Ratgeber

Token-Sales in der Ethereum-Blockchain: Funding unchained

(Bild: Shutterstock/ Wit Olszewski)

Binnen Minuten sammeln Unternehmen Millionensummen ein, Investoren erzielen Gewinne im dreistelligen Prozentbereich: Die Blockchain macht völlig neue Finanzierungsmodelle möglich. Der Hype hat aber auch seine Schattenseiten: An einigen Stellen erinnert er stark an die Dotcom-Blase.

Ein Startup ohne fertiges Produkt sammelt mittels Crowd­finanzierung binnen zehn Minuten 12,5 Millionen US-Dollar ein und ist auf einen Schlag 300 Millionen US-Dollar wert. In nur zwei Monaten steigt die Bewertung auf drei Milliarden US-­Dollar, und auch die frühen Investoren freuen sich über satte Gewinne. Möglich machen das die Blockchain und Token-Sales.

Das Beispiel des Startups Gnosis zeigt, wie groß aktuell die Begeisterung über die Blockchain ist. Spätestens seit Anfang des Jahres kennt die Euphorie kein Halten mehr. Egal in welcher Branche man sich umguckt – fast alle wollen irgendetwas mit der neuen Technologie machen. Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether mit teils märchenhaften Wertsteigerungen von bis zu 4.000 Prozent in nur wenigen Monaten haben das Thema Blockchain in die öffentliche Wahrnehmung gebracht. Auch wenn Bitcoin immer noch die wertvollste und bekannteste Kryptowährung ist, setzen viele mittlerweile auf Ethereum, die Plattform hinter Ether.

Die Unternehmensbewertung der Marktprognose-­Plattform Gnosis steigerte sich in zwei Monaten von 300 Millionen auf drei Milliarden US-Dollar. (Screenshot: Coinmarketcap)

Ethereum hat sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre nach einem erfolgreichen Crowdsale zeitweise zu einer Art Star unter den unterschiedlichen Blockchains gemausert. Die Technologie versammelte binnen kurzer Zeit viele Entwickler, Institutionen und Konzerne hinter sich. So haben sich beispielsweise Unternehmen wie BP, Intel, Microsoft und die UBS zur Ethereum Alliance zusammengeschlossen. Experten sprechen von DApps, Smart-Contracts und Virtual Machines. Was steckt dahinter? Warum sind Startups so wild auf die neuen Möglichkeiten? Und worauf müssen die achten, die investieren wollen?

Was genau ist eigentlich ein Token?

Der Vorteil der Ethereum- gegenüber der Bitcoin-Blockchain besteht darin, dass Ethereum sowohl verteilte Apps (DApps) als auch Smart-Contracts ermöglicht. Letztere Eigenschaft ist so außergewöhnlich, weil diese in Code geschriebenen Verträge das neue Finanzierungsmodell erst ermöglichen, das die Startup-Finanzierung derzeit auf den Kopf stellt: Token-Sales.

Startups haben mit Hilfe des neuen Finanzierungsmodells bisher mehr als eine Milliarde US-Dollar von Investoren eingesammelt. Dabei können viele Unternehmen lediglich eine Idee oder ein Konzept vorweisen – so wie Gnosis. Fertige Produkte oder Dienste sind noch selten. Das ist für Investoren einerseits ein großes Risiko, birgt andererseits aber auch die Chance, sich schon früh zu positionieren.

Das Prozedere erinnert entfernt an Initial Public Offerings (IPO). Auch deswegen sprechen viele bei der Ausgabe von Token fälschlicherweise von einem Initial Coin Offering (ICO). Der Unterschied liegt im Detail: Von einem ICO spricht man, wenn ein Unternehmen neue Altcoins – also eine auf einer alternativen Blockchain aufsetzende Kryptowährung – einführt. Coins fungieren entsprechend in erster Linie als Wertanlage. Tokens verwalten dagegen weit komplexere Strukturen.

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