Online-Shop | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Online-Shop 2016-02-08T14:57:37Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/online-shop Kredit? Daumen hoch! Wie Social Scoring die Bonitätsprüfung verändert http://t3n.de/magazin/bonitaetspruefung-big-data-kredit-like-239336/ 2016-02-08T14:57:37Z
Von der Bestellung auf Rechnung im Onlineshop über Handyverträge und Kredite: Viele Alltagsgeschäfte sind von einem Scoring abhängig. Aber wie funktioniert Scoring heute und wie wird es sich vor …

Von der Bestellung auf Rechnung im über Handyverträge und Kredite: Viele Alltagsgeschäfte sind von einem Scoring abhängig. Aber wie funktioniert Scoring heute und wie wird es sich vor dem Hintergrund von verändern? Welche Vor- und Nachteile hat es für Händler und Konsumenten? Wie wirkt sich das sogenannte Social Scoring auf zukünftige Bonitätsprüfungen aus?

Im E-Commerce spielt das Scoring wohl in keinem anderen Land eine so wichtige Rolle wie in Deutschland. Das hängt damit zusammen, dass die beliebtesten Online-Zahlungsarten hierzulande das Lastschriftverfahren und der Kauf auf Rechnung sind. Online-Käufer zahlen deshalb so gern per Lastschrift und Rechnung, weil sie ihre Bestellung auf diesem Wege schnell erhalten und gleichzeitig eine gewisse Sicherheit haben: Eine Lastschrift kann der Kunde zurückbuchen lassen, und bei Rechnung zahlt er einfach nicht, wenn die Ware in mangelhaftem Zustand bei ihm ankommt oder gar nicht geliefert wird.

Für Käufer ist dies praktisch, für Händler hingegen besteht ein Risiko für Zahlungsausfälle. Um sich gegen schwarze Schafe abzusichern, können Shopbetreiber daher eine Bonitätsprüfung durchführen lassen. Ein hohes Ausfallrisiko tragen insbesondere Händler, deren Waren sich leicht wieder verkaufen lassen, etwa Anbieter von Elektronikprodukten oder Kleinmöbeln.

Auskunft in Sekundenschnelle

Entscheidet sich beispielsweise der Betreiber eines Elektronik-Onlineshops dafür, sein Risiko bei den Zahlarten Lastschrift und Rechnungskauf durch Scoring zu minimieren – wie wird dann die Zahlungsfähigkeit eines Shoppers geprüft, der ein LCD-TV-Gerät im Wert von mehreren hundert Euro bestellen möchte?

Es ist ein von Scoring-Dienstleistern streng gehütetes Geheimnis, wie der Vorgang im Einzelnen funktioniert. So viel steht allerdings fest: Dass im Hintergrund der Bestellung innerhalb von Sekunden eine Einstufung seiner Kreditwürdigkeit erfolgt, bekommt der Käufer nicht mit. Fällt das Scoring positiv aus, hat er die Auswahl zwischen diversen Bezahlmethoden, inklusive Lastschrift und Rechnungskauf. Ergibt die Analyse jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde die Rechnung nicht bezahlen wird – vorsätzlich oder unverschuldet –, bekommt er im Check-out nur Zahlarten angeboten, die aus Händlersicht sicher sind. Dazu zählen etwa Kreditkartenzahlung oder Überweisung: Hier geht das Geld beim Händler ein, bevor er die Ware versendet.

Informationen aus mehreren Quellen

Um für einen Online-Kunden einen Scoring-Wert zu ermitteln, bedienen sich Dienstleister mehrerer Quellen. Dazu gehören klassische Auskunfteien wie die Schufa, Bürgel oder Creditreform sowie verschiedene öffentlich zugängliche Verzeichnisse. So müssen beispielsweise Insolvenzgerichte die Eröffnung von Unternehmens-, aber auch von Privatinsolvenzverfahren bekanntgeben und Amtsgerichte machen einen Eintrag im Schuldnerverzeichnis, wenn ein Schuldner nach einem erfolglosen Pfändungsversuch des Gerichts eine eidesstattliche Versicherung über seine Vermögensverhältnisse abgeben muss.

Diese Quellen allein liefern jedoch noch keinen aussagekräftigen Scoring-Wert: Zum einen dauert es eine gewisse Zeit, bis aktuelle Informationen eingetragen werden, zum anderen werden die Einträge nach einigen Jahren entweder selbst gelöscht oder der Betroffene kann sie löschen lassen. Daher nutzen Scoring-Dienstleister auch Datenbanken von Unternehmen, um die Bonität von Online-Kunden zu beurteilen. In der Datenbank HWD etwa führen stationäre und Online-Händler Kontonummern sowie Bankleitzahlen von EC-Karten auf, mit denen Rücklastschriften getätigt wurden. Ein weiteres Beispiel ist die EOS-Gruppe, eine Tochter des Otto-Konzerns, die außerdem Gesellschafterin der Auskunftei Bürgel ist: EOS hat Zugriff auf sämtliche Kundendatenbanken von Otto und ist damit eine der größten Informationsquellen zur Zahlungsmoral deutscher Konsumenten.

Was die Wohngegend über die Zahlungsmoral verrät

Darüber hinaus trägt noch ein weiteres Puzzlestück zum Scoring-Wert bei: soziodemografische Daten. Dahinter verbergen sich in erster Linie Daten über die Wohngegend des Käufers. Wohnt er etwa in einer Gegend mit hohem Mietpreisspiegel, in der verhältnismäßig viele Autos hochpreisiger Marken zugelassen sind? Wer es sich leisten kann, hier zu wohnen, verfügt mit großer Wahrscheinlichkeit über eine entsprechende Zahlungsfähigkeit. Nur mit großer Wahrscheinlichkeit, wohlgemerkt – die Bewohner einer bestimmten Gegend bilden selten eine völlig homogene demografische Gruppe, ganz zu schweigen davon, dass der Kunde bei der Bestellung nicht zwingend seine eigene Adresse angibt, sondern eventuell die seiner Eltern, seines Partners etc.

Online-Käufer bevorzugen Lastschrift und Rechnung, weil sie ihre Bestellung schnell erhalten und gleichzeitig eine gewisse Sicherheit haben. (Foto: Eva-Kahlmann / Fotolia)
Online-Käufer bevorzugen Lastschrift und Rechnung, weil sie ihre Bestellung schnell erhalten und gleichzeitig eine gewisse Sicherheit haben. (Foto: Eva-Kahlmann / Fotolia)

Insgesamt entwickeln Scoring-Dienstleister ihre Verfahren jedoch auf Basis aller genannter Datenquellen: klassische Auskunfteien, öffentliche Verzeichnisse, Datenbanken von Unternehmen sowie Soziodemografie. Heraus kommt ein Wert, der die Wahrscheinlichkeit angibt, mit der ein Kunde seine Bestellung bezahlen wird. Je nachdem, welchen Mindestwert der Händler zuvor festgelegt hat, bekommt der Kunde dann automatisiert die Zahlarten Lastschrift und Rechnung angeboten – oder eben nicht.

Ein Mosaik aus Datenpunkten

So funktionierte Scoring im E-Commerce bislang. Doch die immer weiter fortschreitende Digitalisierung des Alltags – Stichwort Big Data – bringt auch in diesem Bereich ganz neue Nutzungspotenziale hervor. Konsumenten hinterlassen in sozialen Medien Unmengen von Daten: über die eigene Person, den beruflichen Werdegang, das soziale Umfeld sowie über persönliche Vorlieben und Interessen. Viele dieser Informationen geben auch Hinweise auf die Kreditwürdigkeit der jeweiligen Person. Ist sie etwa auf Facebook vor allem mit Akademikern befreundet? Liket sie viele Seiten teurer Konsumgütermarken? Hat sie auf Xing oder LinkedIn als aktuellen Arbeitgeber ein namhaftes Unternehmen angegeben? All das deutet darauf hin, dass sich potenzielle Gläubiger bei diesem Kunden wenig Sorgen um ihr Geld machen müssen.

Vorreiter auf dem Gebiet dieses sogenannten Social- oder Big-Data-Scoring ist das Hamburger Startup Kreditech. 2012 gegründet, verfügt das Unternehmen bereits über mehr als 200 Mitarbeiter und Tochtergesellschaften in neun Ländern. Das Geschäftsmodell: Kreditech verleiht Geld an Konsumenten, auch an solche, denen eine Bank aufgrund eines negativen Eintrags bei einer Auskunftei keinen Kredit geben würde. Kreditech aber gewährt diesen Personen Kleinkredite zwischen 50 und 500 Euro, wenn sie dem Hamburger Unternehmen Einkommen sowie Arbeitgeber verraten und ihm erlauben, das Web nach verschiedensten weiteren Informationen über den Antragsteller zu durchforsten.

Komplexe, intelligente Algorithmen werten Datenspuren aus, die dieser in Webbrowsern, Datenbanken, sozialen Netzwerken und auf Plattformen wie Ebay und Amazon hinterlassen hat. Technische Daten über das verwendete Gerät – neuestes iPhone oder alter Billig-PC – fließen genauso in die Bewertung ein wie Merkmale der Facebook-Freunde und die Art und Weise, wie das Antragsformular ausgefüllt wird: Dauert es lange, bis dem Antragsteller sein Arbeitgeber einfällt? Betätigt er häufig die Löschtaste? Aus rund 20.000 Datenpunkten ist so nach wenigen Minuten ein Gesamtbild der Person entstanden, aus dem sich ein aussagekräftiger Prognose-Wert über deren zukünftiges Zahlungsverhalten ableiten lässt.

Etablierte Methoden ergänzen

In Deutschland hat Kreditech die Vergabe von Krediten – auf die das Startup 15 bis 30 Prozent Zinsen erhebt – bereits nach wenigen Wochen eingestellt, um einer von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angekündigten Überprüfung des Geschäftsmodells zuvorzukommen. In anderen Ländern bietet Kreditech den Service jedoch weiterhin an und arbeitet parallel an einem zweiten Geschäftszweig. Ziel ist, eine internationale Scoring-Datenbank aufzubauen und auf deren Grundlage Bonitätsauskünfte insbesondere für E-Commerce-Unternehmen anzubieten. Ist das der Anfang vom Ende klassischer Scoring-Verfahren?

Dass Social Scoring herkömmliche Methoden zur Bonitätsprüfung ablösen wird, ist derzeit nicht absehbar. Die bewährten Scoring-Methoden stützen sich zum größten Teil auf harte Fakten, auf tatsächliche Ereignisse in der Zahlungshistorie eines Kunden – diese Informationen werden auch weiterhin die Grundlage von Bonitätsprüfungen bilden.

Klassische Scoring-Anbieter werden jedoch die Möglichkeiten ausloten, ihre Verfahren um Social Scoring zu ergänzen. Dieses punktet insbesondere durch die Aktualität der Daten und die Analyse tausender Datenpunkte innerhalb kürzester Zeit. Damit bietet Social Scoring für klassische Anbieter nicht zuletzt eine Möglichkeit, die Anzahl sogenannter False Positives zu reduzieren: Gemeint sind Kunden, die wegen fehlender oder veralteter Daten einen negativen Scoring-Wert erhalten, obwohl sie (wieder) uneingeschränkt kreditwürdig sind. Solche Fälle kommen leider immer wieder vor, wobei sich die Häufigkeit nur schwer beziffern lässt. Umgekehrt birgt Social Scoring jedoch auch das Risiko, Personen mit schlechter Bonität gut zu bewerten – dann nämlich, wenn sich jemand eine Art digitale Maske zugelegt hat und in den sozialen Netzwerken vorgaukelt, jemand zu sein, der er nicht ist.

In Deutschland wird Social Scoring die etablierten Verfahren also eher ergänzen als ersetzen. Im internationalen E-Commerce sieht dies anders aus, gibt es doch in vielen Ländern nichts, was mit der deutschen Schufa vergleichbar wäre. Dort könnte Social Scoring ein Weg für Händler sein, um überhaupt an kostengünstige Bonitätsbewertungen zu kommen.

Bonitätsprüfung bald durch Google?

Ohnehin ist es gut möglich, dass Bonitätsprüfungen im E-Commerce an Bedeutung verlieren werden, je mehr sich Zahlverfahren wie Paypal und Kreditkarte durchsetzen. Bei elektronischen Wallets wie Paypal würden die entsprechenden Anbieter über genügend Daten zum Zahlungsverhalten ihrer Kunden verfügen, um selbst für die Bonitätsprüfung sorgen zu können.

Denkbar ist auch, dass Unternehmen wie Apple oder Google, sollten sich deren Payment-Lösungen breit durchsetzen, selbst zu Anbietern von Bonitätsprüfungen werden. Die Zahlung per Kreditkarte ist für Online-Händler ebenfalls sehr sicher, da eine Kreditkartentransaktion erst dann abgeschlossen wird, wenn die Bank des Karteninhabers den Vorgang autorisiert. Hierfür wird automatisiert geprüft, ob die Karte gültig ist und ob der Betrag das Kreditkartenlimit nicht übersteigt.

Fazit

Ab Warenkörben von etwa hundert Euro lohnt es sich für Online-Händler, von ihrem Payment-Dienstleister ein Scoring durchführen zu lassen – zu groß ist sonst das Risiko nicht bezahlter Rechnungen und zurückgebuchter Lastschriften. Gegenwärtige Verfahren zur Bonitätsbewertung verwenden hauptsächlich Informationen, die in direktem Bezug zur finanziellen Situation und zum Zahlungsverhalten des Betroffenen stehen: offene Forderungen, Insolvenzverfahren oder Pfändungen.

Social Scoring bietet eine ganz andere Herangehensweise. Intelligente Algorithmen setzen alle Daten, die das Internet über eine Person hergibt, zu einem Gesamtbild zusammen, und leiten daraus die zu erwartende Zahlungsmoral ab. Auch wenn das anonymisiert geschieht, dürfte die Vorstellung bei vielen deutschen Verbrauchern Unbehagen hervorrufen. Deshalb, und weil es in Deutschland andere bewährte Verfahren zur Bonitätsprüfung gibt, wird es Social Scoring bei uns schwerer haben als anderswo.

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Mirko Hüllemann
Spark-Aufkleber: Der Dash-Button für jeden Onlinehändler [E-Commerce-News] http://t3n.de/news/spark-aufkleber-dash-button-fuer-677088/ 2016-02-07T17:00:50Z
In den E-Commerce-News fassen wir für euch regelmäßig relevante Themen aus Handel und Logistik zusammen. Heute mit dabei: Wie wichtig sind gute Suchfunktionen für Onlineshops und warum Beate Uhse …

In den E-Commerce-News fassen wir für euch regelmäßig relevante Themen aus Handel und Logistik zusammen. Heute mit dabei: Wie wichtig sind gute Suchfunktionen für Onlineshops und warum Beate Uhse in Zukunft keine Kataloge mehr produzieren will.

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Suchen und finden im Onlineshop: Neue Studie von Ibi Research

Einer der wichtigsten Bestandteile von Onlineshops ist die Suchfunktion. Ein Großteil der Kunden nutzt ausschließlich diese Funktion um ein bestimmtes Produkt zu finden. Ibi Research hat die Suchfunktion in Onlineshops genauer unter die Lupe genommen und sich Fragen zur Umsetzung oder zur Kundenzufriedenheit gestellt und einen Fragebogen entwickelt, der von Händlern ausgefüllt wurde. Die ausgewerteten Studienergebnisse werden kostenlos zum Download angeboten.

Valuephone erweitert digitales Einkaufserlebnis

Valuephone bietet den eigenen Nutzern nun auch die Möglichkeit, aktuelle Angebote von verschiedenen Händlern auch über Apple TV, Amazon Fire TV und den Amazon Fire TV Stick anzusehen. Darüber hinaus können auch speziell auf den Nutzer angepasste Sonderangebote, sowie Neuigkeiten zu den Unternehmen angezeigt werden. So kann die Kundenbindung auch am Fernseher noch intensiver erfolgen.

e:matters Spark-Aufkleber: Dash-Button für jeden Onlinehändler

Foto: e-matters
Foto: e-matters

Der Software-Hersteller e-matters hat mit dem Spark-Aufkleber einen Button für eine One-Klick-Order-Lösung entwickelt, das Prinzip ähnelt dem bekannten Dash-Button von Amazon leicht: Der kleine, recht unauffällige Sticker ist mit einem QR-Code versehen, den der Nutzer mit seinem Smartphone scannen kann. Nach dem Scan kann der Kunde Produkt, Menge und Lieferung auswählen und sogar Bestellwiederholungen automatisieren. Dazu kommt, dass Händler dem Nutzer so auch Infos zu Produkten oder Bedienungsanleitungen zukommen lassen können.

Foto: e-matters
Foto: e-matters

E-Books sollen Preisbindung bekommen

In Deutschland ist es üblich dass gedruckte Bücher einer bestimmten Preisbindung unterliegen, gegen die die Händler nicht verstoßen dürfen. Nun will die Bundesregierung die gleiche Regel auch für E-Books einführen. Am 3. Februar wurde der Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Änderung der Buchpreisbindung beschlossen. Dieses Gesetz würde außerdem für grenzüberschreitende Verkäufe nach Deutschland gelten, egal aus welchem Land der Händler stammen würde.

Versandhändler Beate Uhse schreibt Verluste und stellt Kataloge zugunsten des Onlineshops ein

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Beate Uhse hat im Jahr 2015 die eigene Prognose deutlich verfehlt und im vergangene Geschäftsjahr nur 128 Millionen Euro Umsatz, anstatt den geplanten 139 Millionen Euro gemacht. Um künftig wieder mehr Umsatz zu erzielen, wird der letzte gedruckte Katalog des Erotik-Konzerns am 14. Februar erscheinen. Das Geld, das bisher in die Katalogproduktion floss, soll künftig unter anderem in den Online-Shop investiert werden.

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Brian Rotter
Online-Shop-Betreiber aufgepasst: Diese Software erkennt an der Mausbewegung die Stimmung eurer Besucher http://t3n.de/news/online-shop-besucher-676736/ 2016-02-04T10:43:05Z
Ein Forscherteam hat eine Software entwickelt, die an der Mausbewegung erkennt, ob sich ein Nutzer gerade wohlfühlt oder sich womöglich ärgert. Online-Shop-Betreiber könnten mit einer solchen …

Ein Forscherteam hat eine Software entwickelt, die an der Mausbewegung erkennt, ob sich ein Nutzer gerade wohlfühlt oder sich womöglich ärgert. Online-Shop-Betreiber könnten mit einer solchen Analyse Hürden etwa beim Bestellvorgang erkennen.

Usability: Frust führt zu Kaufabbruch im Online-Shop

Für Online-Shop-Betreiber ist es enorm wichtig zu wissen, wie gut ihre Plattform für das digitale Einkaufserlebnis ihrer Besucher geeignet ist. Bisher wird bei entsprechenden Usability-Tests auch auf das sogenannte Eye-Tracking gesetzt, also nachvollzogen, wohin Nutzer während des Website-Besuchs schauen. Jetzt könnte mit dem Tracking der Mausbewegung eine weitere Analysemöglichkeit bei der Optimierung der eigenen Website helfen.

Die Mouse verrät Online-Shop-Betreibern deine Gefühle. (Foto: I Should Be Folding Laundry / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Ein internationales Forscherteam um den BWL-Professor Martin Thomas Hibbeln von der Universität Duisburg-Essen hat ein Programm entwickelt, das die Gefühlslage eines Internetnutzers anhand der Mausbewegungen abliest. Die Maus wird so zum Stimmungsbarometer. Den Forschern zufolge bewegen gelassene Mausnutzer den Cursor in geraden oder leicht gekrümmten Kurven. Wer dagegen aufgebracht oder frustriert ist, führe die Maus eckig und abrupt, aber langsamer statt schneller.

Einsatzmöglichkeiten sieht Hibbeln insbesondere auf dem Gebiet des Online-Shoppings. Schließlich würden Kunden, die verärgert über die Seitennavigation sind oder weil sie ein Produkt nicht finden, die Seite schnell wieder verlassen. „Für den Shop-Betreiber wäre es hilfreich, automatisiert zu erkennen, an welchem Punkt das geschieht“, erklärt der BWL-Professor, der das sogenannte Mousetracking als ein probates Mittel ansieht, Websites zu verbessern.

Mousetracking: Gläserner Online-Shop-Besucher

Allerdings birgt das Tracken der Mausbewegungen des Nutzers auch potenzielle Risiken. So könnten Versicherungen etwa anhand unwillkürlicher Bewegungen des Nutzers bei der Eingabe in ein Online-Formular erkennen, ob der Nutzer wahrheitsgemäß auf eine Frage antwortet. Das Mousetracking macht den Nutzer im schlimmsten Fall also noch gläserner. Eine explizite Einwilligung als Voraussetzung für den Einsatz des Mousetrackings könnte da hilfreich sein, meint Hibbeln. Für Usability-Tests ist die Software aber in jedem Fall eine Bereicherung.

Die Forschungsergebnisse sollen demnächst unter dem Titel „Inferring Negative Emotion from Mouse Cursor Movements“ in der Fachzeitschrift MIS Quarterly veröffentlicht werden.

via www.golem.de

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Jörn Brien
E-Commerce: Die große t3n-Umfrage für Shopbetreiber http://t3n.de/news/e-commerce-grosse-t3n-umfrage-668813/ 2016-02-04T08:35:53Z
Wer sind die Shopbetreiber, die das E-Commerce-Ressort bei t3n lesen? Welche Lösungen setzt ihr ein und wohin liefert ihr? Wir würden es gern erfahren.

Wer sind die Shopbetreiber, die das E-Commerce-Ressort bei t3n lesen? Welche Lösungen setzt ihr ein und wohin liefert ihr? Wir würden es gern erfahren.

Für die zukünftige Ausrichtung unseres E-Commerce-Ressorts würden wir gern die Shopbetreiber unter unseren Lesern besser kennenlernen. Die Umfrage ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt und ist innerhalb von wenigen Minuten mit Multiple-Choice-Antworten beantwortet.

t3n-Leserumfrage E-Commerce: Von Technik bis Internationalisierung

Die E-Commerce-Umfrage ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Zuerst interessieren wir uns für euer eingesetztes Shopsystem – neben der Software geht es auch um technischere Themen wie Hosting und das Design. Danach geht es direkt in den strategischeren Bereich rund um Marketing und Vertrieb. Neben Multichannel-Software interessiert uns dazu auch, welche Markplätze du nutzt.

Die Umfrage besteht größtenteils aus Multiple-Choice-Fragen und ist innerhalb weniger Minuten beantwortet. (Grafik: Shutterstock
Die Umfrage besteht größtenteils aus Multiple-Choice-Fragen und ist innerhalb weniger Minuten beantwortet. (Grafik: Shutterstock)

Nach einigen Fragen zum Thema der kaufmännischen Betriebsabläufe interessieren uns deine Logistik und die Internationalisierung deines Onlineshops. Wie wichtig ist der Verkauf ins Ausland für dich? Zum Schluss fragen wir noch einige statistische Angaben ab. Wir freuen uns sehr, wenn du an der Umfrage teilnimmst und uns so hilfst, unsere Themen besser auf die Leserschaft abzustimmen und euch besser kennenzulernen.

Jetzt an der t3n-E-Commerce-Umfrage teilnehmen

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Johannes Schuba
Künstliche Intelligenz und mehr: Womit sich Onlinehändler in Zukunft befassen sollten [Interview] http://t3n.de/news/nur-ans-naechste-quartal-denken-675616/ 2016-02-01T13:30:06Z
Unsere Handelslandschaft wie wir sie heute kennen, ist ein Auslaufmodell. Und während sich hierzulande die Händler noch überlegen, ob sie Multichannel mitmachen oder nicht, rollt laut Experten …

Unsere Handelslandschaft wie wir sie heute kennen, ist ein Auslaufmodell. Und während sich hierzulande die Händler noch überlegen, ob sie Multichannel mitmachen oder nicht, rollt laut Experten schon die nächste Innovationswelle auf sie zu: die Nutzung von künstlicher Intelligenz. 

Einer, der sich berufsmäßig mit dem Handel der Zukunft und der Identifizierung von globalen Trends beschäftigt, ist Nils Müller, Zukunftsforscher und Gründer von Trendone. Er wird am 1. März 2016 mit seiner Keynote zum Thema „Handel 2020“ den Internet World Kongress in München eröffnen. Daniela Zimmer, Programmleiterin des Internet World Kongresses, hat vorab mit ihm über die Zukunft gesprochen und wie Händler sich heute aufstellen müssen, damit sie morgen noch da sind.

Daniela Zimmer: Wie könnte das Zukunftsszenario des Handels 2020 in einer deutschen Mittelstadt aussehen?

Nils Müller: In Zukunft bezahlen wir nicht mehr mit Geld oder mit Aufmerksamkeit sondern mit unseren Daten. Daten sind die neue Währung, die von der Shop-KI (Künstliche Intelligenz) intelligent genutzt werden, um uns Kunden Produkte und Services anzubieten, von denen wir selber noch nicht wussten, dass wir sie brauchen. Predictive Shopping ist hier das Stichwort. Alles ist integriert in eine nahtlose 24/7-Kundeninteraktion über sämtliche Customer-Touchpoints hinweg und funktioniert Realtime. Die KI übernimmt in Form von Digital-Shopping-Assistants unsere Shoppingaktivitäten im Hintergrund und wir müssen uns nicht mehr um alltägliche Produkte und Verbrauchsgüter kümmern. Zudem werden Shops sich in Showrooms verwandeln und die Konsumenten werden immer häufiger Produkte tauschen anstatt diese zu kaufen.

Zimmer: Ist künstliche Intelligenz das nächste Thema, mit dem sich der Handel auseinander setzen sollte?

Der Amazon Echo hört immer mit und reagiert nur wenn man ihn „Alexa“ nennt. (Quelle: Amazon)
Der Amazon Echo hört immer mit und reagiert, wenn man ihn „Alexa“ nennt. (Quelle: Amazon)

Müller: Ja, das wird der nächste Schritt sein. Zwar sprechen aktuell alle noch über Digitalisierung und Multichannel, doch diese Hausaufgaben stehen eigentlich schon seit fünf Jahren auf der Liste. Diejenigen, die sie erledigt haben, wachsen mit Multichannel. Wer es nicht tat, verliert massiv. Künstliche Intelligenz klingt immer so ein bisschen nach Science-Fiction, aber schaut man sich Amazon Echo an: Plötzlich haben Kunden einen Sprachcomputer zuhause, den Händler als Callcenter der Zukunft im Kundendialog einsetzen können. Dieser hat den ganzen Warenbestand auf dem Schirm und weiß sehr genau, welchen Kunden er gerade in der Leitung hat und was dieser wahrscheinlich als nächstes tun wird. Es gibt schon die ersten Banken, die in den Filialen Roboter für Verkaufsdialoge einsetzen.

Zimmer: Was würden Sie kleinen und mittelständischen Unternehmen raten, um die Marschrichtung der Zukunft erkennen zu können?

Müller: Wichtig ist, die kommenden drei Jahre zu antizipieren. Dazu empfiehlt sich, viel im Austausch zu sein, Unternehmen live zu treffen, mit Innovatoren zu sprechen. In Berlin tummeln sich viele Startups. Kontakte, die man da kriegt, sind total wertvoll. Auch England ist uns voraus. Dort zahlt beispielsweise kaum mehr jemand mit Bargeld. Statt zu schauen, was im vergangenen Quartal war, sollten Händler den Markt gestalten und selbst innovativ sein. Nur als Beispiel: IBM, Amazon und Google bauen aktuell große Teams für künstliche Intelligenz in Deutschland auf.

Zimmer: Wenn Sie sich umschauen, beschäftigt sich der Einzelhandel denn mit der Zukunft?

Müller: Ich finde schon, dass Händler sehr interessiert sind, viel auf Konferenzen gehen und viel miteinander sprechen. Aber die Umsetzung der Ideen ist total mau. In den vergangenen fünf bis sieben Jahren ist in Sachen Technik und Geschäftsmodellen viel passiert. Das spiegelt sich im Handel und auf der Fläche nicht wider. Ein Laden sieht einfach noch genauso aus wie vor sieben Jahren. Da gibt es keine Instore-Navigation, keine Roboter, die den Kunden durch die Gegend führen, keine Leitsysteme, keine intelligenten Beratungsansätze, keine Beacons.

Zimmer: Woran liegt das?

Müller: Der Handel agiert zu kurzfristig und zu zahlengetrieben. Händler schauen maximal ins nächste Quartal und überlegen, was sie dann mehr in Richtung Abverkauf machen können. Sie agieren zu operativ und gar nicht strategisch.

Zimmer: Welcher Händler ist Ihrer Meinung nach denn der Innovationsführer im E-Commerce?

Müller: Ganz klar Amazon! Amazon hat in 2015 eindeutig die Taktrate für E-Commerce-Innovationen vorgegeben. Hier nur eine kurze Auflistung der Amazon-Innovationen:

  1. Shopping mit dem KI-Assistenzsystem „Amazon Echo“
  2. Amazon Web Services für das Internet of Things
  3. Physischer Kauf mit Amazons Dash-Button
  4. Taschengeldservice für Einkäufe bei Amazon
  5. Schnelllieferung von lokalen Händlern über Amazon Prime now
  6. Amazon-Applikation für die Apple Watch
  7. Amazon setzt private Fahrer als Paketboten ein
  8. Amazon liefert mit Fahrradkurieren
  9. Amazon „Local Services“ verbindet Kunden mit Handwerkern
  10. Amazon Fresh: Lebensmittel über Amazon bestellen

Zimmer: Welches Potenzial haben Wearables für den E-Commerce?

(Foto: Bragi)
Das Startup Bragi hat mit seinen kabellosen In-Ear-Kopfhörern Aufsehen erregt. (Foto: Bragi)

Müller: Wearables werden durch die zunehmende Miniaturisierung der Technologie und durch exponentielles Wachstum in der Leistung von Prozessoren und Energiespeichern immer unsichtbarer. Erste Beispiele zeigen sich dazu mit dem Bragi, einem Startup aus München, das im vergangenen Jahr den Hauptpreis für das geilste Consumer-Electronics-Produkt auf der CES gewonnen hat. Das Unternehmen hat ein kleines, kabelloses In-Ear-Headset mit integriertem 4GB-Musikplayer und vier Sensoren für Tracking-Funktionen entwickelt. Damit funktionier unter anderem Real-Time-Translation. In den nächsten fünf Jahren werden immer mehr Invisibles im Markt eingeführt, welche vollständig in unseren Textilien an unserer Haut oder in unserem Körper integriert werden und damit unsichtbar werden.

Zimmer: Welchen Tipp haben Sie für Online-Händler für das kommende Jahr, sich auf kommende Innovationen einzustellen?

Müller: Mein Drei-Punkteplan für 2016:

  1. Entwicklung einer Vision Handel 2020 – 2025
  2. Ableitung von strategischen Wachstums- und Innovationsfeldern
  3. Aufbau von internen und externen Innovationsteams sowie Stärkung der Innovationskultur im eigenen Unternehmen

Unter dem Motto „Die Zukunft des E-Commerce“ wird Nils Müller am 1. März 2016 den Internet World Kongress eröffnen. In seiner Keynote „Handel 2020 – Shoppen ohne Grenzen: Next-Generation Ideen für eine wandelsame Branche“ zeigt er in anschaulichen Beispielen, wie die Zukunft aussehen könnte und wo sie bereits begonnen hat. Zusätzlich, und für Messebesucher kostenlos, wird Nils Müller am 1. März um 11 Uhr auch im Kaminzimmer der Internet World Messe über die Trends der Zukunft sprechen. Mehr Informationen zum Kongress und zur Messe findet ihr auf internetworld-messe.de.

Über den Interviewpartner

nils-mueller-trendoneNils Müller ist Gründer und Geschäftsführer der Innovationsagentur Trendone GmbH. Vor der Gründung in 2002 studierte er in Berlin, New York und Mailand. Trendone ist heute Marktführer in der Identifikation von Micro-Trends und Technologien in schnelllebigen Branchen.

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Daniela Zimmer
Unsexy, unterschätzt und unheimlich erfolgreich: So viel Geld steckt im Markt für Preisvergleichsdienste http://t3n.de/news/unsexy-unterschaetzt-unheimlich-673217/ 2016-01-30T15:13:20Z
Preisvergleichsportale mögen weit davon entfernt sein, der neue „heiße Scheiß“ im Online Marketing zu sein – und doch sorgen sie alleine bei deutschen Online-Shops jedes Jahr für …

Preisvergleichsportale mögen weit davon entfernt sein, der neue „heiße Scheiß“ im zu sein – und doch sorgen sie alleine bei deutschen Online-Shops jedes Jahr für Milliarden-Umsätze. Eine Online Marketing Rockstars exklusiv vorliegende Untersuchung bringt nun erstmals Licht in den Markt und enthüllt die umsatzstärksten Anbieter. „Ich schätze, dass Preisvergleichsdienste im deutschen E-Commerce monatlich für Umsätze in mindestens dreistelliger Millionenhöhe sorgen“, sagt Ralf Priemer, Mitgründer und Geschäftsführer von Channel Pilot. Das Gesamtumsatzvolumen, das Online-Shops über solche Dienste erwirtschaften, dürfte sich dementsprechend im Milliarden-Euro-Bereich bewegen.

Priemer dürfte wissen, wovon er spricht: Die Kunden seines Unternehmens haben im vergangenen Jahr über Preisvergleichsportale und Produktsuchmaschinen einen Gesamtumsatz von 45 Millionen Euro erwirtschaftet. Channel Pilot, 2011 gegründet, ist eines von mehreren Unternehmen (andere Anbieter sind etwa Feed Dynamix und Products Up), das im vergleichsweise jungen Markt für das so genannte Produktdatenmarketing oder auch Feed-Engine-Management aktiv ist. Bei dieser Marketing-Spielart übermitteln Online-Shop-Betreiber mittels einer Software automatisiert Informationen über die Artikel in ihrem Sortiment in Form eines Produktdaten-Feeds an Marktplätze, Preisvergleichsportale und andere Produkt-Aggregatoren, die eigene Reichweiten aufgebaut haben. Darüber hinaus können die Shop-Betreiber ihre Aktivitäten mit der Software auf solchen Portalen optimieren und beispielsweise ihre Preise an die der Mitbewerber anpassen. Nach Unternehmensangaben verfügt die Channel-Pilot-Software über Schnittstellen zu 2.000 Shopping-Kanälen.

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Exklusiv für Online Marketing Rockstars hat das Unternehmen ermittelt, welche der Preisvergleichsportale im vergangenen Jahr für die Channel-Pilot-Kunden den meisten Umsatz erwirtschaftet haben. „Wir haben 500 deutsche Online-Shops als Kunden, die monatlich 40 Millionen Klicks durch Preisvergleichsdienste bekommen“, sagt Ralf Priemer. Die Software von Channel Pilot wird beispielsweise von diversen Unternehmen der Otto Group (wie Bon Prix, Baur und About You) sowie von Cyberport und Obi genutzt. „30 Prozent unserer Kunden gehören zu den Top-500-Shops, drei gehören zur deutschen E-Commerce-Top-10.“ Channel Pilot sei aber für Shops jeder Größe und aus allen Branchen tätig. „Wenn man davon ausgeht, dass es in Deutschland im Umsatzbereich ab 100.000 Euro zwischen 5.000 und 6.000 Shops gibt, die ihre Produkte in Preissuchmaschinen platzieren, würden wir damit acht bis zehn Prozent des Marktes abdecken. Damit lassen unsere Daten zwar noch keine statistisch valide Hochrechnung auf den Gesamtmarkt zu – Tendenzen lassen sich aber durchaus ablesen.“

Google: Innerhalb von zwei Jahren zum Marktführer

Die Auswertung der Channel-Pilot-Daten zeigt, dass Google innerhalb der vergangenen Jahre offenbar die Marktführscherschaft unter den Preisvergleichsdiensten an sich gerissen hat. Und das, nachdem das Unternehmen in diesem Bereich lange eine eher untergeordnete Rolle gespielt hatte. Was früher Froogle und Google Product Search hieß und kostenlos war, wurde vom Branchenprimus aus Mountain View im Jahr 2012 auf ein kostenpflichtiges Modell umgestellt: so genannte Product-Listing-Ads (PLA), mit denen die Werbetreibenden ihre Produkte in Google Shopping platzieren können. Mittlerweile sind die Produktanzeigen für den Konzern in seinem Heimatmarkt der größte Wachstumstreiber, wie eine Analyse der US-Performance-Agentur Merkle RKG zeigt. Das Geschäft mit normalen Textanzeigen wächst demgegenüber aktuell nur noch langsam.

Seit Februar 2013 gibt es die Product-Listing-Ads auch in Deutschland. Diverse Mitbewerber sehen seitdem nur noch die Rücklichter von Google: Von Unternehmen und Portalen wie Ciao, Kelkoo, Yatego und dooyoo ist im Markt deutlich weniger zu sehen; auch Guenstiger.de, lange einer der größeren deutschen Player (und bereits im Jahr 2011 vom US-Unternehmen Nextag aufgekauft), ist heute nicht mehr in der Top 5 vertreten.

Benachteiligt Google aktiv Mitbewerber?

„Im Markt hat eine Konsolidierung und eine Verdrängung Richtung Google stattgefunden“, sagt Ralf Priemer. „Google hat in den vergangenen Jahren das eigene Produkt Google Shopping stark gepusht und ist damit zum Marktführer aufgestiegen. Wenn wir Kunden neu gewinnen, ist es für die fast immer am spannendsten, bei Google Shopping vertreten zu sein – und erst danach kommen andere Anbieter.“ Für viele klassische Anbieter seien die organischen Ergebnisse von Google eine wichtige und günstige Traffic-Quelle gewesen. „Weil sie nach diversen Algorithmus-Updates und einigen Abstrafungen mittlerweile von Google jedoch immer schlechter gerankt werden, haben sie Traffic und damit Marktanteile verloren.“ Bereits im Jahr 2014 äußerten mehrere Marktteilnehmer gegenüber Online Marketing Rockstars die Vermutung, von Google bewusst benachteiligt zu werden.

Gut gegenüber Google behaupten kann sich offensichtlich noch der Axel-Springer-Konzern. Das Medienhaus hält seit einiger Zeit ebenso einen Mehrheitsanteil an Idealo wie am Ladenzeile- und Shopalike-Betreiber Visual Meta. Rechnet man die von Channel Pilot ermittelten Umsatzanteile von Ladenzeile und Idealo zusammen, liegt Springer sogar vor Google.

Dreistellige Millionenbeträge für Preisvergleich-Klicks

Die beiden größten Player im Markt dürften mit ihren Diensten ansehnliche Umsätze erzielen. Klickt ein Besucher einer Produktsuchmaschine sich in einen der dort vertretenen Shops durch, bezahlt der jeweilige Shop-Betreiber das Preisvergleichsportal für diesen Besucher. „Unsere Kunden zahlen für einen Klick im Durchschnitt zwischen 25 und 30 Cent“, sagt Ralf Priemer. Verrechnet man dies mit den 40 Millionen Klicks, die die Channel-Pilot-Kunden monatlich durch die Preisvergleiche verzeichnen, so kommt man auf zehn bis zwölf Millionen Euro an Traffic-Kosten, die alleine die Channel-Pilot-Kunden an die Portalbetreiber monatlich zahlen. Wenn Channel Pilot also acht bis zehn Prozent des Gesamtmarktes abdeckt, geben deutsche Online-Shops vermutlich einen hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Millionen-Eurobetrag pro Monat für Klicks von Preissuchmaschinen aus.

Während es den klassischen, lokalen Anbietern immer schwerer fällt, im härter werdenden Wettbewerb um diese Budgets gegenüber Google zu bestehen, feiern seit wenigen Jahren jüngere Anbieter im Markt mit andersartigen Modellen beachtliche Erfolge. „Im vergangenen Jahr hat uns die Entwicklung von Anbietern wie Stylight sowie, als Hidden Champion, Stylefruits beeindruckt“, sagt Ralf Priemer. „Diese Dienste entsprechen zwar in technischer Hinsicht einer klassischen Preissuchmaschine, setzen nach außen aber auf eine ganz andere Art der Produktpräsentation, die an ein Premium-Modekaufhaus oder ein Modemagazin erinnert.“ Ein Blick auf die genannten Portale zeigt, wie stark deren Betreiber auf Content und Produktinszenierung setzen. Kleidungsstücke werden beispielsweise, ähnlich wie in Promi-Magazinen, an bekannten oder aufstrebenden Stars gezeigt. „Da haben die User Spaß am Durchklicken“, so Priemer.

Unabhängigkeit von Google durch Social-Media-Traffic

Mit dieser Art von Content fällt es den Betreibern der Seite offensichtlich vergleichsweise leicht, Traffic über Social Media zu akquirieren. Besonders Stylefruits ist offenbar sehr erfolgreich damit, Besucher über Facebook auf die eigene Seite zu lenken. Die Seite verzeichnet bei Facebook drei Millionen Fans und hohe Engagement-Raten. Die Stylefruits-Betreiber sind somit nicht so stark wie andere Anbieter von Google als Traffic-Kanal abhängig.

Darüber hinaus erschließen die neuen Modesuchmaschinen eine für Preisvergleichsdienste – die ja tendenziell eher männliche Nutzer haben – neue Zielgruppe, nämlich junge Frauen. „Diese neuen Modelle jagen einigen von den klassischen Produktvergleichern gerade erfolgreich Marktanteile ab“, so Priemer.

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Der Erfolg dieser Modelle hat augenscheinlich dazu geführt, dass die umsatzstärkste Branche bei den Preisvergleichen nicht mehr die Unterhaltungselektronik ist. „Produktsuchmaschinen wie Ladenzeile, aber sogar auch Idealo sowie natürlich die bereits erwähnten Stylight und Stylefruits sind technisch zwar Preisvergleichsdienste, werden von den Kunden aber immer mehr dazu genutzt, um im Riesenkaufhaus Internet überhaupt Produkte zu finden“, sagt Priemer. „Diese Entwicklung nimmt zu und ist entscheidend dafür verantwortlich, dass unter den Branchen, die bei Preisvergleichen aktiv sind, Bekleidung und Schuhe mittlerweile auf dem ersten Rang liegen.“ Unterhaltungselektronik liege aber eng hinter dem Modesegment, so der Channel-Pilot-Geschäftsführer weiter.

Facebook-Product-Ads gewinnen an Fahrt

Für die klassischen Anbieter zeichnet sich am Horizont bereits eine weitere Gefahr ab: „Facebook entwickelt sich gerade zu einer starken Konkurrenz für klassische Preis- und Produktsuchmaschinen“, sagt Ralf Priemer. Noch ist das Unternehmen nicht in der Top 10 der Anbieter vertreten – das könnte sich aber im Zeitraum von einem bis zwei Jahren ändern. „Seit einigen Monaten bewerben immer mehr unserer Kunden ihre Produkte mit Facebooks Product-Ads und alle sind mit den Ergebnissen äußerst zufrieden“, so der Channel-Pilot-Geschäftsführer. „Facebook bietet nicht nur eine riesige Reichweite, sondern auch fantastische Targeting-Möglichkeiten.“

Sich gegenüber den großen US-Konzernen zu behaupten, wird für lokale Player also auch in diesem Bereich in Zukunft immer schwerer werden. „Ich glaube, dass Google den klassischen Anbietern weiterhin Traffic und Umsatz wegnehmen wird. Auch Facebook wird hier immer mehr zu einer Bedrohung“, prognostiziert Priemer. „Für Anbieter, die sich darauf verlegen, Produkte aufwändig zu inszenieren, wie das momentan Stylight und Stylefruits tun, sehe ich aber noch viel Potenzial.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf OnlineMarketingRockstars Daily

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Online Marketing Rockstars
IBM stellt Dynamic-Pricing-Lösung aus der Cloud vor http://t3n.de/news/ibm-stellt-672598/ 2016-01-21T14:23:52Z
Dynamic-Pricing-Tools übernehmen Wettbewerbsbeobachtung, passen automatisiert Preise in Onlineshops an und informieren über Key-Performance-Indikatoren – jetzt steigt auch IBM mit einem neuen …

Dynamic-Pricing-Tools übernehmen Wettbewerbsbeobachtung, passen automatisiert Preise in Onlineshops an und informieren über Key-Performance-Indikatoren – jetzt steigt auch IBM mit einem neuen Tool in diesen Markt ein.

IBM Commerce stellt eine Cloud-Lösung für Dynamic Pricing vor. Das neue Tool analysiert automatisiert Abverkaufsdaten, Marktbedingungen und die Preise von Wettbewerbern, um dann Händlern eine automatisierte Preisanpassung zu ermöglichen – mit einem einstellbaren Automatisierungsgrad. IBM hat die neue Lösung für Händler während der US-Messe „Retail's Big Show“, eine Veranstaltung des US-Handelsverbandes „NRF“,  kürzlich in New York vorgestellt. 

Mit IBM Dynamic Pricing stellt der US-Konzenr eine Cloud-Lösung zur automatischen Preisanpassung für Händler vor.(Screenshot: IBM)
Mit IBM Dynamic Pricing stellt der US-Konzenr eine Cloud-Lösung zur automatischen Preisanpassung für Händler vor.(Screenshot: IBM)

IBM Dynamic Pricing: Neue Cloud-Lösung

Das Cloud-Tool „IBM Dynamic Pricing“ analysiert viele Umgebungsvariablen und bezieht den Kunden in die Gleichung direkt mit ein. So werden Daten zum Suchverhalten im Web und zu Warenkorbabbrüchen kombiniert mit Abverkäufen und einer voreingestellten Preis-Sensivität sowie Bestandsdaten des Händler, um in Echtzeit auf Marktbewegungen reagieren und Preisänderungen entweder vorzuschlagen oder direkt durchführen zu können.

In einer Unternehmensmeldung weist IBM indirekt darauf hin, dass Dynamic Pricing nicht automatisch auf einen Preiskampf hinauslaufen muss: „Die Empfehlung könnte dann etwa lauten, dass eine Preissenkung um acht Prozent für Wettbewerbsfähigkeit und Business-Ziele gleichermaßen ausreichend ist, da es die Preiselastizität und andere Metriken zugrunde legt.“

Wie IBM Dynamic Pricing funktioniert

Mit Hilfe von definierbaren Preisregeln, in denen sich das System automatisch bewegen darf, werden in Echtzeit Preise automatisch angepasst – die Regeln können sich am Verkaufspreis, an der Marge, an Wettbewerbern oder an anderen Faktoren orientieren. Erkennt das System darüberhinaus die Notwendigkeit für Preisänderungen, die mit den Voreinstellungen kollidieren würden, bekommt der Nutzer im Händler-Cockpit, dem Backend der Software, Preisänderungsvorschläge zur Prüfung eingeblendet. Mit einem Klick können die Preisanpassungen dort vom Nutzer angenommen oder mit Hilfe von Statistiken überprüft und überarbeitet werden.

Das Händler-Cockpit bietet Statistiken zu eigenen, betriebswirtschaftlichen Key-Performance-Indikatoren (KPIs) und historische Daten zur Preisentwicklung bei den Mitbewerbern. Die von IBM zur Verfügung gestellten Daten für die Preisanpassungen und Statistiken beziehen sowohl Onlinehändler als auch stationäre Händler mit ein. Damit ist die Lösung sowohl für Online-Pureplayer, als auch für Händler geeignet, die über mehrere Kanäle verkaufen.

Speziell für den Omni-Channel-Handel bietet die Software-Lösung zusätzlich Funktionen für Merchandiser und andere Mitarbeiter im stationären Handel.

Demo der Dynamic-Pricing-Lösung von IBM

Eine Video-Demonstration der Dynamic-Pricing-Lösung mit rund vier Minuten Laufzeit gibt weitere Einblicke in die Software.

Screenshots des Händler-Cockpits aus der Video-Demo

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Jochen G. Fuchs
Customer-Experience als Alleinstellungsmerkmal: Mit Emotion & Know-how gegen Amazon & Co. [Interview] http://t3n.de/news/customer-experience-tipps-671961/ 2016-01-18T15:18:15Z
Customer-Experience ist aktuell eines der Trendthemen des E-Commerce, das vor allem kleineren Onlinehändlern viel Potenzial bietet, um sich von den Großen des Online-Business abzuheben.

Customer-Experience ist aktuell eines der Trendthemen des , das vor allem kleineren Onlinehändlern viel Potenzial bietet, um sich von den Großen des Online-Business abzuheben. Der Keller-Sports.de gilt in Deutschland als Vorreiter für eine gelungene Customer-Experience. Ein mit dem Mitgründer und Geschäftsführer. 

Moritz Keller, Mitgründer und Geschäftsführer des mehrfach ausgezeichneten Onlineshops wird am 1. März auf dem Internet World Kongress in München einen Vortrag zu diesem Thema halten und über seine Erfahrungen plaudern. Daniela Zimmer, Programmleiterin des Internet World Kongresses, hat schon vorab mit ihm über das Thema gesprochen und warum ein intensiver Kontakt mit dem Kunden heute so wichtig ist.

Moritz Keller ist Mitgründer und Geschäftsführer des Onlineshops Keller Sports, der Sport-Produkte vertreibt. (Screenshot: Keller Sports)
Moritz Keller ist Mitgründer und Geschäftsführer des Onlineshops Keller Sports, der Sport-Produkte vertreibt. (Screenshot: Keller Sports)

Gegründet 2005, vertreibt Keller Sports ausgewählte Sportartikel über das Web – und erwirtschaftet Umsätze im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dabei hat der Münchner Online-Pure-Player in Sachen Produktpräsentation und Kundenansprache einen ganz eigenen Stil gefunden. Für seine nahezu perfekten und extrem auf die Kunden fokussierten Beratungs-Features gewann Keller Sports 2015 nicht nur die Silbermedaille beim Shop-Award der Internet World Business in der Kategorie „Bester Online-Pure-Player“, sondern setzte sich im Herbst 2015 auch noch die deutsche Usability-Krone auf und gewann den Gesamtsieg beim Shop-Usability-Award.

Daniela Zimmer: Herr Keller, auf dem Internet World Kongress werden Sie einen Vortrag zum Thema Customer-Experience halten. Warum ist Ihnen dieses Thema besonders wichtig?

Moritz Keller: Zum einen, weil es im E-Commerce noch so viel Potential gibt, der Anforderung „Customer-Experience“ wirklich gerecht zu werden. Zum anderen ist es in unseren Augen die Hauptmöglichkeit, um mit dem Kunden auch online eine emotionale Kundenbeziehung aufzubauen. Wir bei Keller Sports haben die Motivation mit immer neuen technischen Möglichkeiten das Potenzial des Themas „Customer-Experience“ auszuschöpfen.

Zimmer: Ihr Shop wird besonders gerne als Vorzeige-Objekt für gelungene Usability und Customer-Experience genannt. Was ist bei Ihnen anders?

Keller: Wir sehen uns als Premium-Sportanbieter. Mit diesem hohen Anspruch an uns selbst fängt der Unterschied schon beim Einkauf an. So führen wir – im Gegensatz zu anderen Sporthändlern – einige Marken bewusst nicht, weil die Produkte unserem Anspruch „die besten Sportprodukte zu führen“ nicht gerecht werden. Als nächstes erfolgt eine ganz bewusste Produktauswahl bei unseren Markenpartnern. Das ist eine wichtige Leistung, die man als Händler erbringen muss Wir machen uns wirklich Gedanken, welche Jacken mit welchen Technologien in den Bergen die richtigen sind. Um unseren Kunden das zu erklären, haben wir dann entsprechende Tools entwickelt. So sorgen wir auf unserer Website dafür, dass die Produkte entsprechend aufwendig dargestellt werden (zum Beispiel bei diesem Produkt). Wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit geben, zum Beispiel jedes Detail eines Laufschuhs zu sehen, zu verstehen und sich so ganzheitlich zu informieren.

Eine typische Produktseite von Keller Sports. (Screenshot: Keller Sports)
Eine typische Produktseite von Keller Sports. (Screenshot: Keller Sports)

Zimmer: Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wie Sie sich um Ihre Kunden kümmern?

Keller: Wenn ein Kunde einen bestimmten Laufschuh kauft, wissen wir aus einem Mix aus Produktwissen und der Info zum Laufverhalten des Kunden, wie wahrscheinlich es ist, dass jetzt in diesem Moment das Material ermüdet ist und er einen neuen Laufschuh braucht. Jetzt schicken wir ihm eine E-Mail, in der wir ihn nicht plump auffordern, einen neuen Laufschuh zu kaufen. Stattdessen erklärt ein Produktberater per Videobotschaft, warum ein Material ermüden kann. Wir beraten nicht, um zu beraten, sondern weil der Kunde es verstehen soll.

In der Mail zeigen wir ihm natürlich auch nur Laufschuhe an, die es in seiner Größe noch gibt, um ihn nicht zu frustrieren. Es war für uns schon immer ein wichtiger Bestandteil unserer Markenstrategie, den Kunden abzuholen und zu schauen, was wir ihm Gutes tun können. So währt die Kundenbeziehung lange.

Zimmer: Abgesehen von Lauf-Events, mit welchen Marketing-Maßnahmen gewinnen Sie neue Kunden?

Keller: Wir setzen auf einen relativ klassischen Mix aus SEO/SEA, Performance- und Affiliate-Marketing. Im Gegensatz zu anderen Startups oder größeren E-Commerce-Playern sind wir allerdings deutlich weniger abhängig von Google und weit weg von 70 bis 80 Prozent Google-Traffic. Das liegt unter anderem daran, dass wir mit unseren Keller Sports Pros, Sport-Netzwerken oder Sport-Foren viele Kooperationen haben. Auch die Branding-Investitionen zeigen hier ihre Wirkung. Auch der Bereich CRM ist für uns super wichtig. Wir glauben fest daran, dass es richtig ist, Kunden zu akquirieren. Gerade wenn man stark wachsen will, geht das nicht nur über die bestehenden Kunden. Aber wir sind genauso davon überzeugt, dass auch in bestehenden Kunden ein riesiges Potenzial steckt. Hier legen wir gerade nach. Wir wissen ja sehr viel über die Kunden und sie sagen uns auch viel. Weil wir nicht anonym sind, sondern für etwas stehen, bekommen wir von unseren Kunden Feedback. Dabei machen wir uns gerade jede Menge Gedanken, wie wir unsere Bestandskunden so ansprechen können, dass es bei jedem Kundenkontakt zu unserer Brand passt.

Zimmer: Wenn Sie sich die deutsche Online-Shop-Landschaft ansehen: Wie glauben Sie gegen die Übermacht von bestehen zu können?

Julie Clopper / Shutterstock.com
Für Moritz Keller sind Marktplätze wie Amazon keine relevanten Umsatzbringer.(Foto: Julie Clopper / Shutterstock.com)

Keller: Gerade die Markenhersteller, die sich und ihre Produkte im gehobenen Produktbereich angesiedelt sehen, finden unseren Weg mit Fokus auf Premium-Sportmarken und -Produkte sehr positiv. Für uns waren Amazon und andere Marktplätze nie relevante Umsatzbringer und sind es heute weniger denn je. Das wird wahrscheinlich auch von den Markenherstellern positiv bewertet. In dem Sinne helfen uns die immer strenger werdenden Maßstäbe der Markenhersteller, mit denen wir zusammenarbeiten, da unsere hohen Invests in einen Premium-Onlineauftritt und -Service entsprechend wertgeschätzt werden.

Zimmer: Wo sehen Sie die größten Hebel für mehr Umsatzwachstum?

„Kanäle wie SEO und SEA sind irgendwann ausgereizt und werden sehr teuer.“

Keller: Der größte Hebel ist wirklich, die Kunden noch besser zu verstehen. Andere Kanäle wie SEO und SEA sind irgendwann ausgereizt und werden sehr teuer. Wir merken auch, dass bestehende Kunden neue Sportarten, die wir aufnehmen, jetzt wahrnehmen. Wir probieren viel, um mit den bestehenden Kunden zu wachsen. Aber es wäre natürlich Show, zu behaupten, wir bräuchten keine neuen Kunden.

Zimmer: Vielen Dank für das interessante Interview!

Das Thema Customer-Experience wird auf der Internet World, Europas führender E-Commerce Messe, die vom 1. bis 2. März in München stattfindet, eine zentrale Rolle spielen. So widmet der Internet World Kongress sowohl am 1. als auch am 2. Messetag jeweils ein ganzes Panel diesem Trendthema. Weitere Speaker zu diesem Thema sind unter anderem Jens Diekmann von der Douglas AG und Michael Hubrich von hybris. Zudem wird eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Female Commerce – Frauen shoppen anders“ stattfinden, unter anderem mit Vertreterinnen von Outfittery und SheCommerce. Mehr Informationen zum Kongress und zur Messe auf www.internetworld-messe.de.

Interviewpartner

Moritz_KellerMoritz Keller ist Mitgründer und Geschäftsführer des Münchener Online-Shops www.Keller-Sports.de. Am Dienstag, den 1. März 2016 wird Moritz Keller das erste Panel des Internet World Kongresses mit seinem Vortrag „Alles für den Kunden: Wie Keller Sports die Customer-Experience vorantreibt“ abschließen.

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Daniela Zimmer
Markenverletzung, Fristen und Co.: Die wichtigsten Urteile für Shopbetreiber 2015 [E-Commerce-News] http://t3n.de/news/markenverletzung-fristen-co-671357/ 2016-01-15T15:44:30Z
In den E-Commerce-News fassen wir für euch regelmäßig relevante Themen aus Handel und Logistik zusammen. Heute mit dabei: Die 15 wichtigsten Urteile für Shopbetreiber im Jahr 2015 und Amazons …

In den E-Commerce-News fassen wir für euch regelmäßig relevante Themen aus Handel und Logistik zusammen. Heute mit dabei: Die 15 wichtigsten Urteile für Shopbetreiber im Jahr 2015 und Amazons Lizenz als Seefrachtanbieter.

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Leseempfehlung: Das waren die wichtigsten Urteile für Shopbetreiber 2015

Auch auf juristischer Ebene hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. Der EuGH kippt SafeHarbor, der BGH verbietet Werbung in einer Bestätigungsmail, und auch bei Heizölbestellungen gilt das Widerrufsrecht. Doch was bedeuten diese Urteile – und sind sie auch wirklich endgültig? Auf shopbetreiber-blog.de könnt ihr noch mal die 15 wichtigsten Urteile nachlesen, um ganz unbeschwert und gut informiert ins Jahr 2016 zu starten.

Otto setzt mit PowaTag auf eine neue M-Commerce-App

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Die Otto Group führt konzernweit die britische Multi-Channel-Shopping-Lösung PowaTag ein. Sie kann sowohl im Einzelhandel als auch Online und im Mobile-Commerce verwendet werden. Dazu gehören zum Beispiel der Erwerb und die Zahlungsabwicklung von Modeartikeln, die man im Schaufenster, im Laden, auf Plakaten, in einem Katalog oder einem Online-Shop gesehen hat.

Dazu braucht man nur einen QR-Code scannen und eine Zahlungsmethode wählen. In Kombination mit der auf Bluetooth basierenden Beacon-Technologie können Einzelhändler ihre Kunden individuell im Store erreichen. Auch von Zuhause aus kann man mit der PowaTag-App weitere Informationen zu Produkten abrufen, die man vorher in Werbespots gesehen hat.

Shopsystem Gambio integriert Logistik-SaaS-Lösung Shipcloud

Ab der Version 2.5 können Shopbetreiber dank der Shipcloud-Schnittstelle direkt aus dem Shop Versandlabels erstellen. Dadurch besteht die Möglichkeit, ganz unkompliziert mit allen wichtigen Versanddienstleistern in Deutschland zusammenzuarbeiten. Über die Schnittstelle werden die Etiketten der jeweiligen Versender automatisch direkt aus dem Gambio-Shop heraus gedruckt. Darüber hinaus können Kunden dank einer Tracking-ID ihre Sendung verfolgen und sich auch über den Versandstatus per E-Mail oder WebHooks informieren lassen.

Payone: Key Facts zum Weihnachtsgeschäft

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Wie ist das Weihnachtsgeschäft gelaufen? Wie hoch ist der durchschnittliche Einkaufswert gewesen? Diese und mehr Fragen beantwortet die Studie „Shopping & Payment im Weihnachtsgeschäft 2015 Studie zu den saisonalen Trends im E-Commerce und stationären Handel". Die Key-Facts der Studie zum Weihnachtsgeschäft 2015 von Payone, B+S Card Service und Statista:

  • Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Gesamtjahresumsatz: online minus 26,9 Prozent (13,02 Milliarden Euro), stationär minus 18,4 Prozent (39,32 Milliarden Euro)
  • Die Kaufstärksten Tage des Weihnachtsgeschäfts: online ohne Sonntag, 6. Dezember (0,34 Milliarden Euro), stationär ohne Samstag, 19. Dezember (zwei Milliarden Euro)
  • Beleibteste Zahlungsmittel: online PayPal (30,5 Prozent der Käufe), stationär Girocard (79,4 Prozent der Käufe)
  • Durchschnittlicher Einkaufswert pro Bon in Deutschland während des Weihnachtsgeschäfts: online  95,96 Euro, stationär  59,65 Euro
  • In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird pro Einkauf durchschnittlich am meisten ausgegeben: online 107,60 Euro pro Bon, stationär 74,58 Euro pro Bon
  • Nahezu Geschenkeflaute im Osten Deutschlands: In Sachsen und Teilen Sachsen-Anhalts und Thüringens durchschnittlich 88,37 Euro Einkaufswert online und 47,34 Euro im stationären Einzelhandel. Schlusslichter Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: E-Commerce-Warenkorb durchschnittlich mit 86,87 Euro und der Offline-Warenkorb 55,85 Euro
  • Durchschnittlicher Einkaufswert im deutschen E-Commerce höher als im stationären Einzelhandel: Online-Handel 95,96 Euro, stationärer Einzelhandel 59,65 Euro
  • Finanzierung auf Platz 3 der beliebtesten Online-Zahlungsarten: minus 17,5 Prozent. Platz 2 Kreditkartenzahlung mit 20,3 Prozent und unangefochten auf Platz 1 PayPal mit 30,5 Prozent.

Amazon bekommt Lizenz als Seefrachtanbieter

Foto: Aleksey Stemmer / Shutterstock
Foto: Aleksey Stemmer / Shutterstock

Amazon China hat erfolgreich eine Lizenz als Seefrachtanbieter beantragt. Die Lizenz gilt bisher aber wohl nur für Handelsrouten zwischen den USA und China. Wie Flexport berichtet, führt die „Federal Maritime Commission“ Amazon China als lizensierten Serviceanbieter. Offiziell nennt sich das Unternehmen, dass den Handelsnamen Amazon China führt, Beijing Century Joyo Courier Service. Mit diesem Schritt dringt Amazon wieder ein Stück weiter in die Logistikbranche vor.

PrestaShop veranstaltet Community-Treffen in Düsseldorf

Auch 2016 wird es ein Treffen der PrestaShop-Community in Düsseldorf geben, zu dem alle Freunde des E-Commerce herzlich eingeladen sind. Im Mittelpunkt werden die Teilnehmer und ihre eigenen Shops stehen. Geplant ist eine gemeinsame Vorstellungsrunde der Shops innerhalb der Community, dabei ist unter anderem PrestaShop-Repräsentant Eugen Kuschnir.

Habt ihr schon an unserer großen E-Commerce-Umfrage teilgenommen? Mehr dazu findet ihr in unserem Artikel „E-Commerce: Die große t3n-Umfrage für Shopbetreiber“.

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Brian Rotter
Onlinehändler aufgepasst: Das Weihnachtsgeschäft endet noch lange nicht mit den Feiertagen http://t3n.de/news/weihnachtsgeschaeft-e-commerce-onlinehaendler-tipps-669944/ 2016-01-15T13:58:25Z
Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei, es lebe das Weihnachtsgeschäft. Peter Höschl von Shopanbieter.de erläutert, wie und wieso Onlinehändler auch nach Weihnachten noch vom Weihnachtsgeschäft …

Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei, es lebe das Weihnachtsgeschäft. Peter Höschl von Shopanbieter.de erläutert, wie und wieso Onlinehändler auch nach Weihnachten noch vom Weihnachtsgeschäft profitieren können.

Neues Jahr, neues Glück: Das Weihnachtsgeschäft im Onlinehandel endet nicht mit den Feiertagen, wie viele Händler immer noch denken. Eine Studie von idealo, mit durchschnittlich über acht Millionen Besuchern pro Monat und mehr als 150 Millionen Angeboten von 35.000 Händlern Deutschlands größtes Preisvergleichsportal, bestätigt das. Das Preisportal hat für das Online-Magazin „shopanbieter to go“ seine Besucherzahlen und das Klickverhalten der eigenen Nutzer über einen Zeitraum von über einem Jahr untersucht. Die Ergebnisse beweisen, dass Online-Händler zwischen der zweiten und vierten Kalenderwoche des Jahres ebenfalls überdurchschnittlich hohe Umsätze erzielen können.

Boom in der zweiten bis vierten Kalenderwoche des Jahres

Richtig ist natürlich, dass die Besuche – in diesem Fall bei idealo.de – und die Leadouts, also die vergütungspflichtigen Klicks der Nutzer auf Angebote angeschlossener , unmittelbar an Weihnachten ihren Tiefpunkt erreichen. Aber genauso schnell geht es nach dem Jahreswechsel auch wieder aufwärts. Gerade in den ersten Wochen des neuen Jahres steigt die Nachfrage der Onlinekunden spürbar an, wie das Preisvergleichsportal mitteilte.

Das zwischenzeitliche Maximum erreichen die Werte in der dritten Kalenderwoche. Das Online-Preisportal verzeichnete damals eine im Vergleich zum Jahresdurchschnitt um zehn Prozent erhöhte Besucherzahl. Das Plus bei den Leadouts lag sogar bei 15 Prozent. Im Vorjahr war der Anstieg noch stärker: Denn 2014 erreichten die Werte bei Besuchern und Leadouts ihr Maximum bei rund 20 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt. Man kann davon ausgehen, dass dieses Jahr ähnliche Effekte eintreten.

Durchschnittliche Entwicklung der Nachfrage bei idealo
Durchschnittliche Entwicklung der Nachfrage nach dem Weihnachtsgeschäft bei idealo (Grafik: idealo)

Nach dem Weihnachtsgeschäft: Das Geld sitzt locker

Aber warum geben Kunden auch nach Weihnachten noch, beziehungsweise erneut so viel Geld aus? Gründe dafür gibt es viele. Einige der wichtigsten Erklärungen hier nochmals aufgelistet:,

  • Die deutschen Kunden wollten zu Weihnachten am meisten für Gutscheine ausgeben, so eine Ernst-&-Young-Studie. Diese Gutscheine, aber auch Bargeld, wollen eingelöst und ausgegeben werden. Was Kunden in der stressigen Zeit zu Weihnachten und um Silvester nicht schaffen, holen Sie im Januar nach.
  • Laut eBay landen 42 Millionen ungewollte Geschenke unter deutschen Weihnachtsbäumen. Diese werden häufig direkt über den Online-Marktplatz und Co verkauft. So erwartet eBay allein für den zweiten Weihnachtsfeiertag eine Million neu eingestellte Angebote von Privatverkäufern, die ihre ungewollten Geschenke unmittelbar nach der Bescherung zum Verkauf einstellen. Die daraus gewinnen Finanzmittel werden direkt wieder umgesetzt.
  • Preisnachlässe gibt es nicht nur vor Weihnachten, sondern angeblich auch danach, so heißt es zumindest oft. Viele Schnäppchenjäger suchen nun nach reduzierten Produkten und schlagen beim Topangebot ihrer Wahl zu.

Marketing auf allen Kanälen nach dem Weihnachtsgeschäft

Um diese Potenzial auszuschöpfen, sollten Online-Händler zum Jahresbeginn noch einmal verstärkt in Marketing-Maßnahmen investieren – auch weil der Wettbewerb sicherlich nicht mehr ganz so intensiv wie vor Weihnachten ist. Was Online-Händler im Januar beispielsweise sonst noch tun könnten:

  • Sende doch eine Neujahresbotschaft an deine Newsletter-Abonnenten, zum Beispiel mit dem Topsellern, wie es idealo bereits kurz vor Weihnachten versucht hat: „Beliebte Weihnachtsgeschenke: Das liegt dieses Jahr unterm Baum.“ In diesem Fall war es das Samsung Galaxy S6.
  • Passend dazu kannst du diese Liste auch gleich in deinem Blog sowie in den sozialen Kanälen wie Facebook und Twitter veröffentlichen. Frage doch deine Fans und Follower, ob sie diese, ähnliche oder ganz andere (kuriose) Geschenke bekommen haben: Bietest du diese Produkte an, bitte die User doch gleich um Bewertungen, Fotos und Kommentare – fallen diese Meinungen negativ aus, gehe direkt auf den Kunden ein.
  • Einzelne Topseller können als solche auf der Startseite der Webseite oder der App angepriesen werden – Neid treibt einige User vielleicht zum Kauf.
  • Lasse die Offline-Kanäle nicht aus: Eine Dankeschön-Postkarte – vielleicht sogar mit persönlicher Unterschrift – kommt bestimmt gut an.
  • Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Spreche deine (potenziellen) Kunden auf allen Kanälen an – es kann sich finanziell lohnen.
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Peter Hoeschl