Social Web | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Social Web 2015-05-02T08:23:51Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/social-web Die Einsamkeit der Banken im Social Web – und warum Facebook ihnen bald das Wasser abgräbt [Kolumne] http://t3n.de/news/einsamkeit-banken-social-web-606589/ 2015-05-02T08:23:51Z
Banken haben vergessen in welchem Geschäft sie eigentlich zu Hause sind – das ist nirgendwo sichtbarer als im Social Web. Zudem gehen Dienste wie Facebook aber auch Einzelhandelsunternehmen …

Banken haben vergessen in welchem Geschäft sie eigentlich zu Hause sind – das ist nirgendwo sichtbarer als im Social Web. Zudem gehen Dienste wie Facebook aber auch Einzelhandelsunternehmen zunehmend auf Konfrontationskurs mit den Geldhäusern. Die Clued-up-Kolumne von Thilo Specht.

clued up banner spotify

Die Bio-Zitronen werden gerade als letzter Posten über den Scanner gezogen. Ein letztes Mal piepst die Kasse und unvermittelt lächelt mich die Kassiererin an: „Möchten Sie vielleicht noch Geld abheben?“

Verdutzt denke ich kurz nach, halte es für eine gute Idee und lasse mir eben noch ein paar Scheine in die Hand drücken. Der Betrag erscheint als weiterer Posten auf dem Kassenzettel, den ich schnell einstecke und mich von dannen mache, bevor mir die ungeduldige Rentnerin ihren übervollen Einkaufswagen ein weiteres Mal ins Kreuz rammt.

Zu den Treuepunkte gibt es noch etwas Geld.
Zu den Treuepunkte gibt es noch etwas Geld. (Bild: ReWe)

Nein, meine Bank bietet neuerdings nicht auch noch Lebensmittel an. Vielmehr ermöglichen immer mehr Supermarktketten ihren Kunden die Bargeldauszahlung an der Kasse. Dafür braucht es nicht mehr als die EC-Karte. Es ist kinderleicht und vor allem – komfortabel.

„Da stellt sich die Frage, warum es überhaupt noch Bankfilialen braucht?“

In meinem Viertel, das immerhin zur Frankfurter Innenstadt gehört, gibt es genau drei Filialen von Banken, die mir als Cash-Group die kostenlose Bargeldauszahlung ermöglichen. Supermärkte, in denen ich frisches Geld bekomme: Sechs.

Da stellt sich die Frage, warum es überhaupt noch Bankfilialen braucht. Bargeld bekomme ich nicht nur im Supermarkt, sondern auch in Baumärkten und an der Tankstelle. Meine Konten – privat, geschäftlich, Tagesgeld – verwalte ich online. Überweisungen tätige ich sekundenschnell auf dem Smartphone.

Im Tagesgeschäft spielt die Filiale also überhaupt keine Rolle mehr. Deshalb fällt mir auch nach längerem Überlegen nicht ein, wann ich das letzte Mal mit einem Bankangestellten sprach.

Angriff auf die Banken

Das entwickelt sich zunehmend zu einem Problem für die Banken. Denn wo der persönliche Kontakt fehlt, braucht es Instrumente, die a) das Vertrauen in die Beratungskompetenz der Bank fördern und b) die individuellen Kundenbedürfnisse erkennen, um passende Bankprodukte anbieten zu können.

Und die können logischerweise nur dort angesiedelt sein, wo der Kunde seine Geldgeschäfte zunehmend abwickelt: Im Internet.

Doch genau in dieser Sphäre machen sich andere Anbieter breit. Agile Startups nutzen Finanztechnologie, kurz Fintech, um zielgruppenorientiert und unkompliziert Investmentprodukte zu vertreiben, Kredite zu vergeben, Crowdfunding und den Geldverkehr zu ermöglichen.

Das Fintech-Startup vaamo duzt mich, verspricht mir kinderleichte Geldanlage und zeigt mir echte Menschen statt aalglatte Schlipsträger - das mag ich.
Das Fintech-Startup vaamo duzt mich, verspricht mir kinderleichte Geldanlage und zeigt mir echte Menschen statt aalglatte Schlipsträger  – das mag ich. (Screenshot: Vaamo)

Auch die Platzhirsche der Digitalwirtschaft mischen mit: eBay sicherte sich 2002 mit Paypal ein weltweit etabliertes Bezahlsystem, das heute Standard in den meisten Online-Shops ist. 230 Millionen Nutzerkonten aus 193 Nationen mit 25 Währungen verwaltet das Unternehmen, das vor der Übernahme durch eBay diversen Banken zum Kauf angeboten wurde – alle winkten ab.

Apple Pay wurde 2014 erfolgreich in den USA ausgerollt und soll dieses Jahr noch in Europa starten. Google und Amazon arbeiten mit Hochdruck an eigenen Angeboten.

Der große Vorteil der Netzriesen: Sie kennen ihre digitalen Kunden weit besser als die Banken. Für kein anderes Unternehmen gilt das so sehr wie für Facebook. Das Social Network beantragte 2014 eine Banklizenz in Irland. 2015 wird es in den USA möglich sein, über den Facebook-Messenger Geldbeträge zu versenden. Bei rund 170 Millionen Nutzern handelt es sich um einen gigantischen Markt. Gefährlich für die Banken ist aber nicht die breite Kundenbasis von Facebook, sondern das Pooling an Daten.

„Die Bank ist sicher nicht Lebensmittelpunkt – aber tief im Leben verwurzelt!“

Wenn ich zurückblicke, zu welchen Zeiten eine Bank relevant für mich war, ist das eng an Meilensteine in der eigenen Biographie geknüpft:

Die Eröffnung eines Girokontos als Student, der das erste Mal im Leben auf eigenen Füßen steht. Die Aufnahme eines Kredits für den Immobilienerwerb. Das gemeinsame Konto mit der Partnerin. Sparpläne für die Kinder. Ein Geschäftskonto für die Selbständigkeit. Die private Altersvorsorge, nachdem der Sohn sagte, ich bekomme immer mehr graue Haare.

Am liebsten ist es mir, wenn meine Bank sich gar nicht erst bemerkbar macht. Erst, wenn meine Lebensumstände sich ändern, Ereignisse eintreffen, die einer finanziellen Planung benötigen oder schlichtweg meine Existenz in Frage gestellt ist – dann ist mir die Bank wichtig.

Die Bank ist sicher nicht Lebensmittelpunkt – aber tief im Leben verwurzelt. Und wo ist das Leben heute intensiver zu erfahren als in den Social Media?

Und genau hier liegt die Marktmacht von Facebook: Das Unternehmen weiß, wann wir ein Studium aufnehmen, dieses abschließen, den ersten Job antreten, heiraten, Kinder bekommen, eine Immobilie kaufen und uns für Autos interessieren. Es kennt unsere aktuellen Bedürfnisse besser als jeder andere Player im Bankensektor. Dementsprechend ist es in der Lage, uns passgenaue Angebote zu unterbreiten.

Forget the product!

Banken, die in den Social Media vertreten sind, können das durchaus auch. Theoretisch ist etwa über geschicktes Targeting in Facebook eine hochrelevante Ansprache von Absolventen oder jungen Ehepaaren möglich. Auch der gezielte Dialog mit gründungswilligen Wirtschaftspionieren ist zu bewerkstelligen. Eigentlich. Denn die Banken kommunizieren im Social Web vorwiegend klassisch, im Hochglanzformat und brav in Schlips und Kostümchen – da der CSR-Bericht, dort eine Anlegerinformation, hier ein lustiger Sinnspruch. Alles dreht sich um die eigenen Produkte und Leistungen, nur nicht um das Leben der Kunden.

8 von 17.000 Fans gefällt das.
8 von 17.000 Fans gefällt das. (Screenshot: Facebook)

So lange der Fokus in der Kommunikation auf den Bankprodukten liegt, fühle ich mich nicht angesprochen. Schließlich nehme ich nicht einfach aus Lust und Laune einen Kredit auf. Sondern, weil ich ein konkretes, kostspieliges Bedürfnis habe. Oder weil ich vor einer existenziellen Entscheidung stehe, die eine finanzielle Absicherung benötigt. Der Kredit ist dafür ein notwendiges Übel.

„Forget the product!“ fordert folgerichtig Mike Brandt in seinem lesenswerten Buch „Welcome to the Advertising Awesomeness“. Denn nicht das Produkt definiert seinen Wert, sondern das Maß, wie es unser Leben bereichert. Das gilt ganz besonders für Finanzprodukte. Dementsprechend sollen sich laut Brandt die Unternehmen fragen: „How can I define my business from the outcome of the people?“

Sich selbst mal etwas zurücknehmen

Wenn klassische Banken in Zukunft neben den neuen Mitbewerbern bestehen wollen, müssen sie sich fragen, in welchem Geschäft sie eigentlich zu Hause sind. Getan hat das bereits die Kölner Bank eG: Das Team rund um Michael Schiefer, Leiter Marktmanagement, saß 2014 zusammen, um zu überlegen, wie sich eigentlich die Daseinsberechtigung der Bank – das genossenschaftliche Wirken –, glaubhaft und relevant für die Kunden kommunizieren lässt. Heraus kam die Idee, dass Crowdfunding genau das ist, was genossenschaftliches Handeln ausmacht und was die Bank seit jeher praktiziert – nur eben bisher nicht öffentlich sichtbar.

Also realisierte die Genossenschaftsbank mit all-zesamme.de eine Crowdfunding-Plattform für gemeinnützige Projekte im Raum Köln. Eltern-Initiativen, die sich für Kita-Räumlichkeiten einsetzen, sind dort genauso vertreten wie gemeinnützige Vereine, die sich für das örtliche Tierheim oder Sportbekleidung für die Handball-Jugend engagieren. Auf all-zesamme.de stehen die Menschen und ihre Bedürfnisse im Fokus, nicht die Finanzierung.

Bildschirmfoto 2015-04-23 um 15.17.10
Freude schenken!: Kölner Bank-Projekt „all zesamme“. (Screenshot: allzesamme.de)

 

Über 20 Projekte wurden bereits erfolgreich abgeschlossen und von der Kölner Bank subventioniert. Ein durchschlagender Erfolg, auch was die Kommunikation der Bank angeht: Denn die Projekte werden nicht nur von der Bank kommuniziert, sondern auch von den Initiativen selbst. Zudem werden sie vielfach von Unterstützern im Social Web verbreitet. Zahlreiche Presseartikel sind auf die aktive Arbeit der Initiativen zurückzuführen, in deren Kontext auch immer die Kölner Bank genannt wird.

Michael Schiefer zieht im Gespräch ein eindeutiges Fazit: „Man ist heute gut beraten, wenn man sich selbst in der Werbung etwas zurücknimmt, dafür aber gezielt Anreize gibt, damit sich andere positiv über mich äußern.“

„Wie Recht er hat!“ denke ich mir, als ich den Infopost-Brief meiner Hausbank ungeöffnet in die Papiertonne pfeffere.

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Clued Up“ findet ihr hier.

]]>
Thilo Specht
Kundenkontakt im Social-Web: So geht‘s [Infografik] http://t3n.de/news/kundenkontakt-social-web-596930/ 2015-03-02T13:54:05Z
Immer mehr Kunden drücken ihren Frust – aber auch ihre Begeisterung – über ein Produkt oder eine Dienstleistung im Social-Web aus. Eine Infografik gibt euch Tipps, wie ihr damit umgehen solltet.

Immer mehr Kunden drücken ihren Frust – aber auch ihre Begeisterung – über ein Produkt oder eine Dienstleistung im Social-Web aus. Eine Infografik gibt euch Tipps, wie ihr damit umgehen solltet.

Kundenbeschwerden im Social-Web: Darum solltet ihr schnell reagieren

Wer schlechte Erfahrungen mit dem Support eines Unternehmens gemacht hat, wir nur in seltenen Fällen erneut bei der betreffenden Firma einkaufen oder ihre Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das gilt natürlich auch für soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook. Zumal Beschwerden hier im Regelfall öffentlich sind, und auch andere potenzielle Kunden abschrecken könnten.

Dabei werden die sozialen Medien immer häufiger genutzt, um sich über Unternehmen zu beschweren. Zwischen 2011 und 2013 hat sich die Zahl der Beschwerden auf den verschienden Social-Media-Plattformen sogar verdoppelt. Hier zählt vor allem eine schnelle Antwort. Studien zufolge erwarten beispielsweise 42 Prozent der Amerikaner eine Antwort auf ihre Beschwerde im Social-Web innerhalb einer Stunde. 24 Prozent verlangen sogar innerhalb von nur 30 Minuten eine Antwort des Unternehmens.

Kundenbewertungen: Eine Antwort auf eine schlechte Kritik ist wichtig für euer Unternehmen

Auch Kundenbewertungen werden immer wichtiger. Viele Menschen schätzen die Qualität eines Unternehmens zunächst anhand der Bewertungen auf den einschlägigen Portalen ein. Dennoch ist eine schlechte Bewertung nicht unbedingt ein Beinbruch. Wichtig ist es hier, auf die Kritik einzugehen, auch um anderen potenziellen Kunden zu zeigen, dass eurem Unternehmen die Meinung der Kunden am Herzen liegt.

Wie ihr auf Kritik aber auch Lob von euren Kunden im Social-Web reagieren solltet, verrät euch eine Infografik, die von der Ohio University erstellt wurde. Hier findet ihr auf übersichtliche Weise die Dos and Don‘ts im Umgang mit euren Kunden auf den sozialen Netzwerken. Die Infografik findet ihr unterhalb des Artikels. Wer sich eingehender mit der Thematik beschäftigen möchte, der sollte auch einen Blick auf unseren Artikel „Zufriedene Kunden: So geht Support auf Facebook & Co.“ werfen.

Ein Klick auf den unten stehenden Ausschnitt öffnet die vollständige Infografik.

So reagiert ihr auf Beschwerden und Lob im Social-Web. (Grafik: Ohio University)
So reagiert ihr auf Beschwerden und Lob im Social-Web. (Grafik: Ohio University)
]]>
Kim Rixecker
Twitters neue Videofunktion konkurriert mit eigenem Vine-Dienst http://t3n.de/news/twitter-neue-videofunktion-590658/ 2015-01-28T09:26:30Z
Direktnachrichten können über Twitter jetzt auch an Gruppen gesendet werden. Außerdem führt das soziale Netzwerk eine Videofunktion ein. Damit macht Twitter vor allem dem eigenen Video-Netzwerk …

Direktnachrichten können über Twitter jetzt auch an Gruppen gesendet werden. Außerdem führt das soziale Netzwerk eine Videofunktion ein. Damit macht Twitter vor allem dem eigenen Video-Netzwerk Vine Konkurrenz.

Twitter: Gruppennachrichten und Videofunktion vorgestellt

Bisher war Twitter ein größtenteils öffentliches Netzwerk. Zwar gab es Direktnachrichten, darüber konnten aber nur jeweils zwei Personen privat miteinander kommunizieren. Das soll sich zukünftig ändern. In den kommenden Wochen soll es für alle Twitter-Nutzer möglich sein, Direktnachrichten mit ganzen Gruppen von Menschen auszutauschen. Dabei muss nicht jeder Teilnehmer der Gruppe allen anderen beteiligten folgen. Sobald die Funktion bei euch verfügbar ist, wird euch Twitter darüber informieren. Schon jetzt sollt ihr aber in der Lage sein, an Gruppenkonversationen von Nutzern teilzunehmen, bei denen die Funktion bereits ausgerollt wurde.

Twitter: Neben Gruppennachrichten gibt es jetzt auch eine neue Videofunktion. (Screenshots: Twitter)
Twitter: Neben Gruppennachrichten gibt es jetzt auch eine neue Videofunktion. (Screenshots: Twitter)

Ebenfalls vorgestellt wurde eine neue Videofunktion. Über die Android- und iOS-App von Twitter könnt ihr bald Video aufzeichnen, schneiden und direkt bei dem sozialen Netzwerk hochladen. Besitzer eines iPhones soll auch bereits gedrehte Clips auf Twitter hochladen können. Die Funktion soll zu einem späteren Zeitpunkt auch Android-Nutzern zur Verfügung stehen. Die Länge der Videos ist auf 30 Sekunden begrenzt. Interessanterweise tritt Twitter damit in direkte Konkurrenz mit dem Video-Sharing-Dienst Vine, den das Unternehmen im Oktober 2012 übernommen hatte. Vine-Videos dürfen allerdings nur bis zu sechs Sekunden lang sein. Nähere Informationen zu dem neuen Feature hat Twitter auf dieser Seite veröffentlicht.

Twitter und Facebook: Video als wichtige Funktion für soziale Netzwerke

Schon 2014 hatte Facebook seine Bemühungen verstärkt, das eigene Netzwerk auch als Videoplattform interessanter zu machen. So wurde beispielsweise ein eigener Video-Bereich für Unternehmensseiten eingeführt. Twitter scheint diese Entwicklung aufmerksam beobachtet zu haben und kommt dem Interesse der Social-Media-Gemeinde an Bewegtbildern mit der eigenen Videofunktion entgegen. Im Gegensatz zu Facebook werden die Clips auf Twitter allerdings nicht automatisch gestartet. Unklar bleibt, wie sich die neue Funktion auf Vine auswirken wird.

via www.heise.de

]]>
Kim Rixecker
Ello öffnet mit neuem Video-Support Schlupfloch für Werbung http://t3n.de/news/ello-oeffnet-neuem-video-support-590002/ 2015-01-23T05:56:22Z
Das Social Network erlaubt ab sofort die Integration von Video und Sound. Dabei aktualisiert Ello auch die Nutzereinstellungen und lässt mögliche Werbung von Drittanbietern ausschalten.

Das Social Network erlaubt ab sofort die Integration von Video und Sound. Dabei aktualisiert Ello auch die Nutzereinstellungen und lässt mögliche Werbung von Drittanbietern ausschalten.

Ello erlaubt werbefinanzierte Drittanbieter

Die Facebook-Alternative Ello hat sich seit dem Hype im Herbst als werbefreies Social Network positioniert. Doch die Betreiber dürften ihre Einstellung zur Vermarktung geändert haben. Seit Donnerstag können auf der Plattform Videos und Sound integriert werden. Mit dem neuen Feature aktualisiert Ello auch die Einstellungen für Nutzer.

Ello macht Ernst in Sachen Datenschutz. (Screenshot: Ello)
Ello lässt Drittanbieter Werbung einbinden. (Screenshot: Ello)

„Ello wird niemals Werbung verkaufen. Verstecke Beiträge von Drittanbietern, die Werbung enthalten können“, informiert das Portal seine User per Email und weist auf den entsprechenden Button bei den Settings hin. Die Multimedia-Inhalte kommen nämlich von YouTube, Vimeo, DailyMotion, SoundCloud und MixCloud. Die Formulierung lässt außerdem Platz für mögliche weitere Partner, mit denen Ello Geld verdienen könnte.

Mobile App in Planung

Das Einbinden von Videos und Musik ist die erste große Neuheit, die Ello nach dem Abflauen des Interesses eingeführt hat. Damit soll das Portal, das nach rasanten Nutzerwachstum mittlerweile fast vergessen ist, wiederbelebt werden. Das Startup hat von Investoren 5,5 Millionen US-Dollar erhalten, um ein Geschäftsmodell für die werbefreie Plattform zu finden. Kürzlich kündigte die Facebook-Alternative an, eine Mobile App zu entwickeln. Einen Launch-Termin gibt es für die Mobilversion jedoch noch nicht.

 

via venturebeat.com

]]>
Elisabeth Oberndorfer
Ello gibt nicht auf und kündigt großen Relaunch und Apps an http://t3n.de/news/ello-gibt-kuendigt-grossen-586364/ 2014-12-24T05:42:34Z
Der erste Hype der Facebook-Alternative ist vorbei: Für 2015 plant Ello umfassende Änderungen und verabschiedet sich vom ursprünglichen Design des Portals.

Der erste Hype der Facebook-Alternative ist vorbei: Für 2015 plant Ello umfassende Änderungen und verabschiedet sich vom ursprünglichen Design des Portals.

Große Änderungen bei Ello

Es ist still um Ello geworden. Nach dem Start im Sommer hieß es, dass das Social Network, dass sich der Privatsphäre verpflichtet, tausende Neuanmeldungen pro Tag verzeichnet. Dann erhielten die Betreiber sogar ein Investment in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar. Dabei betonte das Unternehmen, auch in Zukunft auf Werbung verzichten und sich so als Facebook-Alternative zu positionieren.

Jetzt meldet sich Ello mit einigen Ankündigungen für das nächste Jahr zurück. 2015 ist für die Website ein umfassendes Redesign geplant. Bisher ist das Portal für sein minimalistisches Design bekannt, viele Nutzer finden den Ansatz allerdings verwirrend.

Ello macht Ernst in Sachen Datenschutz. (Screenshot: Ello)
Ello plant im kommenden Jahr einen großen Relaunch. (Screenshot: Ello)

Einbruch bei Nutzerzahlen

Im nächsten Jahr entwickelt das Startup außerdem iOS- und Android-Apps für seinen Dienst. Wann die mobilen Anwendungen bereit für den Launch sind, verrät Ello allerdings noch nicht. In den vergangenen Wochen wurde das Social Network bereits um einige Features angereichert und für die mobile Nutzung optimiert.

Über Nutzerzahlen spricht Ello nicht mehr. ComScore verzeichnete jedenfalls einen großen Einsturz: Im Oktober erreichte die Plattform noch 275.000 Unique Visitors, im November waren es nur noch 125.000. Zwar gebe es weiterhin viele Neuanmeldungen, allerdings nutzen die frisch registrierten User die Plattform selten tatsächlich.

via venturebeat.com

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
]]>
Elisabeth Oberndorfer
Und Action! So nutzt du Vine- und Instagram-Videos als Marketinginstrument http://t3n.de/magazin/vine-instagram-videos-marketinginstrument-action-236647/ 2014-12-12T08:39:35Z
Kurzfilme von Vine und Instagram sind nicht nur bei Privatanwendern beliebt, sondern gelten auch im Marketing als der neue Trend in Sachen virale Verbreitung. Unternehmen sollten sich allerdings …

Kurzfilme von Vine und Instagram sind nicht nur bei Privatanwendern beliebt, sondern gelten auch im Marketing als der neue Trend in Sachen virale Verbreitung. Unternehmen sollten sich allerdings vorher informieren, nach welchen Gesetzen die Schnipsel-Videos funktionieren.

Das Internet ist bereits überladen von Videos aller Art. Mit YouTube hat sich zudem eine Videoplattform etabliert, die alle anderen Video-Sites in den Schatten stellt und den Markt im Netz dominiert. Und dennoch: Inwiefern können die Kurzfilm-App Vine und die Videofunktion von Instagram einen Mehrwert bieten und für Unternehmen in Sachen Marketing von Interesse sein?

Perfektes Format für die mobile Welt

Das Spannende an den Filmchen ist vor allem, dass sie so simpel und kurz sind. Der Grundsatz der Vine-Entwickler ist radikale Vereinfachung: Statt erst Handyvideos zu drehen und die einzelnen Videosequenzen dann umständlich mit einer Bearbeitungs-App zusammenzuschneiden, vereint Vine die Arbeitsschritte und setzt den Filmen außerdem ein Zeitlimit von sechs Sekunden. Das Ergebnis sind revolutionär kleine Datenmengen und eine kaum noch zu vereinfachende Produktionstechnik. So entstehen in kürzester Zeit leicht und jederzeit konsumierbare Mini-Clips – das perfekte Format für den mobilen Zeitgeist. Kein Wunder, dass Twitter noch vor dem Release der Vine-App das Startup kaufte. Wegen des durchschlagenden Erfolgs in den USA ergänzte schließlich auch Instagram seine Bilder-App um eine 15-Sekunden-Videofunktion.

Vine vs. Instagram

Sowohl mit Vine als auch mit Instagram gestaltet sich die Filmproduktion sehr einfach. App herunterladen, öffnen, Kamerasymbol wählen, losfilmen. Ein Balken zeigt dabei an, wie viel der zur Verfügung stehenden Zeit schon verbraucht ist. Lässt der Filmer den Aufnahme-Button los und schwenkt dann zu einem anderen Motiv um, baut die App automatisch einen Schnitt ein. Ist der Kurzfilm fertig, können die Laien-Regisseure Text und Hashtags hinzufügen. Anschließend ist die Verbreitung über das Vine- oder Instagram-Netzwerk und weitere soziale Netzwerke möglich. Der größte Unterschied zwischen den beiden Apps liegt, neben der unterschiedlichen Filmlänge, im Abspielmodus. Während der Film bei Instagram nach spätestens 15 Sekunden stoppt, läuft der Sechssekünder von Vine im Loop.

Video-Funktionen

Beide Apps liefern über die reine Aufnahme hinaus Funktionen, die die Produktion erleichtern oder das Endergebnis verbessern. So punktet Vine mit einem Aufnahmeraster. Der filmende Nutzer kann das Smartphone dadurch besser ausrichten. Mit Aktivierung der „Ghost“-Funktion wird das letzte Bild der vorherigen Aufnahme schemenhaft in die nächste Sequenz eingeblendet. Wenn die sechs Sekunden erreicht sind, lassen sich über die Bearbeitungsfunktion noch einzelne Sequenzen verschieben oder löschen. Besonders beliebt bei Vine ist die Stopmotion-Funktion. Das Video wird dabei nicht durchgehend aufgenommen, sondern in ganz kurzen Sequenzen. Hintereinander abgespielt wirken die ultrakurzen Schnipsel wie ein Daumenkino und lassen, bei richtiger Handhabung, tolle Effekte entstehen.

Instagram dagegen setzt verstärkt auf die Nachbearbeitung. Zur Nachbesserung der Videos bietet die App einen Bildstabilisator und diverse Filter. Von Vorteil ist auch, dass die App Zugriff auf die Bilder- und Videogalerie des Smartphones bietet. Findige Filmer können bereits aufgenommene Medien so einfach in die App integrieren.

Community und Plattform

Hinsichtlich der Webpräsenzen stellt Vine seinen Nutzern einige Funktionen mehr zur Verfügung. Während Instagram einen minimalistischen Feed bietet, der abonnierte Bilder und Videos anderer User zeigt, hat Vine hier etwas mehr in petto. Neben der Profilseite können Besucher angesagte Videos entdecken – sei es über die Playlist, die beliebtesten Hashtags oder die verschiedenen Kanäle.

Unterschiede gibt es auch bei der Community selbt. Instagram hat zwar eine riesige Nutzerbasis, die sich allerdings zum Großteil auf Bilder und nicht auf Videos konzentriert. Vine hingegen ist eine reine Kurzfilm-App, hier dreht sich alles um das ultrakurze Bewegtbild. Bei den Nutzerzahlen kann Vine (40 Millionen) gegenüber Instagram (200 Millionen) nicht mithalten. Einen Favoriten in Sachen Funktionsumfang und in Bezug auf die Plattform zu küren, ist kaum möglich.

Für Unternehmen, die bereits Instagram für ihre Bilderwelt einsetzen, ist es naheliegend, die Plattform auch für Kurzvideos zu nutzen. So entfällt der mühsame Aufbau eines neuen Kanals mit neuen Followern. Andererseits überzeugt Vine mit seinem unverwechselbaren Format aus extremer Kürze und Loop-Effekt.

marketing vine instagram 9
Die Profilseiten, hier die von Ford, sind bei Vine radikal entschlackt und lenken die volle Aufmerksamkeit auf das Video.

Profitipps für den Dreh

Anders als bei Fernsehproduktionen, reicht beim Kurzfilm ein Smartphone. Mit einigen Tricks und kleineren Investitionen lässt sich aber die Qualität der Videos schnell verbessern. So ist für das Filmen mit dem Smartphone ein Stativ von Vorteil. Mit einem Universaladapter für das Smartphone lassen sich handelsübliche Stative leicht zu Smartphone-Stativen machen.

Beim Dreh des Videos mit dem Smartphone wird der Ton parallel mit aufgenommen. Daher hat sich ein externes Mikrophon bewährt. Die Helligkeit spielt ebenfalls eine große Rolle. Externe Lichtquellen, manchmal tut es auch eine einfache Schreibtischlampe, können hier Wunder wirken. Für besondere Effekte gibt es externe Linsen wie Makro-, Weitwinkel oder Teleobjektive, die direkt vor die Kamera des Smartphones gesetzt werden. Anspruchsvollere Kurzvideoproduktionen zehren darüber hinaus an der Akkuleistung. Ein bis zwei zusätzliche Akkus sollten bei einer Produktion immer mit dabei sein.

Ist der Film fertig, geht es an die Verbreitung im Netz. Dabei gilt für Vine als auch für Instagram, was für alle anderen Social-Media-Netzwerke genauso gilt: das Video wird nur durch eine aussagekräftige Beschreibung und mehrere sinnvolle Hashtags gefunden. Auf diese Weise erreicht das Kurzvideo viel mehr Publikum als nur die eigenen Follower. Bei Vine lohnt es, den Post einem der Kanäle wie beispielsweise Tiere, Kunst, Comedy, Familie, Do-it-Yourself oder Essen zuzuweisen, um die Sichtbarkeit nochmals zu erhöhen.

Jeder veröffentlichte Kurzfilm bei Vine und Instagram hat eine eindeutige URL, die über alle zur Verfügung stehenden Kanäle weiter verbreitet werden kann. Zudem bieten beide Plattformen die Möglichkeit, den Film in eine Website oder einen Blog einzubetten. Auch offline können die Kurzfilme echte Hingucker sein, zum Beispiel auf Bildschirmen im Foyer oder auf Messen.

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
]]>
Franz-Josef Baldus
Alles Ello oder was?! Das hat es mit dem Sozialen Netzwerk auf sich http://t3n.de/magazin/soziale-netzwerk-ello-zwischen-anspruch-wirklichkeit-237311/ 2014-11-20T11:04:38Z
Mit Ello versuchen sieben Gründer aus den USA, ein Soziales Netzwerk zu etablieren, das ohne Werbung auskommt. Die Begeisterung und Erwartungshaltung bei den Nutzern ist groß – der Gegenwind aber …

Mit versuchen sieben Gründer aus den USA, ein zu etablieren, das ohne auskommt. Die Begeisterung und Erwartungshaltung bei den Nutzern ist groß – der Gegenwind aber auch. Wer sind die Macher? Wie wollen sie die Werbefreiheit auch in Zukunft sicherstellen? Und wie soll Geld in die Kasse kommen?

t3n 38 content teaser
Dieser Artikel stammt aus dem neuen t3n Magazin Nr. 38 mit dem Schwerpunkt Produktivität. (Grafik: t3n)

Die kleine Stadt Boulder in Colorado ist ein gemütliches Fleckchen Erde. Ein Drittel der knapp 100.000 Einwohner, die hier am Fuß der Rocky Mountains leben, sind Studenten, die Stadt, die es sich – so der Werbespruch – „zwischen Bergen und Wirklichkeit gemütlich gemacht hat“, gilt als liberal, gebildet und wirtschaftlich solide – und feiert sich als Ort für saubere Natur, gesundes Essen und gutes Bier. In dieser Stadt verkauft Paul Budnitz Designer-Spielzeug, das es bis ins MoMa geschafft hat und produziert Fahrräder, die ein kleines bisschen anders sind als die Stangenware, die man sonst bekommt – und ein kleines bisschen teurer. „Budnitz Bicycles“ ist eine Manufaktur, die Räder entsprechen einem Zeitgeist, der eigentlich eher nach Berlin passt oder nach Stockholm.

Zwischen Bergen und Wirklichkeit

Todd Berger und Lucian Föhr teilen diesen Zeitgeist. Ihre Agentur „Berger & Föhr“ sitzt nicht nur fünf Häuserblocks von Budnitz’ Unternehmen entfernt und hat die Internetseite seiner Manufaktur gestaltet. Die drei sind auch Freunde und haben, gemeinsam mit den vier Software-Entwicklern von „Mode Set“, die ihre Stundensätze (es sind 255 US-Dollar) ebenso öffentlich vor sich her tragen wie ihr Selbstbewusstsein, in den vergangenen Monaten Schlagzeilen gemacht.

Von der „Sehnsucht nach einem Facebook-Killer“ schrieb die Süddeutsche Zeitung über das Projekt Ello, von einem bevorstehenden Facebook-Exodus der Lesben- und Schwulen-Szene das Magazin „The Daily Dot“ – erlaubt Ello seinen Nutzern doch eine Freizügigkeit, die bei anderen Netzwerken durchaus zum Ausschluss führen kann.

Fragt man Lucian Föhr heute nach Ello, bekommt man wenige Antworten – und kurze noch dazu. Es ist fast so, als fänden sich Föhr und seine Mitstreiter inzwischen selbst zwischen Bergen und Wirklichkeit wieder.

Der hehre Anspruch von Ello: „You are not a product“

Der Anspruch, mit dem das soziale Netzwerk Ello gestartet ist, könnte höher kaum sein: Keine Werbung, echter Datenschutz, dazu ein in seinen Grundfunktionen kostenloser Service und eine chronologische Timeline, wie sie Facebook und Twitter nach und nach aus verschiedensten Gründen aufgegeben haben. „You are not a product“, schreiben die sieben Gründer von Ello in ihrem Manifest, in dem sie erklärten, jeder Post, den man auf anderen Netzwerken teile, jede Freundschaftsanfrage, die man annehme und jeder Link, dem man folge, werde getrackt, gespeichert, ausgewertet und in Daten verwandelt – mit dem Ziel, Anzeigen zu verkaufen. All das aber solle bei Ello nicht passieren.

mar ello 3 noise
Angenehm aufgeräumt oder langweilig und kalt? Am Design von Ello scheiden sich die Geister. (Screenshot: Ello)

Diesen Anspruch haben Budnitz, Berger, Föhr und die anderen in ein Design verpackt, das die einen als aufgeräumt und minimalistisch bezeichnen würden, die anderen als langweilig und kalt. Eine Mischung, die – vielleicht auch durch die ersten Nutzer, die hauptsächlich zum Freundes- und Bekanntenkreis von Budnitz und seinen Kollegen gehörten – ein kreatives, buntes Publikum angesprochen hat. Der Ton sei der entscheidende Unterschied zu anderen Netzwerken, schrieb Autorin und „Social Web Ranger“ Wibke Ladwig über ihren ersten Eindruck. Er sei bei Ello besonders angenehm, „angenehm wenig geschäftsmäßig“.

Wachstumstraum: 50.000 neue Nutzer jede Stunde

Und so ging, nach einer ziemlich ruhigen Anfangsphase, in der Ello nur alle paar Wochen ein paar Nutzer mehr zuließ, im Spätsommer alles ziemlich schnell. Eine Handvoll Presseberichte in den richtigen Medien, ein Streit der LGBT-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) mit Facebook über die Klarnamenpflicht – und Ende September, auf dem Höhepunkt der Welle, wollten plötzlich 50.000 neue Nutzer zu Ello. Pro Stunde.

Dass die Kritik an Ello inzwischen so groß ist wie die Begeisterung für das Netzwerk, scheint die Macher ebenso überrascht zu haben wie der schnelle Erfolg. Noch ist das Netzwerk in der Beta-Phase, etliche Funktionen müssen erst noch entwickelt werden, womit gerade die Early Adopter offenbar mehr als gut leben können. Mindestens für den ein oder anderen Witz ist das frühe Stadium des Netzwerks gut – auch für etwas Nostalgie, wirkt Ello doch ein bisschen wie das frühe Twitter. Doch nach und nach haben Nutzer auch ein paar Ungereimtheiten im Konzept entdeckt.

In der Datenschutzerklärung beispielsweise hätten sich die Macher durchaus ein Hintertürchen offen gelassen, heißt es. In dieser erklären die Gründer, sie würden Daten nicht nur weitergeben, wenn Nutzer dem ausdrücklich zustimmten oder es das Gesetz verlange, sondern unter Umständen auch dann, wenn es die Zusammenarbeit mit Drittanbietern erfordere. Dass es sich hierbei etwa um Zahlungsdienstleister handelt, die die kostenpflichtigen Zusatzfeatures, mit denen sich Ello auf Dauer finanzieren will, abrechnen können und müssen? Ein Argument, das bei Weitem nicht alle Nutzer besänftigte.

Je mehr man nachhakt, desto mehr Schweigen erntet man

Ein weiterer Kritikpunkt, den die sieben Gründer bislang nicht wirklich ausräumen konnten, betrifft ihre Finanzierung. 435.000 US-Dollar an Risikokapital hat Ello im Frühjahr 2014 bekommen – bezeichnenderweise nicht von einer der großen Investment-Firmen, sondern ebenfalls aus der Provinz: von FreshTrack Capital aus Shelburne, einem 8.000-Seelen-Nest in Vermont, Neuengland. Doch kann das gut gehen? Ein Netzwerk, das auf der einen Seite verspricht, seine Nutzer nicht zu verkaufen, das auf der anderen Seite aber auf Risikokapital setzt? Eine Finanzierungsform, die in der Regel mit dem Exit endet, also dem Verkauf eines Unternehmens an (wiederum an Profit interessierte) Investoren?

mar ello 4
Hat kein Problem mit der Einbindung externer Investoren: Ello-Mitgründer Lucian Föhr. Über den Investor FresTrack Capital sagt er: „Sie sind unserer Mission verpflichtet und das auch langfristig.“ (Screenshot: Twitter)

Lucian Föhr sagt, es funktioniert, FreshTrack gehöre zum Familien- und Freundeskreis der Ello-Gründer: „Sie sind unserer Mission verpflichtet und das auch langfristig“. Je mehr man allerdings gerade bei den kritischen Punkten nachhakt, desto mehr Schweigen erntet man. Ob Ello schon konkret mit Zahlungsdienstleistern darüber verhandle, wie eine Anbindung an das Netzwerk aussehen könnte und welche Daten dann übertragen werden müssten? Keine Antwort. Weshalb man trotz etlicher Alternativen auf den Daten-Dienst Google Analytics setze, wenn auch in der anonymisierten Variante? Keine Antwort. Ob man, wenn man den Nutzern schon verspreche, sie nicht zu verkaufen, konsequenterweise wenigstens plane, das Risikokapital aus eigener Tasche zurückzuzahlen? Zumindest hier eine Antwort: ein knappes, aber klares „Ja“.

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
]]>
Florian Blaschke
Warum Ello für immer werbefrei bleiben wird – und trotzdem 5,5 Millionen Dollar Kapital einsammeln darf http://t3n.de/news/ello-gemeinnuetzig-sammelt-55-574103/ 2014-10-24T07:16:48Z
Mit seiner Risikokapital-Spritze von einer halben Million US-Dollar hat das Soziale Netzwerk Ello Schlagzeilen gemacht. Jetzt landen noch einmal 5,5 Millionen auf dem Konto des Startups – das …

Mit seiner Risikokapital-Spritze von einer halben Million US-Dollar hat das Soziale Netzwerk Ello Schlagzeilen gemacht. Jetzt landen noch einmal 5,5 Millionen auf dem Konto des Startups – das gleichzeitig aber verspricht, niemals Werbung schalten oder Daten verkaufen zu müssen. Ein Griff in die Trickkiste macht's möglich.

Ello: 2 Schritte in die richtige Zukunft?

Das Layout von Ello wirkt klar und aufgeräumt. (Screenshot: Ello)
Nicht nur mit seinem Layout polarisiert Ello. (Screenshot: Ello)

Ein Social Network, das keine Werbung und keine Daten verkaufen will, das aber trotzdem auf Risikokapital setzt? Kann das gut gehen? Diese Diskussion wird geführt, seit Ende September bekannt wurde, dass Investor FreshTracks eine halbe Million US-Dollar in das Startup Ello gesteckt hat. „Sollten wir jemals Nutzerdaten verkaufen – oder Anzeigen: Wir würden das Netzwerk verlassen. Warum sollten wir das tun?“, hatte Mitgründer Todd Berger lapidar gesagt, und Cairn Cross von FreshTrack Capital fügte dem hinzu: „Wir arbeiten mit Venture-Kapital, wie es sonst nur sehr wenige tun. Wir sind geduldig, haben einen weiten Exit-Horizont und haben schon einigen Erfolg gehabt, uns gibt es schon eine Weile.“ FreshTrack sei nicht Kleiner Perkins.

Jetzt haben die Ello-Macher und weitere Investoren tief in die Trickkiste gegriffen, um der Kritik endgültig den Hahn abzudrehen. Schritt 1: Die Foundry Group, Bullet Time Ventures und noch einmal FreshTracks Capital stecken im Rahmen einer Series-A-Finanzierung weitere 5,5 Millionen US-Dollar in Ello. Schritt 2: Das Unternehmen Ello wird umgeschrieben, auf eine „Public Benefit Corp.“, ein gemeinnütziges Unternehmen.

Warum Ello den US-Gesetzen vertraut

Die Ello-Charta. (Bild: foundrygroup.com)
Die Ello-Charta. (Bild: foundrygroup.com)

Dieser zweite Schritt, so die Gründer von Ello, mache es nach US-Gesetzen unmöglich für Investoren, von Ello zu verlangen, Werbung zu schalten oder Daten zu verkaufen oder – nach einem eventuellen Verkauf – gegen bestimmte Prinzipien zu verstoßen. Investor Seth Levine schrieb in einem Blogpost zur Zukunft des Netzwerks: „Entweder entwickeln wir ein Geschäftsmodell, dass nicht auf Drittanbieter-Werbung oder dem Verkauf von Nutzerdaten basiert, oder wir werden gar kein Geschäftsmodell entwickeln. Wir glauben daran, dass es Produkte und Features gibt, die Ello entwickeln kann, für die Nutzer bereit sind zu zahlen.“

Um all das zu bekräftigen, haben sowohl die Macher von Ello als auch die Investoren eine Charta unterzeichnet, in der diese Punkte schriftlich festgehalten wurden. Im Falle eines Verkaufs, heißt es da, werde der Käufer dazu verpflichtet, sich an die Standards zu halten, die jetzt festgelegt wurden.

Dutzende Brote als Reaktion

Auch in einem Post im eigenen Netzwerk machen die Gründer noch einmal klar, welche Standards das sind:

  1. Ello shall never make money from selling ads;
  2. Ello shall never make money from selling user data; and
  3. In the event that Ello is ever sold, the new owners will have to comply by these terms.

Die Reaktionen bei den Nutzern sind auf den ersten Blick begeistert. Unter einem Post des Mitgründers Lucian Föhr finden sich bis jetzt mehr als 70 Kommentare, darunter einige überschwängliche Kommentare und Dutzende Brote – die Notlösung eines Likes, solange diese Funktion bei Ello noch nicht implementiert wurde. Im gleichen Schritt hat Ello auch neue Funktionen freigeschaltet, so beispielsweise @-Mentions, ein Emoji-Autocomplete oder einige Layout-Verbesserungen.

via techcrunch.com

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
]]>
Florian Blaschke
Ello: So nutzen Publisher den jungen Facebook-Konkurrenten http://t3n.de/news/ello-publisher-570110/ 2014-10-06T10:19:46Z
Trotz eines enormen Nutzeranstieg ist Ello noch immer winzig verglichen mit seinen Konkurrenten. Warum Publisher das soziale Netzwerk aber schon jetzt nutzen, und welche Strategie sie dabei …

Trotz eines enormen Nutzeranstieg ist Ello noch immer winzig verglichen mit seinen Konkurrenten. Warum Publisher das soziale Netzwerk aber schon jetzt nutzen, und welche Strategie sie dabei verfolgen, verraten wir euch in unserem Artikel.

Ello: Einige Publisher experimentieren mit dem noch jungen Social Network. (Foto: Mike Licht / Flickr Lizenz: CC BY 2.0 Bearbeitet mit dem Ello-Facemaker)
Ello: Einige Publisher experimentieren mit dem noch jungen Social Network. (Foto: Mike Licht / Flickr Lizenz: CC BY 2.0 Bearbeitet mit dem Ello-Facemaker)

Ello: Publisher experimentieren mit dem neuen Social Network

Ello positioniert sich als Gegenentwurf zu Facebook: Das soziale Netzwerk verzichtet auf Werbung und will die Daten seiner Nutzer auch nicht an Werbetreibende verkaufen. Ende September 2014 konnte Ello unter anderem deswegen einen enormen Anstieg der Nutzerzahlen verzeichnen. Dennoch ist die Reichweite des jungen Netzwerks natürlich noch bedeutend geringer als bei den etablierten Konkurrenten aus Menlo Park, San Francisco und Mountain View. Für einige Publisher ist das aber noch lange kein Grund, Ello links liegen zu lassen.

Egal ob traditionsreiche Publikationen wie the Guardian, the Wall Street Journal und Newsweek oder Technologie-News-Websites wie CNET oder re/code: Schon jetzt experimentieren einige Publisher mit dem neuen Social Network. Brett Leppard, der stellvertretende Social-Media-Redakteur der britischen Tageszeitung the Independent, erklärt das Engagement seines Arbeitgebers gegenüber Contently wie folgt: „Ello ist etwas, das wir erkunden wollen; wenn es wichtig werden sollte, wollen wir unter den Ersten sein.“

Christian Broughton, der Digital-Redakteur der Zeitung sieht es ähnlich. Wenn über Ello Leser erreicht werden können, die auf den anderen Netzwerken nicht aktiv sind, dann wird es auch weiterhin genutzt werden. Im Gegensatz zu ihren Auftritten auf Facebook und Twitter hält sich the Independent aber mit dem Teilen von Inhalten zurück und beschränkt sich nur auf die beliebtesten Artikel. Die geringe Anzahl der Follower soll nicht durch „Spam“ vergrault werden.

Auch das t3n Magazin findet ihr auf Ello. (Screenshot: Ello)
Auch das t3n Magazin findet ihr auf Ello. (Screenshot: Ello)

Ello-Strategie: Funktionsumfang und Nutzerbasis müssen in Betracht gezogen werden

Auch für Anthony Quintano, dem Community- und Social-Media-Manager von re/code, muss auch die Strategie an das neue Social Network angepasst werden. Da es keine Likes oder Shares gibt, können Nutzer nur über Kommentare interagieren. Dazu versucht die Tech-News-Seite Inhalte zu teilen, die auf keinem der anderen Netzwerke verbreitet werden. Laut Quintano wollte re/code ursprüngliche Tumblr nutzen, und hat sich dann für Ello entschieden. Auch deshalb scheint der Publisher vor allem auf animierte GIFs und die Einbindung mehrerer Bilder zu setzen.

Von einem reinen Kosten-Nutzen-Standpunkt aus betrachtet, dürfte Ello kaum rentabel für die Publisher sein. Mit einer wachsenden Nutzerbasis könnte sich das aber ändern. Dann dürften die Unternehmen, die frühzeitig Erfahrung damit gesammelt haben, im Vorteil sein. Immerhin interessieren sich auch User, die Ello bewusst wegen der Ablehnung von Werbung einsetzen, für interessante Neuigkeiten und Analysen. Selbst Brands aus anderen Bereichen müssen aber nicht notwendigerweise einen Bogen um das Netzwerk machen. Der Streaming-Anbieter Netflix hat es in kurzer Zeit immerhin auf fast 2.500 Follower auf Ello gebracht.

Wer sich eingehender mit Ello beschäftigen möchte, sollte unseren Artikel „Ist Ello das Soziale Netzwerk der Zukunft? Warum die Macher den Datenschutz hochhalten und Werbung ablehnen“ lesen. Wenn ihr schon Mitglied seid, könnt ihr auch direkt dem offiziellen Ello-Account des t3n Magazins folgen.

]]>
Kim Rixecker
Nach Ello-Hype: Facebook rudert bei Klarnamen-Pflicht zurück http://t3n.de/news/ello-hype-facebook-rudert-569739/ 2014-10-02T05:28:24Z
Das Social Network entschuldigt sich bei Drag Queens für das Löschen von Nutzerkonten mit Künstlernamen. In Zukunft will Facebook falsche Namen zulassen und dafür die Identität mit anderen …

Das entschuldigt sich bei Drag Queens für das Löschen von Nutzerkonten mit Künstlernamen. In Zukunft will falsche Namen zulassen und dafür die Identität mit anderen Mitteln überprüfen.

Öffentliche Entschuldigung

Facebook gesteht einen Fehler im Umgang mit falschen Namen ein. Das Portal löschte zahlreiche Profile, die nicht den Klarnamen angaben. Das betraf vor allem Drag Queens, die auf Facebook ihren Künstlernamen verwendeten.

(Foto: Sarah Marshall / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Facebook will Nutzer, die zu Ello abgewandert sind, zurückgewinnen.(Foto: Sarah Marshall / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

„Wir schulden euch einen besseren Service“, richtet sich Chief Product Officer Chris Cox mit einer öffentlichen Statusmeldung an die Community. Man habe verstanden, dass das Verhalten des Unternehmens für Unverständnis in der Szene gesorgt hat. Die vermeintlichen Fake-Profile wurden von Nutzern gemeldet und es sei dabei nicht aufgefallen, dass es sich um die Online-Auftritte von Drag-Künstlern handelte, so Cox weiter. Wer gemeldet wird, muss seine Identität über einen Lichtbildausweis nachweisen. Dieser Kontrollprozess habe in den vergangenen zehn Jahren gut funktioniert, soll jetzt aber überarbeitet werden.

Facebook reagiert auf Ello-Hype

„Wir entwickeln bereits neue Tools, um die Identität über andere Wege zu prüfen“, informiert der Produktchef. Wie diese konkret aussehen werden, teilt Facebook noch nicht mit. Drag-Queens und andere Künstler sollen jedoch in Zukunft nicht dazu gedrängt werden, den echten Namen am Profil anzuzeigen. Weiters soll der Kundendienst ausgeweitet werden, um besser mit Usern, die von anderen gemeldet wurden, zu kommunizieren.

Vom Löschen der Künstler-Profile profitierte in den vergangenen Wochen das neue Online-Portal Ello. Die werbefreie Facebook-Alternative verlangt von ihren Nutzern keinen Nachweis des echten Namens und zog so viele Personen aus der LGBT-Community an. Mit der öffentlichen Entschuldigung will der Social Media-Riese diese User wieder zurückgewinnen.

via www.facebook.com

]]>
Elisabeth Oberndorfer