Social Web | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Social Web 2015-01-28T09:26:30Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/social-web Twitters neue Videofunktion konkurriert mit eigenem Vine-Dienst http://t3n.de/news/twitter-neue-videofunktion-590658/ 2015-01-28T09:26:30Z
Direktnachrichten können über Twitter jetzt auch an Gruppen gesendet werden. Außerdem führt das soziale Netzwerk eine Videofunktion ein. Damit macht Twitter vor allem dem eigenen Video-Netzwerk …

Direktnachrichten können über Twitter jetzt auch an Gruppen gesendet werden. Außerdem führt das soziale Netzwerk eine Videofunktion ein. Damit macht Twitter vor allem dem eigenen Video-Netzwerk Vine Konkurrenz.

Twitter: Gruppennachrichten und Videofunktion vorgestellt

Bisher war Twitter ein größtenteils öffentliches Netzwerk. Zwar gab es Direktnachrichten, darüber konnten aber nur jeweils zwei Personen privat miteinander kommunizieren. Das soll sich zukünftig ändern. In den kommenden Wochen soll es für alle Twitter-Nutzer möglich sein, Direktnachrichten mit ganzen Gruppen von Menschen auszutauschen. Dabei muss nicht jeder Teilnehmer der Gruppe allen anderen beteiligten folgen. Sobald die Funktion bei euch verfügbar ist, wird euch Twitter darüber informieren. Schon jetzt sollt ihr aber in der Lage sein, an Gruppenkonversationen von Nutzern teilzunehmen, bei denen die Funktion bereits ausgerollt wurde.

Twitter: Neben Gruppennachrichten gibt es jetzt auch eine neue Videofunktion. (Screenshots: Twitter)
Twitter: Neben Gruppennachrichten gibt es jetzt auch eine neue Videofunktion. (Screenshots: Twitter)

Ebenfalls vorgestellt wurde eine neue Videofunktion. Über die Android- und iOS-App von Twitter könnt ihr bald Video aufzeichnen, schneiden und direkt bei dem sozialen Netzwerk hochladen. Besitzer eines iPhones soll auch bereits gedrehte Clips auf Twitter hochladen können. Die Funktion soll zu einem späteren Zeitpunkt auch Android-Nutzern zur Verfügung stehen. Die Länge der Videos ist auf 30 Sekunden begrenzt. Interessanterweise tritt Twitter damit in direkte Konkurrenz mit dem Video-Sharing-Dienst Vine, den das Unternehmen im Oktober 2012 übernommen hatte. Vine-Videos dürfen allerdings nur bis zu sechs Sekunden lang sein. Nähere Informationen zu dem neuen Feature hat Twitter auf dieser Seite veröffentlicht.

Twitter und Facebook: Video als wichtige Funktion für soziale Netzwerke

Schon 2014 hatte Facebook seine Bemühungen verstärkt, das eigene Netzwerk auch als Videoplattform interessanter zu machen. So wurde beispielsweise ein eigener Video-Bereich für Unternehmensseiten eingeführt. Twitter scheint diese Entwicklung aufmerksam beobachtet zu haben und kommt dem Interesse der Social-Media-Gemeinde an Bewegtbildern mit der eigenen Videofunktion entgegen. Im Gegensatz zu Facebook werden die Clips auf Twitter allerdings nicht automatisch gestartet. Unklar bleibt, wie sich die neue Funktion auf Vine auswirken wird.

via www.heise.de

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Kim Rixecker
Ello öffnet mit neuem Video-Support Schlupfloch für Werbung http://t3n.de/news/ello-oeffnet-neuem-video-support-590002/ 2015-01-23T05:56:22Z
Das Social Network erlaubt ab sofort die Integration von Video und Sound. Dabei aktualisiert Ello auch die Nutzereinstellungen und lässt mögliche Werbung von Drittanbietern ausschalten.

Das Social Network erlaubt ab sofort die Integration von Video und Sound. Dabei aktualisiert Ello auch die Nutzereinstellungen und lässt mögliche Werbung von Drittanbietern ausschalten.

Ello erlaubt werbefinanzierte Drittanbieter

Die Facebook-Alternative Ello hat sich seit dem Hype im Herbst als werbefreies Social Network positioniert. Doch die Betreiber dürften ihre Einstellung zur Vermarktung geändert haben. Seit Donnerstag können auf der Plattform Videos und Sound integriert werden. Mit dem neuen Feature aktualisiert Ello auch die Einstellungen für Nutzer.

Ello macht Ernst in Sachen Datenschutz. (Screenshot: Ello)
Ello lässt Drittanbieter Werbung einbinden. (Screenshot: Ello)

„Ello wird niemals Werbung verkaufen. Verstecke Beiträge von Drittanbietern, die Werbung enthalten können“, informiert das Portal seine User per Email und weist auf den entsprechenden Button bei den Settings hin. Die Multimedia-Inhalte kommen nämlich von YouTube, Vimeo, DailyMotion, SoundCloud und MixCloud. Die Formulierung lässt außerdem Platz für mögliche weitere Partner, mit denen Ello Geld verdienen könnte.

Mobile App in Planung

Das Einbinden von Videos und Musik ist die erste große Neuheit, die Ello nach dem Abflauen des Interesses eingeführt hat. Damit soll das Portal, das nach rasanten Nutzerwachstum mittlerweile fast vergessen ist, wiederbelebt werden. Das Startup hat von Investoren 5,5 Millionen US-Dollar erhalten, um ein Geschäftsmodell für die werbefreie Plattform zu finden. Kürzlich kündigte die Facebook-Alternative an, eine Mobile App zu entwickeln. Einen Launch-Termin gibt es für die Mobilversion jedoch noch nicht.

 

via venturebeat.com

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Elisabeth Oberndorfer
Ello gibt nicht auf und kündigt großen Relaunch und Apps an http://t3n.de/news/ello-gibt-kuendigt-grossen-586364/ 2014-12-24T05:42:34Z
Der erste Hype der Facebook-Alternative ist vorbei: Für 2015 plant Ello umfassende Änderungen und verabschiedet sich vom ursprünglichen Design des Portals.

Der erste Hype der Facebook-Alternative ist vorbei: Für 2015 plant Ello umfassende Änderungen und verabschiedet sich vom ursprünglichen Design des Portals.

Große Änderungen bei Ello

Es ist still um Ello geworden. Nach dem Start im Sommer hieß es, dass das Social Network, dass sich der Privatsphäre verpflichtet, tausende Neuanmeldungen pro Tag verzeichnet. Dann erhielten die Betreiber sogar ein Investment in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar. Dabei betonte das Unternehmen, auch in Zukunft auf Werbung verzichten und sich so als Facebook-Alternative zu positionieren.

Jetzt meldet sich Ello mit einigen Ankündigungen für das nächste Jahr zurück. 2015 ist für die Website ein umfassendes Redesign geplant. Bisher ist das Portal für sein minimalistisches Design bekannt, viele Nutzer finden den Ansatz allerdings verwirrend.

Ello macht Ernst in Sachen Datenschutz. (Screenshot: Ello)
Ello plant im kommenden Jahr einen großen Relaunch. (Screenshot: Ello)

Einbruch bei Nutzerzahlen

Im nächsten Jahr entwickelt das Startup außerdem iOS- und Android-Apps für seinen Dienst. Wann die mobilen Anwendungen bereit für den Launch sind, verrät Ello allerdings noch nicht. In den vergangenen Wochen wurde das Social Network bereits um einige Features angereichert und für die mobile Nutzung optimiert.

Über Nutzerzahlen spricht Ello nicht mehr. ComScore verzeichnete jedenfalls einen großen Einsturz: Im Oktober erreichte die Plattform noch 275.000 Unique Visitors, im November waren es nur noch 125.000. Zwar gebe es weiterhin viele Neuanmeldungen, allerdings nutzen die frisch registrierten User die Plattform selten tatsächlich.

via venturebeat.com

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Elisabeth Oberndorfer
Und Action! So nutzt du Vine- und Instagram-Videos als Marketinginstrument http://t3n.de/magazin/vine-instagram-videos-marketinginstrument-action-236647/ 2014-12-12T08:39:35Z
Kurzfilme von Vine und Instagram sind nicht nur bei Privatanwendern beliebt, sondern gelten auch im Marketing als der neue Trend in Sachen virale Verbreitung. Unternehmen sollten sich allerdings …

Kurzfilme von Vine und Instagram sind nicht nur bei Privatanwendern beliebt, sondern gelten auch im Marketing als der neue Trend in Sachen virale Verbreitung. Unternehmen sollten sich allerdings vorher informieren, nach welchen Gesetzen die Schnipsel-Videos funktionieren.

Das Internet ist bereits überladen von Videos aller Art. Mit YouTube hat sich zudem eine Videoplattform etabliert, die alle anderen Video-Sites in den Schatten stellt und den Markt im Netz dominiert. Und dennoch: Inwiefern können die Kurzfilm-App Vine und die Videofunktion von Instagram einen Mehrwert bieten und für Unternehmen in Sachen Marketing von Interesse sein?

Perfektes Format für die mobile Welt

Das Spannende an den Filmchen ist vor allem, dass sie so simpel und kurz sind. Der Grundsatz der Vine-Entwickler ist radikale Vereinfachung: Statt erst Handyvideos zu drehen und die einzelnen Videosequenzen dann umständlich mit einer Bearbeitungs-App zusammenzuschneiden, vereint Vine die Arbeitsschritte und setzt den Filmen außerdem ein Zeitlimit von sechs Sekunden. Das Ergebnis sind revolutionär kleine Datenmengen und eine kaum noch zu vereinfachende Produktionstechnik. So entstehen in kürzester Zeit leicht und jederzeit konsumierbare Mini-Clips – das perfekte Format für den mobilen Zeitgeist. Kein Wunder, dass Twitter noch vor dem Release der Vine-App das Startup kaufte. Wegen des durchschlagenden Erfolgs in den USA ergänzte schließlich auch Instagram seine Bilder-App um eine 15-Sekunden-Videofunktion.

Vine vs. Instagram

Sowohl mit Vine als auch mit Instagram gestaltet sich die Filmproduktion sehr einfach. App herunterladen, öffnen, Kamerasymbol wählen, losfilmen. Ein Balken zeigt dabei an, wie viel der zur Verfügung stehenden Zeit schon verbraucht ist. Lässt der Filmer den Aufnahme-Button los und schwenkt dann zu einem anderen Motiv um, baut die App automatisch einen Schnitt ein. Ist der Kurzfilm fertig, können die Laien-Regisseure Text und Hashtags hinzufügen. Anschließend ist die Verbreitung über das Vine- oder Instagram-Netzwerk und weitere soziale Netzwerke möglich. Der größte Unterschied zwischen den beiden Apps liegt, neben der unterschiedlichen Filmlänge, im Abspielmodus. Während der Film bei Instagram nach spätestens 15 Sekunden stoppt, läuft der Sechssekünder von Vine im Loop.

Video-Funktionen

Beide Apps liefern über die reine Aufnahme hinaus Funktionen, die die Produktion erleichtern oder das Endergebnis verbessern. So punktet Vine mit einem Aufnahmeraster. Der filmende Nutzer kann das Smartphone dadurch besser ausrichten. Mit Aktivierung der „Ghost“-Funktion wird das letzte Bild der vorherigen Aufnahme schemenhaft in die nächste Sequenz eingeblendet. Wenn die sechs Sekunden erreicht sind, lassen sich über die Bearbeitungsfunktion noch einzelne Sequenzen verschieben oder löschen. Besonders beliebt bei Vine ist die Stopmotion-Funktion. Das Video wird dabei nicht durchgehend aufgenommen, sondern in ganz kurzen Sequenzen. Hintereinander abgespielt wirken die ultrakurzen Schnipsel wie ein Daumenkino und lassen, bei richtiger Handhabung, tolle Effekte entstehen.

Instagram dagegen setzt verstärkt auf die Nachbearbeitung. Zur Nachbesserung der Videos bietet die App einen Bildstabilisator und diverse Filter. Von Vorteil ist auch, dass die App Zugriff auf die Bilder- und Videogalerie des Smartphones bietet. Findige Filmer können bereits aufgenommene Medien so einfach in die App integrieren.

Community und Plattform

Hinsichtlich der Webpräsenzen stellt Vine seinen Nutzern einige Funktionen mehr zur Verfügung. Während Instagram einen minimalistischen Feed bietet, der abonnierte Bilder und Videos anderer User zeigt, hat Vine hier etwas mehr in petto. Neben der Profilseite können Besucher angesagte Videos entdecken – sei es über die Playlist, die beliebtesten Hashtags oder die verschiedenen Kanäle.

Unterschiede gibt es auch bei der Community selbt. Instagram hat zwar eine riesige Nutzerbasis, die sich allerdings zum Großteil auf Bilder und nicht auf Videos konzentriert. Vine hingegen ist eine reine Kurzfilm-App, hier dreht sich alles um das ultrakurze Bewegtbild. Bei den Nutzerzahlen kann Vine (40 Millionen) gegenüber Instagram (200 Millionen) nicht mithalten. Einen Favoriten in Sachen Funktionsumfang und in Bezug auf die Plattform zu küren, ist kaum möglich.

Für Unternehmen, die bereits Instagram für ihre Bilderwelt einsetzen, ist es naheliegend, die Plattform auch für Kurzvideos zu nutzen. So entfällt der mühsame Aufbau eines neuen Kanals mit neuen Followern. Andererseits überzeugt Vine mit seinem unverwechselbaren Format aus extremer Kürze und Loop-Effekt.

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Die Profilseiten, hier die von Ford, sind bei Vine radikal entschlackt und lenken die volle Aufmerksamkeit auf das Video.

Profitipps für den Dreh

Anders als bei Fernsehproduktionen, reicht beim Kurzfilm ein Smartphone. Mit einigen Tricks und kleineren Investitionen lässt sich aber die Qualität der Videos schnell verbessern. So ist für das Filmen mit dem Smartphone ein Stativ von Vorteil. Mit einem Universaladapter für das Smartphone lassen sich handelsübliche Stative leicht zu Smartphone-Stativen machen.

Beim Dreh des Videos mit dem Smartphone wird der Ton parallel mit aufgenommen. Daher hat sich ein externes Mikrophon bewährt. Die Helligkeit spielt ebenfalls eine große Rolle. Externe Lichtquellen, manchmal tut es auch eine einfache Schreibtischlampe, können hier Wunder wirken. Für besondere Effekte gibt es externe Linsen wie Makro-, Weitwinkel oder Teleobjektive, die direkt vor die Kamera des Smartphones gesetzt werden. Anspruchsvollere Kurzvideoproduktionen zehren darüber hinaus an der Akkuleistung. Ein bis zwei zusätzliche Akkus sollten bei einer Produktion immer mit dabei sein.

Ist der Film fertig, geht es an die Verbreitung im Netz. Dabei gilt für Vine als auch für Instagram, was für alle anderen Social-Media-Netzwerke genauso gilt: das Video wird nur durch eine aussagekräftige Beschreibung und mehrere sinnvolle Hashtags gefunden. Auf diese Weise erreicht das Kurzvideo viel mehr Publikum als nur die eigenen Follower. Bei Vine lohnt es, den Post einem der Kanäle wie beispielsweise Tiere, Kunst, Comedy, Familie, Do-it-Yourself oder Essen zuzuweisen, um die Sichtbarkeit nochmals zu erhöhen.

Jeder veröffentlichte Kurzfilm bei Vine und Instagram hat eine eindeutige URL, die über alle zur Verfügung stehenden Kanäle weiter verbreitet werden kann. Zudem bieten beide Plattformen die Möglichkeit, den Film in eine Website oder einen Blog einzubetten. Auch offline können die Kurzfilme echte Hingucker sein, zum Beispiel auf Bildschirmen im Foyer oder auf Messen.

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Franz-Josef Baldus
Alles Ello oder was?! Das hat es mit dem Sozialen Netzwerk auf sich http://t3n.de/magazin/soziale-netzwerk-ello-zwischen-anspruch-wirklichkeit-237311/ 2014-11-20T11:04:38Z
Mit Ello versuchen sieben Gründer aus den USA, ein Soziales Netzwerk zu etablieren, das ohne Werbung auskommt. Die Begeisterung und Erwartungshaltung bei den Nutzern ist groß – der Gegenwind aber …

Mit versuchen sieben Gründer aus den USA, ein zu etablieren, das ohne auskommt. Die Begeisterung und Erwartungshaltung bei den Nutzern ist groß – der Gegenwind aber auch. Wer sind die Macher? Wie wollen sie die Werbefreiheit auch in Zukunft sicherstellen? Und wie soll Geld in die Kasse kommen?

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Dieser Artikel stammt aus dem neuen t3n Magazin Nr. 38 mit dem Schwerpunkt Produktivität. (Grafik: t3n)

Die kleine Stadt Boulder in Colorado ist ein gemütliches Fleckchen Erde. Ein Drittel der knapp 100.000 Einwohner, die hier am Fuß der Rocky Mountains leben, sind Studenten, die Stadt, die es sich – so der Werbespruch – „zwischen Bergen und Wirklichkeit gemütlich gemacht hat“, gilt als liberal, gebildet und wirtschaftlich solide – und feiert sich als Ort für saubere Natur, gesundes Essen und gutes Bier. In dieser Stadt verkauft Paul Budnitz Designer-Spielzeug, das es bis ins MoMa geschafft hat und produziert Fahrräder, die ein kleines bisschen anders sind als die Stangenware, die man sonst bekommt – und ein kleines bisschen teurer. „Budnitz Bicycles“ ist eine Manufaktur, die Räder entsprechen einem Zeitgeist, der eigentlich eher nach Berlin passt oder nach Stockholm.

Zwischen Bergen und Wirklichkeit

Todd Berger und Lucian Föhr teilen diesen Zeitgeist. Ihre Agentur „Berger & Föhr“ sitzt nicht nur fünf Häuserblocks von Budnitz’ Unternehmen entfernt und hat die Internetseite seiner Manufaktur gestaltet. Die drei sind auch Freunde und haben, gemeinsam mit den vier Software-Entwicklern von „Mode Set“, die ihre Stundensätze (es sind 255 US-Dollar) ebenso öffentlich vor sich her tragen wie ihr Selbstbewusstsein, in den vergangenen Monaten Schlagzeilen gemacht.

Von der „Sehnsucht nach einem Facebook-Killer“ schrieb die Süddeutsche Zeitung über das Projekt Ello, von einem bevorstehenden Facebook-Exodus der Lesben- und Schwulen-Szene das Magazin „The Daily Dot“ – erlaubt Ello seinen Nutzern doch eine Freizügigkeit, die bei anderen Netzwerken durchaus zum Ausschluss führen kann.

Fragt man Lucian Föhr heute nach Ello, bekommt man wenige Antworten – und kurze noch dazu. Es ist fast so, als fänden sich Föhr und seine Mitstreiter inzwischen selbst zwischen Bergen und Wirklichkeit wieder.

Der hehre Anspruch von Ello: „You are not a product“

Der Anspruch, mit dem das soziale Netzwerk Ello gestartet ist, könnte höher kaum sein: Keine Werbung, echter Datenschutz, dazu ein in seinen Grundfunktionen kostenloser Service und eine chronologische Timeline, wie sie Facebook und Twitter nach und nach aus verschiedensten Gründen aufgegeben haben. „You are not a product“, schreiben die sieben Gründer von Ello in ihrem Manifest, in dem sie erklärten, jeder Post, den man auf anderen Netzwerken teile, jede Freundschaftsanfrage, die man annehme und jeder Link, dem man folge, werde getrackt, gespeichert, ausgewertet und in Daten verwandelt – mit dem Ziel, Anzeigen zu verkaufen. All das aber solle bei Ello nicht passieren.

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Angenehm aufgeräumt oder langweilig und kalt? Am Design von Ello scheiden sich die Geister. (Screenshot: Ello)

Diesen Anspruch haben Budnitz, Berger, Föhr und die anderen in ein Design verpackt, das die einen als aufgeräumt und minimalistisch bezeichnen würden, die anderen als langweilig und kalt. Eine Mischung, die – vielleicht auch durch die ersten Nutzer, die hauptsächlich zum Freundes- und Bekanntenkreis von Budnitz und seinen Kollegen gehörten – ein kreatives, buntes Publikum angesprochen hat. Der Ton sei der entscheidende Unterschied zu anderen Netzwerken, schrieb Autorin und „Social Web Ranger“ Wibke Ladwig über ihren ersten Eindruck. Er sei bei Ello besonders angenehm, „angenehm wenig geschäftsmäßig“.

Wachstumstraum: 50.000 neue Nutzer jede Stunde

Und so ging, nach einer ziemlich ruhigen Anfangsphase, in der Ello nur alle paar Wochen ein paar Nutzer mehr zuließ, im Spätsommer alles ziemlich schnell. Eine Handvoll Presseberichte in den richtigen Medien, ein Streit der LGBT-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) mit Facebook über die Klarnamenpflicht – und Ende September, auf dem Höhepunkt der Welle, wollten plötzlich 50.000 neue Nutzer zu Ello. Pro Stunde.

Dass die Kritik an Ello inzwischen so groß ist wie die Begeisterung für das Netzwerk, scheint die Macher ebenso überrascht zu haben wie der schnelle Erfolg. Noch ist das Netzwerk in der Beta-Phase, etliche Funktionen müssen erst noch entwickelt werden, womit gerade die Early Adopter offenbar mehr als gut leben können. Mindestens für den ein oder anderen Witz ist das frühe Stadium des Netzwerks gut – auch für etwas Nostalgie, wirkt Ello doch ein bisschen wie das frühe Twitter. Doch nach und nach haben Nutzer auch ein paar Ungereimtheiten im Konzept entdeckt.

In der Datenschutzerklärung beispielsweise hätten sich die Macher durchaus ein Hintertürchen offen gelassen, heißt es. In dieser erklären die Gründer, sie würden Daten nicht nur weitergeben, wenn Nutzer dem ausdrücklich zustimmten oder es das Gesetz verlange, sondern unter Umständen auch dann, wenn es die Zusammenarbeit mit Drittanbietern erfordere. Dass es sich hierbei etwa um Zahlungsdienstleister handelt, die die kostenpflichtigen Zusatzfeatures, mit denen sich Ello auf Dauer finanzieren will, abrechnen können und müssen? Ein Argument, das bei Weitem nicht alle Nutzer besänftigte.

Je mehr man nachhakt, desto mehr Schweigen erntet man

Ein weiterer Kritikpunkt, den die sieben Gründer bislang nicht wirklich ausräumen konnten, betrifft ihre Finanzierung. 435.000 US-Dollar an Risikokapital hat Ello im Frühjahr 2014 bekommen – bezeichnenderweise nicht von einer der großen Investment-Firmen, sondern ebenfalls aus der Provinz: von FreshTrack Capital aus Shelburne, einem 8.000-Seelen-Nest in Vermont, Neuengland. Doch kann das gut gehen? Ein Netzwerk, das auf der einen Seite verspricht, seine Nutzer nicht zu verkaufen, das auf der anderen Seite aber auf Risikokapital setzt? Eine Finanzierungsform, die in der Regel mit dem Exit endet, also dem Verkauf eines Unternehmens an (wiederum an Profit interessierte) Investoren?

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Hat kein Problem mit der Einbindung externer Investoren: Ello-Mitgründer Lucian Föhr. Über den Investor FresTrack Capital sagt er: „Sie sind unserer Mission verpflichtet und das auch langfristig.“ (Screenshot: Twitter)

Lucian Föhr sagt, es funktioniert, FreshTrack gehöre zum Familien- und Freundeskreis der Ello-Gründer: „Sie sind unserer Mission verpflichtet und das auch langfristig“. Je mehr man allerdings gerade bei den kritischen Punkten nachhakt, desto mehr Schweigen erntet man. Ob Ello schon konkret mit Zahlungsdienstleistern darüber verhandle, wie eine Anbindung an das Netzwerk aussehen könnte und welche Daten dann übertragen werden müssten? Keine Antwort. Weshalb man trotz etlicher Alternativen auf den Daten-Dienst Google Analytics setze, wenn auch in der anonymisierten Variante? Keine Antwort. Ob man, wenn man den Nutzern schon verspreche, sie nicht zu verkaufen, konsequenterweise wenigstens plane, das Risikokapital aus eigener Tasche zurückzuzahlen? Zumindest hier eine Antwort: ein knappes, aber klares „Ja“.

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Florian Blaschke
Warum Ello für immer werbefrei bleiben wird – und trotzdem 5,5 Millionen Dollar Kapital einsammeln darf http://t3n.de/news/ello-gemeinnuetzig-sammelt-55-574103/ 2014-10-24T07:16:48Z
Mit seiner Risikokapital-Spritze von einer halben Million US-Dollar hat das Soziale Netzwerk Ello Schlagzeilen gemacht. Jetzt landen noch einmal 5,5 Millionen auf dem Konto des Startups – das …

Mit seiner Risikokapital-Spritze von einer halben Million US-Dollar hat das Soziale Netzwerk Ello Schlagzeilen gemacht. Jetzt landen noch einmal 5,5 Millionen auf dem Konto des Startups – das gleichzeitig aber verspricht, niemals Werbung schalten oder Daten verkaufen zu müssen. Ein Griff in die Trickkiste macht's möglich.

Ello: 2 Schritte in die richtige Zukunft?

Das Layout von Ello wirkt klar und aufgeräumt. (Screenshot: Ello)
Nicht nur mit seinem Layout polarisiert Ello. (Screenshot: Ello)

Ein Social Network, das keine Werbung und keine Daten verkaufen will, das aber trotzdem auf Risikokapital setzt? Kann das gut gehen? Diese Diskussion wird geführt, seit Ende September bekannt wurde, dass Investor FreshTracks eine halbe Million US-Dollar in das Startup Ello gesteckt hat. „Sollten wir jemals Nutzerdaten verkaufen – oder Anzeigen: Wir würden das Netzwerk verlassen. Warum sollten wir das tun?“, hatte Mitgründer Todd Berger lapidar gesagt, und Cairn Cross von FreshTrack Capital fügte dem hinzu: „Wir arbeiten mit Venture-Kapital, wie es sonst nur sehr wenige tun. Wir sind geduldig, haben einen weiten Exit-Horizont und haben schon einigen Erfolg gehabt, uns gibt es schon eine Weile.“ FreshTrack sei nicht Kleiner Perkins.

Jetzt haben die Ello-Macher und weitere Investoren tief in die Trickkiste gegriffen, um der Kritik endgültig den Hahn abzudrehen. Schritt 1: Die Foundry Group, Bullet Time Ventures und noch einmal FreshTracks Capital stecken im Rahmen einer Series-A-Finanzierung weitere 5,5 Millionen US-Dollar in Ello. Schritt 2: Das Unternehmen Ello wird umgeschrieben, auf eine „Public Benefit Corp.“, ein gemeinnütziges Unternehmen.

Warum Ello den US-Gesetzen vertraut

Die Ello-Charta. (Bild: foundrygroup.com)
Die Ello-Charta. (Bild: foundrygroup.com)

Dieser zweite Schritt, so die Gründer von Ello, mache es nach US-Gesetzen unmöglich für Investoren, von Ello zu verlangen, Werbung zu schalten oder Daten zu verkaufen oder – nach einem eventuellen Verkauf – gegen bestimmte Prinzipien zu verstoßen. Investor Seth Levine schrieb in einem Blogpost zur Zukunft des Netzwerks: „Entweder entwickeln wir ein Geschäftsmodell, dass nicht auf Drittanbieter-Werbung oder dem Verkauf von Nutzerdaten basiert, oder wir werden gar kein Geschäftsmodell entwickeln. Wir glauben daran, dass es Produkte und Features gibt, die Ello entwickeln kann, für die Nutzer bereit sind zu zahlen.“

Um all das zu bekräftigen, haben sowohl die Macher von Ello als auch die Investoren eine Charta unterzeichnet, in der diese Punkte schriftlich festgehalten wurden. Im Falle eines Verkaufs, heißt es da, werde der Käufer dazu verpflichtet, sich an die Standards zu halten, die jetzt festgelegt wurden.

Dutzende Brote als Reaktion

Auch in einem Post im eigenen Netzwerk machen die Gründer noch einmal klar, welche Standards das sind:

  1. Ello shall never make money from selling ads;
  2. Ello shall never make money from selling user data; and
  3. In the event that Ello is ever sold, the new owners will have to comply by these terms.

Die Reaktionen bei den Nutzern sind auf den ersten Blick begeistert. Unter einem Post des Mitgründers Lucian Föhr finden sich bis jetzt mehr als 70 Kommentare, darunter einige überschwängliche Kommentare und Dutzende Brote – die Notlösung eines Likes, solange diese Funktion bei Ello noch nicht implementiert wurde. Im gleichen Schritt hat Ello auch neue Funktionen freigeschaltet, so beispielsweise @-Mentions, ein Emoji-Autocomplete oder einige Layout-Verbesserungen.

via techcrunch.com

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Florian Blaschke
Ello: So nutzen Publisher den jungen Facebook-Konkurrenten http://t3n.de/news/ello-publisher-570110/ 2014-10-06T10:19:46Z
Trotz eines enormen Nutzeranstieg ist Ello noch immer winzig verglichen mit seinen Konkurrenten. Warum Publisher das soziale Netzwerk aber schon jetzt nutzen, und welche Strategie sie dabei …

Trotz eines enormen Nutzeranstieg ist Ello noch immer winzig verglichen mit seinen Konkurrenten. Warum Publisher das soziale Netzwerk aber schon jetzt nutzen, und welche Strategie sie dabei verfolgen, verraten wir euch in unserem Artikel.

Ello: Einige Publisher experimentieren mit dem noch jungen Social Network. (Foto: Mike Licht / Flickr Lizenz: CC BY 2.0 Bearbeitet mit dem Ello-Facemaker)
Ello: Einige Publisher experimentieren mit dem noch jungen Social Network. (Foto: Mike Licht / Flickr Lizenz: CC BY 2.0 Bearbeitet mit dem Ello-Facemaker)

Ello: Publisher experimentieren mit dem neuen Social Network

Ello positioniert sich als Gegenentwurf zu Facebook: Das soziale Netzwerk verzichtet auf Werbung und will die Daten seiner Nutzer auch nicht an Werbetreibende verkaufen. Ende September 2014 konnte Ello unter anderem deswegen einen enormen Anstieg der Nutzerzahlen verzeichnen. Dennoch ist die Reichweite des jungen Netzwerks natürlich noch bedeutend geringer als bei den etablierten Konkurrenten aus Menlo Park, San Francisco und Mountain View. Für einige Publisher ist das aber noch lange kein Grund, Ello links liegen zu lassen.

Egal ob traditionsreiche Publikationen wie the Guardian, the Wall Street Journal und Newsweek oder Technologie-News-Websites wie CNET oder re/code: Schon jetzt experimentieren einige Publisher mit dem neuen Social Network. Brett Leppard, der stellvertretende Social-Media-Redakteur der britischen Tageszeitung the Independent, erklärt das Engagement seines Arbeitgebers gegenüber Contently wie folgt: „Ello ist etwas, das wir erkunden wollen; wenn es wichtig werden sollte, wollen wir unter den Ersten sein.“

Christian Broughton, der Digital-Redakteur der Zeitung sieht es ähnlich. Wenn über Ello Leser erreicht werden können, die auf den anderen Netzwerken nicht aktiv sind, dann wird es auch weiterhin genutzt werden. Im Gegensatz zu ihren Auftritten auf Facebook und Twitter hält sich the Independent aber mit dem Teilen von Inhalten zurück und beschränkt sich nur auf die beliebtesten Artikel. Die geringe Anzahl der Follower soll nicht durch „Spam“ vergrault werden.

Auch das t3n Magazin findet ihr auf Ello. (Screenshot: Ello)
Auch das t3n Magazin findet ihr auf Ello. (Screenshot: Ello)

Ello-Strategie: Funktionsumfang und Nutzerbasis müssen in Betracht gezogen werden

Auch für Anthony Quintano, dem Community- und Social-Media-Manager von re/code, muss auch die Strategie an das neue Social Network angepasst werden. Da es keine Likes oder Shares gibt, können Nutzer nur über Kommentare interagieren. Dazu versucht die Tech-News-Seite Inhalte zu teilen, die auf keinem der anderen Netzwerke verbreitet werden. Laut Quintano wollte re/code ursprüngliche Tumblr nutzen, und hat sich dann für Ello entschieden. Auch deshalb scheint der Publisher vor allem auf animierte GIFs und die Einbindung mehrerer Bilder zu setzen.

Von einem reinen Kosten-Nutzen-Standpunkt aus betrachtet, dürfte Ello kaum rentabel für die Publisher sein. Mit einer wachsenden Nutzerbasis könnte sich das aber ändern. Dann dürften die Unternehmen, die frühzeitig Erfahrung damit gesammelt haben, im Vorteil sein. Immerhin interessieren sich auch User, die Ello bewusst wegen der Ablehnung von Werbung einsetzen, für interessante Neuigkeiten und Analysen. Selbst Brands aus anderen Bereichen müssen aber nicht notwendigerweise einen Bogen um das Netzwerk machen. Der Streaming-Anbieter Netflix hat es in kurzer Zeit immerhin auf fast 2.500 Follower auf Ello gebracht.

Wer sich eingehender mit Ello beschäftigen möchte, sollte unseren Artikel „Ist Ello das Soziale Netzwerk der Zukunft? Warum die Macher den Datenschutz hochhalten und Werbung ablehnen“ lesen. Wenn ihr schon Mitglied seid, könnt ihr auch direkt dem offiziellen Ello-Account des t3n Magazins folgen.

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Kim Rixecker
Nach Ello-Hype: Facebook rudert bei Klarnamen-Pflicht zurück http://t3n.de/news/ello-hype-facebook-rudert-569739/ 2014-10-02T05:28:24Z
Das Social Network entschuldigt sich bei Drag Queens für das Löschen von Nutzerkonten mit Künstlernamen. In Zukunft will Facebook falsche Namen zulassen und dafür die Identität mit anderen …

Das entschuldigt sich bei Drag Queens für das Löschen von Nutzerkonten mit Künstlernamen. In Zukunft will falsche Namen zulassen und dafür die Identität mit anderen Mitteln überprüfen.

Öffentliche Entschuldigung

Facebook gesteht einen Fehler im Umgang mit falschen Namen ein. Das Portal löschte zahlreiche Profile, die nicht den Klarnamen angaben. Das betraf vor allem Drag Queens, die auf Facebook ihren Künstlernamen verwendeten.

(Foto: Sarah Marshall / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Facebook will Nutzer, die zu Ello abgewandert sind, zurückgewinnen.(Foto: Sarah Marshall / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

„Wir schulden euch einen besseren Service“, richtet sich Chief Product Officer Chris Cox mit einer öffentlichen Statusmeldung an die Community. Man habe verstanden, dass das Verhalten des Unternehmens für Unverständnis in der Szene gesorgt hat. Die vermeintlichen Fake-Profile wurden von Nutzern gemeldet und es sei dabei nicht aufgefallen, dass es sich um die Online-Auftritte von Drag-Künstlern handelte, so Cox weiter. Wer gemeldet wird, muss seine Identität über einen Lichtbildausweis nachweisen. Dieser Kontrollprozess habe in den vergangenen zehn Jahren gut funktioniert, soll jetzt aber überarbeitet werden.

Facebook reagiert auf Ello-Hype

„Wir entwickeln bereits neue Tools, um die Identität über andere Wege zu prüfen“, informiert der Produktchef. Wie diese konkret aussehen werden, teilt Facebook noch nicht mit. Drag-Queens und andere Künstler sollen jedoch in Zukunft nicht dazu gedrängt werden, den echten Namen am Profil anzuzeigen. Weiters soll der Kundendienst ausgeweitet werden, um besser mit Usern, die von anderen gemeldet wurden, zu kommunizieren.

Vom Löschen der Künstler-Profile profitierte in den vergangenen Wochen das neue Online-Portal Ello. Die werbefreie Facebook-Alternative verlangt von ihren Nutzern keinen Nachweis des echten Namens und zog so viele Personen aus der LGBT-Community an. Mit der öffentlichen Entschuldigung will der Social Media-Riese diese User wieder zurückgewinnen.

via www.facebook.com

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Elisabeth Oberndorfer
Hat Ello seine Nutzer schon verkauft, bevor es den ersten Dollar verdient? [Kolumne] http://t3n.de/news/doppelklick-ello-569088/ 2014-09-26T15:16:14Z
Ello nimmt Fahrt auf, doch parallel dazu kommen Zweifel auf – Ello scheint durch Venture-Kapital finanziert zu sein. Kann das passen? Die Doppelklick-Kolumne von Florian Blaschke.

nimmt Fahrt auf, doch parallel dazu kommen Zweifel auf – scheint durch Venture-Kapital finanziert zu sein. Kann das passen? Die von Florian Blaschke.

Ello: Gründer haben 435.000 US-Dollar Venture-Kapital bekommen

Das Ello-Manifest. (Screenshot: Ello)
Kann das Ello-Manifest Bestand haben? Obwohl die Gründer auf Venture-Kapital bauen? (Screenshot: Ello)

Werbefrei, auf Datenschutz bedacht und auf Dauer kostenlos – das haben die Macher von Ello schon versprochen, bevor ihr Netzwerk überhaupt gestartet ist. Und obwohl es sich auch jetzt noch in einer Closed Beta befindet, explodieren in diesen Tagen die Nutzerzahlen – vor allem in den USA. Einnahmen will das Portal mittelfristig durch kostenpflichtige, optionale Zusatzfeatures generieren. Doch reicht das? Trotz des Wachstums sei das Betreiben der Website relativ günstig, verrät Gründer Paul Budnitz offenherzig – weshalb er sich auch keine großen Gedanken über die Monetarisierung mache.

Vielleicht sollte er das aber. Ein Blog-Post von Aral Balkan nämlich stellt diese Aussagen jetzt auf eine harte Probe. Balkan, Gründer von ind.ie und Autor des ind.ie-Manifests, war einer der frühen Unterstützer von Ello. Zwar habe er den Machern von Anfang an seine Bedenken geäußert, ein Projekt wie Ello zentralisiert aufzuziehen, doch die Idee und die Haltung der sieben Gründer habe er ansprechend gefunden. Vielleicht hätte er nicht so optimistisch reagiert, wenn er damals schon gewusst hätte, was er erst jetzt herausgefunden hat.

Kann Ello sich nur über On-Site-Verkäufe finanzieren?

„Wenn du Venture-Kapital nimmst, ist die Frage nicht, ob du deine Nutzer verkaufst, dann hast du das schon getan.“

„Was ich damals nicht wusste, war, dass sie [die Ello-Gründer] 435.000 US-Dollar von FreshTracks Capital bekommen hatten“, schreibt Balkan. FreshTracks ist ein in Vermont ansässiges Venture-Kapital-Unternehmen, das diese Investition sogar im März schon offiziell bekannt gegeben hatte. Fast eine halbe Millionen. Venture-Kapital. Nicht wenige Nutzer mussten erst mal frische Luft schnappen, als sie das heute gelesen haben.

Nicht zu Unrecht äußert Balkan in seinem Artikel – in dem er auch ankündigt, Ello den Rücken zu kehren – warum er diese Entscheidung für fatal hält. „Wenn du Venture-Kapital nimmst, ist die Frage nicht, ob du deine Nutzer verkaufst, dann hast du das schon getan. Das nennt sich Exit-Plan – und kein Investor wird dir Venture Kapital ohne einen solchen Plan gegben“, schreibt er.

Tatsächlich ist es extrem fraglich, ob ein Netzwerk wie Ello, das seine einzigen Einnahmen aus On-Site-Verkäufen generieren will und das durch seinen Betrieb durchaus Ressourcen verschlingt, überhaupt so viel Geld erwirtschaften kann, dass die Gründer diese Summe (plus X) aus eigener Tasche zurückzahlen könnten, um nicht an einen externen Investor verkaufen zu müssen. Und wenn sie verkaufen müssten, stünde die Frage im Raum, wie sie sicherstellen wollen, dass all die Versprechen, die sie ihren Nutzern jetzt zu Anfang gegeben haben, eingehalten werden. Auch ein solcher Investor würde schließlich nicht aus purer Philanthropie in das Projekt einsteigen. Habe ein Netzwerk einmal eine Größe wie Facebook oder Twitter erreicht, so Balkan, könnten die Nutzer nicht mehr viel tun. „Doch wir haben die Chance, sicherzustellen, dass Netzwerke, die durch Venture-Kapital finanziert werden, diesen Punkt gar nicht erst erreichen.“

„Sollten wir jemals Nutzerdaten verkaufen – oder Anzeigen: Wir würden das Netzwerk verlassen“

Im Gespräch mit BetaBeat reagierte Paul Budnitz auf Balkans Ausführungen sowie einen weiteren Artikel auf Ello selbst ziemlich lapidar: Die Investition von FreshTracks sei kein Geheimnis gewesen und die Befürchtungen seien lächerlich. Und Todd Berger, ein weiterer Gründer von Ello, fügt hinzu: „Sollten wir jemals Nutzerdaten verkaufen – oder Anzeigen: Wir würden das Netzwerk verlassen. Warum sollten wir das tun?“

Im Gespräch mit Gigaom äußert sich auch Cairn Cross von FreshTrack Capital: „Wir arbeiten mit Venture-Kapital, wie es sonst nur sehr wenige tun. Wir sind geduldig, haben einen weiten Exit-Horizont und haben schon einigen Erfolg gehabt, uns gibt es schon eine Weile.“ FreshTrack sei nicht Kleiner Perkins, so Cross weiter. Und Berger entgegnet den Befürchtungen, das Team könnte die Kontrolle verlieren: „Es gibt sieben Gründer und die halten 82 bis 84 Prozent des Unternehmens. Wir können also tun, was immer wir wollen.“

Antworten, die keine sind. Sicher ist es richtig, dass die Investition kein Geheimnis war, doch bleibt die Frage im Raum, warum die Ello-Gründer bei aller Transparenz dann nicht auch diese Tatsache offen kommuniziert haben. Todd Berger sagt dazu: „Warum sollten wir mit der Geschichte hausieren gehen? Wen interessiert denn das?“ Wie sich jetzt zeigt: eine ganze Menge Menschen – vor allem eben die Nutzer. Schlussendlich bleibt also die Frage, wie die Macher von Ello sicherstellen wollen, dass ihre Versprechen keine Luftschlösser waren, und es bleibt die Sorge, ob sie all die Zweifel und Befürchtungen, die jetzt auftauchen, zerstreuen können. Denn können sie das nicht, dann sind die 4.000 neuen Nutzer, die sich derzeit pro Stunde bei Ello registrieren, genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind.

Weitere Kolumnen aus „Doppelklick“ findet ihr hier.

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Florian Blaschke
Social Media Marketing: 8 epische Fails – und was wir aus ihnen lernen können http://t3n.de/news/social-media-marketing-fails-learnings-568908/ 2014-09-26T10:49:54Z
Im Social Web tummeln sich eine Menge Fans und potenzielle Kunden. Das haben die meisten Unternehmen mittlerweile erkannt. Doch nicht immer sind ihre Marketing-Aktivitäten dazu angetan, die …

Im tummeln sich eine Menge Fans und potenzielle Kunden. Das haben die meisten Unternehmen mittlerweile erkannt. Doch nicht immer sind ihre Marketing-Aktivitäten dazu angetan, die Zielgruppe von sich zu überzeugen. Wir zeigen euch acht Social-Media-Marketing-Fails der letzten Jahre und erklären, was man aus ihnen lernen kann.

1. DiGiorno: Nicht jeder Hashtag lässt sich vermarkten

Im September machte die Pizzakette DiGiorno aus den USA von sich reden, indem sie sich zum Trending Topic #whyistayed – „darum bin ich geblieben“ – auf Twitter eine besonders pfiffige Antwort ausdachte:

(Screenshot: Mashable)
(Screenshot: Mashable)

Unter den Hashtags #whyistayed und #whyileft sprach der Rest der Twitter-Nutzer zu dieser Zeit allerdings über persönliche Erfahrungen mit häuslicher Gewalt – kein Wunder, dass die Reaktionen auf den Tweet feindselig ausfielen.

Das Unternehmen reagierte schnell und entschuldigte sich wenig später öffentlich:

„Dieser Tweet war ein Fehler, wurde schnell als solcher erkannt und wenige Sekunden später gelöscht. Unserem Community Manager – und dem gesamten DiGiorno-Team – tut es aufrichtig leid.“

Dies zeigten die Verantwortlichen auch, indem sie auf Twitter zahlreiche Entschuldigungen formulierten und persönlich mit den verärgerten Nutzern kommunizierten. Dank dieses Vorgehens wurde die Krise schnell eingedämmt und das Unternehmen kam mit einem blauen Auge davon:

2. CelebBoutique: Kontext ist alles

Der Community Manager von DiGiorno war beileibe nicht der erste, der einen zu Marketingzwecken einsetzte, ohne den Kontext zu kennen. Ein absoluter Klassiker aus dieser Rubrik der Social-Media-Fehltritte stammt aus dem Jahr 2012: Der Online-Versandhandel CelebBoutique nutzte das Trending Topic „Aurora“ bei Twitter, um auf ein gleichnamiges Outfit aus seiner Kollektion hinzuweisen:

(Screenshot: Racetalkblog)
(Screenshot: Racetalkblog)

Der Hashtag bezog sich aber auf eine Schießerei in einem Kino in Aurora, Colorado, bei dem mehrere Menschen getötet worden waren. Erst nach etwa einer Stunde wurde der Tweet gelöscht und CelebBoutique entschuldigte sich – mit Hinweis darauf, dass die verantwortliche PR-Agentur nicht in den USA ansässig sei.

Dieser Hinweis stachelte die Nutzer, die mittlerweile auf Facebook und Twitter Sturm gegen CelebBoutique liefen, allerdings nur noch weiter an. Denn Ort und Zeitzone entbinden wohl kaum von der Sorgfaltspflicht. Und in dem Versuch, Krisenmanagement zu betreiben, hatte CelebBoutique das wahre Problem offenbart: Einem Unternehmen, das seine Kundenkommunikation über externe und nicht einmal mit dem Markt vertraute Dienstleister abwickelt, kauft man das Bemühen um einen ernsthaften Social-Media-Dialog nicht ab. Der Fall CelebBoutique hat daher auch Richard Gutjahr zu folgendem Resümee veranlasst:

„Ob Online-Shop, Medienunternehmen oder Behörde – Social Media lässt sich nicht outsourcen.“

3. HMV: Kontrolle ist kostbar – vor allem bei Social-Media-Accounts

Doch auch wer seine Social-Media-Kanäle inhouse betreut, ist nicht vor Fettnäpfchen gefeit. Anfang 2013 entließ der britische Einzelhändler HMV große Teile seiner Belegschaft. Darunter offensichtlich auch die Verantwortlichen für die offiziellen Social-Media-Accounts – mit der Folge, dass live über die Entlassung getwittert wurde.

Nach etwa 20 Minuten war der Spuk vorbei und die Tweets gelöscht. Aber natürlich vergisst das Social Web nie:

Die für die Tweets verantwortliche Mitarbeiterin erklärte sich später von ihrem Privataccount aus und machte dabei deutlich, wie blind die Führungsetage von HMV auf ihr eigenes Social-Media-Desaster zugesteuert hatte.

Sie habe den Unternehmensaccount an diesem Tag nicht „gekapert“, sondern sei seit über zwei Jahren allein für die Facebook- und Twitter-Aktivitäten von HMV verantwortlich gewesen. Auf Nachfrage habe sie die Accounts sofort übergeben und sich selbst als Administratorin der Facebook-Page entfernt – sie war nur vorher nie gefragt worden. Es habe sie im Gegenteil schon lange frustriert, wie wenig Bedeutung das Management der Kommunikation über soziale Medien beigemessen habe.

Das Vorgehen von Poppy Rose erhielt überwiegend positive Rückmeldungen – aber auch HMV schaffte es in der Folge, sein Image als absoluter Social-Media-Noob zumindest einigermaßen zu entschärfen:

Indem HMV den Vorfall adressiert und dabei auf Schuldzuweisungen verzichtet, zeigt es, dass es die Kommunikation via Social Media wesentlich besser verstanden hat als viele andere Unternehmen. Dennoch gilt: Ein wachsames Auge auf die Social-Media-Zuständigkeiten im Unternehmen kann sich unter Umständen als Image-rettend erweisen. Alle Tweets zur Geschichte bei Storify.

4. Social Media und Employer Branding: Nicht alles, was Rap ist, ist gut

HMV hat mit seinem Krisenmanagement den richtigen Ton getroffen. Dass das nicht immer leicht ist, zeigen die folgenden Beispiele aus der Kategorie „Employer Branding gone bad“. Nicht wenige Firmen haben in den letzten Jahren versucht, Nachwuchstalente auf besonders zeitgemäße Weise von sich zu überzeugen. Aus irgendeinem Grund scheint sich dabei das Vorurteil, junge Menschen seien am besten mit Rapmusik zu überzeugen, hartnäckig zu halten. Unvergessen ist das Video der Sparda-Bank, einer der größten Social-Media-Marketing-Fails aus dem Jahr 2012. Doch nicht alle Unternehmen haben sich von dem Beispiel abschrecken lassen. So gehen ähnliche Musikvideos etwa auf das Konto von McDonalds oder Edeka.

Und auch die Polizei Nordrhein-Westfalen wollte sich nicht lumpen lassen: Ihr „Polizei-NRW-Rap“ wurde in diesem Jahr beim Deutschen Webvideopreis mit dem Silbernen Sellerie für das Webvideo-Fail des Jahres ausgezeichnet.

Nicht immer sind diese Videos offizielle Produktionen der Unternehmenskommunikation, sondern entstanden im Zuge der Ausbildungsprogramme. Doch wer seinem Nachwuchs erlaubt oder ihn sogar dazu ermuntert, das eigene Unternehmen auf YouTube zu repräsentieren, sollte ihn entsprechend coachen und begleiten. Mit Aufrichtigkeit punkten Unternehmen eher als mit aufgesetzter Coolness – das gilt erst recht im Social Web.

5. Epicurious: Versuche nie, aus dem Leid anderer Profit zu schlagen

Wer schon bei den eingangs beschriebenen Twitter-Beispielen von DiGiorno und CelebBoutique mit den Zähnen geknirscht hat, sollte den nächsten Social-Media-Marketing-Fail vielleicht überspringen. Denn bei Ersteren handelte es sich – bei aller zu beanstandenden Fahrlässigkeit – immerhin um versehentliche Fehltritte. Ein ganz anderes Level hingegen hat es, wenn man ein nationales Trauma ganz bewusst für die Eigenvermarktung zu nutzen versucht.

Die Food-Community Epicurious hat genau dies getan, als sie nach dem Anschlag auf den Boston Marathon 2013 folgende Tweets absetzte:

(Screenshot: mrmediatraining.com)
(Screenshot: mrmediatraining.com)

Auch hier ließ die Reaktion der Nutzer nicht lange auf sich warten.

Als Reaktion löschte Epicurious die Tweets und antwortete jedem erzürnten Twitter-Nutzer mit derselben Entschuldigung:

„We truly regret that our earlier food tweets seemed insensitive. Our hearts and prayers are with the people of Boston.“

Wie Medientrainer Brad Phillips in seinem Blog ausführt, stiehlt Epicurious sich hier nicht nur mit der Formulierung „seemed insensitive“ aus der Verantwortung, die die Schuld implizit auf die Empfindlichkeit der Follower schiebt, sondern verpasst auch mit jeder automatisierten Standard-Antwort eine neue Chance, Menschlichkeit und aufrichtige Reue zu zeigen.

Ein Social-Media-Fail auf ganzer Linie.

6. Kelloggs: Wenn Charity an Bedingungen geknüpft wird

Nicht ganz so verstörend, aber ebenso geschmacklos kommt eine Kampagne von Kelloggs UK daher, bei der man sich wohl ebenfalls als Freund und Helfer positionieren wollte. Im November 2013 twitterte das Unternehmen offiziell:

(Screenshot: Independent)
(Screenshot: Independent)

Der Tweet stand im Kontext des sozialen Engagements von Kelloggs UK, das sich unter dem Motto „Give a Child a Breakfast“ dafür einsetzt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien vor dem Unterricht frühstücken können. So weit, so gut. Dennoch reagierten die Nutzer allergisch auf den Tweet – sowohl aufgrund der unglücklichen Wortwahl als auch aufgrund des billigen Marketing-Tricks, mit dem Kelloggs offensichtlich Twitter-Interaktionen provozieren wollte.

Social_Media_Marketing_Fails_Kelloggs
(Screenshot: Twitter)

Kelloggs UK löschte den Tweet und entschuldigte sich für die unglückliche Formulierung, nicht jeder war allerdings von der Aufrichtigkeit der Entschuldigung überzeugt. Merke: Wenn du als Unternehmen Gutes tun willst, solltest du es bedingungslos tun und nicht an den Erfolg einer Marketing-Aktion knüpfen. Sonst geht genau diese Aktion gehörig nach hinten los.

7. Jung von Matt: Von Kreativität bis Sexismus ist es nur ein kleiner Schritt

Social Media – da darf man auch mal provozieren. Das dachte sich scheinbar das Social-Media-Team von Jung von Matt, als es 2013 auf der Agenturseite bei Facebook die anstehende Weihnachtsfeier ankündigen wollte. Heraus kam das folgende Posting:

(Screenshot: Indiskretion Ehrensache)
(Screenshot: Indiskretion Ehrensache)

Blöd nur, dass das Bild von den meisten Facebook-Nutzern nicht als kreativ, sondern als sexistisch wahrgenommen wurde – oder wie Blogger Thomas Knüwer es formulierte: „so kreativ (…) wie ein schmerbäuchiger Sextourist auf dem Weg nach Thailand“. Die Zahl der Kommentare überstieg schnell die der Likes – die Reaktionen reichten von „Jung von Platt“ über „Autsch“ bis zum Vorwurf der „sexistischen Kackscheiße“. Jung von Matt reagierte schnell und aufrichtig, nahm das provokante Bild von der Seite und postete stattdessen eine Entschuldigung. Besonders ärgerlich in diesem Fall: Wie Sprecherin Katja Weber der W&V erklärte, war die verantwortliche Social-Media-Redaktion rein weiblich und man „habe das Outfit eher als kurios betrachtet“. Ein schönes Beispiel dafür, dass keines der Geschlechter vor Sexismus gefeit ist.

So kann man auf Social-Media-Marketing-Fails reagieren: Jung von Matt entschuldigte sich schnell und aufrichtig. (Screenshot: Facebook)
So kann man auf Social-Media-Marketing-Fails reagieren: Jung von Matt entschuldigte sich schnell und aufrichtig. (Screenshot: Facebook)

8. J.P. Morgan: Vorsicht, Kritiker!

Im Social Web hat jeder eine Stimme, auch die, die nichts Positives zu sagen haben. Diesen Umstand scheint das Bankhaus J.P. Morgan 2013 aber kurzzeitig vergessen zu haben. Per Tweet kündigte es eine Frage- und Antwort-Session bei Twitter an und forderte die User auf, unter dem Hashtag #AskJPM ihre Fragen an den Vizechef der Bank zu stellen.

Diese trudelten auch sehr schnell ein. Allerdings hatten sie wohl nicht ganz den Tenor, den das Social-Media-Team von J.P. Morgan sich erhofft hatte: „Warum seid ihr nicht im Knast?“, „Wie viel Blut trinken eure Angestellten monatlich?“, „Wie fühlt es sich an, die Demokratie systematisch zu unterminieren?“ – etliche Twitter-Nutzer machten ihrem Ärger auf das Bankhaus Luft. J.P. Morgan reagierte einige Stunden später mit dem folgenden Tweet:

Angesichts der Welle, die die Aktion bei Twitter losgetreten hatte, lag für die Verantwortlichen in diesem Ausweg wohl das kleinste Übel. Vor zwei Jahren hat sich die Fastfood-Kette McDonald's übrigens einen ganz ähnlichen Faux-Pas geleistet, als sie in eigenen Tweets den Hashtag #McDStories ins Spiel brachte. Ein gefundenes Fressen für die Kritiker, die das Twitterversum schon bald mit ganz eigenen McDonald's-Geschichten bereicherten. Mehr zu diesem Social-Media-Marketing-Fail findet ihr hier bei t3n.

Noch mehr Inspiration gefällig? Aus Fehlern kann man lernen, aber auch von guten Vorbildern – in diesem Sinne hat das Search Engine Journal zehn Social-Media-Accounts zusammengestellt, die es richtig machen.

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
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Lea Weitekamp