Software & Infrastruktur

Venture Capital bringt Open Source an den Aktienmarkt: Börsengang 2.0

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Es gibt sie, die Beispiele für zumindest finanziell erfolgreiche Firmenverkäufe: der deutsche Linux-Distributor Suse etwa, der jetzt zu Novell gehört, oder Middleware-Spezialist JBoss, mittlerweile unter dem Dach von Red Hat. Dass aber alle genannten und viele weitere ungenannte Open-Source-Firmen ihre Käufer finden, ist eher unwahrscheinlich, zumal die Integration eines Open-Source-Unternehmens für ein traditionelles Softwarehaus durchaus eine Herausforderung darstellen kann. Novell musste das beim Kauf von Suse erfahren. Selbst die Hochzeit von JBoss und Red Hat, immerhin zwei Open-Source-Urgesteine, scheint nicht ganz ohne (zumindest atmosphärische) Spannungen abzugehen.

Open Source geht an die Börse

Es gibt schon eine Reihe von Open-Source-Firmen an der Börse. Um die Jahrtausendwende – die Dot-Com-Blase war gerade zum Platzen angefüllt – wagten in kurzer Folge mehrere Linux-Firmen den Schritt aufs Börsenparkett. Red Hat, heute eines der weltweit wichtigsten Open-Source-Unternehmen, machte 1999 den Anfang. Derzeit liegt der Preis der mit einer Vervielfachung ihres Wertes
gestarteten Red-Hat-Aktie, die mittlerweile an der New York Stock
Exchange (NYSE) gehandelt wird, ungefähr in Höhe des Ausgabekurses.

Allerdings wurde die Aktie Anfang 2000 im Verhältnis 2:1 gesplittet. Die Marktkapitalisierung liegt damit bei über vier Milliarden US-Dollar. Wenige Monate später folgte VA Linux – damals noch ein Anbieter von Linux-Servern, heute als VA Software unter anderem Betreiber des wichtigsten Open-Source-Hosters SourceForge – mit einem Rekordbörsengang. Damals hat sich der Preis der Aktie schon am ersten Handelstag verachtfacht. Mittlerweile dümpelt die VA-Software-Aktie deutlich unter Ausgabekurs.

Bei Linux-Distributor Caldera, mittlerweile als SCO Group in juristische Händel mit dem Rest der Linux-Welt verstrickt, war die Nachfrage im März 2000 bereits geringer. Die Aktie wird derzeit für etwa einen US-Dollar gehandelt, nachdem sie angesichts abnehmender Aussichten auf Erfolge in den Prozessen gegen IBM und Novell seit vergangenem Sommer kräftig an Wert verloren hat. Um die Liste der Linux-Firmen an der Börse komplett zu machen: 2001 ging Mandriva (damals noch MandrakeSoft) an die Pariser Börse und seit 2005 werden Aktien des auf Asien konzentrierten Anbieters TurboLinux in Japan gehandelt.

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