E-Commerce

Alle unter einem Dach: Multistore

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Beispiel: Ein Shop, der neben einem Fahrrad mit den gewünschten Kriterien auch passende Ersatzteile sowie eine scheinbar objektive Möglichkeit zum Austausch mit anderen Kunden liefert, wirkt souverän und kommt auch künftig als erste Adresse für weitere Käufe in Betracht. In diesem Fall hat sich die Fokussierung auf das Sortiment ausgezahlt.

Ergeben sich aus einem Shopangebot allerdings mehrere Tätigkeitsfelder, kann es sich lohnen, die Produktpalette in verschiedene Untershops mit jeweils eigenen Ausrichtungen zu splitten. Dieses Konzept nennt sich Multistore und ermöglicht gewissermaßen die Quadratur des Kreises: Der einzelne Shop nutzt sein Spezialisten-Image, doch der dahinter stehende Händler belegt gleichzeitig mehrere Sparten.

Erfolgreiches Praxisbeispiel: Yatego

Stephan Peltzer, Geschäftsführer des Online-Marktplatzes Yatego,
empfiehlt das Multistore-System jedem Händler, der Produkte aus mehreren
Segmenten anbietet. „Mit der Spezialisierung eines Shops steigt seine
Nutzerfreundlichkeit, da sich das Warenangebot viel übersichtlicher
präsentieren lässt“, erklärt er. Der exakte Zuschnitt auf eine Zielgruppe
vereinfacht auch die Werbemaßnahmen. „Weil sich die Kunden schnell einen
Überblick verschaffen können, steigt die Konversionsrate und es kommen
mehr Bestellungen zum Abschluss“, fasst Peltzer seine
Erfahrungen zusammen. „Außerdem wirkt diese Aufteilung sich auch in den
Suchmaschinen vorteilhaft aus.“

Interview mit Hubert Danelzik, der auf der Plattform Yatego den Shop
strandkorb.yatego.com betreibt.

Welche Vorteile sehen Sie darin, Ihr Sortiment in mehrere Onlineshops zu teilen?

Die Suchmaschinen finden den Multistore leichter, weil alle Keywords
aus einem Themenbereich kommen. Der zweite Vorteil ist, dass der Kunde
sozusagen in einem Spezialshop landet und ohne Umwege nach seinem
Produkt suchen kann. Der Shop wirkt kompetenter.

Wie verweisen Sie auf Produkte Ihrer anderen Shops?

Ich nutze das Cross-Selling nur für Artikel aus dem jeweiligen Shop.
Von dem Wechsel in andere Shops durch Cross-Selling halte ich nichts.
Das verwirrt nur.

Ist das Multistore-System für alle Händler geeignet?

Wenn die angebotenen Produkte zu unterschiedlichen Bereichen gehören,
denke ich auf jeden Fall, dass das Multistore-Konzept geeignet ist. Wer aber beispielsweise nur Artikel für
den Garten führt, wäre mit „einem Shop für alles“ wohl besser bedient.
Bei meinem Sortiment ist die Multistore-Lösung gerade richtig.

Maximaler Nutzen bei minimalem Aufwand

Die auch als „Master&Slave-Konzept“ bekannte Strategie bietet dem Betreiber erhebliche zusätzliche Vorteile.

Für die Administration der getrennten Internetpräsenzen ist kaum mehr Aufwand nötig als für einen einzigen Shop. Dazu verhilft unter anderem eine Software, die sich nahezu beliebig verzweigen lässt. Darin ist etwa ein neuer Artikel lediglich im Master-Shop anzulegen. Die Übertragung in ausgewählte Slave-Shops erfolgt automatisch und nach individuell definierbaren Regeln. Da der Warenkorb für alle angeschlossenen Shops zentral geschaltet ist, muss der Betreiber Zusatzinformationen, etwa die jeweils angezeigte Sprache, Versandgebühren oder Währungen, nur ein einziges Mal einstellen. In besonders ausgefeilten Master&Slave-Konzepten lassen sich für verschiedene Shops sogar unterschiedliche und zielgruppenorientierte Produktbeschreibungen verwalten.

Auch auf das Ranking in Suchmaschinen kann sich das Konzept positiv auswirken. Einige Experten aus dem E-Commerce vertreten die Auffassung, dass spezialisierte Shops grundsätzlich höher bewertet werden als Allrounder und entsprechend bessere Platzierungen in den Trefferlisten erzielen.

Bei einer Expansion ins Ausland führt dieses System schneller zur Glaubwürdigkeit bei den Kunden. Ein großer Vorteil ist, dass es die Einrichtung von Landesdomains sowie der dazu passenden Sprach- und Designversionen erleichtert. Im Idealfall sinkt der Aufwand für die Platzierung eines Untershops so weit, dass die damit verbundenen Kosten bereits nach kurzer Zeit eingespielt sind. Überdies schmälert diese Expansion die Umsätze des Master-Shops nicht.

Die Variationen des Systems sind sehr vielfältig. Einige Onlinehändler bieten dieselben Produkte in unterschiedlichen Präsenzen an. Dann unterscheiden sich die Shops meist lediglich durch das Design, andere Serviceleistungen und vor allem durch unterschiedliche Produktpreise. Der eine Onlineshop kann gezielt auf gehobene Ansprüche gerichtet sein, während der andere als Billiganbieter positioniert ist.

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Ein Kommentar
Maik
Maik

Hallo,

ich habe gerade den Artikel in der Printausgabe gelesen. Als Beispiel für das „Master & Slave“ – Konzept wird unter anderem http://www.vinexus.de und http://www.finesttastes.de erwähnt. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei einem bestimmten Produkt auf beiden Website eine identische Beschreibung verwendet wird.

Ergibt sich daraus nicht schnell ein Problem in Sachen „Doppelter Inhalt“?

Viele Grüße!