E-Commerce

Die Brücke zwischen Offline und Online: So zahlen sich QR-Codes aus

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QR-Codes im Printbereich

Die Art der Nutzung von QR-Matrizen im Printbereich wie in Zeitschriften oder Werbeprospekten ist zwar die gleiche wie bei
Codes im öffentlichen Raum, die
Nutzungssituation des Users ist aber eine andere: Er ist weniger im
Stress und so auch aufmerksamer. So ergeben sich
auch andere Aspekte, die es zu beachten gilt.

QR-Codes sollten Nutzer immer direkt zur Zielseite führen. Wenn beispielsweise ein Online-Katalog in einer Printanzeige beworben wird, sollte der User über den Code natürlich auf genau diese Katalog-Seite und nicht die Homepage gelangen. Egal, ob mobil optimiert oder nicht. Mobil optimierte Landingpages sind häufig besser nutzbar, die mobile Landingpage kostet aber auch mehr Geld. Der erste Schritt sollte dabei die QR-Code-Nutzung sein, der zweite die Optimierung der Landingpage.

Oft sind Quick-Response-Codes in Werbeprospekten auf den letzten Seiten zu finden. Es gibt nur selten Prospekte, bei denen Produktdarstellungen direkt mit Codes angereichert sind. Als negative Beispiele lassen sich unter anderem die Unternehmen Media Markt, Fressnapf oder Praktiker anführen: Trotz erklärter Multichannel-Strategien sind Produktdarstellungen in deren Prospekten nicht über QR-Codes mit dem entsprechenden Online-Shop verknüpft. Die Firma Medimax hingegen versieht Produktbeschreibungen in ihren Wochenprospekten mit eigenen QR-Codes, die direkt auf die jeweils passende Seite mit Bestellmöglichkeit führen.

QR-Codes im Netz

Die Verwendung von QR-Codes im Netz erscheint auf den ersten Blick widersinnig, der potenzielle Kunde ist ja bereits online. Trotzdem findet man sie auch online, beispielsweise als Facebook-Profilbild oder als Teil eines Werbebanners. Welchen besonderen Nutzen könnten solche QR-Codes haben?

QR-Code Google-Kampagne

Der QR-Code führt zum Kampagnen-Tool von Google.

Ein sinnvoller Einsatz ist sicherlich die Weiterleitung auf einen App-Download auf dem Smartphone oder der Anruf einer Telefonnummer. Weiterhin darf man auch nicht die Nutzer vergessen, die Webseiten ausdrucken. QR-Codes könnten dabei helfen, diese Nutzer später wieder auf die Webseite zu bringen. Wenig sinnvoll ist der Verweis auf ein Facebookprofil aus Facebook heraus oder der Aufruf einer regulären Webseite. Da der Nutzer bereits online ist und da der Scan eines QR-Codes in der Regel mit der Smartphone-Kamera abläuft, provoziert man mit dem Angebot eines QR-Codes in solchen Fällen einen Medienbruch. Dieser Bruch ist dem Nutzererlebnis nicht zuträglich und sollte wohlüberlegt sein.

Nutzen messen

Ohne Tracking können Besucher über QR-Codes nicht von sonstigen Usern im Webanalyse-Tool unterschieden werden. Und ohne diese Informationen werden sich weitere Investitionen in die QR-Code-Nutzung, beispielsweise mobile Landingpages, nur schwer rechtfertigen lassen. Sinnvoll ist es da, URLs mit einem Kampagnen-Referrer zu kennzeichnen. Für diesen Zweck gibt es entsprechende Tools, beispielsweise von econda, etracker und Google.

Fazit

QR-Codes liefern unabhängig vom Einsatzort eine schnelle Antwort/Reaktion. Das Adjektiv quick (Englisch: schnell, flott) bezieht sich dabei sowohl auf die Nutzungsweise, wie auch auf den durch das Scannen ausgelösten Prozessablauf. Response (Englisch: Antwort, Reaktion) ist sowohl Ziel als auch Zweck – Rückmeldung vom Nutzer sammeln und gleichzeitig Informationen übermitteln. Die Codes sind somit mehr als nur ein einfaches Bindeglied: Vielmehr katalysieren sie den Informationsaustausch zwischen offline und online.

Im Verbund mit Themen wie Multichannel-E-Commerce oder Customer-Journey spielen QR-Codes deshalb eine wesentliche Rolle, jedoch kann die „weltenverbindende“ Technologie auch unabhängig von solchen Konzepten funktionieren und genutzt werden. Die kleinen Kästchen bieten dabei viel mehr als nur ein zusätzliches Gimmick. Sie stellen eine kreative Möglichkeit dar, direkt zu kommunizieren und Daten bereitzustellen.

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7 Kommentare
Heike Scholz

„Wenn beispielsweise ein Online-Katalog in einer Printanzeige beworben wird, sollte der User über den Code natürlich auf genau diese Katalog-Seite und nicht die Homepage gelangen. Egal, ob mobil optimiert oder nicht. “

Ich muss hier widersprechen. Es ist auf keinen Fall egal, ob der QR Code auf eine mobil optimierte Seite verweist oder nicht. Wir sehen derzeit so viele QR Codes, die offensichtlich ohne viel Nachzudenken irgendwo hin gepappt werden und schlicht auf die nicht mobile optimierte Startseite des Anbieters linken. Das ist Murks und zwar ganz großer. Wenn man das kleine Budget für eine gute User Experience nicht investieren will, dann sollte man ganz die Finger von den QR Codes lassen. Auch wenn manche immer noch glauben, die QR Codes wären neu, innovativ oder sonst etwas in der Richtung.

Antworten
Michael Holdcroft

Ich stimme voll und ganz zu @Heike. Dazu kommt noch wo QR-Codes angeboten sind. Zu meist an Stellen wo es keine Möglichkeit gibt sie zu scannen, z.b. eine belebte Verkehrskreuzung ohne Publikumsverkehr. Man sieht sie im vorbeifahren und schwups, ist sie weg :-). Das gibt es bei uns tatsächlich ….

Antworten
Michael Holdcroft

Ich habe vergessen: Wohin ein Code führt oder wofür ein Code eigentlich ist, wird nicht genannt. Somit sind sie meist nutzlos,

Antworten
NW

Ich muss Heike da absolut zustimmen, ein QR-Code auf eine Webseite die nicht mobil optimiert ist, das ist ein No-Go. Mehr davon in meinem eBook auf http://www.scanity.mobi/

Antworten
Thomas Ströhr
Thomas Ströhr

Schöner Artikel, ich kann mich aber Heike hier im Kommentar nur anschließen. Ich finde es ist durchaus wichtig das der User „lernt“ das ein QR Code auch einen Mehrwert bietet. Und scanne ich einen der zahlreich existierenden Codes in heutiger Werbung lande ich zu 85% auf einer nicht optimierten Seite die mein smartphone Browser total überfordert. Folge: Sehr hohe Exit Rate und ein unzufiredener Anwender der wenn er mehrfach durch QR Codes enttäuscht wurde diese in Zukunft vielleicht garnicht mehr scannt.

Wir verwenden aktuell mehrere Dienste um QR Codes auch sinnig zu nutzen und zu tracken. Aktuell präferiere ich eine Mischung aus http://etracker.com oder http://ucardo.com

Letzteres vermehrt da wir einfach keinen Stress mehr haben und trotz Kurz URL getrackt werden kann.

Ich hoffe das dieser „Missbrauch“ von QR Codes im Marketing mal aufhört denn das zerstört unterm Strich nur den Nutzen der Codes.

Antworten
Manuel Eckardt

@Heike ich teile deine Meinung sowohl über die bessere Nutzbarkeit einer mobil optimierten Zielseite, als auch über die Sinnlosigkeit der Startseiten-Verlinkungen.
Bei den „kleinen Kosten“ für mobile Websites habe ich eine andere Meinung und Erfahrung. Deshalb empfehle ich:

„Mobil optimierte Landingpages sind häufig besser nutzbar, die mobile Landingpage kostet aber auch mehr Geld. Der erste Schritt sollte dabei die QR-Code-Nutzung sein, der zweite die Optimierung der Landingpage.“

Ganz die Finger von QR Codes zu lassen, nur weil man noch keine mobilen Landingpages hat halte ich für zu radikal. Eine gut programmierte Website ist normalerweise auch auf Smartphones nutzbar, wichtig ist auf eine wirklich relevante, informative Seite zu linken.

Antworten
Sharif Thib

Völlig bei @Heike – nicht nur berufsbedingt als Anbieter mobiler Websites. Eine nicht optimierte Seite ist ein Graus und sorgt doch gerade für die immer wieder beklagte Ernüchterung der Endverbraucher, was QR-Codes angeht. Wir Marketingtreibenden müssen mit vernünftigem Content, der in funktionierender ansprechender Weise angeboten wird, den Nutzer überzeugen. Und dazu gehört bei QR-Codes die mobil optimierte Landingpage/Website.

Übrigens kann das Überzeugen auch schon bei einem ansprechend gestalteten QR-Code an, der Lust auf Scannen macht, anfangen.

Dass mobile Websites nicht die Welt kosten, beweisen wir von Poccy übrigens jeden Tag für unsere Kunden: Vom Arzt über das Hotel bis zur Zoohandlung.

Antworten

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