Musik-Streaming | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Musik-Streaming 2015-05-20T16:52:58Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/musik-streaming Das neue Spotify: Jetzt mit Podcasts, Videos und Jogging-Features http://t3n.de/news/new-spotify-podcasts-videos-jogging-611775/ 2015-05-20T16:52:58Z
Der Musikstreaming-Anbieter Spotify hat sein Angebot überarbeitet. Die neue Version spielt neben Musik auch Podcasts und Videoclips ab. Außerdem gibt es viele kleine neue Features, zum Beispiel …

Der Musikstreaming-Anbieter Spotify hat sein Angebot überarbeitet. Die neue Version spielt neben Musik auch Podcasts und Videoclips ab. Außerdem gibt es viele kleine neue Features, zum Beispiel für Jogger.

Spotify hat heute auf einer Pressekonferenz in New York ein ganzes Bündel neuer Features vorgestellt. Damit will sich der Dienst von der immer stärker werdenden Streaming-Konkurrenz deutlich absetzen. Neben neuen technischen Features wagt sich Spotify auch erstmals in den Video-Bereich vor und nimmt damit einen ganz neuen Markt in Angriff, der sonst von YouTube und Co. bedient wird.

Spotify jetzt mit Podcasts und Videos

Die neue Spotify-Version soll neben Musik auch Podcasts integrieren. Ob diese Podcasts von Spotify nur aggregiert werden, oder ob die Autoren sie auch bei Spotify hochladen müssen ist bisher unklar. Ebensfalls dünn sind die Informationen zum Thema Video bisher. Während der Pressekonferenz wurde die Funktion nur kurz vorgestellt und inzwischen ist sie in einem Beispielvideo zu sehen. Dabei soll Spotify nicht nur Musikvideos abspielen können, sondern beliebige Video-Inhalte. Zum Start gibt es zum Beispiel Videoclips von Medien-Unternehmen wie Comedy Central oder VICE.

Spotify soll in Zukunft den Musikgeschmack der Nutzer noch besser kennen. (Quelle: Spotify)
Spotify soll in Zukunft den Musikgeschmack der Nutzer noch besser kennen. (Quelle: Spotify)

Spotify weiß immer was du hören willst

Viel Wert legte das schwedische Unternehmen bei seiner Pressekonferenz außerdem auf die Features zum Vorschlagen von passenden Inhalten. Dabei soll Spotify den Nutzer nun noch besser kennenlernen und immer bessere Musikvorschläge parat haben. Ähnlich wie bei der Radio-Funktion sollen so zukünftig auch ganze Playlisten (sowohl Eigene als auch von Fremden erstellte) vorgeschlagen werden, die sich unter anderem an der jeweiligen Tageszeit orientieren und mit der Zeit immer besser werden.

Speziell für Jogger: Spotify findet den richtigen Beat

Eine große Nutzergruppe für Spotify sind Menschen, die während dem Joggen Musik hören. Dem trägt die Firma nun Rechnung und stellt ein Feature vor, welches die Schrittfrequenz des Nutzers mit den Smartphone-Sensoren analysiert und anschließend eine Playlist von Songs erstellt, deren Beat exakt zur Lauf-Frequenz passt und diese auch immer aktuell an das Tempo anpasst. Zusätzlich soll dieses Feature in Zukunft in das Nike-App-Universum integriert werden.

Alle Features werden ab sofort sukzessive ausgerollt. Auch deutsche Nutzer sollten deswegen schon in den kommenden Tagen die neuen Features vorfinden. Bisher macht es aber den Eindruck als ob lediglich die iOS-App aktualisiert wurde. Android-Nutzer müssen sich wohl noch gedulden.

via news.spotify.com

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Moritz Stückler
Video-Streaming: Spotify soll Angriff auf YouTube planen http://t3n.de/news/youtube-spotify-video-streaming-609060/ 2015-05-08T04:47:21Z
Spotify soll Insidern zufolge am Einstieg ins Video-Streaming-Geschäft arbeiten. Eine offizielle Bestätigung für die Online-Video-Pläne wird noch in diesem Monat erwartet.

soll Insidern zufolge am Einstieg ins Video-Streaming-Geschäft arbeiten. Eine offizielle Bestätigung für die Online-Video-Pläne wird noch in diesem Monat erwartet.

Spotify-Plan: Neben Musik- bald auch Video-Streaming

Spotify will sein Geschäftsmodell offenbar erweitern und ein Video-Streaming-Angebot an den Start bringen. Wie das Wall Street Journal berichtet, soll der schwedische Musik-Streaming-Dienst bereits mit Video-Content-Erstellern, insbesondere solchen, die ihre Videos derzeit via veröffentlichen, im Gespräch sein.

Spotify soll bald auch Video-Streaming anbieten. (Foto: Spotify)
Spotify soll bald auch Video-Streaming anbieten. (Foto: Spotify)

Dem Bericht zufolge ist Spotify ebenfalls an traditionelle Medienkonzerne herangetreten, um Video-Content für seinen angeblich geplanten Bewegtbild-Services zu bekommen. Den nicht genannten Quellen zufolge sollen die Video-Streaming-Pläne bereits im Mai offiziell angekündigt werden. Wann ein entsprechender Dienst tatsächlich starten würde, steht allerdings nicht fest. Es soll sich dann aber um Modell handeln, das nicht nur Abonnenten angeboten wird, dafür aber mit Werbung versehen sein könnte.

Spotify ist 8,4 Milliarden US-Dollar wert

Zuletzt hatte sich Spotify eine Finanzspritze von kolportierten 400 Millionen US-Dollar geben lassen, auch um der aufziehenden Konkurrenz von Apples neuem Streaming-Service Beats Music und dem von Musikern um Jay-Z angekündigten Dienst Tidal besser die Stirn bieten zu können. Damit würde Spotify mit rund 8,4 Milliarden US-Dollar bewertet. Ein Börsengang soll geplant sein.

Spotify hat eigenen Angaben zufolge etwa 60 Millionen Nutzer, davon zahlen 15 Millionen einen monatlichen Betrag von rund zehn US-Dollar für die werbefreie Variante des Musik-Streamings. Der Dienst hat bisher noch keine Gewinne eingespielt.

via arstechnica.com

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Jörn Brien
400 Millionen US-Dollar: Spotify wappnet sich gegen Beats Music, Tidal und Co. http://t3n.de/news/finanzspritze-spotify-milliarden-604892/ 2015-04-13T04:59:02Z
Der schwedische Streaming-Dienst Spotify hat in einer neuen Finanzierungsrunde satte 400 Millionen US-Dollar einsammeln können und soll jetzt rund 8,4 Milliarden US-Dollar wert sein.

Der schwedische Streaming-Dienst Spotify hat in einer neuen Finanzierungsrunde satte 400 Millionen US-Dollar einsammeln können und soll jetzt rund 8,4 Milliarden US-Dollar wert sein.

Spotify wappnet sich gegen die aufziehende Konkurrenz von Apples neuem Streaming-Service Beats Music und dem von Musikern um Jay-Z angekündigten Dienst Tidal. Das Spotify-Konzept scheint zumindest bei den Investoren gut anzukommen, auch wenn viele Künstler sich beklagen, sie würden zu wenig Geld abbekommen.

Spotify soll 8,4 Milliarden US-Dollar wert sein

Insgesamt 400 Millionen US-Dollar sollen Investoren, darunter Goldman Sachs und eine nicht näher genannte Investmentgruppe aus Abu Dabi, in das Unternehmen investieren, wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet. Mit der neuen Finanzspritze wird Spotify demnach nun mit rund 8,4 Milliarden US-Dollar bewertet. In den vergangenen Jahren konnte das 2006 gegründete Unternehmen insgesamt 500 Millionen US-Dollar einsammeln. Ein Börsengang soll geplant sein.

Spotify sammelt 400 Millionen US-Dollar ein. (Foto: Spotify)
Spotify sammelt 400 Millionen US-Dollar ein. (Foto: Spotify)

Spotify hat eigenen Angaben zufolge etwa 60 Millionen Nutzer, davon zahlen 15 Millionen einen monatlichen Betrag von rund zehn US-Dollar für die werbefreie Variante. Die Mehrzahl nutzt allerdings das werbefinanzierte, kostenlose Modell. Das gefällt den großen Labels wie Vivendi, Warner Music und Sony, die zusammen rund 15 Prozent an Spotify halten, offenbar nicht so gut. Ginge es nach ihnen, sollte Spotify mehr Nutzer in zahlende Abonnenten umwandeln.

Spotify-Geschäftsmodell ist kostspielig

Spotify hat die Kapitalspritze dem WSJ zufolge dringend nötig, denn der nicht unumstrittene Streaming-Dienst zahlt fast 70 Prozent seiner Einnahmen direkt an die Rechteinhaber der Songs. Wie ihr als Nutzer so viel wie möglich aus Spotify herausholt, erklärt Kollege Sébastien Bonset im Artikel „Spotify-Tipps und -Tricks für noch mehr Streaming-Spaß“.

via www.heise.de

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Jörn Brien
Hilfe vom YouTube-Partner: So will SoundCloud Urheberrechtsverletzungen monetarisieren http://t3n.de/news/soundcloud-youtube-partner-604709/ 2015-04-10T04:34:45Z
Der Dienst Zefr hilft YouTube dabei, nicht autorisierte Musikstücke aufzufinden und diese mit Werbung zu monetarisieren. Auf dieses Modell soll jetzt auch SoundCloud setzen.

Der Dienst Zefr hilft YouTube dabei, nicht autorisierte Musikstücke aufzufinden und diese mit Werbung zu monetarisieren. Auf dieses Modell soll jetzt auch SoundCloud setzen.

SoundCloud auf der Suche nach einem Ökosystem

SoundCloud arbeitet ab sofort mit einem Spezialisten für Rechteverwaltung zusammen. Das kalifornische Unternehmen Zefr ist unter anderem ein Dienstleister von YouTube. Das deutsche Start-up bezeichnet die Kooperation als „wichtigen Schritt, um ein kreatives Ökosystem, von dem alle Produzenten von Musik und Audio profitieren“ zu etablieren. Zefr soll Wege finden, wie Musik-Labels und Künstler die Fan-Aktivitäten auf der Plattform für sich nützen können, heißt es weiter. Damit bezieht sich SoundCloud vor allem auf die Remix-Kultur, die User geschaffen haben.

Das neue Soundcloud-HQ in der „Factory Berlin“. (Foto: SoundCloud)
SoundCloud holt sich für die Rechteverwaltung Unterstützung aus Kalifornien. (Foto: SoundCloud)

Wie die Rechteverwaltung auf dem Portal konkret funktionieren soll, verraten die beiden Partner noch nicht. Wahrscheinlich ist jedoch ein ähnliches Modell, wie Zefr es für YouTube betreibt. Der Service entdeckt Videos, die Urheberrechte verletzen. Anstatt diese zu entfernen, monetarisiert der Videoriese die Beiträge mit Werbung, von der auch der Urheber einen Anteil ausbezahlt bekommt.

Auswertung von Nutzerdaten

SoundCloud hat vergangenes Jahr die Werbevermarktung eingeführt. Eine solche Lösung könnte dem Unternehmen dabei helfen, mehr Ads auszuspielen und dadurch mehr Einnahmen zu generieren. Weiters hat sich Zefr auf die Auswertung von Daten spezialisiert, was SoundCloud einen detaillierten Einblick in das Nutzerverhalten geben könnte.

Mit welchen Methoden SoundCloud seinen Dienst außerdem monetarisieren will, haben wir kürzlich beleuchtet.

via www.theverge.com

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Elisabeth Oberndorfer
SoundCloud am Scheideweg: Wie das Berliner Startup jetzt Geld verdienen will [Kolumne] http://t3n.de/news/soundcloud-transformation-594185/ 2015-02-17T08:32:24Z
Nach über sechs Jahren macht sich die Berliner Musikplattform SoundCloud ans Geldverdienen. Martin Weigert analysiert in „Weigerts World“ diese hochknifflige, aber auch extrem spannende …

Nach über sechs Jahren macht sich die Berliner Musikplattform ans Geldverdienen. Martin Weigert analysiert in „Weigerts World“ diese hochknifflige, aber auch extrem spannende Situation. Denn: Das ist gar nicht so einfach, müssen dazu doch divergierende Interessen verschiedener Parteien berücksichtigt werden.

Warum SoundCloud es sich mit so vielen Parteien verscherzen kann

Das Berliner SoundCloud vollzieht derzeit eine der spannendsten und kompliziertesten Transformationen, die es in der Netzwirtschaft in den letzten Jahren zu beobachten gab. 2008 als idealistisch angehauchte Musikplattform für Künstler, Indie-Labels und ihre Anhänger gestartet, versucht das Unternehmen den Wandel hin zu einem On-Demand-Musikservice mit werbefinanzierter Gratis-Komponente und kostenpflichtigem Premium-Abo. Allein die schiere Zahl der unterschiedlichen Interessen, die das Gründer-Duo Alexander Ljung und Eric Wahlforss in diesem Prozess zu berücksichtigen hat, macht das Unterfangen zu einer Herkulesaufgabe mit offenem Ausgang.

Ein einfaches Beispiel illustriert, wie leicht es sich SoundCloud mit einer Partei verscherzen kann: Mitte 2014 haben die Hauptstädter unter dem Dachnamen „On SoundCloud“ eine neue Künstler-Mitgliedschaft lanciert, die erstmals eine gezielte Anzeigenvermarktung inklusive Umsatzbeteiligung vorsieht. Interpreten und Indie-Labels, die an dem bisher nur auf Einladung verfügbaren Monetarisierungsprogramm teilnehmen, akzeptieren die Einblendung beziehungsweise das Abspielen von Werbung im Umfeld ihrer bei SoundCloud angebotenen Songs. Dafür beteiligt sie SoundCloud an den so generierten Umsätzen. Sechs Jahre nach dem offiziellen Debüt des Dienstes können Künstler zum ersten Mal mit SoundCloud direkte Einnahmen erzielen. Bislang sah sich das Unternehmen eher als Promotioninstrument für Künstler und Plattenfirmen, die Fans an sich binden wollten.

SoundCloud Ads
Der Pre-Roll Audio-Werbespot. (Screenshot: SoundCloud)

Für teilnehmende Interpreten ist die Entwicklung durchaus positiv. Nutzer hingegen sind vorerst die Leidtragenden: Sie müssen jetzt teilweise Werbespots über sich ergehen lassen, bevor sie einen Titel streamen können. Bislang ist das zwar auf User mit amerikanischer IP-Adresse beschränkt da ich mich aktuell aber in den USA befinde, habe ich am Freitag erstmals einen derartigen Spot angucken dürfen. Er ist sowohl auf dem Desktop als auch über die iPhone-App jeweils vor diesem Titel gestartet. Nach einigen Sekunden hat mir SoundCloud die Möglichkeit angeboten, den Spot zu überspringen. Da war ich aber schon genervt.

SoundCloud: Kein Entkommen von Werbespots

Problematisch ist, dass ich als SoundCloud-User sechs Jahre lang darauf konditioniert worden bin, mir nicht durch Audio-Werbung die Laune verderben lassen zu müssen. „Klassische“ On-Demand-Musikanbieter wie Spotify, Deezer oder Rdio hingegen haben ihren Usern beigebracht, dass sie lästige Werbung durch einen Wechsel auf das kostenpflichtige Premium-Abo vermeiden können. Das würde ich sehr gerne auch bei SoundCloud so machen – doch der Abo-Dienst ist noch nicht fertig. Auf Anfrage hat eine SoundCloud-Sprecherin lediglich wiederholt, dass die Einführung einer Bezahl-Variante geplant sei. Ein zu kommunizierendes Datum gebe es aber noch nicht.

SoundCloud
Die Reaktionen auf Werbung bei SoundCloud. (Screenshot: Twitter)

Dass SoundCloud Pre-Roll-Audio-Ads einführt, kommt bei betroffenen Nutzern in den USA erwartungsgemäß nicht gut an. Eine Twitter-Suche nach „soundcloud ads“ liefert haufenweise Beschwerden. Praktisch wäre es, würde das Unternehmen auf eine werbefreie Premium-Version verweisen können, so wie es die Konkurrenz auch macht. Doch da die noch nicht existiert, hat SoundCloud im Prinzip kein Argument, mit dem es erboste User besänftigen könnte.

Monetarisierung kann nicht auf Abo-Funktion warten

Fragen zu Verhandlungen mit Urhebern und Rechteinhabern kommentieren Musikdienste traditionell nicht. Im Hause SoundCloud wird man aber wissen, dass der aktuelle Zustand – mit Werbung, aber ohne Ausweichlösung für zahlungswillige Nutzer – die Loyalität treuer Anhänger gefährden kann. Warum man sich dennoch dafür entschieden hat, kann auf die eingangs erwähnte schwierige Aufgabe zurückzuführen sein, viele verschiedene Parteien zufriedenstellen zu müssen. Bei acht Millionen Euro lag der Umsatz 2012. 2013 war er auf 11,2 Millionen gestiegen. Gleichzeitig wuchs auch der operative Verlust von 12,4 Millionen Euro auf 23,1 Millionen Euro. Um das Vertrauen externer Geldgeber nicht zu verlieren, steht SoundCloud mehr als sieben Jahre nach der Gründung unter dem Zwang, endlich die Kassen klingeln zu lassen. Unterdessen soll das Startup an der Beschaffung einer erneuten Kapitalspritze in Höhe von bis zu 150 Millionen Dollar arbeiten.

Die SoundCloud-Gründer Alex Ljung und Eric Wahlforss stehen vor dem größten Exit der deutschen Startup-Geschichte, (Foto: Soundcloud)
Die SoundCloud-Gründer Alex Ljung und Eric Wahlforss. (Foto: Soundcloud)

Parallel zur ökonomischen Absicherung müssen die Berliner auch Deals mit großen Plattenfirmen in die Wege leiten. Bislang hat der Service in einer rechtlichen Grauzone agiert – viele User-Uploads und DJ-Mixe enthalten urheberrechtlich geschützte Musik, ohne dass SoundCloud dafür Lizenzabgaben zahlt. Dies wurde in vielen Fällen zumindest still toleriert, solange sich niemand beschwert hat. Da jetzt aber alle Zeichen auf Monetarisierung stehen – auch der Endnutzer –  werden Vereinbarungen mit den Labels unumgänglich. Laut offiziellen Angaben konnte SoundCloud von den „Big Three“ bisher aber nur Warner überzeugen. Möglich, dass sich deshalb das Debüt des Abo-Services verzögert.

Wären das nicht schon genug Baustellen, so müssen die SoundCloud-Gründer und ihr Team auch aufpassen, durch die Transformation nicht das Wohlwollen der Künstler und Kreativen zu verlieren, die den Dienst bisher als leicht rebellischen Gegenpol zu den durchkommerzialisierten On-Demand-Services gesehen haben. Obendrein entwickelt YouTube mit Music Key seinen eigenen Musik-Abodienst – der Konkurrenzkampf wird immer härter. Letztlich geht es für SoundCloud auch darum, nicht einfach nur ein „Me-Too!“-Produkt der existierenden Streaming-Anbieter zu werden, sondern Alleinstellungsmerkmale beizubehalten.

Abhängigkeit vom Wohlwollen der Labels

Angesichts dieser Gemengelage, die äußerst sorgsames und taktisch kluges Vorgehen erfordert, möchte man mit SoundCloud eigentlich nicht zu hart ins Gericht gehen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die etablierten Vertreter der Musikindustrie nicht unbedingt angenehme Gesprächspartner sind, wenn es um in ihre Domäne eingreifende Geschäftsmodelle geht. Je dringlicher für SoundCloud aber die Notwendigkeit zur Umsatzsteigerung wird, desto ungünstiger wird auch die Ausgangslage. Denn die Labels wissen, dass ohne ihren Segen das Projekt SoundCloud in der aktuellen Form wahrscheinlich keine Zukunft hat.

Sogenannte Pivots sind in Startup-Kreisen keine Seltenheit. SoundCloud aber bleibt im Grunde auch 2015 seiner Grundvision treu. Und ganz ohne Zugeständnisse an das Branchen-Establishment geht das nicht. Sollte es den Hauptstädtern gelingen, das idealistisch-kreative Flair ihrer Plattform beizubehalten, gleichzeitig aber wirtschaftlich tragfähig zu werden und sich auf eine gemeinsame Linie mit der heterogenen Gruppe der Rechteinhaber einigen zu können, wäre das eine Meisterleistung. Der Weg dorthin bleibt aber steinig.

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Martin Weigert
Tschüss, Spotify? Das sind Apples Streaming-Pläne http://t3n.de/news/apple-musik-streaming-spotify-592057/ 2015-02-05T06:30:31Z
Nach dem Kauf des Kopfhörerherstellers Beats will Apple in Kürze ins Geschäft mit dem Musikstreaming einsteigen. Wie die Pläne aussehen, die vor allem Spotify kräftig Konkurrenz machen …

Nach dem Kauf des Kopfhörerherstellers Beats will Apple in Kürze ins Geschäft mit dem Musikstreaming einsteigen. Wie die Pläne aussehen, die vor allem Spotify kräftig Konkurrenz machen sollen, verrät jetzt das für gewöhnlich gut informierte US-Portal 9to5mac.

Spätestens nach dem mäßigen Erfolg von iTunes Radio war klar, dass es Apple mit seinem milliardenschweren Kauf des Kopfhörerherstellers Beats nicht allein auf dessen trendige Plastikmuscheln abgesehen haben kann. Die Firma des Musikproduzenten Dr. Dre hatte mit „Beats Music“ zugleich einen eigenen Streaming-Dienst in petto. Schon länger wird deshalb spekuliert, Apple könnte die Technologie nutzen, um selbst in das lukrative, bisher von Spotify dominierte Streaming-Geschäft einzusteigen. Das stimmt wohl. Unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld von Apple und der Musikindustrie, hat das US-Portal 9to5mac erste Details zur geplanten Streaming-Offensive aus Cupertino veröffentlicht.

So will Apple mit Spotify konkurrieren

Beats Music: Statt eigenständiger Apps will Apple den Streaming-Dienst tief in seinem Ökosystem verankern. (Foto: Beats Music)
Beats Music: Statt eigenständiger Apps will Apple den Streaming-Dienst tief in seinem Ökosystem verankern. (Foto: Beats Music)

Dem Bericht zufolge soll Beats Music nicht länger als einfache App fortbestehen, sondern fest in Apples Ökosystem verankert werden. So arbeite der Konzern unter anderem an neuen Musik-Applikationen für iPhone, iPad und iPod touch, aber auch an einer neuen iTunes-Version, die einen Großteil der Funktionen von Beats Music beinhalten soll. Ebenfalls in Planung sei eine neue Anwendung für AppleTV.

Nutzern sollen die Möglichkeit haben, ihre lokale Bibliothek mit dem Online-Katalog zu verbinden und Musiktitel wahlweise zu streamen oder auf das Gerät herunterzuladen. Die aus Beats bekannten Wiedergabelisten bleiben angeblich ebenso Bestandteil des Dienstes wie diverse soziale Funktionen – darunter die Möglichkeit, anderen Nutzern oder Künstlern wie bei Spotify üblich zu folgen. Die Oberfläche gestaltet Apple offenbar selbst. Nutzer von Beats Music sollen ihre bestehenden Konten mit einer Apple-ID zusammenführen können. Darüber hinaus wolle Apple bestehende Dienste wie iTunes Match, iTunes Match und den iTunes Store trotz naheliegender Kanibalisierungseffekte weiterhin betreiben, heißt es.

Android-Nutzer müssen nicht draußen bleiben

Abkehr von alten Prinzipien: Den neuen Streaming-Dienst will Apple erstmals auch für Android-Smartphones verfügbar machen. (Screenshot: 9to5mac)
Apple bekennt sich zu Android. (Screenshot: 9to5mac)

Eine kleine Überraschung dürfte für viele sein, dass Apple den intern überarbeiteten Dienst erstmals auch für Android-Geräte anbieten wird. Zwar ist eine Android-App zu Beats Music schon länger im Store von Google Play zu finden. Nach der Übernahme wurde jedoch spekuliert, Apple könnte Android-Nutzern den weiteren Zugriff auf den Dienst verwehren. Dass es diesmal wohl anders kommt, dürfte der neuen Handschrift von Apple-Chef Tim Cook geschuldet. Wie er vor zwei Jahren mitteilte, sei die Entscheidung für oder gegen einen solchen Schritt „keine religiöse Angelegenheit“. „Wenn wir das als sinnvoll erachten, dann werden wir es tun“, sagte er. Die Versionen für Browser und Windows Phone sollen dem Vernehmen nach allerdings nicht länger unterstützt werden.

Preis: Apple will Spotify und Co. unterbieten

Für Musikstreaming-Fans dürfte indes aber weniger die Plattform als vielmehr der Preis darüber entscheiden, welcher Dienst letztlich genutzt wird. Und Apple – seit Jahren mit guter Verhandlungsposition im Rücken – hat da klare Ambitionen: Spotify und Co. sollen preislich unterboten werden.

Habe Apple zunächst fünf US-Dollar als monatliche Nutzungspauschle gegenüber Rechteinhabern ausgelobt, gelte derzeit ein Preis von monatlich 7,99 US-Dollar als wahrscheinlich. Zum Vergleich: Spotify, Rdio und Google Playe verlangen für ihre Premium-Abonnements jeweils 9,99 US-Dollar. Wann Apple den neuen Streaming-Dienst veröffentlicht, ist derzeit nicht bekannt. Als wahrscheinlich gilt eine Vorstellung im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC, bei der im Juni turnusgemäß auch neue Versionen von iOS und OS X präsentiert werden.

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Daniel Hüfner
OS X Yosemite 10.10.2: Apple behebt WLAN-Probleme und bringt neue Backup-Funktion für iCloud Drive http://t3n.de/news/os-x-yosemite-10102-apple-590447/ 2015-01-27T10:40:05Z
Das nächste Update für OS X Yosemite sollte in den kommenden Tagen erscheinen. Damit sollen unter anderem die bestehenden WLAN-Probleme gelöst werden. Außerdem könnt ihr ein Backup der Daten auf …

Das nächste Update für sollte in den kommenden Tagen erscheinen. Damit sollen unter anderem die bestehenden WLAN-Probleme gelöst werden. Außerdem könnt ihr ein Backup der Daten auf eurem Drive in eurer Time Machine sichern.

Der neue Look von OS X 10.10 ist flach, rechteckig und setzt auf dezente Transparenz-Effekte. (Quelle: apple.com)
OS X Yosemite 10.10.2: Das Update soll endlich auch die bestehenden WLAN-Probleme lösen. (Grafik: Apple)

OS X Yosemite 10.10.2: Update sollte in den kommenden Tagen erscheinen

Nach einer mehrmonatigen Testphase soll in den kommenden Tagen das zweite Update für OS X Yosemite veröffentlicht werden. Laut 9to5mac wird Apple-intern derzeit eine Version mit der Build-Bezeichnung 14C109 getestet. In dieser Version gibt es unter anderem eine neue Backup-Funktion für Daten, die im iCloud Drive gespeichert wurden. Die Dateien können jetzt über die Time Machine gespeichert werden. Dadurch ist es möglich, Veränderungen an den Dateien zu verfolgen und alte Versionen können wiederhergestellt werden.

Außerdem sollen die WLAN-Probleme unter OS X Yosemite mit dem Update behoben werden. Schon das erste Yosemite-Update enthielt einen entsprechenden Hinweis. Leider schien das Update nicht bei allen Nutzern wirklich gegen das Problem geholfen zu haben. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Problematik diesmal wirklich in den Griff bekommen hat.

OS X Yosemite 10.10.2: Alle weiteren Neurungen im Überblick

Das Update auf Version 10.10.2 soll verhindern, dass externe Mail-Inhalte geladen werden, obwohl dies in der Mail-App deaktiviert wurde. Außerdem sollen die VoiceOver-Funktion und die Synchronisation mit Bluetooth-Kopfhörer verbessert worden sein. Auch die Stabilität und Sicherheit des Safari-Browsers will Apple mit dem nächsten Update verbessern.

Wann genau das Update auf OS X Yosemite 10.10.2 ausgeliefert wird, ist derzeit nicht bekannt. Vor allem Nutzer, deren Macs noch immer unter WLAN-Problemen leiden, könnte das Update aber ein wahrer Segen sein.

via www.golem.de

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Kim Rixecker
Ein „Spotify“ für Apps? Opera bietet App-Stores mit Abo-Modell http://t3n.de/news/opera-subscription-mobile-store-581392/ 2014-11-27T10:10:05Z
Das für seine Browser bekannte IT-Unternehmen Opera hat am gestrigen Mittwoch die sogenannten „Subscription Mobile Stores“ präsentiert. Nutzer erhalten darin für einen wöchentlichen Beitrag …

Das für seine bekannte IT-Unternehmen hat am gestrigen Mittwoch die sogenannten „Subscription Mobile Stores“ präsentiert. Nutzer erhalten darin für einen wöchentlichen Beitrag vollen Zugriff auf alle enthaltenen Applikationen.

Nachdem Opera in der vergangenen Woche den „Ovi Store“ von Nokia übernommen hat, hat das norwegische Unternehmen eine überraschende Neuerung angekündigt: den „Opera Subscription Mobile Store“. Unternehmen können mit dieser kompliziert klingenden Lösung die verfügbaren Applikationen des Opera Stores unter eigener Flappe in App-Stores kuratieren und an ihre Kunden vertreiben. Sie sparen sich dadurch den kostspieligen Aufbau einer eigenen Infrastruktur, verfügen über eine relativ große Auswahl an Applikationen und werden an den generierten Umsätzen beteiligt.

Opera setzt auf Abomodell im Wochenrhytmus

Anders als bei beispielsweise Apple oder Google sollen Nutzer eines solchen Stores nicht für jede einzelne Applikation zahlen. Stattdessen forciert Opera ein Abomodell, das durch wöchentlich anfallende Zahlungen die Nutzung aller verfügbaren Applikationen ermöglicht. Die bei Entwicklern beliebten In-App-Zahlungen soll es nicht geben.

Abonnements statt Einmalzahlungen: Kann das funktionieren? (Grafik: Opera)
Abonnements statt Einmalzahlungen: Kann das funktionieren? (Grafik: Opera)

Erste Versionen dieser White-Label-Stores sind bereits in Russland, der Ukraine und Brasilien aktiv. Die dort für Nutzer anfallenden Kosten liegen unter einem US-Dollar pro Woche.

Opera verfügt seit der Übernahme des „Ovi Store“ gemessen an der Auswahl an Applikationen den drittgrößten Store. Unternehmen stehen über das neue Angebot zwischen einem und drei Zehntel der insgesamt 300.000 Applikationen zur Verfügung.

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Lars Budde
Soundcloud: Musikdienst angelt sich Warner Music als Lizenzpartner http://t3n.de/news/soundcloud-warner-music-576602/ 2014-11-05T09:57:05Z
Der Musikdienst Soundcloud hat das Majorlabel Warner Music mit ins Boot geholt. Für das Berliner Startup könnte das der Anfang eines langfristigen Modells zur Monetarisierung sein. 

Der Musikdienst Soundcloud hat das Majorlabel Warner Music mit ins Boot geholt. Für das Berliner Startup könnte das der Anfang eines langfristigen Modells zur Monetarisierung sein. 

Soundcloud

Soundcloud schließt damit zum ersten Mal einen Deal mit den wirklich Großen der Branche. Bekannt wurde der Dienst, weil er Indie-Künstlern bei der Verbreitung ihrer Musik hilft. Für Soundcloud könnte der Deal der Anfang eines langfristigen Geschäftsmodells sein. 2008 startete die kostenlose Musik-Plattform, Werbung ist jedoch erst seit der Jahresmitte 2014 auf der Seite zu sehen.

Nach eigenen Angaben hat der Dienst rund 175 Millionen Nutzer im Monat, das soll sich jetzt auch rentieren. Im Sommer hatte sich Twitter laut Spiegel Online für das Berliner Start-up interessiert, dann aber doch kein Kaufangebot gemacht.

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Warner die erste große Plattenfirma, die mit Soundcloud Geld verdienen wird. (Screenshot: Soundcloud)

Außer der Werbung verdient Soundcloud durch Musiker, die viele Songs hochladen wollen. Sie zahlen dann 29 Euro bzw. 99 Euro jährlich. Die Warner Music Group wird zukünftig Gebühren kassieren, wenn Songs von Künstlern des Labels abgespielt werden. Dem Lizenzdeal soll im kommenden Jahr dann ein Abo-Dienst folgen, einen Gratis-Dienst soll es jedoch weiterhin geben, sagte Firmenchef Alexander Ljung dem Wall Street Journal. Die Gebühren-Vereinbarung mit Warner Music bezieht sich sowohl auf das werbefinanzierte Soundcloud-Angebot, als auch auf den Abo-Dienst.

Warner Music ist neben dem Marktführer Universal Music und Sony Music einer der drei Großen Musik-Labels. Im Rahmen des Deals soll Warner auch mit einem kleinen Anteil bei Soundcloud einsteigen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen.

via www.wsj.de

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Melanie Petersen
The Day the Music Died: Taylor Swift löst das Ende der Streaming-Dienste aus [Kommentar] http://t3n.de/news/spotify-streaming-geschaeftsmodelle-576355/ 2014-11-04T10:07:05Z
Streaming ist die Zukunft. Viele Musiker sind anderer Meinung: Streaming sei unrentabel. Jetzt verlassen erste Musiker wie Taylor Swift Spotify. Ist das Geschäftsmodell tragbar oder gehen irgendwann …

Streaming ist die Zukunft. Viele Musiker sind anderer Meinung: Streaming sei unrentabel. Jetzt verlassen erste Musiker wie Taylor Swift . Ist das Geschäftsmodell tragbar oder gehen irgendwann die Lichter aus im Streaming-Haus?

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify wachsen und wachsen. Das liegt nicht zuletzt an den umfangreichen Funktionen, die derartige Services bieten. Streaming ist die Zukunft, sagt die Branche, sagen die Nutzerzahlen und zeigen die Statistiken, die auf sinkende MP3-Downloadzahlen hinweisen. Und doch: Die Geschäftsmodelle von Spotify und den vielen Alternativen unter den Streaming-Anbietern sind trotz aller Wachstumszahlen auf tönernen Füßen gebaut und stark davon abhängig, dass die Musiker ihre Musik auch für die Streaming-Dienste zur Verfügung stellen.

Sollten die Konditionen für Musiker unattraktiv werden und die Abverkäufe der eigenen Titel durch den Dienst kannibalisiert werden, dann werden viele den Stecker ziehen. Gerade ist das publikumswirksam geschehen: Taylor Swift hat ihren kompletten Musikkatalog bei Spotify leergeräumt. Ich kann gerade keinen Titel der Sängerin in Erinnerung bringen, aber ich will auch nicht darüber philosophieren, ob das Entfernen der Swift'schen Titel ein Verlust für Spotify ist oder nicht. Sondern schlicht feststellen, dass sich hier das drohende Ende der Streaming-Dienste abzeichnen könnte. Wie heißt es so schön bei Max und Moritz: Dies war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.

Taylor Swift hat ihren kompletten Musik-Katalog bei Spotify entfernt. (Foto: (Foto: Eva Rinaldi Celebrity and Live Music Photographer / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA))

Die Bezahlung der Musiker: Gering ...

Taylor Swift ist nicht die erste Stimme, die sich erhebt: Beispielsweise Pink Floyd lief im letzten Jahr gegen Pandora Amok und beschuldigte den Streaming-Dienst durch politische Lobby-Arbeit für eine neue Gesetzesvorlage die Künstler um 85 Prozent ihrer Tantiemen bringen zu wollen. Die Zahlen sind unbestätigt und wohl nicht zutreffend, wie der Rolling Stone anmerkt, aber das Problem dahinter bleibt: die Musiker haben das latente Gefühl, schlecht für ihre Musik bezahlt zu werden. Kein Wunder, die Musiker bekommen, wie der US-Musiker David Lowery von Cracker anmerkt für eine Million abgespielter Songs bei Pandora rund 42 US-Dollar. Damit kann man einmal essen gehen. Bei Youtube wird es wohl eher eine Packung zuckerfreier Kaugummi mit 1,95 US-Dollar. Zum Vergleich: von den üblichen Radiosendern bekommt Lowery beispielsweise für 19.000 abgespielte Stücke 14.000 US-Dollar. Spotify beispielsweise rechnet selbst die ausgeschüttete Summe pro Stream wie folgt aus. „Recently, these variables have led to an average “per stream” payout to rights holders of between $0.006 and $0.0084.“ Okay, Das ist lächerlich wenig.

Tatsächlich?

verneinen
Spotify-Ausschüttungen sind nicht so gering, wie sie auf den ersten Blick wirken. (Foto: © photophonie - Fotolia.com)

... wenn auch mehr als bei Radiosendern, aber immer noch wenig

Pink Floyd und Lowery vergleichen beide ihre Einnahmen von Radiosendern mit den Einnahmen, die ihnen Streaming-Dienste verschaffen. Das produziert einen erheblichen Denkfehler: Ein einzelner Stream richtet sich an einen einzelnen Hörer. Ein abgespieltes Musikstück in einem Radiosender richtet sich an Tausende bis Hunderttausende von Hörern. Den Bruchteil eines Cents also direkt mit dem knapp runden Dollar zu vergleichen, den eine Radiostation offensichtlich zahlt, ist also nicht realistisch. Spotify argumentiert zu Recht auf seiner Webseite, dass sie relativ betrachtet pro Zuhörer mehr bezahlen als andere Dienste.

(Screenshot: Spotify)
(Screenshot: Spotify)

Diese Erkenntnis hilft nur nichts, wenn die Musiker immer noch – gefühlt oder tatsächlich – im Gesamten zu wenig Einnahmen einfahren.

Ausschüttungen an Musiker: Mehr geht nicht, das Geschäftsmodell skaliert nicht

Bei Geschäftsmodellen wird gerne von Skalierbarkeit gesprochen: die Streaming-Dienste betonen ihre Ausrichtung auf Wachstum. Und die immer größer werdenden Gesamt-Ausschüttungen an die Rechteinhaber werden als Argument angeführt. Kann man wirklich von Skalierung sprechen, wenn doch die Einnahmen immer gleich bleiben: 9,99 Euro pro Premium-Nutzer. Relativ betrachtet: nein. Eine Skalierung erfordert steigenden Ertrag, mit einer Skalierung der Nutzerzahlen lässt sich in einem Onlineshop ein steigender Ertrag prognostizieren. Spotifiy kann Nutzerzahlen skalieren soviel sie wollen: der Ertrag bleibt gleich. Den Musikern kann somit nicht mehr ausgezahlt werden, da Spotifiy relativ gesehen immer nur den gleichbleibenden Betrag von 9.99 Euro zum Verteilen zur Hand hat. Und je mehr Musikstücke gespielt werden, je größer der Katalog wird, desto geringer werden die Ausschüttungsbeträge an die Musiker. Die Wachstumsquote der Nutzer kann die steigende Kurve der notwendigen Ausschüttungen meiner Meinung nach nicht kompensieren.

Streaming ist die Zukunft: Die Geisteshaltung der Nutzer hat sich verändert

Die Downloadzahlen sinken gerade, die in der Anfangsphase so gerne kolportierte „Werbefunktion“ der Streaming-Dienste für den Download-Abverkauf der Musiker ist eher Nonsens. Streaming-Dienste sind Musikkonsum und MP3-Dateien sind Musikkonsum. Mit der steigenden Internetgeschwindigkeit in (mobilen) Netzen ist der Musikkonsum über Streamingdienste jederzeit verfügbar. Und wird mit verbessertem Netzausbau von Jahr zu Jahr besser verfügbar. Die fehlende (mobile) Verfügbarkeit war mit einer der Gründe für den Erwerb von MP3-Dateien – jedenfalls bei den jüngeren Generationen. Die permanente Verfügbarkeit irrationalisiert das Gefühl, Musik besitzen zu müssen, sie ist ja eh immer da – omnipräsent und immer erreichbar. Das ist eine neue Geisteshaltung. Und mit Sicherheit ist diese Veränderung in der Geisteshaltung einer der Gründe für einen schrumpfenden Abverkauf am Musikmarkt.

Fazit: Streaming ist die Zukunft, aber an den Geschäftsmodellen muss gefeilt werden

Legale, bequeme und günstige Download-Portale für digitale Musik waren die Antwort der 90er auf Piraterie. Streaming-Dienste sind die aktuelle Antwort auf Piraterie und sicher auch auf die Bedürfnisse der Nutzer: eine Form von personalisiertem Radio für jedermann. Ich nutze selbst Spotify. Die kostenfreie Version. Bisher habe ich keinen Grund entdeckt, Premium-Nutzer zu werden. Und ich sehe keinen Ansatz bei Spotify oder einem anderen Dienst, der bei mir dazu führen könnte, dass ich mehr Umsatz bei diesen Diensten mache. Es wird neben mir noch einigen Nutzern ebenso gehen. Das muss anders werden.

Nicht nur die Konvertierung zu Premium-Nutzern ist ein Problem: Ist der Nutzer zum Premium-Nutzer konvertiert, kann er auch nicht mehr Umsatz machen. Das muss anders werden, um die Erträge zu skalieren. Damit Musiker eine nachvollziehbarere Ausschüttung für ihre Titel erhalten. Wenn Spotify und Co kein besseres Geschäftsmodell finden, wird ihnen der oben beschriebene Shift in der Geisteshaltung der Nutzer nämlich nichts nutzen: Die Musiker werden gehen. Und die Dienste damit unattraktiver.

Und dann heißt es wirklich eines Tages: „The day the music died.“ Zumindest auf Spotify & Co.

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Jochen G. Fuchs