E-Commerce

Von Türöffnern, hübschen Bräuten und leeren Kassen: Alternative Vergütungsmodelle unter der Lupe

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In den bisher umrissenen Beispielen standen sich tendenziell überschaubare Leistungen gegenüber. In letzter Zeit häufen sich allerdings Fälle, in denen ein in dieser Hinsicht auffälliges Ungleichgewicht besondere Herausforderungen an Vereinbarung und konkrete Vertragsgestaltung stellt.

Die grundsätzliche Situation ist für fast jedes Projekt schematisierbar: Jemand hat etwa ein viel versprechendes Webprojekt im Kopf, aber kaum Geld für die Verwirklichung. Selbst vollständig überzeugt vom großen Wurf, macht er sich auf die Suche nach Mitstreitern: Programmierer, Gestalter, Texter, Redakteure, Marketing- und Vertriebsexperten, vor allem aber Investoren. Erste Interessenten sind Programmierer, die zur schnellen Entwicklung eines Prototyps überredet werden, um potenzielle Finanziers konkreter ansprechen zu können. Für die Programmiertätigkeit wird eine relativ geringe Vergütung vereinbart.

Die Programmierer machen sich an die Arbeit, in der Konzeption bereits den späteren Erfolg im Blick, um Redundanzen und Mehraufwand in der Programmierung zu vermeiden. Die Seite wächst, und mit jeder realisierten Applikation ergeben sich neue Möglichkeiten. Der Initiator des Projekts plant erste regionale Messeauftritte, artikuliert Verbesserungswünsche, erbittet marketingwirksame Zusatzapplikationen, immer mehr Arbeitszeit fließt in das Werk, und schnell befindet man sich weit jenseits der vereinbarten Entwicklungssumme für den Prototypen.

Weitere Beteiligte betreten die Bühne: Texter formulieren probeweise Zielsetzung und Philosophie und kümmern sich im Zusammenspiel mit Redakteuren um erste beispielhafte, vor allem aber plakative Inhalte. Eine Vergütung findet nur in geringem Umfang statt; der Motivationsfaktor ist neben der Erarbeitung eines smarten Referenzobjekts zumeist allein die Zusage des Initiators, die Leistungen später anteilig zu vergüten. Und hier beginnen nicht selten die Probleme, da die Formulierung „anteilig vergüten“ nur wenig Aussagekraft über die tatsächliche Höhe der Vergütung hat. Die ersten Mitarbeiter äußern bald Zweifel und fordern schriftliche Vereinbarungen über Beteiligungen ein; wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, an dem eine nicht unwesentliche Arbeit schon erfolgt ist! Der Initiator windet sich und sagt eine prozentuale Beteiligung an einer noch zu gründenden Gesellschaft zu, die das Webprojekt zukünftig betreiben soll. Die Arbeiten laufen – wenn auch mit deutlich weniger Elan – weiter. Ein sofortiger Ausstieg, der bei rationaler Abwägung die einzig passende Reaktion wäre, zumindest aber die sofortige Einstellung weiterer Arbeiten wird kaum in Erwägung gezogen, denn „schon morgen könnte ja Geld fließen, und dann ist man nicht mehr dabei…“

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