Open Source | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Open Source 2014-08-21T09:21:17Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/open-source Live-Prototyping mit Mirror.js: Animiertes App-Design direkt auf Android-Geräten testen http://t3n.de/news/live-prototyping-mirrorjs-javascript-android-apps-563141/ 2014-08-21T09:21:17Z
Mirror.js ist eine Live-Prototyping-Tool für Android. Ihr könnt damit euer Nutzer-Interface mit Animationen versehen und so dynamische Prototypen erstellen. Die lassen sich als APK-Datei …

Mirror.js ist eine Live-Prototyping-Tool für Android. Ihr könnt damit euer Nutzer-Interface mit Animationen versehen und so dynamische Prototypen erstellen. Die lassen sich als APK-Datei exportieren und direkt auf einem Android-Smartphone ausführen.

Mirror.js: Live-Prototyping für Android-Entwickler. (Screenshot: Jimu Labs / YouTube)
Mirror.js: Live-Prototyping für Android-Entwickler. (Screenshot: Jimu Labs / YouTube)

Mit Mirror.js dynamische Android-Prototypen erstellen

Statische Prototypen können zwar einen Einblick geben, wie eine App aussehen wird, aber nicht, wie sie sich verhält. Dabei ist auch das hilfreich, um potenzielle Probleme im geplanten Nutzerinterface frühzeitig zu erkennen. Das kanadische Startup Jimu Labs bietet mit Mirror eine Möglichkeit, mithilfe von XML-Code solche Prototypen anzufertigen. Jetzt hat das Team mit Mirror.js ein Live-Prototyping-Lösung mit JavaScript-Unterstützung vorgestellt. Das Tool soll als Test dienen, die entsprechenden Features will das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt in Mirror integrieren.

Mirror.js erlaubt es, mit Hilfe von JavaScript dynamische Verhaltensweisen für eure App-Screens festzulegen. Außerdem könnt ihr damit verschiedene Arten von Animationen erstellen oder auch kombinieren. Diese Animationen können beim Aufruf eines Screens gestartet werden, oder wenn eine Testperson beispielsweise auf einen bestimmten Bereich des Bildschirms klickt. So könnt ihr frühzeitig das Verhalten der geplanten App ausprobieren. Eine Einführung in die Möglichkeiten des Prototyping-Tools findet ihr auf der Mirror.js-Übersicht.

Mirror.js arbeitet mit Android-Studio und erlaubt die Erstellung von APKs

Mirror.js fungiert als Plugin für Android-Studio und kann über die Website des Anbieters heruntergeladen werden. Wenn euch euer Prototyp zusagt, könnt ihr ihn als APK-Datei exportieren, und wie jede andere Android-App auf einem Smartphone oder Tablet testen. Auf GitHub findet ihr einige Beispielprojekte für Mirror.js.

Es bleibt festzuhalten, dass es sich bei Mirror.js nur eine Preview-Version handelt. Ihr solltet daher unter umständen auch mit drastischen API-Veränderungen rechnen. Letztlich geht es den Entwicklern darum, neue Features für ihre kommerzielle Prototyping-Lösung Mirror zu entwickeln. Die eingeschlagene Richtung ist aber schon sehr interessant.

via news.ycombinator.com

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Kim Rixecker
Sofa.io: Diese E-Commerce-SDK ist Open Source und hat eine eingebaute Mobile-First-Strategie http://t3n.de/news/sofa-io-open-source-sdk-562756/ 2014-08-19T12:55:05Z
Der M-Commerce-Anbieter CouchCommerce macht seine Technologie offen zugänglich. Mit dem Sofa-SDK kann jetzt jeder Entwickler E-Commerce-Web-Apps entwickeln: Front-Ends mit einer ausgeprägten …

Der M-Commerce-Anbieter CouchCommerce macht seine Technologie offen zugänglich. Mit dem Sofa-SDK kann jetzt jeder Entwickler E-Commerce-Web-Apps entwickeln: Front-Ends mit einer ausgeprägten Mobile-First-Strategie.

Die Mobile-Commerce-Experten bei CouchCommerce haben ihre Front-End-Technologie unter Sofa.io als Open-Source-Lösung zur Verfügung gestellt. CouchCommerce ist eine Front-End-Lösung für Onlineshops, die eine gute Umsetzung einer Mobile-First-Strategie verspricht.

Mit CouchCommerce lassen sich responsive Web-Apps betreiben, die ein ähnliches Look-and-Feel ermöglichen sollen wie native Web-Apps, beispielsweise mit den Touch-Gesten „Swipe“, „Pinch“ und „Zoom“. Neben der Möglichkeit, die CouchCommerce-Plattform mit den kommerziellen Enterprise-Modellen zu nutzen, bietet das unter GPL veröffentlichte Sofa-SDK aber auch die Möglichkeit, völlig eigenständige Front-End-Lösungen zu entwickeln.

Sofa.io: Die CouchCommerce-Technologie für E-Commerce-Web-Apps ist jetzt als Open-Source-SDK erschienen. (Bild: CouchCommerce)
Sofa.io: Die CouchCommerce-Technologie für E-Commerce-Web-Apps ist jetzt als Open-Source-SDK erschienen. (Bild: CouchCommerce)

Was ich mit Sofa.io machen kann

Das unter Sofa.io veröffentlichte SDK kann auf zweierlei Art genutzt werden: entweder zur Entwicklung eines Stand-Alone-Frontends oder, um ein Front-End für die CouchCommerce-Plattform zu entwickeln.

Die Web-App-Technologie von CouchCommerce steht im Sofa-SDK zur Verfügung. Entwickler können also ohne Abhängigkeiten zur kommerziellen Plattform ein Front-End für den eigenen Onlineshop entwerfen und einsetzen. Die lauffähige Beispiel-Web-App ist im SDK enthalten. Die Anbindung an das Backend des Onlineshops sowie an eventuell notwendige Third-Party-Anwendungen muss in diesem Fall zusätzlich entwickelt werden.

(Bild: CouchCommerce)
Sofa.io bringt gleich eine lauffähige Demo-Web-App mit. (Bild: CouchCommerce)

Als zweite Möglichkeit lässt sich das SDK zu nutzen, um ein Frontend zur Nutzung mit der kommerziellen Version der CouchCommerce-Plattform zu entwickeln. CouchCommerce Enterprise lässt sich dann entweder in Eigenregie als selbst gehostete Lösung betreiben oder als SaaS-Anwendung. Für die SaaS-Anwendung stehen sowohl Plugins für gängige Shopsysteme zur Verfügung als auch Anbindungen zu Payment-, ERP- und Logistik-Systemen.

CouchCommerce Enterprise ist als SaaS-Dienst ab einer monatlichen Grundgebühr von 3.000 Euro zuzüglich einer Transaktionsgebühr in Höhe von 0,30 Euro erhältlich.

Warenkorb-Ansicht der CouchCommerce-Demo-App. (Bild: CouchCommerce)
Warenkorb-Ansicht der Sofa.io-Demo-App. (Bild: CouchCommerce)

Sofa.io: SDK Features

Das modular aufgebaute SDK benötigt kein Framework, alle Komponenten sind in simplem Javascript geschrieben. Trotzdem wird noch eine optionale AngularJS-Komponente angeboten. Das Sofa-SDK bietet Dienste für die vielfältigen Anwendungsfälle im E-Commerce und deckt unter anderem folgende Bereiche ab:

  • Produktsuche
  • Warenkorb-Handling
  • Produktkatalog

CouchCommerce spricht von einer initialen Ladezeit von 300 Millisekunden und betont, dass aufgrund der verwendeten Single-Page-Technologie die entwickelten Web-Apps auch im Falle einer Internet-Verbindungsunterbrechung noch funktionieren. Eine Cross-Plattform- und Cross-Device-Kompatibilität soll für ein übergreifendes, responsives Nutzererlebnis sorgen. Eine Demo-Anwendung bietet interessierten Onlinehändlern und Entwicklern einen ersten Einblick in die Web-App.

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Jochen G. Fuchs
Ein Blick auf App- und Play-Store: Über diese Trends müssen App-Entwickler bescheid wissen http://t3n.de/news/app-play-store-apps-562214/ 2014-08-13T09:03:13Z
App-Entwickler bekommen es mit mehr und mehr Konkurrenz zu tun. Aber auch die Beweglichkeit im App-Ranking bei Apple und Google hat zugenommen. Gute Apps können sich heute deutlich schneller gegen …

App-Entwickler bekommen es mit mehr und mehr Konkurrenz zu tun. Aber auch die Beweglichkeit im App-Ranking bei Apple und Google hat zugenommen. Gute Apps können sich heute deutlich schneller gegen bewährte Konkurrenten durchsetzen als noch vor einem Jahr.

Apps: Veränderungen im App-Ranking von Googles Play-Store sind 2014 deutlich gleichmäßiger verteilt als noch 2013. (Grafik: Tomasz Tunguz)
Apps: Veränderungen im App-Ranking von Googles Play-Store sind 2014 deutlich gleichmäßiger verteilt als noch 2013. (Grafik: Tomasz Tunguz)

Play-Store: Das App-Ranking im ständigen Wandel

An einem Mangel an Konkurrenz dürften App-Entwickler 2014 nicht klagen. Auch eine gleichmäßige Verteilung der Gewinne scheint es nicht zu geben. Laut einer aktuellen Studie über die Einnahmen von App-Entwicklern teilen sich zwei Prozent mehr als die Hälfte aller Einnahmen durch Apps. Aber nicht jede Entwicklung ist notwendigerweise negativ. So haben es Startups 2014 deutlich einfacher, mit einer neuen App an etablierten Konkurrenten vorbei zu ziehen als noch vor 18 Monaten.

Das hat eine Untersuchung des amerikanischen Venture-Kapitalisten Tomasz Tunguz ergeben. Anfang 2013 bewegten sich Apps innerhalb von 30 Tagen nur ein oder zwei Plätze im Play-Store-Ranking. Wenn eine App also auf Platz 1 stand, war es schwierig, sie von dieser Position zu verdrängen. Mitte 2014 sieht die Sache anders aus. Laut Tunguz sind Schwankungen im Play-Store mittlerweile weitaus gleichförmiger verteilt. Apps steigen und sinken ständig im Ranking. Woraus der Investor zwar auf höhere Konkurrenz, aber auch auf einen sehr dynamischen Markt schließt. Zwar können Apps schnell ihre Position im Ranking verlieren, dafür können sich gute Apps aber auch tatsächlich gegen etablierte Konkurrenten durchsetzen, sofern sie den Nutzern einen entsprechenden Mehrwert bieten.

App-Store: Apples Marktplatz für Apps ist weniger dynamisch, befindet sich aber auf dem richtigen Weg. (Grafik: Tomasz Tunguz)
App-Store: Apples Marktplatz für Apps ist weniger dynamisch, befindet sich aber auf dem Weg dorthin. (Grafik: Tomasz Tunguz)

App-Store: Apples Marktplatz ist weniger dynamisch

Auch wenn Tunguz den App-Store von 2014 für wettbewerbsfähiger hält als noch 2013, sind die Veränderungen hier längst nicht so stark wie in Googles Play-Store. Veränderungen von mehr als 50 Plätzen im Ranking stellen hier nach wie vor eine Seltenheit dar. Eine durchschnittliche App bewegt sich 2014 um zehn bis 30 Plätze. 2013 veränderte sich das Ranking einer solcher App im Schnitt nur um einen bis fünf Plätze. Dafür sehen im App-Store 75 Prozent aller Apps keine Ranking-Veränderungen um mehr als 50 Plätze.

iOS: Je nach Kategorie hat es eine App leichter oder schwerer sich gegen bestehende Konkurrenten zu behaupten. (Grafik: Tomasz Tunguz)
iOS: Je nach Kategorie hat es eine App leichter oder schwerer sich gegen bestehende Konkurrenten zu behaupten. (Grafik: Tomasz Tunguz)

Tunguz hat seine Untersuchung auch für die verschiedenen App-Kategorien bei Apple und Google durchgeführt. Wenig überraschend ist es beispielsweise im Bereich Social Media deutlich schwieriger, sich mit einer neuen App gegen die etablierte Konkurrenz durchzusetzen. In anderen Bereichen wie beim Wetter oder beim Sport sieht es dafür deutlich einfacher aus.

Play-Store: Ein neues Social Network hat es deutlich schwieriger als eine neue Wetter-App. (Grafik: Tomasz Tunguz)
Play-Store: Ein neues Social Network hat es deutlich schwieriger als eine neue Wetter-App. (Grafik: Tomasz Tunguz)

Fazit: Was Startups aus den Daten lernen können

App- und Play-Store sind dynamische Märkte. Wer ein Produkt anbietet, das sich von der Konkurrenz abhebt und Nutzer überzeugen kann, hat auch die Möglichkeit, etablierte Konkurrenten vom Thron zu stoßen. An den notwendigen Ausgaben im Bereich App-Marketing wird heute allerdings niemand mehr vorbeikommen. Außerdem ist es keine Option mehr, sich auf einem bestehenden Erfolg auszuruhen. Dafür bieten die Marktplätze mit ihren nach wie vor wachsenden Nutzerzahlen eine perfekte Möglichkeit zur Kundengewinnung.

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Kim Rixecker
Webdesign-Guru Nils Pooker im Interview: „Man braucht ein dickes Fell“ [Sponsored Post] http://t3n.de/news/webdesign-guru-nils-pooker-561701/ 2014-08-12T09:16:32Z
Nils Pooker ist seit 14 Jahren Webdesigner. Eine Zeit, in der man viel erlebt. Im Interview plaudert der ehemalige Gemäldekopist anlässlich des bevorstehenden PHP-Summit jetzt aus dem Nähkästchen …

Nils Pooker ist seit 14 Jahren Webdesigner. Eine Zeit, in der man viel erlebt. Im plaudert der ehemalige Gemäldekopist anlässlich des bevorstehenden PHP-Summit jetzt aus dem Nähkästchen und erklärt, was Webdesigner außer einem dicken Fell noch brauchen.

image001 Nils Pooker war viele Jahre als Gemäldekopist selbstständig im Kunstbereich tätig und arbeitet seit 2001 als freier Webdesigner. Er ist Autor des Buches „Der erfolgreiche Webdesigner“ (Galileo Press). Wichtige Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Themen Kundenkommunikation, Projektmanagement und Website-Konzeption. Im Interview spricht er über den Beruf des Webdesigners, damit verbundene Probleme und über Kunden aus der Hölle.

Frage: Nils, als selbständiger Webdesigner fühlst du dich auf allen Displaygrößen Zuhause. Oder?

Nils Pooker: Ja, das ist mittlerweile nicht nur guter Ton, Responsivität ist eine Standardanforderung für fast alle Webseiten. Natürlich muss man immer im Einzelfall prüfen, für wen welche Inhalte wie aufbereitet werden müssen. Für alle Displaygrößen, alle Systeme und alle Browser zu optimieren ist kaum zu realisieren, aber man sollte es wenigstens versuchen.

Frage: Welche technischen Herausforderungen sind die spannendsten, die in den letzten Jahren deiner Berufserfahrung hinzugekommen sind?

Nils Pooker: HTML5 und CSS3 waren technische Herausforderungen an die Kompetenzen der Webdesigner, aber die Herausforderungen an responsive Webseiten sind eher spannend zu nennen. Die Technik sehen weder Kunden noch Nutzer, aber mit Responsive ist wieder ein Aspekt hinzugekommen, bei dem alle mitreden wollen und von dem auch alle der festen Überzeugung sind, mitreden zu können. Das sind dann kommunikationstechnisch die echten Herausforderungen.

Frage: Sind das auch die mit dem größten Potenzial für Katastrophen?

Nils Pooker: Absolut. Auf dem Webkongress Erlangen habe ich den Zuhörern beispielsweise versucht klar zu machen, dass für Kunden die Abkürzung von Responsive Webdesign nicht RWD lautet, sondern SAIGA, denn es gilt immer nur die Prämisse „Soll auf iPhone gut aussehen“. Es muss vor allem auf dem coolen und teuren iPhone gut aussehen und die iPhone-Nutzer rufen auch an, wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entspricht. Ganz selten hörst du etwas von der Darstellung auf Android-Smartphones. Und sollte jemals ein Kunde sagen, seine Webseite müsse auf dem Blackberry gut aussehen, dann wäre das die ultimative Thrillstory für den Kaminabend mit dem Urenkel.

Frage: Wie gehst du mit solchen „Katastrophen“ um, wenn es zum Beispiel heißt, dass das Porträtfoto auf dem Smartphone in der Mittagssonne so blass wirke?

Nils Pooker: Ruhig bleiben. Zumindest so lange, bis man den Telefonhörer aufgelegt hat. Dieses konkrete Problem lässt sich zum Glück noch auf die Hersteller abwenden, da kontere ich mit einem „vor über 40 Jahren auf den Mond fliegen, aber noch immer kein Display für die ganz normale Saharasonne zustande bringen“. Problematisch ist das nur dann, wenn ein überbelichtetes Handyfoto oder das High-Key-Portrait aus dem Studio für die Webseite übernommen werden muss, das schon unter Idealbedingungen kaum Kontraste zeigt.

Verweigert man die Annahme kommt der Hinweis, das würde schon gehen, baut man es ein, kommt der Anruf aus Palma de Mallorca, der Golfkumpel hätte auf das blasse Foto hingewiesen und das sei ja nun peinlich. In der Regel hilft aber die klare und sachliche Aufklärung, dass es keinen Königsweg für alle Eventualitäten geben kann. Ein moderner PKW mit ASP, ESP, Tempomat und sonstigem Schnickschnack verhindert ja nicht die Möglichkeit, trotzdem einen Verkehrsunfall bauen zu können.

Frage: Du bist als Webdesigner also eigentlich Kommunikationskünstler?

Nils Pooker: Genau. Das ist es auch, was viele Webdesigner und Entwickler nicht so schätzen, die Kundenkommunikation. Mir machte das immer Spaß, ich rede gern und ich finde es spannend, Menschen Dinge zu erklären. Ich bin auch davon überzeugt, dass eine hohe Kommunikationskompetenz gerade für selbstständige Webdesigner extrem wichtig ist.

Frage: Welche weiteren Stärken braucht man deiner Erfahrung nach noch im Webdesigneralltag?

Nils Pooker: Gelassenheit und Konsequenz. Das musste ich erst lernen. Ich bin seit 21 Jahren selbstständig, aber die Diskrepanz zwischen Kundenwünschen und Medienkompetenz auf der einen Seite und den Anforderungen an die Komplexität der Tätigkeit auf der anderen Seite gibt es wohl kaum in einer anderen Branche. Du sitzt und grübelst über eine schlanke, semantisch saubere Lösung im Frontend, im Hinterkopf immer der Gedanke, dass das ganze auch noch im CMS darstellbar bleiben und auf älteren IEs gut aussehen soll.

Dann erhältst du eine E-Mail mit dem Hinweis, dass die Frau des Prokuristen meine, die Farben seien ja viel zu kräftig oder viel zu blass, die müsse es übrigens wissen, weil sie mal ein halbes Semester Innenarchitektur studiert hätte vor 40 Jahren. Angesichts solcher Scharmützel an der Gardinenfront fragst du dich erstmal, ob die Semantik in der hinteren Ecke deines Codes nicht dein kleinstes Problem sein könnte. Aber dann atmest du durch, schreibst zurück, dass du dich später äußern würdest und frickelst am Code weiter. Man muss also ein dickes Fell haben und konsequent seinen Weg gehen.

Frage: Wird der Beruf des Webdesigners im Allgemeinen also eher unterschätzt?

Nils Pooker: Natürlich wird er das, aber das gilt ja für viele Berufe. Als Webdesigner haben wir einerseits das Problem, dass es noch nicht lange festgelegte Berufswege wie in anderen Branchen gibt, andererseits eignet sich die Webseite auf dem Monitor herrlich als Anlass, Geschmäcker und Meinungen zu kommunizieren. Immer und überall droht die erwähnte Gardinenfront. Programme, mit denen man ohne jegliche HTML-Kenntnisse mal eben eine Webseite basteln kann, gab es schon in den Anfangszeiten des Internets. Auf Grund dieser Tatsache galt ein Webdesigner auch sehr lange als eine Art Hobby-Computerkünstler.

Diese Wahrnehmung hat sich vor allem bei den kleinen Kunden gehalten, die ein Budget von 1.000 Euro als üppig ansehen, weil sie eben davon ausgehen, dass Webdesigner auch heute noch diese Programme verwenden. Jeden Abend zeigt auch die Fernsehwerbung, dass jeder mit dem richtigen Homepage-Baukasten ganz flott und sicher eine schicke Webseite zusammenklicken kann. Da sich die Anforderungen an professionelles Webdesign aber seit jenen 90ern extrem erweitert haben, muss man einschränken, dass der Beruf des Webdesigners zumindest heutzutage unterschätzt wird.

Frage: Auf dem PHP-Summit hältst du als Webdesigner eine Night Session … Wer kam denn auf die Idee?

Nils Pooker: Das waren Sebastian Bergmann, Stefan Priebsch und Arne Blankerts von thePHP.cc. Sie hatten meinen Artikel im Webkrauts-Adventskalender gelesen, das fiktive Tagebuch eines Webdesigners.

Frage: „Das Necronomicon des Webdesigns“ … Was möchtest du den Teilnehmern damit vermitteln?

Nils Pooker: Vieles von dem, was wir hier besprochen haben und was zum Alltag eines Webdesigners gehört. In erster Linie möchte ich das Auditorium natürlich unterhalten, ich mache seit 14 Jahren Webdesign und da wäre schon genug für einen abendfüllenden Vortag vorhanden, ich werde allerdings die besonders kuriosen und skurrilen Episoden herausfischen. Ich muss da nichts erfinden oder konstruieren, die Realität ist oft viel schräger als jede Fantasie.

Frage: Hand auf’s Herz: Würdest du es wieder tun? Wieder Webdesigner werden?

Nils Pooker: Ja, sonst würde ich es auch nicht mehr machen. Es gibt jeden Tag mindestens einen Moment, in dem ich am liebsten ein T-Shirt meiner Frau anziehen würde, auf dem steht „Ich schmeisse alles hin und werde Prinzessin“. Dann erinnere ich mich an die Zeit als Bildausstatter und Gemäldekopist, in der ich einmal Goldbronze ins fertige Bild malen sollte, weil das so lebendig wirken würde oder an den Überzug eines Gemäldes mit verdünnter schwarzer Farbe, weil dem depressiven Kunden die originalen Farben dann doch zu fröhlich waren. Sobald solche Erinnerungen auftauchen, tippe ich gern wieder Code, fluche über Adobe-Abstürze und nehme wieder die Telefonate von der Gardinenfront entgegen.

Webdesigner und Entwickler, jetzt für den PHP-Summit anmelden!

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t3n Redaktion
Sim City für den Browser: Mit diesem Chrome-Experiment wirst du zum Stadtplaner http://t3n.de/news/sim-city-fuer-browser-diesem-561664/ 2014-08-10T09:13:11Z
Mit 3d.city gibt es einen unterhaltsamen Sim-City-Klon für den Browser. Die Software ist Open Source und setzt auf Three.js und Sea3d.

Mit 3d.city gibt es einen unterhaltsamen Sim-City-Klon für den Browser. Die Software ist Open Source und setzt auf Three.js und Sea3d.

Sim-City-Kopie: 3d.city bietet eine schicke 3D-Ansicht eurer virtuellen Stadt. (Screenshot: 3d.city)
Sim-City-Kopie: 3d.city bietet eine schicke 3D-Ansicht eurer virtuellen Stadt. (Screenshot: 3d.city)

Spaßige Sim-City-Kopie im Browser: Das kann 3d.city

Die Städtebausimulation Sim City dürfte jeder kennen, der sich in der Zeit seit 1989 auch nur oberflächlich mit Computerspielen beschäftigt hat. Die Reihe umfasst mittlerweile neun Spiele, die es für verschiedene Plattformen von DOS über Windows und Mac OS bis hin zu Android und iOS gibt. Auch an Open-Source-Kopien des erfolgreichen Spielprinzips mangelt es nicht. Mit 3d.city gibt es jetzt auch eine Version für moderne Browser.

Der Funktionsumfang des Spiels ist – verglichen mit dem Original-Game – natürlich eingeschränkt, die grundlegenden Funktionen sind aber vorhanden. Ihr könnt verschiedene Gebäudetypen errichten, den Steuersatz für eure virtuellen Bewohner festlegen und nach und nach eure Stadt vergrößern. Außerdem könnt ihr bestimmen, wie schnell die Zeit im Spiel vergehen soll, damit ihr nicht so lange auf die Fertigstellung eurer Bauvorhaben warten müsst.

3d.city: Der Sim-City-Klon setzt auf Three.js und Sea3d. (Screenshot: 3d.city)
3d.city: Der Sim-City-Klon setzt auf Three.js und Sea3d. (Screenshot: 3d.city)

Sim-City-Klon 3d.city setzt auf Three.js und Sea3d

3d.city nutzt die quelloffene JavaScript-3D-Library Three.js. Außerdem setzt das Spiel auf das ebenfalls unter einer Open-Source-Lizenz stehende Cross-Plattform-Dateiformat Sea3d. Wer will, kann sich den Quellcode von 3d.city auf GitHub besorgen. Wenn ihr stattdessen lieber erst mal eine Runde spielen wollt, könnt ihr den Sim-City-Klon hier finden.

Wir konnten 3d.city erfolgreich unter Chrome und Firefox für den Desktop testen. Das Spiel macht definitiv Laune. Wenn ihr etwas Zeit zu verschwenden habt, solltet ihr ruhig einen Blick riskieren. Wenn Sim City nie euren Geschmack getroffen hat, findet ihr in unserem Artikel „8 kostenlose Retro-Games für deinen Browser: Von Asteroids über Street Fighter bis Zelda“ vielleicht eine passende Alternative.

via www.chromeexperiments.com

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Kim Rixecker
Erstes Open Source-SDK: Facebook veröffentlicht Parse-Developer Kit für PHP http://t3n.de/news/open-source-sdk-facebook-parse-561200/ 2014-08-06T05:11:27Z
Die App-Plattform erhält erstmals offizielle Unterstützung für eine Server-seitige Programmiersprache. Bisher war der Zugriff über PHP nur durch Drittanbieter und eine API möglich.

Die App-Plattform erhält erstmals offizielle Unterstützung für eine Server-seitige Programmiersprache. Bisher war der Zugriff über nur durch Drittanbieter und eine möglich.

Offizielle PHP-Unterstützung

Facebook unterstützt mit seiner Entwickler-Plattform Parse jetzt offiziell die Integration von . Es ist das erste Software Developer Kit, das eine Server-seitige Programmiersprache unterstützt und außerdem das erste Open Source-SDK der Plattform, informiert das Unternehmen seine Developer-Community.

Wer bisher die App-Plattform über PHP nutzen wollte, musste dafür auf eine API der Plattform zurückgreifen oder Schnittstellen von Drittanbietern verwenden. Das Social Network hat jedoch die große Nachfrage an der Programmiersprache erkannt und sich deshalb für eine offizielle Lösung entschieden. Bei der f8 präsentierte das Portal bereits seine PHP-SDK für Facebook, welche laut den Betreibern großen Anklang fand.

Parse öffnet sich für PHP-Entwickler. (Bild: Facebook)
Parse öffnet sich für PHP-Entwickler. (Bild: Facebook)

Parse seit mehr als einem Jahr bei Facebook

Auf der Website hat Parse seinen PHP Guide und eine Quickstart-Anleitung für die Installation eingerichtet. Die Dokumentation der PHP-SDK hat Facebook auf das Entwickler-Forum Github verlagert.

Seit April 2013 ist Parse Teil des Facebook-Konzerns. Die Zahl der , die seither auf der Plattform laufen, erhöhte sich eigenen Angaben zufolge um 250 Prozent auf 260.000 Anwendungen. Nach der Übernahme verzeichnete das Portal zudem 140.000 neue Entwickler.

via blog.parse.com

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Elisabeth Oberndorfer
Open-Source-Lösung zum selber hosten: Nemex speichert deine Projekte und Notizen [Screencast] http://t3n.de/news/open-source-loesung-nemex-notizen-projekte-561008/ 2014-08-05T10:44:07Z
Ihr wollt eine einfache Lösung, mit der ihr Notizen und Projekte anlegen könnt – am besten noch zum selber hosten? Dann solltet ihr euch Nemex anschauen. Wir stellen euch das Tool kurz vor.

Ihr wollt eine einfache Lösung, mit der ihr Notizen und Projekte anlegen könnt – am besten noch zum selber hosten? Dann solltet ihr euch Nemex anschauen. Wir stellen euch das Tool kurz vor.

Nemex: Schnell Ideen und Projekte anlegen in Markdown

Übersicht der Projekte auf der Startseite. (Screenshot: Eigene nemex-Installation)
Übersicht der Projekte auf der Startseite. (Screenshot: Eigene nemex-Installation)

Nemex ist ein Open-Source-Tool der deutschen Firma Neon Elephant, mit dem ihr einfach und schnell Notizen und Projekte anlegen und bearbeiten könnt. Und das „schnell“ beginnt schon bei der Installation: Ihr ladet euch einfach die aktuelle Version von der Nemex-Website runter, schiebt sie per FTP auf euren Webspace und ändert in der config.php-Datei Passwort und Benutzername. Anschließend sollt ihr die Dateirechte des projects-Ordners auf 777 stellen – in meinem Test hat auch 755 ausgereicht, vielleicht hier einfach ein bisschen probieren.

Da es ja ein persönliches Tool ist, könnt ihr das gesamte Verzeichnis zusätzlich zum Passwort-Schutz von Nemex zur Sicherheit auch problemlos noch per .htaccess-Datei schützen.

So sieht der „Feed“ in einem Projekt aus. (Screenshot: Eigene Nemex-Installation)
So sieht der „Feed“ in einem Projekt aus. (Screenshot: Eigene Nemex-Installation)

Danach kann es auch schon losgehen. Ruft einfach die URL auf (http oder https – funktioniert beides problemlos) und ihr könnt euer erstes Projekt anlegen. Dafür müsst ihr einfach auf das + klicken und einen Namen angeben. Anschließend könnt ihr auf das Projekt klicken und es mit Inhalt füllen. Entweder ihr legt eine Notiz in Markdown an oder ihr ladet ein Bild per Drag & Drop hoch.

Wenn die Breite des Viewports es zulässt, wird neben dem Eingabefeld für Markdown auch gleich eine Live-Voschau präsentiert. Die Notizen werden nach Zeit absteigend sortiert – wenn ihr eine Notiz aktualisiert, rutscht sie nach ganz oben. Einzelne Dateien oder ganze Projekte könnt ihr auch problemlos wieder herunterladen.

Nemex: Funktioniert auch auf mobilen Endgeräten

Ihr könnt Nemex auch problemlos unterwegs nutzen – dank Responsive Design kein Problem. In unserem Test lief es auf iOS 7 im Safari und 4.4 im Chrome ohne Probleme. Mit Firefox auf Android wurden die Icons nicht angezeigt – die Funktionalität war aber dennoch voll gegeben. Ein bisschen braucht es allerdings, um zu begreifen, dass Notizen oder Bilder zum Bearbeiten oder Löschen auf mobilen Geräten nach links gewischt werden müssen.

So sieht die Bearbeitenfunktion in Nemex aus – mit Live-Vorschau. (Screenshot: Eigene Nemex-Installation)
So sieht die Bearbeitenfunktion in Nemex aus – mit Live-Vorschau. (Screenshot: Eigene Nemex-Installation)

Nemex bietet also alles in allem eine tolle Lösung für den persönlichen Gebrauch, um Projekte und Notizen anzulegen und zu verwalten. Und wenn euch beispielsweise die Zentrierung des Textes in den Notizen nicht zusagt, könnt ihr euch einfach in der CSS-Datei austoben.

Was haltet ihr von dem Tool? Werdet ihr es ausprobieren?

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Florian Brinkmann
Endlich: Spezifikation für PHP in Arbeit http://t3n.de/news/endlich-spezifikation-fuer-php-facebook-560382/ 2014-08-01T09:39:28Z
PHP bekommt eine offizielle Spezifikation. Federführend bei der Umsetzung ist Facebook aber auch die Community nimmt an der Gestaltung teil.

bekommt eine offizielle Spezifikation. Federführend bei der Umsetzung ist aber auch die Community nimmt an der Gestaltung teil.

Auf Bestreben von Facebook bekommt PHP eine offizielle Spezifikation. (Foto: Cal Evans / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Auf Bestreben von Facebook bekommt PHP eine offizielle Spezifikation. (Foto: Cal Evans / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

PHP: Demnächst mit offizieller Spezifikation

PHP existiert seit 1995. Obwohl es für die Skriptsprache eine umfangreiche Dokumentation und eine plattformübergreifende Standard-Implementation gibt, gab es in der fast 20-jährigen Geschichte keine offizielle Spezifikation, wie es bei anderen Sprachen üblich ist. Auf Betreiben von Facebook hin soll sich das jetzt ändern. Der Grund für den Vorstoß dürfte Facebooks alternative PHP-Engine Hiphop Virtual Machine (HHVM) sein. Damit sich die Sprache nicht aufgrund unterschiedlicher Implementierungen auseinanderentwickelt, bedarf es einer einheitlichen Spezifikation. Der erste Entwurf wurde bereits in Form eines Git-Repositorys vom PHP-Projekt veröffentlicht. Außerdem findet sich ebenfalls auf GitHub ein Mirror der PHP-Spezifikationen. Der Entwurf wurde von Facebook unter der vollständig freien CC0-Lizenz veröffentlicht.

PHP-Spezifikation: Vorstoß von Facebook führt zu Diskussionen in der Community

Die Spezifikation bezieht sich auf PHP 5.6 und enthält eine Test-Suite. Die Facebook-Mitarbeiterin Sara Golemon weist aber darauf hin, dass es sich nur um einen ersten Entwurf und nicht um die fertige Spezifikation handelt. Sie soll lediglich als Startpunkt dienen, den die Community aufgreifen und diskutieren kann. Dennoch entbrannte nach der Vorstellung des Projekts eine hitzige Debatte darüber, wie mit der geplanten Spezifikation umzugehen ist. So stellte der Drupal-Entwickler Larry Garfield beispielsweise die Frage, ob zukünftige Änderungen über die Spezifikationen erfolgen oder ob Änderungen an der Referenzimplementation jeweils eine Veränderung der Spezifikation zufolge haben werden. Es sieht so aus, als bestünde noch einiges an Diskussionsbedarf innerhalb der PHP-Entwicklergemeinde.

via www.golem.de

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Kim Rixecker
So stellt sich Google die perfekte Android-App vor http://t3n.de/news/stellt-google-perfekte-560119/ 2014-07-31T06:53:51Z
Das Google Developer-Team veröffentlicht den Quellcode seiner I/O-Konferenz-App. Die Anwendung soll Entwicklern als Musterbeispiel dienen.

Das Google Developer-Team veröffentlicht den Quellcode seiner I/O-Konferenz-App. Die Anwendung soll Entwicklern als Musterbeispiel dienen.

Google I/O-App als Vorlage

Wie sieht die perfekte Android-App aus? Geht es nach Google, so ist  es die I/O-App. Die Anwendung stellte der Konzern kurz vor Beginn der Entwickler-Konferenz I/O im Juni in den Play Store. Jetzt veröffentlicht das Unternehmen den Quellcode dafür. Denn die App sollte nicht nur über die Veranstaltung informieren, sondern soll Entwicklern als Mustervorlage dienen.

„Das Ziel der App ist es, Beispiele für Best Practices für Android App-Design und Entwicklung zu zeigen“, schreibt das Google Developer-Team in seinem Blog. Mit der I/O-App können Entwickler etwa lernen, wie das Integrieren von neuen Features wie die Action Bar, Benachrichtigungen und die Einbindung von SQLite-Datenbanken funktionieren.

State of the Art: Google hat bei der I/O-App sämtliche neue Funktionen eingebaut. (Bild: Google)
State of the Art: Google hat bei der I/O-App sämtliche neue Funktionen eingebaut. (Bild: Google)

Android Wear-kompatibel

Die Applikation hat Google außerdem bereits für sein Wearable-Betriebssytem Android Wear optimiert und das neue Material Design verwendet. Auch weitere Dienste wie Google Cloud-Messaging und die Google Drive API haben die Entwickler in die Vorlage integriert. Im Quellcode sehen Developer zudem, wie Benutzerdaten über verschiedene Plattformen richtig synchronisiert werden.

Google kündigt für die nächsten Wochen detaillierte Anwendungsbeispiele an, die den Funktionsumfang des App-Quellcodes in der Tiefe beschreiben.

via android-developers.blogspot.co.at

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Elisabeth Oberndorfer
Sichere Kommunikation: Open-Source-App Signal verschlüsselt Anrufe und soll bald auch WhatsApp Konkurrenz machen http://t3n.de/news/open-whispersystems-signal-560029/ 2014-07-30T09:31:40Z
Mit Signal bietet Open WhisperSystems eine kostenfreie, quelloffene iOS-App an, die VoIP-Telefonate mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ermöglicht. Mittelfristig sollen auch verschlüsselte …

Mit Signal bietet Open WhisperSystems eine kostenfreie, quelloffene iOS-App an, die VoIP-Telefonate mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ermöglicht. Mittelfristig sollen auch verschlüsselte Textnachrichten und eine Android-App hinzukommen.

Signal: Neue Open-Source-App ermöglicht die Verschlüsselung von Telefonaten. (Screenshot: Open WhisperSystems)
Signal: Neue Open-Source-App ermöglicht die Verschlüsselung von Telefonaten. (Screenshot: Open WhisperSystems)

Open WhisperSystems: Von RedPhone und TextSecure zu Signal

Open WhisperSystems bietet mit TextSecure seit einigen Jahren eine quelloffene, verschlüsselte Text-Messaging-App für Android an. Die Software wurde Ende 2013 auch direkt in den beliebten Android-Fork CyanogenMod integriert. Außerdem betreut das Open-Source-Projekt mit RedPhone eine Android-App zur Verschlüsselung von Telefonaten. Jetzt hat das Projekt auch eine iOS-App vorgestellt, mit der sich VoIP-Telefonate mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor ungewünschten Mithörern schützen lassen.

Die App heißt Signal, ist kompatibel zur Android-App RedPhone und kann ab sofort aus Apples App-Store runtergeladen werden. Mittelfristig will Open WhisperSystems auch die Verschlüsselung von Textnachrichten über das TextSecure-Protokoll über die App ermöglichen. Außerdem sollen dann auch die beiden Android-Apps RedPhone und TextSecure in einer gemeinsamen Signal-App für Android aufgehen. Dann wird auch die verschlüsselte Kommunikation zwischen Nutzern beider Mobil-Betriebssysteme per Text oder Sprache aus nur einer App heraus möglich.

Signal: Open-Source-Projekt sorgt für verschlüsselte Telefonate

Um den Umgang mit Signal so einfach wie möglich zu gestalten, brauchen Nutzer lediglich die Telefonnummer ihres Gegenübers, um einen verschlüsselten Anruf durchzuführen. Das Projekt steht unter der freien GPL-Version-3-Lizenz. Wer will, kann sich den zugrundeliegenden Quellcode von Signal auf GitHub anschauen. Um Entwickler die aktive Beteiligung an der Weiterentwicklung der Plattform schmackhaft zu machen, hat Open WhisperSystems angekündigt, für jeden Pull-Request, der es in die Software schafft, einen Teil der Bitcoin-Spenden an den jeweiligen Coder auszuzahlen.

Vor allem wenn Signal auch die Möglichkeit bekommt, verschlüsselte Textnachrichten zu versenden und es auch für Android eine identische Lösung gibt, könnte sich die Open-Source-App als echter Standard für sichere Kommunikation etablieren. Wir dürfen also gespannt sein, wann Open WhisperSystems seine hochgesteckten Ziele erfüllen wird. Für die Öffentlichkeit, die nicht zuletzt durch die Snowden-Enthüllungen immer häufiger verschlüsselte Möglichkeiten zur Kommunikation sucht, aber auch für Unternehmen aus Bereichen, in denen Industriespionage keine Seltenheit darstellt, birgt die Arbeit des Open-Source-Projekts einiges an Potenzial.

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Kim Rixecker