Twitter | t3n News News, Infos, Tipps und aktuelle Artikel zu Twitter 2016-02-11T18:29:05Z t3n Redaktion http://t3n.de/tag/twitter Die besten Studentenbuden im Ausland: 60 Millionen Dollar für Student.com [Startup-News] http://t3n.de/news/studentenbuden-ausland-startup-news-679107/ 2016-02-11T18:29:05Z
Das Startup Student.com sammelt eine stattliche Summe ein, Elon Musk verspricht ein gutes Jahr für Tesla und Mark Zuckerberg weist Marc Andreessen nach dessen Indien-Tweet in die Schranken: Die …

Das Startup Student.com sammelt eine stattliche Summe ein, Elon Musk verspricht ein gutes Jahr für Tesla und Mark Zuckerberg weist Marc Andreessen nach dessen Indien-Tweet in die Schranken: Die Startup-News.

Elon Musk: Tesla noch 2016 profitabel

(Foto: romanboed / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Der anhaltend hohe Kapitalbedarf von Tesla Motors hat in den letzten Monaten nicht unbedingt für Hochstimmung bei den Anlegern gesorgt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie des Unternehmens etwa 30 Prozent an Wert verloren. Tesla-CEO Elon Musk hat jetzt aber mit seiner Ankündigung, das Unternehmen werde 2016 eine positive Jahresbilanz erreichen, für Aufwind gesorgt. Der Grund sind die erwarteten Verkaufszahlen für Tesla-Fahrzeuge, die in diesem Jahr nach Angaben von Musk um 60-80 Prozent steigen sollen. Bis zu 90.000 Model-X- und Model-S-Fahrzeuge sollen ausgeliefert werden. So könne trotz der enormen Investitionen in Teslas riesige Batteriefabrik in Nevada positiver Cash-Flow generiert werden. Mehr Infos findet ihr bei Der Aktionär.

10 Millionen US-Dollar für Rocket-Startup payleven

Payleven aus Berlin hat im Rahmen einer Series-D-Finanzierungsrunde zehn Millionen US-Dollar von Seventure Partners, Holtzbrinck Ventures und weiteren eingesammelt. Das Gesamt-Finanzierungsvolumen steigt damit auf 51 Millionen US-Dollar. Das 2012 im Rocket-Internet-Inkubator entstandene FinTech-Startup schafft Kartenzahlungsmöglichkeiten für Kleinstfirmen über einen eigenen Smartphone-Kartenleser und einfache Gebührenstrukturen. Dank der frühen internationalen Ausrichtung ist payleven heute in elf Ländern auf zwei Kontinenten vertreten, weitere sollen folgen. Eine ausführliche Analyse zu payleven und der Konkurrenz um Square und iZettle findet ihr bei TechCrunch.

Mark Zuckerberg distanziert sich nach „Indien-Tweet“ von Investor Andreessen

Gestern haben wir über den Ausrutscher des prominenten Investors Marc Andreessen bei Twitter berichtet, der in einem Tweet angedeutet hatte, Indien habe es unter der Kolonialherrschaft besser gehabt. Da die Aussage im Rahmen einer Diskussion über Facebooks „Free Basics“-Programm gefallen ist und Andreessen auch im Facebook-Vorstand sitzt, hat sich Mark Zuckerberg offenbar genötigt gesehen, sich öffentlich von dem verbalen Ausrutscher zu distanzieren. „Ich fand die Anmerkungen zutiefst bestürzend, sie repräsentieren in keiner Weise Facebooks oder meine Denkweise“, schreibt der Facebook-Chef in einem Post. Zuckerberg erklärt, Facebook wolle allen Menschen eine Stimme verleihen, um ihre Zukunft zu gestalten – dazu brauche es allerdings auch ein adäquates Verständnis der Vergangenheit. Das vollständige Statement findet ihr hier.

Die besten Studentenbuden: 60 Millionen US-Dollar für student.com

Startup-News: Student.com will Studenten weltweit zur perfekten Unterkunft verhelfen.
Startup-News: Student.com will Studenten weltweit zur perfekten Unterkunft verhelfen.

Wer eine studentische Unterkunft im Ausland sucht, die möglichst nah an der anvisierten Hochschule liegt, wendet sich am besten an student.com – so will es zumindest das Londoner Startup, das heute eine kombinierte Series-B-und-C-Runde in Höhe von 60 Millionen US-Dollar verkündet hat. 2011 von Luke Nolan, Shakil Khan und John-Paul Jones gegründet, ist student.com heute in mehr als 100 Ländern aktiv und hat schon mehr als 200 Mitarbeiter. Die Plattform vermittelt Unterkünfte an Studenten, die es ins Ausland zieht – abgestimmt auf die gewünschte zeitliche Dauer und mit Support in ihrer Muttersprache. Neben Lead-Investor VY Capital sind auch Horizons Ventures, Expa und die Spotify-Gründer Daniel Ek und Martin Lorentzon an Bord. Mehr Infos gibts bei tech.eu.

Startup-News: Gruner + Jahr steigt bei Online-Designshop Pamono ein

Der auf Vintagemöbel und -design spezialisierte Onlineshop Pamono hat im Verlagshaus Gruner + Jahr einen prominenten Partner gefunden: Die Hamburger steigen neben den bestehenden Investoren Holtzbrinck Ventures, DN Capital und Atlantic Internet bei dem Berliner Startup ein, auch der VC-Arm des Medienunternehmens Ringier aus der Schweiz kommt neu hinzu. Die genaue Summe ist nicht bekannt. Für den kürzlich gegründeten, 50 Millionen Euro schweren „G+J Fund“ ist es das erste Investment: Über den Fonds will Gruner + Jahr Geld, vor allem aber auch Werbeleistung an Startups ausschütten und sich damit vielversprechende Akquise-Kandidaten aufbauen. Mehr dazu bei Horizont.

Hier findet ihr die Startup-News der letzten Tage. Ihr habt einen Tipp für unsere Redaktion? Schreibt @lojanna oder @hexitus bei Twitter!

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Lea Weitekamp
Wie Star-Investor Andreessen mit einem Tweet seine Fangemeinde vergrault [Startup-News] http://t3n.de/news/star-investor-andreessen-tweet-678691/ 2016-02-10T18:30:06Z
Investor Marc Andreessen ist für seine scharfzüngigen Kommentare auf Twitter bekannt. Jetzt ist er allerdings zu weit gegangen: In den Startup-News verraten wir euch mehr.

Investor Marc Andreessen ist für seine scharfzüngigen Kommentare auf Twitter bekannt. Jetzt ist er allerdings zu weit gegangen: In den Startup-News verraten wir euch mehr.

Darum hat Microsoft die iOS-App „Groove“ gekauft

Startup-News: Die App „Groove“ wird nach der Übernahme durch Microsoft eingestellt. (Foto: Zikera)
Startup-News: Die App „Groove“ wird nach der Übernahme durch Microsoft eingestellt. (Foto: Zikera)

Microsoft hat sich das kanadische Startup Zikera, das hinter der Musik-App „Groove“ steckt, einverleibt, wie unter anderem Venture Beat berichtet. Hintergrund des Aufkaufs ist allerdings weniger die Technologie. Vielmehr scheint Microsoft mit der Übernahme einen mehrmonatigen Namensstreit beendet zu haben: Im Juli 2015 hatte das Unternehmen verkündet, seinen Musikstreamingdienst von „Xbox Music“ in „Groove Music“ umbenennen zu wollen. Den Namen Groove hatte aber auch schon Zikera für seinen intelligenten Musikplayer, der seine Playlists an den Geschmack der User anpassen konnte, gewählt. Jetzt gehört Zikera samt Groove zu Microsoft – was auch für einen Acqui-Hire als weiteres Übernahme-Motiv spricht – und die Verwechselungsgefahr ist gebannt. Die App wird aus dem App Store genommen und nicht weiter aktualisiert. Bestehende Nutzer können die App aber weiter verwenden.

Marc Andreessen setzt sich auf Twitter in die Nesseln

Investor Marc Andreessen. (Foto: Joi / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Wer die VC-Szene auf Twitter regelmäßig verfolgt, hat bestimmt schon des Öfteren Gezwitscher von Marc Andreessen gelesen. Der populäre Investor von Andreessen Horowitz twittert gerne und viel, wobei er Themen aus seiner Arbeit und Branchen-Insights mit humorvollen Kommentaren kombiniert. Dass er als @pmarca auch vor Diskussionen nicht zurückschreckt, ist ihm heute allerdings mehr oder weniger zum Verhängnis geworden: Er, der auch Vorstandsmitglied bei Facebook ist, kommentierte in mehreren Tweets die Entscheidung Indiens, Facebooks „Free Basics“-Programm, das die Nutzung einzelner Apps und Services ohne Anrechnung auf das Datenvolumen vorsieht, zu verbieten. Aus Sicht der indischen Regulatoren verstößt das Programm gegen die Netzneutralität, für Andreessen ist es vielmehr eine Art „Entwicklungshilfe“ für arme Menschen, die sich sonst überhaupt kein Internet leisten können. Im Zuge der Diskussion erweckte er den Eindruck, Indien solle sich lieber einem „Internet-Kolonialismus“ beugen als keine Hilfe zu akzeptieren, da es aus eigener Kraft den Aufschwung nicht schaffe. Auch wenn Andreessen seinen kontroversen Tweet später löschte, gibt es ihn natürlich noch als Screenshot:

Nach anfänglichen Versuchen, die Situation herunterzuspielen, veröffentlichte Andreessen heute Vormittag doch noch eine Entschuldigung. Von einem Schuldeingeständnis ist auch dieser Tweet allerdings weit entfernt. Mehr dazu bei Re/Code.

40 Millionen: Karma Ventures legt neuen Fonds für europäische Startups auf

Europäische Startups können sich über einen weiteren, 40 Millionen Euro schweren Fonds freuen: Die in Luxemburg ansässigen Karma Ventures legen einen besonderen Fokus auf das Series-A-Funding und wollen damit eine Lücke schließen, die Gründer in Europa, wo es viel Early-Stage-Funding aber wenige große Investoren gibt, immer noch deutlich zu spüren bekommen. Der Fonds und seine Manager haben Wurzeln in Estland, weshalb ein Schwerpunkt auf estnischen Innovationen liegen soll. Aber auch das europäische Ökosystem als Ganzes soll unter die Lupe genommen und auf viel versprechende Startups abgeklopft werden. Zu den anvisierten Sparten zählen – nicht nur, aber auch – FinTech, EdTech, Cyber-Security und das Internet of Things. Mehr dazu bei TechCrunch.

Bezos, Gates und Schmidt: Diese Top-Manager sind die aktivsten Angel-Investoren

Viele der CEOs und Top-Manager aus dem Silicon Valley lenken nicht nur ihr eigenes Unternehmen, sondern geben nebenbei als Business Angels auch zahlreichen Newcomern Starthilfe. So haben etwa Googles Sergey Brin und Larry Page beide in Tesla investiert, Tony Fadell hält Anteile am Pflegedienst-Startup Honor und Google-Manager Bradley Horowitz hat mit frühen Investments in Slack und Dropcam den richtigen Riecher bewiesen. Das Magazin „The Information“ macht die Verbindungen zwischen den einzelnen Startups und ihren prominenten Geldgebern jetzt in einer Übersicht greifbar, die stetig aktualisiert werden soll. Eric Schmidt, Jeff Bezos und Bill Gates stehen ganz oben auf der Liste, aber auch Mark Zuckerberg und Tim Cook sind auf den oberen Rängen vertreten. Um die „Insider List“ einsehen zu können, müsst ihr allerdings eure E-Mail-Adresse an The Information preisgeben.

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Lea Weitekamp
Twitter führt die algorithmische Timeline ein – allerdings anders als du denkst! http://t3n.de/news/twitter-algorithmische-timeline-678604/ 2016-02-10T14:14:41Z
Twitter hat seine Timeline verändert und einen Mittelweg zwischen algorithmischer und chronologischer Ausgabe realisiert. Das Ergebnis klingt großartig!

Twitter hat seine Timeline verändert und einen Mittelweg zwischen algorithmischer und chronologischer Ausgabe realisiert. Das Ergebnis klingt großartig!

Neue Twitter-Timeline: Kompromiss zwischen algorithmischer und chronologischer Darstellung

Twitter-CEO Jack Dorsey reagiert auf Gerüchte um neue Twitter-Timeline. (Screenshot: @Jack)
Twitter-CEO Jack Dorsey reagiert auf Gerüchte um neue Twitter-Timeline. (Screenshot: @Jack)

Twitter hat seine Timeline jetzt doch überarbeitet. Dadurch ist es Nutzern möglich, sich die wichtigsten Tweets der letzten Stunden gesondert anzeigen zu lassen. Damit werden auch die Gerüchte um das Ende der chronologisch geführten Timeline endgültig entkräftet. Das US-Online-Magazin Buzzfeed hatte zuletzt Informationen gestreut, die jedoch von Twitter-CEO Jack Dorsey bestritten worden waren.

Im Detail sieht die Neuerung so aus: Sobald Twitter geöffnet wird, werden dem Nutzer die wichtigsten Tweets direkt am Anfang seiner Timeline angezeigt – beginnend mit den neuesten Aktualisierungen. Direkt darunter werden ihm alle anderen Tweets in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Wie gehabt, können Anwender per Klick die Timeline jederzeit aktualisieren. Wer die Funktion ausprobieren will, kann sie in den Einstellungen unter „Zeige mir die besten Tweets zuerst an“ aktivieren – es handelt sich also um einen Release via Opt-in.

Der globale Rollout läuft seit 15 Uhr und soll innerhalb der nächsten Wochen beendet werden. Die neue Option zur Anpassung der Timeline steht bei Twitter für iOS, Android und auf Twitter.com zur Verfügung.

Übrigens: Die Gerüchte um das Ende der chronologischen Twitter-Timeline haben in der vergangenen Woche nicht nur für Aufregung gesorgt, sondern vor allem auch Nischen-Netzwerken viel Aufmerksamkeit gebracht. Lest dazu auch die Aufgeweckt-Kolumne über GNUSocial.de: „Twitter-Alternative GNUSocial.de: Wie #RIPTwitter frischen Wind in die Microblogging-Szene bringt“

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Andreas Weck
Twitter-Alternative GNUSocial.de: Wie #RIPTwitter frischen Wind in die Microblogging-Szene bringt [Kolumne] http://t3n.de/news/gnusocial-microblogging-twitter-alternative-678177/ 2016-02-09T19:26:48Z
Das Ende der chronologischen Twitter-Timeline hat in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt. Vor allem Nischen-Netzwerke profitieren davon – und bekommen neue Aufmerksamkeit.

Das Ende der chronologischen Twitter-Timeline hat in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt. Vor allem Nischen-Netzwerke profitieren davon – und bekommen neue Aufmerksamkeit. Die Aufgeweckt-Kolumne zu GNUSocial.de.

Es war mal wieder einer dieser Reflexe: Als Buzzfeed in der vergangenen Woche erste Gerüchte über das nahe Ende einer chronologischen Twitter-Timeline veröffentlicht hat, empörte sich die Nutzerschaft und fragte nach Alternativen. Ein recht schnell in Umlauf geratener Gegenvorschlag fand sich in GNUSocial.de, einer deutschen Microblogging-Community, deren Dienst auf der gleichnamigen „GNU-social“-Technologie basiert. Damit wurde nicht nur irgendeine Twitter-Alternative genannt, sondern sogar eine, die auf den Grundgedanken des freien und offenen Internets aufbaut.

Von Internet-Konzernen gegängelte Nutzer wünschen sich seit Jahren solche dezentralen Plattformen. Dienste, die einen gemeinschaftlichen und keinen kommerziellen Plan verfolgen. Angebote, die Vernetzung zwar ermöglichen, den Anwender aber nicht zum Produkt degradieren. Über die Jahre sind viele dieser Alternativen gekommen und gegangen. Der bekannteste Service dürfte Diaspora sein – ein „Facebook-Killer“, wie es damals hieß.

Doch kaum eine Plattform schafft es tatsächlich, den Massenmarkt zu erobern. Nach einer anfänglichen Aufregung kam in der Regel die blanke Ernüchterung – der notwendige Netzwerk-Effekt blieb fast immer aus. Die Gemeinschaften blieben Nischen.

Ethik und Solidarität GNUSocial.de ist „eine Community von Microbloggern“... (Screenshot: t3n.de)
Ethik und Solidarität: GNUSocial.de ist „eine Community von Microbloggern“, die sich über einen weltweiten Verbund unabhängiger GNU-Social-Server organisiert. (Screenshot: t3n.de)

GNUSocial.de profitiert von Gerüchten um das Ende der chronologischen Twitter-Timeline

Auch das deutschsprachige GNUSocial.de profitiert derzeit von einem dieser Momente. Die Nutzerzahlen sind nach der Buzzfeed-Meldung schlagartig angestiegen. Auch andere Microblogging-Communities wie Quitter.se, Quitter.es oder GnuSocial.no bekommen ähnlich starke Aufmerksamkeit. Erstere kommt angeblich sogar auf 1.200 Neuanmeldungen in zwei Tagen.

Darüber können die kommerziellen Social-Media-Big-Player natürlich nur schmunzeln, harte Konkurrenz sieht anders aus. Dennoch sind es diese kleinen Nadelstiche, die hin und wieder auch ein Umdenken bei den Großen bewirken können – vor allem wenn es um die Neugestaltung von Datenschutz-Richtlinien geht.

GNUSocial.de kann auf gute Argumente verweisen, die den Umzug der Nutzer von Twitter beflügeln. Von dem Open-Source-Ansatz mal abgesehen, ist vor allem die Benutzeroberfläche eingängig, da sie im Grunde eine exakte Kopie des kalifornischen Dienstes darstellt. Anmelder erstellen sich ein Profil und bekommen ein @-Handle. Sie fügen eine Kurzbiografie, einen Link und den Wohnort ein.

Und auch die Timeline verläuft gewohnt chronologisch, was eben auch für den Buzz sorgte. Sie bildet bei Bedarf nicht nur die Aktualisierungen der Freunde und Bekannte ab, sondern lässt sich auch mit Inhalten großer Medienmarken wie der Tagesschau, FAZ_NET und taz.de füllen. Einige Unterschiede: Tweets heißen hier Queets und Anwender twittern nicht, sie quittern. Bemerkenswert zudem: Ein Queet darf bis zu 1.024 Zeichen enthalten.

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, denn Gegenargumente finden sich auch: Längere Ladezeiten sind ein nervenaufreibendes Übel. Ein Nutzer beschwert sich zudem darüber, dass er keine Queets verschicken kann. Es fehle eine Bestätigungs-E-Mail, die die Funktion freischaltet. Ein technischer Fehler, der sicher schnell behoben ist, jedoch im Zweifel darüber entscheidet, ob ein Anwender sich direkt wieder verabschiedet. Auf nimmer Wiedersehen quasi! Im Internet ist die nächste Alternative nur einen Klick entfernt, und der Nutzer hat oft sowieso nur die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches. (Anm. der Red.: Solange der Bug nicht behoben ist, können Nutzer sich auch selbst helfen: Einfach in den Einstellungen im Bereich E-Mail bei der Adresse den Remove-Button klicken und die gleiche Mail-Adresse noch mal angeben. Schon ist die Bestätigungs-Mail unterwegs.)

„Nutzer haben häufig die Aufmerksamkeits-Spanne eines Goldfischs!“

Dennoch ist es erfreulich, dass das Internet sich noch bewegen kann. Dass eben auch derartige Communities ihre Momente feiern und immer mal wieder aufflackern. Das Netz zentralisiert sich seit Jahren und wird von Internet-Giganten unter sich aufgeteilt.

Ganz vorne dabei sind natürlich Google, Facebook und Amazon, die zu Beginn der Digitalisierung durch große Innovationsleistungen ein starkes Wachstum hingelegt haben. Alltägliche Aufgaben, angefangen bei der Kommunikation zwischen Menschen über das Einkaufen bis zur Suche von Informationen wickeln die Konzerne ab.

Die Buzzfeed-Meldung hat sich übrigens kurze Zeit später in Wohlgefallen aufgelöst. Twitter-CEO Jack Dorsey hat inzwischen dementiert, dass die chronologische Timeline einer algorithmisch sortierten Version weichen muss. Für die Köpfe hinter GNUSocial.de bedeutet das vor allem neugewonnene Zeit, um aktuelle Probleme zu beheben. Und zwar solange, bis die nächste Aufregung für Aufmerksamkeit sorgt und eine neue Nutzerwanderung losbricht.

Vielleicht erleben wir ja dann die häufig herbeigesehnte Netz-Revolution!

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier. Hier könnt ihr dem Autor zudem auf Facebook und Twitter folgen.

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Andreas Weck
Ende der chronologischen Timeline: Twitter-CEO reagiert auf Unmut der User [Update] http://t3n.de/news/twitter-ende-chronologischen-677376/ 2016-02-07T08:41:49Z
Schon seit Jahren experimentiert Twitter an der Sortierung der Timeline herum. Die chronologische Variante soll langfristig einer algorithmischen Sortierung weichen. CEO Jack Dorsey dementiert jetzt …

Schon seit Jahren experimentiert Twitter an der Sortierung der Timeline herum. Die chronologische Variante soll langfristig einer algorithmischen Sortierung weichen. CEO Jack Dorsey dementiert jetzt allerdings die Berichte, dass die Neuerung schon nächste Woche kommt.

Update vom 7. Februar 2016: Nach der Aufregung über das Ende der chronologischen Timeline hat am Samstag CEO Jack Dorsey auf Twitter reagiert: „Ich möchte, dass ihr wisst, dass wir immer zuhören. Wir haben nie geplant, die Timeline nächste Woche neu anzuordnen.“

Damit spricht der Mitgründer einerseits die Vorwürfe an, dass das Unternehmen nicht auf die Wünsche der User eingehe. Er lässt auch die Frage offen, ob der Bericht nun falsch ist oder nicht. Die Betonung auf „nächste Woche“ deutet daraufhin, dass Twitter sehr wohl mit der Timeline experimentiert, aber die Änderungen noch nicht reif für den Launch sind. „Wir lieben Echtzeit! Wir wollen Twitter nicht weniger, sondern mehr live machen“, schreibt Dorsey weiter.

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Twitter-CEO Jack Dorsey versucht die Community zu beruhigen. (Bild: Screenshot)

The Verge hat indes mit Nutzern gesprochen, die zur Testgruppe für die neue Timeline gehören sollen. Demnach gibt es für die algorithmische Sortierung ein Opt-Out geben. Die nicht-chronologische Anordnung sieht demnach ähnlich wie das „While you were away“-Feature aus. Wenn User nach unten scrollen, sehen sie die neue Timeline, wenn sie zurück nach oben scrollen, sind die Tweets wieder chronologisch geordnet. „Ich habe mich schon daran gewöhnt, aber ich halte es immer noch für eine schrecklicke Idee“, wird ein Testuser zitiert.

 

Meldung vom 6. Februar: Die ersten Gerüchte über eine alternative Timeline-Sortierung gab es schon im Jahr 2014. Seitdem tauchte das Thema immer wieder in den Medien auf. Zum Ende des letzten Jahres gab es einige Nutzer, denen bereits die algorithmisch sortierte Timeline angezeigt wurde. BuzzFeed berichtet nun, dass das Feature schon in der kommenden Woche für die Öffentlichkeit ausgerollt werden soll.

Twitter-Hauptquartier in San Francisco. (Bild: Flickr-Anthony Quintano / CC-BY-2.0)
Twitter-Hauptquartier in San Francisco. (Bild: Flickr-Anthony Quintano / CC-BY-2.0)

Nervige Opt-In-Möglichkeit: Sortierung soll bei jedem Login zurückgesetzt werden

Die neue Sortierung soll zunächst als Opt-In-Möglichkeit umgesetzt werden. Das heißt, Nutzer können weiterhin die chronologische Sortierung wählen. Beta-Tester berichten allerdings, dass die Einstellung bei jedem Login neu gesetzt werden muss (ähnlich wie bei Facebook). Welche Kriterien der neue Algorithmus berücksichtigt, ist bisher nicht klar. Hauptzweck dürfte aber die Verbesserung des Verhältnisses von uninteressantem Rauschen zu relevanten Tweets sein. Allerdings ist dieses Verhältnis höchst subjektiv. Nicht jeder Nutzer interessiert sich für die Tweets mit den meisten Herzchen. Viele Nutzer schätzen Twitter gerade für die chronologische Sortierung.

Jack Dorsey will Twitter wieder populärer machen

Die Änderung der Timeline-Sortierung ist eine von vielen Maßnahmen, die Twitter dabei helfen soll wieder populärer zu werden. Der Dienst befindet sich in der Krise. Der neue CEO Jack Dorsey hat deswegen seit dem Ergreifen seines Postens bereits das Zeichenlimit für Direktnachrichten abgeschafft und die Favoriten-Funktion durch eine Like-Funktion ersetzt. Außerdem gibt es viele Gerüchte, dass auch bald das 140-Zeichen-Limit für Tweets fallen könnte.

via www.buzzfeed.com

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Moritz Stückler
„Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst“ – Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner im Interview http://t3n.de/news/sagt-homepage-stirbt-seite-676540/ 2016-02-03T15:26:53Z
Die Homepage ist tot, es lebe die Homepage. Während einige noch immer den Untergang der klassischen Startseite prophezeien, beweist Zeit Online, dass Desktop-Homepages auch in Zeiten von Facebook, …

Die Homepage ist tot, es lebe die Homepage. Während einige noch immer den Untergang der klassischen Startseite prophezeien, beweist Zeit Online, dass Desktop-Homepages auch in Zeiten von Facebook, Twitter und LinkedIn Pulse wachsen können.

Der jüngste Relaunch des Online-Portals hat die klassische Homepage wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt – mit einer klaren Struktur, einer reduzierten Navigationsleiste und einem opulenten Aufmacher. Die Nutzerzahlen steigen, und zwar rasant: Konnte die Website laut IVW im Jahr 2014 durchschnittlich gut 13.400.000 Homepage-Visits pro Monat verbuchen, waren es im darauffolgenden Jahr bereits über 14.400.000.*

Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)
Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)

Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online, hat den Umbau verantwortet – und ist heute froh, seiner einstigen Prognose über den Tod der Homepage damals nicht getraut zu haben. Nicht zuletzt deshalb sei er zurückhaltender geworden, was Prognosen zur Zukunft des Journalismus angeht, erklärt er im Gespräch mit OSK. Zu oft habe er Thesen geäußert, die „irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann wieder falsch“.

Mit Entwicklungen, die keinen erkennbaren Regeln folgen, kennt Wegner sich aus: Der studierte Physiker und Philosoph erforschte die Chaostheorie des Gehirns und hat ein Buch darüber geschrieben, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Unwahrscheinliche geschieht („Warum immer ich?“). Und auch für die Zukunft der Medien beweist der 46-Jährige großes Gespür. Als Chefredakteur von Focus Online hat Wegner die Website zu einem der am schnellsten wachsenden Nachrichtenportale im Netz entwickelt und mit mag10 Publishing ein Startup für Kreation und Vertrieb von Tablet-Medien gegründet. Als Kopf von Zeit Online hat er Formate wie das Live-Dossier entwickelt, eine Art langsames Liveblog – eine Antwort auf den Wunsch seiner Leser nach mehr Tiefe in der Onlineberichterstattung.

Im Gespräch mit OSK betont Wegner immer wieder, wie wichtig es sei, sich unvoreingenommen auf Neuheiten einzulassen – auch auf Entwicklungen wie Native Advertising, die in der Branche nicht unumstritten sind. Dabei wird deutlich: Wegner geht es um nichts Geringeres, als die Balance zu finden – zwischen der gigantischen Aufgabe, das Geschäftsmodell Journalismus zu sichern, und dem Anspruch, dessen Seele und Glaubwürdigkeit zu erhalten.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

(Screenshot: Zeit Online)
Mit seiner Homepage erreicht Zeit Online 13.400.000 Visits. (Screenshot: Zeit Online)

Qualitätsjournalismus ist Journalismus – die Unterscheidung ergibt für mich keinen Sinn. Journalismus ist, wenn jemand sich ehrlich bemüht, eine Geschichte wahrheitsgemäß zu erzählen. Egal in welchem Medium. Vor Jahren wurde etwa darüber gestritten, ob Blogger Journalisten sein können. Dieser Streit ist zum Glück überholt.

Und dennoch definiert sich der Journalismus gerade neu. Ich verfolge mit Interesse die Debatte um den Unterschied zwischen Redaktionen, die Journalismus machen, und Redaktionen, die dafür bezahlt werden, Unternehmen gut aussehen zu lassen. Der Unterschied ist fundamental. Wenn ein Wasserversorgungsunternehmen ein Medium zu Wasser finanzieren würde, wäre das kein Journalismus. Da gäbe es Denkverbote. Es ist immer problematisch, wenn ein Auftraggeber mit bestimmten Interessen die Berichterstattung im Interessengebiet finanziert. Erst wenn man die Firma im von ihr finanzierten Medium auch angreifen dürfte, würde es vielleicht interessant.

Die Diskussion um Native Content hat dazu geführt, dass sich auch große Redaktionen mit der Frage beschäftigen müssen, ob es neben dem Journalismus etwas geben darf, was Journalismus nur imitiert. Viele große internationale Medien haben schon eine Antwort gegeben und Einheiten für Native Advertising aufgebaut. Ich denke, dass wir das langfristig auch tun müssen. Die Kollegen bei ze.tt, unserem Angebot für jüngere Leser, erarbeiten gerade, wie man mit derlei bezahlten Inhalten umgehen soll. Wir bei Zeit Online trauen uns das im Moment noch nicht, zumindest nicht im gleichen Umfang. ze.tt ist für uns ein Test. Wir wollen sehen, ob das geht, ohne dass man dabei seine Seele verliert.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon zukünftig durchsetzen?

„Je mehr wir uns differenzieren, desto besser funktionieren wir.“

Die Online-Medien differenzieren sich derzeit stark aus, wie vielleicht vor einem halben Jahrhundert die Printmedien. Vor zehn Jahren waren Online-Angebote in Deutschland sich noch relativ ähnlich. Alle haben versucht, Spiegel Online oder Bild zu sein. Das ist heute anders. Heute suchen die Leser auch im Netz klare Marken mit einer eigenen Tonart und einer erkennbaren Haltung. Das führt dazu, dass Medien wie wir stark wachsen – obwohl unser Markenkern, das Komplizierte, Nachdenkliche und Ausführliche, eher ungeeignet ist für den digitalen Journalismus der alten Schule. Zeit Online ist derzeit eines der am stärksten wachsenden Angebote. Je mehr wir uns differenzieren, desto besser funktionieren wir.

Das wiederum hängt sehr stark zusammen mit der wachsenden Rolle von Social Media, und dort hauptsächlich Facebook. Bei uns ist nicht der Katzen-Content erfolgreich, es sind unsere langen, eigenständigen Geschichten. Die sind oft nicht besonders lustig. Aber es ist eben unser Sound, und offensichtlich ist es genau das, was das Netz derzeit belohnt. Leute teilen am liebsten Dinge, die eigenständig und neu sind. Niemand teilt die fünfzigste, identische Meldung zu einem Thema. Vor wenigen Jahren hat Wachstum im Netz noch anders funktioniert, denn da hat Google das Ökosystem noch alleine dominiert. Google News war lange eine Maschine, die Me-too-Journalismus belohnt, und ist es vom Ansatz her bis heute, deshalb arbeiten wir gemeinsam mit Google an einer Verbesserung des Algorithmus. Wenn alle über Merkel in Kreuth schreiben, erscheint das Thema in Google News. Eine eigenständige Recherche hingegen hat es schwer. Es sei denn, alle erzählen die exklusive Geschichte nach – dann landen gerne die Nacherzählungen oben, nicht die Quelle. Insofern haben die sozialen Netzwerke den digitalen Journalismus fundamental verändert, und zwar zum Besseren.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Die Themen kommen zu mir. So schrecklich sie ist, so großartig ist die Filter Bubble. Ich weiß, dass etwas automatisch meinen Filter passiert, wenn es auch nur halbwegs in meinem Interessengebiet liegt. Wenn irgendwo eine relevante Debatte entsteht, die mich interessiert, dann kann ich mich darauf verlassen, dass ich das in den ersten Minuten oder Stunden mitbekomme, immer bessere Tools helfen mir dabei. Der Rest ist klassisch: Ich lese immer noch einige hundert Feeds, ein Dutzend gebündelte Medien und erstaunlich viele Bücher, spreche mit Leuten, besuche Veranstaltungen, lebe.

4. Was musst und kannst du als Journalist zukünftig tun, um in der Flut des Contents gelesen und wahrgenommen zu werden?

Mich unterscheiden und klar machen, warum es wichtig ist, ausgerechnet mich wahrzunehmen. Und dahin gehen, wo die Leser hingehen. Wenn die Leser auf Facebook oder mit mobilen Geräten unterwegs sind oder bei Snapchat oder Instagram, dann müssen wir da eben auch sein. Egal, ob dort schon ein Geschäftsmodell existiert oder nicht.

Platz für Experimente wie zum Beispiel mit Native Advertising hat Zeit Online bei ze.tt. (Screenshot: ze.tt)
Platz für Experimente wie zum Beispiel mit Native Advertising hat Zeit Online bei ze.tt. (Screenshot: ze.tt)

Im Moment haben wir – so intensiv wie schon lange nicht mehr – eine Plattform-Debatte. Alle Großen versuchen zurzeit, die führende Medienplattform zu werden: Facebook etwa mit Instant Articles, Google etwa mit AMP (Accelerated Mobile Pages), Apple etwa mit News. Auch Twitter bringt alle paar Tage ein neues Feature für Medien heraus, um weiterhin der führende Medienkanal zu bleiben. Es ist noch recht neu für uns, dass jetzt um uns gebuhlt wird. Die Plattformen suchen den direkten Dialog und fragen, wie sie ihre Features besser entwickeln können, damit wir dort vertreten sind. Gleichzeitig haben wir natürlich große Angst davor, abhängig zu werden. Trotzdem glaube ich, dass wir hingehen müssen, wo die Reichweite wächst – wie derzeit beispielsweise auf Snapchat.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

„Wir müssen spielen.“

Wir müssen spielen. Andauernd erscheinen Neuheiten wie AMP oder Instant Articles. Jedes Mal stellen wir uns die Frage, ob das interessant und relevant ist. Ich habe gelernt, dass es relativ sinnlos ist, darüber zu reden, große Vorträge zu halten und politische Statements abzugeben. In der Regel ist es hilfreich, sich die Dinge kurz anzuschauen und direkt auszuprobieren. Zu sehen, ob es die User interessant finden, ob es uns hilft oder schadet – und danach zu entscheiden.

Wir brauchen also Medien, die in der Lage sind, sehr schnell solche neuen Dienste zu probieren und auch wieder auszuspucken, wenn sie uns nicht schmecken – um sie gegebenenfalls ein Jahr später noch einmal zu probieren. Dieses Spielerische ist wichtig. Es bedeutet, nicht immer gleich ein riesiges Ding daraus zu machen, wenn mal eine neue Option um die Ecke kommt. Man muss daran arbeiten, Prozesse intern so aufzusetzen, dass nicht alles zum Jahresprojekt wird. Nur so kann man effektiv herausfinden, ob ein neues Feature für einen interessant ist.

6. Wie verdient der Großteil der Medien zukünftig Geld?

Nicht mit dem nächsten großen Ding, sondern mit einem Kleintierzoo von Erlösmodellen, die ein bisschen schwierig zu pflegen sind. Manchmal büxt eins aus und man muss sich darauf konzentrieren, es wieder einzufangen. Wir sind bislang erfreulich erfolgreich damit, nicht nur auf eine Erlösquelle zu vertrauen. Wir haben sicher Dutzende von digitalen Erlösströmen, fünf bis sechs davon sind wirklich relevant, neben Anzeigen etwa auch verschiedene Marktplätze. Das ist komplex, aber in der Summe funktioniert es. Die Branche hat lange nach dem nächsten, großen Ding gesucht. Wahrscheinlich kommt es nicht.

7. Wie sehen das Mediengeschäft, journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

„‚Heute‘ ist viel wichtiger als ‚in fünf Jahren‘“.

Online-Journalisten werden oft aufgefordert, etwas zur Zukunft der Medien zu sagen, auch ich halte schon eine ganze Weile Vorträge dazu. Im Laufe der Zeit habe ich bemerkt, dass alle meine Thesen irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann fast alle wieder falsch. Das Beste, was man machen kann – denn wir müssen ja tatsächlich jeden Tag arbeiten, uns am Leben halten und möglichst guten Journalismus machen – ist, eine gewisse Demut gegenüber der Zukunft zu entwickeln. Es muss nicht so sein, dass Facebook in fünf Jahren noch wichtig ist. Wenn ich überlege, wie schnell ein Ökosystem wie das von Apple gewachsen ist und alle unsere Prognosen über den Haufen geworfen hat, dann gucke ich lieber, was wir in den nächsten vier bis acht Wochen machen oder in einem halben Jahr. „Heute“ ist viel wichtiger als „in fünf Jahren“.

Im Gegensatz zu vielen Angeboten wächst die Homepage bei Zeit Online, sagt Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)
Im Gegensatz zu vielen Angeboten wächst die Homepage bei Zeit Online, sagt Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)

Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst. Sie wächst sogar noch auf dem Desktop, obwohl wir immer mehr Mobilnutzer haben. Kannst du es mir erklären? Ich kann es mir nicht erklären. Es ist aber so – womöglich hat es mit unserer Art von Journalismus zu tun. Es ist hilfreich, gelegentlich eine Realitätsprüfung der eigenen Glaubenssätze vorzunehmen. Noch so eine Lehrbuch-Regel, die nicht gilt: Nach unserem Relaunch haben wir einen zusätzlichen Wachstumsschub erlebt. Das ist eher ungewöhnlich, denn oft fremdeln Nutzer zunächst, wenn sich ein altbekanntes Produkt stark verändert.

8. Welches Medium fehlt deiner Meinung nach heute auf dem Markt?

Es ist leider schon auf dem Markt, nämlich Medium, derzeit mein Lieblingsprojekt. Ich bin betroffen, dass ich es nicht gemacht habe. Es ist sozusagen die Apotheose der Blogs, ihre höchste Stufe. Es ist die angemessene Publikationsform in einer Welt, in der es Social Media gibt. Es ist die Publikationsform, in der ich Self-Publishing auf höchstem Niveau mit perfektem Design machen kann. Auch das Ökosystem funktioniert, etwa die Reichweitengenerierung. Und das Wichtigste: Es macht große Freude, da reinzuschreiben.

* Die IVW gibt die Nutzungsdaten unter anderem in sogenannten Kategorien-Visits an. Die oben angegebenen Zahlen spiegeln demnach Visits wider, die sich ausschließlich auf die Kategorie „Homepage des Angebots“ beziehen. Mehr Information zum Kategoriensystem 2.0 bei der IVW.

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Oliver Nermerich
Hype-App Peach ist jetzt auch am Desktop verfügbar http://t3n.de/news/hype-app-peach-desktop-verfuegbar-674815/ 2016-01-28T05:45:04Z
Die App des Vine-Gründers launcht eine abgespeckte Version für das Web. Das anfängliche Interesse an Peach hat in den vergangenen Tagen stark nachgelassen.

Die App des Vine-Gründers launcht eine abgespeckte Version für das Web. Das anfängliche Interesse an Peach hat in den vergangenen Tagen stark nachgelassen.

Peach-Macher bastelt Website

Peach geht steil, haben wir vor zwei Wochen über die neue Messaging-App des Vine-Gründers Dom Hofmann geschrieben. Da der Hype allerdings rasch nachließ, hat der Entwickler jetzt schnell eine Web-Version gebastelt. Bislang ist Peach nur für iOS verfügbar.

Um die Online-Plattform zu verwenden, ist eine Registrierung über die App erforderlich. Wer kein iPhone besitzt, bleibt vorerst von der Peach-Community ausgeschlossen. Die Funktionen der Web-Version sind überschaubar: Neue Freunde können nicht hinzugefügt werden, dafür wird der Feed automatisch aktualisiert, mit den Links- und Rechts-Tasten kann zwischen Freunden navigiert werden.

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Im Web hat die Messenger-Plattform Peach einen reduzierten Funktionsumfang. (Bild: Dom Hofmann)

Fokus auf Mobile

Hofmann betont, dass es sich bei der Website nicht um die offizielle Desktop-Präsenz handelt: „Ich habe sie in der Freizeit entwickelt“, behauptet er auf Product Hunt. Das Web habe außerdem keine Priorität für Peach, die Android-Version hingegen ist schon auf Schiene.

Das Interesse an der Plattform, auf der Freunde Bilder und Videos teilen können, hat nach dem gehypten Start stark nachgelassen. Die Download-Zahlen fielen laut einem Ranking von App Annie in der vergangenen Woche stark ab.

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Elisabeth Oberndorfer
Katzen-Content ist relevant – Twitter nicht wirklich: Chefredakteure diskutieren auf dem Deutschen Medienkongress http://t3n.de/news/katzen-content-relevant-twitter-673308/ 2016-01-22T12:32:09Z
Das Journalistendasein ist auch nicht mehr das, was es mal war. Zumindest dann nicht, wenn man für Onlinemedien arbeitet: Man muss früh aufstehen, sich für Zahlen interessieren – und auch mal …

Das Journalistendasein ist auch nicht mehr das, was es mal war. Zumindest dann nicht, wenn man für Onlinemedien arbeitet: Man muss früh aufstehen, sich für Zahlen interessieren – und auch mal mit den Kollegen Kaufleuten reden. Dies war eine Erkenntnis der Online-Chefredakteursrunde auf dem Deutschen Medienkongress. Die andere: Katzen-Content gehört rehabilitiert!

„Relevant ist das, was die Leser für relevant halten und deshalb lesen“, sagt Christin Martens, Chefredakteurin von Business Insider Deutschland. Am selben Tag hatte ihr Portal den Milliardenverlust der Deutschen Bank direkt neben einer Geschichte über Hunde im Büro platziert. Und natürlich hat die Hundenummer besser geklickt, bekennt Martens.

Die Online-Chefredakteursrunde auf dem Deutschen Medienkongress 2016. (Foto: dfv Conference Group
Die Online-Chefredakteursrunde auf dem Deutschen Medienkongress 2016. (Foto: dfv Conference Group)

Das ist der Knochen, auf den Gründerszene-Chefredakteur Frank Schmiechen anspringt. Hunde seien okay, aber: „Ich bin ein Fan von Katzen-Content. Wir alle sind doch auch im Arbeitsalltag Menschen mit Emotionen, und Katzen sind süß – also ist das sehr relevanter Content!“

Für interessante Inhalte wird es ein Geschäftsmodell geben

Und dieser erhöhe die Chancen aufs Geldverdienen. „Wenn genügend Leute bestimmte Inhalte oder Dienste interessant finden, dann wird es dazu auch ein Geschäftsmodell geben“, sagt Finanztip-Chef Hermann-Josef Tenhagen. So gesehen sei es jetzt doch eine „Traumwelt“ für Medienmacher und -unternehmer: „Man sieht immer direkt, was funktioniert.“

„Katzen sind süß – also ist das sehr relevanter Content“, sagt Gründerszene Chefredakteur Frank Schmiechen. (Foto: dfv Conference Group
„Katzen sind süß – also ist das sehr relevanter Content“, sagt Gründerszene Chefredakteur Frank Schmiechen. (Foto: dfv Conference Group)

„Wir alle sind doch auch im Arbeitsalltag Menschen mit Emotionen, und Katzen sind süß – also ist das sehr relevanter Content!“

Dafür müssten sich nun aber auch die Inhaltsproduzenten interessieren, fordert t3n-Chefredakteur Jan Christe. „Es ist essentiell, dass auch die Journalisten die neuen Geschäftsmodelle ihrer Branche verstehen.“ Sie müssten sich „auf Augenhöhe“ mit ihren Vertriebskollegen unterhalten, die Kaufleute nicht als Feinde sehen und gemeinsam neue Produkte entwickeln.

Ja, die Zeiten, in denen Journalisten lange ausschlafen konnten und sich nicht für Zahlen interessieren mussten, seien vorbei, stellt auch Schmiechen fest. Und für Verlage mit langer, erfolgreicher Print-Historie sei es schwieriger, Digital-Geschäftsmodelle zu finden als für Startups; Gründerszene jedenfalls mache Gewinn, auch dank Jobbörsen und Sponsored Posts. Bei Business Insider Deutschland sorgten Banner und Native Advertising für Umsätze, berichtet Martens. Und muss man auf jedem neuen Medienkanal mit dabei sein, ob nun Facebook oder Snapchat? Nein, sagt sie, doch es könne nützen, dies und das einmal auszuprobieren. Zum Beispiel Twitter? „Twitter ist in Deutschland als Distributionskanal nicht wichtig – ein Mikrokosmos, eher ein Medienthema.“

„Es ist essentiell, dass auch die Journalisten die neuen Geschäftsmodelle ihrer Branche verstehen“, sagt t3n-Chefredakteur Jan Christe. (Foto: dfv Conference Group
„Es ist essentiell, dass auch die Journalisten die neuen Geschäftsmodelle ihrer Branche verstehen“, sagt t3n-Chefredakteur Jan Christe. (Foto: dfv Conference Group)

Nur Obacht vor Facebook! Die Plattform wolle zum umfassenden Medienkanal für alle werden, warnt Schmiechen; hier dürften sich die Medien nicht in zu große Abhängigkeit begeben und müssten Alternativen aufbauen. „Anbieter, die die Nutzer in ihre geschlossene Welt holen wollen, sind keine guten Geschäftspartner für Verlage“, ergänzt Tenhagen.

Zum Schluss noch eine scheinbare Beruhigung für all jene, die wie t3n-Mann Christe darüber klagen, dass im Zukunftsmarkt Mobile die Vermarktung eklatant hinter der Nutzung hinterherhinke. „In ein paar Jahren wird unsere gesamte Umgebung voller Screens sein“, prophezeit Schmiechen. Da sollte man sich jetzt nicht allzu sehr grämen über die Frage, „wie man Werbung aufs Mäusekino Handy bringt“ – sondern schon weiter denken.

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HORIZONT Online
Periscope: Livestreams werden ab sofort nativ in Twitter abgespielt http://t3n.de/news/periscope-livestreams-twitter-670479/ 2016-01-12T12:30:18Z
Periscope gehört zu den spannendsten Apps derzeit, doch lange mussten Fans seit dem Ankauf durch Twitter auf eine Integration in den Kurznachrichtendienst warten. Jetzt ist es soweit.

Periscope gehört zu den spannendsten Apps derzeit, doch lange mussten Fans seit dem Ankauf durch Twitter auf eine Integration in den Kurznachrichtendienst warten. Jetzt ist es soweit.

Livestreaming als Trend – und Periscope als Auslöser

Livestreams sind neben Ephemeral Apps wie Snapchat einer der wichtigsten Social-Media-Trends für 2016 – mit ausgelöst durch Periscope, eine App, die seit März 2015 zu Twitter gehört. Seit dem Ankauf aber haben Fans von Periscope auf ein Feature sehnsüchtig warten müssen: die native Integration von Livestreams in Twitter selbst. Genau die hat das Unternehmen jetzt aber angekündigt.

In einem Tweet schreibt Periscope, dass Livestreams ab sofort direkt in Twitter abgespielt werden können – bislang hat der Link zu einem Livestream die separate Periscope-App geöffnet. In einem Post auf Medium.com schränken die Macher das neue Feature allerdings ein wenig ein: In den kommenden Tagen soll es erst mal nur für Nutzer der iOS-Apps ausgerollt werden, Android-Apps und die Twitter-Seite selbst sollen folgen.

Periscope: Livestreams starten via Autoplay

Livestreaming gilt als einer der wichtigsten Trends für 2016. (Bild: Shutterstock
Livestreaming mit Apps wie Periscope gilt als einer der wichtigsten Trends für 2016. (Bild: Shutterstock

Twitter behandelt Periscope-Streams dabei wie andere Videos, was bedeutet, dass sie via Autoplay direkt abgespielt und mit einem Klick auf Vollbild vergrößert werden können. Darüber hinaus können Tweets, die einen solchen Livestream beinhalten, bislang noch nicht eingebettet werden, was es Seitenbetreibern noch leichter möglich gemacht hätte als bisher, Livestreams für ihre Nutzer anzubieten, ohne in eine eigene Infrastruktur investieren zu müssen.

Twitter vergrößert mit dieser Integration vor allem die Reichweite von Periscope-Streams. Und: Das Unternehmen bindet so auch mehr Video-Content in seinen Dienst ein als bislang – eine wichtige Strategie im Kampf um die Video-Vorherrschaft im Netz, der derzeit noch von Plattformen wie Facebook und YouTube dominiert wird.

In Sachen Marketing können auch Tweets mit einem Livestream genauso promoted werden wie andere Tweets, Werbung via Preroll-Ad wie bei anderen Twitter-Videos wird jedoch vorerst nicht möglich sein. Bleibt abzuwarten, ob die Integration ein erster Schritt hin zu einer vollständigen Verschmelzung von Twitter und Periscope ist – oder ob das Unternehmen beide Produkte getrennt voneinander weiterentwickelt.

Periscope
Entwickler: Twitter, Inc.
Preis: Kostenlos

Periscope
Entwickler: Twitter, Inc.
Preis: Kostenlos
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Florian Blaschke
Studie: Darum verbreiten sich Fehlinformationen bei Facebook und Co. wie ein Lauffeuer http://t3n.de/news/social-media-fakes-facebook-670311/ 2016-01-12T05:18:56Z
Fehlinformationen scheinen sich über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter häufig wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Forscher aus den USA und Italien haben jetzt untersucht, woran das liegt – …

Fehlinformationen scheinen sich über wie oder häufig wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Forscher aus den USA und Italien haben jetzt untersucht, woran das liegt – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Facebook: Nutzer ignorieren konträre Meinungen

Fehlinformationen breiten sich über Facebook oder Twitter offenbar rasant aus. Eignen sich soziale Netzwerke also besonders gut für Hetze oder Verschwörungstheorien? Diesem Phänomen sind Forscher der Universität La Sapienza in Italien und der US-amerikanischen Boston University nachgegangen. Ihren Untersuchungen zufolge suchen Facebook-Nutzer bewusst nach Informationen, die ihre Meinung bestätigen. Konträre Meinungen und auch sogenannte Faktenchecks werden dagegen ignoriert.

Facebook: Nutzer bestärken sich in ihrer Meinung – manchmal auch, wenn diese sich als Fehlinformation erweist. (Bild: georgemphoto / Shutterstock.com)
Facebook: Nutzer bestärken sich in ihrer Meinung – manchmal auch, wenn diese sich als Fehlinformation erweist. (Bild: georgemphoto / Shutterstock.com)

Die Nutzer tendierten dazu, Inhalte, die einem bestimmten Weltbild entsprächen, auszuwählen und zu teilen. Der Rest werde ignoriert, heißt es dazu in der Studie (PDF). Auch interessant: Die Forscher entdeckten zahlreiche Gruppen, die verfälschte Inhalte teilen oder unbegründete Gerüchte verbreiteten. Die Mitglieder solcher Gruppen seien meist stark untereinander vernetzt, so dass sich auch dadurch die schnelle Verbreitung von Fehlinformationen erklären ließe.

Forscher analysierten 67 Facebook-Seiten

Die Mitgliedschaft in einer solchen Gruppe hat den Wissenschaftlern zufolge noch weitere Effekte. So bestärken sich die Mitglieder gegenseitig in ihrem Glauben an bestimmte Informationen. Die Gemeinschaft gewinne zudem an Selbstbewusstsein und verteidige ihre Positionen umso heftiger gegenüber Nutzern mit anderen Meinungen. Die Forscher hatten in einem Zeitraum zwischen 2010 und 2014 öffentliche Postings auf insgesamt 67 Facebook-Seiten analysiert, auf denen unter anderem Verschwörungstheorien oder Fehlinformationen verbreitet oder über wissenschaftliche Themen diskutiert wurde.

Sogenannte Faktenchecks helfen offenbar nicht, um die Verbreitung von Fehlinformationen einzudämmen. Das hat eine weitere Studie ergeben (PDF). Demnach lassen sich nur wenige Nutzer durch eine Auflistung von Fakten von ihrer Meinung abbringen. Der Untersuchung nach, wird der Glaube an die Fehlinformation durch den Versuch der Aufklärung oft sogar noch bestärkt.

Auch interessant in diesem Zusammenhang ist der t3n-Artikel „Studie: Abhängig von Facebook? Das sind die Gründe dafür“.

via futurezone.at

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Jörn Brien