Online-Shop | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Online-Shop 2015-04-27T08:30:15Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/online-shop MacBook-Ständer aus Beton: Der Massive Stand jetzt im hardwrk-Shop [Sponsored Post] http://t3n.de/news/macbook-staender-beton-massive-594694/ 2015-04-27T08:30:15Z
Anzeige Nachdem das Hannoveraner Unternehmen hardwrk im letzten Sommer den MacBook-Ständer Massive Stand als exklusive Designstudie verlost hatte, war das Feedback so gut, dass sie jetzt doch noch eine …
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Nachdem das Hannoveraner Unternehmen hardwrk im letzten Sommer den MacBook-Ständer Massive Stand als exklusive Designstudie verlost hatte, war das Feedback so gut, dass sie jetzt doch noch eine erste Kleinserie veröffentlichen.

Das Team von hardwrk hatte sich was besonderes einfallen lassen: Mehrere Monate arbeiteten sie an einem MacBook-Ständer aus Beton, der mit den Defiziten vergleichbarer Modelle aufräumen sollte. Bessere Kabelführung, mehr Halt – aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Produkt mit der Seriennummer „0001“ allerdings nie auf den Markt gebracht. Im vergangenen Sommer wurde der MacBook-Ständer dann exklusiv unter allen Kunden verlost.

Das Feedback fiel so positiv aus, dass hardwrk alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um doch noch eine erste Kleinserie zu veröffentlichen. Und es ist gelungen: Der Massive Stand für MacBook, MacBook Pro und MacBook Air ist ab sofort exklusiv über das Shopsystem von hardwrk verfügbar.

MacBook-Ständer aus 5.340 Gramm purem Beton

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Handverarbeitet und Made in Germany: der MacBook-Ständer Massive Stand

Der Massive Stand kombiniert den extrem robusten Werkstoff Beton mit einem zeitlosen, ausgeklügelten Design. Der MacBook Ständer bietet neben einer einzigartigen Optik auch einen optimalen Halt mit einer perfekten Kabelführung. Durch seine weiche Ober- und Unterseite steht der Massive Stand sicher auf dem Schreibtisch und schützt das MacBook vor Kratzern. Durch seine optimierte Form ist der MacBook-Ständer kompatibel mit allen MacBooks, egal ob Pro oder Air.

Von Hand produziert und 100 Prozent Made in Germany!

Trotz des ursprünglichen Looks – vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt ist es ein langer Weg. Die Massive Stands für MacBook müssen bei der Produktion verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen passieren, um in den Verkauf zu kommen. Von der Mischung des Rohmaterials bis hin zum Abschluss der Oberfläche wird ein Massive Stand mehrfach überprüft und nachbearbeitet, bis der MacBook-Ständer am Ende – sofern alle Tests erfolgreich passiert wurden – verpackt und verschickt wird. Da es in der Natur von Beton liegt, immer unterschiedlich auszuhärten, unterscheidet sich jeder Stand charakteristisch in Maserung und Oberfläche. Jeder Kunde erhält stets sein qualitätsgeprüftes, einzigartiges Original. 100 Prozent Made in Germany.

vorlage massive ambiente
Der MacBook-Ständer Massive Stand und das Massive Dock für das iPhone

Jetzt zum hardwrk-Webshop

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t3n Redaktion
E-Commerce-Fuchs: Die letzte Rettung für den Handel http://t3n.de/news/handel-digitale-transformation-606502/ 2015-04-24T08:21:02Z
Experten prognostizieren das Ende des Handels. Kleine Onlineshops bräuchte kein Einzelhändler mehr eröffnen, heißt es. Wieso ist die Situation so verfahren und gibt es wirklich keine Rettung, …

Experten prognostizieren das Ende des Handels. Kleine Onlineshops bräuchte kein Einzelhändler mehr eröffnen, heißt es. Wieso ist die Situation so verfahren und gibt es wirklich keine Rettung, fragt sich Jochen G. Fuchs in seiner Kolumne.

(Foto: Andy Dean Photography/Shutterstock)
Den Laden gleich verkaufen oder lieber vorher einen Onlineshop starten? (Foto: Andy Dean Photography/Shutterstock)

Der Handel verändert sich, nicht erst seit Kurzem, sondern schon seit die Menschheit vom Handel spricht. Der Aufstieg des Onlinehandels ruft an vielen Stellen die Befürchtung oder gar die Prognose hervor, dass der stationäre Handel seinem Ende zugeht. Der Onlinehandel sei jetzt das letzte Glied der Nahrungskette.

Experten wie Jochen Krisch oder Alexander Graf sehen schwarz: Krisch prognostiziert den kompletten Untergang des stationären Handels und Graf rät Einzelhändlern auf die Frage „Wie reagiere ich denn jetzt am besten, was tue ich als Einzelhändler“ gerne den Laden zu verkaufen. So rettet man wenigstens noch den Wert der Immobilie. Als kleiner Ladeninhaber bräuchte man gar nicht mehr versuchen durchzustarten.

Beide haben recht, aber wieso und woran liegt es, dass die Situation so verfahren ist? Und gibt es wirklich keine Rettung mehr für den Handel? Gehört die Zukunft den großen Internet-Pure-Playern?

Der Händler, der zu wenig wusste

(Foto: jabiru/Shutterstock)
Etwas über Handel zu wissen reicht nicht mehr aus. Ratlosigkeit bei Technologiefragen rächt sich schnell. (Foto: jabiru/Shutterstock)

Als Redakteur und Handelsexperte bin ich auf vielen Events unterwegs, mal in Großstädten, mal in beschaulichen kleinen Ortschaften, je nach den Vorlieben der Veranstalter. Aber egal wo das Event stattfindet, ein Archetyp des Händlers begegnet mir immer wieder. Meist ein kleiner Händler, oft mit einem Ladenlokal und einem nachträglich hinzugefügten Onlineshop. Manchmal auch nur mit einem Onlineshop, weil der Laden schon unrentabel und geschlossen wurde. Der „Ich-bin-Händler-und-kein-Programmierer-Archetyp“.

Der „Ich-bin-Händler-und-kein-Programmierer-Archetyp.“

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel war die lange Leidensgeschichte eines Händlers, der neben seinem Ladengeschäft einen nischigen Onlineshop betreibt. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten hatte er einen profitablen Bereich gefunden, der Onlineumsatz stieg auf ein veritables Niveau. Und damit auch der Aufwand.

Das Shopsystem sollte mit einem ERP verbunden und die Geschäftsprozesse möglichst automatisiert werden. Mit blauäugiger Zuversicht begab sich der Händler in die Hände mehrerer Spezialisten und lehnte sich zurück. Der erste scheiterte, der zweite scheiterte, der dritte scheiterte. Es ging immer so weiter. Der Händler vertraute mangels eigener Sachkenntnis einzig und alleine auf Partner und gab das Heft völlig aus der Hand.

Meine Frage traf ihn etwas unvorbereitet: Ob er denn wüsste, wo das technische Problem läge? „Nein“, war die niederschmetternde Antwort. Auf mein penetrantes Nachfragen hin, offenbarte der Händler tiefe Enttäuschung und Unverständnis: Er erwarte von dem Dienstleister, dass der etwas von der Technik verstehe. Deshalb hätte er ja dem Partner den Auftrag gegeben, er sei ja schließlich nur Händler und kein Programmierer.

„Endloses Scheitern, weil das technische Know-How fehlt.“

Dieser Händler hat Zehntausende verloren, die Integrationskosten gehen mittlerweile in einen Bereich, den ich für die ERP-Einführung in einem mittelständischen Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern veranschlagen würde. Wieso? Weil er nicht in der Lage ist, zu beurteilen, ob seine Partner einen guten Job machen. Es fehlt komplett am technischen Background. Jeder mittelmäßige, in den 90ern ausgebildete IT-Kaufmann hätte hier längst den Stecker gezogen.

Ihr seid keine Händler mehr, versteht es endlich!

Das Problem ist die Idee, man sei „nur“ Händler. Das ist der Punkt, der für kleine Einzelhändler aus dem stationären Bereich und für große Handelsunternehmen ebenso gilt wie für kleinere und größere Onlinehändler. Die irrige Annahme, man könne sich vor Technologie drücken. Dafür habe man ja Partner, eine Agentur, einen Integrator, Berater, was auch immer.

Diese Zeiten sind vorbei, denn Händler sind zukünftig gleichermaßen Technologie- wie Handelsunternehmen. Ja viel eher noch in erster Linie Technologie- und dann Handelsunternehmen. Nur wer das begreift und dafür sorgt, dass jeder Mitarbeiter des Unternehmens technologisches Denken beherrscht und sich das notwendige Know-How aneignet, wird überleben.

Genau das ist der Grund, wieso es für den Handel nicht komplett aussichtslos ist: Schafft der Handel den dauerhaften Wandel zum handelsorientierten Technologieunternehmen, dann könnte er in einer neuen Form überleben. 

Fazit: Werdet zu Technologieunternehmen, dann werdet ihr ewig leben

(Foto: djgis/Shutterstock)
Technologie verhilft eurem Unternehmen zum ewigen Leben. Oder zumindest zum Über-Leben. (Foto: djgis/Shutterstock)

Na ja, zumindest länger als sonst. Sollte Rifkin mit der Null-Grenzkosten-Gesellschaft recht behalten, ist irgendwann der komplette Handel obsolet. Aber da bewegen wir uns auf wirtschaftsphilosophischen Boden.

Egal, ob ihr ein kleiner Einzelhändler mit einem Laden, ein kleiner Onlinehändler oder ein etabliertes Handelsunternehmen seid. Euer erstes Ziel muss es sein, zu einem Technologieunternehmen zu werden. Die Technologie muss sich als DNA durch das ganze Unternehmen ziehen. Digitale Transformation heißt nicht einen Onlineshop einführen und ein paar Tablets und einen Abholschalter einzurichten, sondern eine radikale und laufende Neugestaltung eines Unternehmens.

Digitale Transformation ist nie zu Ende, sie geht immer weiter, je digitaler die Welt wird. Und sie wird noch wesentlich digitaler werden als wir denken, vertraut mir.

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Jochen G. Fuchs
Eigenen Online-Shop komplett in deinem Design - live in weniger als 36 Stunden mit VersaCommerce [Sponsored Post] http://t3n.de/news/online-shop-versacommerce-604141/ 2015-04-22T08:30:02Z
Anzeige Mit dem SaaS-Webshop von VersaCommerce hat Thorsten Barré seinen Onlineshop „Frytch” innerhalb kürzester Zeit in einem komplett eigenen Design an den Start gebracht – vom Layout zum …
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Mit dem SaaS-Webshop von VersaCommerce hat Thorsten Barré seinen Onlineshop „Frytch” innerhalb kürzester Zeit in einem komplett eigenen an den Start gebracht – vom Layout zum funktionsfähigen Webshop. Ein Erfahrungsbericht zum Selbermachen.

Ich will alles – und zwar so wie ich es will

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Thorsten Barré
(Ventylator/ Frytch)

Als Sideproject wollte ich einen eigenen realisieren – und auch wenn es „nur“ ein Nebeprojekt war, sollte es natürlich trotzdem professionell werden. Aufgrund meiner eigentlichen Tätigkeit im Bereich Konzeption/UX/UI kam für mich nur eine Lösung in Frage, bei der ich im Frontend alles – ich betone noch mal: alles – selbst beeinflussen kann. Ich wollte bei keinem Button, keiner Textgröße, keiner einzigen Farbe andere Tools verwenden außer meinen eigenen.

Nach kurzer Recherche fiel meine Wahl auf VersaCommerce – eine SaaS-Lösung geeignet für E-Commerce-Starter und -Profis. So gibt es auch einige fertige Design-Vorlagen, mit denen man direkt loslegen kann. Für mich war aber viel wichtiger: VersaCommerce verspricht, dass man das Design und den Workflow komplett selbst in der Hand hat.

Vom Layout zum Shop: So habe ich es gemacht

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Layout der Frytch-Produktseite.

Das Design war schon unabhängig und vor der Entscheidung für VersaCommerce entstanden und lokal gespeichert. Statt konkreter Inhalte hatte ich zu der Zeit noch Platzhalter. Und trotzdem: Das war nicht weiter dramatisch und im Folgenden zeige ich euch warum.

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Layout-Code vs. Code mit VersaCommerce-Variablen.

1. Dokumentation: Auch für Nicht-Entwickler geeignet

Ich gab mir zwei Stunden, um mich in die Entwickler-Dokumentation einzulesen und dann möglichst schnell mit der Umsetzung zu starten. Die Dokumentation hat sich dabei als extrem strukturiert herausgestellt – und deswegen leider auch an vielen Stellen etwas zu theoretisch für meinen Geschmack (ich bin aber auch kein Entwickler).

Nichtsdestotrotz war sie hilfreich, um zumindest einen ersten Überblick über die grundsätzliche Logik zu bekommen. Alles Wissenswerte zum Admin-Interface war zudem im sogenannten „Handbuch“ zu finden.

2. Vom Design zum Code

Mit der Anmeldung bei VersaCommerce ging es dann weiter. Zusammen mit dem Zugang zum Admin-Interface erhielt ich auch die Zugangsdaten für den FTP-Server. Hier lagen auch das vorinstallierte Default-Design und die Templates, die ich schon ansatzweise aus der Doku kannte. Ich habe mich dafür entschieden, das fertige Design-Template als Referenzbeispiel für Abfrage-Loops und Variablen zu verwenden. Schritt für Schritt habe ich meinen Dummy-Inhalt durch die entsprechenden Variablen ersetzt. Dank Doku und Default-Theme ging das unglaublich schnell.

Neben dem Live-Shopsystem steht bei VersaCommerce auch eine Sandbox zur Verfügung. Das bedeutet, ich konnte den (Zwischen-)Stand meines Layouts jederzeit mit den Live-Produktdaten und trotzdem hinter den Kulissen testen. Und nach ein paar Stunden war mein Shop – zumindest das Design – fertig. Um weiter am lebendigen Produkt entwickeln zu können, habe ich noch ein paar weitere Produkte über das Backend eingepflegt, wo es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, sie zu spezifizieren, kategorisieren und anderweitig zu beschreiben – inklusive SEO-Optimierungen.

3. Produktbilder anlegen: Ein Traum

Als wirklich großartig haben sich die Möglichkeiten zum Umgang mit Produktbildern herausgestellt. Über die Template-/Script-Sprache können Produktbilder immer exakt so skaliert und beschnitten werden, wie es für die optimierte Darstellung in den verschiedenen Templates (zum Beispiel Productview und Listen) gerade benötigt wird. Bis hin zum Qualitätsniveau ist alles über Parameter direkt in der Bildreferenz konfigurierbar.

 4. Grandioser Support

An ein paar Stellen in meinen Templates bin ich allerdings doch an meine Grenzen gestoßen. Und weder die Doku noch das Beispiel-Layout haben mir weitergeholfen – oder zumindest war ich zu ungeduldig für eine umfassende Recherche.

Egal, nachdem ich das Chat-Tool im Backend aktiviert hatte, bekam ich einen direkten Draht zum Support-Team – Hilfestellung on demand! Von hilfreichen Links bis hin zu Code-Beispielen habe ich am Ende die entscheidenden Hilfestellungen bekommen, um innerhalb von Minuten weiter machen zu können. Spitze.

5. Der Shop ist live – nach weniger als 36 Stunden

Zu guter Letzt folgte noch ein Schwung an administrativen Einstellungen im Backend wie die Definition von verschiedenen Versand- und Rechnungsoptionen. Insbesondere hinsichtlich des Versands ist eine Vielzahl von Einstellungen möglich, inklusive daraus abgeleiteter Intelligenz, die direkt am Produkt und im Warenkorb/Checkout ausgespielt werden kann. Auch die Einbindung der üblichen Payment-Dienstleister kann über individuelle Private-Keys nahtlos in das VersaCommerce-SSL-Checkout-System eingebunden werden. Für meine Version 0.9 waren PayPal, Zahlung via Vorkasse und auf Rechnung ausreichend.

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Fertiger Shop: Frytch-Produktseite.
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Fertiger Shop: Frytch-Warenkorb.

Letzter Schritt für diese Beta-Version: Ich habe mein Theme aktiviert, das bisher auf der Sandbox lief – und fertig! Version 0.9 ist live, nach nicht mal anderthalb Tagen läuft mein vollfunktionsfähiger Shop – komplett mit eigenem Design!

6. Content-Marketing und SEO mit VersaCommerce-SaaS

In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mich jetzt den weiteren Schritten widmen: Derzeitig beschäftige ich mich mit der Collections-Funktion, um – unter anderem nach SEO-Gesichtspunkten – für bestimmte Produkt-Ausprägungen (nach Kategorien, Tags oder auch manuell selektiert) Listen zusammenstellen. Dazu beginne ich, die direkt integrierte Blog-Lösung zu nutzen, um die Produktinformationen mit weiteren relevanten Inhalten zu untermauern.

7. Warenwirtschaft und weitere Zahlungsmöglichkeiten

Letzter Schritt: Kreditkarten. Dafür stehen bei VersaCommerce schlüsselfertige Integrationen mit bekannten Zahlungsabwicklern (Paymill) zur Verfügung – eine nahtlose Integration in den Checkout-Prozess ist also gewährleistet. Und obwohl ein Großteil der Prozesse zur Bestellabwicklung schon direkt und automatisiert in VersaCommerce integriert ist, werde ich die Anbindung des Warenwirtschaft-Plugins testen, um in Zukunft insbesondere auch Rechnungen mit einer direkten Verknüpfung zu generieren.

Fazit: In 36 Stunden zum perfekten Online-Shop

  • Shop mit komplett eigenen Design – Mission accomplished!
  • SEO und Contentmarketing – läuft!
  • ERP und Rechnungslegung – sieht bis jetzt ziemlich gut aus!

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t3n Redaktion
Platzhirsch im Online-Handel – Teil 4: Wie du günstiger einkaufst als die Konkurrenz http://t3n.de/news/platzhirsch-teil-4-einkauf-605025/ 2015-04-18T07:00:00Z
Dein Shop kann noch so gut sortiert und übersichtlich sein, dein Angebot noch so umfassend – wenn du keine guten Preise für deine Produkte bieten kannst, werden dir die Kunden wegbleiben.

Dein Shop kann noch so gut sortiert und übersichtlich sein, dein Angebot noch so umfassend – wenn du keine guten Preise für deine Produkte bieten kannst, werden dir die Kunden wegbleiben.

Nach dem Auffinden und der Analyse deiner Mitbewerber hast du sicherlich einige Einblicke bekommen, womit deine Konkurrenz Erfolg hat und was bei ihr nicht so gut klappt. Nachdem du jetzt auch weißt wie du dich gegen deine Mitbewerber durchsetzt, geht es diesmal um den Preis: Vielleicht musstest du bei deinen Recherchen frustriert feststellen, dass deine Mitbewerber ihre Ware deutlich preiswerter anbieten können, möglicherweise sogar unter deinem eigenen Einkaufspreis! Klar, dass du dann in Zeiten von Vergleichsportalen und Preissuchmaschinen eher schlechte Karten hast.

Damit du konkurrenzfähig wirst oder bleibst und trotz niedriger Einkaufspreise satte Gewinnspannen erzielst, solltest du deine Bezugsquellen überprüfen. Nachfolgend erhältst du dazu einige Tipps und Anregungen.

Seriöse und unseriöse Bezugsquellen

Eigentlich sollte man meinen, dass es in den Zeiten des Internet sehr einfach sein müsste, besonders günstige Großhandelsangebote zu finden. Das ist jedoch nicht unbedingt so, da gute Quellen natürlich auch bei deiner Konkurrenz ein streng gehütetes Geheimnis sind. Dennoch gibt es durchaus verschiedene Ansatzpunkte für deine eigenen Recherchen.

Wer sich mit Suchbegriffen wie „Insolvenzware“, „Sonderposten“, „Lagerabverkauf“ oder „Restposten“ ein bisschen im Internet umsieht, findet immer wieder angeblich hochwertige Produkte zu äußerst günstigen Preisen, oft auf diversen Großhandels- oder B2B-Plattformen. Manche davon sind mittlerweile auch auf Facebook unterwegs. Längst nicht alle sind jedoch seriös. Gerade bei den diversen Internet-Handelsplattformen ist etwas Vorsicht geboten. Manche davon schielen vor allem auf die Mitgliedsgebühren, die oft im Bereich von über 200 Euro pro Jahr liegen und mit 24-monatigen oder gar 48-monatigen Vertragslaufzeiten einhergehen.

Im Großen und Ganzen existieren zwei Modelle:

  • Du erwirbst eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei der jeweiligen Plattform, die Anbieter versprechen hierbei verschiedene Vorteile, wie etwa detaillierte Produktdatenblätter und frei verfügbare Artikelbilder
  • Andere Marktplätze rechnen auf Provisionsbasis ab

Dennoch könnten seriöse Plattformen wie etwa restposten.de oder zentrada.de ein guter Ausgangspunkt für deine eigenen Recherchen sein. Händlerverzeichnisse wie lieferanten.de bieten wiederum zahlreiche Möglichkeiten, nicht nur nach bestimmten Herstellern, sondern auch nach Produkten oder Dienstleistern zu suchen.

Auf lieferanten.de findest du zahlreiche Großhändler mit einem umfassenden Angebot. (Screenshot: lieferanten.de)
Auf lieferanten.de findest du zahlreiche Großhändler mit einem umfassenden Angebot. (Screenshot: lieferanten.de)

Ganz allgemein empfiehlt es sich, bei einem einmal gefundenen Großhändler zunächst kleine Posten zu bestellen, um sich ein Bild vom Bestellablauf, der Versanddauer und natürlich der Warenqualität zu machen.

Lieferanten aus Fernost

Ein Thema, um das man mittlerweile kaum mehr herumkommt, sind chinesische und andere asiatische Lieferanten, vor allem beim Einkauf von elektronischen und elektrischen Produkten, Textilien, Kunststoffwaren und mehr. Bis heute sind viele Händler noch äußerst vorsichtig, was Kontakte zu asiatischen Firmen angeht – oft werden Gründe wie Qualitätsbedenken, Steuern und Zollgebühren, Lieferzeiten, die erforderliche Abnahme großer Stückzahlen und vieles mehr ins Feld geführt. Auch wenn manches davon berechtigt sein mag, solltest du dieses Thema für dich genau prüfen:

Schließlich werden viele der Produkte, die du bei inländischen Großhändlern für deinen Shop einkaufen kannst, ebenfalls in Fernost hergestellt – und da wäre es doch sehr viel besser, wenn du direkt an der Quelle und ohne einen Zwischenhändler einkaufst …

Wichtig ist jedoch: Du als Importeur bist dafür verantwortlich, ob die Waren – etwa Lebensmittel und Elektroartikel – auch den EU-Bestimmungen entsprechen. Als sogenannter „Inverkehrbringer“, bist du damit dem Hersteller rechtlich gleichgestellt und haftest auch beispielsweise nach dem Produkthaftungsgesetz. Insgesamt kann man sagen, dass sich der Direktimport vor allem dann lohnt, wenn du dich in deiner Branche sehr gut auskennst und wenn du größere Stückzahlen ordern kannst.

Ein guter Einstiegspunkt dürfte die Plattform AliExpress mit einem hohen Prozentsatz chinesischer Großhändler sein. Zwar richtet sie sich teilweise an den Endkunden, aber auch als Online-Händler hast du hier Chancen, einen geeigneten Geschäftspartner mit günstigen Angeboten zu finden. Der Vorteil gegenüber einer Plattform wie Alibaba.com (mehr darüber im nächsten Absatz): AliExpress ist ähnlich wie etwa Ebay aufgebaut. Du siehst gleich, was das jeweilige Produkt in der von dir gewünschten Stückzahl kosten soll; Bestellung und Bezahlung können bequem abgewickelt werden.

Aliexpress.com eignet sich gut für den Einsteiger in den Handel mit Fernost sowie für die Betreiber vor allem kleinerer und mittelgroßer Shops. (Screenshot: aliexpress.com)
Aliexpress.com eignet sich gut für den Einsteiger in den Handel mit Fernost sowie für die Betreiber vor allem kleinerer und mittelgroßer Shops. (Screenshot: aliexpress.com)

Meist etwas komplexer und teilweise auch ein wenig chaotisch laufen die Geschäfte auf Alibaba.com ab: Du musst zunächst Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen, indem du die gewünschte Stückzahl eingibst und ein Angebot anforderst. Je nach Händler (oft sind es kleine oder kleinste Firmen) kann dieser Prozess reibungslos oder eher hakelig ablaufen – und welchen Preis du schließlich erzielst, hängt von deinem Verhandlungsgeschick ab.

 

Mehr E-Commerce-News auf netzaktiv.de

Von Isolde Kommer

Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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netzaktiv.de-Redaktion
Connected Retail: „Omni-Channel kann nicht im Laden aufhören!“ http://t3n.de/news/connected-retail-omni-channel-600602/ 2015-04-17T11:45:53Z
Connected Retail ist die Zukunft – sagt Sven Haiges. Im Internet stehen Shop-Betreibern jede Menge Analysedaten zur Verfügung, um das Kundenverhalten zu tracken, zu verstehen und zu antizipieren.

Connected Retail ist die Zukunft – sagt Sven Haiges. Im Internet stehen Shop-Betreibern jede Menge Analysedaten zur Verfügung, um das Kundenverhalten zu tracken, zu verstehen und zu antizipieren. Das ist nicht nur die Basis für die Gestaltung ihres virtuellen „Verkaufsraums“, sondern auch Grundlage ihrer Produkt-, Sortiments- und Werbestrategie. Diese einst reinen Online-Vorteile soll es bald auch für den stationären Handel geben.

Connected Retail: Wir werden im Shop bald ähnliche Daten wie im Web sammeln

Ende März hat Sven Haiges, Technology Strategist at hybris labs, in seiner Keynote auf dem Internet World Kongress die Zukunft des Connected Retail vorgestellt. Nicole Rüdlin, Leiterin der Internet-World-Messe, hat im Vorfeld mit ihm über den Verkaufsraum der Zukunft gesprochen und darüber, welche Online-Funktionen dort abbildbar sind und wie der Handel seiner Meinung nach in ein bis zwei Jahren aussehen wird.

Nicole Rüdlin: Du hast auf dem Internet-World-Kongress über Connected Retail gesprochen. Wie wird die Zukunft des Retail deiner Meinung nach aussehen?

Sven Haiges: Ich glaube, dass sich die Verkaufsräume der Zukunft stark ändern werden. Das liegt vor allem am Internet der Dinge. Ähnlich wie im smarten Zuhause, kann man mit Sensorik und zum Beispiel Licht, Sound oder Bewegung eine Menge spannender Analysedaten sammeln sowie Nutzen für den Kunden schaffen. Ich vergleiche das immer mit einer Shopping-Website: Mit smarten Filtern und einem Profil des Kunden kann man hier zum Beispiel die unglaublich große Vielfalt an Produkten für den Kunden runterbrechen. Eine Art „physikalische Selektion der Produkte“ kann man mit dem Internet of Things auch im Verkaufsraum machen, wie wir mit unserem smarten Weinregal schon gezeigt haben. Die Selektion übernimmt hierbei Licht, das heißt die passende Flasche Wein wird per Licht hervorgehoben.

Ebenso ein Standard auf Websites sind heutzutage umfassende Analyse-Tools. Wir wissen meist sehr genau, welcher Kunde welches Produkt im Web angeschaut hat. Betreten wir jetzt den physikalischen Verkaufsraum, finden wir meistens: nichts. Ich glaube, dass wir hier mit Sensorik in Zukunft ähnliche Daten wie im Web sammeln werden. Wir werden also wissen, wie viele Kunden wie lange vor einem Produkt stehen, ob Sie sich ein Produkt genauer ansehen, welche Gänge im Center bevorzugt benutzt werden und so weiter.

„Eine Art physikalische Selektion der Produkte kann man mit IOT auch im Verkaufsraum machen, wie wir mit unserem Smart Wine Shelf schon gezeigt haben.“ (Screenshot: hybris.com)
Für Sven Haiges ist Connected Retail ganz klar die Zukunft. (Screenshot: hybris.com)

Rüdlin: In welchem Zeitrahmen denkst du dabei?

Haiges: Hellseherische Fähigkeiten habe ich leider auch nicht, aber die Diskussion um das Internet of Things im Retail-Space ist schon in vollem Gange, und es gibt neben unseren Prototypen schon einige Startups in diesem Bereich, die erste Produkte anbieten. Insgesamt glaube ich, dass in vielleicht ein bis zwei Jahren die Diskussion, ob Connected Retail sinnvoll ist oder nicht, beendet sein wird und die Antwort wird ganz klar „Ja“ lauten. Hardware und Software, die einfach „Off the Shelf“ einzusetzen sind und sich nahtlos in die Systeme integrieren, werden wir vielleicht in drei bis fünf Jahren sehen. Der hybris-Wine-Shelf wurde zum Beispiel schon komplett auf der hybris-Plattform von unserem Professional-Services-Team in Montreal implementiert. Es fehlt jetzt nur noch ein passender Hardware-Partner. Bevor wir Off-the-Shelf-Lösungen sehen werden, wird es sicherlich viele gut gemachte, kundenspezifische Lösungen geben.

Rüdlin: Wo liegen die Vorteile für den Handel und wo für den Käufer? Gibt es auch Nachteile und Risiken?

„Es wird wichtig sein, dass Kunden immer die Kontrolle über ihre Daten haben.“

Haiges: Gerade am Beispiel des hybris-Wine-Shelfs kann man das sehr gut sehen: Der Wine-Shelf bietet dem Kunden viel Wert, da er dank eines kurzen Fragebogens auf dem Handy und der physikalischen Selektion per LED schnell eine Empfehlung für einen Wein bekommt. Ebenso hat jedoch der Händler etwas davon. Mit jeder Weinflasche, die sich der Kunde näher anschaut, kann der Händler Analysedaten sammeln. Diese „Liftups“ der Weinflaschen sind vergleichbar mit Page-Impressions auf einer Produktseite im Web. Der Händler kann damit zum Beispiel die Platzierung der Produkte im Regal optimieren.

Aber natürlich gibt es auch Risiken, allen voran den gläsernen Kunden. Im Gegensatz zu den USA sind wir in Deutschland hier weitaus skeptischer. Es wird wichtig sein, dass Kunden immer die Kontrolle über ihre Daten haben, also alle gesammelten Daten einsehen, löschen und auch bestimmen können, welche Daten aufgezeichnet werden.

Nur ein sehr kleiner Teil der Kunden will sich offenbaren

Rüdlin: Bei dem Wine-Shelf mag mancher sich extrem beobachtet vorkommen. Wie begegnest du solchen Bedenken?

Haiges: Es stimmt, die Treffer sind natürlich auch für andere Kunden im Laden zu sehen. Der Verkaufsraum ist nun mal ein Ort, der mit anderen Menschen geteilt wird. Dadurch entstehen zum einen Bedenken, diese Daten anderen zu offenbaren. Ich glaube jedoch, dass die allermeisten Produkte unkritisch sind: Ob ein weiterer Besucher sich für meinen Weingeschmack, die Auswahl der Kaffeekapseln oder ein Parfum, das ich mir vorschlagen lasse, interessiert, ist mir eigentlich recht egal. Heute werde ich ja auch schon von anderen Kunden beobachtet, nur verstärkt sich das natürlich durch die offensichtliche Selektion der Produkte.

Auch Allergiker vor Produkten zu warnen, ist eine Option für Haiges. (Foto: Shutterstock / gorillaimages)
Auch Allergiker vor Produkten zu warnen, ist eine Option für Haiges. (Foto: Shutterstock / gorillaimages)

Rüdlin: Welche Anwendungsgebiete sind hier noch denkbar, welche eher nicht?

Haiges: Dank der vielen Events konnten wir natürlich viel Feedback sammeln. Wir glauben, dass ein smartes Regal beispielsweise für Parfum oder Kosmetik ebenfalls sehr gut funktionieren kann. Wenn man die Idee der physikalischen Selektion der Produkte auf den gesamten Laden ausdehnt, kann man zum Beispiel auch Allergiker vor gefährlichen Produkten warnen – oder positiv: die Produkte selektieren, die unbedenklich sind. Vielleicht kann man mit einem Hinweis im smarten Preisschild auch auf Promotions aufmerksam machen, die je nach Kunde unterschiedlich ausfallen.

„Die Kern-Technologie ist reichlich schwammig: das Internet der Dinge.“

Auf die Frage, woran ich nicht glaube: Um einen Zusammenhang zwischen den gesammelten Daten und dem Nutzer herzustellen, muss man zumindest Stand heute auf Beacons setzen. Der Kunde hat also eine Smartphone-App installiert, die nach Beacons scannt und dann dem Shopsystem die Identität des Kunden mitteilt. Ähnlich wie durch Cookies auf Websites, wird das Profil des Kunden damit sichtbar und es kann an die Events im Raum wie das Stehenbleiben und lange Betrachten eines Produktes gekoppelt werden. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Kunden eine solche App nutzen will. Ich glaube aber daran, dass es sinnvoll ist, anonymisiert die Interaktionen der Kunden mit den Produkten im Verkaufsraum zu tracken. Nur ein sehr kleiner Teil der Kunden will sich offenbaren und dann nur, wenn handfeste Vorteile winken: ein besserer Preis, gesundheitliche Gründe bei Allergien oder eine wirklich gute Empfehlung auf Basis des Profils.

Connected Retail: Das Internet der Dinge kommt nicht ohne Hardware aus

Rüdlin: Welche Kern-Technologien werden beim Connected-Retail zum Einsatz kommen?

Haiges: Die Kern-Technologie ist reichlich schwammig: das Internet der Dinge. Ich sage deswegen „schwammig“, da es noch lange nicht klar ist, welche Hardware, welche Protokolle oder welche Management-Plattformen sich hier durchsetzen werden. Im Bereich der Hardware schauen wir uns derzeit verstärkt diverse Sensoren an, die zur Analyse des Retail-Spaces in Frage kommen: Drucksensoren, Distanzsensoren, Lichtschranken, aber auch Beacons. Wir kümmern uns aber auch um die Ausgabe. Damit ist gemeint, wie wir den Verkaufsraum aktiv und dynamisch verändern können. Beispielsweise schauen wir uns an, wie wir die Videos, welche auf TV-Geräten im Verkaufsraum abgespielt werden, dynamisch ändern können oder eben beim Wine-Shelf eine Produktselektion vornehmen können.

Im Bereich der Protokolle haben wir einen anderen Fokus bei jedem Prototyp gelegt, um so möglichst viel Erfahrung zu sammeln. Darunter fallen Protokolle wie zmq, MQTT oder CoAP. Bezüglich der Management- und Analyseplattformen haben wir als Teil von SAP natürlich SAP Hana im Blickfeld, arbeiten aber auch mit dem Team rund um das hybris-Customer-Data-Management eng zusammen, um deren APIs und Funktionen früh für das Internet of Things fit zu machen.

Rüdlin: Welches sind die größten Hürden bei der Umsetzung der neuen Ideen im stationären Handel?

Haiges: Ganz banal gesagt, dass man Software ganz prima skalieren kann – Hardware nicht ganz so einfach. Das Internet der Dinge, auch im Retail-Space, kommt nicht ohne Hardware aus – und die kostet Geld. Ein Vorreiter in diesem Bereich muss sich also darüber klar sein, dass jede mit dieser Technik ausgestattete Ladenfläche zusätzliche Kosten verursacht. Deswegen werden wir sich auch erst mal viele Trials sehen, die räumlich auf wenige Läden beschränkt sind.

Rüdlin: Ist der Handel schon soweit, sich mit solchen Ideen auseinander zu setzen?

Haiges: Die überwiegende Mehrheit der Kunden sieht ganz klar ein, dass Omni-Channel im Bereich der Analytics nicht im Ladengeschäft aufhören kann. Omni-Channel bedeutet eben auch, den Kunden im realen Leben bestmöglich verstehen zu wollen und nicht nur im Web oder auf mobilen Geräten. Dennoch ist es ein langer Weg vom Prototypen bis hin zu einem Produkt.

Über den Interviewpartner

sven-haiges-02Sven Haiges ist Technology Strategist bei hybris labs, einem Unternehmen von SAP. Mit seiner Keynote-Session „hybris labs: Connected Retail“ hat er den ersten Kongresstag der Internet World Messe abgeschlossen.

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Nicole Rüdlin
Personalisierung erfolgreich im Onlineshop einsetzen http://t3n.de/news/personalisierung-erfolgreich-600506/ 2015-04-12T07:57:33Z
Personalisierung ist eines der aktuellen Zauberworte im Online-Marketing. Dass es lohnen kann, Kunden gezielt anzusprechen, um aus der Masse der Angebote herauszustechen, ist inzwischen auch keine …

Personalisierung ist eines der aktuellen Zauberworte im . Dass es lohnen kann, Kunden gezielt anzusprechen, um aus der Masse der Angebote herauszustechen, ist inzwischen auch keine neue Erkenntnis mehr. Doch bislang sind Personalisierungsmethoden mehr im zu finden, in Onlineshops selbst haben sie erst wenig Einzug gehalten.

Der kanadische Content-Marketer Tucker Schreiber hat in einem ausführlichen  Artikel für Shopify die Techniken der Personalisierung zusammengefasst, von denen Shopbetreiber profitieren können. Wir haben sie uns für euch etwas näher angeschaut und uns gleichzeitig die Frage gestellt: Gelten die dortigen Empfehlungen auch für Deutschland? Und ist Personalisierung tatsächlich das Maß aller Dinge?

Stationär = Service?

Wer im stationären Handel einkauft, kann mit ein bisschen Glück auf die Erfahrung eines geschulten Verkäufers zurückgreifen und sich entsprechend beraten lassen. Wobei es in der Servicewüste Deutschland wohl nur in kleinen Läden und glücklichen Ausnahmefällen vorkommen dürfte, dass man tatsächlich, wie Schreiber suggeriert, dank engagierter Beratung mit einem perfekt sitzenden Outfit aus dem Laden spaziert. In den USA sieht das zweifellos anders aus – nur zu gut erinnere ich mich an mein erstes Shopping-Erlebnis in einem kalifornischen Kaufhaus, in dem ich beinahe sprachlos war angesichts der Hilfsbereitschaft und Serviceorientierung der dortigen Mitarbeiterin, die mir eine Viertelstunde lang eine Jeans nach der anderen an die Umkleidekabine brachte. Ein regelrechter Kulturschock…

Aber gut, auch wenn der deutsche Handel diesbezüglich zweifellos Optimierungspotenzial hat, bleibt die Tatsache, dass menschliche Ansprechpartner, egal ob serviceorientiert oder nicht, in einem Onlineshop in der Regel fehlen. Auf meine persönlichen Bedürfnisse kann also niemand eingehen – oder?

Genau an diesem Punkt setzt die Personalisierung an und sagt: Doch! Auch der weit entfernt sitzende Shopbetreiber kann persönlich auf seine Käufer eingehen, er muss nur wollen – und wissen, wie.

Personalisierung als Konversionsbooster

Ein personalisiertes Shopping-Erlebnis erhöht die Konversionsraten von Onlineshops, dieses Ergebnis findet sich in so ziemlich jeder Studie zum Thema. Die E-Mail-Marketer von Mojn haben Gründe zusammengestellt, warum das so ist:

75 Prozent der Verbraucher mögen es, wenn sie personalisierte Nachrichten und Angebote erhalten. 74 Prozent der Online-Nutzer frustriert es, wenn sie Content angezeigt bekommen, der sie nicht interessiert. 61 Prozent der Verbraucher stellen den Wert guter Angebote über den Datenschutz.

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Mehr oder weniger Personalisierung - wofür seid ihr? (Screenshot: mojn.com)

Doch Achtung, diese Zahlen beziehen sich auf den US-Markt und man darf ihre Übertragbarkeit auf deutsche Verbraucher durchaus anzweifeln. Zum Beispiel angesichts von Studien wie dem W3B-Report von Fittkau & Maaß aus dem vergangenen Jahr. Der kam zu dem Ergebnis, dass der deutsche Verbraucher an sich hin- und hergerissen ist zwischen der Bequemlichkeit personalisierter Angebote und dem Wunsch nach Schutz seiner persönlichen Daten. Gut 40 Prozent der Befragten sprachen sich gegen Personalisierung aus, gut 40 Prozent dafür und knapp 20 Prozent waren unentschlossen. Das klingt durchaus anders als in den USA.

Wer nein sagt, meint auch nein?

Dennoch: Die gleiche Studie hat auch herausgefunden, dass Personalisierungsmaßnahmen in Onlineshops tatsächlich verkaufsfördernde Wirkung haben. Wollen deutsche Verbraucher also aus Datenschutzgründen eigentlich auf Personalisierung verzichten, lassen sich, wenn sie denn doch passiert, aber trotzdem davon beeinflussen? Häufig wohl schon, denn schließlich sind auch sie nicht gefeit vor der psychologischen Wirkung einer inhaltlich passenden Empfehlung. Dennoch sollten Shopbetreiber hier Vorsicht walten lassen, denn in dem Moment, in dem Nutzer sich einer Personalisierung bewusst werden, besteht durchaus die Gefahr, dass sie sie als negativ wahrnehmen und sich beobachtet fühlen – vor allem, wenn sie den Nutzen dahinter nicht erkennen.

Personalisierung ist also konversionssteigernd, kann Nutzer aber auch abschrecken. Was tun?

Wege aus dem Dilemma

Onlineshopper sind nicht dumm, sie wissen durchaus, dass sie für personalisierte Angebote mit ihren Daten bezahlen müssen. Und sie sind sich dessen vor allem dann bewusst, wenn sie das Thema eher kritisch sehen. In der Regel wollen sie deshalb gut darüber informiert sein, welche Daten von ihnen erhoben und wofür diese genutzt werden. Zentraler Bestandteil einer kundenorientierten Personalisierungsstrategie ist deshalb eine transparente Kommunikation: Informiere deine Kunden darüber, was du tust – und warum du es tust. Wenn du sie nach ihrer Lieblingsfarbe fragst, sag ihnen, dass du ihnen auf der Basis die passendsten T-Shirts anbieten kannst. Und gib ihnen immer auch die Möglichkeit, die Auskunft zu verweigern. Auch wenn du ihnen das Hinterlassen der Information natürlich besonders schmackhaft machst.

Vor allem aber: Biete ihnen einen echten Zusatznutzen. Kein Nutzer hinterlässt gerne Daten, wenn die Kaufempfehlungen, die er dafür bekommt, nicht über Staffel 2 der gerade frisch gekauften Serie hinausgehen. Wie aber kann man Zusatznutzen generieren?

Personalisierte Inhalte

Das Internet ist eine unendliche Informationsschleuder. Aus diesem unsortierten Haufen an Informationen die herauszufinden, die einen wirklich interessieren, ist für uns alle eine Herausforderung. Deshalb reagiert jeder Kunde positiv, wenn er mit Inhalten begrüßt wird, die seinen Interessen entgegenkommen.

Anstatt jedem Benutzer auf einer statischen Seite dieselben Inhalte anzuzeigen, kannst du auf Basis von Segmentierungen verschiedene Inhalte für bestimmte Zielgruppen anbieten. Tools wie Dyno helfen dir dabei. Besonders effizient lassen sich zielgruppenspezifische Inhalte mit E-Mail-Marketing-Methoden kombinieren: Dynamische Landingpages begrüßen jeden Besucher dann direkt mit für ihn relevanten Inhalten, anstatt mit Standardinformationen für Jedermann.

Einfach fragen

Deine Kunden wollen wissen, was du tust und warum du es tust. Sie wollen eine ehrliche, transparente Kommunikation. Also frag sie einfach, wenn du etwas wissen willst. Kurze (!) Fragebögen in die Shopping Experience zu integrieren, ist eine gute Möglichkeit, wenn du sie richtig verpackst. Besonders Mutige packen diese Fragebögen in den Checkout-Prozess und lassen eine Bestellung erst nach Beantworten zu. Ein kleines Hintertürchen für eher zurückhaltende Kunden schadet dabei allerdings nicht.

Was für ein Kaffeetrinker bist du? Craft Coffee steigt direkt mit einem kurzen Fragebogen ein.  (Screenshot: craftcoffee.com)
Was für ein Kaffeetrinker bist du? Craft Coffee steigt direkt mit einem kurzen Fragebogen ein. (Screenshot: craftcoffee.com)

Maßgeschneiderte Angebote

Der Checkout beim Kaufen von Kleidung ist der perfekte Moment, um einen Kunden nach genauen Körpermaßen zu fragen. Und er wird diese Frage noch nicht einmal aufdringlich finden, wenn das Ergebnis ist, dass er tatsächlich maßgeschneiderte Kleidung bekommt. Aber auch wenn du keine maßgeschneiderten Anzüge verkaufst, kannst du mit einer entsprechenden Datenbasis dafür sorgen, dass die bestellte Hose möglichst gut passt. Und beim nächsten Besuch schon die richtige Größe vorschlagen.

Umstritten, aber erfolgreich: Retargeting

Eine der Lieblingsmaßnahmen der Online-Marketer ist bei Internetnutzern ziemlich unbeliebt: das Retargeting. Von den auf (abgebrochene) Besuche in folgenden Werbeeinblendungen fühlen sich viele Kunden regelrecht belästigt und verfolgt, sagt der W3B-Report von Fittkau & Maaß. Besonders bei älteren Nutzern stößt diese Form der personalisierten Online-Werbung auf Ablehnung.

Dennoch scheint das In-Erinnerung-Bringen insgesamt mit Erfolg gekrönt zu sein, anders lässt sich zumindest schwer erklären, warum so viele Unternehmen diese Methode einsetzen. Den Erfolg des Retargeting mit Zahlen zu belegen, fällt vielen Unternehmen jedoch schwer, auch wenn Retargeting-Anbieter natürlich immer eine Studie in der Hinterhand haben, die den ROI der Maßnahme belegt…

Daten – aber die richtigen!

Wer seine Kunden persönlich ansprechen möchte, muss sie kennen. Das bedeutet: Für erfolgreiche Personalisierung, die für dauerhafte Kundenbindung sorgt, müssen Kundenprofile nicht nur angelegt, sondern auch gepflegt und vor allem ausgewertet werden. Die Segmentierung der Kundendatenbank in unterschiedliche Zielgruppen ist dabei einer der ersten Schritte hin zu einer zielgerichteten Kundenansprache. Auch hier ist aber der schmale Grat zwischen dem Zusammenstellen nützlicher Informationen und Datenkraken-Verhalten das Ziel. Wichtig dabei: Frage nur die Daten ab, die du auch tatsächlich brauchst! Wenn dir das Geburtsdatum deines Kunden gänzlich egal ist, dann frag auch nicht danach.

Echtzeit-Kommunikation

Übrigens: Eine recht einfache Methode gibt es noch, mit der ihr den Service-Mitarbeiter aus dem Ladengeschäft ersetzen könnt: Eine Chat-Option im Shop. Allerdings ist auch hier Zurückhaltung angesagt – die Möglichkeit gut sichtbar anbieten ja, den Besucher ungefragt ansprechen: definitiv nein! Während man die Frage „Kann ich ihnen helfen?“ im Laden in der Regel eher als freundlich, allenfalls (und vor allem im Wiederholungsfall) ein wenig nervig empfindet, kann es im Onlineshop schon mal passieren, dass Kunden fluchtartig den Shop verlassen, wenn ihnen plötzlich ein „Herzlich willkommen, wie kann ich Ihnen helfen?“-Fenster vor der Nase aufpoppt. Denn das Gefühl, beobachtet zu werden, mögen die wenigsten Nutzer.

Du willst mehr darüber wissen, wie du die richtigen Zielgruppen für deine Personalisierungsstrategien ermitteln kannst? In unserem Shop-Kompendium findest du viel Wissenswertes über Zielgruppen und das Arbeiten mit Personas.

Mehr E-Commerce-News auf netzaktiv.de

Von Dr. Katja Flinzner

Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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netzaktiv.de-Redaktion
Retouren im E-Commerce: So organisieren Händler sie mit möglichst wenig Aufwand http://t3n.de/news/retouren-e-commerce-organisieren-604550/ 2015-04-10T10:36:36Z
Eine Einführung in das Thema Retourenmanagement. Wie verringert man den Aufwand, den Retouren verursachen und wieso Onlinehändler auch umsatztechnisch von Retouren profitieren.

Eine Einführung in das Thema Retourenmanagement. Wie verringert man den Aufwand, den Retouren verursachen und wieso Onlinehändler auch umsatztechnisch von Retouren profitieren.

Beim Thema Retouren kocht die Händlerseele oft schnell und heftig über. Verständlich: Retouren kosten Geld, was Geld kostet, würde man am liebsten vermeiden – deshalb wäre es vielen ganz lieb, wenn die Kunden einfach nichts retournieren würden. Trotz des verständlichen Ärgers über den ärgerlichen Kostenfaktor darf man dabei eins aber nicht vergessen: Der Onlinehandel braucht die Retoure, sie bringt Umsatz. Nur durch die Retourenmöglichkeit gewinnt ein unsicherer Kunde an Sicherheit und bestellt. Und die Gewissheit, bei Bedarf unkompliziert Waren zurücksenden zu können, führt zu mehr Umsatz.

Selbst die besonders retourengeplagte Modebranche sieht das so: Als die neue Verbraucherrechterichtlinie eingeführt wurde, die theoretisch kostenpflichtige Retouren ermöglichen würde, haben laut ibi-Research die meisten Modehändler eindeutig angegeben, dass sie darauf verzichten werden – ganz offensichtlich unter Rücksichtnahme auf den Umsatz.

Gründe für Retouren unterschiedlich

Logistikhandling ist eine der Kernfunktionen einer Versandhandelslösung.  (Foto: © iStockphoto/tbabasade)
Weniger Aufwand bei Retouren erreicht man durch Automatisierung, einige Tipps dazu finden sich weiter unten. (Foto: © iStockphoto/tbabasade)

Die Gründe für Retouren können vielfältig sein. Neben „berechtigten“ Gründen wie der falschen Größen bei Kleidungsstücken, ungenauen oder unzutreffenden Artikelbeschreibungen oder defekten Produkten gibt es auch missbräuchliche Retouren, gegen die sich Händler nur mit Aufwand schützen können – und sollten. Mehr dazu im untenstehenden Punkt „Retourenwahrscheinlichkeit prüfen“.

Allerdings sollten sich „Gegenmaßnahmen“ im Rahmen halten. Zum einen halten sich missbräuchliche Retouren laut der Universität Bamberg mit dem zum gesamten Versandhandelsumsatz gewichteten mittleren Missbrauchsanteil von 3,6 Prozent selbst schon im Rahmen, zum anderen sind Kundenkontensperrungen nur bei Betrugsverdacht angebracht. Vielretournierer sollten nicht grundsätzlich und automatisch gesperrt werden. Ich greife zur Verdeutlichung gerne zum Beispiel des Kaufhausgeschäftsführers, der einem Kunden Hausverbot erteilt, weil er Produkte zurückgibt: Es gibt fast keinen Grund, Kunden komplett am Geldausgeben zu hindern.

Vielretournierer ausbremsen: Gegenmaßnahmen

rauswurf
Kunden komplett vor die Tür zu setzen sollte ein letztes Mittel sein, um sich vor Betrug oder eklantantem Missbrauch in Einzelfällen zu schützen. (Foto: © Jeanette Dietl – Fotolia.com)

Die einfachste Möglichkeit ist die Zuweisung des Vielretournierers zu einer Kundengruppe mit speziellen Einkaufseinschränkungen: Die verfügbaren Zahlungsarten können auf Zahlarten eingeschränkt werden, die Retouren weniger begünstigen: Das wären Vorkasse, Sofort-Überweisung und Lastschrift – laut der Studie zum Thema Retourenmanagement von ibi research. Rückzahlungen grundsätzlich bis ans Ende der gesetzlich zulässigen Frist auszudehnen, kann bei dieser Kundengruppe ebenfalls eine kleine Gegenmaßnahme sein. Unter Berücksichtigung der rechtlichen Voraussetzungen könnte dieser Kundengruppe auch eine gesonderte Widerrufserklärung zur Verfügung gestellt werden, die ihnen die Retourenkosten auferlegt.

Im Falle von Einschränkungen muss die Kundenkommunikation klar und eindeutig sein und sollte einen zeitlich begrenzten Rahmen für die Einschränkungen aufweisen. Beispielsweise könnte das Kundenkonto nach sechs Monaten wieder zurückgesetzt werden – sollte sich die Retourenquote verbessert haben.

Eine Variante, die eher auf positive Bestärkung zurückgreift: retourenfreien Kunden einen Bonus anbieten und diesen Bonus auf jedem Lieferschein bewerben. Beispielsweise einen Gutschein oder Preisnachlass für die nächste Bestellung nach einer bestimmten Anzahl retourenfreier Monate.

Die Regelungen der Verbraucherrechterichtlinie erlauben bei gebrauchten Artikeln des weiteren auch einen angemessenen Wertabschlag. Um „Berufs-Retournierern“ Einhalt zu gebieten, sollte im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben auch von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden.

Retourenfaktoren ermitteln und Retourenquote senken

Jeder Händler und jede Branche hat eigene Faktoren, die für die Retourenquote im verantwortlich sind – auch gibt es einige übergreifende Faktoren, die für alle gelten. Im Prinzip geht es hier zu Beginn darum, dem Grund für die Retouren auf die Spur zu kommen, in Frage komme beispielsweise:

  • Qualitätsmängel beim Lieferanten
  • Abweichungen zwischen Produktbeschreibung und reellem Erscheinungsbild des Produktes
  • Verständnis- oder Bedienungsprobleme des Endkunden
  • Lieferdauer und -Zeitpunkt

Den ermittelten Retourenfaktoren muss dann gezielt entgegengewirkt werden. Lieferantenwechsel, Verbesserung der Beschreibungen oder ehrlichere Darstellung der Produkte, Hinweise auf zusätzliche Hilfsangebote oder Hotline und Kundendienst durch Merkzettel in der Lieferung von betroffenen Produktsegmenten sowie eine exakte und zutreffende Information zum Lieferzeitpunkt.

Wichtig ist es, sich die Zeit zu nehmen, die im Retourenregal gesammelten Rücksendungen nicht nur auf Verkaufsfähigkeit zu untersuchen, sondern eben auch konzentriert auf Ursachenforschung zu gehen.

Die beliebtesten Kniffe zur Senkung der Retourenquote

1. Retourenwahrscheinlichkeit prüfen

Onlinehändler mit größerem Volumen können zur Bestell- beziehungsweise Warenkorbanalyse ein CRM- und eine Business-Intelligence-Lösung einsetzen, die anhand definierter Regeln auffällige Bestellungen markiert und vom Kundendienst freigeben lässt – kleinere Händler können die Analysen noch von Hand durchführen:

  • Warenkorbanalyse beispielsweise auf doppelt bestellte Artikel oder auf Inkompatibilitäten bei offensichtlich nicht passenden Zubehörartikeln.
  • Die Bestellhistorie gibt Aufschluss über zurückliegende Retouren und das Verhältnis zwischen Retouren und tatsächlich gekaufter Ware.
  • Adressprüfungen verhindern, dass Kunden versehentlich unvollständige oder fehlerhafte Adressen angeben, die zu Rückläufern führen (Alternativ könnte beim Anlegen des Kundenkontos schon eine Adressdatenbank die Eingabe des Kunden vereinfachen und nebenbei verifizieren).
  • Bonitätsprüfung und Altersprüfungen können auch helfen, beispielsweise bei Adressverifikationen und um zu verhindern, dass Minderjährige Bestellungen tätigen, die den Rahmen ihrer Geschäftsfähigkeit überschreiten, die der sogenannte Taschengeldparagraf vorsieht.

2. Retouren nicht erschweren

Bestandskunden zum Wiederkehren animieren und gleichzeitig die Retoure so kompliziert wie möglich machen, in der Hoffnung, dass die Retoure ausbleibt? Die Gleichung geht nicht auf. Eine Studie zum Retouren-Management der MetaPack-Gruppe, einem Spezialisten für Versandmanagement, unterstreicht, „dass ein optimierter Rücksendeprozess einen Wettbewerbsvorteil darstellt und damit direkten Einfluss auf den Umsatz hat. Denn 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einem Anbieter treu bleiben, wenn dieser einen einfachen und zuverlässigen Rückgabeservice anbietet.

Wie in den Retourenfaktoren genannt, kann es legitim sein, den Kunden bei erklärungsbedürftigen Produkten zum Kontakt zu ermutigen. Zwingen sollten man den Kunden aber nicht dazu. Wie die Studie zeigt, wechselt er eher zu einem anderen Anbieter, wenn seine Erwartungen nicht erfüllt werden.

Je mehr große Anbieter mit kostenlosen Retourenangeboten Realititäten schaffen, desto schwerer wird es in Zukunft, den Kunden die Retourenkosten noch aufzuerlegen – der Gewöhnungseffekt sorgt für abnehmende Akzeptanz. Oft ist es aber auch betriebswirtschaftlich tragfähig, die Gebühren nicht an den Kunden weiterzugeben. Der Retourenkosten-Kalkulator der Goethe-Universität Frankfurt gibt bei der Entscheidung Hilfestellung.

3. Retouren automatisieren

(Grafik: MetaPack)
(Grafik: MetaPack)

Die Rücksendekosten sind nur ein Teil der Retourenkosten, die sich aus dem Aufwand des Händlers, dem Porto, den tatsächlichen Zahlungskosten, den Kosten für die Wiederaufbereitung der Ware und der Abschreibung für den gegebenenfalls auftretenden Wertverlust zusammensetzt. Ein guter Ansatz zur Minimierung der Kosten ist die Minimierung des Aufwands.

Dazu sollte der Kunde möglichst vollautomatisiert den Rückgabeprozess durchlaufen können und der Retouren-Prozess sollte sowohl dem Kunden als auch dem Wareneingang alle nötigen Informationen für die Bearbeitung mit an die Hand geben:

  • Ein Onlinerücksendeformular, das schon die gelieferten Artikel zur Rückgabe in ein Formular einträgt, verhindert, dass der Wareneingang rätseln muss, was der Kunde zurückgibt – und kann die anstehende Retoure in der Warenwirtschaft schon mal auf ein Transit-Lager buchen.
  • Wenn in der Königsklasse der Retourenlösungen ein Rücksendeaufkleber direkt beigelegt wird, sollte auch ein Rücksendeschein beliegen, der die bestellten Artikel zum ankreuzen anbietet.
  • Auf alle Drucksachen gehört ein kurzer Link zu den nötigen Rücksendeinformationen.
  • Vom Geschäftssitz abweichende Rücksendeadresse? Die Rücksendeadresse der Sendung beifügen, der Kunde darf die Sendung rechtlich eh meistens selbstständig zurücksenden und die Erfahrung bei betroffenen Händlern zeigt, dass die notorischen „Formularverweigerer“ sonst einfach an den Geschäftssitz zurücksenden – das Ergebnis ist noch mehr Aufwand.
  • Artikel mit nachverfolgbaren Artikelnummern versehen: durch Etiketten oder Aufkleber.
  • Wo immer möglich EAN-Nummern an der Ware in die Warenwirtschaft einpflegen.
  • Bestellnummer auf Rücksendeaufkleber oder Adressetikett auf dem Paket anbringen, das verschafft Nachverfolgungsmöglichkeiten, falls der Rücksendung vom Kunden überhaupt keine Informationen beigelegt wurden.

Die zwei Varianten Online-Rücksendeschein und direkt beigelegter Rücksendeschein haben Vor- und Nachteile. Ein direkt beigelegter Rücksendeschein reduziert den „Wildwuchs“ an Rücksendungen erfahrungsgemäß deutlich, da es immer Kunden gibt, die ohne sich über Rücksendeprozesse des Anbieters zu informieren etwas zurücksenden. Ein Online-Rücksendeschein kann hingegen durch direkte Verbindung mit den Backend-Systemen Vorteile bringen, da Arbeitsschritte vorweggenommen werden und die Fehlerquote bei den zu übermittelnden Informationen geringer gehalten werden kann.

Das vollständige Ausfüllen eines Papier-Rücksendescheins kann man nicht „erzwingen“, oder auf Plausibilität überprüfen, einen Onlinerücksendeschein hingegen schon. Es empfiehlt sich aber in diesem Fall darauf zu achten, dass die Hürden möglichst niedrig sind. Wichtiger noch sollte es sein, dem Kunden einen Anreiz zur Nutzung des Onlinerücksendescheins zu schaffen: Das könnte beispielsweise das Bereitstellen eines frankierten Rücksende-Etiketts sein oder die Beauftragung einer Abholung. Falls keine kostenfreie Rücksendung in der Widerrufsregelung des Händlers vorgesehen ist, kann trotzdem eine Frankatur angeboten werden, das erleichtert dem Kunden immer noch das Leben – und das Porto kann von dem Rückerstattungsbetrag wieder abgezogen werden.

Fazit

Grundsätzlich ist die Retoure für den Onlinehandel nicht nur ein Ärgernis, sie bietet auch eine Chance. Eine bequeme und einfache Retourenregelung steigert die Kundenzufriedenheit und -bindung, was zu mehr Umsatz führt. Manche Retouren sind unvermeidbar, wie das Thema „mehrere Artikel zur Ansicht oder Anprobe“ zeigt, manche sind aber mit einer sorgfältigen Analyse im Pre- und Aftersales vermeidbar. Wichtig ist, wie im Absatz „Retourenfaktoren ermitteln“ beschrieben, die Umstände der eigenen Retouren genau kennenzulernen, denn in jedem und jeder Branche können eigene Gesetzmäßigkeiten auftreten, die eine Retourenquote beeinflussen.

Ein letzter Tipp zum Abschluss: Es ist immens wichtig, die eigenen Retourenkosten zu kennen. Wer den oben schon mal verlinkten Retourenkosten-Kalkulator ausprobiert hat und feststellen musste, dass er die notwendigen Kennzahlen gar nicht besitzt, sollte sich diese spätestens jetzt erarbeiten.

Lest doch zu diesem Thema auch unseren Kommentar „E-Commerce: Die Suche nach dem Ausweg aus dem Retouren-Dilemma“.

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Jochen G. Fuchs
Keine Schlangen mehr: Apple-Verkäufer schicken Kunden in den Online-Store http://t3n.de/news/apple-kunden-online-store-604281/ 2015-04-08T04:42:10Z
Retail-Chefin Angela Ahrendts fordert ihre Mitarbeiter in einem internen Memo auf, Besucher der Filialen das Angebot im Online-Shop schmackhaft zu machen. Die Apple-Managerin bezeichnet den Schritt …

Retail-Chefin Angela Ahrendts fordert ihre Mitarbeiter in einem internen Memo auf, Besucher der Filialen das Angebot im schmackhaft zu machen. Die Apple-Managerin bezeichnet den Schritt selbst als „signifikante Änderung der Denkweise“.

Internes Memo an Apple-Verkäufer

Lange Schlangen vor den Apple Stores könnten bald der Vergangenheit angehören. So wünscht es sich zumindest Angela Ahrendts, Retail-Chefin von . Schon vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass eine Online-Terminvereinbarung notwendig ist, um sich die Apple Watch in einer Filiale anzusehen. Jetzt geht der Konzern einen Schritt weiter.

In einem Memo an das Verkaufspersonal in den Apple Stores ordert Ahrendts an, dass Kunden über das Online-Angebot informiert werden: „Sagt ihnen, dass wir eine größere Verfügbarkeit haben und wie einfach es ist, online und über die App zu bestellen. Ihr werdet ihnen Freude bereiten.“ In ihrem Schreiben bezieht sich Ahrendts nicht nur auf die Apple Watch, sondern auch auf das MacBook.

Die 53-jährige Angela Ahrendts kommt vom britischen Modehaus Burberry und soll die Apple Stores noch attraktiver machen. (Foto: Simon Dawson/Bloomberg)
Retail-Chefin Angela Ahrendts will das E-Commerce-Geschäft von Apple vorantreiben. (Foto: Simon Dawson/Bloomberg)

Beschränktes Inventar in Filialen

Mit dieser Forderung will die Retail-Chefin das E-Commerce-Geschäft des Unternehmens vorantreiben. Sie bezeichnet die Anweisung als „signifikante Änderung der Denkweise“. Die digitalen Verkaufskanäle sollen künftig die Hauptanknüpfungspunkte für Käufer sein. Gerüchten zufolge wird das Inventar in den Filialen sogar gekürzt. Ahrendts ist seit einem Jahr bei Apple, ihre Aufgabe ist es, den Handel neu zu gestalten. Die Retail-Managerin legt unter anderem den Schwerpunkt auf Mobile Payments.

via uk.businessinsider.com

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Elisabeth Oberndorfer
Googles Mobile-Friendly-Algorithmus: Was E-Commerce-Anbieter jetzt tun müssen [Sponsored Post] http://t3n.de/news/googles-algorithmus-mobile-friendly-602954/ 2015-04-02T08:30:07Z
Anzeige Viele Kunden nutzen zunehmend mobile Geräte für ihren Einkauf im Internet. Deswegen machen Mobile-Commerce-Umsätze einen wachsenden Anteil des Gesamtumsatzes aus. Googles neuer Algorithmus …
Anzeige

Viele Kunden nutzen zunehmend mobile Geräte für ihren Einkauf im Internet. Deswegen machen Mobile-Commerce-Umsätze einen wachsenden Anteil des Gesamtumsatzes aus. neuer Algorithmus bestraft Webangebote, die nicht für mobile Nutzung optimiert sind mit einem niedrigen Ranking. Die geräteoptimierte Auslieferung der Webseite wird für Shopbetreiber jetzt doppelt wichtig.

Mobile-Friendliness wirkt sich auf das Google Ranking aus

Durch Googles neuen Algorithmus, der schlechte Webangebote für mobile Nutzer mit einem niedrigeren Ranking bestraft, wird eine saubere, geräteoptimierte Auslieferung der Webseite für Shopbetreiber doppelt wichtig. Klassisches Responsive Webdesign stößt dabei schnell an seine Grenzen, weil dem Browser zu viele Daten und Prozesse zugemutet werden. Das geht zu Lasten der Performance und erhöht die Ladenzeiten signifikant. Die Folge ist eine schlechtere .

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Die Performance lässt sich verbessern, indem man den Browser entlastet. Dazu eignet sich ein Front-End-Server, der Prozesse der responsiven Auslieferung vorab erledigt. Im Rahmen eines Pilotprojektes für einen großen Online-Handelskonzern haben die Entwickler bei Sevenval Technologies einen Schritt weiter gedacht und ein Shopsystem mit integriertem Front-End-Server entwickelt.

Entlastung des Browsers: der RESS-Ansatz

Kern des Ansatzes ist der Einsatz eines Front-End-Servers, der die Seite direkt bei der Auslieferung passend für das jeweilige Gerät aufbereitet, um den Browser – gerade bei mobiler Nutzung – zu entlasten. Das Verfahren wird als RESS-Ansatz (Responsive Webdesign with Server-Side Components) bezeichnet.

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Ein RESS-Server entlastet den Browser, weil er die Webseite bei der Auslieferung in Echtzeit responsive an den jeweiligen Client anpasst.

Eine umfassende Gerätedatenbank bereitet – auf Basis einer erweiterten Clienterkennung – Bilder auf und modifiziert sie. Zudem filtert sie Codesegmente heraus, die nicht benötigt werden. Bei jeder Anfrage wird ein spezifischer Delivery-Context gebildet, der aus über hundert Hardware-, Betriebssystem- und Browser-Eigenschaften besteht. Dadurch wird jedem Gerät genau das ausgeliefert, was für die Darstellung des Shops in diesem Kontext nötig ist. Alles Überflüssige wird weggelassen. Durch die strukturelle Verbesserung werden die Last im Browser und die Ladezeit deutlich optimiert und ein durchweg besseres Nutzererlebnis geschaffen.

Pilotprojekt: Shopsystem mit integriertem Front-End-Server

Wie der RESS-Ansatz konkret nutzbar ist, zeigt das Pilotprojekt der Sevenval Technologies GmbH und Intershop: „Bei einem gemeinsamen Kunden von Intershop und uns kam die Frage auf, wie sich die Stärken von professionellen Shop-Lösungen und RESS für unseren Kunden – ein Online-Händler mit rund 670 Millionen Euro Jahresumsatz – am einfachsten verbinden lassen.“, so Jan Webering, Gründer und CEO von Sevenal. Dazu wurde Intershops Webadapter mit der RESS-Software Sevenval FIT kombiniert. Der daraus entstehende Webserver liefert jetzt die volle Funktionalität beider Systeme und kann außerdem beliebig oft aufgesetzt werden.

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Pilotprojekt mit Intershop: Der RESS Server ist in den Shop-Mandanten integriert.

Die Mandantenfähigkeit von Intershop wird so ausgebaut und ein neuer , zum Beispiel für ein Produktsortiment zum Sommeranfang, kann mit dem Setup sehr schnell gestartet werden. Der kombinierte Webserver ist zum einen voll kompatibel mit der Backend-Architektur und damit mit der E-Commerce-Logistik. Zum anderen bietet er eine automatisierte responsive Auslieferung an Tablets und Smartphones. Darüber hinaus lassen sich mit dem Webserver schnell Testumgebungen aufsetzen, was der agilen Entwicklung und dem Testen einzelner Features sehr entgegenkommt. Der Entwicklungsaufwand für neue Shops sinkt so erheblich.

Die Features des kombinierten Shop-/RESS-Systems im Überblick:

Full Responsive für Desktop, Smartphone, Tablet

  • Integrierte Feature- und Device-Detection für jeden Shop auf Basis von Sevenval FIT
  • Optimierte Content-Auslieferung für jede Kombination von Gerät und Browser
  • Entlastung der Entwickler durch vereinfachte Bug-Fixing- und Update-Workflows
  • Mobile- und Tablet-Shops sind als Standard-Module bei jedem Webshop verfügbar

Schneller Rollout von neuen Produktsortimenten

  • Agile Entwicklungsumgebung mit automatischen Built- und Deployment-Prozessen
  • Schnelle Implementierung von Mandanten-Shops durch vereinfachtes Serversetup und standardmäßige Front-End-Optimierung für Smartphone, Tablet und Desktop

Optimale Performance und Usability

  • Kürzere Ladezeiten durch Verringerung der benötigten Datenmenge
  • Entlastung des Browsers durch Verlagerung von Darstellungslogik und rechenintensiven Operationen auf den Server
  • Front-End-Acceleration durch Image-Scaling und Handling: Das heißt Bilder werden auf dem Server skaliert und Bildformate werden angepasst (Beispiel: webp für Chrome) / Minifying: Reduzierung des HTML-Codes erfolgt automatisch. / Render-Queue-Optimization: Optimierung der Ladevorgänge im Browser

Schnelle, agile Entwicklung von neuen Shop-Features

  • Sevenval FIT integriert sich nahtlos in gewünschtes Entwickler-Setup
  • Bisherige Toolchain bleibt erhalten
  • Agile Development und Continuous Integration wird unterstützt
  • Adaptation Instructions ermöglichen Steuerung von CSS und Content bezüglich Gerätefähigkeiten (zum Beipsiel Webfonts, Serverseitiges Progressive Enhancement)

Ist deine Seite „mobile friendly“? Schreib eine E-Mail an Sevenval und mach eine Analyse.

Sevenval Analyse: Kontakt

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t3n Redaktion
Bitcoin im E-Commerce: Das musst du als Shopbetreiber beachten http://t3n.de/news/bitcoin-e-commerce-601421/ 2015-03-29T11:56:04Z
Bitcoin als Zahlungsmittel im Onlineshop? Warum nicht? Wir verraten euch, was euch das bringen kann und worauf ihr dabei achten müsst.

Bitcoin als Zahlungsmittel im Onlineshop? Warum nicht? Wir verraten euch, was euch das bringen kann und worauf ihr dabei achten müsst.

Sind Bitcoin eine Währung? Die Europäische Zentralbank meint: nein – dennoch kann man damit bezahlen. Zum Beispiel bei Expedia (.com, nicht .de) oder bei Dell. Seit wenigen Tagen auch im reddit-market und demnächst wohl auch bei Rakuten. Und zumindest in den USA und in Australien kann man sogar Pizza damit bestellen. Dabei ist das digitale Zahlungsmittel nicht unumstritten, und auch technische Probleme sorgen hier und da für Rückschläge. So zum Beispiel bei WordPress.com, die als einer der ersten größeren Anbieter schon seit 2012 Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptierten – dort wurde Anfang des Jahres aus technischen Gründen die Bitcoin-Zahlungsmöglichkeit im Checkout wieder deaktiviert.

Auch wenn Bitcoin also zweifelsohne noch in der Experimentierphase stecken, ist die Zahlungsmöglichkeit durchaus eine interessante Option für Shopbetreiber. Wir haben uns Bitcoin für euch mal näher angeschaut und verraten euch, was ihr davon für Vorteile habt – und was ihr beim Einsatz beachten müsst.

Vorteil Nr. 1: Die Kosten

Hat Apple etwas gegen Bitcoins? (Bild: © santiago silver - Fotolia.com)
Die Transaktionskosten sprechen eindeutig für Bitcoin. (Bild: © santiago silver – Fotolia.com)

Einer der deutlichsten Pluspunkte von Bitcoin sind zweifelsfrei die niedrigen Transaktionskosten. Während man für Kreditkarten-Clearing in der Regel mit Transaktionskosten von mindestens zwei bis drei Prozent rechnen muss, nehmen sich die Gebühren der Bitcoin-Provider durchaus fair aus: Coinbase beispielsweise berechnet pro Überweisung 0,15 US-Dollar und für den Währungsumtausch einen Umtauschsatz von einem Prozent. Der Umtausch der ersten Million (!) US-Dollar ist allerdings kostenfrei – ebenso wie (seit Sommer 2014) sämtliche Dienste für Non-Profit-Organisationen. Zum Start kostet das Anbieten von Bitcoin über Coinbase also bei täglicher Überweisung etwas mehr als vier Euro pro Monat.

Bei Bitpay gibt es den „Free Plan“ sogar komplett kostenlos – mit unbegrenztem Transaktionsvolumen, direkter Umrechnung und täglicher Überweisung. Für mehr Support und eine Buchhaltungsschnittstelle (Quickbooks) muss man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen.

Vorteil Nr. 2: Der Image-Effekt mit Bitcoin

Der Kryptowährung Bitcoin haftet zweifelsohne noch etwas ziemlich Nerdiges an. Das mag Otto Normalverbraucher häufig noch vom Nutzen abhalten – macht aber nichts. Schließlich wollt ihr ja nicht alle anderen Zahlungsarten aus dem Shop werfen – oder?

Wer von der Peer-to-Peer-Währung überzeugt ist, ist aber aufgrund der doch noch eher sparsamen Akzeptanz häufig auf der Suche nach Shops, in denen er seine Coins loswerden kann. Als Marketing-Aufhänger lässt sich die Integration von Bitcoin-Schnittstellen also derzeit ganz gut nutzen. Ihr seid der erste Handtaschen-Shop, der Zahlungen in Bitcoin akzeptiert? Dann macht ruhig kräftig Werbung damit.

Vorteil Nr. 3: Keine Rückforderung

„Bitcoin: Je mehr Bestätigungen, desto verbindlicher wird die Zahlung.“

Im Gegensatz etwa zu Lastschriftzahlungen sind Bitcoin-Zahlungen unumkehrbar – sobald sie von genügend Teilnehmern des Peer-to-Peer-Netzwerks bestätigt worden sind. Je mehr Bestätigungen, desto verbindlicher wird die Zahlung.

Der Nachteil: Es kann bis zu einer Stunde dauern, bis die Transaktion die häufig empfohlene Anzahl von sechs Bestätigungen erhalten hat und als verbindlich gilt. Der Vorteil: Wenn die Bestätigungen einmal da sind, kann der Zahlende die Transaktion nicht mehr rückgängig machen. Für den Händler bedeutet das eine höhere Sicherheit.

Vorteil Nr. 4: Grenzenloser Einsatz

Auch wenn ein Einsatz im stationären Handel beispielsweise über QR-Codes problemlos möglich ist: Die Zahlung via Bitcoin läuft vollständig digital ab. Das heißt auch: Entfernung ist kein Problem. Da Bitcoin außerdem nicht an spezielle Banken oder Märkte gebunden ist, ist die Währung grenzenlos überall auf der Welt einsetzbar. Perfekt also für den grenzüberschreitenden, internationalen E-Commerce.

Klingt gut? Ihr glaubt, Bitcoin könnte etwas für euren Shop sein? Dann solltet ihr die folgenden Punkte beachten.

Tipp Nr. 1: Der richtige Anbieter mit Bitcoin

In Deutschland ist der Verkauf von Bitcoin derzeit umsatzsteuerpflichtig. Das ist im Vergleich zu anderen Ländern ein echter Wettbewerbsnachteil – wenn ihr selbst Bitcoins haltet. Dieser Faktor lässt sich aber ganz einfach umgehen, indem ihr einen Payment-Provider im Ausland wählt, der erhaltene Bitcoin-Zahlungen sofort in eine FIAT-Währung, also zum Beispiel in Euro umtauscht. Wenn die Zahlungen auf eurem Konto in Euro ankommen, könnt ihr sie steuerlich genauso handhaben wie alle anderen Zahlungen auch.

In dieser Hinsicht empfehlenswerte Anbieter sind beispielsweise die oben schon genannten Coinbase oder Bitpay. Beide haben sich auch schon am Markt etabliert, sodass es schon so manche Anbindungen für gängige Shopsysteme gibt.

Bis vor Kurzem war der Coworking-Space Edelstall die einzige Bitcoin-Bastion in Hannover. Deswegen soll nun die längste Bitcoin-Meile der Welt entstehen. (Screenshot: coinmap.org)
Nicht nur online, auch offline gibt es bislang wenige Händler, die Bitcoin akzeptieren. (Screenshot: coinmap.org)

Möglicherweise reicht bald auch schon die Nutzung von PayPal, um Bitcoin-Transaktionen für Kunden möglich zu machen. Seit September 2014 arbeitet PayPal nämlich mit Coinbase, Bitpay und GoCoin zusammen. Allerdings sind PayPals Schritte in Richtung Bitcoin bislang eher kleine: Die virtuelle Währung kann nur beim Verkauf digitaler Güter und nur in Nordamerika eingesetzt werden.

Tipp Nr. 2: Sofortiger Umtausch

„Schwankungen um die 20 Prozent innerhalb eines Tages kommen durchaus häufiger mal vor.“

Wir haben es schon erwähnt: Bitcoin ist in der Experimentierphase. Dazu gehört auch, dass die virtuelle Währung extrem volatil ist. Das heißt: Der Kurs eines Bitcoin unterliegt recht deutlichen Schwankungen – war er gestern noch 280 Euro wert, können es morgen nur noch 250 Euro sein. Während der Bitcoin-Kurs im Januar 2014 noch Spitzenwerte von 741 Euro erreichte, bewegte er sich im Januar dieses Jahres häufiger mal unter der 200-Euro-Grenze, derzeit lässt sich eine kleine Aufwärtstendenz in Richtung der 300 Euro beobachten. Schwankungen um die 20 Prozent innerhalb eines Tages kommen jedoch durchaus häufiger mal vor.

Wenn ihr also eure Shopeinnahmen nicht zum Spekulieren verwenden wollt, solltet ihr eure Preise immer auf aktuellen Wechselkursen basieren lassen und vor allem eure Umsätze sofort nach dem Eingang in eine stabile Währung umtauschen lassen. Bei Coinbase oder Bitpay ist dieser „Instant Transfer“ im Angebot automatisch mit drin. Damit wälzt ihr das Kursrisiko größtenteils auf den Anbieter ab.

Aber Achtung: Problematisch können starke Kursschwankungen im Falle eines Widerrufs werden. Wie Martin Rätze, Rechtsexperte von Trusted Shops, erklärt, müssen Rückzahlungen im Falle eines Widerrufs nämlich in der gleichen Zahlungsweise getätigt werden, in der gezahlt wurde. Das kann bei steigenden Kursen zum Problem für den Shopbetreiber werden – bei fallenden dagegen hat er Glück gehabt.

Tipp Nr. 3: Regelmäßige Überweisungen

Auch wenn ihr euch einen etablierten Anbieter sucht – sicher ist euer Geld erst dann, wenn es auf eurem Konto gelandet ist. Hackerangriffe auf Wallet-Anbieter und Bitcoin-Börsen haben schon so manches Unternehmen in die Krise gebracht. Und man muss sich nicht die spektakuläre Pleite der Bitcoin-Börse Mt. Gox oder die Insolvenz des Bitcoin-Miners Cointerra vor Augen führen, um sich der Risiken des Geschäfts mit einer so volatilen Währung bewusst zu werden.

Am besten vereinbart ihr deshalb eine tägliche Überweisung aller Bitcoin-Zahlungseingänge auf euer normales Bankkonto. In Kombination mit „Instant Transfer“ reduziert ihr damit das Risiko eurer Bitcoin-Transaktionen auf ein Minimium.

Tipp Nr. 4: Für Sicherheit sorgen

Was für euch als Shopbetreiber ein Vorteil ist, nämlich die Unumkehrbarkeit einer Bitcoin-Transaktion, ist für Käufer natürlich ein Risiko. Ihr solltet deshalb besonders in vertrauensbildende Maßnahmen investieren und gegebenenfalls einen Treuhandservice für Käufe anbieten.

Umgekehrt empfiehlt es sich, auf euren Coinbase- oder Bitpay-Account auch entsprechend gut aufzupassen. Hacker-Angriffe auf solche Wallet-Anbieter sind keine Seltenheit – starke, häufig gewechselte Passwörter sollten deshalb selbstverständlich sein. Wenn ihr euer dortiges, digitales Portemonnaie regelmäßig durch Überweisung auf euer eigenes Bankkonto leert, minimiert ihr natürlich auch in dieser Hinsicht das Risiko.

Ihr wollt euch noch genauer über die Funktionsweise von Bitcoin informieren? Viele hilfreiche Informationen findet ihr auf bitcoin.org, im Bitcoin-Blog bitcoins21.com oder im dazugehörigen Wikipedia-Artikel.

Habt ihr schon Erfahrungen mit Bitcoin gemacht? Als Händler, über Wallet-Anbieter oder vielleicht auch privat oder als Spekulationsobjekt? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen.

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Von Dr. Katja Flinzner. Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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netzaktiv.de-Redaktion