdrop

In der neuesten iOS Version lassen sich Dateien endlich per Airdrop zwischen iOS und dem Mac austauschen. Bisher funktionierte die intelligente Übertragungsfunktion nur zwischen iOS-Geräten.

Instant Hotspot

Statt umständlich einen persönlichen Hotspot einrichten zu müssen, erkennt Mac OS zukünftig den Bedarf für einen Hotspot bei der Annäherung der Maus an das entsprechende Bedienfeld und akiviert konfigurationsfrei die Hotspotfunktion auf deinem iOS-Gerät.

Hand Off ermöglicht es etwas auf dem iPhone zu beginnen und es dann auf dem Mac zu Ende zu bringen. (Screenshot: Apple)
Hand Off ermöglicht es etwas auf dem iPhone zu beginnen und es dann auf dem Mac zu Ende zu bringen. (Screenshot: Apple)

iOS-Funktionen für Unternehmen (Enterprise)

Für die Unternehmenswelt hat Apple ebenfalls neue Features eingeführt, stellvertretend werden einige Funktionen vorgestellt:

  • Device-Enrollment-Programm: Geräte im Unternehmenspool können über eine automatische Konfigurationsfunktion direkt mit vordefinierten Apps und Einstellungen in Betrieb genommen werden. Der User wird erkannt und mit dem passenden Profil verknüpft.
  • Mail verfügt jetzt über sogenannte „VIP Threads“. Wichtige E-Mail-Konversationen können so zur Wiedervorlage markiert werden. Sobald eine Antwort eingeht, erfolgt eine Benachrichtungung im Lock-Screen.
  • Die Abwesenheitsmeldung ist jetzt direkt am Gerät in „Mail“ einstellbar.
  • Die zeitliche Verfügbarkeit von Kollegen wird beim Versenden von Termin-Einladungen direkt angezeigt.

iOS Neuerungen für Developer

Für Entwickler ist ebenfalls eine Fülle an Neuigkeiten über den Livestream gelaufen, ein kurzer Überblick über einige Änderungen und Neuerungen:

  • App Store: In den Artikel-Beschreibungen im Store kann jetzt per Video ein App-Preview eingebunden werden, App-Bundles ermöglichen den Verkauf mehrerer Apps, Beta-Tester oder Rezensenten können jetzt kostenlos über „Testflight“ vom Entwickler zu einem Test-Download einer App eingeladen werden.
  • SDK: mit über 4000 neue APIs, Frameworks wie Extensibility, welches es ermöglicht Dienste im App Store für andere Apps anbieten, oder der Touch ID-API für 3rd-Party Apps, HomeKit stellt einen sicheren Zugriff auf alle möglichen iOS-basierenden Smart-Home-Devices zur Integration zur Verfügung und mit CloudKit: steht eine Back-End-Solution für Cloud-Infrastruktur zur Verfügung.
  • Die neue Programmiersprache Swift: Für Cocoa und Cocoa Touch entworfen, soll Swift neben bestehendem Objective-C-Code eingesetzt werden können ohne für Konflikte im selben Projekt zu sorgen.
HomeKit ermöglicht die Entwicklung von Smart-Home-Diensten. (Bild: Apple)
HomeKit ermöglicht die Entwicklung von Smart-Home-Diensten. (Bild: Apple)

Weitere iOS 8 Neuigkeiten

Verbessertes Notification-Center

Das neue Notification-Center ist mit einer interaktiven Antwort- und Bearbeitungs-Funktion versehen: geht eine SMS ein, kann die Nachricht direkt im Notification-Center beantwortet werden. Auf vergleichbare Weise lassen sich andere Interaktionen mit anderen Apps direkt ausführen.

Nachrichten und Quicktype

Quicktype bringt eine neue Eingabemöglichkeit für Text in die Message-App: Anhand von Sprach-Modellen stellt Quicktype eine lernfähige kontext-sensitive Texterkennungsfunktionen auf die Tastatur.Wird beispielsweise ein Meeting per SMS angekündigt, schlägt Quicktype automatisch Wörter oder Wortkombinationen vor: „Akzeptiert“ oder „Bitte verschieben“. Neben Quicktype wird es Entwicklern möglich sein systemübergreifend eine Installation von Tastaturen vorzunehmen.

Auch das Versenden von Sprachnachrichten, wie es von WhatsApp bekannt ist, wird jetzt unterstützt. (Screenshot: Apple)
Auch das Versenden von Sprachnachrichten, wie es von WhatsApp bekannt ist, wird jetzt unterstützt. (Screenshot: Apple)

Die Nachrichtenfunktion wird aber auch funktionell erheblich aufgewertet, mit Funktionen, wie sie bisher auch schon von WhatsApp und anderen Messengern bekannt sind:

  • Gruppen-Chat-Funktion mit „Bitte-Nicht-Stören-Funktion“ um nervige Gruppen stumm zu schalten und einem Button um Gruppen auch wieder zu verlassen
  • Aktueller Standort mitteilen
  • Sprachnachrichten versenden
  • Videonachrichten versenden
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Die Nachrichten-App kann nun auch den Standort des Nutzers versenden. (Bild: Apple)

iCloud Drive

Die neue Version des Cloud-Dienstes iCloud ermöglicht das offene Speichern und Sortieren von beliebigen Dateien, vergleichbar mit der Funktionsweise von Dropbox. Bisher ist die Speicherung quasi nur innerhalb einer Anwendung wie Pages oder Keynote möglich gewesen, eine von der Anwendung unabhängige Speicherung ist nicht möglich gewesen. Über das bereits bekannte iCloud-Tab sind Inhalte über alle Betriebssysteme hinweg verfügbar: Mac-OS-Dateien unter iOS und umgedreht.

(Screenshot: Apple)
iCloud Drive bringt auf iOS 8 Inhalte betriebssystem-übergreifend auf die Geräte. (Screenshot: Apple)

Family Sharing

  • Mit Family-Sharing sollen sich bis zu 6 verschiedene Familienmitglieder miteinander verbinden lassen. Neben dem Vorteil gemeinsam auf Fotos und Inhalte auf den verschiedenen Geräten zugreifen zu können und auch gemeinsam Funktionen wie Freunde oder Geräte finden (um beispielsweise festzustellen wo die Kinder sich aufhalten), bietet das neue Feature eine besonders attraktive Funktion:
  • Die gekauften Filme, Songs, Bücher und Apps können Familienmitglieder gemeinsam nutzen. So wird eine App nur noch einmal gekauft und kann dann auf verschiedenen Geräten bei verschiedenen Besitzern genutzt werden.
  • Nutzen beispielsweise die Kinder die Kreditkarte der Eltern im App-Store können über eine neuen Freigabe-Funktion für Kinder, die Einkäufe vorher per Klick in einer Benachrichtigung auf dem iOS-Device der Eltern freigegeben werden.

Health-App und Healt Kit

Die neue Gesundheitsapp soll externe Daten von verschiedenen Geräten mit integrierter Sensorik zusammenführen und seinem Nutzer einen Überblick über alle Vitalfunktionen liefern. Über das Health-Kit-Framework stehen die gesammelten Daten und die Funktionalitäten der externen Geräte Entwicklern für Apps zur Verfügung.

Neue Siri Funktionen

Auch Apples intelligenter Sprachassistent hat einige Updates spendiert bekommen:

  • Berührungslose Aktivierung von Siri.
  • Shazam Song-Erkennung.
  • Stimmerkennung aus Streams.

iOS 8 wird im Herbst kostenlos zum Download zur Verfügung stehen, für Mitglieder des Developer-Programms steht iOS 8 und das SDK ab sofort zum Download bereit.

 

 

 

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Jochen G. Fuchs
Amazon Instant Music: Prime-Kunden sollen kostenlosen Streaming-Dienst erhalten http://t3n.de/news/amazon-instant-music-548195/ 2014-05-30T05:15:50Z
Amazon will offenbar noch innerhalb der nächsten Wochen einen eigenen Musik-Streaming-Dienst auflegen. Mehrkosten sollen für die bereits zahlenden Prime-Kunden des Internet-Versandhändlers nicht …

will offenbar noch innerhalb der nächsten Wochen einen eigenen auflegen. Mehrkosten sollen für die bereits zahlenden Prime-Kunden des Internet-Versandhändlers nicht entstehen, dafür aber auch vergleichsweise weniger Content bieten.

Instant Music: Prime-Kunden dürfen bald Musik streamen

Erst Filme und Serien, und bald auch Musik: Amazon bereitet offenbar den Start eines eigenen Musik-Streaming-Dienstes für seine zahlenden Prime-Kunden vor. Die dafür notwendigen Lizenzverhandlungen mit den Labels habe der Internetkonzern bereits abgeschlossen, das mutmaßlich Instant Music genannte Angebot könnte demnach spätestens im kommenden Juli starten, heißt es laut einem Bericht des Internetportals Buzzfeed.

Amazon soll seinen eigenen Musik-Streaming-Dienst noch im Sommer starten. (Foto: Place.to)
Amazon soll seinen eigenen Musik-Streaming-Dienst noch im Sommer starten. (Foto: Place.to)

Amazon ist keine Spotify-Konkurrenz

Mit dem Schritt wird Amazon zumindest auf dem Papier die Liste der streamingbasierten Musikdienste um einen weiteren Konkurrenten erweitern. Dienste wie Spotify, Rdio, Deezer oder auch Google Play Music sind schon länger am Markt. Auch Apple ist seit der Übernahme von Beats neuerdings im Besitz eines eigenen Angebots. Unklar ist aber, ob Amazon überhaupt eine ernstzunehmende Konkurrenz zu diesen Anbietern darstellen wird - denn laut ersten Details können offenbar nur solche Songs frei über das Internet abgespielt werden, die mindestens sechs Monate alt sind. Neuerscheinungen wird es demnach also nicht ohne Einzelkauf geben.

Dienst kostenlos, Deutschland-Start ungewiss

Dafür soll die Nutzung des speziell für die zahlende Prime-Kundschaft ausgelegten Dienstes kostenlos sein und wäre insofern als Ergänzung zum Amazon Cloud Player zu verstehen, den Kunden sowohl auf Smartphone und Tablet als auch dem Desktop nutzen können. Ob Amazon den Musikdienst zum kolportierten Start im Juni oder Juli auch zeitgleich in Deutschland anbietet, ist unklar.

via www.theverge.com

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Daniel Hüfner
Mehr Funktionen, mehr Speicher: Apple poliert iWork für iCloud auf http://t3n.de/news/iwork-fuer-icloud-546407/ 2014-05-21T05:02:07Z
Apple hat iWork für iCloud um einige Neuerungen ergänzt. Ab sofort dürfen deutlich mehr Nutzer an einem Dokument arbeiten. Zudem gibt es mehr Platz für speicherhungrige Dokumente.

hat für um einige Neuerungen ergänzt. Ab sofort dürfen deutlich mehr Nutzer an einem Dokument arbeiten. Zudem gibt es mehr Platz für speicherhungrige Dokumente.

iWork für iCloud: Jetzt mit 100 Freunden an einem Dokument arbeiten

Nachdem Apple erst vor wenigen Wochen die Oberfläche von iWork für iCloud runderneuerte, legt das Unternehmen jetzt auch unter Haube seiner browserbasierten Office-Suite nach. Dafür wurde ordentlich an der Feature-Schraube gedreht.

Ab sofort können Dokumente in Pages, Numbers oder Keynote von bis zu 100 Personen gleichzeitig bearbeitet werden. Bisher waren Kollaborationen in der Dokumentenverwaltung nur für Gruppen mit maximal 50 Mitgliedern erlaubt. Damit legt der iPhone-Konzern auch gegenüber Google Drive vor, dem großen Vorbild in Sachen browsergestützter Dokumentenbearbeitung.

Pages, Numbers, Keynote: Das ist neu

Quer über alle Programme hat Apple iWork für iCloud außerdem zusätzliche Funktionen spendiert. Sowohl das Textverarbeitungsprogramm Pages als auch der Excel-Klon Numbers und das Präsentationstool Keynote können nun 2D-basierte und interaktive Charts erstellen und dafür auf umfangreichere Formatierungs- und Farbregelungen zurückgreifen.

iWork für iCloud: Apple hat die Feature- und Speicherschraube erneut angezogen. (Foto: Apple)
iWork für iCloud: Apple hat die Feature- und Speicherschraube erneut angezogen. (Foto: Apple)

Doch auch jedes Programm für sich kommt mit Neuerungen: In Pages etwa können Dokumente als ePub-Datei exportiert werden, Dokumente in Numbers können ferner in das CSV-Format umgewandelt und damit einfacher in Microsoft Excel übertragen werden. Bei Keynote wird die Nummerierung der Folien bei der Präsentation auf Wunsch ein- oder ausgeblendet.

iWork für iCloud gewährt mehr Platz für große Dokumente

Die bei weitem auffälligste Neuerung dürfte hingegen das Speichermanagement von iWork für iCloud betreffen. Bislang ließ Apple zum Beispiel nur Dokumente mit einer Größe von 200 Megabyte durch die iCloud-Tür. Ab sofort können sogar solche mit einer Größe von bis zu einem Gigabyte problemlos hochgeladen und bearbeitet werden. Ähnliches gilt für Fotos: Hier hat Apple die zulässige Gesamtgröße von fünf auf nunmehr zehn Megabyte aufgestockt.

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Daniel Hüfner
Erst dreist, jetzt richtig gut – So erfrischend ist der Musikdienst Songza http://t3n.de/news/songza-musikdienst-539869/ 2014-04-14T07:50:13Z
Ein richtig guter Musikdienst. Das ist Songza. Weil aber jeder über Spotify spricht, agiert Songza fast unsichtbar. Doch wie lange noch? Über ein Startup, das dabei ist, von einer umstrittenen …

Ein richtig guter Musikdienst. Das ist Songza. Weil aber jeder über spricht, agiert Songza fast unsichtbar. Doch wie lange noch? Über ein Startup, das dabei ist, von einer umstrittenen Suchmaschine für YouTube-Mitschnitte zu einem wichtigen Player im Musikmarkt zu werden.

Songza, das Silbertablett unter den Streaming-Diensten

Bei Songza auf Long Island weiß man endlich, was die Kunden wollen. Einen Start auf rechtlich schwammigem Terrain hat man hinter sich, eine millionenschwere Übernahme durch einen Internetgiganten miterlebt und überhaupt viel ausprobiert mit seinem Produkt. Heute ist Songza dort, wo es mit ganzer Kraft hin wollte. Und: Songza ist den Branchendinos inzwischen sogar gefährlich genug, dass sie die Ideen des New Yorker Startups schon länger nicht mehr ignorieren.

Hinter Songza steckt ein Internetradio. Klein, aber wachsend. Konkurriert wird mit Spotify, und auch Dienste wie Pandora und Deezer zählen dazu. Das Besondere an Songza: Im Unterschied zu anderen Streaming-Diensten wählt hier nicht etwa der Nutzer, sondern das Startup selbst die Musik aus, die es für den Nutzer gerade als passend empfindet. Mitglieder erhalten Empfehlungen für Radiostationen so nicht nur auf Basis ihrer Lieblingskünstler, sondern – und das ist viel wichtiger – auch abhängig ihrer persönlichen Interessen, Laune, der Tageszeit und ihrer damit aller Wahrscheinlichkeit nach gerade passenden Aktivität. Bewerten Nutzer einen Song positiv, schaltet sich automatisch das passende Musikvideo frei.

Die Nutzung ist mit Werbeeinblendungen kostenlos, wem das nicht reicht, der zahlt 99 Cent pro Woche oder 3,99 US-Dollar im Monat.

Die Benutzeroberfläche von Songza im Vollbild-Modus. Sie ist schick und im Browser mit einem Minimum an Klicks zu bedienen. (Screenshot: t3n)
Die Benutzeroberfläche von Songza im Vollbild-Modus. Sie ist schick und im Browser mit einem Minimum an Klicks zu bedienen. (Screenshot: t3n)

In der Praxis bekommt man einen schicken und einfach zu bedienenden Service präsentiert, der sogar ohne eine vorherige Registrierung funktioniert. Den oft aufwendigen Such- und Filterprozess nimmt Songza seinen Nutzern vor allem durch eine „Concergie“ genannte Funktion ab – ein Butler für Musikfans. Ein Beispiel: Startet man Songza morgens nach dem Aufstehen, schlägt der Dienst automatisch passende Musik für das Duschbad oder die Fahrt zur Arbeit vor. Wer Songza dann im Büro nutzt, hört vornehmlich Titel, die der Konzentration förderlich sind. Am Abend kann der Nutzer dann zwischen Playlisten für den Workout, das Dinner oder das Einschlafen wählen.

Ein Bruch mit der „All you can get“-Mentalität

Sieht man einmal von der Möglichkeit ab, dass Radiostationen bei Songza ähnlich wie auch bei Konkurrenzdiensten manuell nach Genre oder Stimmung abgefragt werden können, ist es genau diese „Concierge“-Funktion, die Songza so interessant macht. Das ist die Unique Selling Proposition des und gleichzeitig der Versuch, mit dem bei Konsumenten inzwischen fast selbstredenden Bedürfnis nach Flatrate-Inhalten zu brechen, dessen bedingungslose Befriedigung neben Spotify auch andere Unternehmen wie Netflix oder Hulu so erfolgreich machen.

Echte Menschen statt Algorithmen

Bei Songza nennt man das Gegenmittel „Music, curated by Experts“. Hinter den 20 Millionen Songs und schätzungsweise mehr als 100.000 redaktionell kuratierten Playlisten, die das Startup aktuell im Sortiment hat, stehen echte Menschen. Keine Algorithmen, wie ihnen zum Beispiel Pandora vertraut. Für die Experience bei Songza sorgt ein Team aus über 50 Musikern, Produzenten, DJs und Journalisten. Qualitätsfaktor Mensch in seiner Reinform, quasi.

Wie die Macher erklären, lösen sie damit ein inzwischen kaum mehr von der Hand zu weisendes Problem: „Das Internet hat den Musikmarkt in ein kaum mehr zu überblickendes Zahlenspiel verwandelt.“ Dienste wie Spotify oder Deezer hätten zwar ein für Nutzer attraktives Geschäftsmodell, würden sich mit ihren riesigen Sortimenten aber seit Jahren nurmehr gegenseitig überbieten. In der Konsequenz, so sagt Songza, steht der Nutzer heute, wo Abermillionen von Künstlern und Songs im Netz nur einen Mausklick entfernt sind, jedoch immer mehr vor der Frage: Welche Musik suche ich eigentlich und was passt überhaupt noch zu mir?

Wer sich da nicht auf einflussreiche Musikblogs versteht oder die Filterfunktionen der Musikdienste zu bemühen bereit ist, bleibt entweder in seiner musikalischen Filterblase gefangen oder kapituliert vor der schieren Masse an Auswahl.

Dass Songza mit seiner vor zwei Jahren vollzogenen Einführung seines kuratierten und „Concierge“-gestützten Services durchaus einen Nerv bei Musikfans getroffen hat, belegen nun die Zahlen. Verzeichnete der Dienst im Jahr 2012 noch zwei Millionen Mitglieder, waren es im Juni des darauffolgenden Jahres bereits 4,7 Millionen. Inzwischen, so gibt das Startup an, sind es 5,5 Millionen monatlich aktive Nutzer. Die Entwicklung blieb nicht unbemerkt. Apple kürte die App des Startups 2012 zur besten des Jahres. Dem US-Wirtschaftsblatt Fast Company zufolge gehört Songza außerdem zu den innovativsten Musikunternehmen am Markt.

Von einer dreisten YouTube-Suchmaschine zum richtig guten Musikdienst

Hinter Songza steckt eine kleine Erfolgsstory, die es so wahrscheinlich gar nicht gegeben hätte, hätte nicht ein großer Internetkonzern vor vier Jahren das Potenzial dieses einst auch umstrittenen Startups erkannt.

Angefangen hat alles im November 2007: Entwickelt vom 23-jährigen Aza Raskin, Sohn des Apple-Entwicklers und Macintosh-Erfinders Jef Raskin, startete Songza zunächst als Suchmaschine für populäre Musiktitel. Die Musik zapfte Songza dafür per API bei YouTube ab und spielte sie dann als einfache Tonspur aus – jedoch ohne das dazugehörige Video zu zeigen. Ein auf der einen Seite ohnehin qualitativ halbwertiges, auf der anderen Seite vor allem aber rechtlich und schnell auch bei YouTube umstrittenes Konzept.

Bevor aber Songza rechtliche Konsequenzen fürchten musste, wurde es ein Jahr später vom Musikdienst Amie Street übernommen. Amie Street war eine soziale Musikdownload-Plattform, bei der die Songs zunächst kostenlos und mit steigenden Downloadzahlen dann für bis zu 99 Cent angeboten wurden. Im September 2010 kaufte schließlich kein geringerer als Amazon das Portal und damit auch das zuvor einverleibte Songza.

Die Amie-Street-Macher schlossen Songza darauf hin. Und es wäre wohl bis heute geschlossen geblieben, hätte Amazon nicht eine Ausnahme gemacht: Wie der Songza-Gründer und COO Peter Asbill in einem Interview erklärt, sei der von Jeff Bezos geführte Internetkonzern so begeistert vom Songza-Team gewesen, dass es dem Startup eine frische Anschubfinanzierung in Höhe von zwei Millionen US-Dollar spendierte.

Der einst umstrittene wie bei Nutzern und Netznerds äußerst beliebte Musikdienst war auferstanden. Zwar als komplett neues und legales Projekt, aber immerhin unter altbekanntem Namen. So war Songza plötzlich Teil eines hochdynamischen Musikmarkts geworden, der zu jener Zeit Startups wie Spotify, Grooveshark, Rdio oder Deezer gerade erst einen gewaltigen Umbruch erlebte.

Wie Asbill erklärt, habe man von Anfang an nach etwas gesucht, womit man bei Nutzern angesichts der kaum mehr zu überblickenden Auswahl im Streaming-Geschäft noch für eine Überraschung sorgen könnte. Der Rest ist Geschichte, mit einer kleinen Randnotiz: Vorletzte Woche hat das Startup einen Deal mit dem US-amerikanischen Wetterdienst verkündet. Das nächste Unwetter soll nicht nur Sturm und Starkregen, sondern ab sofort auch die dazu passende Musik bringen. Kuratiert von Wetterexperten. Bei Songza weiß man eben, was die Kunden wollen.

Wie du Songza auch in Deutschland nutzen kannst

Songza ist bisher nur in Kanada und den USA verfügbar. Zwar verspricht das Startup, mit dem Dienst alsbald auch in andere Länder zu expandieren. Kurz- bis mittelfristig ist damit wegen der bekannten Lizenzumstände jedoch nicht zu rechnen. Wer Songza aber auch von Deutschland aus nutzen möchte, wird nicht enttäuscht. Mit dem deutschen VPN-Plugin von ZenMate für Google Chrome kann Songza uneingeschränkt genutzt werden. Die einzige Einschränkung betrifft die Bezahlung des kostenpflichtigen Songza-Abonnements. Hier kann nur mit Kreditkarte, nicht aber mit PayPal bezahlt werden.

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Daniel Hüfner
Spotify mit großem Redesign: Düster, schick, sozial http://t3n.de/news/spotify-redesign-537584/ 2014-04-02T08:30:06Z
Spotify macht sich hübsch für den Frühling und bringt neben einem neuen Design auch Neuerungen für die Desktop- und Smartphone-Apps. Welche das sind, erklärt dieser Artikel.

macht sich hübsch für den Frühling und bringt neben einem neuen auch Neuerungen für die Desktop- und Smartphone-Apps. Welche das sind, erklärt dieser Artikel.

Spotify: Design-Kur für Desktops und iPhone

Der Frühling hat begonnen, da unterzieht man sich gerne einem Rundumputz. So auch Spotify: der führende Anbieter für Musik-Streaming zeigt sich ab heute in optisch neuem Gewand und erweitert außerdem seine Apps für Desktops und um viele Neuerungen.

Der Musikdienst Spotify zeigt sich ab heute im neuen Look: Neben dem düsteren, aber klareren Design gibt es auch neue Funktionen. (Foto: Spotify)
Der Musikdienst Spotify zeigt sich ab heute im neuen Look: Neben dem düsteren, aber klareren Design gibt es auch neue Funktionen. (Foto: Spotify)

Beim Design dürfte es für das schwedische Startup der bisher größte Umbruch in der jüngeren Geschichte sein. Versprühte der Spotify-Client für Desktop-Computer einen bisher durch unterschiedliche Graustufen, schattierte Buttons und mehrere Sidebars einen tristen und rustikalen Charme, hat man die Apps jetzt in eine deutlich klarere und dem Corporate-Design entsprechende Optik überführt.

Die neue Flat-Optik greift an vielen Stellen, sowohl auf dem Mac als auch im Web und dem iPhone. So kommt Spotify jetzt mit einer durchweg in Schwarz angehauchten Benutzeroberfläche daher, die am Beispiel der Playleiste partiell durch grüne Akzente aufgebrochen wird. Auffallend ist auch die sehr viel rundlichere Schriftart, die man nun verwendet. Auf dem iPhone setzt Spotify vermehrt auf Blur-Effekte.

Der Nutzen von Spotify lebt bekanntermaßen vor allem von den Künstlerseiten, auch die hat der Dienst überarbeitet. Runde Profilbilder halten ebenso Einzug wie größere Albencover und erweitere Informationen zu Künstlern. Es wird deutlich, dass Künstlerseiten fortan eher an ein Profil aus Sozialen Netzwerken angelehnt und nicht länger nur eine simple Liste von Songs und Alben sind.

Digitale Jukebox: Spotify beerdigt Favoriten und bringt neue „Your Music“-Ansicht

Jedoch hat sich Spotify auch bemüht, seinen Musikdienst unter der Haube aufzufrischen. Mit einer verbesserten Browse-Funktion sollen Musikfans künftig mit weniger Interaktionen zu ihren Lieblingsstücken finden und relevantere Inhalte nach ihren Bedürfnissen erhalten. Dafür entfernt Spotify sogar die Möglichkeit, Alben und Songs auf einer Favoritenliste zu speichern. Stattdessen können Nutzer Inhalte fortan mit einem Klick speichern, die dann in der neuen „Your Music“ genannten Ansicht abgelegt und verwaltet werden können, ohne extra dafür Wiedergabelisten anlegen zu müssen. Die Funktion dürfte vor allem auf Smartphones ankommen, wo die Verwaltung großer Playlisten mühsam ist.

Das Update wird ab dem heutigen Dienstag schrittweise an die Desktop- und iPhone-Nutzer verteilt. Android-Nutzer müssen sich noch gedulden, hierzu gibt es aktuell noch keinen Termin für eine Veröffentlichung des Updates.

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Daniel Hüfner
iWork: Apple frischt Office-Suite für Mac, iCloud und iOS auf http://t3n.de/news/iwork-update-537560/ 2014-04-02T05:18:00Z
Der US-Technologiekonzern Apple hat sein hauseigenes Office-Paket iWork aktualisiert. Das Update umfasst unter anderem Veränderungen der Benutzeroberfläche und bringt eine Funktion zum Betrachten …

Der US-Technologiekonzern hat sein hauseigenes Office-Paket aktualisiert. Das Update umfasst unter anderem Veränderungen der und bringt eine Funktion zum Betrachten schreibgeschützter Dokumente mit.

iWork: Geschützte Dokumente lesen und Retina-Support

Am Abend hat Apple neue Versionen seiner iWork-Apps für Mac-Computer, und iCloud bereitgestellt. Mit den Updates stehen Neuerungen sowohl für das Textverarbeitungsprogramm Pages, den Excel-Klon Numbers als auch das Präsentationstool Keynote in den entsprechenden App Stores gratis zur Verfügung. Erst vor einigen Monaten hatte Apple seine hauseigene Office-Suite mit einer neuen Optik und (umstrittenen) Funktionen überarbeitet.

iWork für Mac, iOS und iCloud gibt es jetzt in neuer Version. (Foto: Apple)
iWork für Mac, iOS und iCloud gibt es jetzt in neuer Version. (Foto: Apple)

Während Apple jetzt weitere kleine Änderungen an der Benutzeroberfläche vorgenommen hat, wurden die iWork-Apps vor allem um viele neue Funktionen ergänzt. Die wichtigsten: iWork-Dokumente können künftig auch dann von Nutzern freigegeben und von anderen gelesen werden, wenn sie schreibgeschützt sind – nur das Bearbeiten der Dokumente ist dann nicht möglich. Zudem unterstützt die browserbasierte iWork-Oberfläche jetzt die hochauflösenden Retina Displays.

Das ist neu in Pages, Numbers und Keynote

Wie den jeweiligen Updatebeschreibungen zu entnehmen ist, hat Apple auch seine Apps um eine ganze Reihe neuer Funktionen erweitert. So bietet Pages zum Beispiel fortan eine verbesserte Unterstützung für AppleScript, EPUB-Export und EndNote (inklusive Zitate in Fußnoten), eine optimierte Medienübersicht inklusive Suchfunktion und ein verbessertes Textfeldverhalten. Auch Formatierungen in Zusammenhang mit Stilen und Abschnitten sollen jetzt leichter zu Handhaben sein. Die Tabellenkalkulation Numbers kommt unter anderem mit neuen Druckoptionen und einer optimierten Kompatibilität zu Excel-Dokumenten daher. Das PowerPoint-Pendant Keynote hat Apple mit neuen Animationen und Übergängen sowie einer Unterstützung für animierte GIF-Bilder versehen. Die meisten Änderungen betreffen alle Plattformen, eine vollständige Liste ist immer in den Updatebeschreibungen im App Store zu finden.

Apple, Microsoft, Google: Der Kampf ums digitale Büro

Erst im Herbst hatte Apple seine lange stiefmütterlich behandelte iWork-Suite überarbeitet. So gab es nicht nur neue Apps für das Mac-Betriebssystem, sondern mit iWork for iCloud auch erstmals eine entsprechende Weboberfläche. Damit schloss Apple zur Konkurrenz um Google und Microsoft auf, die solche Lösungen schon länger bieten. Anfang der Woche hat Microsoft hingegen seine Office-Suite für das iPad veröffentlicht. Nutzer hatten Apple damals für große Teile der Generalüberholung kritisiert, da der Konzern zahlreiche beliebte Funktionen in den iWork-Apps für OS X entfernte. Inzwischen hat Apple versprochen, das Feedback ernst zu nehmen und kontinuierlich neue Funktionen bereitzustellen.

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Daniel Hüfner