Trends | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Trends 2015-07-29T12:00:11Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/trends Online-Marketing: Umfrage zeigt, welche Tools SEO- und SEM-Profis nutzen http://t3n.de/news/online-marketing-tools-profis-626607/ 2015-07-29T12:00:11Z
SEO, SEM, SMM – welche Tools die Profis im Bereich Online-Marketing nutzen und welche Trends sie für 2016 erwarten, zeigt eine aktuelle Studie von Moz. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für …

SEO, SEM, SMM – welche Tools die Profis im Bereich Online-Marketing nutzen und welche Trends sie für 2016 erwarten, zeigt eine aktuelle Studie von Moz. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für dich zusammengefasst.

Online-Marketing: Positiv trotz Mobilegeddon

Mehr als 3.600 Online-Marketing-Profis haben an der Moz-Umfrage teilgenommen und angegeben, welche Tools sie für ihre Arbeit nutzen. Geprägt waren die vergangenen 18 Monate im Bereich Online-Marketing, die die Studie abdeckt, demnach unter anderem von den Google-Updates Panda und Penguin sowie dem sogenannten Mobilegeddon – aber die Online-Marketer sehen eigentlich recht positiv in die Zukunft.

Online-Marketing: Die 5 wichtigsten Agentur-Services. (Grafik: Moz)
Online-Marketing: Die 5 wichtigsten Agentur-Services. (Grafik: Moz)

Der Umfrage zufolge arbeitet rund die Hälfte der Befragten in – überwiegend kleinen – Teams direkt in Unternehmen. Allerdings haben diese kleinen Marketing-Teams, überwiegend ein bis drei Leute, großen Einfluss auf die Entscheidungen, etwa, was den Einkauf betrifft. In Agenturen wird dagegen in größeren Teams gearbeitet, die Aufgaben sind breiter gestreut. Die Top 5 der angebotenen Services von auf Online-Marketing spezialisierten Agenturen umfassen SEO (94 Prozent), SEM (83 Prozent), Social Media Marketing (SMM, 79 Prozent), das Erstellen von Inhalten (75 Prozent) sowie die Webentwicklung (70 Prozent).

Google-Tools bei Online-Marketing-Profis beliebt

Top-Ten: Diese SEO-Tools nutzen Online-Marketing-Profis am häufigsten. (Grafik: Moz)
Top-Ten: Diese SEO-Tools nutzen Online-Marketing-Profis am häufigsten. (Grafik: Moz)

Interessant ist auch, welche Tools die Teilnehmer an der Online-Marketing-Umfrage von Moz bei ihrer täglichen Arbeit nutzen: Bei den SEO-Tools liegen die Google-Webmaster-Tools mit 87 Prozent klar vor Googles Keyword Planner (79 Prozent) und dem Open Site Explorer (62 Prozent). Google Tools liegen auch bei den Content- und den Analyse-Tools vorne. Jeweils 59 Prozent nutzen Google Alerts und Google Trends, bei den Analyse-Tools dominiert Google Analytics deutlich mit 91 Prozent. Bei den Social-Media-Tools führt dagegen Facebook Insights (58 Prozent) knapp vor Hootsuite (52 Prozent) und Twitter Analytics sowie Bitly mit 40 beziehungsweise 39 Prozent.

Analyse und Keyword-Suche sind übrigens die beiden Top-Aktivitäten beim Einsatz der verschiedenen Online-Marketing-Tools. Von den Kunden stark nachgefragt ist aber neben der Analyse auch die Erstellung von Inhalten. Für 2016 sieht Moz aufgrund der Umfrage eine größere Vielfalt der Tätigkeiten im Bereich Online-Marketing. Daher müssten die Marketing-Profis noch mehr Tools beherrschen. Positiv wird aber gewertet, dass Unternehmen das Online-Marketing immer mehr wertschätzen würden und bereit wären, mehr Geld dafür auszugeben.

Alle Ergebnisse der Moz-Umfrage im Überblick findest du in diesem Artikel im Unternehmensblog.

via searchengineland.com

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Jörn Brien
HTML5-Animationen leicht gemacht: Mit Tumult Hype 3 geht die Post ab http://t3n.de/news/html5-animationen-tumult-hype-3-623206/ 2015-07-18T06:03:30Z
HTML5-Animationen liegen im Trend und haben Flash fast vollständig abgelöst. Um HTML5-Animationen weiter voranzutreiben, braucht es aber nicht nur Browser-Support, sondern auch die nötigen …

HTML5-Animationen liegen im und haben fast vollständig abgelöst. Um HTML5-Animationen weiter voranzutreiben, braucht es aber nicht nur Browser-Support, sondern auch die nötigen Entwickler-Tools. Tumult Hype 3 ist eins davon.

Wer schon mit Adobe gearbeitet hat, wird sich schnell in dem Programm zurecht finden können. Im Grunde wird nichts anders gemacht – wir haben eine Leinwand, eine Timeline und verschiedene Elemente mit Events, die wir positionieren können. Der kleine, aber feine Unterschied ist, dass am Ende HTML5 rauskommt.

Ein neues Projekt mit Hype 3 Pro. (Screenshot: Hype 3 Pro)
Ein neues Projekt mit Hype 3. (Screenshot: Hype 3)

Hype 3: Ideen und Möglichkeiten für HTML5-Animationen

Mit Hype 3 können wir viele verschiedene Produkte und Ideen umsetzen. Es dient nicht nur einem Einsatzzweck, sondern kann in verschiedenen Bereichen sinnvoll eingesetzt werden: Webseiten, Apps, Infografiken, E-Books, Videos oder Games – mit Hype 3 haben wir immer das richtige Mittel zur Hand.

Wer sich gerne inspirieren lassen will, kann das auf der offiziellen #BuiltWithHype Seite tun. Die vorgestellten Projekte können direkt als .hype-Datei runtergeladen und bearbeitet werden.

Hype 3: Ein Projekt erstellen

Bevor wir damit beginnen können, unsere kreative Ader auszuleben, müssen wir zuerst ein Projekt erstellen. Nach dem Öffnen von Hype 3 erhalten wir eine leere Leinwand, auf der wir anfangen können. Doch zuvor sollten wir einige Grundeinstellungen vornehmen.

Das wichtigste Instrument hierfür ist die rechte Seitenleiste. Unter „Dokument“ stellen wir den Titel und alle wichtigen Einstellung ein, die für das ganze Projekte gelten. Auf dem Reiter „Szene“ müssen wir noch unsere Leinwandgröße bestimmen. Hype 3 bringt schon eine große Palette an fertigen Größen mit, meistens also brauchen wir diese nur noch auszuwählen und können starten.

Mit Hype 3 eine Leinwand-Größe auswählen (Screenshot: Hype 3)
Mit Hype 3 eine Leinwand-Größe auswählen. (Screenshot: Hype 3)

Hype 3: Die Animationen

In der linken Seitenleiste von Hype 3 haben wir die verschiedenen Szenen aufgelistet. Jede Szene ist als eigene Seite zu verstehen und kann mit Inhalt gefüllt werden. Die Szenen können untereinander mit Events und Effekten verknüpft werden. Das lässt sich über die rechte Seitenleiste im Bereich „Szene“ steuern.

Um einer Szene Leben zu verleihen, muss sie mit Elementen gefüllt werden. Das geschieht, indem wir in der oberen Leiste Elemente auswählen und auf der Leinwand platzieren. Wollen wir diese animieren, müssen wir das Aufzeichnen aktivieren und das Element an die gewünschte Position verschieben. Zuvor wird die Timeline noch zum richtigen Frame verschoben.

Jetzt sollte eine Linie erscheinen, die die Animation andeutet. Mit dem Play-Button können wir unsere angelegte Bewegungs-Animation anschauen. Weitere Eigenschaften, die sich während der Animation verändern sollen, können über die Timeline-Eigenschaften hinzugefügt werden. Alle Eigenschaften, die ein Element besitzt, können auch über die rechte Seitenleiste „Element“ verändert werden.

Alle Elemente können wiederum auch Aktionen erhalten, die die Zeitachse stoppen, Szenen wechseln oder auch eigenen JavaScript-Code ausführen. Diese Einstellungen können über der rechten Seitenleiste unter „Aktionen“ erreicht werden.

Beispiel einer Bewegungs-Animation in Hype 3. (Screenshot: Hype 3)
Beispiel einer Bewegungs-Animation in Hype 3. (Screenshot: Hype 3)

Flexibles Layout für HTML5-Animationen

Flexible Layouts sind eine interessante Funktionalität von Hype 3, die uns besonders im Bereich der Web- und App-Entwicklung helfen können. Wiederum über die rechte Seitenleiste – unter dem Punkt „Maße“ – können wir das Verhalten von Elementen in Relation zur Leinwand beeinflussen. Eine Leinwand muss nicht immer einer festen Größe entsprechen, es können auch prozentuale Werte eingesetzt werden.

Ob sich die Elemente oben, rechts, unten oder links ausrichten sollen, kann über die Stecknadeln beeinflusst werden. Mit den inneren Pfeilen können wir die Größe anpassen. Wird eine Leinwand auf 200 Prozent gestreckt, kann das Element sich auch auf 200 Prozent – in der Breite oder Höhe – strecken lassen.

Ein Beispiel für den Einsatz wäre eine Bottom-Navigation oder auch Tab-Bar. Ein Rechteck-Element wird an die untere Seite der Leinwand über die komplette Breite platziert. Jetzt wird unter Maße > Flexibles Layout die Stecknadel an der unteren Seite und der horizontale Pfeil innerhalb der Box aktiviert. Sollte die Leinwand jetzt prozentuale Größen haben, befindet sich unsere Navigation immer unten und erstreckt sich immer über die vollständige Breite.

Ein flexibles Layout mit Hype 3 anlegen. (Screenshot: Hype 3)
Ein flexibles Layout mit Hype 3 anlegen. (Screenshot: Hype 3)

Preview & Export

Sobald wir alle Szenen, Animationen und Einstellungen vorgenommen haben, wollen wir uns eine Vorschau unseres Projekts angucken. Das geht einfach und schnell, indem wir in der oberen Seitenleiste die Vorschau betätigen und unseren gewünschten Preview-Browser auswählen.

 

Die Vorschau von einem Hype 3 Projekt direkt im Browser. (Screenshot: Hype 3)
Die Vorschau von einem Hype 3 Projekt direkt im Browser. (Screenshot: Hype 3)

Dafür werden alle aufgelistet, die wir auf dem System installiert haben. Wem die Preview auf dem lokalen Browser nicht ausreicht, der kann sich das Projekt auch direkt auf einem iOS-Gerät anschauen. Das funktioniert mit der dazugehören Hype-Reflect-App, die kostenlos im App-Store erhältlich ist.

Hype Reflect
Download @
App Store
Entwickler: Tumult
Preis: Kostenlos

Haben wir unser Hype-3-Projekt fertiggestellt und die Preview bestätigt, können wir sie exportieren und ausliefern. Als Optionen steht uns natürlich der HTML5-Export zur Verfügung, um das Projekt direkt im Browser auszuführen. Wir können es aber auch als iBooks- oder OAM-Widget (Pro-Version erforderlich) exportieren. Wer lieber einen Film  erhalten will, kann es auch direkt als Video, animiertes GIF oder PNG-Sequenz exportieren.

Hype 3 Professional: Unterschied und Mehrwert

Wer mit Hype 3 nicht nur eigene Projekte voran bringen will, sondern auch kommerzielle Projekte begleitet, sollte definitiv zur Pro-Version greifen. Der Mehrwert der durch die Pro-Version geliefert wird, erleichtert unser Workflow um einiges. Beispielsweise können Templates aufgebaut und abgespeichert oder Symbole erstellt werden. Die Symbole können als Master definiert und somit auf allen Szenen übernommen werden – sozusagen wie eine Master-Folie in Powerpoint.

Zudem werden Physik-Element unterstützt, um kleine Mini-Games zu erstellen oder es wird ein Grid-System eingeblendet, um Elemente strukturierter zu platzieren. Auch verfügt nur die Pro-Version über den OAM-Widget-Export und ein Black-Theme, das wir schon in den Screenshots gesehen haben.

Die wohl beste Erweiterung der Pro-Version sind aber die erweiterten Layouts. Wir können in einem Hype-Dokument verschiedene Layouts für eine Szene definieren, die bei verschiedenen Auflösungen angezeigt werden – ähnllich wie wie CSS-Media-Queries – und auch mit Breakpoints arbeiten. Somit haben wir die richtigen Werkzeuge, um in Kombination mit flexiblen Layouts ein Werbe-Ad, eine App oder eine Webseite für verschiedene Auflösungen anzupassen. Den kompletten Vergleich könnt ihr euch auch auf der offiziellen Compare-Seite anschauen.

Layouts in Hype 3 Pro. (Screenshot: Hype 3)
Layouts in Hype 3 Pro. (Screenshot: Hype 3)

Hype 3: Fazit

Mit Hype 3 haben wir ein professionelles Werkzug, mit dem wir am Zahn der Zeit sind und moderne Projekte umsetzen können – egal für welchen Einsatzzweck. Dabei sind wir unabhängig vom Adobe-Ökoosystem und bekommen zu einem einmaligen Anschaffungspreis von maximal 100 Euro eine vollwertige Software. Wer trotzdem weitere Abhängigkeiten zu Adobe Edge Animate besitzt, kann die wunderbar mit dem OAM-Datei-Export lösen.

Der Funktionsumfang von Hype 3 steht alten Techniken, die wir aus Adobe Flash kennen, in nichts nach. Es kann gruppiert, verschoben, entfernt, platziert oder auch animiert werden. Wer spezielle Anforderungen hat, kann die direkt mit einem JavaScript-Code lösen oder wirft einen Blick in die umfangreiche Dokumentation. Es gibt Events, Szenen, Layouts, Symbole und Elemente, mit denen alle Ideen und Wünsche umgesetzt werden können.

Insgesamt macht Hype 3 einen sehr umfangreichen und komplexen Eindruck. Da das Tool schon in Version 3 vorliegt, wurden alle Kinderkrankheiten beseitigt. Somit sollte Flash eigentlich längst verabschiedet sein – wären da nicht unsere Gewohnheiten. Doch schon verweigern die ersten Browser die Flash-Unterstützung.

Hype 3 kostet in der Basis-Version rund 50 Euro und kann über die Webseite oder den Mac-App-Store gekauft werden. Das etwa 50 Euro teure Upgrade auf die Pro-Version kann nachträglich über einen In-App-Kauf oder eine Upgrade-Lizenz durchgeführt werden.

Hype 3
Download @
Mac App Store
Entwickler: Tumult
Preis: 49,99 €

Seid ihr auch schon vollständig auf umgestiegen oder gibt es noch Restbestände im Flash-Bereich?

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Jonathan Schneider
„Trends kann nur setzen, wer Bedürfnisse erkennt“ – 8 Fragen zur Zukunft des Journalismus [Teil 19] http://t3n.de/news/zukunft-des-journalismus-stoecker-620323/ 2015-07-05T11:13:13Z
Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Anja Stöcker, …

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Diese Frage stellt das Blog von Oliver Schrott Kommunikation dieser Tage deutschen Journalisten. Dieses Mal im OSK-Interview: Anja Stöcker, Redaktionsleiterin Online und bei DRadio Wissen.

zukunft-des-journalismus-stoecker Sich selbst sieht sie mehr als Digitalstrategin denn als Journalistin im streng klassischen Sinne: Anja Stöcker, seit März 2013 Redaktionschefin Online und Social Media bei DRadio Wissen in Köln, hat an vorderster Front den Relaunch nebst begleitenden Social-Media-Aktivitäten für das dritte Programm des öffentlich-rechtlichen Deutschlandradios vorangetrieben. Im Februar 2014 gingen das On-Air-Update und die neue Webseite von DRadio Wissen online. Mit prämierungswürdigem Ergebnis – in der Kategorie Webmagazin gab es dafür im September eine Lead Award-Auszeichnung. OSK hat mit Anja Stöcker über die Entwicklung des Journalismus gesprochen.

Anja Stöcker zur Zukunft des Journalismus
Anja Stöcker zur Zukunft des Journalismus

Bereits zum Start von DRadio Wissen im Jahr 2010 war Stöcker als Online-Redakteurin mit an Bord. Bis dahin kannte sie das Thema Radio lediglich als Hörerin, in puncto Radiomachen betrat sie persönliches neues Terrain. Baldige Erkenntnis: „Dieses Medium ist schneller als das getippte Internet.“ Mit der praktischen Arbeit erschloss sich ihr nach eigenem Bekunden dann auch, „wie Radio geht“. Die Arbeit am 2014er-Relaunch bot Stöcker ein ideales Betätigungsfeld, denn Inhalte Web-affin zu denken und nutzerorientiert zu entwickeln, das betrachtet sie als ihr Metier.

Vor ihrem Radio-Engagement sammelte die Kunsthistorikerin mit Aufbaustudium in Kultur- und Medienmanagement Berufserfahrung in der Redaktion von Brockhaus online. Die dortige Aufgabe ab Sommer 2007: Das renommierte Lexikon sollte ins Netz gehen. Die Idee zur digitalen Neuausrichtung kam allerdings zu spät. Wikipedia war bereits unschlagbar, was das Aus für die Brockhaus-Redaktion nach sich zog – für Stöcker eine persönlich sehr beeindruckende Lektion in Sachen Medienwandel. Zuvor hatte sie sich ab Herbst 2002 bei kulturserver.de neben redaktionellen Aufgaben mit der Entwicklung eines Social Network, Content-Management-Systemen sowie Datenbankstrukturen beschäftigt. Außerdem schrieb sie in verschiedenen Jobs Pressetexte für Print und setzte sich – schon zu Studienzeiten plus einige Jahre darüber hinaus – bei der VG Bild-Kunst intensiv mit der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet auseinander.

All diese beruflichen Erfahrungen münden in das, was nach Stöcker einen Digitalstrategen im medialen Umfeld ausmacht: Jemand, der routiniert und professionell in der Konzeption, Realisierung und Gestaltung digitaler Prozesse arbeitet und künftigen Bedarf identifiziert.

Im geht Anja Stöcker, deren Herangehensweise nach eigener Aussage immer eine nicht ausschließlich journalistische sein wird, darauf ein, wie wichtig ein grundlegendes Verständnis zur Funktionsweise und Anwendbarkeit medialer Möglichkeiten ist, gerade im Zusammenhang mit einer immer schnelleren Innovationstaktung. Die entscheidende Grundlage für Journalismus sieht sie aber vor allem in einer klaren publizistischen Idee, auf deren Basis es gelte, die in ihrem Segment relevante Technologie zu nutzen – nicht umgekehrt.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

Ich finde den Begriff grundsätzlich schwierig. Spricht man über Qualität im Journalismus, dann wird sich diese nicht nur in den Inhalten selbst, sondern auch in dem Vermögen zeigen, diese Inhalte qualitativ hochwertig – also professionell – zu publizieren und damit sichtbar sowie hörbar zu machen. Es geht um redaktionelle Führung der Inhalte, adäquate Darstellungsformen und Themensetzung. Beim Radio insbesondere außerdem um die Ansprache des Publikums, aber auch um den Dialog. Erzielt man hier eine Relevanz, erfüllt das Medium die Qualitätsansprüche des Journalismus in der Zielgruppe.

„Der Medienkonsum ist von Nutzerseite routiniert, Berührungsängste gibt es wenige“

Aus diesen Gründen haben wir im Februar 2014 eine komplett neu konzipierte Version von DRadio Wissen veröffentlicht. Geblieben sind natürlich der journalistische Anspruch und ein hohes Maß an Verlässlichkeit.

Die Art der Präsentation aber wurde in allen Bereichen im Sinne der Zielgruppe On Air und online verändert. Waren unsere Inhalte bis dahin sehr akademisch und die Vermittlung extrem nüchtern, fast spröde, bewegen wir uns nun auf Augenhöhe mit der Zielgruppe. Die verschiedenen Verbreitungswege funktionieren, passen zu den Lebensgewohnheiten und werden von uns auch weiterhin immer wieder Neuerungen erfahren. Denn journalistische Formate werden meines Erachtens – wie alle anderen Dinge auch – kürzeren Innovationszyklen folgen müssen. Ich halte diese digitalstrategischen Überlegungen für extrem wichtig und sehe sie als tägliche redaktionelle Aufgabe, wenn man qualitativ hochwertigen Journalismus machen möchte.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?

Ein großer Trend im Journalismus ist aktuell, über die Zukunft des Journalismus zu debattieren. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Medienanbieter dabei fast vergessen, dass für Medienkonsumenten diese Diskussionen eher nachrangig sind.

Der Medienkonsum ist von Nutzerseite routiniert, findet täglich statt, Berührungsängste gibt es wenige, neue Anwendungen oder Produkte finden sofort den Weg in den Alltag. Und genau diese Routinen und die Fähigkeit, Neues zu erschließen, braucht auch der Journalismus. Es geht um ein grundlegendes Verständnis zur Funktionsweise und Anwendbarkeit medialer Möglichkeiten.

1. Um diese Optionen für die Recherche, Erschließbarkeit und Auswertung von Inhalten, Daten und Informationen für die redaktionelle Arbeit zu nutzen.

2. Um die daraus entstehenden Nachrichten, Erkenntnisse und Geschichten etc. zielgruppengerecht veröffentlichen, verständlich machen oder erzählen zu können.

3. Um kommunizieren zu können mit Fachleuten, aber natürlich auch Hörern, Nutzern und Konsumenten. 4. Um erkennen zu können, ob die Themensetzung Relevanz erzeugt und entsprechende Bedürfnisse identifizieren und aufnehmen zu können.

Bei all diesen Punkten werden technisches Wissen und gestalterisches Können zunehmend eine Rolle spielen. Aber auch entsprechende Kenntnisse des Mediennutzungsverhaltens. kann nur setzen, wer Bedürfnisse erkennt, innovativ denkt und etwas erfindet, das aus Sicht des angepeilten Konsumenten attraktiv ist.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Zur klassischen Themenrecherche kommt in meinem Fall auch die Beschäftigung mit Themen wie Technik, Design, Usability, Urheberrecht, Social Media, Audioverbreitung und Monitoring. Ich nutze Twitter, den Newsreeder Feedly und tatsächlich auch wieder vermehrt Newsletter.

4. Was muss man als Journalist künftig tun und können, um gelesen und wahrgenommen zu werden?

Der gekonnte Umgang mit der Fragmentierung medialer Inhalte und der Kennzeichnung als Herausgeber oder Autor wird meines Erachtens eine Rolle spielen. Den einen Verbreitungsweg – früher war es die Homepage auf dem Desktoprechner – gibt es schon lange nicht mehr.

„Den einen Verbreitungsweg gibt es schon lange nicht mehr“

Es wird zunehmend vor allem um die Formatentwicklung für verschiedene Distributionskanäle gehen. Dabei müssen die Inhalte auf den verschiedenen Kanälen in der jeweiligen Umgebung unabhängig voneinander funktionieren. Alle Herausgeber veröffentlichen ihre Inhalte auch jetzt schon auf verschiedenen Kanälen, beispielsweise via Social Media oder im Fall von Radio und Audios über Anbieter wie radioplayer.de oder Podcastingseiten. Und auch die Konsumenten beziehen Teilinhalte via Newsfeeds, Podcast-Abos, Apps und auf vielen anderen Wegen.

All das geschieht zuhause und unterwegs, auf Smartphones, Tablets, Rechnern oder Smartwatches, zu unterschiedlichen Zeiten und mit verschiedenen Bedürfnissen. Trotzdem muss aber der jeweils ausgewählte Weg immer verständlich und attraktiv sein. Als Herausgeber oder Autor wird man daher beispielsweise Wert auf eine klare Absenderinformation legen. Zudem liegt es nahe, die Chance zu nutzen, an dieser Stelle den Zugang zu weiteren Inhalten so einfach wie möglich zu machen. Als Radioprogramm und Podcast-Anbieter verfolgen wir diese Idee immer auditiv und visuell. Teilweise auf sehr beschränktem Raum, denn ein einzelner Podcast ist letzten Endes nur ein Audiofile mit Dateinamen, das auf verschiedenen Wegen verbreitet wird.

Wer ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass Konsumenten Medien völlig unterschiedlich nutzen, wird ganz anders über Verbreitungswege nachdenken. Beispielsweise kann es im Fall von DRadio Wissen durchaus sein, dass ein Konsument zwar das lineare Programm gerne hört, jedoch kein Interesse an unseren Podcasts hat, oder dass ein anderer Postings liest, kommentiert und teilt, jedoch noch nie das Programm gehört hat. Wieder ein anderer Nutzer abonniert vielleicht eine Sendung als Podcast, hat daneben aber kein Interesse an weiteren Publikationen des Programms, zum Beispiel auf der Website.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie muss sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

Dass Innovationszyklen in immer kürzerer Taktung aufeinander folgen, beeinflusst Medienrezipienten und damit auch Medienanbieter schon jetzt. Je besser Medienanbieter dieses Umfeld verstehen, desto besser können diese Technologien im Journalismus eingesetzt werden. Die Beschäftigung damit sehe ich als wesentlichen Teil meiner täglichen Aufgaben als Redaktionsleitung. Dazu gehört auch, neue Lösungen für DRadio Wissen zu durchdenken, anzuwenden und für das Programm nutzbar zu machen. Gestaltung und Webdesign spielen dabei eine genauso große Rolle wie die Technik. Neues entsteht bei DRadio Wissen in Zusammenarbeit der Redaktion mit unserer Agentur, dem Webdesigner und der Grafik. Die eine richtige Lösung für alle Anbieter gibt es meines Erachtens ebenso wenig wie den Journalismus oder das publizistische Konzept.

Mit technologischen Veränderungen verändert sich immer die bis dahin vorhandene Situation für Anbieter und Konsumenten.

„Die Entscheidung, ob Medien eine Relevanz erfahren, liegt vornehmlich bei den Konsumenten“

Auch journalistische Inhalte sind diesen Entwicklungen unterworfen oder besser: verpflichtet. Ändern sich Bedürfnisse oder Nutzungsgewohnheiten, müssen Redaktionen darauf reagieren. Für mich stehen diese Dinge außer Frage. Vermutlich weil ich immer für Webprojekte, aber nicht ausschließlich im Journalismus gearbeitet habe. Für den Journalismus stellt eine klare publizistische Idee auch im Sinne einer Medienmarke die Grundlage dar. Auf Basis dieser Idee gilt es, die in ihrem Segment relevante Technologie zu nutzen. Umgekehrt wird es nicht funktionieren. Denn zunächst eine Technikauswahl zu treffen und dann erst zu schauen, was publizistisch damit zu machen ist, verfehlt das Ziel. Und nicht jedes Tool oder Format ist für jeden Anlass und jeden Anbieter eine gute Lösung.

6. Wie verdient der Großteil der Medien künftig Geld?

Wie die vor mir befragten Kollegen kenne auch ich weder die Antwort, noch habe ich eine bisher nicht gedachte Idee. Wir werden mit unserer Arbeit überzeugen müssen. Das gilt für die öffentlich-rechtlichen Inhalte aus meiner Sicht genauso wie für privat finanzierte Medien.

7. Wie sehen deiner Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

Die Entscheidung, ob Medien eine Relevanz erfahren, liegt vornehmlich bei den Konsumenten. Die Relevanz journalistischer Inhalte und die entsprechende Angebotslandschaft werden in fünf Jahren deutlich von digitalstrategischer Kompetenz und entsprechenden Entscheidungen geprägt sein. Entscheidungen, die wir aktuell treffen und die es uns beispielsweise ermöglichen, flexibel auf neue inhaltliche Fragestellungen oder rechtliche Rahmenbedingungen, aber auch Distributionskanäle zu reagieren. Oder eben auch nicht. Wir als Anbieter sollten unsere Inhalte mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Anspruch im Hinblick auf Inhalt, Anmutung sowie Funktionsfähigkeit produzieren und kuratieren, mit der wir selbst Medien nutzen.

8. Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?

Ich bin immer noch so mit der Erforschung der bereits vorhandenen Medien, Informationsquellen und Möglichkeiten beschäftigt, dass ich bisher noch nichts wirklich vermisst habe.

Über #ZukunftDesJournalismus

Mobiles Internet, immer leistungsfähigere Smartphones, neue Nachrichtendienste: Die Medienlandschaft verändert sich rasant und mit ihr der Journalismus. Viele Fragen bewegen die Branche: Ist die Tageszeitung ein Auslaufmodell, weil die jüngeren Zielgruppen aktuelle Nachrichten nur noch auf mobilen Endgeräten konsumieren? Erledigen bald Schreibroboter typische Routineaufgaben und machen damit einen Teil der Redakteure überflüssig? Mit welchen neuen journalistischen Darstellungsformen können Menschen erreicht werden, die immer weniger lesen und nur noch Bilder anschauen?

Gemeinsam mit Journalisten und Medienmachern aus ganz unterschiedlichen Richtungen wagt OSK einen Blick in die Zukunft des Journalismus. Das Prinzip ist immer das gleiche: acht Fragen, acht Antworten. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das belastbare Aussagen zu entscheidenden Trends von morgen und übermorgen ermöglicht.

Hier gelangt ihr zu den anderen Teilen der Serie „8 Fragen zur Zukunft des Journalismus“.

via www.osk.de

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Carsten Christian
Googles „News Lab“ will der Medienwelt die journalistischen Tools der Zukunft zeigen http://t3n.de/news/google-news-lab-journalistischen-tools-618328/ 2015-06-23T08:34:16Z
Wie lassen sich Tools wie Google Trends oder Google Maps für journalistische Zwecke nutzen? Das neue „News-Lab“-Projekt will das Medienmachern erklären.

Wie lassen sich Tools wie Google Trends oder Google Maps für journalistische Zwecke nutzen? Das neue „News-Lab“-Projekt will das Medienmachern erklären.

Googles „News Lab“ soll für mehr Innovation in Redaktionen sorgen

Google News Lab bietet Tools der Kategorien „Research“, „Report“, „Distribute“ und „Optimize“. (Screenshot: Google)
Google News Lab bietet Tools der Kategorien „Research“, „Report“, „Distribute“ und „Optimize“. (Screenshot: Google)

Anfang Mai hat Google die „Digital News Initiative“ vorgestellt und plant darüber in den kommenden drei Jahren in etwa 150 Millionen Euro in europäische Medienunternehmen zu investieren. Mit beteiligt sind auch deutsche Medienhäuser wie dieZEIT  und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mit dem Projekt „News Lab“ hat Google jetzt einen weiteren Schritt gewagt, um den Journalismus der Zukunft zu unterstützen.

Hinter „News Lab“ steckt eine Sammlung verschiedener Tools, die die tägliche Arbeit von Journalisten vereinfachen sollen. Dabei geht es nicht nur um Services wie Maps, YouTube oder Search, sondern auch um die Nutzung von Google-Daten – etwa aus Trends. Die Helfer sind in die Kategorien „Research“, „Report“, „Distribute“ und „Optimize“ gegliedert. Sinn und Zweck dieser Sammlung sei es, die technische Innovationsfähigkeit der Redaktionen zu unterstützen.

Die „News-Lab“-Initiative ist global angelegt und wird unter anderem zum Start einigen deutschen, britischen und US-amerikanischen Redaktionen zur Verfügung stehen. Teil des Projekts ist es auch, die Medienschaffenden im Umgang mit den Tools zu schulen.

via googleblog.blogspot.de

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Andreas Weck
Vom Experten bis zum Einsteiger: A-Commerce-Day bringt die E-Commerce-Szene in Wien zusammen [Sponsored Event] http://t3n.de/news/a-commerce-day-wien-617063/ 2015-06-23T08:30:13Z
In der E-Commerce-Branche werden quasi täglich neue  und spannende Wege beschritten – als Branchenfremder ist es dabei nicht immer leicht, up-to-date zu bleiben und die digitale Strategie des …

In der E-Commerce-Branche werden quasi täglich neue  und spannende Wege beschritten – als Branchenfremder ist es dabei nicht immer leicht, up-to-date zu bleiben und die digitale Strategie des eigenen Unternehmens regelmäßig anzupassen. Der A-Commerce-Day will die aktuellen E-Commerce-Trends deswegen für eine breite Zielgruppe aufbereiten.

Am 22. Oktober veranstaltet A-Commerce den ersten A-Commerce-Day in Wien. Ziel ist es, E-Commerce-Experten aus der D-A-CH-Region, aber auch mittelständische Betriebe, die gerade vor dem Eintritt in die digitale Welt durch einen geplanten Onlineshop oder ein B2B-Portal stehen, miteinander zu vernetzen. Gemeinsam können sie die Lösungen und Ideen, die von Ikonen der E-Commerce-Industrie vorgestellt werden, diskutieren und in Workshops weiterentwickeln.

Im Tech-Gate in Wien findet der erste A-Commerce-Day im Oktober statt. (Foto: Tech-Gate Vienna)
Im Tech-Gate in Wien findet im Oktober der erste A-Commerce-Day statt. (Foto: Tech-Gate Vienna)

Für 500 Teilnehmer gibt es die Möglichkeit, am Event teilzunehmen. Insgesamt soll eine spannende Mischung aus Dienstleistern, Onlinehändlern, Multichannel-Unternehmen und Brancheneinsteigern im Wiener Tech-Gate aufeinandertreffen.

Das Tech-Gate, Österreichs Innovations-Zentrum für Technologie und Wirtschaft, ist Partner des A-Commerce-Day. Zusätzlich wird auf der Veranstaltung auch der Anton Award verliehen. Bei der Verleihung des E-Commerce-Preises werden die besten österreichischen und internationalen Onlineshops ausgezeichnet.

Abends lädt der Veranstalter dann zu einer Party in den 19. Stock des Tech-Gate, um über den Dächern der Stadt Wien bei Schmankerln, coolen Drinks und Cocktails die Gewinner des Anton-Awards, aber auch die ganze Branche zu feiern. Dabei soll es natürlich auch genug Gelegenheit zum Netzwerken geben.

Der A-Commerce-Day im Überblick:

Datum und Ort:

  • 22. Oktober 2015
  • Tech-Gate, Wien

Themen

  • E-Commerce

Tickets

Der Ticketverkauf ist schon gestartet und läuft über Xing Events. a-commerce-day-tickets

Jetzt für den A-Commerce-Day anmelden

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t3n Redaktion
Gifografik statt Infografik: So macht sogar Statistik Spaß http://t3n.de/news/gifografik-infografik-vorteile-618015/ 2015-06-22T09:51:59Z
Ein neuer Trend greift um sich: die animierte Infografik, die sogenannte Gifografik. Wir zeigen euch die Vorteile der animierten Darstellung.

Ein neuer Trend greift um sich: die animierte Infografik, die sogenannte Gifografik. Wir zeigen euch die Vorteile der animierten Darstellung.

Die Stärke der Infografik liegt darin, dass sie meist komplexe Themen einfach aufbereitet und mit visueller Unterstützung darstellt, frei nach dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Angesichts der zu bewältigenden Informationsflut hat sich die Infografik in den vergangenen Jahren in Print- und Online-Medien als das Mittel der Wahl durchgesetzt, wenn es darum geht, umfangreiche Inhalte zu vermitteln. Eine Weiterentwicklung der Infografik ist die mithilfe von GIFs animierte Infografik, die Gifografik.

Gifografik zieht Aufmerksamkeit an

Wie die Infografik hat auch die Gifografik den Vorteil, dass sie komplexe Inhalte verständlich abbilden kann. Zudem sind beide sehr populär bei den Internetnutzern, beide Darstellungsformen werden gern geteilt. Gegenüber der statischen Infografik kann die animierte Gifografik aber noch stärker damit punkten, dass sie Aufmerksamkeit auf sich zieht. Darüber hinaus soll die Gifografik sogar dafür sorgen, dass Statistik noch mehr Spaß macht – etwa durch animierte Diagramme.

Die Gifografik ist ein nicht allzu komplizierter Weg, wie Marken auf sich aufmerksam machen können, eine toll umgesetzte animierte Infografik spart den Informationssuchenden Zeit und stimmt sie positiv. Wie ihr eine Gifografik erstellen könnt, hat Alp Mimaroglu vom Content Marketing Institute in einem Übersichtsartikel erklärt (ihr müsst ein ganzes Stück nach unten scrollen). In dem Blogbeitrag findet sich auch eine Top-Ten der besten Gifografiken.

Längere Ladezeit bei einer Gifografik

Natürlich hat auch die Gifografik ihre Nachteile. So ist sie schon etwas aufwändiger zu erstellen als eine statische Infografik. Sie erfordert längere Ladezeiten, was sich insbesondere bei mobilen Nutzern negativ bemerkbar machen könnte. Zudem ist auch die SEO-Optimierung schwerer zu bewerkstelligen, da es kaum Text für die Analyse gibt.

Klick auf untenstehenden Ausschnitt öffnet animierte Gifografik: Gifografik_Infografik_Vorschau

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Jörn Brien
Weltweite Suchtrends in Echtzeit: Google öffnet sein mächtiges Dashboard für alle http://t3n.de/news/google-trends-suchanfragen-echtzeit-617181/ 2015-06-18T11:51:33Z
Google zeigt jetzt Suchtrends in Echtzeit an. So lässt sich das Interesse der Netzgemeinde an aktuellen Themen besser als je zuvor nachvollziehen. Wir verraten, welche Einblicke ihr von der neuen …

Google zeigt jetzt Suchtrends in Echtzeit an. So lässt sich das Interesse der Netzgemeinde an aktuellen Themen besser als je zuvor nachvollziehen. Wir verraten, welche Einblicke ihr von der neuen Google-Trends-Seite erwarten könnt.

Google Trends: Aktuelle Suchentwicklungen in Echtzeit verfolgen. (Screenshot: Google Trends)
Google Trends: Aktuelle Suchentwicklungen in Echtzeit verfolgen. (Screenshot: Google Trends)

Google Trends: Suchgigant zeigt Echtzeitergebnisse der Suche, News und YouTube

Google Trends ist stark überarbeitet worden und bietet jetzt einige interessante neue Funktionen. Zum einen könnt ihr euch nach Ländern sortiert anschauen, welche Themen gerade besonders im Blickfeld der Google-Nutzer liegen. Die Daten dazu sollen in Echtzeit generiert werden und stammen aus der Google-Suche, von Google-News und von YouTube. Bislang sind diese Angaben lediglich täglich ermittelt worden.

Zu jedem Thema könnt ihr euch den grafischen Verlauf des Nutzerinteresses anzeigen lassen. Außerdem sagt euch Google, welche Suchbegriffe für das Thema am häufigsten verwendet werden und in welchen Bundesländern das höchste Interesse an dem Thema besteht. Beide Anzeigen lassen sich bei Bedarf auch in die eigene Website einbinden.

Google Trends: Jetziges, vergangenes und zukünftiges Interesse an Themen überwachen

Wer möchte, kann neben den brandaktuellen Themen auch nach eigenen Begriffen suchen und das Interesse daran mit anderen Begriffen vergleichen. Das Ergebnis wird euch von Google Trends ebenfalls in Form eines schicken Graphen angezeigt. Bei Interesse könnt ihr euch dazugehörige Nachrichten darauf projizieren lassen und Google versucht auch, eine Vorhersage für zukünftiges Interesse an dem Thema zu treffen.

Um Datenjournalisten unter die Arme zu greifen, veröffentlicht der Suchgigant jetzt außerdem regelmäßig interessante Datensätze auf einer GitHub-Seite namens Google Trends Datastore. Die Daten beziehen sich auf aktuelle Ereignisse wie beispielsweise Wahlen oder große Sportereignisse und lassen sich als CSV-Datei herunterladen.

via mashable.com

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Kim Rixecker
Logo-Design 2015: Das sind die diesjährigen Trends http://t3n.de/news/logo-design-2015-diesjaehrigen-615948/ 2015-06-12T10:52:38Z
Designtrends machen auch vor Logos nicht Halt. Designer Bill Gardner veröffentlicht seit zwölf Jahren jährlich einen Bericht zu den aktuellen Trends im Logo-Design. Hier seht ihr welche Trends er …

Designtrends machen auch vor Logos nicht Halt. Designer Bill Gardner veröffentlicht seit zwölf Jahren jährlich einen Bericht zu den aktuellen im Logo-Design. Hier seht ihr welche Trends er für 2015 ausgemacht hat.

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Coded: Dieses codeartige Logo-Design eignet sich laut Bill Gardner am ehesten für Unternehmen, die etwas mit Naturwissenschaften zu tun haben. (Grafik: Bill Gardner / Logolounge.com)

Logo-Design-Trends 2015: Code, Schatten, Strahlen und Co.

Bereits seit zwölf Jahren veröffentlicht Bill Gardner auf Logolounge.com einen jährlichen Bericht über aktuelle Trends im Logo-Design. Auch in diesem Jahr konnte der Designer und Logo-Experte wieder 15 aktuelle Trends identifizieren. Dazu schaute sich Gardner tausende von Logos an. Mit seinem Bericht will er ein Bewusstsein wecken, für das was gerade im Logo-Design vor sich geht. Designer sollen den Bericht jedoch nicht als Vorschlag für ihr nächstes Projekt werten.

Die Trends, die Gardner ausgemacht hat, erinnern einen teilweise an Designtrends aus vergangenen Jahrzenten. Aber so ist es eben mit dem Design: es bedient sich alter Muster und entwickelt sich daraus weiter. Bei einem der benannten Logo-Design-Trends sind die Logos wie bei einem Tangram-Puzzle aus vielen kleinen Dreiecken zusammengesetzt. Passenderweise hat Gardner den Trend „Trixelate“ getauft. Ein solches Logo-Design kann zum Beispiel vermitteln, dass ein Unternehmen das große Ganze sieht und nicht nur die Summer seiner Teile.

Logo-Trends in der Übersicht

Die 15 Trends, die Bill Gardner identifiziert hat, findet ihr in der untenstehenden Bildergalerie. Was haltet ihr von den Logo-Trends 2015? Fehlt euch ein , dass euch oft unter die Augen gekommen ist? Schreibt uns in den Kommentaren.

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Melanie Petersen
So geht Mobile-Design heute: Typografie, Blur-Effekte und die Anforderungen von Wearables http://t3n.de/magazin/mobile-design-238281/ 2015-06-11T07:22:33Z
Die digitale Welt ist mobil. Der klassische Desktop verliert zumindest im Consumer-Bereich zunehmend an Relevanz. Immer mehr Menschen ziehen mobile Geräte vor. Neue Trends für Mobile- und …

Die digitale Welt ist mobil. Der klassische Desktop verliert zumindest im Consumer-Bereich zunehmend an Relevanz. Immer mehr Menschen ziehen mobile Geräte vor. Neue Trends für Mobile- und Responsive-Design tragen dem Rechnung. Ein Trend-Bericht mit Best Practices.

Eine der ersten Reaktionen von Designern und Entwicklern auf die steigende Relevanz mobiler Webnutzung war die Entwicklung responsiver Webdesigns. Sie sorgen dafür, dass sich die Nutzeroberfläche von Websites und Apps an die unterschiedlichen Bildschirmgrößen anpasst. Während anfangs noch Adaptive Designs mit drei Varianten (Breakpoints) für Desktop, Tablet und Handy ausreichten, setzen moderne Websites und Apps heute zunehmend ein fließendes (fluides) Responsive Webdesign voraus, um alle aktuellen und auch zukünftige Monitorgrößen bedienen zu können.

Auch das 2013 populär gewordene Flat Design kommt mobilen Anwendungen zugute. Es setzt – wie der Name schon sagt – auf zweidimensionale, kontrastreiche, aber detailarme und somit fingerfreundlich vereinfachte Gestaltungselemente und sieht fantastisch aus, wenn es gut und durchdacht ist. Gleiches gilt für den Off-Canvas-Flyout: Er ist eine Erfindung, der die responsive Gestaltung verbessern soll. Da hierbei die Navigation erst beim Tap des Users im sichtbaren Display-Bereich erscheint, verdoppelt es die Fläche für die Darstellung der eigentlichen Seiteninhalte.

Derlei Mobile Designelemente sind mittlerweile fast schon Standard und finden auch zunehmend im Web-Design für große Screens Anwendung – beispielsweise bei Uber. Doch mittlerweile gibt es eine Reihe neuer Entwicklungen, die Web-Designer und -Entwickler in ihr mobiles Repertoire aufnehmen sollten: Von schlichter Typografie über großzügige Bilder und Videos bis hin zur Berücksichtigung von Contextual Awareness und App-Designs für Wearables.

Das Foto-Netzwerk Utravisual verbindet gutes, visuelles Design mit technischer Raffinesse: Die über die Bilder gelegten Texte lassen sich mit einem Fingertipp ausblenden. (Screenshot: ultravisual.com)
Das Foto-Netzwerk Utravisual verbindet gutes, visuelles Design mit technischer Raffinesse: Die über die Bilder gelegten Texte lassen sich mit einem Fingertipp ausblenden. (Screenshot: ultravisual.com)

Anspruchsvolle Typografie

Gute Typografie ist ein wesentlicher Bestandteil guten Designs. Dabei war eine ausgefallene Typografie lange dem Print-Bereich vorbehalten. Doch heute haben auch Webdesigner eine riesige Auswahl an Schriftarten für ihre Webprojekte. Im Mobile-Design zeichnet sich gute Typografie allerdings meistens durch eine gewisse Schlichtheit aus.

Das mobile Video-Netzwerk Vine punktet auf seiner Startseite mit einem im Hintergrund ablaufenden, weichgezeichnete Video. (Screenshot: vine.co)
Das mobile Video-Netzwerk Vine punktet auf seiner Startseite mit einem im Hintergrund ablaufenden, weichgezeichnete Video. (Screenshot: vine.co)

Eine gute Typografie zeichnet sich nicht nur durch die Lesbarkeit eines Textes aus, sondern ist ein fester und unverkennbarer Bestandteil der Designsprache: Schlechte Typografie signalisiert Unprofessionalität, die sich auf das gesamte Produkt übertragen lässt.

Ein gutes Beispiel liefert das Foto-Netzwerk Ultravisual. Die Site kombiniert große Bilder mit Typografie und erzielt so einen Magazin-Look, bei dem sowohl die Motive als auch die Texte gleichermaßen ins Auge fallen. Mit einem Tap kann der Nutzer die über das Bild gelegte Typografie ausblenden. Die transluzente Navigations-Leiste lässt das nächste Bild mit einem Blur-Effekt durchschimmern. Es entsteht ein angenehmer Effekt, der gleichzeitig die Orientierung in der App unterstützt.

Große Bilder und Videos: Fast besser als auf großen Screens

Der Mensch ist ein visuelles Wesen und mobile Geräte bieten uns die perfekte Spielwiese dafür: Ein Smartphone-Display verfügt nämlich über eine weitaus höhere Pixeldichte als jeder andere Bildschirm, und hat eine gleichmäßigere Ausleuchtung und bessere Farbwiedergabe als mancher High-End-Fernseher. Mit großen (Bewegt-)Bildern können mobile Apps und Websites erstaunliche Wirkungen erzielen – und mit Unterstützung der besseren High-End Mobile-Displays zum Teil ihre Desktop-Versionen trotz kleinerer Bildschirme in den Schatten stellen.

So setzt zum Beispiel Expedia auf dem Begrüßungsbildschirm seiner mobilen iOS-App auf große Bilder, um beliebte Hotels und Resieziele anzubieten. Das soziale Netzwerk Vine begrüßt in der mobilen Applikation gar mit einem weichgezeichneten Hintergrundvideo. Innerhalb des Netzwerks nehmen die kurzen Video-Clips – die so genannten Vines – ebenfalls den maximal verfügbaren Monitorplatz ein.

Orientierung durch Blur-Effekte

So schön große Bilder sind – sie nehmen viel Platz auf einem meist doch kleinen Display ein. Um dennoch Platz für Text – auch im direkt sichtbaren Bereich – zu schaffen, greifen viele Designer zum so genannten Blur-Effekt, der seinen Ursprung nach Ansicht etlicher Designer in der Design-Umstellung von iOS 7 hat. Allerdings hat selbst Windows Vista schon auf einen ähnlichen Effekt in kleineren Bereichen der Fenster gesetzt.

Die iOS-App des Hotels Tonight zeigt, wie der Blur-Effekt funktioniert: Die Bilder sind verschwommen, sobald sich der Text darüberlegt. Dieser ist dann gut lesbar, dennoch bleibt der Bezug zum Bildinhalt bestehen. (Screenshot: Hotel-Tonight-App)
Die iOS-App des Hotels Tonight zeigt, wie der Blur-Effekt funktioniert: Die Bilder sind verschwommen, sobald sich der Text darüberlegt. Dieser ist dann gut lesbar, dennoch bleibt der Bezug zum Bildinhalt bestehen. (Screenshot: Hotel-Tonight-App)

Der Blur-Effekt besteht aus einer transluzenten Textfläche, die über weichgezeichneten Bildern liegt. Das sorgt für eine gute Lesbarkeit bei einer angenehmen Gesamtoptik. Wer den Blur-Effekt clever einsetzt, kann beispielsweise Navigation-Overlays realisieren, die sich auf das vorhergehende Element beziehen.

Ein Beispiel dafür ist der Einsatz des Blur-Effekts in Apples iOS. Untergeordnete Inhalte scheinen unter den Bedienelementen durch und erleichtern dem Nutzer so die Orientierung. Auch die iOS-App des Hotels Tonight zeigt, wie das aussehen kann: Untermenüs legen sich hier als Overlay über die Bilder, die dabei mit einem Blur versehen werden.

Gesten, Gesten, Gesten: Experience per Finger und Geste

Designer und Entwickler müssen schon lange über das klassische Point-And-Click-Muster hinausdenken. Denn auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als sei ein Tap ein Klick, so sind bei mobilen Geräten weitaus mehr Interaktionen möglich. Taps, Swipes, Pinches oder längeres Drücken eines Elements sind nur einige Beispiele für Gesten, mit denen mobile Nutzer Websites und Applikationen bedienen. Designer sollten all diese Interaktionen nutzten, um die Bedienung ihrer Interfaces zu vereinfachen.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Apps von Twitter und YouTube. Berührt man ein Tweet oder Video längere Zeit, so fährt ein kontext-sensitives Menü aus. YouTube-Videos lassen sich zudem mit einem Swipe minimieren, um nach weiteren Inhalten zu suchen. Das Interface kann dadurch auf Buttons oder Reiter verzichten und erreicht eine aufgeräumte Gesamtwirkung und eine einfachere Nutzung.

YouTube besticht bei seiner mobilen App mit durchdachter Navigation: Per Swipe kann der Nutzer hier beispielsweise Videos minimieren, um nach weiteren Inhalten zu suchen. (Screenshot: Youtube-App)
YouTube besticht bei seiner mobilen App mit durchdachter Navigation: Per Swipe kann der Nutzer hier beispielsweise Videos minimieren, um nach weiteren Inhalten zu suchen. (Screenshot: Youtube-App)

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Ilja Zaglov
Was wurde eigentlich aus „Green IT“? http://t3n.de/news/was-wurde-aus-green-it-612559/ 2015-05-28T17:47:57Z
Green IT – noch vor wenigen Jahren waren das Stromsparen und der Einsatz umweltschonender Technologien den IT-Firmen allenfalls ein loses Lippenbekenntnis wert. Heute müssen Konzerne wie …

Green IT – noch vor wenigen Jahren waren das Stromsparen und der Einsatz umweltschonender Technologien den IT-Firmen allenfalls ein loses Lippenbekenntnis wert. Heute müssen Konzerne wie Startups aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Im Rahmen unserer Themenwoche „Wachstum mit Werten“ holen wir den einstigen IT-Trend aus der Versenkung.

Green IT, die kleine grüne Mogelpackung

Was fiel dieses Urteil vernichtend aus. „Die grüne CeBIT ist eine Mogelpackung“, resümierte Spiegel Online im März vor sieben Jahren den Besuch auf der weltweit größten Computermesse. Die hatte sich wieder mal eines dieser Modewörter auf die Fahnen geschrieben, um IT-Unternehmen auf den Trend schlechthin aufmerksam zu machen: Umweltschutz und Stromspartechniken in der Tech-Branche, das war das Leitmotiv der CeBIT 2008. Kurz: Green IT.

Mit Green IT wollte die CeBIT vor sieben Jahren mal wieder ein Trendthema setzen. Auf dem Messegelände war davon aber gar nichts zu sehen. (Foto: t3n)
Mit Green IT wollte die CeBIT vor sieben Jahren mal wieder ein Trendthema setzen. Auf dem Messegelände war davon aber gar nichts zu sehen. (Foto: t3n)

Grün aber war – von einen 300 Quadratmeter großen Stand abgesehen – auf dem Messegelände gar nichts, wie Spiegel-Autor Matthias Kremp konstatierte: „Da brummeln vielzylindrige Luxusgeländewagen, mit denen Manager chauffiert werden“, schrieb er. Und weiter: „Wie immer nutzen etliche Unternehmen die üblichen tiefer gelegten und mit Hostessen verzierten Sportwagen und Stretchlimousinen, um auf sich aufmerksam zu machen.“

Noch zynischer sei das Bild an den vielen Ständen der Komponentenhersteller gewesen: „Dort stehen gewaltige, laut röhrende Rechner im Zylonen-Design, 200 Watt schluckende Highend-Grafikkarten und massiv übertaktete Experimental-PCs, die mit Flüssigstickstoff aus Thermoskannen gekühlt werden müssen“, so Kremp.

Green IT? Sieht anders aus.

Was ist aus der Green IT seitdem geworden?

Inzwischen hat sich das geändert. Die Branche ist erwachsen geworden. Zumindest auf dem Papier: In einer Studie des Instituts für Handel und Internationales Marketing der Universität des Saarlandes im Jahr 2014 gaben 80 Prozent der befragten Unternehmen an, dass das Thema Nachhaltigkeit bis 2020 eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für sie bekommen werde.

Man mag das für Lippenbekenntnisse halten, vor der Green IT weglaufen aber können Unternehmen schon längst nicht mehr. Angesichts von Bevölkerungswachstum, Klimawandel, der Verknappung fossiler Energie-Ressourcen und der rasanten Digitalisierung in fast allen Branchen müssen CEOs im Umgang mit ihrer IT-Infrastruktur umdenken, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen. Allein in Deutschland soll der IT-bedingte Stromverbrauch in den nächsten fünf Jahren um mehr als 20 Prozent steigen. Die Frage ist also nicht mehr ob, sondern wie Green IT bei KMU zum Selbstverständnis ihrer Produkt- und Markenentwicklung werden kann.

Von der „schmutzigen iCloud“ zur Bestnote

Naheliegend für IT-Unternehmen ist natürlich der klimaneutrale Betrieb ihrer Server- und Rechenzentren. Vor allem Apple legt sich hier seit einigen Monaten gehörig ins Zeug, versorgt seine Cloud als einziges Tech-Unternehmen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Greenpeace, das die Energieversorgung von Cloud-Anbietern seit 2010 jährlich untersucht, vergab zuletzt die Bestnote in Sachen Green IT.

Das war nicht immer so. Noch bis vor drei Jahren wurde Apple von der Umweltschutzorganisation für seine „schmutzige iCloud“ scharf kritisiert. Sogar Proteste in den Apple-Stores gab es. Inzwischen gibt Apple an, seine gesamte IT-Infrastruktur in den USA vollständig klimaneutral zu betreiben.

Startups entdecken Green IT als Geschäftsmodell

Die Gründer von Cloud & Heat haben aus dem Green-IT-Ansatz kurzerhand ein eigenes Geschäftsmodell gemacht. (Foto: Cloud & Heat)
Die Gründer von Cloud & Heat haben aus dem Green-IT-Ansatz kurzerhand ein eigenes Geschäftsmodell gemacht. (Foto: Cloud & Heat)

Wie man den klimaneutralen Serverbetrieb direkt in ein eigenes Geschäftsmodell verwandeln kann, das hingegen zeigt die Macher von Cloud & Heat. Das Startup aus Dresden hat einen Serverschrank entwickelt, mit dessen Abwärme unmittelbar das eigene Haus oder Firmengebäude beheizt werden kann. Etwa 100 dieser rund 12.000 Euro teuren Schränke haben die Gründer um Jens Struckmeier, Christof Fetzner und René Schretzmann schon verkauft.

„Der steigende Bedarf an Rechenleistungen und die hohe Nachfrage nach nachhaltigen Produkten sind ideale Voraussetzungen für den Ausbau unseres Unternehmens“, sagt Struckmeier in der aktuellen t3n-Ausgabe 40. Das schlägt sich auch in der CO2-Bilanz des Startups nieder. „Wir haben mit unseren Servern dazu beigetragen, jährlich circa 5.200 Tonnen CO2 einzusparen.“ Das entspricht der Bindungskapazität von 520.000 Bäumen – oder der Fläche von 1.000 Fußballfeldern. „Das“, sagt Cloud & Heat, „macht unsere Cloud wirklich grün.“ Kein Wunder, dass Unternehmen wie Nerdalize aus den Niederlanden mit einem ähnlichen und noch weiter gedachten Konzept versuchen, erfolgreich zu sein.

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Wie grüner E-Commerce funktioniert

In der Verantwortung steht aber auch der klassische Versandhandel – insbesondere Shopbetreiber. Sie erwirtschaften auf dem Rücken enormer Serverkapazitäten allein in Deutschland nicht nur mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr, sondern hinterlassen bedingt durch weitreichende Wertschöpfungsketten einen vergleichsweise großen ökologischen Fußabdruck. Immerhin – und das ist die gute Nachricht – kann man auch hier jede Menge tun.

Wie auch Online-Shops in Sachen Green IT mitmischen können, zeigt das Beispiel „Ecobookstore“. (Screenshot: t3n)
Wie auch Online-Shops in Sachen Green IT mitmischen können, zeigt das Beispiel „Ecobookstore“. (Screenshot: t3n)

Der im Westallgäu angesiedelte Online-Buchhandel „Ecobookstore“ beispielsweise hostet seine Server ausschließlich bei Hetzner, dessen Strombedarf zu 100 Prozent aus kohlendioxidfreier und aus Wasserkraft generierter Energie gedeckt wird. Im Hauptquartier selbst sorgt ein Energiemix aus Gas, Holz und Solarthermie für grüne Büroräume.

Die Transaktionen wickelt der Shop über Triodos ab, einer „Nachhaltigkeitsbank“. Darüber hinaus engagiert sich das hinter dem Shop stehende Unternehmen aber auch passiv für die Umwelt. So wandert jeden Monat ein Teil des Umsatzes in die Kasse des Vereins „Rettet den Regenwald“ – zuletzt im Schnitt rund 300 Euro. Durch eine Kooperation mit dem Logistik-Dienstleiser Libri, so verspricht man, seien außerdem faire Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter im Versand garantiert. Ein Beispiel, von dem sich Amazon noch etwas abgucken könnte.

Fazit: Große Wirkung für kleines Geld

Doch nicht immer muss man gleich die gesamte eigene IT-Infrastruktur auf den Kopf stellen, um etwas für die Umwelt zu tun. Konzerne wie Adobe beispielsweise machen über den Betrieb eigener Windkraftanlagen hinaus noch Dinge, die auch kleine Unternehmen ohne viel Geld bewerkstelligen können. So werden Mitarbeiter im Rahmen des „Skip-a-trip“-Programms zum Beispiel dazu animiert, bewusst auf Dienstreisen zu verzichten. Stattdessen setzt man auf konsequent auf die hauseigene Videokonferenz-Software Adobe Connect. Neben kostenlosen ÖPNV-Tickets bietet Adobe aber auch Subventionen für Radfahrer an. Und: Wirken Mitarbeiter an lokalen Umweltprojekten mit, winken Boni.

Wer bis zum 1. Juni das t3n Magazin abonniert, erhält die Ausgabe 39 sowie das aktuelle t3n-T-Shirt gratis dazu.
Wer bis zum 1. Juni das t3n Magazin abonniert, erhält die Ausgabe 39 sowie das aktuelle t3n-T-Shirt gratis dazu.

Die Beispiele zeigen, dass Green IT inzwischen kein loser Zukunftstrend mehr ist. Neben Großkonzernen wie Apple oder Adobe haben auch Startups die ökonomischen Vorteile einer nachhaltigen IT- und Unternehmenskultur erkannt und reagieren damit auf die veränderten Konsumgewohnheiten ihrer Nutzer. Dabei können die Maßnahmen weit über die klassische Druckeroptimierung und den Einsatz von Videokonferenzsystemen hinausgehen.

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Daniel Hüfner